Mittwoch, 27. Mai 2009

Außenseiter "stören" - auch wenn sie niemanden stören

Es sind zwei Meldungen, eine aus Kopenhagen, eine aus Hamburg, die an sich wenig miteinander zu tun haben:
«Christiania» unterliegt gegen dänischen Staat (netzeitung)
Nach über 37 Jahren soll der "Freistaat Christiania" in Kopenhagen endgültig aufgelost werden. Ein Gericht sprach dem dänischen Staat das volle Nutzungsrecht über das Gelände der alternativen Wohnsiedlung zu. Damit ist die Regierung von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen ihrem erklärten Ziel, die international berühmte "Hippie-Republik" in einen ganz normalen Stadtteil mit einem ganz normalen Wohnungsbauprojekt zu verwandeln, schon sehr nahe gekommen.

Nach 20 Jahren: Hausboot-Pionier muss gehen (abendblatt)
Schon seit 1989 wohnt der Frührentner Holger Buhr in einem kleinen Hausboot in der Billwerder Bucht - einem kaum noch genutzten Binnenhafen im Osten Hamburgs. Die Hafenverwaltung Hamburg (HPA) hat ihm jetzt nach fast 20 Jahren die offizielle "wasserrechtliche Genehmigung" für den Liegeplatz seines schwimmenden Zuhauses entzogen und droht mit hohem Zwangsgeld, wenn er den Platz nicht räumt. Begründung: Buhr betreibe dort keine "hafenkonforme Nutzung", und reines Wohnen im Hafen sei verboten. HPA-Sprecherin Karin Lengenfelder: "Und was illegal ist, wird nicht dadurch legal, dass es schon 20 Jahre andauert."

In dem einen Fall geht es um ein weltbekanntes gelungenes Experiment autonomen Lebens - im anderen Fall nur um das kleine Hausboot eines einzelnen Individualisten.
Der Denkmechanismus hinter den beiden Entscheidungen ist allerdings derselbe: Quertreiber und Aussenseiter werden nicht geduldet. Selbst wenn es eine Touristenattraktion wie Christiania ist, an der sich kaum ein Kopenhagener je gestört hat, oder um ein Hausboot, das 20 Jahre lang niemanden störte, und wahrscheinlich auch in Zukunft niemanden stören dürfte, geht.
Es geht ums Prinzip.
Dem Konservativen ist unwohl in einer Welt, in der nicht alles am Platz bleibt und nicht alles seinen geregelten Gang geht. Dass die dänische konservative Regierungskoalition von der lang geübten Praxis der Toleranz abgeht, hängt vordergründig mit dem Problem des Drogenhandels zusammen. (Wobei es nur um Hasch geht, "harte Drogen" werden von den Christanianern nicht geduldet.) Was sie wirklich treibt - und was Rasmussen sogar offen zugibt - ist die offenbar unerträgliche Vorstellung, es gäbe einen "rechtsfreien Raum". Also genau das, was auch das böse Internet für viele Konservative so bedrohlich erscheinen lässt. Schlimmer noch: sowohl Christiania wie das Internetzdingens beweisen, dass es auch ohne Top-Down-Entscheidungsmodelle geht, dass Selbstorganisation und Basisdemokratie funktionieren. Dass Anarchie nicht automatisch zur Rechtlosigkeit und zum allgemeinen Bürgerkrieg führt.

Im Falle des Hausbootes geht es, wie die HPA offen einräumt, darum, drohende Nachahmereffekte einzudämmen. (Im Wahlkampf malte der Rechtpopulist und spätere Innensenator Schill einst das Horrorgemälde drohender "Amsterdamer Verhältnisse" auf Hamburgs Kanälen und Fleeten an die Wand, mit Hausbootssiedlungen als unkontrollierbaren Brutstätten des Verbrechens. Schill ist schon lange weg vom Fenster, seine Angstbeisser-Mentalität hingegen nicht.)
Ein Liegeplatz in einem kaum noch genutzten Hafenteil ist billig (Holger Buhr zahlt 196 Euro im Jahr) und es gibt viele Hafenanlieger, z. B. Kaibetriebsgesellschaften, die nichts gegen Hausboote hätten. Da da könnte ja jeder kommen, so was untergräbt die Autorität der "Port Authority" und letzten Endes des Hamburger Staates! Zwar hat man in Hamburg, im Prinzip jedenfalls, nichts gegen Hausboote - nur sollen die sich gefälligst an die von den zuständigen Behörden aufgestellten Regeln halten: Am Mittelkanal z. B werden jetzt 5 (in Worten: fünf) Hausboot-Liegeplätze individuell ausgeschrieben. (Ich kenne die Ecke: da passen locker 50 Hausboote hin - ohne den spärlichen Bootsverkehr auf dem Kanal zu stören.)
Doch auch dabei will man nichts dem Zufall überlassen. Zeichnungen und ein Modell müssen die Bewerber einreichen. Eine Jury mit etlichen Beamten entscheidet dann, wer den Zuschlag bekommt. Architekten und andere Fachleute sollten auf jeden Fall zurate gezogen werden, heißt es in der Ausschreibung. Hausboot-Pionier Buhr: "Mit meinem Boot habe ich da doch niemals eine Chance."

