Dienstag, 21. November 2006

Von Glauben, Religion und Kindernbuchautoren

Kinder- und Jugendbuchautoren gehören zu den einflußreichsten Schriftstellern überhaupt. Denn ihre Werke hinterlassen Spuren im Denken der Kinder, die ein Leben lang nachwirken. (Ich habe z. B. eine überraschend starke "Astrid Lindgren"-Prägung.)
Was natürlich besorgte Eltern, Pädagogen und vor allem und immer wieder Geistliche auf den Plan ruft. Man denke nur an die christlich-fundamentalistische Hysterie über die Harry Potter Bücher Joanne K. Rowlings, mit dem unsinnigen Vorwurf, Okkultismus, Hexerei und Satanismus zu verharmlosen und verbreiten.

Nicht ganz so an den Haaren herbeigezogen ist der Verdacht, in Michael Endes Kinderbücher wäre okkultistisches Gedankengut zu finden. Ende war nämlich nicht nur, was allgemein bekannt ist, Anthroposoph, sondern beschäftigte sich auch intensiv mit thelemitischer Philosophie. Die Parallelen zwischen Endes vielleicht bekanntesten Buch, "Die unendliche Geschichte" und den Werken des berüchtigeten "Schwarzmagiers" Aleister Crowley sind keine Zufälle. "Tut was du willst ... "
Ich sehe Ende als Vertreters eines ins menschenfreundliche, humanistische, selbst-erzieherische gewandelten Thelemitismus, reifer und in jeder Hinsicht klüger als Crowley, aber von seinem ungewöhnlichen Denken profitierend. Ende hatte als Autor ungleich viel mehr zu sagen als Joanne K. Rowling, wobei auch sie weitaus mehr zu sagen hat als die meisten "Erwachsenen-Autoren". Man sollte sie auch als Erwachsener lesen. Am besten mit den Augen des inneren Kindes.
Aber mit Menschen, die sogar "Bibby Blocksberg" auf den nächsten Scheiterhaufen schnallen würden, läßt sich darüber schlecht diskutieren. Die Angst um die Seelen ihre Kinder lähmt sie. Oder vielleicht eher Angst davor, dass ihre Kinder anfangen, sich Gedanken zu machen und Fragen zu stellen, die sie nicht beantworten können oder wollen. Gute Kinderbücher stellen die Autorität der Erwachsenen in Frage - die kindliche Anarchistin Pippi Langstrumpf war im Schweden der 1950er und 1960er Jahre deshalb äußerst umstritten. Das änderte sich erst, als die erste mit Astrid Lindgren aufgewachsene Generation ans Ruder kam.
Auch Max Kruse ("Urmel aus dem Eis") ist bei besorgten Eltern aus religiös geprägtem Milieu nicht sonderlich geschätzt. Wohl wegen Zitaten wie diesem werfen sie ihm millitanten Atheismus und Verächtlichmachung der Religion vor:
Ist der Glaube, die von Beweisen unabhängige Gewissheit, nicht vielleicht die gefährlichste aller menschlichen Fähigkeiten (...)? Denn der Glaube mordet nicht nur, er liefert auch noch die Rechtfertigungen für das Morden und verleiht ihm eine höhere Weihe. Und wenn der Glaube die gefährlichste Eigenschaft ist, so ist der Zweifel die segensreichste, denn der Zweifel tötet nie, er unterdrückt nie, er zündet keine Scheiterhaufen an, er lässt leben, lässt gewähren und duldet.
(Zitat aus Max Kruse: Die behütete Zeit, Stuttgart, 1993)

