Persönliches

Donnerstag, 9. April 2015

Geheimauftrag MARIA STUART - Band 3

Krisenfall Meuterei

Der dritte Roman der Reihe "Geheimauftrag MARIA STUART", der Folgereihe zu K. H. Scheer legendären Piratenromanen um den "Herrn der Meere"!

GMS-III Cover

Marcel de Vetrys lange und abenteuerliche Suche, die ihn und die GOEDE HOOP um die halbe Welt führt, hat ihr Ziel erreicht:

Port Hutten, der Schlupfwinkel des legendären Korsaren Reinhardt Gonder, genannt »Herr der Meere«, und seiner mächtigen MARIA STUART. Im Süden Neuhollands, in einer Gegend, die auf den Weltkarten noch ein weißer Fleck ist, hat Gonder zusammen mit anderen Freibeutern, Abenteurern und Weltverbesserern einen regelrechten kleinen Staat gegründet.

Allerdings weigert der »Herr der Meere« sich, de Vetry nach Frankreich zurückreisen zu lassen.
Die Position Port Huttens soll den Seemächten unbedingt verborgen bleiben!

Die Männer der GOEDE HOOP richten sich wohl oder übel auf ein Leben in der Freibeuterrepublik ein.

Die Rote Nelly, Gonders Verbündete, fischt auf einer Kaperfahrt zwei in einem Boot ausgesetzte Männer auf und bringt sie nach Port Hutten.
Der rätselhafte Graf de Beauvallon und sein Stiefbruder scheinen ungewöhnliche, geradezu magische Fähigkeiten zu haben.

Im Frühjahr 1678 erprobt Reinhardt Gonder seine nach einer langen Reparatur wiederherstellte MARIA STUART.

Derweil wächst in Port Hutten die Spannung zwischen politischen Visionären, ausgekochten Piraten und religiösen Schwärmer.
Der Freibeuterstaat entpuppt sich als Pulverfass, das jeden Moment explodieren kann!


Eckdaten des Romans:

Umfang 164 Seiten
Preis: 10 Euro
Bei Versand in Deutschland als Büchersendung zzgl. 1,50 Euro Versandkosten
Titelbild und Illustrationen: Martin Marheinecke
Redaktion: Joachim Kutzner
Herausgeber: Terranischer Club Eden - März 2015

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Mittwoch, 26. März 2014

Geheimauftrag MARIA STUART - Band 2: Kurs Geisterhafen

Ahoi, gerade frisch mit dem Postschiff eingetoffen.
Der TCE geht auf Kurs Geisterhafen. Der zweite Teil unserer Herr der Meere Weiterführung aus der Feder von Martin Marheinecke ist lieferbar.
Alle Mann an Deck und Bühne frei für die Rote Nelly.

GMSII-Cover
Der ebenso kühne wie taktisch geschickte Kaperfahrer Reinhardt Gonder, von Freund und Feind respektvoll „Herr der Meere“ genannt, verlässt mit seinem mächtigen Schiff MARIA STUART im Jahre 1674 die Karibik mit unbekanntem Ziel. Jahrelang hört man nichts mehr von dem legendären Korsaren.
Vicomte Marcel de Vetry, ein Freund Gonders und Neffe des mächtigen französischen Kriegsministers, nutzt sein hohes Amt im Ministerium und seine guten Beziehungen aus, um eine geheime Suchexpedition nach dem „Herrn der Meere” in die Wege zu leiten.
Mit der unscheinbaren, aber ungewöhnlich seetüchtigen GOEDE HOOP, der man ihre technischen Geheimnisse nicht ansieht, und einer handverlesenen Crew aus bretonischen Korsaren folgt de Vetry Gonders Spuren, zunächst in die Freibeuterhochburgen der Karibik. Er erfährt dort: Offensichtlich nahm die MARIA STUART Kurs auf Peru, um einen gewaltigen Inka-Schatz zu bergen. Und allem Anschein nach verbündete Gonder sich mit seiner Rivalin, der legendären „Roten Nelly”.

Die GOEDE HOOP und ihre Besatzung erwartet eine abenteuerliche Seefahrt von der Karibik über den Atlantik, ums Kap der Guten Hoffnung in den Indischen Ozean.

Die Suche nach der MARIA STUART führt de Vetrys Expedition in ein Land, das noch auf keiner Karte verzeichnet ist!
Eckdaten des Romans:

Herausgeber: Kurt Kobler, Terranischer Club EdeN

Paperback, Umfang 170 Seiten, erschienen im März. 2014

Titelbild: Martin Marheinecke

Redaktion und Umschlaggestaltung: Joe Kutzner

Kartenmaterial, Lexikon und Innenillustrationen: Martin Marheinecke

Preis: 10 EUR

zuzüglich Versandkosten:

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b.. 3,50 EUR in andere EU-Länder+CH als Economy-Sendung
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Donnerstag, 2. Mai 2013

Aus dem GMS-Nähkästchen: Der Protagonist

Da ich immer wieder danach gefragt werden, werde ich in lockerer Folge ein wenig über die Hintergründe des Romanprojektes "Geheimauftrag MARIA STUART" schreiben.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass schlecht ausgearbeitete Charaktere einer der häufigsten Gründe dafür sind, dass es beim Schreiben hakt. Wir reagiert eine Person in einem Roman in einer bestimmten Situation? Wenn ich mein "Personal" nicht genau kenne, kann das schon eine Weile aufhalten. Von "Schreibblockade" möchte ich solchen Fällen nicht reden, das ist meiner Ansicht nach anderes und vor allem Gravierenderes.
Ebenso ärgerlich sind Widersprüche im Verhalten. Ein drittes vermeidbares Ärgernis sind Protagonisten, die sich "selbstständig" machen, d. h. beim improvisierten Schreiben Charakterzüge entwickeln, die sich nicht oder nur schwer in die geplante Handlung einfügen lassen.

