Montag, 16. März 2009

Was ist "typisch deutsche Denke"?

Zum Beispiel das:
Groß vertreten sind die Schulbuchverlage. An einem Stand entwickelt sich folgender Dialog:

„Haben sie Leseexemplare für Schulen?“

„Nein, denn sonst kopieren sie die und dann können wir sie nicht mehr verkaufen.“

Dank dieser interessanten Logik dürfte es wohl bald einen Verlag weniger geben. Selten kann sich jemand lange im Markt halten, der dem Markt seine Ware vorenthält.
Gefunden in Gideon Böss' böser Betrachtung über die Leipziger Buchmesse: Buchmesse Leipzig - schlechter als ihr Ruf

Nachtrag: da wir gerade beim Thema "Bücher" sind: dem, was Finkeldey über das Schreiben seines Romans bloggt, kann ich Wort für Wort zustimmen ...

Sonntag, 15. März 2009

Das PIPPO-Syndrom - oder: Wie man finanziell attraktive Krankheiten generiert

Das lebendsbedrohliche PIPPO-Syndrom entdeckte ich soeben in einem interessanten Artikel Ein Pippo breitet sich aus. Wobei das PIPPO-Syndrom in erster Linie für das Krankenversicherungssystem lebensbedrohlich ist.

Nun ist Lesern des sehr empfehlenswerten aufklärerischen Buches von Jörg Blech Die Krankheitserfinder nichts Neues, dass wir systematisch zu Patienten gemacht werden. (Nebenwirkung - sehr häufig: unbezahlbares Gesundheitssystem.) Blech schrieb zu diesem Thema 2003 den immer noch aktuellen "Spiegel"-Artikel Die Abschaffung der Gesundheit.
Wie Pharma-Lobbying in der Praxis (in doppelter Wortbedeutung) funktioniert, lässt sich regelmäßig im Blog Stationäre Aufnahme nachlesen.

Wie aber erfindet man eine finanziell attraktive Krankheit? Norbert Donner-Banzhoff zeigte in seinem Eröffnungsvortrag einer Konferenz für evidenzbasierte Medizin, wie es gemacht wird:
Donner-Banzhoff verpasste ihr ganz nach Pharmamanier auch gleich ein medizinisches Etikett: das PIPPO-Syndrom.

Ein PIPPO in freier Wildbahn
Wer einen Fall von PIPPO erleben will will, dem riet der Marburger Mediziner, eine beliebige Seite der Ärztezeitung (nicht zu verwechseln mit dem Ärzteblatt) aufzuschlagen. Denn in jeder Ausgabe finde man mindestens ein halbes Dutzend Artikel dieses Schemas:

The Random medical news
Das Auftreten von X nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Glücklicherweise steht in Form von Y eine wirksame und sichere Behandlung zur Verfügung, wie Professor Z (siehe Foto) auf einem Satellitensymposium der Firma Q anlässlich der Jahrestagung der Fachgesellschaft für R mitteilte.


Darin, so Donner-Banzhoff, steckt alles, was ein PIPPO braucht:

P wie Panik vor einer neuen oder alten Krankheit, die auf jeden Fall immer schlimmer wird
I wie Industrienähe, denn wo dieses Syndrom auftritt, befindet sich auch ein neues Medikament in Reichweite
P wie Pathophysiologie, insbesondere bunte Bilder, die den Zusammenhang zwischen Krankheit und Medikament anschaulich darstellen
P wie Pseudolösungen, also Technologien, die Probleme (scheinbar) bekämpfen, nicht aber deren Ursachen
O wie Ohne Grenzen

Das "O" stehe für den grenzenlosen "Drang des PIPPO-Charakters", also des Syndromverursachers, "die Menschheit mit seinen Technologien zu beglücken", sagte Donner-Banzhoff. Anlässe gibt es genug: "Von rüpelhaften Kindern und Schwierigkeiten beim Sex über Aufstoßen und Sodbrennen bis zu Konzentrationsschwierigkeiten und Unglück im Allgemeinen – das alles kann man mit medizinischen Etiketten versehen. Und das tun wir, seit es ein kommerzielles Verwertungsinteresse gibt."
Einige besonders offensichtliche Fälle:
Das Sisi-Syndrom, eine neue Ausprägung der Depression, wurde 1998 von der Firma SmithKline Beecham (heute GlaxoSmithKline) ans Licht der Welt gebracht, Jenapharm und Dr. Kade/Besins Pharma erfanden das Aging-Male-Syndrom, die Menopause des Mannes. Aber auch gesenkten Grenzwerte für Blutzucker (bei Typ II-Diabetes) oder für Blut-Cholesterin gehen auf das Konto des PIPPO-Syndroms.