Harter Tobak. Aber eher man sich als Christ (oder Moslem, und was auch immer) aufregt: das Wort Glaube hat mehrere Bedeutungen. Religiöser Glaube kann bedeuten: von Beweisen unabhängige Gewissheit und oft genug ist er in allen möglichen Religionen darauf reduziert. Und Kruse hat, wie ich denke, recht. Die keinen Zweifel zulassende "Glaubensgewissheit" ist mörderisch.
Glaube heißt aber auch Vertrauen. Credo. Die Hauptbedeutung, wenn in der Bibel von "Glauben" die Rede ist. Vertrauen ist es zum Beispiel, wenn gesprochenes Wort verpflichtet – auch ohne Kontrolle, und niemand kann sagen: "es steht geschrieben". (In diesem Sinne kann ich, als Heide, sogar sagen, dass ich an den Jesus der synoptischen Evangelien glaube. Einem Menschen wie ihm kann man vertrauen. Ob ich auch alles glaube (im Sinne von: für wahr halte) was die Evangelisten so schrieben, steht auf einem anderen Blatt.)
Dass diese Hauptbedeutung in der religiösen Praxis die Nebenbedeutung ist, dafür kann Kruse nichts. Er spricht nur eine unbequeme Wahrheit aus. Wie es auch Kinder manchmal tuen.
Kruse ist übrigens nach eigenen Einschätzung "ein in der Wolle gefärbter Agnostiker". Was etwas anderes ist als "Atheist":
Ich glaube nicht an den christlichen Gott, der diese Welt erschaffen hat und sich um jeden von uns liebevoll kümmert. Aber das letzte Geheimnis des Universums werden wir Menschen wohl auch niemals lösen.
Kruse ist religionskritisch. Allerdings ohne atheistischen Fundamentalismus. Weshalb er auch ganz bewußt religiöse Fragen, die ihn sehr besschäftigen, aus seinen Kinderbüchern heraushält.

Und was ist mit jenen Kinderbüchern, die sich nicht so zurückhalten, die darauf angelegt sind, Kinder zu indoktrinieren oder "zu etwas zu erziehen"?
Auch da hoffe ich auf die jungen Leser. Wie Michael Ende es ganz richtig in der "Unendlichen Geschichte" beschreibt:
Er mochte keine Bücher, in denen ihm auf eine schlechtgelaute und miesepetrige Art die ganz alltäglichen Begebenheiten aus dem ganz alltäglichen Leben irgendwelcher ganz alltäglicher Leute erzählt werden. Davon hatte er ja schon in Wirklichkeit genug, wozu sollte er auch noch davon lesen? Außerdem haßte er es, wenn er merkte, daß man ihn zu was kriegen wollte. Und in dieser Art von Büchern sollte man immer, mehr oder weniger deutlich, zu was gekriegt werden.
Das beantwortet auch die Frage, wieso Harry Potters "Okultismus" bei jungen Lesern so viel beliebter ist, als die frommen und "lebensnahen" Bücher, die religiös besorgte Geistliche als "christliche Alternative" anbieten.

Montag, 20. November 2006

Pragmatismus im Grabenkampf

Vor allem in den USA (aber auch anderswo) tobt ein erbitterter Kulturkampf zwischen fundamentalistischen Christen und Atheisten (oder all jenen die von fundamentalistischen Christen für Atheisten gehalten werden). Die extremeren Anhänger des Kreationismus sehen in den Evolutionsbiologen arrogante Ahnungslose, die so sicher wie das Amen in der Kirche zur Hölle fahren. (Immerhin noch besser als jene religöse Fanatiker vorwiegend, aber nicht ausschließlich, muslemischer Bauart, die die Höllenfahrt der Ungläubigen, manchmal kombiniert mit dem eigenen Eingang ins Paradies, in die eigenen Hände nehmen.)
Als Speerspitze im Kampf gegen die Heerscharen der religiösen Unvernunft sehen sich "New Atheists", die wie der britische Zoologe Richard Dawkins mit seinem Bestseller "Die Wahnvorstellung von Gott" ("The God Delusion"), versuchen, Religion als bösartigen Aberglauben zu entlarven.

Es gibt aber auch Pragmatiker, wie der Biologe Edward O. Wilson. Der "Ameisenpapst" (wie ihn ein mir bekannter Biologe, der bei ihm studierte, zu nennen pflegt), Evolutionsforscher und Mitbegründer der Soziobiologie ist bekennende Atheist und selbst seit Jahrzehnten beliebte Zielscheibe christlicher Angriffe. Dennoch sucht er das Bündnis mit evangelikalen Christen im Kampf für Umweltschutz und Artenvielfalt. In seinem neuestes Buch, "Die Schöpfung, ein Plädoyer, das Leben auf Erden zu retten" ("The Creation) wendet er sich ausdrücklich an die "Bible Thumper".
SZ: Sie haben oft ausgeführt, wie sich Religion aus der Evolution und Neuropsychologie erklären lässt.

Wilson: Sicher, aber jetzt geht es eben nicht um ideologische Auseinandersetzungen – wir müssen die Artenvielfalt retten. Das ist auch nicht das Ziel von Dawkins & Co. Insofern bin ich den Evangelikalen sogar eher verbunden, denn die modernen Atheisten kümmern sich nicht besonders um die Schöpfung.

