Donnerstag, 23. Oktober 2008

Warum die "negative Eugenik" nicht funktioniert

Die Eugenik entstand Ende des 19. Jahrhunderts als Zweig der noch jungen Humangenetik. Eugenik ist die Anwendung humangenetischer Erkenntnisse die auf Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik, mit dem Ziel, den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen in der Bevölkerung zu vergrößern ("positive Eugenik", etwa Förderung besonders intelligenten Nachwuchses) und negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern ("negative Eugenik", typischerweise auf die Ausrottung von Erbkrankheiten zielend).
Es geht also in der Eugenik nicht etwa um Wohlergehen und Gesundheit des Einzelnen, sondern um "Volkswohl" und "Volksgesundheit"!

Die "positive Eugenik" - verkürzt, aber treffend "Menschenzucht" genannt - ist im Großen und Ganzen gesellschaftlich diskreditiert. Hingegen ist die Idee eine "negativen Eugenik", die Vorstellung, etwa Erbkrankheiten "aus dem Genpool ausrotten" zu können, noch weit verbreitet. Die Möglichkeiten der Gen-Diagnostik fördern solche Vorstellungen.

Nun sieht es so aus, als ob gerade die Molekulärgenetik den Vorstellungen einer von Erbkrankheiten freien Menschheit oder eines "erbgesunden Volkes" den Garaus machen würde:
Über 4000 Erbkrankheiten bzw. ihre Ursachen stehen in der „Inheritance in Man“-Datei, bei der Hälfte ist im Detail bekannt, welches Gen durch welche Mutation Schaden genommen hat (und anrichtet). Diese Krankheiten – Chorea Huntington etwa, „Veitstanz“ – werden durch die Mutation je eines Gens verursacht, das weckte Hoffnungen, sie könnten irgendwann ausgerottet werden. Aber dieser direkte Weg steht nicht offen: „Wir können genetisch bedingte Krankheiten letztlich nie besiegen“, erklärt Diethard Tautz (MPI Evolutionsbiologie, Plön): „Denn sie betreffen Prozesse, die in der Evolution unveränderbar festgelegt wurden.“
Weiter auf die presse.com: Erbkrankheiten kommen von weit her
Die meisten "krankmachende" Gene kommen schon bei primitiven Einzellern vor. Da sie in Millionen Jahren Evolution nicht infolge der natürlichen Auslese ausgestorben sind, sind sie vermutlich "unausrottbar" - man kann nur spekulieren, dass sie vielleicht irgendeinen biologisch unverzichtbaren Vorteil haben.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Technikgläubige Überwacher (immerhin gut gemeint)

"Frauen schreiben anders" als Männer, und mit etwas Übung lässt sich meistens ziemlich schnell herausfinden, ob ein Mann sich im Chat als Frau ausgibt (im umgekehrten Fall ist's übrigens schwieriger).

Allerdings trugen solche Erfahrungswerts im Einzelfall wenig. Es gibt weibliche Schriftsteller, die, vom Publikum unentdeckt, unter männlichem, und männliche Schriftsteller, die unter weiblichem Pseudonym schreiben. Gegen eine Bekannte gewann ich vor Jahren die Wette, dass selbst bei erotischen Texten ein geschickter Autor / eine geschickte Autorin das eigene Geschlecht verbergen könne. Es gibt erstaunlich viele Frauen, deren Gesprächsstil die Aussagen
Senta Trömel-Plötz' über "Frauengespräche" lügen straft. (Der kooperative Aspekt der Unterhaltung dominiert. Rollen- und Statusunterschiede werden abgebaut und gemeinsame Erfahrungen und Gefühle betont. Der Grundkonsens bei Frauengesprächen ist gegenseitige Akzeptanz und eine offene und aggressionslose Atmosphäre.)
So "Pi mal Daumen" schätze ich, dass es, für einen kommunikationserfahrenen Menschen in etwa zwei Dritteln aller Fälle möglich ist, das Geschlecht eines Schreibers zu "entlaven". Die Trefferquote von Geschlechtserkennungssoftware ist auch nicht besser.

