Donnerstag, 2. November 2006

BILD.de Liste mit Bildungslücken

Und zwar solchen von der Breite des Grand Canyons.
Via BILD-Blog (Kurz korrigiert (278-280) und Kurz korrigiert (275 - 277 ) stieß ich auf eine Liste, die selbst für BILD-Verhältnisse ein ungewöhliches Ausmaß an Fehlern, Abwegigkeiten, Absurditäten und willkürlichen Annahme enthält: BILD.de"Die 101 wichtigsten Menschen, die nie gelebt haben". Es ist übrigens keine Entschuldigung, dass die Liste von drei US-Autoren, die keine Fachleute für Literatur, Geschichte oder Mythologie sind, zusammenstellt wurde.
(Ich bin auch kein Fachmann, deshalb sind meine Listen ohne jeder Gewähr für ihre Richtigkeit und Vollständigkeit.)

Immerhin 11 der "wichtigsten Menschen, die nie gelebt haben", sind gar keine Menschen, sondern Tiere, Monster oder Maschinen:
Platz 31 The Little Engine That Could (Die „Little Engine That Could“ ist eine Eisenbahn-Geschichte von Watty Piper. Auf ihr und den „Railway Series“ von Wilbert Awdry basiert das Erfolgs-Musical „Starlight Express“)
Platz 38 Godzilla (japanisches Filmmonster)
Platz 41 Bambi (Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios, basiert auf dem Buch "Bambi, ein Leben im Walde" von Felix Salten)
Platz 55 Das hässliche Entlein (Märchen des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen)
Platz 56 Loch Ness Monster (Nessie) (Monster, das angeblich in einem schottischen See in der Nähe der Stadt Inverness lebt)
Platz 66 HAL 9000 (der Super-Computer des Raumschiffs „Discovery“ in Stanley-Kubrick-Film „2001: Odyssee im Weltraum“ nach dem Buch von Arthur C. Clarke)
Platz 67 Kermit (der Frosch aus der „Muppet Show“ und der „Sesamstraße“)
Platz 74 King Kong (der berühmteste Gorilla in der Filmgeschichte)
Platz 78 Joe Camel (Cartoonfigur eines Kamels, die die Zigarettenfirma R. J. Reynolds in ihrer Werbung für „Camel“-Zigaretten einsetzte)
Platz 79 The Cat in the Hat (Kinderbuch von Theodor Seuss Geisel, genannt Dr. Seuss)
Platz 94 Buck (Mischlingshund in Jack Londons Roman „Der Ruf der Wildnis“)

Hinzu kommen vier (eigentlich sechs) Götter - dass die meisten Menschen in Bezug auf sie Atheisten sind, sagt nichts darüber aus, ob es sie gibt:
Platz 23 Apollo und Dionysus (Götter der griechischen Mythologie)
Platz 45 Venus und Cupido (römische Göttin der Liebe und ihr männliches, geflügeltes Gegenstück) Falsch, Cupido bzw. Amor ist Sohn der Venus.
Platz 46 Prometheus (erschuf nach der griechischen Mythologie die Menschen, brachte ihnen das Feuer)
Platz 99 Lilith (weibliche Figur der antiken, vorderasiatischen Religionen und Symbolfigur der Emanzipation)

Das selbe, was für Götter gilt, gilt auch für die zwölf mythologischen Gestalten - die außerdem möglicherweise auf (u. U. mehrere) "wirkliche" Menschen zurückgehen:
Platz 4 Santa Claus (Weihnachtsmann) Der Weihnachtsmann ist zwar fiktiv, im Sinne eines Kunstmythos, aber die Legende vom St. Nikolaus läßt sich auf wahrscheinlich historische Personen zurückführen. Außerdem gingen Züge des griechischen Göttes Hermes und des mit ihm charakterlich verwandten nordischen Gottes Odin in die Nikolaus-Gestalt ein.
Platz 7 Siegfried (der Drachentöter – Held aus dem Nibelungenlied)
Platz 14 Ödipus (Gestalt der griechischen Mythologie. Er heiratet seine Mutter)
Platz 24 Odysseus (einer der bekanntesten griechischen Helden im Trojanischen Krieg)
Platz 47 Pandora (in der griechischen Mythologie die erste Frau auf Erden, auf Geheiß von Göttervater Zeus aus Lehm geschaffen. Sie besaß eine Büchse, die sie leider öffnete – und so Elend, Not und Krankheiten über die Menschen brachte)Nur eine, sehr antifeministische, Version des Mythos.
Platz 58 St. Valentin (Schutzpatron der Liebenden)
Platz 59 Helena (in der griechischen Mythologie als die schönste Frau ihrer Zeit verehrt, Tochter des Zeus und der Leda)
Platz 76 Herkules (in der griechischen Mythologie Sohn des Zeus und der Alkmene, berühmt und berüchtigt wegen seines Jähzorns und vor allem seiner unbändigen Kraft) und seiner Schläue - wie die meisten mythologischen Helden hat er nicht nur Muckies, sondern auch Grips.
Platz 80 Ikarus (In der griechischen Mythologie Sohn des Dädalus, der ihnen beiden Flügel aus Federn und einem Holzgestell baute, um damit zu fliegen. Aus Leichtsinn flog Ikarus jedoch zu hoch: Die Sonnenwärme ließ das Wachs, das die Konstruktion zusammenhielt, schmelzen. Ikarus stürzte ins Meer.
Platz 82 Sindbad (der Seefahrer, bekannt aus den „Märchen aus Tausendundeine Nacht“)
Platz 88 Pygmalion (Name eines Bildhauers der griechischen Mythologie und Schauspiel von George Bernard Shaw)
Platz 92 Der wandernde Jude, der ewige Jude (Ahasveros, Figur aus der christlichen Mythologie bzw. Legendenbildung)

