Freitag, 29. Dezember 2006

Imagine no religion ...

Wo er recht hat, hat er recht:
Solange wir daran festhalten, dass man religiösen Glauben respektieren muss, alleine deshalb, weil er religiöser Glaube sei, wird man Schwierigkeiten haben, Ussama Bin Laden oder Selbstmordattentätern diesen Respekt zu versagen.
Richard Dawkins, Evolutionsbiologe und kämpferischer Atheist. Für den ich große Sympathien hege. Auch wenn er mir die Vernunft abspricht: "Kein vernünftiger Mensch glaubt noch den germanischen Gott Thor."

Volle Zustimmung zu Jan Philipp Reemtsma:
"Muss man Religiosität respektieren? (...) Nicht jeder Unfug, nur weil einer ihn für wichtig hält, kann Achtung verlangen, wenn man unter Achtung mehr versteht, als ihn einfach machen zu lassen, sofern er keinen Schaden anrichtet."
Aus der taz: Bad Religion.

Wie antisemitisch ist Asatru (2)

In den Raunächten, zwischen dem 22. Dezember und dem 2. Januar blogge ich Texte, die ich irgendwann einmal angefangen habe und die lange als halbfertige Entwürfe oder als Notiz herumlagen, aber auch Ergänzungen älterer Artikel. Das hier ist der lange überfällig zweite Teil eines Artikels.

Am Ende des ersten Teils Wie antisemitisch ist Asatru? schrieb ich:
Es stellt sich allerdings die Frage, ob die "alten Germanen" und die "Wikingern" fremden Kulturen im Allgemeinen und Juden im Besonderen feindlich gegenüber standen. Es also eine öriginär germanische Xenophobie und eine "alte Judenfeindschaft" gäbe.
Sollte das nicht der Fall gewesen sein, stellt sich damit die Frage, wie denn der Antisemitismus - historisch gesehen - in den germanischen Neopaganismus hineingeraten ist.
Zur ersten Frage:
Eine besondere Xenophobie, ganz zu schweigen von Rassimus, läßt sich bei germanischen Stämme nicht nachweisen. Entgegen einer im 19. und frühen 20. Jahrhundert gängigen Ausfassung läßt sich auch der Nationalismus nicht in auf die Stammesgesellschaften des Altertum zurückführen. Noch der von mir hoch geschätzte Karl Popper meinte in "Die offenen Gesellschaft und ihre Feinde", dass der Nationalismus sich an unsere "Stammesinstinke" wenden würde, an unsere nostalgischen Wünsche, von der Last individueller Verantwortlichkeit befreit zu werden, die er durch kollektive oder Gruppenverantwortlichkeit zu ersetzen versucht. Allein: auf reale "Stammesinstinkte" kann diese bedauerliche Neigung zur nationalen Volkgemeinschaft nicht zurückgeführt werden. Der Grundirrtum sowohl der "Stammes-Nationalisten" wie ihrer Gegner lag in der Annahme, dass Stammesgemeinschaften durch Blutsverwandschaft zusammengehalten werden würden. Fremde blieben darum grundsätzlich ausgeschlossen.
Die neuere ethnologische und historische Forschung hat diese alte Annahme längst widerlegt: germanische Stämme definierten sich nicht über reale Blutsverwandtschaften, sondern spirituelle Bindungen. Kultur war das einzige, was die Stämme gemeinsam hatten. Und selbst das ist ein relativer Begriff. Denn der Gesamtheit der germanischen Stämme – also derjenigen Stämme mit germanischen Dialekten und Sitten – fehlte jedes Gemeinschaftsbewußtsein über den eigenen Stamm hinaus. Tatsächlich ist diese Haltung bei Stammeskulturen in aller Welt bis heute die Regel.
Der Grund in der Verwirrung lag darin, dass die Stämme offensichtlich behaupteten, Abstammungsgemeinschaften zu sein, es aber ebenso offensichtlich nicht waren.
Die Goten behaupteten, ihre Vorfahren seien aus dem heutige Schweden gekommen. In Wirklichkeit dürften die wenigsten späteren Eroberer Roms von Menschen aus dem heute noch "Götäland" genannten Landschaften abgestammt haben. Die Gotenwanderung ging von drei Auswandererschiffen aus - einer maximale Anzahl von etwa 100 Menschen. Sie siedelten sich zunächts im heutige Polen an, wanderten später in den pontischen Steppenraum, von dort aus um das Schwarze Meer herum in den Karpatenraum und an den Unterlauf der Donau. Dann kamen sie über Italien bis nach Spanien.
100 Jahre nach dem Aufbruch der drei Schiffe zählte der Stamm der "Wandergoten" schon mehrere tausend Köpfe. Eine derartige Massenvermehrung ist auf biologischem Wege nicht vorstellbar – sie konnte nur erreicht werden, indem ganze Sippen anderer Stämme und Kulturen in den Stamm der Goten aufgenommen wurden.
Stämme, auch und gerade die der Germanen, sind Personenverbandsgesellschaften; sie definierten sich nicht nach Territorien wie Staaten, sondern nach Zugehörigkeit zu Personen – und zu Göttern. Der Gedanke eines faktischen oder auch nur theoretischen "germanischen" Nationalstaates ist ein Widerspruch in sich: Mit Stammeskulturen ist buchstäblich kein Staat zu machen.
Erst in der Spätantike gab es erste "germanische" Staatenbildungen, zuerst auf dem Territorium des untergegangenen Weströmischen Reiches. Nationalstaaten waren sie nicht. Tatsächlich scheiterte die Staatsgründung der Langobarden in Italien daran, dass das Stammesdenken noch in der Köpfen der langobardischen Herrscher steckte. Selbst die mittelalterliche Königreiche Skandinaviens stülpten sich sozusagen über die vorhandenen Stammesgemeinschaften. Was die Normannen zu überaus erfolgreichen Staatengründern machte, war nicht ihr "Stammesnationalismus", sondern ihr politischer Pragmatismus, mühsam erworben in Staaten, die ständig Kompromisse mit dem vorhandenen Stammesdenken eingehen mußten.

Daraus ergibt sich: Es gab sicherlich ein stetes Mißtrauen gegenüber "Stammesfremden". Insofern gab es auch so etwas wie Fremdenfeindlichkeit. War ein "Fremder" aber erst einmal in den Stamm integriert (besser wohl: adoptiert), dann gehörte er ohne
"Wenn" und "Aber" dazu. Soziale Ausgrenzung von Teilen der Gemeinschaft ist historisch belegbar das "ungermanischste", was man sich überhaupt vorstellen kann.

Eine "instinktive Abneigung" gegen Juden konnte sich bei den "alten Germanen" der Römerzeit schon deshalb nicht entwickeln, weil die vereinzelten Juden unter der ethnisch bunt gemischten "römischen" Bevölkerung von außen gesehen keine abgegrenzte Sondergruppe waren. Schlimmstenfalls war ein Jude für einen rechtsrheinischen Germanen nur ein weiterer "komischer Fremder mit seltsamen Sitten", wie alle "Römer", egal, ob sie ursprünglich aus Italien, Spanien, vom Balkan, aus Nordafrika oder welchen Teil des Imperium Romanum auch immer sie stammten.

