Donnerstag, 8. Februar 2007

Umweltschutz in der Parallelwelt der "wichtigen Leute"

Nur für den Fall, dass es jemand noch nicht mitbekommen hat:
Absurd: Die eine staatliche Prüfbehörde, also das Bundesamt für Verbraucherschutz, erlaubt eine Gift-Konzentration, die die andere staatliche Prüfbehörde, also das Bundesinstitut für Risikobewertung, für nicht akzeptabel hält: Doch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit kümmert das offenbar wenig und das zuständige Bundesverbraucherschutzministerium legalisiert ebenfalls die höhere Belastung.
- (aus frontal21 Belastetes Obst, giftiges Gemüse ).

Man würde es sich zu einfach machen, wenn man vermutet, dass Grenzwerte nach dem Prinzip des "texanischen Meisterschützen" aus einem alten Slapstick-Film festgelegt würden: Der "Meisterschütze" schoß zuerst auf ein Scheunentor und malte dann eine Zielscheibe rund um seinen "Treffer", so dass es so aussah, als hätte er ins Schwarze getroffen. Also: nachträgliche Anpassung der Grenzwerte an die "Realität". Denn das hieße, dass das Obst und Gemüse im Regelfall stärker belastet wäre, als nach den bisher gültigen Grenzwerten zulässig wäre - das ist glücklicherweise nicht der Fall.
Auch die Korruptions-Hypothese ist, wie die Lobbyisten-Hypothese, nur begrenzt tragfähig - obwohl Schmieren und Schleimen aus der politischen Praxis kaum wegzudenken sind, und ich mir als spritzender Gemüsegroßproduzent schon überlegen würde, wo ich meine diskreten Finanzspritzen einsetzen würde: die Kontrolleure zu bestechen könnte für mich leicht strafrechtlich unangenehm werden, auf der politischen Entscheidungsebene ist mein Schmiergeld effektiver und risikoarm "angelegt".

Mir sieht der Fall nach einem weiteren Beispiel aus der seltsamen Parallelwelt der Politiker, der hochrangigen politischen Beamten und der "Wirtschaftsführer" aus. Wie Sven Scholz hier überzeugend darlegt, ist in der Welt der "wichtigen" Leute die Währung nicht etwa der Euro, sondern die "Wichtigkeit". Das Prestige. Oder ganz banal: die schöne Fassade. Es ist "wichtig" melden zu können, dass es "kaum Fälle von Grenzwertüberschreitungen gab" (genau so, wie die monatliche Arbeitslosenquote "wichtiger" ist, als das Schicksal der Arbeitslosen als Einzelmenschen). Es ist auch "wichtig", nicht bei "wichtigen Leuten" aus Wirtschaft und Politik anzuecken, etwa mit unbequemen Forderungen oder lästigen Fragen. Das Thema Schutz der Verbraucher vor belasteten Lebensmitteln ist erst dann wichtig, wenn es einen öffentlichkeitswirksamen Skandal gibt - wie jetzt geschehen. Wobei die Skandalvermeidung "wichtiger" ist als diese lästigen Tatsachen.

Ein kurioses Beispiel für "wichtigkeitsgesteuerte" Umweltpolitik ist der jährliche Waldzustandsbericht. Er wird nach einem Verfahren ermittelt, dass systematisch zu hohe "Krankheitsraten" ergibt - was seit mehr als 20 Jahren bekannt ist. Trotzdem wird das zu falschen Zahlen führende Verfahren nicht geändert - aus Angst vor dem öffentlichen Vorwurf, man wolle den Wald mittels geändertem Meßverfahren "gesundschreiben". "Wichtig" ist: bloß keinen Skandal! Außerdem kann man sich als Umweltpolitiker dank solcher Zahlenwerte gut als "Mahner und Warner" verkaufen, auch "Teilerfolge" machen sich immer gut - und dafür an anderer Stelle nicht so genau hinsehen.
Interessant auch, dass die "Wichtigkeit" des Themas "Waldsterben" nichts mit dem tatsächlichen Zustand des Waldes zu tun hatte. Irgendwann war einfach das Thema "durch" - auch dank einiger nicht eingetroffenen Horrorprognosen.

Ein aktuelles Beispiel liefert Ver.di-Boss Bsirske auf einer Kundgebung gegen "unfaire Auflagen" beim Emissionshandel und einen "Zwangsverkauf" der Stromnetze:
Dann wird es ganz still. Bsirske spricht über Klimawandel. "Der Bericht, den die Vereinten Nationen in der letzten Woche vorgelegt haben, hat erneut deutlich gemacht", sagt der Ver.di-Chef, um dann aufzuzählen, worauf sich die Welt einzustellen habe: "Mehr Wirbelstürme, mehr Hitzewellen, mehr Überschwemmungen, mehr Dürren." Über den Anstieg des Meeresspiegels kommt Bsirske dann zu den Ursachen des Übels, an denen "kein Zweifel mehr besteht": die globale Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Fast zehn Minuten lang ist es völlig still auf dem Platz. Keine Zwischenrufe, kein Trillern im Publikum.