Noch schwieriger ist es, sicher zu erkennen, ob z. B. ein Beitrag in einem Web-Forum von einem Erwachsenen oder einer / einem "frühreifen" 12-Jährigen stammt. Eine Binsenwahrheit? Offensichtlich nicht, wenn es darum geht, Pädophile aufzuspüren:
Eine Forschergruppe der britischen Universität von Lancaster hat ein Computerprogramm entwickelt, das Online-Übergriffe gegen Minderjährige verhindern soll. Wie der britische Telegraph berichtete, nutzt das so genannte «Projekt Isis» eine Technologie, die die im Chatroom verwendete Schreibweise des Verdächtigen analysiert. So lässt sich leichter herausfinden, ob sich ein Erwachsener dahinter verbirgt.
nz: Software entlarvt Pädophile im Web.
Die Autoren der Software sind sich offensichtlich sicher, mit Techniken aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz und mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Algorithmen, anhand online abgegebenen Wortmeldungen sehr genau auseinanderhalten zu können, ob ein Erwachsener oder ein Kind an der Tastatur sitzt.

Wenn das Kind eine Achtjährige ist, und der Erwachsene nicht weiß, wie Kinder schreiben, dann bin ich geneigt, diese vollmundige Aussage zu glauben. Aber der Versuch, einen Erwachsenen zu entlarven, der in einem Chatroom für Teenager die Rolle eines Gleichaltrigen angenommen hat, um Kontakt zu einem potenziellen Opfer aufzunehmen, dürfte schwierig sein - und zu vielen "positiv falschen" Treffern führen.

Neben dem Problem der mangelnden Zuverlässigkeit im Einzelfall und dem auch von den Entwicklern eingeräumten Datenschutzprobleme halte ich diese Software auch für ein klassisches Beispiel für falsch gesetzte Prioritäten.

Wenn Triz Heider, Sozialpädagogin beim Beratungsportal "Kids-Hotline.de" in der nz meint: "Bevor man sich mit der Verfolgung von Pädophilen beschäftigt, solle man sich um eine ausreichende Gefahrenaufklärung der Kinder und Jugendlichen bemühen", oder Karin Kaufmann vom Verein für Betroffene von sexuellem Missbrauch anmerkt: "Je mehr die Gesellschaft das Thema tabuisiert, desto größer sind die Chancen des Täters, sein Ziel zu erreichen", dann kann ich dem nur zustimmen!

Sonntag, 19. Oktober 2008

Dualismus

Ich schrieb in meinem Artikel Wie Schäuble wirklich denkt ... , dass mir die strickt dualistische Weltsicht unseres Innenministers unheimlich ist.

Dualismus dieser Art, ein starker, moralischer Dualismus, ist eine Weltsicht, in dem "gut" und "böse" klar voneinander geschieden sind, in dem Zwischentöne allenfalls als "Halbheiten" wahrgenommen werden, und in dem Ambivalenzen einfach nicht vorgesehen sind. Also kein Dualismus im Sinne des Substanzdualismus (die Existenz von materiellen und immateriellen Substanzen), sondern ein moralischer Dualismus im Sinne Thomas Hydes (1636–1703), der unter "Dualismus" die (religiöse) Überzeugung verstand, dass es ein gutes ("Gott") und ein böses ("Teufel") übernatürliches Wesen gibt - und davon abgeleitet eine Moral, in der es "das Gute" und "das Böse" gibt, und alles, was nicht "gut" ist, automatisch dem Bereich des "Bösen" zugeordnet wird. Weder in der jüdischen Bibel noch in den Evangelien ist dieser Dualismus angelegt - im Gegenteil, der Satan ist als dem einzigen Gott untergeordnet dargestellt, er handelt in seinem Auftrag, seine Funktion ist die der Anklägers und die des Prüfers. Im (religiösen) Dualismus ist der Satan hingegen "der Widersacher", ein zweiter, negativer "Gott", die die Macht Gottes permanent herausfordert. Nur in der "Offenbarung Johannis" ist ansatzweise ein Dualismus erkennbar. Das Weltbild, in denen die Mächte "des Lichts" und die "der Finsternis" im äonenlangen Kampf liegen, stammt ursprünglich wohl aus dem Manichäismus. Ich teile die Ansicht, dass der "Kirchenlehrer" Augustinus, ein ehemaliger Manichäer, auch als Christ vom Manichäismus (gegen den er heftig polemisierte) beeinflusst gewesen ist. Manichäisches, bzw. gnostisches Gedankengut im Christentum ist, neben dem starken moralischem Dualismus, die Fegefeuerlehre (katholische Kirche), die Höllenlehre, die Erbsündenlehre, die Lehre der Prädestination (vor allem in reformierten Kirchen) und wahrscheinlich auch die auch im Kontrast zum Judentum ausgeprägte Körper- und Sexualfeindlichkeit.

Herr Schäubles Schwarzweißdenken ist, denke ich, sittenchristlich geprägtes dualistisches Ausschlußdenken. Ein Denken, das für Denkfehler, die nur in Boulevardkomödien amüsant sind, höchst anfällig ist: "Hey, hübscher Pullover, den du da anhast!" – "Kreisch! Jammer! Was hast du gegen meine Hose!?"

