Montag, 5. November 2007

Dezentrale Demo gegen Vorratsdatenspeicherung

Es war schon frustrierend: 10.000 Menschen demonstrieren mitten in Berlin gegen die Überwachungsgesellschaft und "keiner" sieht hin. Die verschwiegene Demo. Wer nicht oder nicht richtig hinsah, dass waren die meisten "etablierten" Medien.
Privatleben
Bild: Pantoffelpunk

Morgen gibt es eine dezentrale Demo, d. h. zeitgleiche Demos in vielen großen Städten. Sie hat gegenüber einer zentralen Demonstration zwei Vorteile: es gibt nicht das Problem mit der Anreise (mit der ich bei der Berlin-Demo durchaus zu kämpfen hatte), und auf den Lokalseiten ist erfahrungsgemäß Platz für lokale Demos.

Anlass ist die Bundestagssitzung am 9. November ("dem Schicksalstag der Deutschen") in der der Bundestag die Vorratsdatenspeicherung beschließen will. Demoaufruf

Also: Wem die Freiheit, ohne Überwachung und ohne Angst vor Repression zu kommunizieren, etwas wert ist, möge doch am Dienstag (06.11.) Nachmittag auf der nächstgelegenen Demo erscheinen. Kommt zahlreich und bleibt friedlich! (Auf "Radale" warten unsere Gegner nur, das passt 100 % in ihr Weltbild.)
Es sollen Grablichter, Grundgesetze und ähnliches mitgebracht werden.

Näheres, vor allem Veranstaltungsorte und Treffpunkt, gibt es bei hier: Endspurt! - Stoppt die Vorratsdatenspeicherung!

Bis morgen, 17:30, Rathausmarkt!

Sonntag, 4. November 2007

"Völlig losgelöst / Von den Fakten / Schreibt die Presse / Völlig ahnungslos!"

In Anlehnung an den Refrain von Peter Schillings Schlager "Major Tom": "Völlig losgelöst / Von der Erde / Schwebt das Raumschiff
Völlig schwerelos!"


Die gute Nachricht: es gibt heute in deutschsprachigen Medien sehr viel mehr Artikel zu naturwissenschaftlichen und technischen Themen als vor 20 Jahren. Die schlechte Nachricht: Außerhalb der auf "Wissenschaft und Technik" spezialisierten Medien, Beilagen und Kolumnen lässt das inhaltliche Niveau der Berichte über naturwissenschaftliche und technische Themen sehr zu wünschen übrig.

Ein aktuelles Beispiel, keineswegs besonders schlimm, bewusst nicht aus dem Boulevard-Umfeld gewählt, nicht über ein "brennendes" oder sehr kontroverses Thema und weder ein "Schnellschuss" noch ein Beispiel für tendenziösen "Gesinnungsjournalismus": Ein Bericht der "Netzeitung" über eine geglückte Reparatur an der Internationalen Raumstation (ISS) Nähen mit Fausthandschuhen. Er ist, wie ich mich auf anderen Nachrichten-Websites überzeugt habe, weder ein besonders schlecht recherchierter noch ein besonders schlecht formulierter Artikel. Im Gegenteil, der Artikel ist "gar nicht mal so schlecht".

Der Artikel wird so eingeleitet:
Vordergründig ging es an der Raumstation ISS um die Reparatur eines Risses in einem widerspenstigen Sonnensegel. Doch eigentlich stand viel mehr auf dem Spiel.
Nichts gegen volkstümliche, bildhafte Formulierungen. Das ZDF sprach z. B. von einem "Sonnenflügel". Allerdings denken beim Wort "Sonnensegel" die meisten Menschen wahrscheinlich zuerst an einen Sonnenschutz und nicht an eine Solarzellenfläche.
Zu der Behauptung, das "mehr" auf dem Spiel gestanden hätte, später mehr.

Ein offenbar unausrottbarer Bestandteil des Mediendeutsch, Zweig "Raumfahrt", ist der Ausdruck "Weltraumspaziergang" - in diesem Artikel dankenswerterweise in "Gänsefüßchen" geschrieben.