Das ändert sich erst, als Bsirske Forderungen an die Politik erhebt: "Daraus folgt, heimischen Energieträgern den Vorrang zu geben." Jetzt ist die Menge wieder da: Sie grölt und trötet ausgesprochen engagiert. "Braunkohle zur Stromgrundlast einsetzen" - Jubel und Getriller; "Für Braunkohle einen brennstoffbezogenen Zertifikate-Koeffizienten einführen" - Getröte und Geklatsche. Zur Erinnerung: Braunkohle ist der klimaschädlichste Rohstoff. Bsirske erlöst jetzt die Sünder im Publikum.
(aus taz.online:Mit Tröten gegen Klimaquatsch - via sargnagelschmiede)

Der Widerspruch in Bsirskes Foderung ist eklatant. Aber unvermeindlich, wenn es einem, wie Bsirske, um die "Wichtigkeit" geht. "Wichtig" sind die obligatorischen Worte zum Klimawandel - ohne geht es nun einmal nicht, wenn man nicht als "Umweltsünder" darstehen will. Wichtig ist auch das Ansehen bei den Gewerksschaftsmitgliedern - die teils durchaus ein wirtschaftlichen Eigeninteresse am derzeitigen, weder verbraucher- noch umweltfreundlichen Oligopol der "vier Energiegiganten" hat, teils aber auch nur Angst vor Veränderung. "Bestandsicherung" kommt immer gut an. Und wichtig ist auch das Ansehen bei den "Tarifpartnern" - faktisch sind Gewerkschaftler die besten Lobbyisten "ihrer" Unternehmer.
Was Bsirske diesmal nicht schaffte: den krassen Widerspruch in seiner Rede elegant zu kaschieren. Andere können das besser. Zum Beispiel die deutschen Innenminster (fast alle!), die den eklatanten Abbau der Bürgerrechte als Schutz der Bürgerrechte verkaufen.

Mittwoch, 7. Februar 2007

Vermutung über den Sonnenstein der Wikinger bestätigt

Schon länger ist bekannt, dass die Wikinger bei ihren erstaunlichen Seereisen den Sonnenkompass zur Navigation benutzten und sogar schon die geographische Breite bestimmen konnten. (Über den Sonnenkompass der Wikingerzeit berichtete z. B. "mare": Der Sonnenkompass.)

Wie die Wikinger bei bedecktem Himmel navigierte, war hingegen lange Zeit ein Rätsel. In einigen Sagas wurde ein "Sonnenstein" erwähnt, der in solchen Fällen benutzt wurde. Deshalb stellten Archäologen die Hypothese auf, dass die Sonnensteine Kristalle aus Doppelspat gewesen sein könnten. Die Wikinger hätten die auf ihren die besonderen optischen Eigenschaften der Kristalle genutzt. Diese Kristalle wirken als so genannte Polarisationsfilter für das Sonnenlicht. Das sind Filter, die ausschließlich Licht durchlassen, das aus in einer einzigen Richtung schwingenden Wellen besteht. Da ein Teil des an der Erdoberfläche auftreffenden Sonnenlichts polarisiert ist und diese Polarisierung durch Wolken oder Nebel nur teilweise aufgehoben wird, kann mithilfe eines solchen Filters die Richtung bestimmt werden, aus der das Licht ursprünglich kam. Unklar ist allerdings, ob die nur in Sagas beschriebene Sonnensteine wirklich bei Seereisen verwendet wurde - bei Funden aus der Wikingerzeit wurden sie bisher noch nicht entdeckt.
Außerdem gab es ernstzunehmende Zweifel, ob die Kistalle überhaupt als "Sonnendetektor" zu gebrauchen wären.

Nun hat ein internationales Forscherteam bei Messungen in arktischen Meeren herausgefunden, dass die Kristalle tatsächlich für diesen Zweck verwendet werden können. Allerdings funktionierten solche Sonnensteine wohl nur bei wolkenverhangenem Himmel, während sie bei Nebel nicht immer zuverlässig waren, wie die herausfanden.

wissenschaft.de:Wie die Wikinger trotz Wolken den Weg fanden

Dienstag, 6. Februar 2007

Das Schwermetalle schlecht fürs Gehirn sind, wußten wir schon länger

Unbekannt war allerdings bisher, wieso Schwermettalle und andere Gifte auf das Gehirn wirken.
Offensichtlich beeinträchtigen sie die Stammzellen im zentralen Nervensystem.
Umweltgifte wie Blei oder Quecksilber können schon in geringen Mengen Entwicklung und Funktion von Gehirn und Rückenmark beeinträchtigen: Sie veranlassen eine Gruppe von Stammzellen des zentralen Nervensystems dazu, ihre Arbeit vorzeitig einzustellen, haben amerikanische Forscher bei Experimenten im Labor und mit Mäusen gezeigt. Dadurch können sich etwa bei kleinen Kindern nicht mehr ausreichend neue Nervenzellen und neue Verbindungen zwischen den Zellen bilden. Die Schwermetalle greifen dabei die Zellen nicht direkt an, sondern lösen eine Reaktionskette aus, die schließlich zum Arbeitsstopp bei den Stammzellen führt. Interessanterweise scheint diese bislang unbekannte Reaktionskaskade ein genereller Mechanismus zu sein, auf den auch die schädigende Wirkung anderer Giftstoffe zurückgeht, berichten die Wissenschaftler.
Ganze Meldung: wissenschaft.de: Warum Schwermetalle und Co schlecht fürs Gehirn sind.

