Montag, 11. September 2006

Das Symbol-Dilemma

Heute ist ein trauriger Jahrestag USA gedenken der Anschläge vom 11. September 2001. Anlaß für ein paar Gedankensplittern zum Thema "Symbole".

Der gängige Sprachgebrauch wie "nur symbolisch" oder "rein symbolische Handlung" - in dem Symbole allgemein etwa auf die Wirksamkeit von Erkennungsmarken, etwa Firmenlogos, reduziert werden, ist irreführend. Symbole "stehen für etwas" und zwar nicht als simples Unterscheidungsmerkmal. Sie sind deshalb wirksam. Symbole bestimmen unser Fühlen und Denken, und damit unser Handeln - und damit die Realität.

Nichts zeigt das so drastisch, wie die terroristischen Anschläge des 11. September 2001. Denn es war ja nicht die "reale", materielle Bedeutung, die zwei Bürohochhäuser und ein militärisches Verwaltungsgebäude zum Ziel der Attentäter wurde. Es war ihre symbolische Bedeutung: das "World Trade Center" stand für den Finanzdistrikt in Manhattan, dieser wiederum für den angebliche allmächtigen amerikanischen Kapitalismus. Auch das Pentagon ist kein militärisches Befehlszentrum, kein moderner Feldherrenhügel - man könnte man allenfalls den atombombensicheren Tiefbunker unter dem Pentagon so bezeichnen, das Pentagon selbst beherbergt die Mitärbürokratie. Ungeachtet dessen steht "das Pentagon" mehr für die Militärmacht USA als sämtliche Flugzeugträger und strategische Bomber zusammen. Ein Attentat auf den Bunker des Strategic Air Command hätte - ungeachtet der realen militärischen Wichtigkeit des SAC - keine vergleichbare Symbolkraft gehabt. (Abgesehen davon, dass ein Attentat gegen das SAC erheblich schwerer zu bewerkstelligen wäre - Pentagon und WTC waren eben, militärisch gesprochen, "weiche" Ziele.)
Die real-materielle Wirkung der Anschläge war gering - allein die symbolische Aufladung der Gebäude erlaubt es den Islamisten, sich als "Sieger" über die gottvergessenen USA, die westlichen Dekadenz und die christlichen Krauzfahrer zu fühlen. Umgekehrt ist der von Präsident . W. Bush deklarierte "War on Terror" in erster Linie symbolisch - man sollte sich hüten zu sagen "nur symbolisch" - zu verstehen.

Eine "reale" Auswirkung dieses Kampfes der Symbole und der symbolischen Handlungen ist die schleichender Erosion rechtsstaatlicher Prinzipen im Westen. In gewisser Weise ist das der größte Sieg der totalitären Islamisten - sie schaffen durch ihre Taten eben jenen Westen, den sie als Feind brauchen. Auch bei Al-Qaida denkt man dialektisch im Sinne Lenins.

Als symbolische Handlung verstehe ich auch die Beschlagnahmeaktion gegen den Anonymisierungsdienst TOR - law blog: TOR Server beschlagnahmt. Dass den TOR-Betreibern nicht bekannt ist, welche Daten über die Server geleitet werden, war auch den Ermittlern bewusst gewesen. Also "nur" ein weiteres Fall von Aktionismus, im Sinne "wir tun was gegen die Weitergabe von Kinderpornographie" - was ja auch symbolisch zu verstehen wäre? Wohl nicht. Denn die Staatsanwaltschaft Konstanz "setzt Zeichen", wie es so schön heißt, auch wenn es ihr vielleicht nicht bewusst ist - im Sinne eines Generalverdachts gegen Anonymisierungsdienste.

Besonders wichtig sind Symbole und symbolische Handlungen beim Thema Rechtextremismus. Es ist nur eine Randnotiz, aber eine, die mir über die "realpolitisch" eher nebensächliche Bedeutung hinaus einen gruseligen Schauer über den Rücken jagte - Bremer Nachrichen: Blankes Entsetzen in Verden Die NPD zieht in den Stadtrat von Verden ein. Die Rechtsextremisten haben ausgerechnet dort Erfolg, wo es starken Widerstand gegen die Umtriebe der Neonazis um den Artgemeinschafts-Chef Jürgen Rieger gab. Verden - das ist ein Symbol des Kampfes gegen Rechts geworden, deshalb wiegt der NPD-Wahlerfolg dort weitaus schwerer, als entsprechende Ergebnisse in anderen niedersächsichen Kleinstädten.
Verden als Ort ist für Rechtsextremisten vom Schlage Riegers von enormer symbolischer Bedeutung: Anlaß ist das "Blutgericht von Verden", das wiederum Anlaß zum Bau des Sachsenhains gab. Auf der Website der Stadt Verden heißt es dazu:
Der Sachsenhain wird noch immer mit der Hinrichtung von 4.500 Sachsen durch Karl den Großen im Jahr 782 in Verbindung gebracht. Tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um einen Ort sächsischer Geschichte. Vielmehr dokumentiert der Sachsenhain mit den im Jahre 1935 entlang des Rundweges aufgestellten 4.500 Findlingen den Versuch der Nationalsozialisten, die Geschichte propagandistisch umzudeuten.
Man könnte präzisieren: vom "germanen-esoterischen" Flügel der Nazis, denn Hitler selbst sah sich spätestens ab 1936 lieber in der Nachfolge Karls "des Großen" - was es heutigen "völkisch-esoterischen" Neonazis leichter macht, sich vom "Versager" Hitler und der "verbürokratisierten" NSDAP öffentlich zu distanzieren. (Ähnlichkeiten mit "kapitalismuskritischen" Nazis, die sich gern auf den "völkischen Sozialismus" z. B. der Gebrüder Strasser berufen, sind unzufällig.)
Hierzu auch ein älterer Thread im Nornirs Ætt-Forum: Das Blutgericht-Dilemma.