Ein anschauliches Beispiel für tief augustinisches dualistisches Ausschlußdenken gibt dieser Artikel, den ich (über einen Umweg übers Brights Blog) auf RP-online fand: Was glaubt, wer nicht glaubt
Darin heißt es:
Wer über Atheisten spricht, redet noch über eine Minderheit. In Zahlen heißt das: Im Jahre 2005 war jeder dritte Deutsche ohne Konfession. Doch die Entwicklung der vergangenen 15 Jahre macht eine Umkehrung der Verhältnisse in absehbarer Zeit wahrscheinlich. Denn 1990 bezeichneten sich bloß 22,4 Prozent der Deutschen als ungläubig.

Und so prognostizieren mittlerweile etliche Gesellschaftsforscher, dass schon 2025 die Mehrheit der Deutschen keiner der beiden christlichen Volkskirchen angehört und mit dem Glauben nichts mehr zu tun haben wird.
Daran ist ungemein auffällig, dass in dem Artikel (wahrscheinlich ohne das es dem Autoren bewusst gewesen wäre), die Nichtzugehörigkeit zu einer der beiden "christlichen Volkskirchen" mit "Konfessionslosigkeit" und diese wieder mit "ungläubig sein" bzw. atheistisch gleichgesetzt wird.

Nun ist es aber so, dass eine große Vielfalt an religiösen, spirituellen und weltanschaulichen Ansichten längst zu einer gewissen gesellschaftlichen Normalität geworden ist. Außer Christen unterschiedlicher Konfession (von denen es weit mehr als nur die beiden von der Steuerkarte her bekannten gibt) leben in Deutschland Muslime, Juden, Buddhisten, Taoisten, Hindus, Esoteriker (unterschiedlichster Couleur), Neuheiden (von Asátrú bis Wicca), Scientologen, Satanisten usw. usw., daneben selbstverständlich zahlreiche Freidenker und Agnostiker, religös Indifferente und sicherlich auch viele Atheisten. Und natürlich auch alle möglichen bis unmöglichen Mischformen (im Extremfalle sogar vereint in einer einzigen Person).