Dann gibt es auf der Liste sieben Sagengestalten, die mit einiger Wahrscheinlichkeit auf historische Personen zurückgehen (am wenigsten historisch gesichert ist übrigens Willhelm Tell, am besten gesichtert ist der Alchimist, Astrologe und Magier Dr. Johann Faust (ca. 1480 - 1540).
Platz 3 King Arthur (Der legendäre König Artus aus der Sage)
Platz 5 Hamlet (Einer der bekanntesten tragischen Helden von William Shakespeare) Beruht auf dem halb-legendären frühmittelalterlichen dänischen Prinzen Amlethus.
Platz 12 Robin Hood (Legendärer englischer Volksheld, der sich für die Armen eingesetzt hat)
Platz 29 Midas (Antike Sagengestalt, bekannt für ihre Gier und Dummheit) König Midas von Lykien.
Platz 36 Faust (Hauptfigur in der gleichnamigen Tragödie von Johann Wolfgang von Goethe, dem bedeutendsten und meistzitierten Werk der deutschen Literatur)
Platz 42 Wilhelm Tell (Sagenhafter Freiheitskämpfer. Nach der Legende soll er dem Landvogt Gessler getrotzt haben, der Tell daraufhin zwang, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen)
Platz 69 Der Rattenfänger von Hameln (Titelfigur der Sage nach den Gebrüdern Grimm. Darin befreit der Rattenfänger mit seinem Flötenspiel Hameln von einer Rattenplage. Als die Stadtväter nicht zahlen wollen, entführt er auf gleiche Weise die Kinder der Bewohner)

Schließlich gibt es noch (mindestens) acht bzw. neun literarische Figuren, die auf Menschen beruhen, die wirklich gelebt haben. Mindestens, da viele der in der Liste geannten literarischen Figuren an wirkliche Menschen zumindest angelehnt sind:
Platz 11 Onkel Tom (Titelfigur aus dem Roman „Onkel Toms Hütte“ von Harriet Beecher-Stowe um einen Sklaven in den USA des 19. Jahrhunderts. „Onkel Tom“ wird mehrfach verkauft, hofft schon auf Freiheit – und wird schließlich doch von seinem letzten Besitzer zu Tode misshandelt.) Beruht auf den Lebensgeschichten mehrerer schwarzen Sklaven.
Platz 22 Robinson Crusoe (Romanfigur von Daniel Defoe, die auf einer einsamen Insel strandet)
Platz 33 Dracula (der wohl berühmteste Vampir der Literaturgeschichte, Titel eines Romans von Bram Stoker) Vlat Dracula, der "Pfähler", ist historisch. In Anlehnung an Volkssagen zum Vampir gemacht hat ihn allerdings wirklich erst Stocker.
Platz 34 Alice im Wunderland (Kinderbuchheldin des britischen Mathematikers und Schriftstellers Charles Lutwidge Dodgson)
Platz 35 Citizen Kane (Hauptfigur im gleichnamigen Film des US-amerikanischen Regisseurs Orson Welles)
Platz 65 Tom Sawyer und Huckleberry Finn (Die Lausbuben aus „Die Abenteuer des Tom Sawyer“ und „Huckleberry Finns Abenteuer“, Jugendbuch-Klassiker von Mark Twain).
Platz 71 Hiawatha (Name eines Onondaga-Häuptlings)
Platz 93 Der große Gatsby (Hauptfigur im gleichnamigen gesellschaftskritischen Roman von Francis Scott Fitzgerald)

Mittwoch, 1. November 2006

Selbst-Bestimmung

Sven schrieb in seinem Blog eine umfassende Standortbestimmung, die
Karan auf ihrem Blog
ergänzte.

Ich kann meinen Freunden zustimmen - zumindest in den meisten Dingen - und könnte spontan seitenlang Kommentare und Ergänzungen abliefern. Anderseits habe ich mich schon mehrfach zu aus spontaner Wut geborenen Blogeinträgen hinreissen lassen, einen weiteren halte ich für verzichtbar.

Andererseits wäre eine echte, offene und systematische Standortbestimmung nicht nur persönlich, sondern sehr privat - oder besser gesagt intim. Es gibt Dinge, die nicht ins Internet gehören. Viel zu viele dieser Dinge habe ich bereits ins Netz gestellt. Ich mache mir sehr viele Gedanken darüber, wo ich stehe, eine Selbst-Bestimmung, aber ich entscheide selbst, was ich da davon der neugierigen Öffentlichkeit zeige. Wo ich politisch stehe ist ohnehin kein Geheimnis (wenn auch vielen bestimmt ein Rätsel), man kann es diesem Blog ebenso entnehmen, wie meine philosophische Neigung oder meine leicht exentrische (andere sagen: völlig spinnerte) religiöse (oder besser: spirituelle) Orientierung.