Als überzeugter Anhänger der liberalen Demokratie und entschiedener Gegner jeder Form des Rechtsextremimus kenne ich das Dilemma um von den Nazis mißbrauchte Symbole allzu gut - ich würde es sogar dann kennen, wenn ich nicht der Ansicht wäre, den alten und neuen Nazis dürfte kein Einziges von ihnen missbrauchtes spirituelles Symbol überlassen bleiben. Auch wenn dieser radikale Standpunkt sicher nicht mehrheitsfähig ist und viele aufrechte Antifaschisten eher befremden düfte: Sonnenrad-Song. (Selbstausgedachte Zeichen, Gauabzeichen, Armanen-"Runen" und so ein Zeugs können sie gern behalten!)
Mein Standpunkt ist allerdings stark von meiner spirituellen Orientierung her geprägt - als schlichter Agnostiker wäre es mir "nur" wichtig, den Rechten nicht die kulturelle Deutungshoheit über zahlreiche Symbole, Mythen, Bräuche usw. zu überlassen. Aber auch mit dieser, weniger radikalen, Haltung kann man unter Umständen ins Symbol-Dilemma geraten.

Hierzu verweise ich auf diesen hervorragenden Artikel von Toralf Staud in der "Zeit": Glatzenbrot und Lebensrunen

Staud arbeitet heraus, wie sehr es den Rechtsextremen in Mecklenburg-Vorpommern (aber sicher nicht nur dort) gelungen ist, "normal" zu erscheinen. Eine sehr wichtige Feststellung angesichts einer ungeheuerlichen Entwicklung machte er am Schluß des Artikels:
Kein Wunder, dass in Vorpommern wachsenden Teilen der Gesellschaft der Sinn abhanden kommt für das, was sich gehört und was nicht. Seit Jahren kann ein rechtsextremistischer Dachdecker mit der Lebensrune in einem Schaukasten direkt vor dem Anklamer Gymnasium werben, ohne dass es jemanden stört. Der örtliche Trabi-Club fand es witzig, bei seiner Disko einen »DJ Völkermord« an den Plattenteller zu lassen. Im Bäckerladen von Ducherow liegt im Regal neben dem »Hansebrot« ein Brot namens »Glatze« mit schöner brauner Kruste. Obwohl Neonazis seit Jahren die germanische Sagenwelt zur Popularisierung ihrer Ideologie nutzen, wurden im letzten Jahr zwei junge Wölfe im Tierpark Ueckermünde Wotan und Thor getauft. Tino Müller versichert, damit habe er nichts zu tun. Vermutlich stimmt das sogar. So weit ist es schon.
Ich stimme Staud völlig zu: bestimmte Dinge gehören sich einfach nicht. Fast alle von ihm beschriebenen Verhaltensweisen sind für einen auch nur halbwegs sensiblen und halbwegs demokratischen Menschen völlig indiskutabel.
Im Sinne einer eindeutigen, auch für den letzten Dummtroll nicht zu übersehenden, Distanzierung von rechtem Gedankengut ist es in der Tat unklug, zwei junge Wölfe "Wotan" und "Thor" zu taufen - auch wenn die Namensgeber mit den Nazis an sich so wenig zu schaffen haben wie die Wölfe selbst. (Beim rechten Dackdecker liegt der Fall anders, selbst wenn die Rune auch ein mißbrauchtes Symbol ist.) Es ist unklug - aber aus politisch-taktischen Erwägungen heraus.
Die Tatsache, dass Neonazis die germanische Sagenwelt zur Popularisierung ihrer Ideologie nutzen, sollte gerade nicht Anlaß sein, alles, was mit dieser Mythologie zu tun hat, sozusagen unter Generalverdacht zu stellen. Der manchmal aus politisch-moralischen Gründen unbedingt gegebene Verzicht auf bestimmte Symbole überläßt, wenn er allzu konsequent im Sinne einer "Nulltoreranz" gehandhabt wird, kampflos und auf Dauer eben diese Symbole den Nazis. Hierzu auch: Verbotene und Suspekte heidnische Symbole

Samstag, 9. September 2006

Schlechtachten

Auf meiner Blogrunde habe ich auch wieder mal bei "Dr.Dean" vorbeigeschaut. Es hat sich durchaus gelohnt: Glanzpunkte des Bloggens - Lobbycontrol und Was ist los mit unseren Wirtschaftssachverständigen?
Interessant ist aber auch die Diskussion bei Statler, der da - wie zu erwarten - etwas anderer Meinung als Dr. Dean ist: Vorsicht: Sachverständige wollen Arbeitslose aushungern.