Dienstag, 26. Mai 2009

Aus der Wunderwelt der gut-doofen Filme - heute: Star Trek

Dieses Mal geht es nicht, wie sonst, um einem Film, der doof, aber doch irgendwie gut ist, sondern um einen, der gut, aber doch irgendwie doof ist.

Vorweg: Der neue, 11. Star Trek -Film mit dem schlichten Titel "Star Trek" ist ein gut gemachter, unterhaltsamer Film.
Die Idee, einen "Reset" zu machen und die Geschichte des Raumschiffs Enterprise und seiner Crew sozusagen neu zu erzählen, ist, wenn man bedenkt, wie umfangreich und teilweise widersprüchlich der "Canon" aus fünf Fernsehserien und zehn Filmen ist, folgerichtig. Zwar ist dieser Neubeginn nicht so radikal ausgefallen wie bei der neuen "Kampfstern Galactica"-Serie, aber bei "Star Trek" stellt sich nicht das Problem, aus völlig trashiger SciFi mit einigen guten Ansätzen im Original in der Neuauflage eine gute Science Fiction-Serie zu machen.
Dass es Spocks Versagen in der "Zukunft" ist, das indirekt die neue Handlung auslöst, die damit in einem Alternativ-Universum zum "Original" spielt, ist nicht besonders originell. Damit wurde nur ein weiteres der unzähligen Parallel-Universen des Star-Trek-Multiversums kreiert. Andererseits hätte es nicht funktioniert, ohne jede Begründung einfach mit veränderten Prämissen neu anzufangen.

Besetzung und schauspielerische Leistung sind, anders als bei vielen anderen Science Fiction-Streifen, gut. Mit Zachary Quinto ist die Rolle des jungen Spock gut besetzt. Chris Pine legt den jungen Kirk anders an, als Shatner einst den Captain Kirk, aber wie er das macht, gefällt mir. Ein Kompliment an Karl Urban: sein junger McCoy schließt sich an Jackson DeForest Kelleys Dr. McCoy sozusagen nahtlos an, ohne das sein Spiel "nachgemacht" wirkt. Auch Leonard Nimoy als "alter Spock" zeigt sich in alter Form.

Obwohl "Star Trek" ausdrücklich kein Film für "Altfans" sein soll, gibt es zahlreiche kleine Anspielungen auf die alte Fernsehserie. Das Design ist eine geglückte Mischung aus dem Stil der Original-Serie aus den 1960ern und neuen Elementen. Sicher, einiges ist Geschmackssache (mir ist das Set-Design streckenweise zu düstern), aber wirklich "daneben" ist einzig die Idee, die Brücke der "Enterprise" statt des gewohnten Hauptschirm mit einer "Windschutzscheibe" zu versehen, die nach erfolgtem Gefecht mit dem Schiff des "Bösewichts" mit dem sinnigen Namen "Nero" tatsächlich Sprünge ausweist.
Die Spezialeffekte sind in Ordnung; die Kameraführung und der hektische Schnitt weniger. "Action"-Film heißt noch lange nicht, dass alle paar Sekunden ein Einstellungswechsel erfolgen muss. Nun ja, Geschmackssache.

Alles in allem: unterhaltsames Popcorn-Kino. Ein guter Film.