Dagegen gibt es ein einfaches Rezept: der handelnde Charakter muss ausgearbeitet werden, er (oder sie) braucht eine Biographie und eine Art kurzes Psychogramm. Ein paar Stichworte zum Äußeren sind auch ganz nützlich.
Selbst wenn ich nicht alle Aspekte der zuvor ausgearbeitete Persönlichkeit in den Text einbringe, bin ich beim Umgang mit dem "Personal" meiner Romane sicherer, wenn ich sie wirklich gut kenne.

Der Protagonist meiner Romantrilogie ist der Vicomte Marcel de Vetry.

Diese Figur übernahm ich von K. H. Scheer, er ist der titelgebende Charakter im „Herr der Meere“-Band 5 „Der Kurier des Sonnenkönigs“ und spielt im Folgeband 6 „Im Zeichen des Halbmonds“ eine wichtige Rolle. In Band 7 „Seine Majestät befehlen“ wird er immerhin noch erwähnt. Da Scheer im „Herr der Meere“ dazu neigt, selbst herausragende Charaktere eines Bandes im Folgeband einfach fallen zu lassen, gehört de Vetry neben der „Roten Nelly“, dem Schatzfinder José Segovia und seiner Nichte Theresa zu den wichtigsten Personen der Serie, die nicht zur „Stammmannschaft“ der MARIA STUART gehören.
Scheer-Charaktere sind oft „überlebensgroß“ bis „übermenschlich“, wofür Reinhardt Gonder, dessen überragenden Fähigkeiten Scheer manchmal schon penetrant herausstellt, ein typisches Beispiel ist. De Vetry ist vergleichen damit relativ „normal“, seine „übermenschliche“ Eigenschaft ist die Macht, bzw. die enge Beziehung zu den mächtigsten Männern im Staate Louis XIV. . Der Vicomte ist Neffe und Protegé des mächtigen französischen Kriegsministers le Tellier, Marquis de Louvois und hat außerdem gute Kontakte zum vielleicht noch mächtigeren Wirtschafts-, Finanz- und Marineminister Jean Baptiste Colbert.
De Vetry ist Gesandter des „Sonnenkönigs“, von den Vollmachten her eher Sonderbotschafter als schlichter „Kurier“, und soll Kontakt mit dem Bey von Algier aufnehmen. Bei dieser heiklen Mission wird sein Schiff HERCULE von einem spanischen Geschwader abgefangen und versenkt, woran de Vetrys Sturköpfigkeit, mit der er sich über den Rat des Kapitäns der HERCULE hinwegsetzt, nicht ganz unschuldig ist. Gonder rettet dem Vicomte das Leben und hilft ihm, seinen Auftrag doch noch auszuführen. Das ist letzten Endes vergebens, weil der Auftrag de Vetrys auf falschen Voraussetzungen beruht, aber für den brandenburgischen Kapitän einträglich: der Gesandte hat die Vollmacht, Kaperbriefe auszustellen, Gonder erhält von ihm so ein Papier und ist fortan kein schlichter Pirat mehr, sondern Korsar des Königs. (Offensichtlich ein provisorisches Papier, denn in späteren Bänden ist davon die Rede, dass Gonder einen eigenhändig vom König unterzeichneten Kaperbrief besitzen würde.)

Der Vorschlag, de Vetry zum Protagonisten meiner „Herr der Meere“- Romane zu machen, kam von Kurt Kobler. Mit gefiel diese Idee auf Anhieb, denn der junge Adlige ist genau der richtige Mann, um einen geheime Suchexpedition in die Wege leiten zu können: er hat die Machtmittel und er hat die Motive. Außerdem ist er in Scheers Romanen „Funktionscharakter“, dass heißt, über seine Funktion hinaus zeigt er wenig Persönlichkeit, selbst äußerlich entspricht er genau dem Klischee eines „Offiziers des Sonnenkönigs“ aus einem „Mantel- und Degen“-Roman bzw. Film, was mir freie Hand gibt, ihm eine abgerundetere Persönlichkeit zu verpassen.