Es ist wahr, und darin stimme ich Dean zu, die "Wirtschaftsweisen" (jedenfall 4 von 5) geben ein Gutachten ab, bei dem mich schlicht das kalte Kotzen überfällt - FR-aktuell:"Fünf Weise" für Sozialkürzungen und von heute auf tagesschau.de: Streit um ALG II Kürzungen geht weiter.
Die "Wirtschaftsweise" raten darin dem Vernehmen nach allen ca. zwei Millionen Langzeitarbeitslosen die Leistungen um 30 Prozent zu streichen, um "bis zu" (also höchstens!) 350 000 neue Jobs für Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose zu schaffen. Der dicke Hammer dabei ist, dass ALG II dem Existenzminimum entspricht! Das zu kürzen wäre glatt verfassungwiedrig - weshalb ich mir das
159-seitige Gutachten der Sachverständigenrates mal runtergeladen habe:
Arbeitslosengeld II reformieren - Ein zielgerichtetes Kombilohnmodell. Das Gutachten ist übrigens ein "wunderschönes" Beispiel für eine Kombination aus "Lobbysprech" und der, nun ja, typischen Gutachtersprache, Marke "Satzbau wie ein Drahtverhau", das nur am Rande.
Wenn ich es richtig verstanden habe, soll das Arbeitslosengeld II um 30 Prozent (also tatsächlich weit unter das Existenzminimum) gekürzt werden, um den Anreiz zur Annahme einer Arbeit zu erhöhen. (Womit wir wieder mal bei der "Faulenzer"- und "Missbraucher" Debatte wären.) Der volle ALG-II-Regelsatz von 345 Euro soll grundsätzlich an eine Tätigkeit geknüpft sein - entweder in einem gering bezahlten regulären Job am ersten Arbeitsmarkt oder in einer "Arbeitsgelegenheit", etwa im gemeinnützigen Bereich. (Das wäre, wenn ich es recht sehe, ein dritter Arbeitsmarkt.) Nur wenn ALG-II-Empfängern überhaupt keine Beschäftigung angeboten werden kann, sollen sie weiterhin den vollen Regelsatz erhalten, auch wenn sie keine Tätigkeit ausüben. Also wie gehabt - wieder mal mehr "Druck" auf angebliche Faulenzer. Aber knapp an der Verfassungswidrigkeit und damit am Papierkorb vorbeigerauscht. (Wobei sich unweigerlich die Frage stellt, wie verfassungsgemäß denn eine "zur Strafe" für "Drückebergerei" unter das Existenzminimum reduziertes ALG II wäre.) Für die "Weisen" hege ich in der Tat Hass - es fällt mir schwer, ihnen gegenüber gerecht zu bleiben.
Ein echter Aufreger der Güteklasse A - und ein hervoragendes Beipiel, wie weit die "Raumstation Reichstag" von der Erde entfernt ist - was für die Befürworter, aber leider auch für manche Gegner des Gutachtens gilt. Längst ist die Argumentation durch Polit-Marketing (danke Momo!) ersetzt. Und auch für Journalisten und einige Blogger. Womit ich nicht Dr. Dean meine, der ist, wie ich, schlicht sauer - vielleicht zu sauer, um sich um Details zu kümmern. Es ist verdammt anstrengend, bei diesem Thema nicht zu explodieren und nachzusehen, was wirklich im Gutachten steht - wobei es mir schwerfällt, es zu verstehen - in doppelter Bedeutung.

Es ist außerdem widerlich, wie sehr die Ausagen des Gutachtens in den Medien weichgespült werden. Bloß keine Aufregung über ein bißchen Theaterdonner von den Gewerkschaften hinaus! Ja, das Fernsehen hat die Leute gut gezähmt! (Wahrscheinlich hätte wir ohne das Fernsehen längst den Volksaufstand - und mit "Fernsehen" meine ich nicht nur das Unterschichten-Betäubungs-Seicht-Programm am Nachmittag und frühen Abend.)
Wie das geht kann man z. B. bei Lobby Conrol nachsehen: Sabina Christiansen - Schaubühne der Einflußreichen und Meinungsmacher