Karan stellt in ihrem Blog die Frage:
Weshalb geht denn niemand mehr auf die Straße? Wir alle hätten genügend Gründe dazu, deutlich mehr sogar als zu Wackersdorf- und Startbahn-West-Zeiten.
Für mich könnte ich antworten: "Wieso, ich gehe doch auf Demos?" Aber das beantwortet nicht die Frage, wieso spontane Massendemonstrationen heute sehr viel seltener als vor sagen wir mal 20 Jahren sind.
Ein wichtiger Punkt dabei ist Angst.
Das klingt vielleicht paradox, weil es ja Angst war, vor allem die Angst vor dem Atomtod, die massenhaft Menschen auf die Straßen brachte. Es sind aber kollektive Ängste, die Menschen mobilisieren - oder, wie geschickte Demagogen wissen, mobilisieren lassen.
Individuelle Ängste - oder solche, die als persönliches Problem wahrgenommen werden - lähmen das öffentliche Engagement eher.
Zum Beispiel die Angst um den Arbeitsplatz.
Manipulation mittels Angst, der Apell an kollektive Ängste zur Massenmobilisierung wie auch der Apell an persönliche Ängste, um Menschen zu lähmen, hat eine lange Tradition.
Die in Deutschland weit verbreitete Mentalität, Ängste geradezu zu pflegen, als "German Angst" geradezu sprichwörtlich geworden, begünstigt den Einsatz des Mittels Angstmanipulation. Zumal unsere "Entscheider" selbst von oft irrealen Ängsten getrieben werden, wie Sven richtig erkannte.
Es steckt allerdings nicht etwa eine kühl kalkulierende Machtelite oder gar das Wirken irgendwelche Drahtzieher im Hintergrund hinter der Angstmanipulation. Jedenfalls nicht im heutigen Deutschland. Meisten sind es eher kleinkarierte Interessen politischer oder kommerzieller Art.
Als Angstverstärker arbeiten die professionellen Panikmacher, genannt Massenmedien.
Ein Beispiel - ich erwähnte in einem früheren Beitrag Ja, ja, das Fernsehen ... eine Fundsache aus einem Forum, in dem es um das leidige Thema: "Überall Kinderschänder - wie schütze ich nur mein Kind?" ging:
Und es ist ja nicht so, dass es früher weniger Pädophile gegeben hätte. Es gab nur kein Privatfernsehen.
Damals habe ich aus Neugier die entsprechenden Foren abgesurft. Meine ausführliche Stichprobe ergab: die meisten Eltern führten ihre Ängste auf "man hört soviel" zurück, persönliche Erlebnisse tauchten in den von mir besuchten Foren fast nie auf. Mir fiel hingegen auf, wie oft "das Fernsehen" als Quelle genannt wurde. Übrigens nicht nur in Hinblick auf auf "Kinderschänder":
Habe gestern zu Mittag eine Sendung gesehn, wie leicht es ist Fotos von fremden zu machen mit dem Handy ohne das wer was mitbekommt. und schon bis im Netz, also nein danke.
Wäre ich Verschwörungstheoretiker, würde ich argwöhnen, dass auf diese Weise Ängste um die Privatsphäre von öffentlichen Überwachungskameras usw. auf private "Spanner" umgelenkt werden. Der Vorteil von Privatpersonen oder auch skrupellosen Privatunternehmen, die die Privatsphäre verletzen, ist für einen Journalisten aber der, dass anstrengende politische Überlegungen ausgeklammert bleiben können. Sind ja alles Einzelfälle und alle handeln eindeutig gesetzwiderig. Bequem. Und ohne "Ärger" für die Redakteure.

Man kann sich der "Desinformationskultur" weitgehend entziehen. Es gibt, wie Karan schrieb, ja eine neue Informationskultur abseits der (Massen-)Medien, und wie sie glaube ich, dass diese Kräfte (z.B. der Weblogszene) durchaus ins Konkrete wirken können. Das Problem dabei: um sie nutzen, braucht man ein Mindestmaß an Bildung. Was übrigens noch mehr für den intelligenten Umgang mit den Massenmedien gilt. Das Problem: mit der Bildung hapert es. Nicht nur, aber vor allem, in der "Unterschicht". Ein echtes Klassenproblem.
Wie Karan weiß ich um die Kraft des direkten Handelns. Denn die neue Kommunikations- und Informationstruktur "von unten", abseits der "offiziellen" Medien, ist das Eine. Aber so wichtig sie ist, sie kann persönliche Kontakte und direktes Engagement nicht ersetzen.