Interessanterweise wirft der Artikel, dabei Ralph Bergold, Leiter des Katholischen Instituts in Bad Honnef, paraphrasierend, dem "neuen Atheisten" eine gewissermaßen denunziatorische Haltung vor, um dann den "Glauben der nicht Gläubigen" zu denunzieren:
Bei all dem gibt es zwar Spuren eines neuen Interesses am Religiösen, freilich ohne das neue Interesse an Gott. Gewünscht wird eher eine Spiritualität als Wohlfühl-Medium, die „ein Stück weit“ einfach nur gut tut wie der frisch gebrühte Kaffee am Morgen.
Ich kenne in der Tat Menschen, vor allem solche mit esoterischer Weltsicht, die sich mit sanft-unverbindlicher "Morgenkaffeespiritualität" begnügen. Ich kenne aber noch mehr, denen jede Form von Spiritualität und Religiösität schnuppe ist. Daneben gibt es, gerade bei den an "östlichen Religionen" Interessierten, aber auch bei Naturreligiösen bzw. Neuheiden (und ganz sicher in der Nornirs Ætt) eine Form der Spritualität, die in etwa dem entspricht, was Fulbert Steffensky "Schwarzbrotspiritualität" nennt. An Schwarzbrot hat man mehr zu kauen als an Esoterik-Müsli, Theosophie-Eintopf, (traurigem) Tantriker-Toast, "Lebenshilfe"-Fertiggerichten - aber auch den trockenen Oblaten eines unkritischen Christentums. Es ist aber auch nahrhafter und hält lange vor. Die Asátrú-Version der "Schwarzbrot-Spritualität" ist, zumindest in der Nornirs-Ætt-Variante, eine dick mit Wurst oder Käse belegte, und je nach Tageszeit mit starkem Kaffee oder kühlem Bier heruntergespülte. Denn trockene Spiritualität, ohne Freude und Ekstase, ist auf die Dauer so unbefriedigend wie trockenes Brot ...
Zurück zum Artikel:
Wer aber nicht an einen Gott glaubt, der kennt folglich auch keine Verantwortung vor Gott – wie sie in der Präambel des deutschen Grundgesetzes geschrieben steht. Mit dem Gottesbegriff allerdings ist auch die Begründung von Moral verknüpft.
Offensichtlich kann oder mag sich Bergold eine von religiöser Letztbegründung - bzw. göttlicher Offenbarung unabhängige Moral nicht vorstellen. Die gibt es aber - z. B. im Humanismus. Moralisch zu handeln ist zum Beispiel vernünftig.
Weiter:
Nun meint Glauben weniger die Gewissheit darüber, dass die Welt in sechs Tagen erschaffen wurde; vielmehr sind Glaubensaussagen, so Bergold, immer auch Lebensorientierungen, die etwas „über den Stand des Menschen in der Welt“ sagen. Gerade vor diesem Hintergrund nimmt das wachsende Glaubensloch inmitten unserer nach wie vor christlich geprägten Gesellschaft schon jetzt bedrohliche Ausmaße an.
Diese Aussage ist nur dann sinnvoll, wenn man stillschweigend annimmt, dass ein "Glaubensloch" auch ein Ethik- bzw. Moral bzw. Werteloch impliziert.
Dass Fragen bleiben, ist der Vorteil der neuen Debatte: Fragen danach, was vom Abendland bleibt, wenn es nicht mehr christlich ist. Müssen dann neue Werte erfunden werden? Heißt Atheismus auch Amnesie? Und was ist der Mensch ohne metaphysische Beheimatung?
Meine Antworten auf diese Fragen: Vom "Abendland" blieben, wenn es nicht mehr christlich ist, immer noch Demokratie, Humanismus, Aufklärung, industrielle Revolution, "offene Gesellschaft", Gleichheit, Gewaltenteilung, Religionsfreiheit, über 2500 Jahre Philosophie, Kunst, Wissenschaft und noch viel mehr. Es würde nur eine Komponente von den vielen fehlen, die zusammen das "Abendland", "den Westen" ausmachen. Andere - fast alle anderen! - sind aus meiner Sicht wichtiger. Ein "Westen" mit Christentum, aber etwa ohne Bürgerrechte kann mir gestohlen bleiben!
Nein, es müssen keine neuen Werte gefunden werden.
Nein, Atheismus heißt nicht Amnesie. (Neben: Wie kommt man auf so eine Frage?)
Was ist der Mensch ohne metaphysische Beheimatung ist, kann ich für "den Menschen" nicht sagen. Ich kann nur sagen, dass jemand, der nicht an den Christengott glaubt, dadurch nicht metaphysisch heimatlos wird. Ich kann sogar sagen, dass jemand, der an gar keine Götter glaubt, nicht notwendigerweise keine metaphysische Beheimatung hat. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass sehr viele Menschen problemlos und mit funktionierender Ethik, intakter Moral, ausgeprägtem Gewissen und entwickeltem Wertesystem auf jede Metaphysik dankend verzichten können.

Nun ist es so, dass eine kritisch-rationalistische Einstellung zu den Grundfragen des Lebens fast zwangsläufig zum Agnostizismus führt. Kommt ein ausgeprägt materialistisches Weltbild hinzu, ist die Hinwendung zum Atheismus fast unvermeidlich.
Das könnte die wachsende Zahl der Agnostiker und Atheisten erklären. Da ich eine kritisch-rationalistische Einstellung sehr begrüße, vermag ich in dieser Entwicklung keine Gefahr sehen. Allerdings hege ich den Verdacht, dass die meisten Atheisten das ebenso wenig aus eigenem Entschluss geworden sind, wie die meisten Kirchenmitglieder bewusst in die Kirche eintraten.

Anderseits zieht eine spirituellen Herangehensweise fast genauso zwangsläufig eine unkritischere Betrachtung, beispielsweise von moralischen Fragen, nach sich. Besonders auffällig ist das bei Menschen, die eine mystische Erfahrung gemacht haben.

Ich betone dabei das Wört "fast". Nur in einem streng dualistischen Weltbild schließt kritisches Bewusstsein "Glauben", Religion, Spritualität aus - und umgekehrt.

Ausgemachter Unsinn ist übrigens der (alte) Witz, mit dem der Artikel der "Rheinischen Post" endet:
Ein Witz markiert diesen Wert der neuen Auseinandersetzung. Frage: Warum nerven Atheisten eigentlich so? Antwort: Weil die dauernd über Gott reden.
Ich kenne einige Atheisten - darunter ist keiner, der der überhaupt "von Gott" reden würde, geschweige denn dauernd.
Vielleicht ist der Autor des Artikels so sehr in der augustinischen dualistischen Gedankenmatrix gefangen, dass er sich einen Atheisten gar nicht richtig vorstellen kann ...