Ab der Völkerwanderungszeit änderte sich das Bild. Für die bereits hristianisierten Germanen bildeten die "andersgläubigen" Juden eine abgrenzbare Minderheit. Dennoch und trotz der antijüdischen Tendenzen des Christentums weisen die Chroniken und archäologische Funde aus, dass es keine ausgeprägte Judenfeindschaft gab. Erst mit den Kreuzzügen wurde der Antijudaismus gewaltätig, schlug in etwas um, was man mit Fug und Recht "Frühantisemitismus" nennen kann. Das hat aber mit der längst verschwundenen germanische Stammesgesellschaft oder auch nur einer besonderen germanischen Mentalität nichts zu tun.

Anders die Situation im heidnischen Nordeuropa. Hier standen sich jüdische Fernkaufleute und germanische Händler gegenüber. "Freundschaft" oder "Feindschaft" wird davon abgehangen haben, ob der jeweilige jüdische Händler Konkurrent oder Geschäftspartner war. Der Hauptgrund des Neides und der Mißgunst christlicher Kaufleute auf "die Juden" fehlte in heidníscher Zeit noch: das christliche Verbot des Geldverleihs gegen Zinsen. Das lag übrigens nicht daran, dass im frühen Mittelalter im Norden vor allem Tauschhandel getrieben worden wäre. Fränkische, oströmische und arabische Münzen waren im Umlauf, es gab schon vor der Wikingerzeit Ansätze einer "einheimischen" Münzprägung und auch das Hacksilber war kein Tauschgut, sondern eine "Kurrant-Währung": bezahlt wurde mit einer abgewogenen Menge Silber. Mißmutig berichteten christliche Chronisten, dass die religiöse Haltung der Kaufleute aus dem Norden vom geschäftliche Opportunismus bestimmt wurde. Waren zu einem Markt oder einer Messe nur christliche Kaufleute zugelassen, ließen sich die geschäftlich interessierten Nordländer eben kurzerhand taufen - zumal es üblicherweise ein Taufhemd als kostenlose Zugabe gab. (Es ist der Ausspruch eines friesischen Händlers überliefert, der sich über die schlechte Qualität seines Taufhemdes beklagte. Bei keiner seiner vorangegangenen Taufen hätte man ihm so ein grobes Hemd angedreht.) Es könnte durchaus sein, dass für manche an Geldgeschäften interessierte nordischen Kaufleute eine Konversion zum jüdischen Glauben eine interessante Alternative zur christlichen Taufe gewesen sein mag.

Damit dürfte klar sein, dass Antisemiten sich nicht auf die "alten Germanen" berufen können, jedenfalls nicht ohne erhebliche Geschichtsklittierungen.

Der Frage, wie denn dann der Antisemitismus ins germanische Neu-Heidentum geriet, versuche ich im nächsten Teil zu beantworten. Teil 3

Dienstag, 26. Dezember 2006

Gammeljournalismus zur Weihnachtszeit

Eigentlich hatte ich vor, in den Raunächten keine neuen Themen mehr anzufangen.
Ein paar Tage habe ich auf den Nägeln gekaut, aber dann musste er raus, mein Ärger über zwei besondere Glanzleistungen des deutschen Gammeljournalismus.

Auf das erste "Glanzstück" bin ich über einen Blogbeitrag gestoßen Grausige Riten im dunklen Tempel, denn seit seinem rapiden Qualitätsverlust lese ich den "Spiegel" nicht mehr regelmäßig.
Es ist ein langer Artikel von Matthias Schulz "Gott kam aus Ägypten". Dieser Artikel leidet an den typischen Schulzen Schwächen: vergangene Kulturen werden mit modernen Maßstäben gemessen, Fachleuten wird gern mal das Wort im Munde herumgedreht und populäre Klischees und Vorurteile werden, vor allem, wenn sie schön blutig sind, unabhängig vom Wahrheitsgehalt bedient. Besonders problematisch: dieses Mal sind es die Juden bzw. das alte Israel, das in die historische Gruselkammer gestellt wird. (Was leider ins Bild passt, da das moderne Israel ja im “Spiegel” auch immer schlechter wegkommt.)
Ich erinnere mich mit Grausen an seine polemischen Spiegel-Schwerpunktartikel über Kelten, Germanen, Wikinger oder das europäische Mittelalter. (Siehe hierzu mein Altartikel: Das Runen-Paradox.)
Was seinen "Ruf" in Fachkreisen angeht, rate ich zu einer kleinen Internet-Recherche. Es gibt sogar Wissenschaftler gleichen Namens, die sich von ihm in Rundmails distanzieren.

Das Hauptproblem bei Schulz ist jedoch, dass er ein klassischer Gesinnungsjournalist mit volkserzieherischem “Anliegen” ist.
Konkret nachwiesen läßt sich das bei seinem “legendären” Artikel “Die Germanen - Störenfriede im Nebelland”, mit der vor gut zehn Jahren Schulz zum ersten Mal von sich reden machte. Der damalige Spiegel-Resortschefs Jürgen Peterman, der Schulz´ Germanen-Artikel anregte und redigierte, sagte gegenüber Ulrich Wickert (Laut dessem Buch “Deutschland auf Bewährung”):
“Ich wollte die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse gebrauchen, um den Mythos um Hermann zu zerstören. Aus Angst vor einem neuen Nationalismus hat der Spiegel bei dieser Gelegenheit bewußt das Negative herausgehoben.”
Übrigens mit dem Ergebnis, dass sich nationalistische Germanenschwärmer erst recht bestätigt fühlten - nach dem Motto: “Der Spiegel lügt, um die Germanen in Misskredit zu bringen."
Wobei zu fragen wäre, welche Bedeutung der Mythos um “Hermann den Cherusker" für heutige Rechtsextremisten noch hat. Da hat der “Spiegel” wohl mit einen “Pappdrachen” gekämpft.

Wenn die Agenda dieses Artikels immerhin “gut gemeint” war, kann davon bei späteren Artikeln keine Rede mehr sein. Meines Erachtens ist sein neuestes Machwerk als “Zerstörung des (angeblichen) Gründungsmythos Israels", nebst seinem Lieblingthema, der Demontage der Bibel gedacht. Dass sämtliche Antisemiten ihm dafür Beifall klatschen, ist ihm offensichtlich egal.