Allerdings auch ein doofer Film. Jedenfalls aus der Sicht eines Science Fiction-Fans wie mir, der Spaß daran hat, das Denkvermögen beim Kinobesuch nicht an der Garderobe abzugeben.
Die Story ist nämlich selten einfallslos. Man könnte sagen: nun, was erwarte ich von Popcorn-Kino?
Aber meine Güte: Es ist Star Trek!
Bisher zeichneten sich alle Star Trek-Serien durch Geschichten aus, die manchmal total gaga, hin und wieder intelligent, meistens originell, ab und an ziemlich schräge – und fast immer phantasievoll waren. Das Star Trek-Gefühl hängt sehr von den einfallsreichen oder zumindest engagierten Drehbüchern ab.
Das gilt auch (meistens) für die Star Trek-Filme (Meistens! Drehbuchschwächen gab es auch bei denen. Und Klischees ohne Ende.) Filme zum Spinnen und Träumen.
Nicht aber für den neuesten Star Trek-Film. Das ist ein typischer unterhaltsamer, aber strunzdummer Action-Film. Ein Haufen Aktionszenen und eine völlig vorhersehbare Klischeehandlung.
Bezeichnenderweise zeigt er, wie Kirk und Spock "aufwuchsen" – wobei die Jugend Kirks völlig der abgenudelten Nummer "Rebellischer junger Mann, der dann doch noch die Kurve Richtung Karriere kriegt" entspricht.
Kirks Vater stirbt, Kirk ist (klischeegerecht) deshalb völlig von der Rolle, rebelliert und prügelt sich, Jung-Spock hat Zoff mit den steifen, arroganten Vulkaniern und prügelt sich auch (immerhin ist das bei Spock nicht Klischee), der Planet Vulkan wird zerstört (ging es wirklich nicht ´ne Nummer kleiner?). Ja, und klar, Kirk und Spock stoppen den Bösewicht. 08/15. Und voller großer Unwahrscheinlichkeiten, die logisch nur dadurch zu erklären wären, dass die "Enterprise" mit dem aus "Per Anhalter durch die Galaxis" bekannten "Unendlichen Unwahrscheinlichkeits-Antrieb" ausgestattet ist. Jedenfalls kein Film, der auch beim mehrmaligen Sehen spannend wäre.

Damit wären wir bei dem Punkt, der richtig doof ist. Der Bösewicht. Klar, Klischeebösewichte gab es bei Star Trek schon öfter mal, aber einen Bösling, der so dick aufgetragen böse ist wie "Nero" noch nicht - und dabei auch noch, das ist das Peinliche, ironiefrei. Nicht nur, dass er nach einen als böse geltenden römischen Kaiser benannt ist - damit auch Zuschauer, die in Geschichte immer geschwänzt haben, mitkriegen, dass er richtig BÖSE ist, hat er Gesichtstattoos und fliegt ein Raumschiff, das schon von außen BÖSE aussieht und dessen Inneneinrichtung an eine finstere Klischee-Spelunke erinnert - eigentlich müsste Neros Brückencrew bei der schlechten Beleuchtung ständig die falschen Tasten drücken (aber vermutlich stammen die alle von nachtaktiven Wesen ab). Dass das Schiff offenbar seit seiner Indienststellung nie aufgeräumt wurde, und überall irgendwas im Wege steht, stelle ich nur mal so in den Raum.
Irgendwie fehlt Nero nur noch der schwarze Mantel und der schwarze Hut, damit auch jedes Bösewicht-Klischee erfüllt ist. Trotzdem - oder deswegen? - ist Nero der vermutlich blasseste Gegenspieler in der Geschichte der Star-Trek-Serien und -Filme.

Alles in allem ein guter, aber auch reichlich doofer, Sommer-Wochenend-Action-Film.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Nicht vergessen!

handeln statt wegschauen

Flashmob Grundgesetzlesen am 23. Mai!

Nachtrag, vom Pantoffelpunk:

zensursula1

Mittwoch, 20. Mai 2009

Umfrage: 90% sind gegen Netz-Sperren

Der Verein Missbrauchsopfer gegen Internetsperren hat über Infratest eine durch Spenden finanzierte Umfrage zur Internet-Sperren gemacht. Mehr als 90 Prozent gegen Sperrungen im Internet (Zeit.de).
Irgendwie weicht das Ergebnis auffällig von den "92 % für Netzsperren" der "Kinderhilfe"-Umfrage ab.

Mir gefällt vor allem, dass der Verein mogis so unaufgeregt und seriös gekontert hat. Vorbildlich für andere Aktionen!

Von Prioritätenlisten und faulen Sündenböcken

Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe hat zum Auftakt des 112. Deutschen Ärztetags den Vorwurf erhoben, dass die Politik die Öffentlichkeit bewusst über den Zustand des Gesundheitswesens täuschen würde. "Die Öffentlichkeit ist lange genug geblendet worden", erklärte er in Mainz. Wer heute "behauptet, die umfassende Gesundheitsversorgung sei sicher, der sagt schlicht und einfach nicht die Wahrheit". Ärztepräsident wirft Politik Lügen vor. Ärztepräsident Hoppe fordert eine Prioritätenliste. Was meiner Ansicht nichts an den strukturellen Konstruktionsfehlern des deutschen Gesundheitssystems ändern würde und die Tatsachen eher vernebelt. Es gibt einen Verteilungskampf innerhalb des Gesundheitssystems, und Hoppe vertritt in diesem Verteilungskampf eben die Interesse "seiner" Ärzte. Ein Vertreter z. B. der Pharmaindustrie würde anders reden.
Aber ich bin schließlich kein Gesundheitsökonom.