Es gibt aber, laut Donner-Banzhoff, ein probates Mittel gegen diese Epidemie: unbequeme Fragen.
Gab es Studien und wie war ihr Design?
Steht der Nutzen einem möglichen Schaden gegenüber?
Erlaubt der Wert, den eine neue Vorsorgeuntersuchung misst, wirklich einen Rückschluss auf die spätere Krankheit?
Und, mit Hinblick auf das Symptom "I wie Industrienähe": Wer hat wen bezahlt?

Ich vermute, dass es, neben reinen finanziellen Interessen, noch weitere wichtige Faktoren für die PIPPO-Epidemie gibt. Einer wäre die weit verbreitete Tendenz, Norm-Abweichungen zu pathologisieren, zur Krankheit zu erklären - und zwar, um sich nicht mit sozialen Problemen auseinandersetzen zu müssen. Wenn etwa AHDS auf eine Stoffwechselstörung im Hirn des kleinen Zappelphillips reduziert wird, die durch Ritalin-Tabletten "repariert" werden kann, dann erspart das den Eltern und Lehrern die Auseinandersetzung mit den Gründen, wieso Kinder in der Schule unkonzentriert und zappelig sind.
Außerdem liegt nahe, dass ohne Angst als allgemeines Lebensgefühl sich sich die PIPPO-Epidemie nicht ausbreiten könnte.

Samstag, 14. März 2009

"Auf den Spuren des Schema-Fs - ein Gruselkrimi"

In "Schreiben nach Schema F" erwähnte ich, dass MomoRulez richtig wütend wäre, irgendwann beim Stöbern in einer Buchhandlung bei so vielen Büchern immer wieder auf die gleiche Skizze zu treffen.

Ob tatsächlich 98% der Bücher nach den immergleichen Mustern geschrieben sind, wie MomoRulez vermutet, mag ich zwar nicht bestätigen, aber für abwegig halte ich diese Vermutung nicht. Ich habe nicht den Eindruck, dass die "98% Schema-F"-Formel auf alle innerhalb der letzten 5 Jahre veröffentlichten Bücher zutrifft. Aber mein Eindruck ist sehr stark, dass 98% der abverkauften Auflage aus Büchern besteht, die einem erprobtem Rezept folgen (um es mal positiv auszudrücken).

Es ist zum Glück auch nicht so, dass "Schema F"-Bücher automatisch langweilig wären. Gekonnte Schreibe und ironischer Umgang mit den üblichen Klischees können viel retten. Es gibt ja auch genießbares und gesundes Fast-Food. Man muss nur wissen, wo.
Mir fällt, als Leser, der ab und an zu literarischem Fast-Food greift, aber auf, dass es literarische Parallelen zu geschmackserdrückendem Salatdressing oder ranzigem Frittierfett gibt, also Zutaten, die unweigerlich genusstötend und brechreizstimulierend wirken. Das sind, im Roman, z. B. Charaktere, die so glaubwürdig sind wie eine Schlange mit Schuhen, oder Klischees, die es an Abgegriffenheit mit einer Haltestange aus einem ausrangierten Linienbus aufnehmen können - und die dann zu allem Überfluss auch noch mit der spritzigen Ironie einer Umsatzsteuererklärung präsentiert werden. Wirksame Genusskiller sind für mich Recherchen von BILDhafter Oberflächlichkeit - ich weiß, andere stören sich nicht an sachlichen und logischen Fehler, und es gibt sogar Kritiker, die selbst Dan Brown oder "Mr. Anachronism" Noah Gordon für "glänzende Rechercheure" halten.

Allerdings - Autoren haben es nicht leicht, vor allem, wenn sie es sich nicht zu leicht machen.