Eine anderes, von Sven angesprochenes, für meine Selbst-Bestimmung wie für die Selbstbestimmung des Menschen wichtiges Thema:
Da lasse sich bitteschön keiner Sand in die Augen streuen, die Kirchen erkennen die Trennung von Kirche und Staat durchaus an, ja - solange sie halt (noch) vorhanden ist. Wo sie nicht mehr vorhanden ist sind die Kirchen - durchaus aus deren Perspektive verständlicher Weise - die letzten, die diese Trennung wieder lauthals haben wollen.
Das hat nichts mit "Christenhetze" zu tun. Das betrifft jede organisierte Religionsgemeinschaft - manche mehr, manche weniger, aber völlig frei von diesem Bestreben ist keine. Tatsächlich sind viele heidnische Gemeinschaften in Sachen Machtstreben weitaus profilierter als z. B. die in dieser Hinsicht sehr zurückhaltende evangelische Kirche Deutschlands.

Besonders unangenehm sind religiöse Fundamentalisten. Wobei der Fundamentalismus sich nicht auf christliche und muslimische Sekten, also auf Außenseiter, beschränkt. Der Fundamentalismus - mehr Ideologie als Glaube - steckt tief in den Großkichen drin, selbst wenn kaum noch ein ernstzunehmender moderner Theologe die Bibel wörtlich versteht.

Ich schätze die Bibel als mythologische Schrift, die in einem bestimmten historischen und sozialen Kontext entstand, und respektiere jene sehr, die die Bibel als moralischen Leitfaden sehen, über den intensiv und immer wieder neu nachgedacht werden muß. Als Mythos enthält die biblischen Geschichten sehr viel tiefe Wahrheit - die man aber niemals mit historischem oder naturwissenschaftlichen Faktenwissen verwechseln sollte.

Es fällt uns christlich-abendländischen Menschen meistens gar nicht mehr auf, was für ein unlogischer Unsinn dabei herauskommt, wenn man die Bibel nicht als Mythos sieht:

Ein allwissender Gott erschafft den Menschen, von dem er weiß dass er sich nicht so betragen wird, wie er soll. Die Menschen handeln, aufgrund der ihn von Gott gegebenen Eigenschaften, dann gegen die Absichten Gottes, wofür sie Gott, der das alles vorher wußte, entsetzlich bestraft.
Im christlichen Anhang zur jüdischen Bibel, im "neuen Testament", wird es dann völlig absurd, wenn wir auf eine historisch-kritische Sichtweise verzichten, oder darauf beharren, dass die Evangelien etwas anderes als Mythen sind: Gott will den Menschen doch noch erlösen. Deshalb schickt seinen Sohn (mit dem er auf eine sich menschlichem Verständnis entziehende Weise identisch, aber auch nicht identisch ist) in die Welt, der dort abgeschlachtet werden wird und dessen Botschaft bei den meisten Menschen auf taube Ohren stößt (was Gott, der alles weiß, natürlich auch wusste).
Oder, wie es Robert A. Heinlein formulierte:
Gott ist allmächtig, allwissend und voll Güte - so steht es geschrieben. Wenn Ihr Verstand in der Lage ist, an diese drei göttliche Attribute gleichzeitig zu glauben, dann habe ich einen tollen Handel für Sie! Keine Schecks bitte. Bar und in kleinen Scheinen.
Auch wenn Bob persönlich ein erz-autoritärer Knochen und trotzdem politisch ein Libertärer war - da hat er recht!
Moderne Theologen wissen, dass man die Bibel so nicht verstehen sollte. Was nichts daran ändert, dass genau die von mir karrikierte, quasi fundamentalistische, Sichtweise die nach wie vor vorherrschende ist. Auch in höchsten Kirchenkreisen. Weil es ihnen eine einzigartige Machtstellung verleiht.

Dienstag, 31. Oktober 2006

Monster-Party

Heute ist Samhain. Oder Halloween.
Kürbislaterne
Bild: pixelquelle
Das ist dieses komische Fest, bei dem pöse, pöse Heiden und Hexen (also Leute wie ich) ganz ganz üüüüüble Rituale abhalten, z. B. schwarze Katzen opfern. Zumindest dann, wenn man paranoiden besorgten religiösen Fanatikern frommen Christen glauben darf. (Wobei es an sich erstaunlich ist, wieso ausgerechnet die bevorzugten tierische Gefährten der Hexen von Hexen gemeuchelt werden sollten. An sich, denn bei religiösen Fundamentalisten, egal welcher Nationalität und Religion und Richtung, erstaunt mich gar nichts mehr. Dumm nur, dass es nicht wenige von ihnen in die Politik drängt.)

An sich ist Samhain keltisch, nicht germanisch, aber da ich kein Fundi-Asatru bin, feiere ich trotzdem. Übrigens haben die Paraonia-Christen recht, er gibt ÜBLE Rituale zu Samhain. Nach reichlichem rituellem Bier-, Met- und Wiskey-Genuß kann einem schon mal so richtig übel werden.