Noch eine Anmerkung, zu einem Kommentar von "Telegehirn":
Vielleicht radikalisiert das einmal die Massen und sie merken dann, daß von den Etatisten nur Unheil, Not und Armut kommen.
Ich bin auch scharfer Kritiker der Staatsgläubigkeit, allerdings finde ich die Marktgläubigkeit gewisser Liberaler und gewisser Libertärer genau so widerlich. Beides sind ideologisch verengte Sichtweisen. Wie übrigens auch dieser Spruch. Weiter:
Wenn es zu Hungeraufständen und einem Anschwellen der Kriminalität kommt, dann ist die soziale Revolution auch nicht mehr weit. Aber wie ich "meine" Deutschen kenne, würden sie auch so eine Maßnahme begrüssen und stillschweigend schlucken oder radikale Etatisten wie NPD,WASG, SED-PDS wählen.
Da muß ich dem "antideutschen" und "libertären" Telegehirn leider recht geben. Die "Gefahr" einer sozialen Revolution ist in Deutschland gering, nicht nur, weil die Deutschen so eine komische Mentalität hätten (wobei der deutsche Glauben an "Vater Staat" / "Volksgemeinschaft" und die Untertanen-Mentalität ja nicht von Himmel gefallen ist), sondern weil es seit den Bauernkriegen deutsche "Mächtige" nichts so fürchten wie Revolten und entsprechend eine in Jahrhunderten perfektionierte "anti-revolutionäre" Staatskunst entwickelt haben. Die "Sehnsucht" nach dem "starken Mann" (und wenn es ein von Komplexen zerfressener östereichischer Postkartenmaler ist) in Krisenzeiten gibt es auch anderswo, aber die Strukturen, die es solchen Leuten leicht machen, sind m. E. in Deutschland besonders ausgeprägt.

Äh - das war nicht so gut formuliert, Herr Ministerpräsident

Ich weiß nicht, was Edmund Stoiber sagen wollte, als er in einem "Bild"-Interview sagte, das Christentum entscheide sich vom Islam "dadurch, dass wir Intoleranz ablehnen, Religionsfreiheit gewähren, die Gleichberechtigung von Mann und Frau vertreten, Zwangsheiraten ganz entschieden nicht billigen". Die Reaktion auf diese weder tolerante noch kluge, noch zutreffende Aussage war jedenfalls vorhersehbar:
rp-online:Zentralrat der Muslime wütend über Stoiber-Äußerung

Freitag, 8. September 2006

"Space - the final frontier"

Anläßlich des 40. "Enterprise"-Jubiläums (seltsam, laut "Star Trek Chronologie" wird die U.S.S. Enterprise NCC 1701 erst 2245 in Dienst gestellt ... ) und ergänzend zu meinem Beitrag vor 40 Jahren begann die Zukunft -

heute.de: Unendliche Weiten - Vor 40 Jahren startete die TV-Kult-Serie "Star Trek"
B.Z.: Captain Kirk zu feige fürs All (Gemeint ist nur, dass der immerhin 75 Jahre alte Kirk-Darsteller Willian Shatner die Einladung zu einem zweieinhalbstündigen Raketenflug ablehnte.)
Süddeutsche: "Die Enterprise ist ein trojanisches Pferd" Der Astrophysiker und Wissenschaftsjounalist Harald Lesch nutzt Star Trek, um physikalische Wissen zu transportieren.
Spock-Darsteller Leonard Nimoy äußert sich zum zeitgeschichtlichen Hintergrund der Serie: Zeit online Unser liebster Fremdling.
Und jede Menge Infomationen für Fans beim offiziellen Fanclub OSTFC

Live long and prosper!

Donnerstag, 7. September 2006

Die oft übersehene "religiöse" Seite Jürgen Riegers

Jürgen Rieger ist landauf, landab bekannt als rechtsextremer Rechtsanwalt, Rassentheoretiker - und reich. Er setzt beachtliche Finanzmittel aus dem Nachlaß vermögender Nazis für Immobilienkäufe, die Unterstützung rechter "Kameradschaften" und obskure Vereine und Stiftungen, die sich mit "Fruchtbarkeitsforschung" und Ähnlichem beschäftigen, ein. Rieger ist Hauptfunktionär und Leiter der Artgemeinschaft - oder, in der Sprache des Boulevardjournalismus, "Chef einer Rassisten-Sekte". Nun ist er der NDP beigetreten.

NDP-blog:Neonazi-Anwalt Rieger tritt in die NDP ein
che:Der Rechtsruck bei der NDP

Nicht überraschend, denn Rieger hatte bereits als Landtags-Kandidat für die NPD kandidiert. Allerdings ist der Neo-Nazi-Anwalt selbst für NPD-Verhältnisse ein extremer Rechtsaußen. Sein Parteieintritt ist somit ein weiteres Zeichen für den Weg der "Nationaldemokraten" zur aggressiver rassistischen Neo-Nazisozialistischen Partei.