Das Wort "Weltraumspaziergang" entstand wahrscheinlich anno 1965 anlässlich des Ausstiegs des Astronauten Edward Whites aus dem Raumfahrzeug "Gemini 4". Es ist jedenfalls schon in Pressetexten aus den 1960er Jahren nachweisbar, und beruht auf einer sprachlich korrekten und sachlich falschen Übersetzung von "spacewalk".
Das Arbeiten im freien Fall, in einem hinderlichen Raumanzug, ist harte, gefährliche und schwierige Arbeit - schließlich redet auch niemand bei Berufstauchern, die etwa an Wracks oder an Ölförderanlagen arbeiten, von "Unterwasserspaziergängen".
Schon "spacewalk" stammt aus der bewusst lockeren und tiefstapelnden Piloten- bzw. Astronautensprache: "Let's take a walk into space!" als ironische Umschreibung - man denke nur das legendäre "Houston, we've had a problem".
Hier ein original Mitschnitt des Funkverkehrs nach der Explosion eines Sauerstofftanks im Apollo-13-Gerätemodul, ein Musterbeispiel betont gelassen-professioneller Pilotensprache in höchster Lebensgefahr. Wer genau hinhört merkt am Tonfall, dass die Astronauten durchaus mit der Panik kämpften - und gewannen! Entgegen einem anderen schier unausrottbaren Medienklischee sind Astronauten keine "Männer (bzw. Frauen) ohne Nerven", sondern Menschen, die gelernt haben, in lebensbedrohlichen Situationen trotz Angst überlegt zu handeln. Menschen, die keine Angst empfinden, würden zu viel riskieren und wären als Astronauten ungeeignet.
Tatsächlich hatten die Verantwortlichen bei der Nasa und bei der Europäischen Weltraumorganisation Esa schon ganz grundsätzliche Fragen gestellt. Wäre die Reparatur missglückt, hätte das europäische Weltraumlabor «Columbus» wohl kaum wie geplant Anfang Dezember an der ISS andocken können. Es wäre ein herber Rückschlag für die Europäer gewesen.
Nein: das "Columbus"-Modul hätte sehr wohl andocken können.

Neben den kleineren Solargeneratoren-Auslegern an den beiden russischen Modulen hat die ISS in der Endausbaustufe vier große Solarelemente, von denen bisher drei installiert wurden. Zwei Drehvorrichtungen, genannt Solar Alpha Rotary Joint (SARJ), je eine an Backbord- und Steuerbord, können die Solarelemente in beide Richtungen um 360° drehen, damit sie immer optimal auf die Sonne ausgerichtet sind.

Ein der Aufgaben der Shuttle-Mission STS 120 war es, das bis nur provisorisch nahe dem Zentrum der Station angebrachte Gitterträger-Element P6 in seine endgültige Position am Ende des Backbord Trägers zu verlegen. Hierzu mussten die an diesem Träger angebrachten Solargeneratoren zunächst eingefahren werden. Nachdem P6 wieder angeschlossen war, begann die Besatzung im Inneren der Station mithilfe der Bodenkontrolle damit, die Solargeneratoren am P6-Segment wieder auszufahren. Bei einem der Generatoren verhakten sich, nachdem die Paneele zu 80% ausgefahren waren, einige Paneele mit der Stromführung. Um größere Schäden am Generator zu verhindern, stellte die Besatzung sofort das Ausfahren der Paneele ein und dokumentierten das Problem mit Fotos und Videoaufnahmen. Der erfreulicherweise geringfügige Schaden konnte in einem Außenbordeinsatz von Scott Parazynski und Doug Wheelock repariert und der Solargenerator voll ausgefahren werden. Selbst wenn der Generator nicht voll hätte ausgefahren werden können, wären nur ca. 5 % der Gesamtleistung aller Solargeneratoren ausgefallen. Für "Columbus" wäre das noch kein Problem gewesen, aber mit dem japanischen Labormodul "Kibo" braucht die Station den Strom aller installierter Generatoren.
Solargenerator 1
Der Schaden am Solargenerator - wie man sieht: keine Katastrophe. Photo: NASA
EVA
Scott Parazynski bei der Reparatur - diese Aufnahme verdeutlicht die Ausmaße der ISS. Photo: NASA
Da nahmen die Nasa-Leute schon mal ein «gewisses Risiko» in Kauf.
Grundsätzlich ist jeder Aussenbordeinsatz (Extra Vehicular Activity, EVA) im Weltraum riskant. Die NASA neigt seit dem "Columbia"-Unglück eher dazu "übervorsichtig" zu sein - frühere EVAs, z. B. bei der Reparatur des "Hubble"-Weltraumteleskops, waren weitaus riskanter.
Auch die Gefahr eines 300-Volt-Stromschlags war nicht gering gewesen.
- Ja, und zwar für den Sonnengenerator (Beschädigung durch Kurzschluss). Der Raumanzug besteht aus elektrisch nichtleitendem Material. Es geht um maximal 300 Volt, nicht um Hochspannung!
Scott bei EVA
Scott "Scotty" Parazynski bei der Reparatur des beschädigten Generators. Photo: NASA
Pannen und Pleiten gab es bei der «Discovery»-Mission diesmal reichlich. Der Shuttle war noch nicht im Orbit, da gab es Zwist um einige defekte Hitzekacheln - Nasa-Sicherheitsexperten hatten für eine Verschiebung des Starts plädiert. Dann entdeckte die Crew Probleme mit einem Drehgelenk eines anderen Sonnensegels. Das soll später repariert werden. Schließlich kam die Sache mit dem Riss. Jetzt hoffen viele, dass die «Atlantis»-Mission mit dem «Columbus»-Labor an Bord reibungsloser verläuft. Starttermin ist der 6. Dezember. (Peer Meinert, dpa)
Es gab Pannen, aber keine Pleiten. Von den Hitzeschutzkacheln der "Discovery" wurden von der ISS aus hochauflösende Fotos gemacht und die Fotos an die Bodenstation gesendet, damit Spezialisten die Kacheln auf Schäden überprüfen konnten. Resultat: alles in Ordnung.
Die Pressemeldungen, die NASA hätte angeblich Sicherheitsexperten ignoriert und sei mit einem "beschädigten" Shuttle gestartet, waren grandios übertrieben. Es ging um drei nicht mehr neuwertige Kacheln an der Flügelvorderkante, über die nicht "hinweggegangen" wurde:
"Discovery has flown at least twice with these panels in the current condition, and with no indications of degradation based on thermography. At this point, the Space Shuttle Program has determined that Discovery's astronauts can safely carry out their mission without having to replace the panels."
"Discovery ist mindestens zwei mal mit diesen Kacheln im derzeitigen Zustand geflogen, und ohne Anzeichen für Verschleiß gemäß (Untersuchung mit) Thermographie. Deshalb ist (die Projektleitung des) Space Shuttle Programm(s) zu dem Schluss gekommen, dass die Astronauten der Discovery ihre Mission ohne Austausch der Kacheln sicher ausführen können. (Quelle: NASA-Website)