Für Kinder ist Samhain oder Halloween die Zeit, in der sie ordentlich Erwachsene nerven und Süßwaren abgreifen können.
Da es fast nichts gibt, das Kinder lieber machen, ist der Re-Import dieser (buchstäblich) Spielart des alte keltische Totenfestes aus Nordamerika nur folgerichtig. Leider nutzen es nur wenige Menschen zur Zwiesprache mit den Ahnen. Womit ich nichts gegen eine zünftige Monster-Party sage! Passend hierzu, gefunden auf DuRöhre, ein passender Titel von der besten Band der Welt:
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Frohe Samhain auch allen televangelischen Sturmtrupplern und sonstigen missionsgeilen scheinheiligen Fundi-Nervensägen frommen Seelenrettern:
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Montag, 30. Oktober 2006

Ein Nachtrag zum Thema norwegische Deutschenkinder

In meinem Beitrag über Ducktators kam ich wieder auf eines jener Themen, die mich einfach nicht loslassen. Das Thema Besatzungskinder. Weil es ein Problem ist, das immer wieder neu entsteht, mit jeder militärischen Besetzung, jedem Krieg. Nicht nur das: Es es ein Fluch nicht nur in Kriegen, es gilt immer, wenn es zum Verbrechen wird, mit dem "falschen", dem "bösen", Menschen ein Kind zu zeugen. Ein Fluch, der nicht gebrochen werden kann, solange es das Prinzip der "Schuld" gibt, und ein Denken, in dem ein Mensch entweder Opfer oder Täter sein kann - und nichts anderes.

Das berühmteste norwegische "Deutschenkind", Anni-Frid Lyngstad hatte das Glück, ab 1947 bei ihrer Großmutter in Schweden aufzuwachsen. 1996 schrieb und sang sie über ihre Kindheit, ein Lied, das zugleich fröhlich und tieftraurig ist: Även en blomma (Sogar eine Blume) .

Sonntag, 29. Oktober 2006

Ducktators

Propagandafilme aus dem 2. Weltkrieg sind aus historischer und massenpsychlogischer Sicht hochinteressant - und aus "menschlicher" Sicht oft schlicht widerlich. Das gilt nicht nur, was offensichtlich ist, für Nazi-Propaganda, sondern leider auch für die Propaganda der Allierten. Eine Standardentschuldigung der Experten für psychologische Kriegsführung (bzw. PsyOps) ist, dass "die Waffen, die auf die Seele zielen", selbst wenn sie mit Mitteln arbeitet, die man im Zivilleben "Volksverhetzung" nennen würde, unblutige Waffen seien. (Ein Standardwerk aus den 50er Jahren trug sogar den Titel: "Schlachten ohne Tote" - was selbst ein Beipiel "gelungener" Propaganda ist.)
Nachtrag: das Buch stammt Myron A. Linebarger und trug im Original von 1948 den sachlichen Titel: "Psychological Warfare". Linebarger war unter dem Pseudonym Cordwainer Smith als Autor surrealistischer Science Fiction-Erzählungen bekannt.
Mag sein, dass Hetzpropaganda im 2. Weltkrieg ein "notwendiges Übel" war, und dass es weitaus größere "notwendige" Übel gab - aber "geheiligt" wird die "Waffe, die auf die Seele zielt" durch den Zweck nicht. *)

Unter der Voraussetzung, dass sie auf Hetze und Lüge verzichtet (was deutsche Propaganda praktisch nie tat), kann Kriegspropaganda sogar richtig gut sein. Sogar zum Lachen. Wie dieser amerikanische Cartoon aus dem Jahr 1942 über den Aufstieg (und den damals noch ausstehenden) Fall der ducktatorischen Regime in Japan, Italien und Deutschland.

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Gefunden bei:Ulysses

Ulysses hat recht: wie die Friedenstaube irgendwann die Schnauze den Schnabel voll hat und zurück schlägt, ist lustig! (Es sei denn, man ist Hardcore-Pazifist. Teufel)

*)Eines von vielen Beispielen von Opfern der Propaganda im 2. Weltkrieg sind die norwegischen "Lebensborn"-Kinder. (Wikipedia-Artikel: Lebensborn (Lebensbornkinder in Norwegen)
Aus der Sicht eines Opfers: Leila, das Deutschenkind
Deutsch-norwegische Willy Brandt Stiftung: Zur Austellung "Kriegskinder")

Einerseits sind diese Kinder Opfer der "Rassen-" und "Germanen"-Propaganda der Nazis - denn nur "rassisch hochwertige" Kinder und ihre Mütter wurden in diese Heime aufgenommen. In der der deutsche Propanda, vor allem der Darstellung des "Lebensborn"-Projektes durch die SS, wurde der Aspekt der "Rettung wertvollen Erbgutes" immer wieder hervorgehoben. Nicht die Kinder und Mütter als Menschen zählten, sondern einzig ihre Gene.
Aber sie waren auch Opfer allierter Propaganda, die die Lebensbornheime (wider besseren Wissens) als ein Art Mischung aus Luxusbordell und Menschenzuchtanstalt darstellte. Die "Menschenzucht"-Legende bestimmt bis heute das Bild des "Lebensborns" in der Öffentlichkeit. Nach dieser Propanda war völlig klar: Frauen, die dort entbunden hatten, waren üble Nazihuren, und ihre Kinder widernatürliche Zuchtprodukte eines verbrecherischen Rassewahns.