In einem Punkt wich ich dennoch von Scheers Beschreibung ab. Scheer schrieb, dass de Vetry nur einige Jahre älter als der engsten Vertrauten Gonders, André de Aurinac, sei. De Aurinac ist, wie Scheer im ersten Band der Serie schrieb, etwa 30. Daraus ergibt sich ein Problem: Kriegsminister Louvois war im Jahr 1674, in dem „Der Kurier des Sonnenkönigs“ spielt, erst 33 Jahre alt. François Michel le Tellier, Marquis de Louvois, war von seinem Vorgänger und Vater Michel le Tellier schon im blutjungen Alter zum Nachfolger aufgebaut worden. Als der ältere le Tellier zunächst persönlicher Berater der Königs und später Kanzler von Frankreich wurde, rückte sein Sohn 1668 im Amt nach.
Zwar ist es durchaus möglich, dass ein Neffe etwa so alt wie sein Onkel ist, aber es wirkt einfach plausibler, wenn ein Protegé jünger ist als sein Förderer. Für ein jüngeres Alter Marcel de Vetrys spricht auch, dass ihn Scheer ausdrücklich als „jungen Mann“ bezeichnet – im 17. Jahrhundert galt meines Wissens ein Mann über 30 nicht mehr als „jung“. Der massive Schnitzer, der zum Verlust der HERCULE führte, spricht auch nicht gerade dafür, dass der Vicomte ein besonders erfahrener Befehlshaber wäre, sondern eher für jugendliche Selbstüberschätzung. Also entschied ich mich dafür, dass Marcel de Vetry bei Beginn meines Romans im Jahre 1676 26 Jahre alt ist.
Dass die le Telliers das Kriegsministerium sozusagen als „Familienerbstück“ betrachteten – auch dem jüngere le Tellier folgte wieder sein Sohn im Amt – und nach Möglichkeit alle wichtigen Posten mit Familienangehörigen besetzten, ist hingegen eine historische Tatsache. Da die Söhne des Kriegsministers zur Zeit der Handlung aber noch kleine Jungen waren, ist es plausibel, dass le Tellier seinen ältesten Neffen für die Zwischenzeit als Nachfolger vorgesehen hatte.

Zur Zeit der Handlung ist Marcel Jean Pierre Vicomte de Vetry Staatsekretär für Sonderaufgaben im Kriegsministerium, Vorsitzender der Beschaffungsausschusses der königlichen Marine und persönlicher Bevollmächtigter des Kriegsministers François Michel le Tellier Marquis de Louvois. Ein wichtiger und mächtiger Mann, der aber eher im Hintergrund bleibt.
Auch Scheer deutete in „Seine Majestät befehlen“ an, dass de Vetry nun einen Schreibtischposten in Paris hätte, was nach dem spektakulären Verlust der HERCULE und der ohne de Vetrys Schuld fehlgeschlagenen Mission auch plausibel ist: nach wie vor ist de Vetry ein fähiger Mann und nach wie vor der Schützling seines mächtigen Onkels, aber auf eine weitere heikle Geheimmission dieser Art hätte ihn Louis XIV. sicherlich nicht geschickt. Ich gehe aber davon aus, das de Vetry beim König nicht in Ungnade gefallen ist, und dass der Kriegsminister von der zähen Pflichterfüllung, mit der sein Neffe die Mission nach dem Verlust der HERCULE doch noch durchzieht, sogar angetan ist.
De Vetry hat direkt mit der Admiralität zu tun, aber er steht außerhalb der militärischen Befehlsstruktur. Da er über kein nennenswertes eigenes Vermögen verfügt und durchaus karrierebewusst ist, glaubt er auf die Protektion seines Onkels angewiesen zu sein. (Seine Frau ist da übrigens anderer Ansicht.) Er bewundert seinen Onkel, ist aber in mancher Hinsicht anderer Meinung als er. Da ihm der politische Betrieb in Paris mit seinem intriganten Klima zunehmend anwidert, der weltfremde Hofstaat sowieso, und er immer häufiger kleine Reibereien mit seinem Onkel und seinem Großonkel hat, ist der junge Vicomte mehr als froh, mit der Suche nach Gonder wieder für einige Zeit im „Außeneinsatz“ zu sein, auch wenn das bedeutet, dass er von seiner aufrichtig geliebten Frau und seinen beiden Kindern für einige Monate getrennt ist.

Marcel de Vetry ist schlank, eine elegante Erscheinung, etwas über mittelgroß und hat dunkle Augen. Er trägt sein braunes Haar schulterlang und hat einen schmalen Oberlippenbart. Am linken Arm und auf der linken Brustseite hat er von Säbelhieben stammende Narben, die aber kaum auffallen.
De Vetry wurde von ausgezeichneten Hauslehrern unterrichtet. Er trat auf Drängen seines Großonkels schon mit 16 in die Armee ein, durchlief eine harte Ausbildung und wurde schließlich Artillerieoffizier. Er ist ein guter Geschützführer, guter Pistolenschütze und überdurchschnittlicher Fechter. Mit 19 unterbrach er die Militärlaufbahn. Er sollte in den diplomatischen Dienst treten, was trotz der Protektion seines Onkels aufgrund einer Intrige misslang. Statt dessen übernahm de Vetry auf eigenen Wunsch Aufgaben in den Auslandsniederlassungen eines Handelshauses, mit der Billigung seines Onkels, da er auf diese Weise doch an die nötige Auslandserfahrung käme. Dabei lernte er die Tochter der Inhabers, Catherine, kennen und lieben. 1672 heirate er sie. Zu dieser Zeit holte ihn der Kriegsminister für besondere Aufgaben in den Militärdienst zurück. Für eine dieser Aufgaben wurde er außer der Reihe zum Oberstleutnant befördert. Wegen der Protektion seines Onkels ist ihm dieser Rang gegenüber „Altgedienten“ manchmal etwas peinlich, daher sagt er gewöhnlich, er sei „ehemaliger Artillerieleutnant“. Nach dem HERCULE-Vorfall wurde er nicht mehr als Kurier / Sondergesandter eingesetzt, leistete aber weiterhin Geheimdienstarbeit.
De Vetry ist gebildet und ein selbstständiger Denker. Er spricht mehrere Fremdsprachen, Spanisch und Englisch nahezu perfekt. Persönlich hängt einer Denkrichtung an, die man später „Frühaufklärung“ nennen sollte. Politisch befürwortet er einen „aufgeklärten Absolutismus“ und steht damit in zunehmender Distanz zur Politik König Louis XIV. , was er allerdings nicht öffentlich zu äußern wagt.