Eine Tatsache wird bei der erregten öffentlichen Diskussion um Rieger oft übersehen: Das "religiöse" Engagement Riegers ist mehr als eine skurrile Schrulle oder propagandisch-folkloristische Dekoration. Er und die "Artgemenschaftler" meinen es ernst.

Die "Artgemeinschaft - Germanische Glaubensgemeinschaft wesensgemäßer Daseinsgestaltung" beruft sich auf den alten nordisch-germanischen Götterglauben - obwohl der größte Teil ihrer Glaubenslehre auf ariosophischen Vorstellungen beruht, die erst vor ca. 100 Jahren entstanden. Auch da, wo sie sich auf authentische altnordische Überlieferungen berufen, gehen sie in der Regel von nationalromantischen Interpretationen aus, die von den meisten Religionswissenschaftlern und Fachhistorikern abgeleht werden. Mehr zur Ariosophie und zur rechten Heidenszene bei Odins Auge (ehemals Ariosophieprojekt der Nornirs Ætt). Sie verbreitet, neben allerlei germanischer Mythologie, "altdeutschem" Brauchtum und kräftigen Attacken gegen das Christentum (das als eine Abart des Judentums gesehen wird) auch völkisch-rassistisches und antisemitisches Gedankengut.
Der Rassismus der Argemeinschaftler beschränkt sich nicht "nur" auf die Theorie: So sollen sich "germanische Heiden" (sprich: Mitglieder der Artgemeinschaft) "gleichgeartete" Gatten aussuchen, d.h. Partner, die zur "nordischen" oder zur "fälischen" Rasse gehören. Nur so ließe sich die Weitergabe des genetischen Erbes an die Nachkommen sicherstellen. Entsprechend gilt "Rassenschande" neben Verrat und Meineid als großes Übel. Bemerkenswert ist eine auf den ersten Blick sehr sozial wirkende "Artgemeinschafts"-interne Familienunterstützung, die sich beim näheren Hinsehen als eine Art "Wurfprämie" für möglichst zahlreiche möglichst "nordische" Kinder entpuppt. Hinzu kommt eine (pseudo-) darwinistische Lehre vom "Leben als Kampf". Neben diesem "Artbekenntnis" genannten Rassismus und der "Wiedererweckung des Glaubens" (des Glaubens rechter Okkultisten aus Kaisers Zeiten?) geht es der "Artgemeinschaft" um die "Rekonstruktion der Volksgemeinschaft". Sie kämpft um "volkliche" Einheiten wie Gau und Stamm, Reich und Volk. Aufgebaut ist die Volksgemeinschaft nach dem Führerprinzip - durchaus als "wahre" Demokratie, als Einklang mit dem "Volkswillen", im Gegensatz zur "formalen Demokratie" des Parlamentarismus, gesehen. (Obacht also, wenn Rieger & Co. von "wahrer Demokratie" reden! Sie meinen damit eine totalitäre Diktatur!)

Das kultisch-religöse Element in der "Artgemeinschaft" ist meines Erachtens nicht zu unterschätzen. Der Glaube befähigt gerade kleine Gruppen zu einen Gemeinschaftsgefühl und einer Entschlossenheit, die die entsprechender "rein politischer" Splittergruppen bei weitem übertrifft. Wobei es letzten Endes unerheblich ist, ob die "Artgemeinschaftler" an germanische Götter oder doch eher an göttliche Germanen glauben. Jedenfalls verfügt Rieger als "Sektenchef" über eine weitaus größere "Hausmacht" als andere rechtsextreme Politiker.

Ärgerlich ist auch, dass die "Artgemeinschaft" ihr antidemokratisches und zutiefst rassististisches Konstrukt ausdrücklich als "Ásatrú" bzw. "Forn Siðr" bezeichnet. Mit dem in seit 1972 in Island, später auch in Dänemark, Norwegen und Australien als offizielle Religion anerkanntem modernen Ásatrú, wie es auch von zahlreichen keineswegs "rechten" und durchaus modernen Neuheiden in Deutschland praktiziert wird hat die Doktrin der "Artgemeinschaft" nur am Rande zu tun.

Mittwoch, 6. September 2006

"Englische Krankheit" wieder da - in England

Die einst gefürchtete Vitaminmangelkrankheit Rachitis, die bei Kindern zu bleibender Knochenverkrümmung führt, schien lange Zeit zumindest in Westeuropa der Vergangenheit anzugehören. Denn eine an an Kalzium, Phospat und Vitamin D / Provitamin D reiche Ernährung und etwas UV-Licht (10 Minuten Sonne pro Tag reichen bei hellhäutigen Menschen aus) beugen der Krankheit wirksam vor. Im Notfall helfen auch (preiswerte) Vitamin-D Präparate.
Dennoch tritt sie wieder vermehrt auf - möglicherweise aus falscher Sparsamkeit.