Samstag, 18. Oktober 2008

Psychologische Aspekte der Finanzmarktkrise

Kein Scherz, sondern das Ergebnis einer seriösen Studie einer Forschungsgruppe um Professor Markus Knauff aus der Abteilung Allgemeine Psychologie und Kognitionsforschung der Universität Gießen: Börsenmakler können nicht logisch denken (scinexx.de)

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Ich nenne es "hamburgisch"

Es ist ungewollt symbolisch, das Denkmal auf dem Beatles-Platz:
Beatlesplatz04

Symbolisch, weil das Denkmal auf eine private Initiative zurückgeht, an die sich die Stadt Hamburg erst nachträglich "dranhängte" (aber immerhin mit finanzieller Beteiligung) - und dass Bürgermeister Ole von Beust, der strenggenommen gar nichts zu dem Projekt beigetragen hat, sich bei der feierlichen Eröffnung im Licht der Öffentlichkeit sonnte.
Symbolisch, weil es auf vergangenen Ruhm verweist - dem Ruhm, dass zahlreiche erfolgreiche Musiker in der (inzwischen arg verödeten) Musikszene um die Reeperbahn ihren "großen Durchbruch" schafften - von denen die Beatles die berühmtesten waren. (Wobei der "Hamburger Staat" dazu nichts beitrug - eher im Gegenteil.)
Symbolisch auch, weil der Platz und das Denkmal irgendwie schäbig aussehen ...

Es passt irgendwie dazu, dass nach dem (gerade für ein Jahr dank eine anonymen Spende "geretteten") "Molotow" auch das "Docks" vor dem "Aus" steht. Übrigens "dank" der stadteigenen Sprinkenhof AG als Vermieter, die dort abenteuerlich agiert: Im Hintergrund haben mehrere Hamburger Gastronomen – ohne das Docks – große Projekt-Ideen entwickelt, die zum Teil den Abriss des fast 100 Jahre alten Gebäudes beinhalten. Deshalb wird der Pachtvertrag nicht verlängert.
Nun ist "Clubsterben" vielleicht ganz normal - kein Geschäft hat Bestandsgarantie - aber wenn die Auftrittsmöglichkeiten für Musiker, die nicht die Musikhalle oder gar die Color-Line-Arena füllen können, weniger und weniger werden, obwohl das Interesse an Live-Musik nach wie vor groß ist, dann ist da irgendwo der Wurm drin.
Nun erwartet niemand ernsthaft, dass die St. Pauli-Musikszene subventioniert werden sollte - etwa in Art der Staatsoper - aber es wäre ganz nett, wenn wenigstens einige Steine aus dem Weg statt in den Weg gerollt werden könnten (siehe Fall "Sprinkenhof - Docks").
Und angesichts immer gewaltigerer Summe, die in das Projekt Elbphilharmonie fließen - von der nicht einmal gesichert ist, ob sie angemessen bespielt werden kann - ballen sicher nicht nur existenzbedrohte Club-Betreiber die Faust in der Tasche.

Nun gibt es ein Kunst-Festival namens "Wir nennen es Hamburg" (nicht etwa "Wir sind Hamburg") - SpOn: Widerborstig und kratzbürstig.
Kunst und Stadtmarketing, manchen mag das erstaunen, vertragen sich gar nicht immer – und immer wenn das so ist, ist die Kunst stolz: stolz darauf, widerborstig und kratzbürstig geblieben zu sein in Städten, aus denen längst Standorte geworden sind und langsam Marken werden. Zu stolz also, um sich als Eventproduzent und Imagefaktor benutzen zu lassen.
art: "Wir nennen es Hamburg" - ein bisschen "Rumble In The Jungle"
"Wir nennen es Hamburg" ist das Ergebnis der Reflektionen über eine Stadt, die kulturell zu stagnieren scheint, betont Kampnagel-Dramaturgin Nadine Jessen, jedoch liegt der Grund dafür nicht in der fehlenden künstlerischen Produktion, gerade Hamburgs Intermedialität sei ein besonderes Charakteristikum, das die Stadt gegenüber anderen auszeichne, sondern im Mangel der finanziellen Unterstützung. Ein stetiger Kampf um Sponsoren sei für viele Ausstellungsmacher und Organisatoren der Kulturbranche ermüdend.
Ich nenne es "hamburgisch". Ebenso "typisch" wie die traurige Tatsache, dass die Medienstadt Hamburg auf dem Sektor der Tageszeitungen eine ausgesprochene "Wüste" ist - die außerdem, abgesehen von der chronisch existenzbedrohten Boulevardzeitung "Hamburger Morgenpost" (oft "Hamburger Sorgenpost" genannt) und dem Lokalteil der "taz" nur von Titeln aus dem Hause Axel Springer bevölkert wird.