Das Problem mit dem Drehgelenk, dem oben erwähnten Solar Alpha Rotary Joint (SARJ), liegt darin, dass die Steuerbord-Einheit beim Bewegen vibriert, der Elektromotor mehr Strom als normal braucht, um die Solargeneratoren auszurichten, und es Spuren von Abrieb gibt. Probe des Abriebs werden auf der Erde untersucht werden, um die Art des Defektes anzuklären - wahrscheinlich klemmt ein Lager, das ersetzt werden muss. Also: "kaputt" ist noch gar nichts, es handelt sich um Wartung!

STS 120-Statusreport

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf einen Artikel von Londo hinweisen: In memoriam Laika

Übrigens:
NASA still images, audio files and video generally are not copyrighted. You may use NASA imagery, video and audio material for educational or informational purposes, including photo collections, textbooks, public exhibits and Internet Web pages. This general permission extends to personal Web pages.
Quelle: (NASA-Website)

Freitag, 2. November 2007

"Ruhe ist das erste Bürgerrecht!" - wenn man nach den Entscheidungen Hamburger Gerichte geht

Hamburg ist für (bescheidene) deutsche Verhältnisse so etwas wie eine pulsierende Kultur-Metropole. Aber genau so, wie die Entscheidungen hamburgischer Gerichte zum Urheberrecht Zweifel am weltoffen-demokratischen Charakter der Freien und Hansestadt wecken, so wirken die Entscheidungen hamburgischer Gerichte in Sachen "Ruhestörungen" so, als kämen sie aus einem idyllischen Kurort mit wenig Verkehr und vielen ruhesuchenden Kurgästen.

Bundesweit bekannt ist der Fall um die Kindertagesstätte "Marienkäfer" im Hamburger Stadtteil Marienthal. Diese Kita musste umziehen, weil Nachbarn vor dem Hamburger Landgericht 2005 wegen Lärmbelästigung geklagt hatten und Recht bekamen - obwohl die Kita so nahe an der vierspurigen Rennbahnstraße liegt, dass der Gutachter nicht messtechnisch zwischen dem Lärm der Rennbahnstraße und dem der Kinder unterscheiden konnte.

Im Sommer 2008 zieht die Kita "Marienkäfer" in einen Neubau am Zikadenweg, etwa zwei Kilometer entfernt. Doch auch dort leben ruhebedürftige Nachbarn, die beim zuständigen Bezirksamt Wandsbek Beschwerden gegen den Bau der neuen Kita ein. Deshalb erhält die Kita eine Lärmschutzwand, wie sie etwa bei Autobahnen üblich ist. Sie wird gebaut, um die Ausnahmegenehmigung zu erhalten, die nötig ist, um in einem einem reinen Wohngebiet eine Kita bauen zu dürfen - auf die Anwohner muss Rücksicht genommen werden, selbst wenn ihre Ansprüche an die Ruhe übertrieben wirken.