Eine soeben erschienene Studie, die eine unerwartet hohe Rate an Vitamin D-Mangel-Erkrankungen besonders bei Kindern asiatischer Herkunft in England feststellte, rechnet den Gesundheitspolitikern vor, dass die kostenlose Abgabe von Vitamin D an alle Kinder der gefährdeten Bevölkerungsgruppen deutlich billiger wäre, als die Behandlung der Folge-Erkrankungen. C.S.Zipitis,et al.; “Vitamin D deficiency: prevention or treatment?”

Weshalb sind Kinder "asiatischer" Herkunft (damit sind in England vor allem Pakistanis und Inder gemeint, weniger Ostasiaten wie Chinesen) besonders betroffen? Ein ganz natürlicher "Risikofaktor" im englischen Klima ist ihre dunkle Haut - 10 Minuten Sonne täglich reichen bei ihnen eben nicht aus. Weniger "natürlich", aber bei den überwiegend zu den unteren Einkommensschichten gehörenden Südasiaten weit verbreitet, ist die mangelhafte Ernährung - vor allem, da hochwertige frische Lebensmittel in England verhältnismäßig teuer sind. Die Wohnverhältnisse und das Freizeitverhalten - auch Kinder aus Pakistani-Familien verbringen heute weniger Zeit im Freien als noch vor 20 Jahren, und Familienurlaub ist finanziell für viele nicht mehr drin - tragen das ihre zum Wiederaufleben der Rachitis bei.

Nachtrag: Eine eher zufällige (?) Fundsache zum Thema auf der Website der US-amerikanischen National Academies - Die Aufklärung des Vitamin D Rätsels . (Sehr viele der Texte der National Academy of Science liegen außer auf Englisch auf Chinesisch, Spanisch, Deutsch und Japanisch vor.)

Im September vor 40 Jahren begann die Zukunft

jedenfalls im Fernsehen. Im Abstand von nur neun Tagen "starteten" die Raumschiffe "Enterprise" (8. September 1966) und "Orion VII" (17. September 1966). Die Fernsehserien "Star Trek" ("Raumschiff Enterprise") und "Raumpatrouille" genießen nicht nur bei Science Fiction-Fans noch heute "Kultcharakter".

Dieser anhaltende Ruhm ist schwerlich durch den Charme veralteter Trickaufnahmen und erkennbar aus Sperrholz, Styropor und Pappmaché bestehender Sets zu erklären. (Obwohl das mühelos als solches erkennbare Bügeleisen auf dem Leitpult der "Orion" das vermutlich meistbelächelte Requisit der deutschen Fernsehgeschichte sein dürfte.) Es ist vielmehr das Konzept dieser beiden Serien, die ihre nachhaltige Wirkung auch auf nachfolgende Generationen bewirkte. Die meisten heutigen "Enterprise" und "Orion"-Fans waren zur Zeit der Erstsendung noch nicht einmal geboren.

Was die beiden Serien von fast allen anderen Sci-Fi-Fernsehserien bis in die 1990er unterschied, war die "utopische" Idee hinter der abenteuerlichen Handlung - das Konzept einer zukünftigen Gesellschaft, die sich wesendlich von der Heutigen unterscheidet. Die meisten Sci-Fi-Produktionen beschränken sich auf technische Neuerungen und äußere Faktoren (Invasoren aus dem All, globale Katastrophen usw.), die Gesellschaft bleibt ansonsten die der Produktionszeit.
Allerdings waren die beiden Serien in dieser Hinsicht Pionierleistungen, die aus heutiger Sicht nicht immer überzeugen.

Die Zukunftswelt von "Star Trek" ist in der Originalserie ein grob skizzierter, aber deutlich durchscheinendes, Hintergrund: Die Episoden spielen in einer utopischen Zukunft, in der die Menschheit als globale Einheit die gängigen Probleme wie Rassismus, Intoleranz, soziale Ungleichheit und Krieg überwunden hat. Die Existenz eines Weltstaates wird angedeutet (dieser Konzept wurde erst in den nachfolgenden Serien und Filmen näher beleuchtet). Die Menschheit hat sich mit vielen außerirdischen Zivilisationen zur "United Federation of Planets" (UFP, mit einem dem UN-Emblem nicht unähnlichen Logo) verbündet. Obwohl die UFP mit der Sternenflotte eine militärische Organisation herausgebildet hat, ist deren Hauptfunktion die friedliche Erforschung fremder Welten und Zivilisationen.