Gesundheitsökonom ist hingegen Professor Günter Neubauer, Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG) in München, der von tagesschau.de interviewt wurde: "Künstliche Hüfte erst bei Normalgewicht". Ein Interview, das meines Erachtens einen unangenehmen propagandistischen Drall hat.
tagesschau.de: Was treibt die Kosten im Gesundheitssystem in die Höhe?

Neubauer: Zu den Hauptfaktoren gehören die medizinischen Innovationen, die für eine älter werdende Bevölkerung von hoher Bedeutung sind. Und natürlich die Demokratie, die sagt: Von den Innovationen soll möglichst keiner ausgeschlossen werden - zumindest keine wichtige Wählergruppe.
Eine, wie ich finde, unbefriedigende Antwort. Zwar sind medizinische Neuerungen und die demographische Entwicklung Faktoren bei der Kostensteigerung im Gesundheitswesen - wobei meiner Ansicht nach von einer "Kostenexplosion" keine Rede sein kann.
Einige weitere, spezifische deutsche, Gründe für ein teures Gesundheitswesen sind z. B. die in Deutschland überdurchschnittlich hohen Arzneimittelpreise, und die Tatsache, dass hierzulande z. B. erheblich mehr geröngt wird, mehr Katheteruntersuchungen gemacht werden, überhaupt ein Patient häufiger untersucht wird, als in unseren Nachbarländern. Im Falle z. B. des Röntgens durchaus auch zum gesundheitlichen Nachteil des Patienten.
Über Deutschland hinaus gibt es weitere Faktoren, die die Gesundheitskosten in die Höhe treiben. Da wären z. B. die erfundenen Krankheiten, vom "Sissi-Syndrom" bis zu utopisch niedrigen Cholesterin-Grenzwerten. Wie überhaupt die wirtschaftlichen Interessen der Arznei- und Hilfsmittelhersteller oft "über Bande" durchgesetzt werden. Es wird für meinen Geschmack auch zu wenig darüber diskutiert, dass die Pharmaindustrie mehr Geld für Public Relation als für Forschung ausgibt. Interessant ist auch die Tatsache, dass Privatpatienten, obwohl sie diagnostisch gesehen im Schnitt "gesünder" sind als Kassenpatienten, z. B. im Schnitt häufiger operiert werden als Kassenpatienten.
Der Anteil der Kosten für das Gesundheitswesen am Bruttoinlandsprodukt liegt übrigens seit Jahrzehnten ziemlich konstant bei 10 Prozent. Die finanziellen Probleme der Sozialsysteme sind nicht wegen einer "Kostenexplosion" eskaliert, sondern hauptsächlich wegen der Einnahmeeinbrüche durch die hohe Arbeitslosigkeit und unzureichende Lohnerhöhungen - denn Sozialbeiträge sind an die Löhne gekoppelt.

Zurück zum Interview. Neubauers Antworten haben einen "Spin", den man z. B. auch aus dem Harz-IV / ALG II -Diskurs kennt: "Wem es dreckig geht, der ist halt selber schuld".
Bei der Prioritätensetzung kommt ein Aspekt dazu, den auch Herr Hoppe meint: Es ist die Frage der Verursachung durch veränderbare Verhaltensweisen. Das heißt: Ein übergewichtiger Mensch sollte seine Hüfte erst erhalten, wenn er auf Normalgewicht kommt, weil dann diese Hüfte länger hält und er sich in dieser Form indirekt beteiligt. Zugleich ist dies eine Warnung an andere Übergewichtige, nicht erst alles in sich hineinzufuttern und die negativen Folgen von anderen finanzieren zu lassen.
Dass Neubauer dabei tatsächlich auch an Langzeitarbeitslose denkt, wird aus folgender Antwort klar:
Die Übergewichtigen würden in einer privaten Versicherung höhere Beiträge zu zahlen haben. Denn sie belasten durch ihr Übergewicht die Versichertengemeinschaft stärker. In der Solidargemeinschaft zahlen die Übergewichtigen aber in der Regel niedrigere Beiträge, weil meist auch ihr Einkommen niedriger ist. Von daher ist das Gefühl der Gerechtigkeit auch von der anderen Seite zu sehen: Der Beitragszahler, der jeden Morgen aufsteht und joggt, um sein Gewicht zu halten, wird es als äußerst ungerecht empfinden, dass neben ihm jemand erst um 8 Uhr aufsteht, bis 10 Uhr futtert, Übergewicht hat und dann eine Hüfte braucht, für die er mitzahlen muss.
Erst um "8 aufstehen und bis 10 Uhr futtern" kann regelmäßig eigentlich niemand, der Arbeit hat. Es ist meiner Ansicht nach bezeichnend, dass Neubauer den Faktor "Faulheit" hervorhebt, und nicht etwa den, dass z. B. Niedrigverdienern oft nichts anderes übrig bleibt, als sich "billig" und damit oft ungesund zu ernähren.
(Übrigens ist gerade Joggen nicht der ideale Sport für Menschen mit beginnender Arthrose. Aber Neubauer ist schließlich Gesundheitsökonom, kein Arzt.)