Montag, 11. Februar 2013

Mein Piratenroman ist veröffentlicht!

... und ich betreibe mal schamlose Eigenwerbung.

Geheimauftrag MARIA STUART

Im Jahr 2012 erschien mit dem Band 9 „"Der schwarze Hai“" der letzte Band der Neuauflage der Piraten-Reihe "Herr der Meere", die
Karl-Herbert Scheer unter dem Pseudonym "Pierre de Chalon" verfasste.

Reinhardt Gonder und seine wildverwegene Bande segelten am Ende des Buches mit ihrer mächtigen MARIA STUART in eine offene und ungewisse Zukunft.

War es das schon gewesen? Nein!

Herr der Meere - Geheimauftrag MARIA STUART
Band 1 – Auf Gonders Spuren


DIe MARIA STUART

Der ebenso kühne wie taktisch geschickte Kaperfahrer Reinhardt Gonder, von Freund und Feind respektvoll der „Herr der Meere“ genannt, verlässt mit seinem mächtigen Schiff MARIA STUART im Jahre 1674 die Karibik mit unbekanntem Ziel. Jahrelange hört man nichts mehr von dem legendären Korsaren.
Es gibt aber einen Mann, der sich nicht mit den widersprüchlichen Gerüchten über den Verbleib des aus Brandenburg stammenden Freibeuters zufrieden gibt: Vicomte Marcel de Vetry. Ihm hatte Gonder das Leben gerettet, als de Vetrys Schiff von einem spanischen Geschwader abgefangen und versenkt wurde.
Da der Vicomte Neffe des mächtigen französischen Kriegsministers le Tellier ist und mittlerweile selbst einen hohen Rang im Ministerium einnimmt, ist er der richtige Mann, um eine geheime Suchexpedition in die Wege zu leiten.
Mit einem unscheinbaren, aber ungewöhnlich seetüchtigen Segler, der im Krieg erbeuteten niederländischen Galiot GOEDE HOOP, der man weder ihre Geschwindigkeit noch ihre technischen Geheimnisse ansieht, geht de Vetry im Herbst 1676 in See.
De Vetry, der „Flämische Seewolf“ Kapitän Bankert und ihre kleine handverlesene Mannschaft machen sich auf die Suche nach dem „Herrn der Meere“. Marcel de Vetry geht es dabei um das Schicksal seines Freundes. Offiziell gilt die Suche dem schnellen Dreidecker MARIA STUART und dem Geheimnis von Gonders gefürchteten Explosivgeschossen.
Nach einer gefahrvollen Reise über den stürmischen Atlantik treffen sie auf der berüchtigten Pirateninsel Tortuga auf einen Mann, der Näheres über das Ziel der MARIA STUART zu wissen scheint ...

Galiot
Die GOEDE HOOP vor Tortuga

Es handelt sich dabei um keine direkte Fortsetzung der Scheer-Romane, sondern eine eigenen Geschichte mit Motiven und Figuren aus der Herr der Meere-Serie. Eine direkte Fortsetzung hätte nur K. H. Scheer selber schreiben können.

Der Band hat 158 Seiten,
Karten und Zeichnungen
und kostet 10 Euro
plus 1,40 Euro Porto Inland
bzw. 3,50 EUR Porto ins europäische Ausland.

In diesem Sinne:

Anker auf und Leinen los !

Martin Marheinecke und Kurt Kobler (TCE)


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Kurt Kobler
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Mittwoch, 28. November 2012

Julwunderzeit-Verlosung

Nach langen Monaten reaktiviere ich dieses Blog, das ich eigentlich für immer "auf Archiv" stellen wollte. Es gibt einen besonderen Anlass, für den ich ein persönliches Blog brauche, und ich habe zur Zeit kein anderes.

Hier nun mein Beitrag zur Aktion "Julzeit voller Wunder":

Ich verlose eine Studie für ein Gemälde, das ich erst noch "richtig" malen werde:
Pegasus

Nach einem Lied der Singvøgel, das auf der neuen CD der "Singvøgel" "JETZT" zu finden und zu hören ist.