Selbst namhafter norwegischen Psychiater äußerte die Angst, "Lebensbornkinder" seien aufgrund ihres Erbgutes und ihrer frühkindlichen Erfahrungen potenziell gefährlich, und es sei deshalb das Beste, sie von jeder Bildung fern zu halten und als "unheilbare gefährliche Geisteskranke" einzustufen. Der Eindruck, im "Lebensborn" sollten ultraaggressive und kadavergehormsame Killer herangezüchtet werden, ist angesichts der vorangegangenen Desinformation nachvollziehbar. Hinzu kam die (psychologisch als Selbstschutz erklärbare) Vorstellung, dass Frauen, die mit Deutschen fraternisiert hätten, im allgemeinen "schwach begabte und asoziale Psychopathen, zum Teil hochgradig schwachsinnig" seien. Diese Reaktionen sind erklärbar - aber bei Fachleuten - es waren ja vor allem Psychiater und Pädagogen, die sich so äußerten - nicht entschuldbar! Hinzu kommt: Viele der norwegischen Psychiater, die zum "harten Vorgehen" gegen die "Deutschenbastarde" rieten, waren auf ihre Art selber Rassisten und Eugenik-Fanatiker.

Samstag, 28. Oktober 2006

Petition gegen Wahlcomputer

Es gibt viele Gründe gegen Wahlmaschinen zu sein. Einige paar besonders wichtige traten bei der OB Wahl in Cottbus zu Tage, dokomentiert vom Chaos Computer Club: Bericht der CCC-Wahlbeobachtergruppe von der Oberbürgermeisterwahl in Cottbus.

Ebenfalls von CCC intiiert ist eine Petition auf der Petitionsseite des Deutschen Bundestages gegen die Wahl mit Wahlgeräten. Sie kann hier online unterzeichnet werden -> Öffentliche Petitionen
Wahlrecht: Stimmabgabe mit Wahlgeräten


Wenn bis zum 28. November 2006 mindestens 50.000 Unterschriften eingehen, findet damit automatisch eine Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Bundestages zum Thema statt.

Bitte unterschreibt die Petition - und ruft auch alle Freunde, Kollegen und Bekannte dazu auf, die Petition zu unterschreiben, damit unsere demokratischen Wahlen nachvollziehbar und transparent bleiben!

Nachtrag, unbedingt lesen, auf Udos Lawblog: Weiterhin nur Papierwahl

Das kurze Gedächtnis des Wassers

Hat das Wasser ein "Gedachtnis"?
Und wenn es eines hat - würde das Bedeuten, dass am "informierten Wasser" etwas dran ist? Könnte dieses Gedächtnis sogar erklären, wie Homöopathie funktioniert? (Wenn sie überhaupt über den Placeboeffekt hinaus funktionieren sollte.)
Begehbare Buhne in der Brandung
Foto: mar

Zwei sehr verschiedene Fragenstellungen, die aber trotzdem meistens zusammengedacht werden. So sehr zusammengedacht, dass naturwissenschaftlich argumentierende "Skeptiker" dabei buchstäblich aufs naturwissenschaftliche Glatteis geraten:
(...) 3. Wasser hat keine definierte Struktur, kein „Gedächtnis“ und kann keine „Information“ übertragen. (Stichworte: „belebtes“, „levitiertes“, „informiertes“ Wasser…) (...)
(aus der: Checkliste zur Identifikation von unseriösen technischen Verfahren und Produkten. Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik, Hochschule für Technik Rapperswil , April 2006)

Prolematisch an dieser gut gemeinten Warnung ist weniger, dass hinter "belebtes", "levitiertes" und "informiertes" Wasser durchaus unterschiedliche Vorstellungen stecken, auch wenn diese Begriffe von einigen Eso-Autoren und von Herstellern skuriler (und meist skuril überteuerter) Wundergeräte munter durcheinander gewürfelt werden.
Wasser hat sehr wohl eine Struktur - und zwar eine Struktur, die die Ursache zahlreicher Wasseranomalien ist. Wasser ist unter den Flüssigkeiten einzigartig: seine Oberflächenspannung ist so groß, dass selbst über 100 m hohe Baumriesen ohne Pumpmechanismen die obersten Nadeln ihrer Krone mit Wasser versorgen können. Im Winter friert Süßwasser zu Eis, das leichter ist als kaltes Wasser - die meisten Stoffe sind im festen Aggregatzustand dichter und damit schwerer als als Flüssigkeit. Wassermoleküle bilden unter einander schwache Bindungen, die ständig brechen, um sich anschließend neu zu bilden: ein fluktuierendes Netz aus Wassermolekülen. Wasser dient als Medium für die wichtigsten biologischen Vorgänge in allen Lebewesen: Eiweiße sind die Bauteile und "Maschinen" unserer Zellen. Sie sind lange Ketten, die in komplizierter Weise auf nur eine Art gefaltet sein können, um richtig zu funktionieren. Diese Faltung funktioniert nur in wässriger Umgebung auf die richtige Art und Weise. Auch die wendeltreppenartige Doppelhelix-Struktur unseres Erbgutes kann nur in wässriger Umgebung ihre natürliche Form annehmen. Ohne die besondere Struktur des Wassers gäbe es kein Leben!
Allerdings sind die Strukturen des Wasser nur für kurze Zeit "fest", jedenfalls im flüssigen Zustand. Für die Frage nach dem "Gedächtnis des Wasser" bedeutet das: ist mit diesen Strukturen tätsächlich ein molekulares Gedächtnis verbunden? Und wenn ja, wie beständig ist dieses Gedächtnis?
Ein "Kurzzeitgedächtnis" des Wassers gibt es wirklich, und zwar in dem Sinne, dass es einen Zusammenhang zwischen der Wasserstruktur zu einem bestimmten Zeitpunkt und der zu einem füheren Zeitpunkt gibt. Es ist ein Kurzzeitgedächtnis, weil Wasserstrukturen, die vor langer Zeit existierten, keinen Einfluß mehr haben. Ein sehr kurzes Gedächtnis.
Wasser
Foto: PixelQuelle