Dieser nun gefundene Mechanismus könnte auch die Entstehung bestimmter Formen der Multiplen Sklerose erklären.

Religionstest bei der "Zeit"

Religionstests, bei denen man anhand einiger Fragen zur persönlichen Weltanschauung eine Einschätzung erhellt, welche Religion am besten zu einem passt, gibt es im Internet zuhauf. Gemeinsames Merkmal: ernst gemeint sind sie nicht.

Zur Reihe "Was soll ich glauben?" hat die "Zeit" zusätzlich einen "Religionstest" auf ihre Internet-Seite gestellt. Er funktioniert nach dem üblichen Schema. Und er scheint nicht als reiner Scherzartikel gedacht zu sein (ist es, meiner bescheidenen Ansicht nach, aber trotzdem).

Die konzeptinelle Schwäche des "Zeit"-"Testes" gegenüber den meisten Internet-Religionstests liegt darin, dass er nur zwischen sechs "Weltreligionen" untescheidet: Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus, Buddhismus und Universismus (gemeint ist der chinesische Universismus, die Lehre Lao-tses, auch als Daoismus bekannt). Der "Test" fragt nur nach "Religionen", nicht etwa nach Weltanschauungen / Lebenshaltungen, wie Atheismus oder Agnostizismus. Ein deutlicher Schwachpunkt gegenüber selbst den albernsten Scherztests.

Warum das so ist, und warum ausgerechnet diese "Religionen" (in Anführung, weil Buddhismus und chinesischer Universismus der christlich geprägten üblichen Definition von "Religion" nicht entsprechen) ausgewählt wurden, ist übrigens meiner Ansicht nach (wohl ungewollt) bezeichnend. Daraus spricht ein hoffentlich unbeabsichtigter "Eurozentrismus" oder besser vielleicht "Christozentrismus": die Welt, gesehen und eingeordnet nach Kriterien, die das Christentum vorgibt.

Wer den "Test" trotzdem machen möchte: Religionstest.

Sonntag, 4. Februar 2007

Dürfte wohl nicht so ganz zutreffen ...

... und es ist es auch nicht wert, sich großartig darüber aufzuregen.

Aber der Reihe nach:
Was Martin Rzeszut im Webblogs "Das Tönchens - Das Online-Magazin der Musikwerkstatt-Rzeszut" schreibt, kann ich gut nachempfinden Blogs humanisieren die Gesellschaft, denn jeder kommt zu Wort!?
Nicht, dass ich in allem mit ihm einer Meinung wäre. Was er aber über rechtextreme Blogs schreibt, dem kann ich aus vollem Herzen zustimmen:
Es ist bekannt oder sollte vielmehr bekannt sein, dass die Nazi-Szene - die angeblich kaum wer kennt - sich schon seit Jahren per Blogs vernetzt und „Jetzt leben wir mal im Dritten Reich“ spielt: sozusagen die Alternative zu World of Warcraft oder bayrischem Schamanismus. Und im Gegensatz zu noch vor zehn Jahren läuft das jetzt alles ziemlich öffentlich und hat Seiten wie die der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ hervorgebracht (die glücklicherweise aber kein Blog ist).

Längst sind die Aufmärsche der kleinen verirrten und hirngewaschenen Nazi-Kinder unter dem öffentlichen Druck der Gegendemonstrationen in unserem Lande zusammengeschrumpft zu traurig trotzigen Machogesten der unheimlichen Art. Aber im Internet blüht dieser Schwachsinn dann in freundlichsten Farben auf. Ich sage hier nur „Thule-Seminar“ oder „Asatru.de“ die Seite des Nazi-Ideologen Jürgen Rieger. Man mag sich den Kram selber suchen – Stichwort bei Google eingeben, fertig. Rassismus pur. Und Hyperlinks in solche Schmuddelecken des WorldWideWeb gibt’s im TÖNCHEN! nicht.