Der Ansatz, der von Neubauer vertreten wird, folgt der weit verbreiteten Tendenz, unreflektierte "Stammtischargumente" mit der kühlen instrumentellen Vernunft der Ökonomie zu verbinden.
Ein - mutmaßlich gut verdienender - privat Versicherter soll ruhig sein Übergewicht haben, denn er zahlt dafür. Ein gesetzlich Versicherter ist hingegen verpflichtet, der Gemeinschaft nicht "zu Last zu fallen", und hat gefälligst so gesund wie möglich zu Leben. Ganz besonders gilt das für die unproduktiven Langzeitarbeitslosen.

Fast erinnert Neubauers Antwort an den berühmt-berüchtigten ehemaligen Berliner Ex-Finanzsenator Sarrazin. Sein Speiseplan für Hartz IV-Empfänger, mit dem er beweisen wollte, dass man sich auch mit dem Regelsatz gesund und ausreichend ernähren könnte, war auf einen unrealistisch niedrigen Tagesbedarf von 1.550 kcal ausgelegt. Sarrazin "rechtfertigte" seine Hungerdiät mit dem zynischen Ausspruch: "Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht".

Der Mensch im ökonomistischen Weltbild ist ein Kostenfaktor, Abweichungen von der Norm erzeugen Verluste, folglich muss der Mensch für das System zugerichtet werden. Juli Zeh stellt in ihrem dystopischen Roman "Corpus Delicti" die logische Konsequenz des Kosten-Nutzen-Denkens im Gesundheitswesen dar: eine Gesundheitsdiktatur, in der "Abweichler" zu Gunsten des vermeindlichen Gemeinwohls "beseitigt" werden. Juli Zeh über Gesundheitsdiktatur (Zeit.de).

Samstag, 16. Mai 2009

... ich mach' ma' Werbung.

(Natürlich unbezahlt.)
Wahlwerbespot der "Piratenpartei":


Es gibt außerdem ´ne interessante Umfrage bei den "Piraten":
http://twtpoll.com/hct6ek

Donnerstag, 14. Mai 2009

Gefährlich Überschätzung: Homöopathie gegen "Schweinegrippe"

Unter der banalen Überschrift der Pressemitteilung verbirgt sich m. E. ungeheuerliches: Homöopathische Ärzte behandeln H1N1-Erkrankte.
Es wäre auch schlimm, wenn in Homöopathie ausgebildete Ärzte Grippekranke nicht behandeln würden. Im Ernst: ich bestreite nicht, dass es Mittel im homöopathische Arzneischatz gibt, die, zusätzlich zu einer konventionellen Behandlung gegeben, bei einer Grippe hilfreich sein könnten. Aber darum geht es ja nicht.

Mich stört ganz gewaltig, dass in dieser Pressemeldung Curt Kösters, Vorsitzender des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), seine Behauptung, diese Infektionskrankheit ließe sich sehr gut homöopathisch behandeln (ausschließlich homöopthisch behandeln, wenn ich ihn richtig verstehe), mit einem Beispiel aus der Zeit der Pandemie der "Spanischen Grippe" von 1918 belegt.
Nicht nur, dass es noch keine Grippeschutzimpfung gab. Eine Impfung gegen die "Schweinegrippe" ist immerhin in Sicht, so dass mit einer Pandemie von dem Ausmaßen der "Spanische Grippe" nicht zu rechnen ist. Außerdem bieten herkömmliche Impfungen gegen H1N1-Viren wahrscheinlich über Kreuzimmunität einen gewissen Schutz.
Von wirksamen virustatische Medikamenten, wie Oseltamivir (Handelname u. A. Tamiflu) oder Zanmirvir (Handelsname u. A. Relenza) konnten damalige Ärzte nicht einmal träumen. Das einzige, was ein Arzt damals machen konnte, war eine symptomatische Therapie. Und auch deren Möglichkeiten, Komplikationen wie etwa eine Lungenentzündung zu verhindern, waren in der Zeit vor den Antibiotika verglichen mit heute bescheiden.