Die Fluktuationen in der Struktur des Wassers laufen nämlich unvorstellbar schnell ab. Sie können innerhalb einiger Femtosekunden, das heißt einiger Millionstel einer Milliardelster Sekunde ablaufen!
Innerhalb eines Wassermoleküls dauert die Periode der so genannten Streckschwingung, bei der die Wasserstoffatome weg von Sauerstoff und wieder zurück schwingen, nur zehn Femtosekunden. Ganze Wassermoleküle brauchen nur einige hundert Femtosekunden, um ihre Lage deutlich zu verändern.
Der Physiker Dr. Nils Huse mißt mit extrem kurzen Laser-Lichtblitzen, wie sich die Struktur des Wassers innerhalb dieser unvorstellbar kurzen Zeiträume verändert. Er beschreibt sein Verfahren so:
Nun hängt die Frequenz der Streckschwingungen eines Wassermoleküls ehr empfindlich von dessen Umgebung ab. Ändert sich die Umgebung eines Wassermoleküls. so ändert sich auch die Frequenz seiner Streckschwingung. Und genau dieser Zusammenhang kann in Verbindung mit extrem kurzen Lichtblitzen genutz werden: Die Streckschwingungen eines Wassermoleküls lässt sich zu einem bestimmten Zeitpunkt mit einem Lichtblitz anregen, wenn die Frequenz des Lichts der Schwingungsfrequenz eines Wassermoleküls entspricht. Fragt man die Frequenz des gleichen Wassermoleküls mit einem zweiten Lichtblitz ab, wird deutlich. ob sich die Frequenz und damit die Umgebung des angeregten Wassermoleküls geändert hat. Dabei wird das Licht gemessen, das von der Wasserprobe ausgesand wird.
Diese Methode eignet sich auch zur Untersuchung des strukturellen Gedächtnisses des Wassers:
Möchte man das Gedächtnis des Wassers bestimmen, das es für seine frühere Struktur hat, kann der Zusammenhang zwischen Schwingungsfrequenzen eines Wassermoleküls und seiner Umgebung ausgenutzt werden. Dazu muß man wissen, dass die Streckschwingungen des Wassers sich immer innerhalb eines bestimmten Frequenzbereichs befinden. Schwach mit ihrer Umgebung verbundene Wassermoleküle schwingen etwas schneller als solche, die stark mit ihrer Umgebung verbunden sind. Regt man nun auf die eine oder andere Art und Weise gebundene Wassermoleküle mit einem kurzen Femtosekunden-Lichtblitz an und fragt sogleich mit einem zweiten ebenso kurzen Lichtblitz die Schwingungsfrequenz der Moleküle ab, wird diese sich nicht verändert haben, weil keine Zeit verstrichen ist, in der die Umgebung der angeregten Moleküle sich hätte verändern können. Wartet man länger, bevor der zweite Lichtblitz die Schwingungsfrequenz abfragt, wird bei "Gedächtnisverlust" jede Schwingungfrequenz gleich wahrscheinlich auftreten - es gibt dann keine Zusammenhang zwischen der Schwingungfrequenz der Vergangenheit (dem Zeitpunkt der Anregung durch den erste Lichtblitz) und der Gegenwart (dem Zeitpunkt der Abfrage durch den zweiten Lichtblitz).
Die Ergebnisse der Messungen, die Dr. Huse und sein Team vorgenommen haben, dürften für die Vertreter der Hypothese vom "informierten Wasser" ernüchternd sein:
Erstaunlicherweise zeigte sich nun, dass der Zusammenhang zwischen Schwingungsfrequenzen der Wassermoleküle innerhalb von nur 50 Femtosekunden verloren geht. Wassermoleküle verlieren also ihr Gedächtnis für ihre vorherige Umgebung unglaublich schnell - viel schneller, als zuvor angenommen wurde. Dieses Ergebnis schließt auch manches Erklärungsmodell für den Wirkungsmechanismus homöophatischer Medizin aus. In solchen Modellen beahlten Wassermoleküle über Tage und Wochen eine Struktur, die dem Negativ eines homöopathischen Wirkstoffs entspricht und dadürch ähnlich wie der Wirkstoff selbst heilt.
Quelle: Aufsatz von Dr. Nils Huse in: bild der wissenschaft plus (Beilage zur bdw, Heft 11 2006, Konradin Medien GmbH)
Hierzu auch: Lise-Meitner-Preis für MBI-Forscher