Nehmen wir mal an, ich würde einen Verschwörungs-Thriller nach bewährtem Rezept schreiben. Ist ja auch nichts dagegen zu sagen. Kann man ja auch machen, ohne ein gewisses Niveau zu unterschreiten. Immerhin sind solche Romane, wegen (oder trotz?) Dan Brown sehr populär, und immerhin eignen sich Verschwörungstheorien hervorragend dazu, Spannung zu erzeugen. Wie, steht sogar schon in der Wikipedia.
Der Held dringt mit dem Leser immer tiefer in die Geheimnisse einer ungeheuerlichen Konspiration ein, gerät eben dadurch mehrfach in größte Gefahr und entkommt den finsteren Geheimbündlern nur knapp, wenn überhaupt.
Das Problem dabei - ich will ja ein gewisses Niveau nicht unterschreiten: Wenn man es nicht bei brownschen Munkelmännern belässt, ergeben sich hinsichtlich der Art der Verschwörung und Auswahl der Verschwörer und ihrer Helfershelfer Probleme, die sich in ähnlicher Form auch bei Krimis ab einer gewissen Realitätsnähe ergeben.
Es ist normalerweise - gerade in Deutschland - nicht ungefährlich, reale Personen, Unternehmen, Institutionen oder Orte in schlechtem Licht darzustellen.
Stellen wir uns vor: Die Fäden der finsteren Verschwörung scheinen im Bundesministerium des Inneren zusammenzulaufen. Der Held dringt, um ein paar Dinge zu aufzuklären, in das Haus des Bundesinnenministers ein. Dabei bleibt ihm nichts übrig, als den Wachhund mittels eines Big Mac, in dem er einige Rohypnol-Tabletten eingearbeitet hat, außer Gefecht zu setzen.
Damit hätte ich aller Wahrscheinlichkeit das Innenministerium, die CDU, McDonalds, Roche, und todsicher auch den Tierschutzverein am Hals - und vielleicht auch noch die Behinderten-Vertreter.
Ein um Realismus bemühter Thriller-Autor steht also immer mit einem Bein im Gerichtssaal, und sei es wegen unerlaubter Benutzung von Markennamen.

Deutschland ist ein besonders schlechtes Pflaster für allzu realistische Krimis oder Politthriller. Was sich auch daran ablesen lässt, dass sozialkritische Krimis bei uns zumeist aus Schweden und Politthriller aus den USA kommen.
Da das auch den Verlage nicht verborgen bleibt, benutzen sie die Kopfscheren ihrer Außenlektoren, und sondern Manuskripte aus, die in irgendeiner Form Ärger machen könnten.
Nun kann man, nach der in unzähligen "Tatort"-Krimis bewährten Methode, Namen vermeiden und allzu offensichtliche Bezüge verschleiern. Das funktioniert aber nicht immer, und vor funktioniert es nicht sicher. "Sicher" ist das entscheidende Wort.

Also doch sicherheitshalber "brownsche Munkelmänner" - wobei wahrscheinlich so mancher deutscher Lektor wegen der Dinge, die Brown der katholischen Kirche unterstellt, so phantastisch sie auch seien mögen, abgelehnt hätte. (Im deutschen Fernsehen, stets um Imagepflege für die Kirchen und um ein gutes Verhältnis selbst zu völlig paranoiden Moslems bemüht, läuft so etwas erst recht nicht. Weshalb dann etwa ein Kinderschänderring lieber im Satanisten-Milieu statt - was nur realistisch wäre, siehe diverse Skandale - im Kirchenmilieu angesiedelt wird.)

Dann gäbe es noch ein weiteres, oft unterschätztes Problem: Wenn man nicht gerade einen der so beliebten "Kinderkrimis" schreibt, gibt es kaum ein vernichtenderes Urteil für einen Schreiber als das Wort "Jugendbuch".
Das kann nämlich bedeuten, jemand (wenn man als Schreiber Pech hat, der Lektor) argwöhnt eine "pädagogische Absicht" in dem Roman. (Ungeachtet der Tatsache, das echte Jugendbücher seit Jahren nicht mehr den erzieherischen Zeigefinger weit und sichtbar erheben, weil die Kids, die so was schnell merken, sonst den Stinkefinger zeigen würden.)
"Jugendbuch-Autor" kann aber auch heißen: "Der Autor wird wohl nie richtig erwachsen." Bei Fantasy-Schreibern lässt man eine gewisse Verspieltheit und Weltflucht noch gelten, aber im Verschwörungs-Thriller? Da müssen die "erwachsen sein"-Klischees erfüllt werden, da sind die Männer noch richtige Männer, die Frauen noch richtige Frauen und ... nein, kleine pelzige Wesen von Alpha Centauri wären Science Fiction. Dafür darf ein Verschwörungs-Thriller alberne Behauptungen, z. B. über die Fähigkeiten von Computer-Hackern, enthalten, über die jeder aufgeweckte Teenager kichert.

Ich habe da eine Vermutung. Ich vermute schon lange, dass "komplettes Erwachsensein" - sprich: völlige Abwesenheit von "kindlichen" oder "pubertären" Verhaltensweisen - eine Persönlichkeitsstörung ist.
So gesehen ist ein über jeden Verdacht, ein "Jugendbuch" zu sein, erhabener Unterhaltungsroman ein Roman für Leser mit gestörter Persönlichkeit.

Donnerstag, 12. März 2009

Worpswede verliert Künstlerförderung

Bisher genossen die Stipendiatenstätten der Künstlerhäuser Worpswede nicht nur einen guten Ruf, sondern auch öffentliche Förderung durch das Land Niedersachsen.