Palins "Hexenjäger" lügt

Ein kenianischer Geistlicher, der die US-Vize-Präsidentschafts-Kadidatin Sarah Palin mittels Gebet vor Hexen schützen will, wird in seiner Heimat kritisiert: der wichtigste "Beweis" seiner Kräfte - er behauptete, eine böse, zaubernde Frau aus der Stadt verjagt zu haben - ist falsch.

telegraph.co.uk: False claims exposed of Kenyan pastor who protected Sarah Palin from witches.

Mehr zu diesem bizarrem Fall im Gjallarhorn.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Deutscher Zukunftspreis: die Kandidaten stehen fest

Wie Stammleser meines Blogs wissen, liegen mir von den zahlreichen in Deutschland verliehenen Preisen nur wenige am Herzen. Obwohl ich ihn schon mal spöttisch "Deutschland sucht den Super-Erfinder" nenne, halte ich den "Deutschen Zukunftspreis" für einen der (wenigen) sinnvollen Preise.

Nominiert sind:
  • Das Herzstück solarthermischer Kraftwerke: Hochleistungsreceiver als Energiesammler
    Dr. Nikolaus Benz
    Dr. Thomas Kuckelkorn
    Schott Solar CSP GmbH , Mitterteich
  • Mitwachsende Herzklappen zur Implantation im Kindesalter
    Prof. Dr. Axel Haverich (Sprecher)
    Dr. Serghei Cebotari
    Dr. Michael Harder
    Medizinische Hochschule Hannover
    corlife GbR, Hannover
  • Smarte Sensoren erobern Konsumelektronik, Industrie und Medizin
    Dr. Jiri Marek (Sprecher)
    Dr. Michael Offenberg
    Dr. Frank Melzer
    Robert Bosch GmbH, Reutlingen
    Bosch Sensortec GmbH, Reutlingen
  • Professionelles Digitales Drahtlos-Mikrofonsystem
    Professor Dr. Jörg Sennheiser
    Dipl.-Ing. Gerrit Buhe
    Sennheiser electronic GmbH & Co. KG, Wedemark
Mehr über die Nominierungen: Deutscher Zukunftspreis: Kandidaten stehen fest

Verleihung der Auszeichnung am 3. Dezember 2008

Dienstag, 14. Oktober 2008

Wie Schäuble wirklich denkt ...

... wird aus diesem Interview, das er der "taz" gab, erschreckend deutlich: Innenminister Schäuble über Grundrechte
"Ich schütze, ich gefährde sie nicht"
.

Besonders bemerkenswert erscheinen mir folgende Aussagen:
Ihren Kritikern macht Sorgen, dass die technischen Möglichkeiten der heutigen Sicherheitsorgane weit über die der Stasi hinausgehen...

Das ist doch Unsinn. Die Stasi hatte mehrere hunderttausend Mitarbeiter. Sie hat Menschen dazu gebracht, sich gegenseitig zu bespitzeln. Nicht einmal Ehegatten konnten einander trauen. Eltern mussten am Küchentisch darauf achten, was sie erzählen, damit ihre Kinder das nicht in der Schule ausplaudern. Das war eine Atmosphäre der Angst. Wer das mit der Bundesrepublik vergleicht, der diffamiert unsere Freiheitsordnung in einem Maße, wie wir es nicht zulassen dürfen. Wir haben nämlich in Deutschland schon einmal eine Freiheitsordnung durch verantwortungsloses und bösartiges Gerede derart diffamiert, dass am Ende die NS-Gewalt- und Willkürherrschaft an die Macht kommen konnte.
Kommentar: Ich bestreite nicht, dass die heutigen Zustände in Deutschland noch weit von denen in der Stasi-überwachten DDR entfernt sind. Die Betonung liegt aber auf "noch" - denn das Misstrauen zwischen den Menschen, das Gefühl, darauf achten zu müssen, wer wem was sagen kann, hat eindeutig zugenommen.
Zum Geschichtsbild: die Weimarer Republik wurde in der Tat durch "bösartiges Gerede" diffamiert - vor allem seitens konservativer und reaktionärer Kreise. Sie ging allerdings nicht an der Kritik jener, der "Weimar" einfach nicht rechtstaatlich, demokratisch, offen genug war, zugrunde, nicht an den Tucholskys, Kästners, Ossietzkys!
Aber große Datensammlungen führen nun mal schnell zu Pannen bei sensiblen Informationen. Oder sehen sie das anders?