Dr. H. W. Sjögren hatte damals laut Dr. Cösters 805 Fälle von Grippe dokumentiert, die er homöopathisch behandelte, "da die Sterblichkeit bei allopathischer Behandlung abschreckend wirkte." (Allopathisch wäre bei Grippe etwa die Gabe eines fiebersenkenden Mittels - was außer bei lebensgefährlich hohem Fiber bei der Virusgrippe tatsächlich unangebracht ist, damals aber gängige Praxis war.) Dr. Sjögren verzichte offensichtlich auf die im Grunde hilflosen, manchmal sogar schädlichen, Therapieversuche anderer Ärzte - und machte damit gute Erfahrungen.

Aus heutiger Sicht würde aber eine rein homöopathische Behandlung einer schweren Virusgrippe bedeuten, dass dem Patienten eine in den meisten Fällen wirksame Behandlung mit "konventionellen" Medikamenten vorenthalten wird. Ich hoffe sehr, dass die in Homöopathie ausgebildeten Ärzte die Möglichkeiten dieser Methode nicht so überschätzen, wie dies offensichtlich der Vorsitzende des DZVhÄ tut.

Um es ganz deutlich zu sagen: mit dieser Pressemitteilung wirb der DZVhÄ leichtfertig mit Heilungsversprechen, die aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar sind!

Warum ich lieber blogge als für die Lokalpresse zu schreiben

Neulich wurde ich von einem Leser meines Blogs gefragt, warum ich denn nicht auch mal was für die Zeitung schreiben würde. Ich schriebe doch so gut.
Nun, wer sich einigermaßen mit Journalismus beschäftigt hat, der weiß, dass meine Schreibe hier nicht professionellen Maßstäben entspricht. Davon abgesehen: ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, "mal was für die Zeitung" zu schreiben: Viel Ärger, wenig Geld.

Es ist schon einige Jahre her, da bezog ich Arbeitslosenhilfe und verdiente als "freier Mitarbeiter" für Zeitungen und ab und an Zeitschriften ein paar Mark nebenher. Was ich auch brav als "Nebenverdienst" angab.
Das handelte mir Ärger mit dem Arbeitsamt ein. Ich geriet in den Verdacht, das Arbeitsamt zu beschummeln. Eine Sachbearbeiterin bei der Zahlungsabteilung hielt die von mir angegebenen Honorare für zu niedrig, um plausibel zu sein.

Ich habe nie erfahren, was die Sachbearbeiterin unter "plausiblen" Honoraren verstand. Ich vermute, sie ging von den Honorarvereinbarungen etwa des Deutschen Journalisten-Verbandes aus. Diese Honorare sind zwar auch nicht üppig (alter Kalauer: "Honorar" käme von "rar"), lagen aber deutlich über dem, was ich mit meiner Schreiberei verdiente.

Nun ist es nichts Neues, dass die Artikel in Lokalblättern vor allem von Studenten, Hausfrauen, Rentnern, Arbeitslosen (wie mir) oder anderen nicht-hauptberuflichen Journalisten geschrieben werden. Daraus, aus Pressemitteilungen der Vereine und der örtlichen Unternehmen sowie aus Agenturmeldungen besteht fast der ganze "redaktionelle Inhalt" einer typischen Lokalzeitung. Auch bei der "Yellow Press" (den "Klatschblättern") und bei vielen Spezialzeitschriften ist der Anteil von Nebenerwerbs-Journalisten traditionell groß.
Einige Lokalblätter zahlen Zeilenhonorare von nur 10 Cent pro Zeile. Das glaubt einem ein Branchenfremder nicht so ohne Weiteres. Nun gut, mag mancher denken, für Schreibe auf meinem Niveau ist das vielleicht angemessen. Es gibt aber auch einige hauptberufliche Journalisten, die solche Hungerlöhne erhalten. Oftmals parallel zu Arbeitslosengeld II.

Interessante Einblicke in die Honorarsituation der freien Lokal-Reporter und die Gründe dieser Misere geben zwei Artikel auf Meedia, einem Medien-Portal:
Honorare 2009: Leben mit 10 Cent pro Zeile
und
„Honorare sind unterirdisch niedrig“.
Letzter ist besonders interessant, weil der "Nordkurier"-Chefredakteurs Michael Seidel in einem offenen Brief diese sonst von den Verlagen eher verschleierte Tatsache offen anspricht.

Gestoßen bin ich auf diese Artikel übrigens durch einen Blogbeitrag Thomas Knüwers: Real existierender Bürgerjournalismus.