SZ: Eine Leidenschaft, die Sie jedoch auszeichnet.

Wilson: Ich nenne jede Pflanze und jedes Tier ein Meisterwerk der Evolution. Bibeltreue Christen sehen darin stattdessen die Spuren der intelligenten Macht Gottes. Aber letztendlich ähnelt sich jede Form der Bewunderung – ich bin also keineswegs ins christliche Lager übergelaufen, wenn Sie das meinen.
Das ganze Interview: sueddeutsche.de: "Uns eint die Sorge um die Schöpfung"

Samstag, 18. November 2006

Illuminismus Teil 2: Gelehrte zwischen den Welten

(Erster Teil: Die Illuminaten-Panik)
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunders wurden nicht nur die Grundlagen der Französischen Revolution, sondern auch die der industriellen Revolution gelegt. Im Vergleich zu früheren Zeitaltern war der Fortschritt von Wissenschaft und Technik rasant - tatsächlich war die Idee des "Fortschritts" vor dieser Zeit kaum verbreitet. Die "Enthüllungen unsichtbarer Kräfte" fesselten die Aufmerksamkeit der "gebildeten Stände". Schon die Gravitationstheorie Newtons muß sensationell gewirkt haben: eine durch den leeren Raum wirkende Kraft, die Erde und Himmel im Gleichgewicht hält - welch ein Gegensatz zu den anschaulichen naiv-mechanischen Modellen, die in der Frühaufklärung verbreitet waren (z. B. versuchte Descartes die Schwerkraft mit Wirbelbewegungen im Weltäther zu erklären). Die aristotelische "Phsyik des gesunden Menschenverstands" galt nicht mehr. Da war die neu entdeckte Elektrizität - gezähmte Blitze in Menschenhand! 1783 erhoben sich erstmals Menschen in einem Ballon vom Boden ab. Die Krafte, die solche Wunder ermöglichten, konnte man weder sehen, noch riechen, noch hören. Die Europäer dieser Zeit erlebten zum ersten Mal, dass Dinge, die man gestern noch ins Reich der Magie verwiesen hätten, heute Wirklichkeit wurden.
Je mehr Geheimnisse die Wissenschaft enthüllte, um so irritierter war ein Publikum, das mit den Gesangbüchern der Kirche, nicht aber mit Lehrbüchern der Physik und Chemie aufgewachsen war. Einerseits bewirkte die Wissenschaft "magische" Dinge, andererseits entvölkerte sie den Himmel von Engeln und Dämonen, und ließen die Menschen vor der kalten Leblosigkeit des Universums erschaudern. Auch die durch die Aufklärung kritisierten, als Machtapparate entlarvten, von anscheinend vernunftwidrigen Dogmen geprägten Kirchen boten immer weniger Halt. Jean-Jacques Rousseau bedauerte schon 1750 in seinem Diskurs über die Wissenschaften und Künste den Verlust der Harmonie zwischen Mensch und Natur.

Die Illuministen versuchten eine, wie wir heute sagen würden "ganzheitliche" Form der Erkenntnis zu finden, in der sich Weisheit und Wissenschaft miteinander versöhnen sollten. Sie forderten, dass zu Erforschung der Materie die mystische Erkenntnis, ein tiefes Verstehen des göttlichen Plans, wie sie es nannten, treten müsse. Durch mystische Erfahrungen sollten Wissenschaftler illuminiert, also erleuchtet werden; aus der Verbindung aus exakter Wissenschaft und mystischer Weisheit sollte die haute science, eine höhere Wissenschaft, entstehen. Der Schlüssel zur Erkenntnis der "Ganzheit" lag für die Illuministen im Menschen und seiner intuitiven Erkenntnisfähigkeit selbst. Sie suchten nach nicht weniger als den verborgenen Gesetzen des Lebens und der Seele, nach der kosmischen Harmonie.
Die Ähnlichkeit zwischen den Gedankengängen der Illuministen und denen des New Age der 1960-1980er Jahre ist manchmal verblüffend. Wie Teihard de Chardin oder Fritjof Capra versuchten sie den Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Spritualität. Allerdings entwickelte sich das nicht mehr ganz neue New Age ziemlich schnell in Richtung einer von Harmoniesucht und einer gewissen Denkfaulheit geprägten Gebrauchs- und Konsum-Esoterik, und "Vordenker" wie Capra wendeten sich mit Grausen ab. Im 18. Jahrhundert bestand diese Gefahr nicht, obwohl es vor allem im vorrevolutionären Frankreich auch damals eine regelrechte Esoterik-Welle samt bizarrer kommerzieller Auswüchse gab. Astrologen, Schicksalsdeuter, Wunderheiler und Verkäufer von Talismanen und Amuletten gab es im Paris der 1780er Jahre gewissermaßen an jeder Straßenecke. Zauberer und Wahrsager waren im Alltag so tief verwurzelt, dass die Polizei auf sie als Spitzel noch lieber zugriff als auf die Priester. Wie bei vielen "New Age"-Esoterikern war die Beschäftigung mit dem Okkultismus oft eine Flucht vor einer scheinbar übermächtigen, als bedrückend empfundenen politischen und wirtschaftlichen Realität.