Was müsst Ihr dafür tun?
Hinterlasst einfach bis zum 09.12. um 23:59 MEZ einen Kommentar unter diesem Artikel. Am 10.12. ziehe ich dann einen Namen zufällig und diejenige oder derjenige bekommt dann bis zum 21.12. das Bild. Verständigt wird der_die Glückliche per e-mail. (Daher bitte angeben!)

Spam-Kommentare aller Art werden gelöscht!

Wer noch alles mitmacht, seht Ihr hier bei Wurzelfrau
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

Donnerstag, 31. Mai 2012

Das Andromeda-Backup

Es gibt ein neues Perry Rhodan-Fanprojekt beim TCE!

(Und damit auch einen neuen, überaus sehenswerten, Video-Trailer.)

2010 war die Geheimoperation ONAGER:
http://www.youtube.com/watch?v=yfHySXiQzQQ&feature=relmfu

2011 kam der Geleitzug nach Andromeda:
http://www.youtube.com/watch?v=ddNquKJCGZ0&feature=relmfu

Und im Juni 2012 erscheint der neue Perry-Rhodan-Fanroman:

Das Andromeda-Backup
- Meister der Insel Extended -

Hier geht's zum Romantrailer auf youtube von Raimund Peter
(Stimme: Wilfried Hary):
http://www.youtube.com/watch?v=Da0mRXzh7Rw


Zum Inhalt:

"Die Toten kehren zurück - die Vergangenheit greift nach der Zukunft."

Die Handlung des Romans führt den Leser in das Jahr 2406 und zurück zu Schauplätzen des legendären Meister der Inseln-Zyklus.

Die Terraner und ihre Verbündeten stürmen die Superfestung TAMANIUM, den Zentralplaneten der Meister.

Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die Macht der MdI endgültig gebrochen werden kann.

Auf dem Höhepunkt der Schlacht erwacht während des Amoklaufs der Schläfer in den Katakomben des Festungsplaneten ein Mann ohne Gedächtnis.

Ron Fox, ein Terraner aus dem 20 Jahrhundert (genauer gesagt: aus dem Jahr 1968), wird in den Strudel der Ereignisse hineingezogen. Und Dinge nehmen ihren Lauf, welche die bevorstehende Niederlage der MdI für die Allianz zu einem Pyrrhussieg werden lassen könnten.
Ein uralter Plan läuft an und ein alter Bekannter der Terraner spielt wieder mal sein eigenes rätselhaftes Spiel.

Zwischen allen Fronten steht Ron Fox, und nur er ist in der Lage, das Andromeda-Backup zu verhindern ... wobei seine Vergangenheit zu seinem größten Feind wird.

Autoren:
Michael Pfrommer & Kurt Kobler

188 Seiten
Din A5 Softcover

Umlaufendes Titelbild: Raimund Peter
Umschlaggestaltung: Norbert Mertens & Joe Kutzner

Der TCE im Web - : http://www.terranischer-club-eden.com

Sonntag, 4. März 2012

Auf die "Versager"!

Ich weiß, ich bin ein "Versager". Ich versuche, ein Versager im Sinne des (fiktiven) Detektivs Philip Marlowe und seines literarischen "Vaters" Raymond Chandler zu sein:
Wenn es Unreife bedeutet, sich gegen eine korrupte Gesellschaft aufzulehnen, dann ist Philip Marlowe äußerst unreif. Wenn es mangelhafte soziale Anpassung bedeutet, Schmutz zu sehen, wo Schmutz ist, dann hat sich Philip Marlowe mangelhaft sozial angepasst.
Natürlich ist er ein Versager, und er weiß das auch. Er ist ein Versager, weil er kein Geld hat. Ein Mann, der ohne körperliche Handicaps ist und sich trotzdem keinen anständigen Lebensunterhalt verdienen kann, ist immer ein Versager und gewöhnlich ein moralischer Versager. Ab eine Menge sehr guter Menschen sind auch Versager gewesen, weil ihre besonderen Gaben nicht zu ihrer Zeit und zu ihrer Umwelt passten. Auf lange Sicht gesehen sind wir wahrscheinlich gesehen alle Versager; wir hätten sonst nicht die Sorte Welt, die wir haben.
Raymond Chandler in einen Brief an Mr. Inglis, Oktober 1951

Wie brauchen die "Versager" - wenn ich mir ansehe, wohin die "Reifen", die "gut Angepassten", die "Erfolgreichen" uns gebracht haben, dürfte klar sein, warum!

Dienstag, 3. Januar 2012

Das möchte ich auf keinen Fall versäumen ...

*aufsteh*
*Horn mit Met heb*

"The Professor!"