Warum ist das so?
Aus Sicht der kleinen Lokalblätter und auflagenschwachen Spezialzeitschriften sind die raren Honorare oft ein aus finanziellen Zwängen geborenes Übel: sie können oft nicht besser zahlen, selbst wenn sie es wollen.
Das ist sozusagen ein traditioneller Missstand. Ein anderer, neuerer Grund liegt meines Erachtens darin, dass, egal ob auf "totem Baum" oder Online, zwar sehr viel von "Qualitätsjournalismus" die Rede ist, aber in der Praxis möglichst preiswerter "Content", Seitenfüllstoff, gefragt ist. Entsprechend sehen dann auch die Honorarverhandlungen aus: im Zweifel schreibt die Praktikantin billiger. Und Pressemeldungen sind umsonst.

Ein Problem bei den von Gewerkschaften aushandelten Honorarsätzen liegt darin, dass ein echter "freier Journalist" für mehrere Auftraggeber arbeitet und deshalb niemals als "fester Freier" in Kategorie "arbeitnehmerähnlich" fällt. Für die meisten Nebenerwerbs-Journalisten ist das, was VerDi oder DJV aushandeln, ohnehin schlicht irrelevant. Und der gern von gewerkschaftlicher Seite gegebene Hinweis, freie Journalisten müssten eben auf die vereinbarten Honorarsätze pochen, ist in der Praxis nicht durchsetzbar.

Ein sehr wichtiger Grund dafür, warum Hungerhonorare auch außerhalb der Lokalpresse üblich geworden sind, ist: Der Markt für freie Journalisten - für Journalisten insgesamt - ist überbesetzt. Nachdem viele Verlage ihre Redaktionen drastisch verkleinert haben, schlagen sich viele professionelle Journalisten auf dem Markt der "Freien" durch.

Deshalb verzichte ich heutzutage darauf, für Lokalzeitungen zu schreiben.
Es lohnt sich nur dann, wenn man Idealist ist. Dieser Idealismus vergeht einem aber schnell, wenn man merkt, wie stark die Rücksichtnahme auf Anzeigenkunden, auf die örtlichen Politiker und auf "Lokalgrößen" in Behörden, Wirtschaft und Vereinswesen in Lokalredaktionen ist. Der einzige andere Grund für die Lokalpresse zu schreiben, wäre der, z. B. als Pressesprecher eines Unternehmens oder Vereins, "PR im Kleinen" zu betreiben.
Mir ist auch bewusst, dass ich als "Amateurjournalist" faktisch "Honorardrücker" für die "Profis" bin.

Um mich "selbst schreibend zu verwirklichen", ist ein Blog sowieso das geeignetere Medium. Denn zum "Modeberuf Journalist" oder dazu, unbedingt "irgendwas mit Medien" zu machen, hat es mich nie gedrängt. Auch meine Zeitungs- und Zeitschriftenartikel damals waren Nebenprodukte meiner Hobbys.

Dienstag, 12. Mai 2009

Trau, schau, wem ...

Die Deutsche Kinderhilfe startet eine Unterschriftenaktion, um die Netzzensur-Pläne der Bundesregierung gegen "Kinderpornographie" zu unterstützen. Die Aktion richtet sich explizit gegen die ePetition, die mittlerweile von 75.000 Mitzeichnern unterstützt wird. Deutsche Kinderhilfe für Zensursula.
Deutsche Kinderhilfe? War da nicht mal was? Kommen einem bestimmte Namen nicht irgendwie bekannt vor?

Goldene Worte - bleierne Realität

Ja, da hat Miriam Meckel Recht:
Wir brauchen Menschen, die von ihrem Schreibtisch aufstehen und sich von ihrem Computer lösen, um zu beobachten, was in der Welt geschieht. Wir brauchen Menschen, die unter Recherche mehr als die Eingabe eines Begriffs in eine Suchmaschine verstehen. Die mit anderen Menschen sprechen, um zu verstehen, was sie bewegt und ihr Leben bestimmt. Wir brauchen Menschen, die diese Geschichten so erzählen können, dass andere sich für sie interessieren.
Was, so sehe ich es, auf einige andere Aussagen in ihrem Artikel Qualitätsjournalismus: In der Grotte der Erinnerung nicht zutreffen dürfte.