Rieger informiert in seinem Blog über „heroisches Lebensgesetz“ oder die „Himmelsscheibe von Nebra“. Wir finden weiter Links zum Ruf des Nordens“ („nationaler Versandhandel“/„der Versand für Kameraden!“) und Kleinanzeigen („… tausche eine Nargaroth DVD“). Weiter möchte ich auf diese abstossende Thematik hier nicht eingehen.
Da bin ich völlig einer Meinung mit Martin Rzeszut. Deshalb ärgere ich mich darüber, was er weiter unten über die Website der Nornir Ætt schreibt:
Der esotherische Bereich präsentiert sich ähnlich. Ein typischer Blog mit germanischem Gesabber (...den auch Herr Rieger mögen müsste) ist „Nornirs Aett – Asatru zum selber Denken“ (immerhin wird in diesem Blog also zum Selberdenken aufgerufen...ist auch wirklich nötig!). Auch hier geht es um „germanische“ Themen aus „Asatru-Sicht“. Man diskutiert etwa so: „Hallo, bin neu hier. Ich habe eine Frage; weiss jemand wie man das Wort Asatru ausspricht....interessiert mich so sehr, dass ich extra ein Forum gesucht habe, das mir das evt. beantworten kann. Liebe Grüsse xyz“...und die Antwort: “also ich sprechs einfach so aus wie’s dasteht. Zusammengesetztes Hauptwort, also Hauptbetonung auf dem ersten A. Wie das bei den meisten germanischen Sprachen halt auch üblich ist: Betonung auf dem ersten Selbstlaut der Stammsilbe. Hab’ ich mir allerdings auch nie nen Kopp gemacht, ob das auch anders geht...“
Dass er uns (ich bin Mitglied der Nornirs Ætt) entgegen unserer Selbstwahrnehmung dem esoterischen Bereich zuordnet - geschenkt. Dass wir für Blogs mit “germanischem Gesabber” typisch sein sollten, sehe ich zwar nicht ganz so, schließlich geht es in unserem Gjallarhorn genannten Blog vor allem um politische und gesellschaftliche Themen - und zwar aus ausdrücklich demokratischer und entschieden antifaschistischer Haltung heraus. (Der aktuelle Beitrag ist z. B. ein Aufruf zu einer Gegendemonstration gegen eine rechtsextreme Kundgebung).

Ja, es stimmt, hin und wieder werden in unserem Forum Fragen gestellt, bei denen man nur mit dem Kopf schütteln kann - wie die Frage nach der Aussprache von Asatru. Aber auch vermeindlich “dumme” Fragen versuchen wir so gut wie möglich zu beantworten. Es sei denn, jemand kommt uns zu dumm - so Richtung Rassengequassel, “Blut & Boden” oder “Deutschland den Deutschen” oder ähnliches Braunzeugs. Es gibt aber durchaus intelligentere Threads in unserem Forum, der von Martin Rzeszut zitierte ist m. E. nicht gerade repräsentativ.

So weit also - alles im grünen Bereich, kein Grund, sich aufzuregen oder Streit anzufangen.
Wäre da nicht der Halbsatz:
(...den auch Herr Rieger mögen müsste).
Wir mögen Herrn Rieger nämlich gar nicht. Oder deutlicher gesagt: dieser braune Arschpirat, Rassenfanatiker und Rattenfänger ist für uns das Hinterletzte. Und ich bezweifle sehr, dass er unser Blog und unsere Website mag.
Die Vorstellung, wir würden mit der zurecht vom Verfassungsschutz beobachteten “Artgemeinschaft” sozusagen in einem Boot sitzen, nur weil wir ebenfalls Asatru vertreten, ist absurd. Leider nicht ganz ungewöhnlich ...

Ich unterstelle Herrn Rzeszut keine böse Absicht. Mir ist jemand, der mich wegen meines Thorshammers als "Nazi" beschimpft, tausendmal lieber, als jemand, der rassistische und anti-demokratischen Haltungen übersieht oder bagatellisiert.

Aber begeistert bin ich darüber nicht.

Wenn ich z. B. Baptist wäre, wäre ich auch nicht gerade erfreut, wenn meine Heimatgemeinde in einem Atemzug mit fundamentalistischen Kreuzzüglern vom Schlage eines Pat Robertson genannt würde. Oder als Moslem wäre ich empört, wenn man meinen islamischen Kulturverein als Brutstätte des Terrorismus darstellen würde - weil es ja tatsächlich als islamische Kulturvereine getarnte Bin-Ladin-Fanclubs gibt.

Samstag, 3. Februar 2007

Nazanin Fatehi ist endlich frei!

Vor etwa einem Jahr wurde Nazanin Fatehi von einem iranischen Gericht zum Tode verurteilt, weil sie sich mit einem Messer gegen drei Männer, die sie und ihre Cousine zuerst mit Steinen bewarfen und dann zu vergewaltigen versuchten. Dabei erstach sie unbeabsichtigt einen der Gewaltäter.

Erst auf massivem Druck aus dem In- und Ausland wurde der Fall noch einmal aufgerollt. Dieses Mal lautete das Urteil auf "Notwehr".