Hinzu kommt seine Neigung, sich an populäre “spießbürgerliche” Klischees anzubiedern. Wenn er Akteuren auf Mittelaltermärkten eine Nähe zur Sado-Maso-Szene andichtet, und Wikinger-Fans eine zur Neonazis, dann ist das vielleicht nur ärgerlich. Wenn er aber aus dem jüdischen Beschneidungsritual ein grausames Gemetzel macht (und dabei unterschlägt, dass es schon im Altertum scharfe Skalpelle gab, und sogar detailierte medizinische Beschreibungen, wie Beschneidungen damals wirklich vorgenommen wurden), dann ist das einfach nur widerlich. (Nein, ich bin kein Befürworter der routinemäßigen Beschneidung. Ich habe aber etwas gegen Grusel-Legenden, vor allem gegen solche mit antisemitischem Aroma.)
Besonders "toll" finde ich seine Darstellung der Entstehung der Thora (bzw. der 5. Bücher Mose). Da hat wohl jemand noch nie etwas von "mythologischen Texten" gehört, bzw. dass religiöse Schriften anders gelesen sei wollen, als Geschichtsbücher:
Dabei entstand eine Camouflage, eine Art Märchenbuch, das wie eine Zwiebel aus Hunderten von alten, immer wieder umformulierten Schriften und Überlieferungssträngen besteht. Die Bibel - ein Labyrinth. (…)
Ein Klima der Unterwürfigkeit, ja der Furcht geht von diesem Überwesen des Alten Testaments aus. „Emunah” („Treue”) heißt das hebräische Wort für Glauben. Gott gebärdet sich wie ein eifernder Liebhaber. Er schließt eine „Ehe” mit dem auserwählten Volk und fordert absoluten Verlass. Der semitische Gott, so sah es der Psychologe Bruno Bettelheim, war „schlimmer als selbst die schrecklichsten Gottheiten der Naturvölker”.
Irgendwie hatte ich den Bettelheim da immer anders verstanden ...
Und "Glaube" kann auch im Deutschen "Treue" bedeuten - oder "Vertrauen".

Genug darüber geärgert, denn in der "Welt am Sonntag" stieß ich auf einen Kommentar von Allan Posener zur Weihnachtszeit, den ich für "Gammeljournalismus" ganz anderer Art halte. Was Weihnachten bedeuten kann.
Was aber Weihnachten von seinen heidnischen Vorläufern abhebt, ist die Vermenschlichung und Personalisierung der Geschichte. Für Christen handelt es sich darum, dass Gott selbst von einer Frau als Mensch geboren wurde.
Nun, dass eine sterbliche Frau von einem Gott schwanger wird, findet sich in allen mir bekannten heidnischen Religionen. Joshua ben Josef hebt sich da nicht ab von Heracles, Sigbert oder Gilgamesh. Die Vorstellung, dass sich ein Gott in einem Menschen inkarniert, ist auch weit verbreitet, man denke an die indischen Avataras. Die Idee, dass Jesus mit Gott identisch ist, kam im Christentum erst relativ spät auf (Konzil von Nicea, 325), und wird bis heute nicht von allen Christen geglaubt.

Bei folgendem Satz kam mir das Frühstück wieder hoch:
Man muss nur die bluttriefenden Sagen der Germanen kennen, die Killerspiele unserer Vorfahren, um die ungeheure zivilisatorische Wirkung der Weihnachtsgeschichte zu begreifen.
Geschichtklittierend ist auch diese Behauptung:
Schließlich bindet Weihnachten Europa fest an sein jüdisches Erbe. Nazareth und Bethlehem sind ja keine Städte im mythischen Nirgendwo. Die Heilige Familie ist eine jüdische Familie, die Apostel und Evangelisten sind Juden. Mit der Weihnachtsgeschichte beginnt eine europäisch-jüdische Symbiose, die nur um den Preis der jeweiligen kulturellen Identität aufzulösen wäre.
Freundlich gesagt ist das eine "fromme Lüge" bzw. historisches Wunschdenken. Man könnte ebensogut schreiben: "Mit der Weihnachtgeschichte beginnt die christliche Judenfeindschaft" - was historisch auch nicht ganz stimmt.

"Alteisen Schlachtschiff" - oder: ein nur scheinbar unwichtiges Detail in einer beliebten Verschwörungstheorie

In den Raunächten, zwischen dem 22. Dezember und dem 2. Januar blogge ich Texte, die ich irgendwann einmal angefangen habe und die lange als halbfertige Entwürfe oder als Notiz herumlagen, aber auch Ergänzungen älterer Artikel. Das hier ist eine ausstehende Anwort auf einen kenntnissreichen kritischen Kommentar.

Das hier ist ein ergänzender Beitrag zu Die Legende vom Perlenhaufen in dem ich auf die Verschwörungstheorie um den japanischen Angriff auf Pearl Habor einging, und vor allem auf den Kommentar, den "Njörd" dazu gab: er ist der Ansicht, dass Schlachtschiffe 1941, von ganz konservativen Admiralen und einer "Schlachtsschifflobby" abgesehen, unter Experten allgemein als veraltet angesehen wurden. Kommentar von Njörd

Diese Frage sieht nach militärhistorischer Haarspalterei aus. Weil sich an ihr einige typische Eigenheiten militärischer Verschwörungstheorien zeigen lassen, und weil die "Pearl Habor-Verschwörungstheorien" die direkte Vorbild aktueller Verschwörungstheorien, vor allen der "11. September 2001 Verschwörungstheorien" ist, habe ich mich darauf eingelassen.
Dabei ist es von Vorteil, dass "Njörd" kein "echter" Verschwörungsfan ist.

Von Verschworungstheoretikern wird allgemeinen vorausgesetzt, dass die Verschwörer nicht nur sehr viel besser informiert sind als der normale Bürger, sondern auch als "gewöhnliche" hohe Offiziere oder "gewöhnliche" Regierungsmitglieder und selbst "gewöhnliche" Geheimdienstler. Alle relevanten Fakten stünden den "grauen Emminenzen" zur Verfügung.
Reale Geheimprojekte, wie die "Operation Ultra" zur Entschlüsselung der mittels der Verschlüsselungsmaschine "Enigma" übermittelten Geheimbotschaften, nährten diese Gerüchte. Allerdings sind "Informationen" und "Wissen" nicht dasselbe. In der historischen Erfahrung hat sich oft gezeigt, dass, obwohl die "Entscheider" über alle wichtigen Informationen verfügten, es ihnen nicht gelang, die richtigen Entscheidungen zu fällen, weil ihr Weltbild in entscheidenden Punkten nicht stimmte. Die Bürgerrechtsbewegung in der DDR war flächendeckend mit Spitzeln durchsetzt, die Stasi kannte intimste Details aus dem Leben aller auch nur halbwegs wichtigen Oppositionellen - was der politische Führung der DDR allerdings nicht half, weil sie Gesamtsituation falsch einschätzte. Aus dem selben Grund bewahrte "Ultra" die alliierten Truppen nicht vor empfindlichen Rückschlägen infolge der Fehleinschätzung des Gegners.

Die "Pearl Habor Verschwörungen" setzen drei Dinge voraus: 1. die hochrangigen Verschwörer wußten bzw. nahmen an, dass Schlachtschiffe im kommenden Seekrieg gegen Japan entbehrlich sein würden, 2. sie waren über die japanischen Angriffspläne informiert und 3. sie schätzten die Japaner jederzeit richtig ein. Das setzt erheblich mehr voraus, als das eine Geheimdienststelle rechtzeitig in den japanischen Schlüssel eingebrochen wäre. Sie setzten ein zutreffendes Bild der Gesamtlage voraus. Im Nachhinein ist diese Bild relativ einfach zu gewinnen, zur Zeit der Geschehens war es reine Glückssache, ob die vorhandenen Puzzleteile rechtzeitig zusammengesetzt worden wären.