Typisch für die Illuministen war es, ähnlich den gelehrten Romantikern im Deutschland des frühen 19. Jahrhunderts, in alten Überlieferungen neue Bedeutungen zu erkennen. Manchmal erschlossen sich dabei neue historische Erkenntnisse, manchmal tiefe Einsichten, häufig aber auch nur (aus heutiger Sicht) abenteuerliche Um-Interpretationen und wilde Spekulationen. Ein Beispiel ist die "Wiederentdeckung" des Tarots durch den französische Universal-Gelehrten, königlichen Zensor und begeisterten Illuministen Antoine Court de Gébelin. Er "erkannte", dass die Trumpfkarten des in der italienische Renaissance entstandenen Kartenspiels Tarot (oder Tarock) "in Wirklichkeit" ein tiefes Mysterium altägyptischen Ursprungs war. In einer Mischung aus mystischer Schau, Analogieschlüssen (weil einige der Karten eine gewisse Ähnlichkeit zu ägyptischen Motiven hatten), dem bescheidenen ägyptologischen Wissen seiner Zeit, einer Schwäche für Allegorien und kühner Spekulation wurden die bunten Spielkarten zur bildhaften Niederschrift des altägyptischen "Buches Thot", einer Initationsschrift einer Mysterienreligion. Als aktiver Freimauerer war Court de Gébelin überdies mit Initiationsriten und Symbolen mit tieferer Bedeutung bestens vertraut, er "entdeckte" wohl im für ihm Neuen eben das, was er kannte. Sine "Entdeckungen" wurden in einem okkultismus-verrückten kulturellen Umfeld begeistert aufgegriffen. Schon bald baute der "Berufsesoteriker" Étteilla das "Buch Thot" in seine Bücher über die Kunst aus Spielkarten wahrzusagen ein. Auch wenn der geschäftstüchtige Étteilla mit illuminierten Weisheitslehren und Wegen zur edlen Selbsterkenntnis wenig am Hut hatte, wurde er so zum Begründer des esoterischen Tarots. Er schuf auch das erste speziell für Kartomantie gestaltete Tarot-Blatt. Vor ihm und Court de Gébelin hatte die Kartomantie übrigens ein ähnliches Ansehen wie Kaffeesatzlesen oder Bleigiessen gehabt.

Court de Gébelin war bei all dem kein versponnener Außenseiter, sondern ein seriöser und angesehener Gelehrter. Das war bei Illuministen nicht ungewöhnlich, auch Johann Georg Forster, einer der führenden Naturwissenschaftler seiner Zeit, war Anhänger des Illuminismus und beschäftigte sich ernsthaft mit der alten Geheimwissenschaft Alchemie. (Darin war er quasi ein Nachfolger der Physikers, Mathematikers und Alchemisten Isaac Newton, der ohne seinen Hang zur Zahlenmystik und zur "natürlichen Magie" möglicherweise nicht auf seine Gravitationsgesetze gekommen wäre, oder des Berufsastrologen, Sternenmystikers und Astronomen Johannes Kepler.)