Nach einer Mitteilung des Komitees zur Befreiung von Nazanin Fatehi feierte sie am vergangenen Mittwoch ihre Freilassung aus dem Evin Gefängnis in Teheran. Das Todesurteil war zwar schon am 14. Januar aufgehoben worden, jedoch war Nazanin Fatehi zur Zahlung eines "Blutgeldes" in Höhe von 400 Millionen Rial (rund 43.000 US-Dollar) verurteilt worden, um die Ansprüche der Familie des Toten zu befriedigen. Dank einer internationalen Spendenaktion konnte das Geld innerhalb weniger Tage an die iranische Justiz überwiesen werden.

Mina Ahadi, die Vorsitzende und Sprecherin des "Internationalen Komitees gegen Todesstrafe" erklärte dazu:
Dank einer großen internationalen humanitären Bewegung, die die Herzen und Hände vieler Menschen zusammengebracht hat und gegen die Barbarei und Menschenfeindlichkeit des islamischen Regimes des Irans Nein zur Todesstrafe gesagt hat, ist diese Freilassung gelungen.
Mehr: hpd-online: Nazanin Fatehi ist frei.

Freitag, 2. Februar 2007

Gegendemo gegen NPD-Kundgebung in Hamburg-Bergedorf

Am 10. Februar 2007 planen NDP-Aktivisten aus Niedersachsen eine Kundgebung in Hamburg-Bergedorf.
Im Moment ist die Kundgebung polizeilich verboten. Es ist aber erfahrungsgemäß leider nicht davon auszugehen, dass dieses Verbot vor Gericht bestehen bleibt. (Update: es hatte leider kein Bestand! - siehe unten!)
Eine Antifa-Demo ist angemeldet:
Samstag, 10.2.2007, Bahnhof Bergedorf, Ausgang Weidenbaumsweg
10 Uhr Auftaktkundgebung, 10.30 Uhr Demobeginn

Zum Hintergrund:
Die Kundgebung wurde vom NPD- Mitglied Mathias Faus angemeldet. Sie wurde sozusagen postwendend polizeilich verboten, da laut Polizei davon auszugehen ist, dass von dieser Veranstaltung Volksverhetzung ausgeht.
Christian Worch, mutmaßlicher eigentlicher Organisator, sollte Hauptredner auf dieser Kundgebung sein. Worch ist einer der erfahrensten Neonazis und kennt sich bestens mit juristischen Tricks aus. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Kundgebung doch noch erlaubt wird, oder dass es eine Ersatzveranstaltung am gleichen Tag an einen anderen Ort geben wird.

Mathias Faust steht Anja Zysk und Christian Worch nahe, die mit der geplanten Veranstaltung einen Grabenkrieg innerhalb der NPD- Hamburg ausgelöst haben.

Anja Zysk, bis vor gut einem Monat NPD-Landesvorsitzende in Hamburg, unterstützt eine Kampagne gegen einen Moschee-Bau in Hamburg-Bergedorf. Diese stieß parteiintern auf Kritik, wahrscheinlich da so mancher Neonazis aus dem Spektrum der "Autonomen Nationalisten" von einer Querfront mit radikalen Islamisten träumt. Irans Präsident Machmud "Matschdattel" Ahmadinedschad ist wegen seiner Holocaustleugnung und seiner kaum verholenen Vernichtungsdrohungen gegen Israel ein Idol der harten "Rasseantisemiten" ganz rechts raußen. Hingegen ist der Worch politsch nahestehende Zysk-Flügel eher bürgerlich-nationalistisch und setzt auf die weit verbreitete Fremdenfeindlichkeit und auf die ebenso weit verbreite Angst vor "dem Islam". Zysk beklagt sich außerdem, dass in der NPD Hamburg nicht die gewählten Vorstände das Sagen hätten, sondern das Geschehen "mehr und mehr von Kräften außerhalb des Landesverbandes gelenkt wird“. Konkret nennt Zysk NPD-Bundesvorstandsmitglied Thomas Wulff sowie den Hamburger Nazi-Anwalt und "Artgemeinschafts"-Guru Jürgen Rieger. Rieger, erst seit September 2006 Mitglied in der NPD, wird von Mitgliedern aus der "Kameradschafts"-Szene bereits als neuer Landesvorsitzender und Spitzenkandidat bei der Bürgerschaftswahl 2008 gehandelt.

Egal, wie dieser Grabenkrieg ausgeht - es dürfte unangenehm sein. Wenn Zysk gewinnt ist es zu erwarten, dass beim nächsten Bürgerschafts- (Landtags)-wahlkampf die Bergedorfer Moschee und der Antiislamismus einen Schwerpunkt eines rechtspopulistischen Wahlkampf bilden wird - mit hohem Wählerpotenzial. Wenn sie verliert, wird der Landesverband einen knallhart antisemitischen Nazi-Kurs mit Nähe zu gewalttätigen Kameradschaften und Bündnisfähigkeit mit militanten Islamisten einschlagen.

Das "NPD-Blog" zu den Zuständen in der Hamburger NDP:
Hamburg: Neuer Krach - alte Methoden

Hamburg: NDP zerlegt sich weiter - Auseinandersetzung per Strafanzeige

Narcissistic Personality Disorder - oder auch: NDPHamburg gegen NDP-Hamburg

... und hier diskutiert der nationale Widerstand

Hamburg: Ausschlussverfahren gegen Zysk


Info: Antifa Infopool Hamburg

Update:
Wie befürchtet: Die NPD-Kundgebung darf stattfinden!