Bei einer Vorwarnzeit von weniger als einem Tag wäre es z. B. nicht mehr möglich gewesen, die Schlachtschiffe auslaufen zu lassen (sie hätten erst seeklar gemacht werden müssen, z. B. hätte die Kessel erst angeheizt werden müssen, Heizöl gebunkert und Munition übernommen und die im Landurlaub befindlichen Besatzungen zusammengetrommelt werden müssen - und die USS Pennsilvania lag sogar ohne Propeller zur Überholung im Dock).
Es wäre den Verschwörern aber auch bekannt gewesen, dass japanische U-Boote von der Hafenausfahrt postiert werden sollten, die die auslaufenden Schiffe torpedieren sollten. Wegen dieser Gefahr wäre die "dicken Pötte" vermutlich trotz Warnung "auf dem Präsentierteller" der Battleship-Row geblieben, weil nach allgemeiner Auffassung das Risikos eines Torpedoangriffs im Hafen relativ gering war (trotz des erfolgreichen Angriffs auf die italienische Flotte in Taranto) es aber nach den bitteren Erfahrungen der Briten ohne weiteres möglich war, Schlachtschiffe mit U-Boot-Torpedos zu versenken. (Die Briten hatten bis zum 7. Dezember 1941 zwei Schlachtschiffe und zwei Flugzeugträger durch deutsche U-Boote verloren.) Auch Admiral Yamamoto war sich bis zuletzt keineswegs sicher, dass sein Plan funktionieren würde.

Am Rande bemerkt: Ein weiterer Aspekt wird von den meisten Verschwörungstheoretikern gern falsch eingeschätzt: "Cover up", groß angelegte Vertuschung, setzt nicht zwangsläufig eine vorangegangene Geheimplanung voraus. Oft werden "nur" Inkompetenz und Chaos verschleiert. Inkompetenz und Chaos gab es im Umfeld von "Pearl Habor" allerdings in einem peinlichen Ausmaß. (So peinlich, dass es noch der Film "Pearl Habor" von 2001 kräftig schönfärbte und verschleierte. Im Gegensatz übrigens zum weitaus ehrlicheren Film "Tora, Tora, Tora!")

Zu den Schlachtschiffen: wie ich schon in meinen vorangegangenen Artikel erwähnte, waren die in Pearl Habor liegenden Schlachtschiffe, gemessen an den Schlachtschiffen anderer Marinen, vor allem den japanischen, keinesweg veraltet oder auch nur sonderlich alt.

Drei Faktoren sind zu berücksichtigen: 1. Schlachtschiffe waren die teuersten Waffensysteme ihrer Zeit. Der Bau eines Schlachtschiffs der "North Carolina" Klasse kostete etwa so viel wie der zweier großer Flugzeugträger der "Essex"-Klasse, von zwölf großen Zerstörern, z. B. der "Fletcher"-Klasse oder von 40 U-Booten. Die Folgerung: der taktische und strategische Nutzen eines Schlachtschiffes (und sein Prestigewert) mußte schon sehr hoch eingeschätzt werden, um Neubauten zu rechtfertigen. Das schlechte "Kosten-Nutzen-Verhältnis" war der Hauptgrund, weshalb nach dem 2. Weltkrieg die Schlachtschiff-Ära endete.
2. Es dauerte rund fünf Jahre vom Baubeginn bis zur Einsatzreife eines Schlachtschiffes. Das heißt: das Flottenbauprogramm ist extrem träge. Die Japaner konnten sich also genau ausrechen, dass sie ab 1943 der US-Flotte bei Flugzeugträgern und Schlachtschiffen hoffnungslos unterlegen waren. Was auch zwanglos erklärt, weshalb Yamamoto seine Piloten anwies, nur Schlachtschiffe und Flugzeugträger zu versenken - weil ein eventueller Ersatzbau eines Dickschiffes erst 4 bis 5 Jahre später frontreif gewesen wäre, zu spät für den gerade begonnenen Krieg. Das erklärt auch die aufwendigen Bergungen, Reparaturen und Modernisierungn von sechs in Pearl Habor versenkten bzw. beschädigten Schlachtschiffe - es ging weitaus schneller als ein Neubau.
Übrigens belegt die Wiederindienststellung der Pear Habor-Schlachtschiffe wie die Tatsache, dass die USA 1939, beim Beginn des Krieges in Europa, zehn Schlachtschiffe, aber "nur" sechs Flugzeugträger im Bau hatten, dass Schlachtschiffe nach allgemeiner Ansicht noch nicht als veraltet gegolten haben können.

Selbst wenn die Marineleitung der USA 1941 der Meinung gewesen wäre, dass Schlachtschiffe veraltet seien - sie mußten das Material nehmen, das bereits vorhanden war, und nicht die theoretisch beste Marine für den Kampf gegen Japan und (nicht zu vergesessen) die im Atlantik aktiven deutschen U-Boote.

Waren Schlachtschiffe 1941 tatsächlich Alteisen?

1921 bewies US-Brigadegeneral Billy Mitchell zwar durch Versuche, dass Flugzeuge mit Bomben oder Torpedos jedes Schiff versenken konnten - sehr zum Mißvergnügen der Admiralität. Allerdings zeigte sich bald, dass der Deckspanzer moderner Schlachtschiffe, anders als der noch relativ schwache Deckspanzer der durch Mitchells Flieger versenkten "Ostfriesland", nicht nur Granaten, sondern auch Bomben gut standhalten konnte. Im 2. Weltkrieg zeigte sich, dass Schlachtschiffe nur durch Präzisionsbombardement mit aus großer Höhe abgeworfenen Panzersprengbomben versenkt werden konnten - was nur möglich war, wenn das Schiff sich nicht bewegte. Erstmals gelang das den Japanern bei der Versenkung der USS "Arizona" in Pearl Harbor.

Anders der Flugzeugtorpedo: damit war es tatsächlich möglich, ein Schlachtschiff auf See zu versenken. In der Praxis lief das darauf hinaus, dass das Schlachtschiff durch Torpedotreffer an der "Archillesferse" der gepanzerten Riesen, den Propellern und der Ruderanlage, "gelähmt" wurde, um dann durch weitere Torpedos, Bombentreffer oder auch Schiffsartellerie "erledigt" zu werden. Aber auch hier war ein Schlachtschiff aufgrund der enormen Feuerkraft seiner Flak kein angenehmer Gegner für angreifende Flieger.

Der zweite "Schlachtschiff-Killer" war das U-Boot. Allerdings waren solche Angriffe für die U-Boot-Besatzungen äußerst riskant, auch wegen der in der Regel die Schlachtschiffe begleitenden "Hauptfeinde" des U-Bootes, der Zerstörer.

Nicht zu vergessen: selbst im 2. Weltkrieg war der gefürchtetste Gegner eines Schlachtschiffes ein anderes, womöglich stärkeres Schlachtschiff. Es gab im Japanisch-Amerikanischen Seekrieg sogar noch einmal eine "klassische" Seeschlacht ohne Flugzeug- und U-Boot-Angriffe.
Allerdings war das Konzept der "Schlachtentscheidung" in 2. Weltkrieg völlig überholt und die Vorstellung von der praktisch unversenkbaren schwimmenden Festung, an der einige Admiräle noch bis 1939 festhielten, widerlegt. Es war eine makabere Kosten-Nutzenrechnung: die beiden Schlachtschiffe, deren Versenkung am teuersten war, waren die deutschen Schlachtschiffe "Bismark" und "Tirpitz". Aber selbst wenn man den Verlust des riesigen, aber gut 20 Jahre alten Schlachtkreuzers HMS "Hood" einrechnet, waren die britischen "Investitionen" zur Versenkung der "Bismark" geringer als die Baukosten des deutschen Schlachtschiffes.
(Solche makaberen Gewinn- und Verlustrechnungen sind ein entscheidender Faktor in der Kriegsführung. Sogar die Ausbildungskosten für die im Gefecht getöteten oder beim Sinken ertrunkenen Soldaten werden dabei eingerechnet.)