Das ist wahr. Es gibt diese Risiken. Alles in der Menschheitsgeschichte ist eben nicht nur Fortschritt, sondern birgt immer auch eine Gefahr. Wir haben das Telefonbuch bis vor kurzem noch als Alltagshilfe empfunden. Heute gilt es manchen wohl als riesige Datensammlung. Wollen wir deswegen auf die Vorzüge eines Telefonbuches verzichten? Das ist doch Maschinenstürmerei. Ich nehme den Datenschutz ernst, und damit er wirksamer realisiert werden kann, legt die Bundesregierung jetzt auch ein neues Gesetz vor.

Ein Telefonbuch lässt sich doch schwer mit Millionen Verbindungsdaten vergleichen. Die Frage ist doch, ob die Speicherung derart vieler Angaben nicht ein höheres Risiko darstellt als die Gefahren, vor denen Sie schützen wollen.

Das heißt, Sie wollen die Informationstechnologie ganz abschaffen?

Sie argumentieren sehr schwarz-weiß.

Ich bleibe nur in der Logik Ihrer Frage. Und wenn ich die weiterdenke, kann man nur zu diesem Schluss kommen.
Genau das ist es, was mir an Schäuble - und anderen, die so denken wir er - so unheimlich ist. Das dualistische Weltbild, in dem klar zwischen "gut" und "böse" geschieden wird. Wenn unser Staat "gut" ist - und ich bestreite gar nicht, dass er ein für seine Bürger besserer Staat ist, als die meisten Staaten dieser Erde, von früheren deutschen Staaten gar nicht zu reden - dann heißt das nicht, dass jeder, der diesen Staat kritisiert, damit "böse" ist, oder auch "nur" ein Gegner der bestehenden Gesellschaftsordnung wäre.

Umgekehrt wurde ich keine Sekunde lang bestreiten, dass Terrorismus "böse" ist, egal, von wem und zu welchen Zwecken. Kein Zweck "heiligt" dieses Mittel, der Mittel des Terrors verrät den Zweck!
Aber ich stimme Richard Rorty zu, wenn er im gedruckten Spiegel sagt schon 2004 in der "Zeit" (der "Spiegel" zitiert diesen Artikel) sagte :
"Der Verdacht, dass der Krieg gegen den Terrorismus gefährlicher ist als der Terrorismus selbst, erscheint mir völlig gerechtfertigt."
Schäuble hält es für logisch, dass aus dem Streben nach Datenschutz und Datensicherheit folgt, dass wir dann eben auf die "Informationstechnologie" ganz verzichten müssten. Das ist eben so "logisch", wie aus dem Streben nach mehr Sicherheit im Straßenverkehr folgt, dass man dann eben die Autos abschaffen müsste, oder aus der Vorstellung, Umweltschutz sei nur durch Verzicht auf industrielle Produktion möglich.

Da Schäuble im Interview versucht, die Bürgerrechtler in die linke Spinner-Ecke zu stecken, stellt sich die Frage, wie sich das mit seiner Vorliebe mit einer CDU-FDP-Koalition verträgt - jedenfalls, wenn man bei der dualistischen Logik bleibt.

Zu viele Leichen - zu viele Zweifel

In meinem letzten Beitrag S-Bahn, Lügen und Video erwähnte ich, dass ich Zeuge eines Bahnsuzids geworden war. Nun ist es immer heikel, öffentlich, und sei es in einem Blog, über Suizide zu berichten, da jede Berichterstattung "Nachahmer" anstiftet. Der Nachahmungseffekt, nach dem berühmtesten Beispiel "Werther-Effekt" genannt, gilt inzwischen wissenschaftlich als statistisch belegbares Phänomen.