Hierzu auf SPON: Zu laut: Kindergarten mit Lärmschutzwall>
Hamburger Abendblatt: "Herzlos!" Die strengen Auflagen für Kita Marienkäfer
Zum Urteil im Jahre 2005 - Hamburger Abendblatt: Kinder zu laut - Hamburger Kita muß schließen

Der "Fall Marienkäfer" hat einige Parallelen zum "Fall Unser Haus e. V." in Hamburg-Bergedorf, den ich auch aus eigener Anschauung kenne.

"Unser Haus“ e.V. ist ein selbstverwaltetes Jugend-, Freizeit- und Kulturzentrum, das als Träger der freien Jugendhilfe öffentlich anerkannt ist. Das Haus und der Verein sind darüber hinaus das Dach für weitere eigenständige Gruppen mit teilweise sehr unterschiedlichen Zielsetzungen, vom Tanzen bis zur antifaschistischen Aufklärungsarbeit. Über die Grenzen Bergedorfs und Hamburgs hinaus bekannt ist das "umsonst & draußen" Musik-Festival "Wutzrock", das von Mitgliedern von "Unser Haus" getragen wird.

Einige Nachbarn reichten eine zivilrechtliche Klage wegen Ruhestörung ein. Darin ist enthalten, dass diese Nachbarn vom Vorstand des Vereins verlangen, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Diese Unterzeichnung würde dazu führen das jeglicher Verstoß (Ruhestörung) mit bis zu 250.000 € geahndet wird. Da weder der Verein noch der Vorstand in der Lage ist im Zweifelsfalle diese Summe aufzubringen, wäre der Verein gezwungen sich aufzulösen.
Das Problem ist nicht neu, das Jugend- und Veranstaltungszentrum ist bereits Kompromisse eingegangen z. B. finden statt wie früher zwei, nur noch ein Konzert im Monat statt. Der normale Cafebetrieb dürfte von Anwohnern kaum zu hören sein, denn "Unser Haus" liegt an der viel befahren Wentorfer Straße (B 207). Außerdem gibt es in unmittelbarer Nähe ein viel besuchtes Schnellrestaurant.

Möglicherweise ist in diesem Fall das Ruhebedürfnis nur ein vorgeschobener Grund, denn "Unser Haus" gilt bei rechtskonservativen Bergedorfern nach wie vor als "linke Brutstätte" und "Hafenstraßen-Ableger", was sich aus der turbulenten Entstehungsgeschichte des Jugend- und Kulturzentrums erklären, aber kaum verstehen, lässt, denn inzwischen geniest "Unser Haus" e. V. weithin Respekt für gute Arbeit - bis in die Orts-CDU hinnein.

Lärmschutz ist etwas subjektives. So erhielt eine Gaststätte bei mir in der Nachbarschaft, die im Sommer in ihrem Biergarten Musiker auftreten lässt, nach den Beschwerden einzelner Anwohner strenge Auflagen. Ich gehöre zu den nächsten Nachbarn des Biergartens und fühle mich nicht durch den "Lärm" der üblicherweise am Samstagabend stattfinden Konzerte gestört - was übrigens auch für die meisten meiner Nachbarn gilt. Ich habe den Verdacht, dass es gar nicht um die Konzerte, sondern um die Gaststätte geht.

Lärmschutz ist wichtig. Aber in all diesen Fällen habe ich den Eindruck, dass der Lärm nur der Vorwand für andere, nicht justiziable, Motive ist. Und ich kann die Gerichtsurteile nur schwer nachvollziehen.

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Halloween-Horror aus dem Freistaat?

Und wieder einmal ist Samhain. Oder, wie man es neuerdings auch bei uns nennt, Halloween. (Ich verweise der Einfachheit halber auf meinen Artikel vom vorigen Jahr, der ist immer noch aktuell: Monster-Party)
KürbisFoto: Pixilio (Ehemals: pixelquelle)

Als Heide und Norddeutscher traue ich den Kirchenoberen sowie dem königlich bayrischen Innenministerium sowieso allerlei gruselige, nervenzerfetzende, sich dem Verstand entziehende Horror-Vorschriften zu. Und tatsächlich kommen aus dem finsteren Reich im Süden Deutschlands mitunter Gesetzesvorschläge, die anmuten, als hätten bajuwarische Hohepriester und Häuptlinge Politiker sie beim Biergläserrücken aus der Anderswelt übermittelt bekommen. Ganz arg soll es in den Kolonien am Main zugehen, wo die fränkischen Eingeborenen unter dem Joch der Münchner Imperialisten stöhnen.