Das Verwaltungsgericht Hamburg hat die NDP-Kundgebung für den 10.02.2007 genehmigt. Die Polizei ist in Widerspruch gegangen, aber ob das etwas fruchtet, ist aller Erfahrung nach fraglich.
Die Rechtsextremisten haben ihre Kundgebung von 12 Uhr bis 22 Uhr angemeldet, wobei, auch aller Erfahrung nach, selten die ganze Zeit ausgeschöpft wird.

Problematisch ist leider auch, dass es zwei Gegenbündnisse gibt, das "Rathausbündnis" aus DGB, etablierten Parteien, Kirchen und Einwanderergruppen - und das links-alternative Antifaschistische Bündnis Bergedorf (ABB).
Die "Etablierten" veranstalten ein "Fest der Nationen" mit kulturellen Angeboten von Einwanderern. Die Kirchen planen um 14 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst.

Das ABB organisiert eine Gegendemo (Beginn 10 Uhr) und stellt das Café Flop ebenfalls ab 10 Uhr als Rückzugsraum und "Volksküche" zur Verfügung. Abends ist eine Party geplant.

Ärgerlich ist, außer der Zersplitterung der Gegenveranstaltungen, dass in ABB-Kreisen wieder mal Verschwörungstheorien kursieren, und das dass "Rathausbündnis" wieder mal die Antifa als "Unruhestifter" ansieht.

Quelle: Bergedorfer Zeitung

Mittwoch, 31. Januar 2007

Europaweites Hakenkreuz-Verbot kommt nicht - und das ist gut so!

Die Bundesregierung hat ihren Versuch, das Hakenkreuz europaweit unter Strafe zu stellen, gestern still zurückgezogen. Nicht wegen der Probleme, die der deutsche § 86 a StGB (Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) in der Praxis aufwirft - vor allem dann, wenn er "konsequent" (sprich: ohne Berücksichtung der Motive der Symbolverwendung) ausgelegt wird. In Deutschland können mitlerweile sogar durchgestrichene Hakenkreuze oder Antikriegs-T-Shirts strafbar sein. taz: Zensur gegen rechts trifft oft die Falschen.
Der Grund für den Rückzug liegt offenbar darin, dass die Zuständigen (mit einiger Verspätung) gemerkt haben, dass eine derartige Regelung vor allem mit der britischen Rechtskultur völlig unvereinbar ist - etwas, was dem innenpolitischen (!) Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, dem wichtigsten Fürsprecher ein generelles Verbot von Nazi-Symbolen in ganz Europa, offensichtlich völlig entgangen war. (Kommentar in der taz: Im Zweifel für die Liberalität.) Großer Widerstand kam vor allem von Seiten der Hindus, in deren Religionsgemeinschaft die Swastika (Hakenkreuz) seit über 5000 Jahren ein heiliges Symbol ist. Ramesh Kallidai vom britischen Hindu-Forum sagte, NS-Diktator Adolf Hitler habe es genau ins Gegenteil verkehrt: "Das ist fast so, als würde man sagen, der Ku Klux Klan hat Schwarze mit brennenden Kreuzen terrorisiert, deshalb muss das Kreuz verboten werden." Die Initiative Deutschlands sei wahrscheinlich gut gemeint, aber es habe im Vorfeld keine Beratungen darüber gegeben. (Bericht der BBC über die Reaktionen der britischen Hindus: Hindus opposing EU swastika ban.

Der § 86 a StGB und seine Auslegung ist, was Befürworter eines europaweiten Hakenkreuzverbotes offensichtlich übersehen, untrennbar mit der besonderen historischen Situation in Deutschland verbunden. Dass in anderen Ländern selbst bei übelster Holocaustleugnung keine Sanktionen drohen, die Meinungsfreiheit als absoluten Vorrang vor der Unterdrückung einer verbrecherischen Ansicht hat, hat einen simplen Grund: Der Holocaust hat in Deutschland stattgefunden, und nicht etwa in die USA oder Großbritannien. Es gibt dort gar keinen vernüftigen Grund für entsprechende Verbote.
Es geht beim deutschen § 86 a um die reale Ebene, nicht die symbolische - jedenfalls ursprünglich. Die Symbole und die Propaganda einer verbrecherischen Partei und eines verbrecherischen Staates sollen verbannt werden - tatsächlich dürfen nach § 86 a die Symbole bereits verbotener verfassungswidriger Organisation nicht gezeigt werden, weshalb Vorschläge, präventiv von Neonazis gern verwendete Symbole zu verbieten, dem Gesetz nicht entsprechen. Weil das so ist, kann z. B. das als Symbol der VSBD/PdA verbotene Keltenkreuz bei einer Verwendung, die erkennbar keine Verbindung zum Rechtsextremismus hat, weiterhin öffentlich gezeigt werden (z. B. irisches Grabkreuz). Völlige "Null Toleranz" gibt es allerdings beim Hakenkreuz und der SS-Rune in jeder Form.