Damit ist jetzt Schluss: Das Land Niedersachsen stellt die Künstlerförderung für die beiden Stipendiatenstätten in Worpswede ein.
Nach Angaben des Weser-Kurier, will das Ministerium für Wissenschaft und Kunst seine Künstlerförderung in Lüneburg an der dortigen Universität konzentrieren.
Neben Worpswede wird zum Jahresende 2009 auch die Unterstützung für die Stipendiatenstätte im Schloss Bleckede beendet.
Für die zehn Worpsweder Stipendiatenplätze auf dem Barkenhoff und in den Atelierhäusern Vor den Pferdeweiden kommt das Aus völlig überraschend. Die als Künstlerhäuser Worpswede firmierende Einrichtung besteht seit 1971 und gehört zu den größten deutschen Stipendiatenstätten. Zuletzt hatten sich über 1000 Bewerber der Sparten Bildende Kunst und Musik aus 81 Nationen für einen sechsmonatigen Aufenthalt in Worpswede beworben.

Pressemeldung: Weser-Kurier: Worpswede verliert Künstlerförderung.

Überrascht bin ich über diese bedauerliche Entscheidung nicht: sie passt allzu gut in die politische Landschaft. Dass es Sparzwänge gibt, ist nichts Neues. Dass aber die Künstlerförderung an einem Ort konzentriert werden soll (und sei es auch eine Stadt mit malerischer Altstadt), passt allzu gut in ein quasi-industrielles Verständnis von Kunst.

Mittwoch, 11. März 2009

2 Mal Selbstentlarvung

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, der seine Mitarbeiter bespitzeln ließ konsequent gegen Korruption vorgehen ließ, wehrt sich gegen diese lästigen Aufklärer, die dann, weil sie sowieso keine Ahnung haben, sich auch noch beschweren, weil er sie bei ihrer Aufklärungsarbeit behindert:
In dem achtseitigen Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, beschwert sich Mehdorn nun, die ehemalige Bundesjustizministerin Däubler-Gmelin und der ehemalige Bundesinnenminister Baum erweckten den „Eindruck der Befangenheit“ und ließen sich offenbar von „sachfremden Erwägungen“ leiten. Es stelle sich die Frage, „ob die Voraussetzung für eine unvoreingenommene und den Grundsätzen der Fairness und Objektivität entsprechende Untersuchung überhaupt erfüllt sind
Datenschutzaffäre - Mehdorn wirft Bahn-Aufklärern Befangenheit vor (handelsblatt.com)

Bundesinnenminister Schäuble erklärt, warum dieses lästige Bundesverfassungsgericht immer gerade jene Gesetze blockiert, die besonders wichtig zur Überwachung und Einschüchterung der Untertanen Abwehr abstrakter erhöhter Gefahren sind - die wollen alle bloß selbst Gesetze machen:
"Es ist doch Sache des Gesetzgebers, zu sagen: Für diese Straftat kann ich dieses Instrument einsetzen - für jene nicht", kritisierte Schäuble. "Wer Gesetze gestalten will, sollte sich bemühen, Mitglied des Deutschen Bundestages zu werden", (..)
Schäuble legt sich mit Karlsruher Richtern an (spon)

Die interessante Gemeinsamkeit der beiden höchst unterschiedlichen Führungspersönlichkeiten Mehdorn und Schäuble: sie verstehen nicht, wieso sich jemand für so etwas abstraktes wie Bürgerrechte und Privatsphäre einsetzt, und unterstellen ihren Gegnern, sie würden aus Eigeninteresse handeln (nichts anderes ist der Vorwurf der Befangenheit oder die Vorstellung, ein Verfassungsrichter wolle Gesetzgeber spielen).

Diese Mentalität - hinter allem, was man nicht mag und nicht versteht, stecken irgendwelchen Eigeninteressen - ist übrigens weit verbreitet. Ich habe es selbst erlebt, dass man mir meine Motive nicht glauben wollte, als ich mich als Software-Entwickler (Firma tut nichts zur Sache) ausgerechnet für die ungelernten Packer in der Warenannahme einsetzte - und das, obwohl ich nicht mal Betriebsrat oder so war. Darauf, dass ich es ehrlich meinte und keine versteckten eigennützigen Absichten (will mich bei den Arbeitern einschmeicheln, um Betriebsrat zu werden, strebe Gewerkschaftskarriere an, will die Geschäftsführung wg. Nichteinhaltung von Vorschriften erpressen, will was mit dem jungen, athletisch gebauten Packer anfangen usw.) hatte, kam oberhalb der Abteilungsleiter-Hierarchiestufe (der Laden war schwer durchbürokratisiert, mit unzähligen Titeln und Hierchieebenen) offensichtlich niemand.