*ansetz*
*trink*

Tolkiensociety - 2012 birthday toast

Samstag, 31. Dezember 2011

Aus tiefster Raunachtsruhe - Jahresabschluss

Wenn ich vor 25 Jahren, zu Silvester 1987, einen Blick in das Jahr 2011 hätte werfen können, dann hätte ich, als Science Fiction und Fantasy-Fan, die heutige Welt wahrscheinlich als "Cyberpunk" beschrieben, und mein heutiges Leben der "Urban Fantasy" zugeordnet.
Dass wir in einer Welt leben, die jedes Jahr mehr Elemente des Cyberpunks aufweist, ist kaum zu übersehen. Dass die Welt sich in eine ähnliche Richtung bewegt, wie sie z. B. William Gibson in den 80er Jahren beschrieben hat, liegt nicht daran, dass Gibson die Zukunft richtig "hochgerechnet" hätte - gerade da, wo er es wirklich tat, liegt er ziemlich daneben. Die Technik in "Neuromancer" wirkt heute streckenweise fast altmodisch, jedenfalls im einem für die Handlung so zentralen Element wie der mobilen Kommunikation. Ich denke an ausgedruckte "Newsfaxe" und die z. B. in "Count Zero" erwähnten Telefonzellen. Ähnliche lässt sich über die politischen Machtverhältnisse sagen. Das ist allerdings nicht entscheidend.
Die Spekulationen des Gibsonschen "Cyberpunk" beruhen auf zwei Grundvoraussetzungen:
1. Was wäre wenn der Staat (die Staaten) von großen Konzernen kontrolliert würden, die die staatliche Monopol-Macht für ihre Zwecke instrumentalisieren?
2. Was wäre wenn praktisch die gesamte Kommunikation und alle ökonomischen Transaktionen in einem weltweiten, nicht hierachischen Datennetz ablaufen würden?
Weil diese Annahmen mittlerweile zutreffen, treffen auch andere Elemente der Cyberpunk-Romane von Gibson und seinen Mitstreitern zu. Das andere Element, dass zur Glaubwürdigkeit beträgt, trifft im Grunde für jede Art der Literatur zu: gerade in einem (noch) phantastischen Umfeld sind plausible Geschichte mit glaubwürdigen Protagonisten wichtig.

Nicht ganz so einsichtig ist es, dass mein heutiges Leben aus der Sicht des Jahres 1987 "Urban Fantasy" sein könnte. Schließlich gibt es in meinem Umfeld z. B. keine Vampire, keine Elfen, keine Orks usw..
Als ich in den letzten Tagen darin ging, ein Szenario für eine Reihe Urban-Fantasy-Geschichten zu entwickeln, da bemerkte ich aber, dass einige Dinge, die für mich in den letzten Jahren selbstverständlich geworden sind, nach "normalen" Maßstäben nicht nur ziemlich exotisch, sondern buchstäblich unglaublich sind. (Das fängt schon damit an, dass es manchen Menschen gar nicht so leicht zu vermitteln ist, dass ich es mir mit meiner Selbstbeschreibung "Heide" vollkommen ernst ist.)
Damals, vor 25 Jahren, war ich zwar ziemlich "nerdig", aber ich hatte trotzdem recht konventionelle Vorstellungen davon, was "Wirklichkeit" ist - und was "Spinnerei".
Dass z. B. Stadtschamanen, die direkt aus dem "Shadowrun"-Universum stammen könnten, zu meinem engen Freundeskreis gehören könnten, hätte ich mir damals jedenfalls nicht vorstellen können. Auch hätte ich es mir nicht vorstellen können, dass ich nur eine, sondern mehrere, nicht-alltägliche Wirklichkeiten "bereisen" könnte - nicht als Drogenrausch oder Traum wohlgemerkt, und bestimmt nicht als Realitätsflucht. (Übrigens bin ich tatsächlich mal - aus Versehen - im Shadowrun-Universum gewesen. Wahnsinn? Wenn ich dort "hängen geblieben" wäre, sicherlich. Amüsant war für mich dieser Kurzausflug, den ich als völlig real erlebte, jedenfalls nicht.)
Phillip K. Dick schrieb, die Wirklichkeit sei das, was nicht verschwindet, wenn wir aufhören, daran zu glauben. So gesehen ist vieles, was uns gemeinhin als "phantastisch" erscheint, Wirklichkeit - und vieles, was uns ganz real erscheint, unwirklich. Was würde mit dem Geld passieren, wenn niemand mehr an seine Kaufkraft glaubt? Keine hypothetische Frage, denn es ist schon einige Male passiert, dass Menschen massenhaft das Vertrauen in ihre Währung verloren haben.
Viele Dinge, die wir gemeinhin für völlig real halten, sind tatsächlich Konstrukte, die nirgendwo eine Realität haben, außer in unseren Vorstellungen. "Nationalstaat" oder "Börse" zum Beispiel.
Gerade das wurde im Jahr 2011 mehrmals unübersehbar deutlich. Außerdem war 2011 ein Jahr, in dem laufend Dinge passierten, die "eigentlich", nach dem, "was jeder weiß", niemals hätte geschehen können. Dinge, mit denen "niemand" rechnete. Das haben die Guttenberg-Affäre, der "arabische Frühling", die Katastrophe von Fukushima, die Occupy-Bewegung und vieles mehr gemeinsam.
Sie zeigen, wie eng der Realitätstunnel, die Prägungen, Konzepte, geistigen Haltungen und Realitätskonstruktionen, die uns vor allem durch die Massenmedien vorgegeben werden, ist. Welche Scheuklappen sogar Menschen, die es besser wissen müssten, tragen.