Das Argument, das Hakenkreuz solle in jeder Form aus dem öffentlichen Leben verbannt werden, tauchte erst relativ spät, Mitte der 1970er Jahre, auf, und zwar im Zusammenhang mit Kriegspielzeug mit NS-Symbolen und mit pseudodokumentatorischen Schriften, die NS-Symbole als "Blickfang" benutzten. Weitere Verschärfungen des § 86 a in bezug auf NS-Symbole "verdanken" wir der "Kreativität" der Neo-Nazis, die sich mit minimal abgeänderten Symbolen um eine Strafverfolgung herummogeln wollten. Also auch hier geht es noch um die reale Ebene der leider realen Neonazis. (Ob die Verbote wirklich etwas "bringen", d. h. im Kampf gegen den Rechtsextremismus nützlich sind, sei dahingestellt.)

Neben dieser Realebene gibt es aber auch eine Symbolebene - in redlicher Form etwa "das Hakenkreuz steht für so schreckliche Verbrechen, dass es in keiner Form verwendet werden soll", in weniger redlicher darin, dass der Nationalsozialismus um so energischer verhindert wird, je länger er zurückliegt. Der bekannte "Antifaschismus" der Sonntagsreden, in dem viel von "nie wieder" die Rede ist, aber eine politischen Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus vermieden wird. Einmal so richtig vor den Untaten der Nazis öffentlich geekelt, und schon ist das Gewissen wieder rein - trotzt skandalöser Abschiebepraxis, trotz einer den neuen Nazis in die Hände spielenden Sozialpolitik, trotz rechtsextremer Äußerungen "demokratischer" Politiker.

Es werden zunehmend die Symbole bekämpft - des guten Gewissens und der guten Außenwirkung wegen. Man will in Deutschland den blöden Holocaust loswerden - solange die "Tätergeneration" noch öffentlich wirkte, durch Leugnen und Verdrängen, bei den "Nachgeborenen" eher durch symbolhaftes "Zeichen setzen" - die Verbannung auch durchgestrichener Hakenkreuze ist uneingestandenes magisches Denken - "das Böse" manifestiert sich im Hakenkreuz, und in dem es "verbannt" wird, wird auch das berechtigte Gefühl der Schande und das oft allzu berechtigte schlechte Gewissen verbannt.

Wenn nun das in Deutschland als "Täterland" vielleicht noch sinnvolle Symbolverbot auf ganz Europa ausgedeht werden soll, dann werde ich den bösen Verdacht nicht los, dass so der peinliche, unangehme Holocaust endlich von Deutschland abgewälzt werden soll - man europäisiert ihn einfach unter dem Vorzeichen seiner Bekämpfung.

Welchen Umgang mit der Swastika halte ich für richtig? Bis auf weiteres bin ich aus pragmatischen Gründen dafür, dass das Hakenkreuz, die SS-Runen usw. verboten bleiben. Allerdings: in Fällen, in denen es um die Bekämpfung heutiger Nazis geht, bei eindeutiger Distanzierung (durchgestrichenes Hakenkreuz usw.) ist ein Verbot vollkommen Kontraproduktiv. Ebenso gibt es keinen vernüftigen Grund, etwa die Swastika im eindeutig hinduistischen oder buddhistischen Zusammenhang verbannen zu wollen - das Argument, man müsse den Neonazis diese "juristischen Schlupflöcher" verbauen, wiegt meines Erachtens wenig. "Null Toleranz" gegenüber Rechtsextremisten ist auf der politischen Ebene angebracht, nicht auf der symbolischen.

Wichtig ist es, die heutigen Rechtsextremisten zu bekämpfen, und nicht die von 1933. Und zwar auf der politischen und der materiellen Ebene.

Wichtig ist es aber auch, dass wir Deutschen das schlimmste Kapitel ihrer Geschichte, ihren "Schatten", nicht verdrängen. Ja, Ausschwitz ist fester Bestandteil der deutschen Kultur, wie die Wartburg, wie der Kölner Dom. Das "Böse" in unserer Kultur, in unserem Erbe, anerkennen - das hat nichts mit "Schuldkult" zu tun, Schuld ist etwas persönliches. Aber eben ohne "in Sack und Asche" aufzutreten - wer sich z. B. mit Polen, Norweger oder Israelis darüber unterhält, weiß, wie schlecht eine "Demutshaltung" ankommt - sie wird nämlich oft als üble Heuchelei ausgelegt - oder als Merkmal eines erbärmlichen "deutschen Nationalcharakters": Obenauf herrisch und rücksichtslos, unter ohne Stolz, Selbstachtung, Rückrat. Das rechte Maß zwischen Respekt und Selbstachtung zu finden, ist nicht immer leicht. Dazu gehört es auch, sich mal als "Boche" oder "Nazi" beschimpfen zu lassen - und dabei sachlich zu bleiben.
Und immer auf das zu achten, was "wir Deutsche" heute tun - und nicht auf das, was unsere Politiker, unser Massenmedien sagen!
(Das alles gilt übrigens auch sinngemäß für Österreicher.)