Die Besatzung der "USS Enterprise" NCC 1701 ("No bloody A, B, C or D!")besteht aus Menschen verschiedener Nationen und einige Außerirdischen. Dies war zur Entstehungszeit der Serie sehr ungewöhnlich, da die politischen Verhältnisse in den damaligen USA immer noch stark durch Rassismus und den Kalten Krieg geprägt waren - und die Verhältnisse im Fernsehen durch eine rigorose Selbstzensur, die gesellschaftskritische oder tabuverletzende Inhalte nicht zuließ.
Tatsächlich versuchte der geistige Vater der Serie, Gene Rodenberry, in der Tarnung eines "Weltraum-Westerns" Elemente in das Fernsehprogramm zu bringen, die ansonsten einfach nicht "gingen". Außerdem war die Serie von Anfang an ein Magnet für z. T. sehr prominente Science Fiction-Autoren, die den hohen Standard ihrer Romane und Kurzgeschichte auch bei den Drehbüchern wahrten. (Es gibt allerdings auch einige Star Trek-Folgen, deren Drehbücher man hätte gründlich bearbeiten sollen - mit dem Papierschredder.)
"Star Trek" war die erste "echte" Science Fiction Serie mit fortlaufender Handlung der Fernsehgeschichte.
Allerdings mußten auch Kompromisse gemacht werden. So war die stets nur "Nummer 1" genannte energische und kompetente Erste Offizierin des Pilotfilmes in der Serie nicht durchsetzbar - es war schwer genug, den "satanisch" aussehenden Spock zu halten. Aus heutige Sicht wirkt die Darstellung von Frauen und Minderheiten etwas altmodisch - für die 1960er Jahre war das Programm fortschrittlich und gewagt. Legendär ist z. B. der erste Fernsehkuss zwischen einem weißen und einem schwarzen Charakter in den Vereinigten Staaten - in einige US-Bundesstaaten wurde diese Folge boykottiert.

Die utopische Welt der "Raumpatrouille" ist, laut Vorspanntext, der von "Star Trek" nicht unähnlich: "Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit - und ihre Kolonien im Weltraum. Man siedelt auf fernen Sternen. Der Meeresboden ist als Wohnraum erschlossen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Raumschiffe unser Milchstraßensystem." Die aus nur sieben einstündigen Folgen bestehende Serie wird diesem utopische Anspruch allerdings nicht gerecht: Nicht nur, dass das Hauptthema - der Kampf gegen aggressive Außerirdische, die Frogs - wirklich ein alter Hut war, die militärische-autoritären Strukturen, die immer wieder durchscheinen, dürften schon 1966 ziemlich "altmodisch" gewesen sein. Im Dialog wird sehr viel gebrüllt, heruntergeputzt, hysterisch geschrien, was bei den durchweg erfahrenen Schauspielern wohl nicht dem Overacting, sondern den Dialogautoren geschuldet ist. Alles in allem entsteht statt dem Bild eines friedlichen Utopias das einer Streitmacht mit "defekter" innerer Führung, mit autoritären Vorgesetzten, intringaten Stabsoffizieren und nur widerstrebend gehochenden Frontsoldaten. Den meisten Flottenangehörigen liegen die Nerven sichtlich blank, von der professionellen Coolness eines Captain Kirk oder gar eines Spocks ist da nichts zu spüren. Auch die Erdregierung besteht - wie die Flottenführung - offensichtlich aus zynischen Machttaktikern. Unklar bleibt auch, wozu die gewaltige Raumflotte vor dem Erscheinen der Frogs gebraucht wurde, wie auch die Invasions-Motive einer Spezies, die gar nicht auf der Erde leben könnte, unklar bleiben. Sie sind einfach a) durch und durch bösartig und b) technisch weit überlegen.
Meiner Ansicht nach wirken in allen diesen Punkten Erfahrungen aus dem 2. Weltkrieg nach, die allerdings zu wenig reflektiert wurden. Bewußt "militaristisch" oder gar "faschistoid" ist die Serie nicht, dagegen sprechen schon die häufigen (sehr plakativen) pazifistischen Aussagen. Addiert man noch die völlig Ignoranz gegenüber psysikalischen und astronomischen Gegenbenheiten und das besonders absurd geratene "Technobabble" ("Rücksturz zur Erde") hinzu, fällt "Raumpatrouille" gegenüber "Star Trek" ganz gewaltig ab.
Allerdings - zwei der Folgen, bezeichnenderweise jene, in der die bösen Frogs gar nicht agieren, könnten inhaltlich ohne weiteres in "Star Trek" bestehen: "Hüter des Gesetzes" (Thema sind die asimovschen Robotgesetze bzw. ihre problematischen Auswirkungen bei "unlogischem" menschlichen Verhalten) und und "Kampf um die Sonne" (in der ein ehemaliger Kolonialplanet. auf dem sich eine matriarchalische Gesellschaft entwickelt hat, im Mittelpunkt steht). Gerade letztere Folge zeigt einen unerwarteten "Vorsprung" gegenüber der originale "Star Trek-Serie": Das Frauenbild in "Raumpatrouille" weitaus "moderner" als das in "Raumschiff Enterprise" - zumindest ließen sich "starke" und kompetente Frauen wie GSD-Sicherheitsoffizier Tamara Jagellowsk, General Lydia van Dyke oder "SIE", die Herrscherin von Chroma, im deutschen Fernsehen leichter "unterbringen" als im US-Fernsehen.

Montag, 4. September 2006

Zum Gedenken an einen Tierfilmer ...