Bilanz meines Jahres: Gemischt. Allerdings, rein vom Gefühl her waren für mich persönlich die letzten Monate des abgelaufenen Jahres eine der erfolgreichsten und glückhaftesten Zeiten, an die ich mich erinnern kann. Ich meine damit nicht "Erfolge" in Sinne von "beruflichem Weiterkommen" oder "Glück" im Sinne eines Lottogewinns oder so etwas. (Mein größtes Glück ist sowieso, dass ich echte Freunde habe.)
Nein, ich habe das Gefühl, dass mir besonders viel gelungen sei, dass Dinge geklappt haben, bei denen ich mich längst daran gewöhnt habe, dass es große Schwierigkeiten gibt.

Mal sehen, ob das so weiter geht.

Was das kommende Jahr angeht, hoffe ich das Beste und erwarte ich das Schlimmste. Aber das ist ja immer so.

Gruß aus den Raunächten. Die für mich noch nicht zuende sind.

Ich wünsche Euch allen ein glückliches neues Jahr!

Martin

Mittwoch, 14. Dezember 2011

"Bruder Gianluca Casseri" - oder: was macht einen Menschen zum Killer-Nazi?

Es ist eine jene Tatsachen, die mich in Selbstzweifel stürzen - und die mich zugleich befürchten lassen, dass ich in das Profil eines "potenziellen faschistischen Gewalttäters" passe.
Gianluca Casseri – der “italienische Breivik” (publikative.de).
Gianluca Casseri war jener ultrafaschistische Rassist, der am 13. Dezember 2011 in Florenz zwei senegalesische Immigranten abknallte, drei weitere Schwarze anschoss und sie wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens an Leib und Seele verkrüppelte, und sich dann feige durch Suizid der irdischen Gerechtigkeit entzog.
Einer jener Menschen, die nur hassen kann. Die mich an meiner Menschlichkeit zweifeln ließe, wenn ich sie nicht hassen und verabscheuen würde.
Aber - ich sehe in den Spiegel - und mein Spiegelbild zeigt mir einen Menschen, der dem faschistische Killer, der aufgrund einer irren Weltanschauung zum irren Mörder wurde, unangenehm ähnlich sieht:
Beschrieben wird der 50-jährige Buchhalter aus der Provinz Pistoia als introvertierter Einzelgänger, fasziniert von keltischen Riten, Neopaganismus, Tolkiens Fantasy und arischen Herrenrassen, der in seinen Schriften auch gern Fantasy-Einschläge mit faschistischem Gedankengut verwickelte. Im Umfeld des Casa Pound wurde der Mann mit dem rundlichen Gesicht eher als “einsamer Wolf” gesehen als als Mitglied neofaschistischer Schlägertrupps. Ein intellektueller Ideologe der Herrenrasse, Kenner der neofaschistischen Bewegungen und Analytiker von deren Gründungsmythen. Als großer Comic-Liebhaber referierte er im Casa Pound wiederholt über seine Lieblingscharaktere Tex und Tin Tin.
Sehr viel davon trifft auch auf mich zu. Was mich von Cassiri unterscheidet, dass ist das, was in unseren Köpfen ist. Etwas, was sich der Überprüfung durch Außenstehende entzieht.
In einer (möglichen) Gefährderdatei wären (oder sind schon?) naturgemäß nur die beobachtbaren Fakten über mich gespeichert. Dass ich politisch völlig anders eingestellt bin, als der sich selbst irre gemacht habenden Killer-Fascho, das dürfte, angesichts der diskursbestimmenden Extremismustheorie, mit der fixen Idee einer "guten Mitte" und "bösen Rändern" der Gesellschaft, in der "Extremismus von rechts und links" gleichgesetzt und gleich gewichtet werden, irrelevant sein.
Ja, so wird man argwöhnisch, pessimistisch und am Ende paranoid.
Wo es doch so einfach wäre: unauffällig im "Mainstream" mitschwimmen, als lauer Christ oder halbherziger Atheist, mit anständigen, erwachsenen, Interessen - z. B. Fernsehn - apolitisch, bis auf alle vier Jahre brav Kreuzchen bei SPD, CDU, FDP oder allenfalls GRÜN machen, der Comics für "Kinderkram", Fantasy für ""Fluchtliteratur" und Heiden und Hexen für "abgedrehte Spinner" hält. Ja, und wer es mit "den Germanen" hat, kann doch nur Nazi sein.
Wenn ich ernsthaft vor hätte, Verbrechen zu begehen, dann würde ich mir Mühe geben, nach außen genau so unauffällig - angepasst bis spießig - zu wirken.
Aber die Parallelen zwischen mir und Casseri gehen weiter:
Autobiografisch beschreibt sich der Mann, der gern in der dritten Person von sich spricht, so:
“Er wird 1961 in Ciriegio (PT) geboren, während der Mensch in den Weltraum fliegt und der Himmel sich in der größten Sonnenfinsternis des XX. Jahrhunderts verdunkelt. Im Alter von 12 Jahren, überwältigt von der Begegnung mit H.P. Lovecraft, entfernt er sich endgültig aus dem ihn umgebenden geordneten Kosmos. Seine vielfältigen Interessen im Bereich Fantasy, alle rigoros nicht aktuell, reichen von Flash Gordon bis zum Sci-Fi-Kino der 50er Jahre, von den Autoren der Weird Tales bis zu Val Newtons Filmen und darüber hinaus. Im Jahr 2001, zu Zeiten des endgültigen Durchbruchs des Internets, hat er die geniale Idee, eine Printzeitschrift herauszubringen, La Soglia, wo er seine multimedialen Manien auslebt. Um sich von den ernsten Dingen des Lebens abzulenken scheint es, als wäre er Buchhalter.”
Ich bräuchte nur wenige Vokabeln auszuwechseln, und es wäre eine biographische Skizze über MartinM. Immerhin: ich schreibe nur selten in der dritten Person über mich selbst, und ich schätze auch aktuelle SF und Fantasy.
Es ist eine reichlich peinliche Verwandtschaft. Ich will trotzdem die Augen nicht davor schließen, denn nochmals: besser, aufrichtiger, heiterer und produktiver als der Haß ist das Sich-wieder-Erkennen.
So leitete Thomas Mann seinen berühmten Aufsatz Bruder Hitler ein. In Hitler erkenne ich mich nicht wieder, was nicht mein Verdienst ist, sondern allein dem Umstand geschuldet ist, dass ich zu einer anderen Zeit geboren wurde, und unter anderen Verhältnissen aufwuchs. Thomas Mann drückte mit seiner Gleichsetzung aus, dass es sich beim Politiker Adolf Hitler im Kern um einen Künstler handelt, einen gescheiterten und verkommenen Künstler. Eine Beschreibung, die auf mich (obwohl sicher kein Politiker) sicher eher zutrifft, als auf den Erfolgsschriftsteller und Literaturnobelpreisträger Mann. Aber Hitler, das war das frühe 20. Jahrhundert.
In einigen der heutigen Faschisten, da erkenne ich mich durchaus stärker wieder. Zum Beispiel auch in dem Hamburger Berufs-Neonazi Christian Worch, einen Mann, der recht lesbare (und interessanterweise nicht rassistische) Fantasy-Geschichten geschrieben hat, jemanden, mit dem ich mich gut verstehen könnte - wenn er nicht unzufällig Nazi und unzufällig ein schlauer Machtstratege und Strippenzieher wäre. Wie ich ist Worch ein wenig erfolgreicher "Schreiberling". Wie es auch Casseri war.