Nachtrag: Hier das Schäuble-Interview der FAZ: Im Gespräch: Wolfgang Schäuble und Winfried Hassemer - Wie viele Sicherheitsgesetze überlebt der Rechtsstaat?

Donnerstag, 5. März 2009

Die Sekuritär-Gesellschaft und ihre Opfer

Ich bin nicht immer mit dem einverstanden, was Zettel (meist geistreich) in seinem Blog schreibt. In der Affäre Tauss kann ich mich nur voll und ganz anschließen: Marginalie: Der Abgeordnete Tauss unter "Erklärungsdruck". Nebst zwei Disclaimern und einer Erinnerung an die Unschuldsvermutung.
Im großen und ganzen stimme ich auch der Einschätzung auf "Netzpolitik" zu: Zu den Kinderpornographievorwürfen gegen Jörg Tauss.
Ob an den Vorwürfen gegen den Abgeordneten Tauss etwas dran ist, kann ich nicht beurteilen. Sehr wohl beurteilen kann ich das geistige Klima, in dem nicht etwa "Kinderpornographie im Internet" zielgerichtet und mit wenig Tammtamm bekämpft, sondern politisch instrumentalisiert wird. (Und die aus politischem Aktionismus, Hysterie. Wunschdenken und wahrscheinlich manchen Hintergedanken geborene Idee der "Internetsperren für Kinderpornoseiten" aus Dilettantismus versandet ist, wie Jens schreibt.)

Wie das Klima aussieht, illustrierte die CDU/CSU-Fraktionsvizechefin Ilse Falk, die die Gegner von Internetsperren per Access Blocking beschuldigte, Kinderpornografie zu fördern. Gekoppelt mit dem Vorwurf, die Kritiker handelten verantwortungslos und würden den Interessen skrupelloser Geschäftemacher über den Schutz der Kinder stellen.
Dieses Klima einer "Hysterie mit Hintergedanken" herrscht besonders ausgeprägt auch beim Thema Terrorismus und - in etwas anderer Form - beim Rechtsextremismus.
Allerdings kocht das Thema Neo-Nazis nur saisonal hoch - und auch das Thema "Terrorismus" hat als Begründung für eine Einschränkung der Bürgerrechte an Attraktivität verloren - wenn z. B. keine Statistik z. B. über die angeblich zahlreichen Terroristenvideos vorliegt, oder keine Angaben, wie viele der angeblich wie Pilze aus dem Boden sprießenden Terror-Blogs es gibt, dann klingt es nur noch paranoid, wenn es z. B. in einer offiziellen Stellungnahme der Bundesregierung heißt:
Die hohe Bedeutung sogenannter Social Communities im Internet für die Verbreitung von islamistischer Propaganda und für die Kommunikation islamistischer und terroristischer Netzwerke ergibt sich daraus, dass diese Plattformen für jedermann zugänglich sind und insbesondere von jungen Menschen intensiv genutzt werden.
Ja, und man stelle sich vor: auch islamistische Terroristen benutzen das Telefon, fahren Auto oder schreiben Bücher!

Wie auch immer: die Bekämpfung von Kinderpornographie und Terrorismus eignet hervorragend als Begründung für Zensurmaßnahmen, die mit der Zeit auch auf andere Bereiche ausgeweitet werden können. Man erinnere sich: Auch die Möglichkeit über einen Kontenabruf an Bankdaten von Bürgern zu kommen, wurde mit dem Argument eingeführt, etwas gegen den "Terrorismus" und die "organisierte Kriminalität" zu tun. Heute wird der Kontenabruf routinemäßig eingesetzt, um bei Steuervergehen zu ermitteln. Das mag legitim sein, aber mit dieser Begründung wäre die de facto Abschaffung des Bankgeheimnisses wohl nicht durchsetzbar gewesen.