Deshalb fand ich, dass folgende Äußerung nicht einer gewissen Plausibilität entbehren würde:
In Würzburg hat die Kirche mal eben mit Unterstützung des bayerischen Innenministeriums alle Halloween-Feiern verbieten lassen.
Freistaat BayernFoto: Pixilio
Da ich aber weder ein termingestresster und innerlich gekündigter Normaljournalist, noch ein agendasetting-geschädigter Qualitätsjournalist, sondern ein ganz ordinärer Blogger bin, traute ich dem Gerücht nicht, und recherchierte ein wenig in diesem gruseligen Internetdingens, vor dem manche Qualitätsjournalisten sich so schrecklich fürchten.

Also: In Würzburg finden offensichtlich zahlreiche Halloween-Parties statt, z. B. hier oder hier oder hier. Von einem Verbot kann also wohl keine Rede sein. Selbstverständlich grausen sich Würzburger Protestanten (oder zumindest ein Würzburger Prostestant) vor dem keltisch-amerikanischen Grusel-Karneval, aber sie suchen das Heil nicht im Verbot, sondern in Alternativen: Reforween.

Was steckt also hinter diesem Gerücht? Ich vermute, eine Stille-Post-Übermittlungskette, die vielleicht bei diesem Artikel der "Frankfurter Neuen Presse" ihren Anfang nahm: Kirchenvertreter kritisieren den Siegeszug des Halloween-Festes in Deutschland - Schabernack oder Heidentum? , wo sich zwar kein Würzburger, aber ein Fuldaer Bischof ganz doll gruselt:
Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen plädiert dafür, „statt Halloween-Partys die Hoffnungsperspektive von Allerheiligen und Allerseelen zu feiern“. Wenn das Fest der bösen Geister von den Menschen ernst genommen werde, sei das ein „Ausdruck des Neuheidentums“, heißt es in einer Mitteilung des Bistums Fulda.
(Als Neuheide staune ich nur: Was heißt hier böse Geister? Auch die Toten wollen nur feiern! Und wenn da so ein Pfaffe ihnen den Spaß verdirbt, dann ist es kein Wunder, dass sie böse werden.)
Das Gerücht könnte auch von diesem Artikel der "Süddeutschen Zeitung" inspiriert sein: Kirche gegen Kürbisköpfe. Aber auch da geht es nur um angenervte evangelisch-lutheranische Christen, die am 31. Oktober lieber ihren Martin Luther gefeiert sehen wollen. Allerdings: wenn der württembergische Bischof Frank July behauptet: "Die evangelische Kirche hat die älteren Rechte auf dieses Datum", dann hat er die Katholiken gegen sich, deren damaliger Oberpriester Gregor im Jahr 835 Allerheiligen auf den 1. November gelegt hatte. Wobei Gregor unzufällig das Datum des christlichen Totenfestes an das keltische Ahnenfest Samhain "anlehnte", womit er dann auch die Hexen und Heiden gegen sich hätte.

Mal etwas Erfreuliches zum Thema "Kohlendioxid"

Nein, es geht ausnahmsweise nicht um das Thema "Klimawandel", sondern um eine interessante medizinische Anwendung des CO2 gegen Pollenallergien.

Leider gibt es zur Zeit keine Medikamente, die Heuschnupfen schnell und nebenwirkungsarm lindern und auf Dauer sicher angewendet werden können. Auf der Suche nach einer wirksamen Alternative zu Medikamenten wie Cortison untersuchten Studienleiter Thomas Casale von der Creighton-Universität und seine Kollegen 89 Heuschnupfen-Patienten, die bereits mindestens zwei Jahre an einer behandlungsbedürftigen Pollenallergie litten.

Zwei Dritteln von ihnen wurde einmalig Kohlendioxid in jedes Nasenloch geblasen, ein Drittel erhielt normale Raumluft als Placebo. Die Patienten sollten dabei das Gas nicht inhalieren, sondern während der Anwendung durch den Mund atmen. Anschließend befragten die Allergologen die Probanden nach ihren Symptomen.

Insgesamt verbesserten sich die Heuschnupfensymptome bei zumindest der Hälfte aller Patienten, die mit Kohlendioxid behandelt worden waren, nach 30 Minuten um 50 Prozent. In der Placebo-Gruppe gab dagegen nur ein Viertel an, dass die Beschwerden nur noch halb so stark seien wie vorher. Damit ist CO2 zwar kein "Wundermittel", aber der Erfolg ist statistisch relevant.