... der eine kesse Lippe, Skandale und auch sonst mehr riskierte als andere Tierfilmer. Und nun leider wohl zu viel riskierte: Steve Irwin. Australischer TV-Star von Rochen getötet

Ich habe "Crocodile Hunter" immer gemocht. Seine Filme waren, trotz seines überschwänglichen Stils und seines Hangs zu Selbstinzenierung und Provokation inhaltlich seriös. Infotainment im besten Sinne des Wortes. Ein Tierfilmer fern von der Spießigkeit, die diesem Genre gern zugeschrieben wird.

Es mag auf den einen oder anderen pietätslos wirken - da Steve Irwin aber immer einen ziemlich makaberen Humor hatte, denke ich, dass er gegen diesen kleinen Film zu seinem Gedenken nichts hätte.

Sonntag, 3. September 2006

Die "Internet-Festplatten" und die Angst der Politiker vor Kontrollverlust

Dass beim "Kampf gegen den Terror" mutwillig elementare Bürger- und Freiheitsrechte abgebaut werden, ist schlimm: B.L.O.G.: Schiffbruch des Datenschutzes.
Auch schlimm ist, dass diese Überwachungsmaßnahmen bestenfalls wenig effektiv sind. Einfach nur ärgerlich ist es, wenn Politiker beim "Kampf gegen den Terror" eine gradezu grenzenlose Naivität an den Tag legen.
Ein "schönes" Beispiel gab es letzte Woche: heise ticker: Verfassungsschutz soll auf Computer übers Internet zugreifen dürfen.
"Nordrhein-Westfalens Innenminister Ingo Wolf (FDP) hat den Entwurf für ein neues Verfassungsschutzgesetz vorgestellt, das es ermöglicht, eine ganze Reihe von Sonderbefugnissen, die dem Verfassungsschutz im Rahmen der Terrorbekämpfung zugestanden wurden, erheblich zu erweitern. Nun sollen auch die Aktivitäten inländischer Terrorzellen im Internet überwacht werden können, weil sich die Sicherheitslage mit den misslungenen Terroranschlägen verändert habe: 'Bisher war die Terror-Gefahr abstrakt. Jetzt ist sie konkret', sagte der Innenminister."
Dabei soll der Verfassungsschutz wohl auch auf Rechner von mutmaßlichen Terroristen über das Internet zugreifen können, die Rede ist vom Zugriff auf "Internet-Festplatten". Daraus ließe sich schließen, dass ein - verfassungsrechtlich unzulässiger - Zugriff auf private Rechner durch den Verfassungsschutz geplant sei, etwa im Sinne von Hacker-Angriffen. (Davon abgesehen, das es fraglich ist, ob solche Ausspähversuche den geringsten Effekt hätten, wenn die mutmaßlichen Terroristen ein Minimum an Vorsicht walten lassen und sensible Daten verschlüsseln bzw. schlicht nicht auf der Festplatte liegen lassen.) Allerdings, entgegen dem, was Wolf gegenüber der Presse andeutete, heißt es in der Gesetzesvorlage konkret, dass die Verfassungsschutzbehörde folgende Maßnahmen anwenden darf:
"heimliches Beobachten und sonstiges Aufklären des Internets, wie insbesondere die verdeckte Teilnahme an seinen Kommunikationseinrichtungen beziehungsweise die Suche nach ihnen sowie der heimliche Zugriff auf informationstechnische Systeme auch mit Einsatz technischer Mittel."
Ich vermute, dass der Minister nicht sachkundig ist (was soll bitteschön eine "Internet-Festplatte" sein?). Dessen ungeachtet könnte der Gesetzentwurf verfassungsrechtlich bedenklich sein. (Abgesehen wiederum davon, dass sich Kriminelle den vorgesehenen Überwachungsmaßnahmen relativ leicht entziehen können.)

Was mir zu denken gibt: Wolf ist offensichtlich kein Kontroll- Hardliner und hat anscheinend begriffen, um was es geht. NRW-Innenminister gegen flächendeckende Videoüberwachung:
Wolf sagte, nach den fehlgeschlagenen Bombenanschlägen auf Regionalzüge finde "erneut eine kontroverse, zum Teil hitzige politische Debatte" statt. In deren Mittelpunkt stehe der "schon reflexartige Ruf nach neuen, zu verschärfenden Gesetzen und Sicherheitsmaßnahmen".
Offensichtlich versagt auf Gebieten, von denen sie offensichtlich wenig verstehen, der gesunde Menschenverstand bzw. der moralische Kompaß vieler Politiker. (Wolf ist nur ein Beispiel unter vielen.)
Ein möglicher Schluß wäre der, dass diese Politiker da, wo sie nicht selbst sachkundig sind, sich also unsicher fühlen, "Ratschlägen" von "Experten" gegenüber auffällig unkritisch sind. Was wiederum für die "Kontrollverlust-Angst"-Hypothese spricht.

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