Der Kulturwissenschaftler Peter Sloterdijk ist der Ansicht, wir seien im neuen Jahrtausend eine "sekuritären Gesellschaft" geworden. Kennzeichen: Allgemeine Schockstarre und Unterwerfung unter Sicherheitsbedenken bis ins Privateste hinein. Daran ist nicht nur die Terrorpanik nach "9/11" schuld, sondern es ist ein schleichender Prozess, an dem auch z. B. die Medien mitgewirkt haben. Und es ist erstaunlich, wie wenig der Verlust an Freiheit beklagt wird. Sloterdijk hat leider recht: Die Menschen sind umdressiert worden, ohne dass sie es gemerkt haben. Aus Bürgern sind Sicherheitsuntertanen geworden.
Übrigens erwartete, fast 30 Jahre ist das her, meine Philosophielehrerin, als wir über die "Zukunft unserer Gesellschaft" diskutierten, dass wir uns auf das "Zeitalter der Sicherheit" zubewegen würden - "Sicherheit" im Sinne von "security", nicht "safety" (sie unterrichtete auch Englisch). Für sie hing das, ähnlich wie für Sloterdijk, mit der "Kultur des Habenwollens" zusammen. Wir würden uns immer mehr vor materiellen Verlusten fürchten und für das Versprechen materieller Sicherheit bereit sein, immaterielle Verluste in Kauf zu nehmen.
Der Umstand, dass mit der Wirtschaftskrise das Versprechen materieller Sicherheit haltlos geworden ist, lässt mich befürchten, dass die allgemeine Verunsicherung weiter wächst - vor allem die Verunsicherung der "politischen Klasse". Die "Angst der Mächtigen" und die verängstigte Haltung der Sicherheitsuntertanen, der Konformismus des "Bloß-nicht-auffallen-wollen", des "Ich-habe-doch-nichts-zu-verbergen", zusammen sind eine ernste Gefahr für die offene Gesellschaft. Anpassen an alles, was einem zugemutet wird.
Der Konformitätsdruck wächst, überall ängstliche Anpasser und Opportunisten. Kein Wunder, dass Sloterdijk sich über jeden Passagier freut, der bei den schikanösen Sicherheitskontrollen am Flughafen ausrastet.

Es gibt übrigens einen einfachen Test darauf, wie konformistisch man ist. In einer Kolumne von M & M, die ab und an durchaus recht haben: Der Konformisten-Test:
Jeder Zeitgeist hat seine Tabus und Dinge, die man besser nicht ausspricht. Heutzutage droht gottlob keine Inquisition mehr, aber durchaus eine Menge Ärger. Doch was genau straft der heutige Zeitgeist ab? Bei der Antwort hilft eine einfache Frage: Gibt es irgendwelche Dinge, die Sie ausgesprochen ungern öffentlich äußern würden? Wenn sie öfter Sachen denken, die sie nicht laut auszusprechen wagen, müssen sie sich aber nicht unbedingt Sorgen machen. Sie können sie ja für sich behalten und in stiller Distanz zum Zeitgeist verharren. Eher nachdenklich sollten Sie werden, wenn sie alles, was sie denken, überall gefahrlos hinausposaunen können. Höchstwahrscheinlich reden sie dann genau das, was man so reden sollte. Die Wahrscheinlichkeit ist dann ziemlich hoch, dass sie auch in der Vergangenheit stets das geglaubt hätten, was der Zeitgeist vorschrieb.
(Hervorhebungen von mir, MM.)

Musiker nehmen Gefühle in der Stimme besser wahr als Nicht-Musiker

Musiker hören selbst feinste Gefühlsnuancen aus der Stimme eines Gesprächspartners heraus: Ihr Gehirn ist durch die musikalische Ausbildung darauf trainiert, äußerst effizient komplexe akustische Signale zu erfassen und zu verarbeiten, hat ein amerikanisches Neurologenteam gezeigt. (Mehr: wissenschaft.de: Klingendes Sprachgefühl.)

Schon die Alltagserfahrung spricht dafür, dass Musiker im Durchschnitt Gefühle in der Stimme besser wahrnehmen können als Nicht-Musiker. Im Durchschnitt: denn sonst gäbe es keine Musiker, die hinsichtlich der Gefühle ihrer Mitmenschen die Sensibilität einer Abbruchkugel haben.
Anderseits habe ich die Erfahrung gemacht, dass Musiker oft besseren Zuhörer als Nichtmusiker sind. Allerdings: diese Alltagserfahrungen sind rein anekdotisch und für die Wissenschaft von geringem Wert.

Von geringen Wert ist, unabhängig davon, wie plausibel oder "überraschend" ihre Ergebnisse sind, aber auch diese Studie: An ihr nahmen gerade einmal 30 Probanden teil. Mehr als einen "ersten Eindruck" kann sie nicht geben. Übrigens beruhen viele der "sensationellen wissenschaftlichen Erkenntnisse", die durch die Massenmedien geistern, auf fragwürdigen bis unseriösen Untersuchungen.

Es fällt mir außerdem auf, dass neurowissenschaftliche Erklärungsmodelle zumindest bei den Massenmedien momentan "große Mode" sind. So wie vor einigen Jahren es "etwas mit Genen" zu tun haben musste, um Schlagzeilen zu machen, oder früher "was mit Computern" oder noch früher "was mit Atom".
Typisch scheint mir zu sein, dass die "Modeverfahren" eher mechanistische Ansätze haben - die gelten bei einem Teil des Publikums als besonders objektiv, während sie den eher metaphysisch bzw. religiös orientierten Teil der Publikums vorhersehbar auf die Palme bringen. Beides ist gut für Schlagzeilen.