Selbst ein allwissender Verschwörer wäre 1941 zu dem Schluß gekommen: Neubau von Schlachtschiffen rechnet sich kriegsökonomisch nicht, aber aus den schon vorhandenen Schlachtschiffe muß maximaler "Nutzen" herausgeholt werden.
Schlachtschiffe waren nach wie vor "nützlich" zur Beschießung von Landzielen mit überschwerer Atellerie und als schwere Begleitschiffe für Flugzeugträger. Speziell für diese Zwecke waren die letzten Schlachtschiffe, die vier schnellen Schlachtschiffe der "Iowa"-Klasse konstruiert, die noch bis in die 1990 Jahre einsatzfähig gehalten wurden.
Nach dem Ende der 2. Weltkriegs fehlten den noch vorhandenen britischen und amerikanischen Schlachtschiffen buchstäblich die Feinde - die UdSSR, Gegner im Kalten Krieg, war erst ab den 1960er Jahren eine ernstzunehmende Seemacht. Die dicken Pötte waren schlicht überflüssig.
Übrigens galten auch die Flugzeugträger nach dem 2. Weltkrieg wegen ihrer erwiesenen relativ leichten Verwundbarkeit als veralteteter Schiffstyp. Generalsekretär Nikita Chrustschow nannte sie noch bei seinem USA-Besuch 1958 "schwimmende Särge". Es war schon der Koreakrieg, der zeigte, dass die Träger für amphibische Operationen unentbehrlich waren.

Zuletzt noch zwei hypothetische Szenarien: was wäre, wenn die Schlachtschiffe rechtzeitig ausgelaufen wären und die Flugzeuge auf den Rollfeldern nicht zerstört worden wären?
Trotzdem wäre der Angriff auf Pearl Harbor ein mobilisierender Schock für die US-Bevölkerung gewesen. Wenn es überhaupt eines solchen Schocks für einen Kriegseintritt noch bedurft hätte.
Was wäre, wenn aber die beiden Flugzeugträger versenkt worden wären? Ein Blick auf die Flottenbauprogramme und die vorhandenen Reserven zeigt: das wäre allenfalls eine vorübergehende Schwächung der US-Navy gewesen. Im Jahre 1942 verloren die USA immerhin vier große Flugzeugträger - und erst Anfang 1943 waren die ersten beiden neuen Träger der "Essex"-Klasse fertig. Die Zeit und die stärkere Rüstungindustrie arbeitete für die USA.
Ein weitaus schmerzlicher Verlust wären die Tanklager von Pearl Habor gewesen. Treibstoffmangel hätte die USA-Streitkräfte stark in die Defensive gedrängt. Allerdings hätte auch in dieser Konstallation Japan den Krieg gegen die USA nicht gewinnen können, da der deutsche Verbündete selbst in der Defensive war und längst nicht so viele allierte Kräfte binden konnte, wie es Japan erhofft hatte.
Wäre der 2. Weltkrieg ein Stategiespiel, wäre er Ende 1941, nachdem der deutsche Vormarsch vor Moskau gestoppt worden war, vorbei gewesen. Er war für die "Achsenmächte" nicht mehr zu gewinnen. Leider sind Kriege keine Strategiespiele.

Montag, 25. Dezember 2006

In Erinnerung an einen Feind fauler Kompromisse

James Brown ist tot.

James Brown Olympia 1967 Hip Bag

Via: MomoRules

Thank you and rest in funk, James!

Ja, ich weiß, er hatte mehr als genügend finstere und unsympathische Seiten. Trotzdem! Oder: gerade deshalb.

Reminder

reminder
It is now more than 60 years after the Second World War in Europe ended. This e-mail is being sent as a memorial chain, in memory of the six million Jews who were massacred. Now, more than ever, with Iran , among others, claiming the Holocaust to be “a myth,” it is imperative to make sure the world never forgets.
This e-mail is intended to reach six million people worldwide! Join us by e-mailing it to your friends and be a link in the memorial chain and help us distribute it around the world. Please don’t just delete it. It will only take you a minute to pass this along - Thanks!
Aufgesammelt bei Chajms Sicht

Elektrosmog und Gehirnvernebelung

In den Raunächten, zwischen dem 22. Dezember und dem 2. Januar blogge ich Texte, die ich irgendwann einmal angefangen habe und die lange als halbfertige Entwürfe oder als Notiz herumlagen, aber auch Ergänzungen älterer Artikel. Auch dieser Beitrag schien mir zu schade, um als "Beitragsbauruine" auf meiner Festplatte zu enden.

Dass starke elektromagnetische Felder gesundheitschädlich sein können, ist schon lange bekannt. Bei einer Recherche über mögliche umweltbedingte Ursachen der Multiplen Sklerose stieß ich auf die Hypothese, dass gepulste hochfrequente Radiowellen die Funktion der Hirn-Blutschranke beeinträchtigen könnten. Dafür fand ich leider keine glaubwürdige Bestätigung (oder eine glaubwürdige Widerlegung). aber immerhin einen Zwischenbericht eines Forschungsprojektes des Laboratoire PIOM, Bordeaux: Einfluss der Mobilfunkfelder auf die Permeabilität der Blut-Hirn-Schranke von Labornagern (in vivo)
Und ich stieß bei "indimedia" auf einen Beitrag, der zwar kein Licht in diese Geschichte bringt, jedoch einen aufklärerischen Blick auf die Elekrosmog-Hysterie wirft: Das Mobilfunksyndrom und die Bürgerangst

Der Beitrag befasst sich mit der Bamberger Ärztin Dr. Cornelia Waldmann-Selsam. Mit ihre zahlreichen Fallbeispielsammlungen über mobilfunkgeschädigte Bürger hat sie einiges Aufsehe erregt.
Ihre Fallsammlungen werden aber von Fachleuten als unseriös
kritisiert - und zwar nicht, weil diese allesamt von den bösen Telkos gekauft worden wären.

Waldmann-Selsams beschafft ihrer alarmierenden Daten nämlich so: Mobilfunkkritische Bürgerinitiativen, die in aller Regel aus Unmut über einen in Wohnortnähe installierten Funkmasten gegründet worden sind, rufen die inzwischen bundesweit bekannte Ärztin zu ihrer Unterstützung herbei. Zunächst werden an die Bewohner in der Nähe einer Sendeanlage Fragebögen verteilt. Die Auswertung liefert neben den Befragungsdaten nach Befindlichkeit und aktuell erlittenen Krankheiten zwangsläufig auch die Adressen von Bürgern, die sich in ihrer Gesundheit beeinträchtigt fühlen.