Die ganze Meldung bei wissenschaft.de: Mit Kohlendioxid gegen Heuschnupfen

Dienstag, 30. Oktober 2007

"Klimakiller Internet"

In letzter Zeit häufen sich Horror-Meldungen über den angeblich enormen Energiebedarf des Internets, besonders in den "herkömmlichen" Medien. Und da in Umweltfragen neuerdings das Motto gilt: "Nicht ohne meinen Klimawandel", egal, ob es Sinn macht oder nicht, mutiert das ohnehin unheimliche Internetdingens (die Fernuniversität des Terrorismus, wo die Kinderschänder immer nur einen Mausklick entfernt sind) zum gar schröcklichen Klimakiller. "Das Internet ist der wahre Klimakiller“ titelte "Die Welt". (Was die "Öko-Optimisten" Maxeiner und Miersch, immerhin Kolumnisten für die "Welt", wohl dazu meinen?)
Man sollte spaßeshalber mal den Energiebedarf aller Fernseher und Radios und aller Fernseh- und Rundfunksender ausrechnen. Das werden ja auch immer mehr. Oder all die toten Bäume zählen, die für Zeitungen benötigt werden.

Da tut es gut, wenn der Internetableger eines "herkömmlichen" Mediums knapp und verständlich mit einigen Legenden aufräumt. Tagesschau.de: Wie sehr belastet das Internet unser Klima?

Sehr wichtig erscheint mir folgender Punkt:
Punkt 4: Der Stromverbrauch und die CO2-Belastung durch das Internet werden sich noch drastisch erhöhen. Laut Greenpeace und Forschungen des Wuppertal Instituts für Klimaforschung werden sich die CO2-Emissionen von 4 Millionen Tonnen im Jahr 2001 bis 2010 auf 20 Millionen Tonnen erhöhen. Dann wäre das Internet für rund drei Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes verantwortlich.

Was ist dran? "Die Zahlen stellen nur eines von drei von uns entwickelten Szenarien dar", erklärt Claus Barthel vom Wuppertal Institut. Beim verstärkten Einsatz von Energiesparmaßnahmen halten die Forscher einen weniger stark steigenden CO2-Ausstoß für denkbar. Sicher ist: Die Nutzungsdauer des Internets wird sich in Zukunft erhöhen, immer leistungsfähigere Rechner werden eingesetzt. Das spricht für einen weiter deutlich wachsenden Energiebedarf.
Das ist aber nur deshalb so, weil der Strombedarf der Webserver und Router bisher kaum eine Rolle gespielt hat, und bei Endgeräten nur in Ausnahmefällen (z. B. bei akku-abhängigen Laptops). Aber es rüsten immer mehr Rechenzentren von Internet-Anbietern auf energiesparende Technik um, weil es sich inzwischen rechnet.
"Energiesparmaßnahmen wären ohne Einbußen an Leistung möglich", meint Energieexperte Barthel. Damit die Industrie das auch umsetzt, plädiert er für verpflichtende Energiesiegel an Geräten wie Laptop oder DSL-Router.
Da hat er recht! Laptops sind auch ohne Siegel schon sehr energieeffizient, wegen der begrenzten Akkukapizität und der wegen der engen Gehäuse erheblichen Kühlungsprobleme. Hingegen sind manche Desktops wahre "Stromschlucker": 250-300 Watt im Normalbetrieb sind durchaus üblich (nach den manchmal erheblich höheren Leistungsangaben des Netzteils darf man nicht gehen, denn auch die Lastspitzen beim "Hochfahren" müssen zuverlässig abgedeckt werden). Für die meisten Anwendungen sind "High-End"-Prozessoren und schnelle 3-D-Graphikkarten allerdings überflüssig. Ich halte fast alle Arbeitsplatz-PCs und die meisten Heim-PCs - außer bei "Spielefreaks" - für "overpowered".
Das "Aussterben" der Röhrenmonitore wirkt sich positiv auf den Strombedarf aus: 17"-Bildschirme in TFT-Technik haben um die 40 Watt Leistungsaufnahme, 17"-Röhrenmonitore um die 120 - 150 Watt.

Was bei solchen Rechnungen immer unter den Tisch fällt, ist das durch die Verwendung des Internets und anderer moderner Kommunikationsmittel eingesparte CO2. Das fängt bei der E-Mail an und hört bei der Video-Konferenz noch lange nicht auf.