Samstag, 28. Februar 2009

Schreiben nach Schema F?

Vor einigen Wochen meinte momorulez, angesichts einer gewissen Öde in einer hamburgischen Großbuchhandlung:
Lebenweisheit - Kanon - Best of, eigentlich zieht sich das durch alle Regalbretter da in der Thalia-Buchhandlung, und das Schlimme ist ja, daß es darum auch in den “Sternstunden der Bedeutungslosigkeit” geht, nur gegativ, wobei zum Glück bisher keine Songs auftauchen. Soweit es nicht den Wildwuchs von Krimi, Thriller, Fantasy betrifft, wo auch alle Klappentexte sich gleich lesen - hätte es wirklich so viele dubiose Geheimbünde gegeben, wäre die Realhistorie bestimmt lustiger gewesen.Und vor lauter Serienkillern gäbe es die Menschheit gar nicht mehr.
Kunst kommt nicht von Können

Was das Buchsortiment als solches und im großen und ganzen angeht, kann ich momorulez Beobachtung nur bestätigen. Tendenziell sah es bei "Thalia" zwar nie anders aus, allerdings ist das Angebot, nicht nur hier, tatsächlich im Laufe der Jahre risikoscheuer geworden. Wie überall gilt: hohe Gewinne lassen abseits des Massengeschmacks nicht realisieren.

Als eifriger Science Fiction-, Fantasy und Krimi-Leser (und gelegentlicher -Schreiber) mag ich aber den Vorwurf, der auch an die Adresse der Schreiber geht, nicht auf den Science Fiction, Fantasy- und Krimi-Schreibern sitzenlassen.

Klappentexte bzw. Rückseitentexte haben in diesen Genres - überhaupt im Massen-Buchmarkt - erfahrungsgemäß nicht viel mit dem Inhalt zu tun. Oft sind sie sogar regelrecht falsch - als ob die Autoren der Klappentexte niemals das dazugehörige Buch gelesen hätten. In meinem Blog verlinkte ich einen Klappentextgenerator für Mystery-Thriller á la Dan Brown: Auch mal Bestseller-Autor sein? - die generierten Texte wirken sehr echt, weil auch bei realen Texten dieser Art immer wieder mit den selben “bewährten” Textbausteinen gearbeitet wird. Wie fast überall, wo es um Werbung und PR geht.

In Verteidigung der Schreiber meine ich ferner: Das Problem in diesen Genres liegt weniger bei den Autoren, denen nichts originelles mehr einfallen würde, als bei den großen Verlage - wobei die paradoxe Faustregel gilt: je größer, desto risikoscheuer. (Mutmaßliche Gründe: hohe Gewinnerwartung, Planbarkeit von Umsätzen, Angst der Medienkonzerne, bei Anteilseigner oder politischen Unterstützern ins Fettnäpfchen zu treten.) Das sitzen genau die Sorte Leute, die Frau Joanne K. Rowling erzählten, Kinderbücher über Magier und Internate würden sich heutzutage nicht mehr verkaufen, da hätte man Erfahrung, so was lesen die Kids heute nicht mehr.

Hinzu kommt meiner Ansicht nach, dass bestimmte Themen “den Nerv der Zeit treffen”, wenn auch manchmal leider so, wie ein ungeschickter Zahnarzt beim Bohren den Nerv trifft. "Verschwörungen” und “Serienkiller” umreißen ziemlich genau zwei zentrale, aber irrationale, Ängste unserer Zeit - die Verbindung aus beidem wäre das politische Angstthema Nr. 1, Terrorismus.

Da widersprach mir momorulez. Er wäre nur richtig wütend, irgendwann beim Stöbern, bei so vielen Büchern immer auf die gleiche Skizze zu treffen. Und die Serienkiller seien ja nur deshalb so beliebt, weil sich da der Plot am besten drumrum basteln ließe nach Lehrbuch - passieren halt immer wieder neue Morde, die neue Hinweise bedeuten, man kann Opfer in irgendwelche Keller sperren und dann die nächsten 50 Seiten verschweigen, was mit denen da passiert usw. . Er glaube gar nicht, dass das der Terrorismus ist, der dahinter steckt, “Schweigen der Lämmer” als Film, das wäre ja schon 1990 gewesen. (Da denkt momorulez vielleicht zu kurz: denn die aus dem Gefühl des Kontrollverlustes, des Gefühls, Spielball unkontrollierbarer Ängste zu sein, geborene Verschwörungsangst ist viel älter als 1990. Und Terrorismusangst ist zumindest in Westdeutschland schon seit ca. 1970 kultureller Faktor.)