In den Häusern der so Ermittelten nimmt Waldmann-Selsam Strahlungsmessungen vor und listet die aus den Haushalten berichteten Krankheiten auf. Weiterhin wird die Nähe zum nächsten Mobilfunksender festgestellt. Auch andere Funkquellen, wie z.B. ein Schnurlostelefon in der Wohnung, werden registriert. Auf diese Weise entstehen Waldmann-Selsams Fallbeispielsammlungen, welche die Vermutung nahelegen sollen, dass es rund um die Mobilantennen zu Häufungen von Krankheiten kommt. So weit, so gut.
Allerdings sind ihre Fallsammlungen (ich habe mir mal eine angesehen) bestenfalls von annekdotischen Wert, weil sie Krankheiten völlig unterschiedlicher Art summiert. Egal, ob eher banale Altagskrankheiten oder tötlich verlaufende Krebserkrankungen, schwere psychische Störungen oder Pubertatsprobleme, tote Vögel oder Haustiere, die sich "sonderbar" verhalten - alles wird auf das "Mikrowellensyndroms" abgestellt.
Sicher könnte man so erste Hinweise auf mögliche Gesundheitsgefahren durch Mobilfunkmasten erhalten - allerdings nur, wenn man zum Vergleich z. B. die Häufigkeit entsprechender Erkrankungen vor dem Bau der Mobilfunkanlage heranzieht. In der Sprache der Statistiker: gab es eine signifikanten Anstieg der Erkränkungen durch die Anlage? Auch ein Vergleich mit einer Bevölkerungsgruppe in einem notorische "Funkloch" mit schlechter "Mobilfunkabdeckung" wäre aussagekräftig.
Auf ähnliche Weise wurde z. B. die deutlich erhöhten Krebsraten beim Personal militärischer Radaranlagen entdeckt - nämlich durch den Vergleich mit den durchschnittlichen Erkrankungsraten anderer Soldaten.
Neben den unzureichenden Vergleichsdaten fällt auf, dass sie die Daten gezielt auswählt - indem nur jene befragt werden, die glauben, durch die Funkanlagen gesundheitliche Nachteile erlitten zu haben. Bei einer "sauberen" Untersuchung müßten die Stichprobe der Befragten zufällig ausgewählt werden - oder noch besser: alle Bürger im Umkreis der Anlage müßten befragt werden.
Nachvollziehbare medizische und neurologische Tests fehlen ebenfalls.
Ein weiteres Problem: Die Befragten antworten unter dem Eindruck der zuvor aufgestellten Behauptung einer unmittelbaren gesundheitlichen Bedrohung. Egal, welche Beschwerde sie haben. oder ob diese Beschwerden nicht eine klar erkennbare andere Ursache haben - es wir dem Befragten nahegelegt die Ursache seiner Beschwerden im Mobilfunk zu suchen.

Das Verfahren ist bestens geeignet, Panik zu verbreiten - zumal sie als Ärztin und als (vermeindliche) Aufdeckerin eines Umweltskandals erheblichen Vertrauensvorschuß genießt. Auf die selbe Art und Weise könnte man auch Panik vor "Chemtrails" oder "Erdstrahlen" verbreiten - mit dem Unterschied allerdings, dass Mikrowellen tatsächlich und "schulmedizische abgesichert" zu Gesundheitschäden führen können. (Allerdings bei weitaus höherer Dosisleistung.)

Dem Autor des Indimedia-Artikels fiel auf, dass Waldmann-Selsams seltsamen Thesen eher in ländlichen Gegenden und in einem gutbürgerlichen Umfeld auf fruchtbaren Boden fallen, aber keine Angelegenheit der Städte sind, obwohl dort die Mikrowellenbelastung erheblich größer ist.
Er vermutet, dass Mobilfunkmasten und Handys wohl einigen verängstigten Bürgern als Symbole für die gefühlte Bedrohung der Bürgeridentität dienen. Es droht in einer schnelllebigen Wettbewerbsgesellschaft Identitäts- und Werteverlust - und jeder könnte Verlierer sein.
Der Mobilfunk stillt außerdem die Bürgersehnsucht nach der einen Lösung, der einen Ursache, dem einen Schuldigen für die persönliche Misere. Bis hin zu Verschwörungstheorien.

Ein allgemeiner Artikel über die Anti-Mobilfunk-Aktivisten, die der Autor deutlich von den ökosozialen Bewegungen abgrenzt; auch auf "indimedia": Das Erzeugen von Angst als Methode

Allgemeinverständlich zum Thema - WDR5 "Leonardo": Mobilfunk und das Gehirn

Sonntag, 24. Dezember 2006

Irrtümer zu Weihnachten

Entgegen eines weit verbreiteten Vorurteils sind Heiden nicht zwangsläufig passionierte Christenfresser - Wildschweinbraten oder gegrillte Ente schmecken sowieso besser.

Deshalb schrieb ich für die germanische-heidnische Nornirs Ætt auch etwas über Weihnachten bzw. um sich um dieses christliche Hochfest rankenden 24 populäre Irrtümer rund ums Weihnachtsfest.

Warum das jüdische Chanukka nichts mit Weihnachten zu tun hat, wieso der Weihnachtsbaum kein alter germanischer Brauch und Väterchen Frost keine alte russische Sagenfigur ist, was dagegen spricht, dass Jesus an einem 25. Dezember geboren wurde - und vieles mehr.

Weitere Nornirs Ætt-Artikel über Weihnachten:
Braune Weihnachten - Über den Mißbrauch der Weihnachtstradtion durch Nationalromantiker und Nazis.
Ist Weihnachten ein heidnisch-germanisches Fest - Über die Ursprüge des Weihnachtsfestes und die Entstehung einiger Weihnachtstraditionen.

Frohes Fest!

Samstag, 23. Dezember 2006

Wie man "irgendwie immer" stimmende Zeitungshoroskope schreibt

In einem sind sich überzeuge Anhänger der Astrologie und Ablehner der Sterndeuterei fast immer einig: Darin, dass Zeitungs- und Zeitschriftenhoroskope blanker Unfug sind.
Obwohl "doch jeder" weiß, dass man über die manchmal ohne jede astrologische Berechnung erstellten "Horoskope" höchstens amüsiert lächeln kann, sind es doch nach einer repräsentativen Allensbach-Umfrage rund 80 % der Bevölkerung in Deutschland über 16 Jahren, die regelmäßig oder manchmal in Zeitungen und Zeitschriften ihr Horoskop lesen.
Nach eine nicht repräsentativen Umfrage unter ertappten Horoskoplesern in meiner Umgebung ist die häufigste Begründung für diesen auffälligen Widerspruch: "Ist zwar Humbug, aber irgendwie stimmt das schon."

Um dem Rätsel der "irgendwie immer" stimmenden Pressehoroskope auf die Spur zu kommen, hat die Germanistin Katja Furthmannaus 24 verschiedenen deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften 2.880 Einzelhoroskope untersucht. Ihr besonderes Interesse als Sprachwissenschaftlerin lag in der Frage, wie die Presseastrologen es schaffen, dass die Horoskope in Massenauflagen gedruckt werden und sich dennoch so viele Menschen individuell angesprochen fühlen.

In einem Vortrag am vergangenen Dienstag an der Universität Greifswald hat Katja Furthmann dem interessierten Publikum Einblicke in die Formulierungskünste dieser Kleintexte gegeben, denn einfach mal so nebenher eines schreiben, das würde wohl nicht funktionieren. Sie dürfen nicht zu allgemein sein, dann würden sich die Einzelnen nicht angesprochen fühlen, und sie dürfen nicht zu spezifisch sein, weil sich der Leser dann auch nicht darin erkennen würde.