Eine Tendenz halte ich für gefährlich: die des Abwälzens, Relativierens, Aufrechnens. "Ja, wir waren böse - die anderen aber auch!!" - Wenn ein Einzelner so argumentiert, dann nennen wir ihn zurecht kindisch, wenn es um "Deutschland" geht, ist es gang und gebe.

Auch falsch halte ich es, den Nationalstolz einfach umzudrehen, die Deutschen als gefährliche Verbrechernation zu sehen - "Deutschland muß sterben, damit wir leben können" ist fast so idiotisch wie "Wir mußten sterben, damit Deutschland leben kann!". Antideutsch ist oft nur umgedrehter Chauvinismus.
Es gab eine Zeit, in der antideutsche Positionen richtig waren. Sie ging von 1933 bis 1945.

Und was will ich? Den Nazis nichts, aber auch gar nichts überlassen, was ihnen nicht gehört! Die Swastika, die soll gehören
dem Frieden von Freyja und Freyr! (Den Buddhisten, Hindus, nordamerikanischen Indianern und vielen anderen Menschen, Götter, Heiligen aller Farben und Formen überall auf der Erde gehört sie ohnedies!) Das Hakenkreuz, das wird gebrochen -
Das Sonnenrad wieder weiß. Sonnenrad Song.

Zupackender Mini-Saurier

Und noch eine Fundsache auf wissenschaft.de, die besonders für Freunde der Dinosaurier (und ihrer Nachkommen) interessant sein dürfte: Dinosaurier mit Präzisionsgriff.

Ein etwa truthahngroßer fleischfressender Dinosaurier mit dem niedlichen Namen Bambiraptor konnte schon vor 75 Millionen Jahre zwei seiner drei Finger wie eine Pinzette zusammenführen und damit kleine Beutetiere greifen. Das schließt der amerikanische Biologe Phil Senter aus einem Versuch mit einem nachgebauten Bambiraptor-Skelett, mit dem er testete, wie sich die Arm- und Fingerknochen bewegen ließen. Sollte sich die Vermutung des Wissenschaftlers bestätigen, hätte der Saurier – nach heutigem Wissen ein direkter Vorfahr der Vögel – die Greiffunktion Millionen Jahre vor den Primaten entwickelt, die bislang als Erfinder dieser Fähigkeit galten.

UV-Strahlung löst Rettungseinsatz des Immunsystems aus

Ein wichtiges weiteres Puzzelstück zum Verständnis des menschlichen Immunsystems (und damit der noch rätselhaften Autoimmunkrankheiten) fand eine Forscherteam der Stanford-Universität unter der Leitung der aus Island stammenden Immunologin Hekla Sigmundsdottir.
wissenschaft.de:Warum Sonne gut gegen Schuppenflechte und Co ist

Salopp gesagt, sorgt die Sonnenstrahlung selber dafür, dass durch UV-Strahlen angerichteten Schäden in der Haut wieder repariert und beseitigt werden. Sie “dirigiert” mit Hilfe der Vitamin D-Synthese in der Haut die Immunzellen, sogenannte T-Zellen, an die beschädigten Stellen und unterstützt dort deren Aufräumarbeiten.

Die Immunzellen der Haut, die so genannten dendritischen Zellen, wandeln Vitamin D3 in seine aktive Form um. Vitamin D3 wird von der Haut als Reaktion auf Sonnenlicht gebildet. Das aktivierte Vitamin D3 fungiert anschließend als Botenstoff, der die T-Zellen zu den beschädigten Stellen der Haut dirigiert. Auf diese Weise beginnen sich praktisch in dem Moment, in dem die UV-Strahlung auf die Haut trifft, die Abwehrzellen in dem betroffenen Bereich zu sammeln und können sofort auf Schäden durch Verbrennungen oder die Bildung aggressiver freier Radikale reagieren.

Schon länger wissen Mediziner, dass Vitamin D3 für die positive Wirkung von Sonnenlicht auf Hautkrankheiten wie etwa Schuppenflechte verantwortlich ist. Es wird in der obersten Hautschicht gebildet. Durch die neuen Ergebnisse kann diese Wirkung erklärt werden.

Hekla Sigmundsdottir schließt daraus, dass Sonnenlicht in vernünftigen Mengen die Immunabwehr in der Haut aktivieren kann. Es ist sogar denkbar, dass die durch Vitamin D3 geleiteten T-Zellen gegen Hautkrebs wirksam werden. (!)

Studie: H. Sigmundsdottir, et al., DCs metabolize sunlight-induced vitamin D3 to ‘program’ T cell attraction to the epidermal chemokine CCL27, Nature Immunology Jan 28, 2007.

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