Selbstmitleid oder gar Selbstviktimisierung sind jedenfalls nicht angebracht. Eher scharfe Selbstkritik.
Ich darf jedenfalls niemanden übel nehmen, dass er oder sie mich nach flüchtiger Betrachtung für einen "Fascho" hält.

Ein Versuch einer Antwort auf meine Frage: "Was macht einen Menschen zum Killer-Nazi?"
Wahrscheinlich sind es nicht das Milieu, die bevorzugte Literatur, der persönliche Geschmack, oder die spirituelle, religiöse oder philosophische Grundeinstellung. Und schon gar nicht das intellektuelle Niveau. Auch wenn der "typischen Nazi" eher eine Hohlbratze ist, schützen weder Bildung noch Intelligenz vor Menschenfeindlichkeit.
Ich vermute - und der "Fall Casseri" spricht dafür - dass es nur wenige Faktoren sind, die jemanden nach "rechts außen" abbiegen lassen.
Einer dieser Faktoren ist ein Weltbild, das klar zwischen "schwarz" und "weiß", "gut" und "böse", "wir und die" unterscheidet. Also ein sehr weit verbreitetes, sozusagen "normales", Weltbild. Das ist jedenfalls der entscheidende Unterschied zwischen meiner und Casseris Ansicht:
Obacht, Romualdi und Casseri meinen das durchaus ernst, eine “neue europäische Spiritualität”, basierend auf den (germanischen) “Wurzeln Europas” soll die Volksgesundung herbeiführen. Durch Abwehr der “von außen” eindringenden feindlichen Kräfte selbstverständlich.
Auch ich meine es durchaus ernst mit meiner "neuen europäischen Spriritualität", unter anderem auf germanischen Wurzeln basierend. Aber: ich bin mir klar darüber, dass ich, und auch das Europa bzw. "der Westen" auch weitere Wurzeln haben. Mit Reinheitsdiskursen habe ich nichts am Hut. Ich weiß, was "der Westen" Arabien, Persien, Indien und sogar China verdankt. Ich weiß, was ich, was meine persönliche Spiritualität, dem westafrikanischen und karibischen Vodun, der sibirischen, koreanischen und amerikanischen Schamanen, aber auch den jüdischen Kabbalisten verdankt.
"Der Westen", das ist für mich ganz wesentlich Humanismus, Aufklärung, die französische und die amerikanische Revolution, Emanzipation, kritische Wissenschaft. Das sind "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" (letztere bitte um "Schwesterlichkeit" ergänzen).
Wenn diese Zivilisation, die ich schätze, bedroht wird, dann nicht von außen, sondern von innen. Von der (vermeintlich) "guten" Mitte her.

Die Worte Manns treffen auch auf mich und mein Verhältnis zu "intellektuellen" Faschisten zu:
Ein Künstler, ein Bruder. Aber die Solidarität, das Wiedererkennen sind Ausdruck einer Selbstverachtung der Kunst, welche denn doch zuletzt nicht ganz beim Wort genommen werden möchte.

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