Sieben sprachliche Tricks muss ein Schreiber der Pressehoroskope beherrschen, damit das Pressehoroskop funktioniert.
1. Die Themen müssen umfassend präsentiert werden
Das gelingt am einfachsten durch die Verwendung aufzählender, gegensätzlicher oder alternativer Konjunktive: aber, auch, ob, zwar ... Beispiel: „Sie lieben zwar Harmonie, aber vor Stillstand fürchten Sie sich so sehr, dass Sie ständig für neue Impulse sorgen."
Ebenfalls geeignet sind variable Bezüge: Viele erreichen dies, andere tun das, manche jenes ... oder auch: könnte, vielleicht, nicht auszuschließen.
Der Grundsatz lautet: Keine klaren Zuordnungen, sondern Vermischung verschiedener Beschreibungen und Möglichkeiten.

2. Allgemeinheit durch „umbrella terms"
Durch die Verwendung von möglichst abstrakten und allgemeinen Begriffen können diese auf eine Vielzahl von individuellen, spezifischen Lebenssituationen übertragen werden. Es ist also die Rede von Projekten, Personen, Chancen, Risiken, Vorteilen, Problemen, Entscheidungen etc. ... - allesamt Mehrdeutigkeiten, mit denen der Leser seine konkreten Bezüge beinahe automatisch verbindet.
Dazu gehören auch Rahmenwörter, die unscharf bleiben, aber gerade deshalb in ihrer Mehrdeutigkeit beliebig konkret zu füllen sind. „Sie haben Sinn für Humor." Was heißt das? Dass man lacht oder dass man Witze erzählt? Ebenso funktioniert: „Es gibt Spannungen." Was bedeutet das? Krach, Streit, Schweigen? Jede Füllung passt.

3. Skala der Relativität
Eigenschaften sind stets relativ. Wichtig, neu, schnell, groß, klein, schnell, langsam, leicht schwer etc. Jeder hat seine individuellen Maßstäbe, und positive Werte haben zudem keinen eindeutigen Grenzwert. Wie wichtig ist „wichtig" und wie neu ist „neu"?
Ebenso relativ sind Formulierungen wie „manchmal", „alles", die mehrdeutig sind.

4. Allgemeine und zeitlose Wahrheit
Sprichwörter und Allgemeinplätze sind nicht widerlegbar und eignen sich besonders für unspezifische Aussagen, die der Leser spezifisch füllt. „Alles zu seiner Zeit!", „Alles hat zwei Seiten" etc. Ebenso ist eine Aussage wie „Sie haben einen heimlichen Verehrer" nicht zu widerlegen. Falls es möglich wäre, dann wäre er ja nicht mehr heimlich.

5. Anschaulichkeit und scheinbare Präzisierung
Unspezifisches lässt sich in Horoskopen auch über Phrasen und Metaphern transportieren, die vom Leser gefüllt werden. Man solle „den Ball flach halten" kann alles Mögliche bedeuten, ebenso wie „nach den Sternen greifen" u. a. m.
Metaphern sind auffüllbare Konzepte. Das Leben ist als Weg beschrieben und schon ist der Leser unterwegs im Veränderlichen. Ebenso sind Krieg und das Wetter geeignete Konzeptmetaphern, denn dass Leben „Kampf" bedeutet, das hat jeder irgendwie schon erlebt, gegen was und wen bleibt dann der Deutung des Lesers überlassen, ebenso wie „sonnige Aussichten" oder eine „trübe Zeit".

6. Pseudowissenschaftliche Evidenz
Durch die vorgebliche Berechnung von Planetenkonstellationen „Venus und Uranus im Quadrat" wird eine Fremdbestimmung suggeriert, die durch Personifizierung der Planeten noch direkter wird: „Venus flüstert Ihnen zu ..."
Geleitet von kosmischen Kräften fühlt sich der Leser in der kosmischen Einheit geborgen. Diese Verknüpfung von Pseudo-Religion und pseudowissenschaftlicher Argumentation dürfte ein wesentlicher Grund für die erfolgreiche Verbreitung der Pressehoroskope sein.

7. Inszenierung von Nähe und Beteiligung
Durch die direkte Ansprache der Leserin: „Verabreden Sie sich doch mal: Sie sind doch kein Mauerblümchen!" wird eine Nähe zur Leserin suggeriert und eine emotionale Beteiligung vorgegaukelt, als würde das Horoskop mit einem reden. Diese Absicht wird gelegentlich noch durch eine zielgruppenorientierte Einfärbung des Sprachstils abgerundet.

Diese Formulierungsprinzipien agieren nicht einzeln, sondern sind zusammenwirkende Elemente, die jede Zeitschrift für ihren eigenen Stil anders mischt. Grundsätzlich bleibt jedoch die subtile Verbindung von vage - allgemein - anschaulich, die für diese Pressehoroskope die vermeintliche Individualisierung ermöglicht, und die deshalb immer irgendwie zu stimmen scheinen.

Zum Abschluss des Vortrages sorgte Katja Furthmann für aufkommende Heiterkeit, als sie ankündigte, jedem der Zuhörer/-innen ein persönliches Horoskop für das Jahr 2007 zu stellen: „Das Jahr steckt voller Chancen. Sie müssen nur noch lernen, sie zu erkennen - und zu ergreifen."

Die umfangreiche Untersuchung, die dem Vortrag zugrunde lag, ist die Doktorarbeit der Referentin und wurde mit dem Promotionspreis der Commerzbank Stiftung an der Universität Greifswald ausgezeichnet.
Wer Genaueres wissen möchte, dem sei diese Arbeit als Buch empfohlen. Katja Furthmann: „Die Sterne lügen nicht. Eine linguistische Analyse der Textsorte Pressehoroskop." 1. Auflage 2006, 546 Seiten mit 42 Abb., gebunden. 67,90 € [D]. ISBN 3-89971-323-0; unipress.

Via: hpd-online

Übrigens habe ich den Eindruck, dass diese 7 Regeln auch bei "seriösen" in der Presse veröffentlichten Prognosen angewendet werden, egal, ob sie die Börsenkurse in der nächsten Woche, die Konjunktur im nächsten Jahr, die demographische Entwicklung der nächsten 20 Jahre oder das Weltklima der nächsten 100 Jahre vorhersagen.

Sauschwer von Begriff

Erst vor zwei Wochen erließ das Landgericht Stuttgart eine einweilige Verfügung gegen den Media Markt - wegen Verstößen gegen die gesetzlich vorgeschriebene Energiekennzeichnung.
Letzte Woche mahnte die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) in den vergangenen Tagen zwei Filialen der angeblich saubilligen Elektronik- und Elektro-Fachmärkte ab - auch wieder wegen Verstößen gegen die Energiekennzeichnungsplicht.
Und wie gehabt lehnt Media-Markt-Anwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel ("Ich bin doch nicht blöd") die Abgabe einer Unterlassungserklärung ab - nach glaubhaften Angaben der DUH garniert mit unflätigen Beschimpfungen Was er offensichtlich übersieht: Gesetze gelten auch für marktführende Elktromärkte.