Lassen wir mal die wohldokomentierte Tasache beiseite, dass Frau Meckel Partnerin der Brunswick Group, eines international tätigen Unternehmens für Strategieberatung ist. Wobei die Brunswick Group ja auch den "Journalistenschreck" David Montgomery, den Medien-Finanzinvestor, berät, einen knallharten Kostenminimierer und Redaktions-Einschrumpfer. Ich vermute zwar, dass sie damit mehr Geld verdient, als als "Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen", und damit keineswegs eine neutrale Expertin ist, aber da heißt noch lange nicht zwangläufig, dass der Artikel verlogen ist. Schließlich ist sie nicht die persönliche Beraterin Montgomerys, eines der real existierenden "Totengräber des Qualitätsjournalismus".
Ich nehme sogar an, dass die Frau Professorin ehrlich glaubt, was sie da schreibt.

Ich bin zwar kein berufsmäßiger Journalist, aber ich weiß aus Gesprächen mit "Profis" in etwa, wie der reale Redaktionsalltag im Jahre 2009 so aussieht. Nämlich trübe. Wenn ich z. B. erfahre, dass in einer Online-Redaktion der einzige Mitarbeiter, der überhaupt Zeit und Energie hat, mal den Schreibtisch zu verlassen und für Recherchen nach draußen zu gehen, die Praktikantin ist, dann ist das, nach allem was ich weiß, nicht untypisch. Ebenso wenig, wie dass Zeitungsredaktionen heutzutage hauptsächlich mit dem Umschreiben von Pressemeldungen und dem Aufbereiten von Agenturtexten beschäftigt sind. Oder dass die meisten Texte von Volontären und Praktikanten verfasst werden, während erfahrenere Journalisten, etwa als Chefredakteure, sich mehr denn je mit betriebswirtschaftlichen und administrativen Tätigkeiten, mit Produktmanagement, herumschlagen müssen. Für investigative Recherchen fehlen meistens schlicht die Mittel.
Näheres überlasse ich einem Bloggerkollegen, der selbst Journalist ist, und uns Blogger keineswegs schont (im Gegenteil); und einem bloggendem Journalisten.

Ich habe den Eindruck, dass Meckel im "Entweder-Oder"-Denken gefangen ist. Entweder, das bisherige Geschäftsmodell der Medienunternehmen finanziert weiterhin den Journalismus - oder der recherchierende und reflektierende Qualitätsjournalismus verschwindet. Bis auf das von ihr als unzureichend beschriebenen Stiftungsmodell Huffingtons erwähnt - oder kennt? - die Medienwissenschaftlerin keine anderen Modelle. (Das ist etwa so, als würde ich behaupten, ein Musiker könne nur mit einem Plattenvertrag mit einen "Major Label" Geld verdienen, abgesehen von einer Handvoll Musikern in öffentlichen oder durch Stiftungen finanzierten Einrichtungen.)

Wie sieht es bei mir persönlich, einem Blogger und Gelegenheitsjournalisten (manche sagen: Möchtegernjournalisten) aus?
Frau Meckel hat natürlich recht, ein Großteil der Inhalte, die in Weblogs präsentiert und diskutiert werden, stammen aus der Recherche und Publikation der traditionellen Medien. Dass trifft auch auf mein Senfblog zu.
Allerdings kommt auch der Inhalt "tradioneller Medien", siehe oben, größtenteils aus zweiter Hand.
Ich behaupte mal ganz frech: Auf einige Gebieten traue ich mir ohne Weiteres zu, kundiger als die meisten Journalisten zu sein. Das trifft auf viele Blogger in noch größerem Maße als mich zu. Was, zusammen mit der Tatsache, dass "Amateure" selten unter Zeitdruck stehen, dazu führt, dass nicht nur die "Kommentare", sondern auch die "Hintergrundartikel" auf Blogs oft qualitativ besser sind, als die in den "traditionellen Medien".
In meinem Fall kommt noch hinzu, dass ich, vor allem auf den Seiten von "Nornirs Ætt", gern Nachrichten aufgreife, die im "Mainstream", aus welchen Gründe auch immer, untergehen. Auch dieses "Heben versunkenen Schätze" betreiben viele Blogger. Und nicht wenige von ihnen machen das weitaus besser, als die unter Auflagen- und Quotendruck, eventuell auch noch unter dem Druck der Agenda ihres Verlages oder ihres Senders, stehenden klassischen Medien.

Außerdem hätte sie sogar bei meinen wenig ambitionierten Blog Unrecht, wenn sie meint, dass (abgesehen von persönlichen Befindlichkeiten und Alltagsgeschichten) nichts wirklich Neues darin stünde.
Erst recht gilt das für die Blogs von Experten und politisch engagierten Bürgern, deren Inhalten mitunter später von den klassischen Medien aufgegriffen werden. (Aktuelles Beispiel: Zensursula. Denn zuerst jubelte die Maistream-Medien fast unisono über den "Stoppschild"-Gesetzentwurf, die sachkundige Kritik kam "aus dem Internet".)

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