Aus dem Pressekodex des Deutschen Presserates:
Richtlinie 8.5 - Selbsttötung
Die Berichterstattung über Selbsttötung gebietet Zurückhaltung. Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. Eine Ausnahme ist beispielsweise dann zu rechtfertigen, wenn es sich um einen Vorfall der Zeitgeschichte von öffentlichem Interesse handelt.
Die Psychiater und Psychologen, die sich mit diesem Problem beschäftigt haben, bitten die Journalisten von Presse, Funk und Fernsehen auf folgende suizid-präventiven Aspekte zu achten (nach W. Ziegler und U. Hegerl, 2002):
  • Angaben zur biologischen und sozialen Identität vermeiden: Detaillierte Hinweise über Alter, Geschlecht und Aussehen (Fotos, Bilder) sollten ebenso vermieden werden wie Angaben über soziale Beziehungen, gemütsmäßige Verfassung, Charakter und Leistungsfähigkeit (z. B. schulisches Versagen, Arbeitslosigkeit) des Suizidenten.
  • Angaben zu Suizidmethode und Suizidort vermeiden: Dies gilt vor allem für konkrete Informationen über die Suizidmethode, die instruktiv oder gar induzierend sein könnte. Ähnliches gilt für den Suizidort, der auf keinen Fall "mystifiziert" werden darf: z. B. "Todesbrücke von …", "das Hochhaus des Grauens", "an der Biegung des Flusses", "zwischen … und … bricht den Lokführern schon der Schweiß aus" u.a.
  • Keine Spekulationen über Ursachen und Bewertungen des Suizides: Diese Empfehlung mag überraschen und vor allem journalistisch einengen, hat aber einen nachvollziehbaren Hintergrund. Nach dem erschütternden Freitod eines Familienmitglieds neigen vor allem Angehörige und Bekannte, Freunde und Nachbarn dazu, den Verstorbenen zu überhöhen. Das kann eine entsprechende Berichterstattung bahnen ("er blieb sich selbst treu", "er starb, wie er lebte", "Anpassung war nicht seine Sache" u.a.).
Obwohl ich "im entscheidenden Moment" nicht hinsah, kann ich eines mit Bestimmheit sagen: es war ein grausamer Tod. Von den Rädern eines langsam fahrenden S-Bahn Triebwagens in drei Teile zerquetscht zu werden. Ähnlich grausam war der Tod eines Menschen, der von einem Hochhaus sprang, den ich als junger Mann von der anderen Straßenseite aus ansah - und mit dem Kopf zuerst auf einen betonierten Parkplatz prallte. Ich mache mir heute noch Vorwürfe, dass ich damals wie gebannt gegafft hatte - was auch der Grund war, weshalb ich im Falle des Schienensuizides als Augenzeuge versagte. (Denn die Polizei machte mir klar, dass sie von mir klare Angaben erwartete. "Verstehen Sie nicht, es geht hier wahrscheinlich um die Aufklärung eines selten brutalen Mordes. Sie wissen, dass Sie sich mit einer absichtlichen Falschaussage strafbar machen?")
Das unprofessionelle Verhalten der Polizisten ist dadurch erklärbar, dass die Beamten selbst hochgradig erregt waren und unter einem erheblichen Aufklärungsdruck standen. Außerdem empfand ich, rein subjektiv, die Polizisten als aufdringlicher, als sie es aller Wahrscheinlichkeit nach waren.

Ich persönlich kann sagen, dass mir der Umstand, dass ich der Zeuge zweier, salopp formuliert, unappetitlicher Selbsttötungen wurde, mich von eigenen Suizidplänen abhielt. (Denn "sanfte" Methoden der Selbsttötung, etwa Gift, kamen für mich interessanterweise nie in Frage: "Wenn ich abtrete, dann mit einen Knall und nicht mit einem Wimmern". Das ist keine leere Behauptung, denn ich hatte jahrelang ein Röhrchen mit Kaliumzyanid im Badezimmerschrank stehen - bis ich es dann doch mal beim Problemmüll abgab. In all den Jahren hatte ich nie mit dem Gedanken gespielt, es zu benutzen - aber viele Phantasien, wie ich "mit einem Knall abgehen" könnte.)

Wenn ich in grüblerischen Momenten auf mein bisheriges Leben zurückblicke, dann habe ich schon einige Menschen beim Sterben beobachtet. Außer den beiden Suiziden waren es Unfälle - und zwar seltsam zufällig, völlig "sinnlose", rational nicht zu fassende Unfälle. Weder "technisches Versagen" noch "menschliches Versagen" im Sinne einer groben Fahrlässigkeit war im Spiel - höchsten "ein Moment nicht ausgepasst". So, wie die Insassen des Wohnmobils, dass auf einer Talbrücke von einer plötzliches Windböe über die Mittelleitplanke geweht wurde - in den Gegenverkehr hinnein. Oder der Motorradfahrer, der in voller Fahrt in eine plötzlich geöffnete Fahrertür eines stehenden PKW raste. Oder der betrunkene Passagier eines Fährschiffes, der offensichtlich über die Reling pinkeln wollte, zu diesem Zweck auf eine Kiste mir Schwimmwesten stieg, das Gleichgewicht verlor und in die eiskalte Nordsee kippte. Obwohl das Fährschiff sofort drehte und stoppte (ein echtes Gewaltmanöver) und ein Boot aussetzte, konnte er nur noch tot geborgen werden.
In allen diesen Fälle hätte ich, realistisch betrachtet, nicht mehr helfen können. Trotzdem mache ich mir Vorwürfe - ich hätte "mehr tun sollen als Gaffen oder Wegsehen".

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