eingeforen
Foto: PixelQuelle
Ob es daneben auch ein "Langzeitgedächtnis" des Wasser gibt, das dann als Erklärungsmodell für Homöophatie und "informiertes Wasser" taugen könnte, bleibt weiterhin reine Spekulation. Die dafür herangezogen Wassermolekül-Cluster - sozusagen "kristalline Bereiche" innerhalb des flüssigen Wasser - gibt es zwar, sie sind aber wegen der extremen Geschwindigkeit, in der die Bindungen innerhalb es solchen Clusters fluktuieren, wohl als halbweg beständiger Informationsträger unbrauchbar.
Wie auch immer: selbst wenn es ein hypothetisches Langzeit-Wassergedächtnis auf der Basis von molekularen Clustern oder - anderes Modell - aufgrund langanhaltende Schwingungszustände innerhalb des Wasser - gäbe, ergäben sich aus diesen Modellen Schlußfolgerungen, die für "Wundergeräteverkäufer" und einige Modelle der Homöophatie äußerst unangenehm wären: Das "Gedächtnis" des Wasser würde schon durch heftige Turbulenzen, etwa durch Umrühren mit einem Mixer, "gelöscht" werden. Homöophatische Medikamente wären empfindlich gegen Erschütterungen - was in der Praxis nie bemerkt worden ist. Allerdings würde ein abenteuerlich teuerer (bis zu 200 Euro), auf den Wasserhahn aufzusteckender "Wasserverwirbler", der "Ihr Trinkwasser von schädlichen Informationen befreit" tatsächlich funktionieren - und zwar so effektiv, wie es ein sog. Perulator aus dem Baumarkt für weniger als 10 Euro auch schafft.

Freitag, 27. Oktober 2006

Wer auf den Dreck hinweist ...

... lebt in Deutschland leider gefährlicher, als der, der den Dreck macht. Besonders, wenn der Dreck braun ist.

IDGR gibt auf
Via: Gjallarhorn

"Während im Süden der Republik Staatsanwaltschaften versuchen, durchgestrichene Hakenkreuze zu kriminalisieren gehen die Seiten des IDGR vom Netz und Hagalil wackelt auch nach wie vor.

Naja, zur Not kann ja jemand in eine Fernsehkamera reinlabern, dass es Nazis und Verwandtes nicht gibt im Lande, und schon macht es *plopp* und sie sind weg. Kindliches magisches Denken als Ausdruck westlich-abendländischer Leitkultur, in der Welt der Politiker schon fest etabliert.

So können sich nun die Braunen freuen und weiterhin mit der Uninformiertheit und Naivität von Menschen rechnen, die blind und taub durch ein von Wissen und Aufklärung ungetrübtes Leben torkeln.

Wir befinden uns eindeutig in der Post-Aufklärung."

Von Sven Scholz

und auch noch das, passend zum Thema:

Nicht nur durchgestrichene Hakenkreuze fallen unter den § 86a StGB "Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen", wenn es nach bestimmten deutschen Staatsanwaltschaften geht, sondern auch Werbeflyer für Bücher, die sich ausdrücklich und unverkennbar gegen Islamismus und Neofaschismus richten.

Presseerklärung des "ca ira"-Verlags, Freiburg
Titelbild des Buches “Feindaufklärung und Reeducation.
Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus”
von Stephan Grigat (Hg.) kriminalisiert


Pressemitteilung
27. Mai 2006 beschlagnahmte die Polizei in Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Bayern) ca. 150 DIN-A 6 Flyer, auf denen das Cover des Buches “Feindaufklärung und Reeducation - Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus” (erschienen im ca ira-Verlag, Freiburg, 2006) abgebildet war. Die Flyer bewarben eine Vortragsveranstaltung mit Stephan Grigat, dem Herausgeber des Buches.

Auf dem Cover des besagten Buches ist ein Foto abgebildet, das arabische Islamisten zeigt, die den Hitlergruß entbieten. Aus dem Titels und dem Untertitel, sowie aus dem ebenfalls auf dem Flyer abgedruckten Text des Buchrückens, geht klar hervor, dass sich dieses Buch ausdrücklich gegen Islamismus und Neofaschismus richtet.

Die Person, dem diese Flyer am 27. Mai am Mittenwalder Bahnhof von der Polizei abgenommen wurden, hat nun, am 14. Juli 2006, einen Strafbefehl über 60 Tagessätze à 40 â‚ € vom Amtgericht Garmisch-Partenkirchen erhalten.

Sie wird beschuldigt “Gegenstände, die Kennzeichen einer der im § 86 Abs. 1 Nr. 1, 2 und 4 bezeichneten Parteien oder Vereinigungen darstellen oder enthalten, zur Verbreitung oder Verwendung im Innland vorrätig gehalten zu haben”. Dies sei “strafbar als Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gemäß § 86a Abs. 1 Nr 2., Abs 2 Satz 1 StGB.” Die beschuldigte Person hat gegen diesen Strafbefehl Widerspruch eingelegt.

Spenden für die Prozeßkosten können an folgendes Konto unter dem Stichwort “Prozesskosten Garmisch-Partenkirchen” überwiesen werden: ISF e.V., Postbank Karlsruhe, Konto 2260 45-756, BLZ 660 100 75.

Rückfragen bitte an den ca ira-Verlag: info@isf-freiburg.org

Das inkrimierte Umschlagbild ist hier zu finden.
Via: die achse des guten

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