Bei Science Fiction und Fantasy kenne ich er sich viel weniger aus, aber er wettete mit mir, dass auch da 98% nach den immergleichen Mustern geschrieben sind. Ich ließ mich auf die Wette nicht ein, denn wenn auch nicht 98% der erschienenen Titel nach "Schema-F" geschrieben sind, so hege ich den begründeten Verdacht, dass 98% der "abverkauften Auflage" oft gut gemachte Konfektionsware sind.

Das lässt sich mit "Sturgeons Gesetz" allein nicht begründen. Nach diesem Gesetz ist nur eines von 10 Büchern wirklich lesenswert, und von den 10 lesenswerten Büchern hat nur eines literarischen Bestand. Verallgemeinert: "99 % of everything is scrap" - was nicht ganz dem Sinn des ursprünglichen Gesetzes entspricht.
Dieses Gesetz stammt vom SF-Schreiber Theodore Sturgeon, einem hervorragender Schriftsteller, der es aber nie zum Bestseller-Autoren gebracht hatte - auch, weil er ungern nach "bewährten Rezepten" schrieb. (Allerdings taten auch die "ganz großen" SF-Schreiber seiner Generation - etwa der mit ihm befreundete Robert A. Heinlein - das nicht.)
Zurück in die Gegenwart: Zum Beispiel neigt der finanziell erfolgreichste deutschsprachige Fantasy-Autor, Wolfgang Hohlbein, sehr dazu, formelhaft zu schreiben. Es gibt zwar auch originellere Kollegen, die ebenfalls sehr gut verkaufen, z. B. Andreas Eschbach - aber auch bei Eschbach fällt auf, dass er einige seiner größten kommerziellen Erfolge im Weltverschwörungs-Bereich erzielte. ("Das Jesus-Video" ist zwar ungleich origineller und besser recherchiert als die meisten Verschwörungsthriller - und einige Zehnerpotenzen besser als die unsägliche Ver-Filmung - aber eine Zeitparadoxa-Geschichte ohne verschwörerische Elemente wäre wohl nur etwas für SF-"Stammleser" gewesen - und das sind zu wenige für einen echten Bestseller.)

Woran liegt's? Auch am Lesepublikum. Sicher vor allem an den Verlagen. Aber leider auch an den Schreibern.
Zugleich handwerklich gute und originelle Schreiber kommen nicht aus dem Nichts.

Lange Zeit waren in Deutschland die Heftromane zugleich “Versuchslabor” und “Talentschmiede” der Genreliteratur. Seit etwa den 1980er Jahren ist dieser Markt fast vollständig zusammengebrochen - wie zuvor in den USA der Markt der Story-Magazine. Beides wirkt sich meines Erachtens deutlich auf die durchschnittliche Qualität der Genreliteratur aus.
Auf dem Feld der Musik wäre der entsprechende Faktor das “Clubsterben”.

Was dabei wesentlich ist: ein Heftroman-Schreiber verdient mit seinem Schreiben Geld. Anders die heutigem "Fanautoren", für die die Schreiberei ein reines Hobby ist.
Habe ich als Hobbyschreiber Ambitionen, mit meinem Schreiben Geld zu verdienen, muss ich eine relativ hohe Schwelle überwinden: Mein Buch muss den Lektor und - noch wichtiger - den Marketing-Leiter des Verlags überzeugen. Das geht nicht mit rasant und ideenreich hingerotzten Texten. Also werde ich, als angehender Autor zum “Wie schreibe ich einen Roman”-Ratgeber greife oder Schreibkurse besuchen. (Es gibt auch gute Schreibkurse, die dem angehenden Autoren wirklich erlauben, sich weiterzuentwickeln, aber die meisten gehen doch in die Richtung, "bewährte Rezepte" zu vermitteln. Was man bitte nicht mit der alten Erfahrung "nur, wer die Regeln kennt, kann sie aufbrechen" verwechseln sollte.)

Das Ergebnis sind dann Schreiber, deren Debutromane sich formal und stilistisch kaum hinter denen "alter Hasen" verstecken müssen - bei denen ich als Leser aber oft das Gefühl habe, das Buch schon längst zu kennen.
Das andere Extrem sind Hobbyautoren, die nie ernsthaft mit Kritik konfrontiert wurden - und die sich oft in maßloser Selbstüberschätzung für verkannte Genies halten. Die dann allzu leicht an unseriöse Druckkostenzuschussverlage oder gar an betrügerische Pseudoverlage gelangen.
(Damit einem das nicht passiert, sollte man als angehender Schriftsteller sollte man deshalb unbedingt mal hier vorbeisehen: Aktionsbündnis für faire Verlage.)

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