Die Energieverbrauchskennzeichnung soll Kunden beim Kauf von Kühl-und Gefriergeräten, Waschmaschinen oder Wäschetrocknern mit eindeutigen Angaben die Entscheidung für verbrauchsarme Geräte erleichtern. Denn so manches saubilliges Schnäppchen verursacht später der schlecht informierten Käufer eine schweineteure Stromrechnung. Und umwelt- und ressourcenschonend ist so eine elektrische Mastsau auch nicht.

Die zum Metro-Konzern gehörenden Elektrogeräteketten Media Markt ("Saubillig") und Saturn ("Geiz ist geil!") hatte die DUH seit über einem Jahr wegen teilweise laschen Umgangs und teilweise auch geradezu demonstrativer Ignoranz mehrfach angeprangert und in der Folge vor den Gerichten bislang ohne Ausnahme obsiegt. Dennoch erzwingen die betroffenen Filialen aus dem Metro-Konzern weiter regelmäßig die Auseinandersetzung vor den Gerichten und bemühen dort im Fall von Niederlagen die jeweils nächste Instanz. Vermutlich in der Hoffnung, den lästigen DUH "weichzukriegen".

Freitag, 22. Dezember 2006

Don't get lost in Hamburg-Ost - der Film

Im Mai postete ich über "Slums", die keine sind: Don't get lost in Hamburg Ost. Am Ende des Textes erklärte ich, wo ich den Titel entlehnt hatte:
"Don't get Lost in Hamburg Ost" ist ein Underground-Film, der Medien-Klischees über die Drogenszene und Rechtsextremisten mit den Mitteln des Horrorfilms satirisch durch den Kakao zieht und in Lohbrügge gedreht wurde.
Wo man den auf Super 8 (!) produzierten Film sehen kann, kann ich leider nicht sagen. Immerhin gibt es einen Trailer auf YouTube. Gnadenlos trashig und genial heftig! Oder einfach "sick".
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Die Zeit der Rauhnächte ist auch die Zeit, Dinge zuende zu bringen. Deshalb werde ich zwischen dem 22. Dezember und dem 2. Januar liegengebliebene Texte bloggen. Texte, die ich irgendwann einmal angefangen habe und die lange als halbfertige Entwürfe oder als Notiz herumlagen, aber auch Ergänzungen älterer Artikel. Dieses ist der erste dieser Texte.

God Jul!

Donnerstag, 21. Dezember 2006

Frohes Jul und geruhsame Rauhnächte!

Die Rauhnächte (auch Raunächte oder Rauchnächte) sind die Zeit zwischen der Wintersonnenwende und Neujahr. Andere bezeichnen die 12 Nächte zwischen dem Heiligen Abend und dem Fest der Erscheinung (oder Dreikönigstag) am 6. Januar.

Man nennt sie auch die "Zeit zwischen den Jahren" - und zwar zwischen dem Ende des Mondjahres und dem des Sonnenjahres. In vorchristlicher Zeit war sowohl ein Mond- und wie ein Sonnenkalender im Gebrauch. Das Mondjahr zu 12 Mondzyklen ist etwa 354 Tage lang. Da das Sonnenjahr aber rund 365 Tage hat, besteht eine Differenz von 11 Tagen und 12 Nächten. Diese 12 Nächte sind die 12 Weihnächte oder auch 12 Rauhnächte. Eine jede steht für einen Mondzyklus.

Die "Wilde Jagd" (Oskorei, Aaskereia, Asgardrei) ist ein Geisterheer, angeführt von Wotan bzw. Odin, in christlichen Zeiten als "wilder Jäger" oder "Hakelberg" umschrieben. Aber auch der Perchta oder Hulda (Frau Holle) die Führung zugeschrieben.
Im Ásatrú bzw. in der Forn Siðr steht die Wilde Jagd im Zusammenhang mit der Ahnenverehrung. Ihr zu begegnen, ist wie jede Begegnung mit Verstorbenen, nicht ganz ungefährlich. Nachdem auch Wotan selbst in christlicher Zeit dämonisiert worden war, war die Wilde Jagd einfach nur noch gefährlich; sie wurde als Zug der verdammten Seelen gedeutet.
In Volkssagen warnt der getreue Eckhart, der dem Zug mit einem Stab oder Schwert voranschreiten, Wanderer, die der Wilden Jagd begegnen, sich am Wegesrand mit dem Gesicht nach unten zu Boden werfen.
Wie zu Samhain bei den Kelten sind die Rauhnächte eine Zeit, in der die Grenzen zwischen den Welten durchlässig sind.

Für mich beginnt die Zeit der Rauhnächte mit dem Julfest. Also heute Abend, mit Beginn der längsten Nacht des Jahres.
God Jul
Tatsächlich kommt es auf den genauen Termin nicht so sehr an. Ich war z. B. letztes Wochenende auf dem Jul-Treffen der Nornirs Ætt. Man könnte es als "Familien"-Treffen oder Treffen guter Freunde bezeichnen. Jene, die beim germanisch-heidnischem Jul an finstere Rituale oder wüste Wikingergelage denken, muß ich enttäuschen: Jul ist harmonisch. Fast schon spießig-familär. Sogar Kinder waren dabei.
Nein, wir haben uns nicht in Euphorie und Ekstase im Schein des Wintersonnenwendenfeuers aneinander gerieben. Dazu ist Jul schlicht der falsche Anlaß. Die Zeit gerinnt in den Rauhnächten, wenn die Wilde Jagd durch die Nacht stürmt. Kuschelzeit. Es ist Zeit, langsamer zu machen. Unsere Jul-Rituale - Blót, Opfer - sind deshalb eher ruhig. Und jedes Jahr etwas anders gestaltet.
Die Rauhnächte sind eine Zeit der Ruhe und des gemeinsamen Feierns und Redens - bei Met und Wein, bis in den frühen Morgen. Ohne Erwartungsdruck in Richtung: "Habt Euch gefälligst lieb, es ist Weihnachtszeit!" ( "Harmonie-Erwartungsdruck" und "Fest-Erfolgszwang". Eben jene Haltung, die so oft spätestens am 2. Weihnachtstag zum Familienkrach führt.)
Jul ist das Fest der Ruhe. Traditionell die Zeit, in der sich weder Rad noch Spindel drehte. Die ruhige Zeit.
Für mich sind die Rauhnächte die Zeit, mich zu sammeln, mich um Liegengebliebenes zu kümmern.

Zur "richtigen" Wintersonnenwende (am Morgen nach der längsten Nacht) halte ich ein kleines Ritual im Freien, auf einer Lichtung im Wald ab. Unter "Ritual" sollte man sich dabei nichts großartiges vorstellen. Meisten zünde ich paar Windlichter an, meditiere ein wenig, begrüße die aufgehende Sonne (wenn sie dann zu sehen ist) und lasse einige Opfergaben in Form von Obst und Nüssen da - die dann von den Eichhörnchen gefressen werden - aber das ist auch so vorgesehen: Opfer heißt dem menschlichen Gebrauch entziehen.
Aber in Wirklichkeit gestaltet sich in dieser Zeit der ganze Tag irgendwie als Ritual - oder sollte, denn ich kann die äußeren Umstände nicht immer völlig abschirmen.

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