Montag, 29. Oktober 2007

Bild des Tages: Pressekonferenz in Harmony

Normalerweise geben Pressekonferenzen im Fernsehen rein optisch wenig her - aber diese Sitzordnung finde ich einfach - himmlisch:
ISS - Harmony-Modul - Pressekonferenz
Bildquelle: NASA-TV

Die Überschrift ist enthält keinen Tippfehler, es handelt sich nämlich um eine Pressekonferenz (am 29. Oktober 2007) mit der Besatzung der ISS und des Shuttle-Orbiters DISCOVERY im neu installierten Stationsmodul Harmony - übrigens in Italien gebaut. Nein, ich weiß auch nicht, wie herum das Bild gehört - ist auch egal. Ja, ich finde auch, dass das Design ein wenig an die Sets von "Odyssee im Weltraum" erinnert. Vielleicht liegt's am italienischen Einfluss?

Das Space Shuttle befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 345 Kilometern, angedockt an der Internationalen Raumstation. Discovery soll nach derzeitigem Stand am Sonntag, dem 4. November, die Station wieder verlassen. Eine gute Nachricht: das Mission Management Team konnte heute vermelden, dass der Hitzeschild des Space Shuttle keinerlei Auffälligkeiten hat und einer Landung nach derzeitigem Stand nichts im Weg steht.

Für alle, die über die Arbeit der Raumfahrer mehr wissen wollen: Statusreport der Mission STS 120

Samstag, 27. Oktober 2007

" ... das braucht doch keiner!"

Ich habe es im Ohr, das Wehklagen über Mangel an qualifizierten Nachwuchs, darüber, dass sich so wenige Studenten für ein Ingenieurstudium / ein naturwissenschaftliches Studium / ein geisteswissenschaftliches Studium interessieren, über Abiturienten mit Wissenslücken im Grand-Canyon-Format und über Auszubildende, die nicht einmal die Grundrechenarten beherrschen. Ich hüte mich wohlweislich, das Fass "PISA und die Folgen" aufzumachen. Obwohl die nach dem "PISA-Schock" getroffenen Maßnahmen (z. B. das Abitur nach der 12. Klasse) wahrscheinlich im Sinne der oben genannten Missstände eher kontraproduktiv sein dürften.

Auf einen Forum für Astronomie und Raumfahrt entdeckte ich einen Thread, der ein Schlaglicht auf offenbar tief eingeschliffene Mängel des deutschen (und österreichischen) Schulwesen wirft: Raumfahrt & Astronomie an Schulen. (Wobei statt "Raumfahrt & Astronomie" auch "praktische Naturkunde", "Archäologie", "Philosophie" oder ähnliches "für das Berufsleben überflüssiges Zeugs" stehen könnte.)

Eine Wiener Realgymnasiastin der 10. Jahrgangsstufe schrieb dort u. a.:
Dieses Jahr haben wir einen neuen Lehrer in diesem Fach. Er kommt in die Klasse, begrüßt uns und bespricht kurz die organisatorischen Dinge. Dann beginnt er, über Physik zu sprechen. Der Anfang lautete etwa so: "Physik ist nicht so, wie es in den Medien oft dargestellt wird. Die ganzen Sachen mit Weltall und so könnt ihr vergessen, das braucht ohnehin keiner."
Im Rückblick gratuliere ich mir dazu, dass keiner meiner Physiklehrer "so drauf" war. Es ist zwar in der Tat so, dass nur sehr wenige der Schüler irgendwann einmal Astronomen, Astrophysiker oder Raumfahrtingenieure werden. Aber gerade die Astronomie ist für viele Schüler ein hervorragender Anreiz, um sich freiwillig mit physikalischen Gleichungen (und der für ihr Verständnis notwendigen Mathematik) auseinanderzusetzen. Ein anderer Forumsteilnehmer nannte ein gutes Beispiel:
Übrigens ist es in Deutschland so, dass man sich in der 11./12. Klasse gemäß Lehrplan mit dem Gravitationsgesetz beschäftigen muss. Wir haben da zum Beispiel die Umlaufzeit und Geschwindigkeit der ISS ausgerechnet und solche Sachen.
Kaum jemand "braucht" wirklich die Fähigkeit, die Umlaufbahn eine Raumstation zu berechnen. Mit den Gravitationsgesetzen sieht es anders aus.
Anderes Fach, andere Zeit: ich erinnere mich gut an einen Biologie- und Erdkundelehrer, der gerne mal Dias und Filme von seiner Reisen in die Sahara, den tropischen Regenwald, den Himalaya usw. zeigte. Es gab Eltern, die sich über die "verschwendete Unterrichtszeit" aufregten. Nur war auffällig, dass seine Schüler in Bio und Erdkunde sehr viel besser waren und den "Lehrstoff" schneller "durch" hatten als die der Parallelklassen. Der Mann machte durch sein persönliches Engagement die "drögen Paukfächer" interessant. (Er war im übrigen ein ziemlich strenger Lehrer, der dennoch bei uns Schülern beliebt war.)
Nun, das ist lange her, und die auch im Thread beklagte vorherrschende "Gleichungsphobie" (Abneigung gegen Mathematik und Fächer / Berufe, in denen es auf mathematische Kenntnisse ankommt) hat meines Erachtens seit damals erheblich zugenommen. Was nichts mit einer gern behaupteten "Technikfeindlichkeit" zu tun hat.

Aber der wahre Hammer (Realitätsschock?) des Thread ist das:
Manche Lehrer sind schon der Hit. Mein Freund und ich betreiben eine Jugendgruppe [für Astronomie, M.M.] und haben zu Werbezwecken in Schulen Plakate aufgehängt. An einer Hauptschule meinte der Rektor so viel wie: "Wozu, die sind doch sowieso zu blöd dafür!"
Bei solchen "Einschätzungen" wundert es mich nicht, dass so viele Hauptschüler jedes Interesse an der Schule verlieren (was dann wieder die Vorurteile solcher Lehrpersonen wie dieses Rektor bestätigt): "Wir sind hier die Restschule, uns will eh keiner, lernen ist reine Zeitverschwendung!"
Selbst wenn sämtliche Schüler dieser Hauptschule tatsächlich "zu blöd" sein sollten, um die für astronomische Berechnungen nötige Mathe zu kapieren (was ich nicht glaube), heißt das nicht, dass sie alle - bei entsprechendem Interesse - "zu blöd" für eine Astronomie-Jugendgruppe sind. Vielleicht ist unter den als "blöd" abgestempelten Hauptschüler ein "Bastelgenie", jemand, der wenn er die Chance dazu bekommt, ein Könner in einem handwerklichen Beruf werden könnte, der das Arbeitsamt in seinem Berufsleben niemals von innen kennen lernen muss? Und der seine Chance nur deshalb bekommt, weil er bei der Lehrstellensuche z. B. sagen kann: "Ja, stimmt, ich habe nur Hauptschule. Aber ich habe mit eigenen Händen ein Spiegelteleskop gebaut!"
(Dass ich unsere Schulsystem mit seiner sehr frühen "Auslese" für ungerecht, für bildungsfeindlich und für ein schweres Hindernis für soziale Mobilität halte, sei nur am Rande erwähnt.)

Aber es ist vielleicht ungerecht, auf das veraltete Schulsystem oder über unfähige Lehrer zu schimpfen.
Das Problem liegt tiefer. Und es liegt nicht bei den von konservativer Seite so sehr gescholtene "´68ern" und auch nicht bei den "bildungspolitischen Experimenten" der 70er Jahre.

Das Problem liegt bei einem (selten eingestandenen, aber wirksamen) Leitbild für das, was Schule, Hochschule Aus- und Weiterbildung leisten sollen: den für die Erfordernisse des Berufslebens (des "Arbeitsmarktes", der "Wirtschaft") zurichteten Menschen: mit den "richtigen" Fähigkeiten und dem "richtigen" Grundwissen ausgestattet und mit der "richtigen" Einstellung zu Beruf und zum Leben, d. H. bereit, seine persönlichen Interessen den beruflichen Erfordernissen jederzeit unterzuordnen. Bei den "dämlichen" Hauptschülern wird es besonders deutlich: bei ihnen steht offensichtlich eine gewisse Resignation auf dem "heimlichen Lehrplan".
Wenn heute öffentlich z. B. über "Ingenieursmangel" geklagt wird, dann nicht selten in der Weise, dass die Schulen zu wenige an Ingenieursberufen interessierte und geeignete Absolventen "geliefert" hätte. Auch die Klagen manchen Ausbilder über ungeeignete Auszubildende klingen wie Reklamationen an Lieferanten: die Schule möge doch bitte Absolventen "produzieren", die nicht nur gut in Deutsch und Mathe, sondern auch fleißig und diszipliniert sind. Wobei ich diese Klagen in der Sache oft für berechtigt halte. Was mich stört, ist die Mentalität, in der nicht von Menschen und Bildung die Rede ist, sondern von "Humankapital" und "Schlüsselqualifikationen" (und entsprechend gedacht und gehandelt wird).

Ich bin der Ansicht, dass unsere Schulen und Hochschulen, gerade weil sie auf das "Zurichten" aufs "Nützlichkeitsdenken" und auf "Produktivität" ausgerichtet sind, genau jene motivierten und gebildeten Absolventen nicht hervorbringen können, die heute vermehrt "nachgefragt" werden.

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