Damit wären wir wieder beim Thema Verschwörungstheorien. Nicht nur, weil Forster wenig später als Anhänger der Französischen Revolution und selber Revolutionär (in Mainz) in Erscheinung trat. Als Freimauerer gehörte er nicht nur der Kasseler Loge "Zum goldenen Löwen" an, er stand auch mit der berühmten Pariser Loge "Neuf Soeurs" in Verbindung, der "Loge der Philosophen". Court de Gébelin gehörte dieser Loge an und war ihr Schriftführer, die bekanntesten Logenbrüder der "Neuf Soeurs" waren Benjamin Franklin und Voltaire.
Nun war Court de Gébelin glühender Anhänger des Messmerismus, einem Heilverfahren, das angeblich auf "animalischen Magnetismus" beruhen sollte, in Wirklichkeit aber eine Form der Hypnose war. Eine vom König eingesetzte Kommision angesehener Wissenschaftler, darunter der Chemiker Lavoisier und der Universalgelehrte Franklin, erklärte nach langwierigen Untersuchungen, dass es den animalischen Magnetismus offensichtlich nicht gab, folglich der Messmerismus ohne wissenschaftliche Grundlage sei.
Verschwörungstheoretikern kam es "verdächtig" vor, dass sowohl die erbittersten Streiter gegen vermeindlichen Aberglauben und Esoterik wie die eifrigsten Esoteriker Freimaurer waren - schlimmer noch, der Messmer-Gegner Franklin und der Messmer-Unterstützer Court de Gébelin waren hochrangie Brüder der selben Loge! Das roch für sie nach für "das dumme Volk" inszenierten Scheingegensätzen. Es kam ihnen ja auch merkwürdig vor, dass ausgerechnet der Radialaufklärer und Gründer des Illuminatenordens Adam Weishaupt Court de Gébelins Werke ins Deutsche übersetzte. Genau so merkwürdig übrigens, wie die enge "Zusammenarbeit" von Royalisten wie Lavoisier und Court de Gébelin und Revolutionären wie Franklin oder Forster, Männer, die "normalerweise" doch erbitterte Feinde gewesen seien müßten.

Der dritte und letzte Teil dieser Reihe geht auf den Illuminismus im 19. Jahrhundert ein.

"Die Singvøgel" und die Nornirs Ætt auf ARTE

"Tracks", zu sehen auf ARTE, bringt am Donnerstag, dem 7. Dezember, einen Beitrag zum Thema: Paganismus - Von Faunen, Thor und Naturmythologie.

Leider scheint die Internet-Redaktion bei ARTE die aus drei Mitgliedern der Nornirs Ætt bestehende Band Die Singvøgel etwas mit der Nornirs Ætt als solcher durcheinanderbekommen zu haben - die Ankündigung ist trotzdem sehr erfreulich.

Donnerstag, 16. November 2006

Kreationisten auch in Russland auf dem Vormarsch

Das Leben auf der Erde, eingeschlossen der Mensch, ist das Ergebnis eines intelligenten Schöpfungsakts - das jedenfalls behaupten die Anhänger des Kreationismus und im Grunde auch die des sich wissenschaftlich gebenden "Kreationismus light", bekannt als "Intelligent Design". Obwohl von den meisten Kosmologen, Evolutionsbiologen und anderen Wissenschaftlern einhellig als haltlos eingestuft, finden die Ideen des Kreationismus seit einigen Jahren vor allem in den USA enormen Zulauf.

Offenbar hat der Schöpfungsglaube auch Russland erfasst, unterstützt vom fundamentalistischen Flügel der Russisch-Orthodoxen Kirche.

PD Dr. Uwe Hoßfeld, Biologiedidaktiker und Wissenschaftshistoriker von der Universität Jena: "Diese Kräfte wollen sich eine Entwicklung in Russland zu Nutze machen, die man bereits seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion beobachten kann. Nach dem Wegfall des staatlich verordneten Atheismus wandten sich viele Russen verstärkt der Religion zu."
Derzeit sind fast 22 000 religiöse Vereinigungen in Russland aktiv. Eine ganze Reihe davon unterstützen den Kreationismus und stellen die Lehre Darwins eher als Bestandteil der Sowjetideologie denn als fundierte Naturwissenschaft dar.

Mehr hierzu: idw-online:Attacke auf "Darwins kontroverse These"

Übrigens formiert sich eine Gegenbewegung, die "New Atheists". Das einzige, aber entscheidende Problem, das ich mit den zumeist sehr gebildeten und intelligenten "Brights" habe: auf ihre Weise sind sie nicht selten ähnlich "fundamentalistisch" wie ihre zumeist ziemlich dummen religös-fanatischen Gegenspieler.
wired: The Church of the Non-Believers
via dadg

Mittwoch, 15. November 2006

Nur wer sich ändert, bleibt sich treu

Heute wird der wohl querdenkenste und verschubladungs-unfreundlichste deutsche Liedermacher und Lyriker 70: Wolf Biermann.

Biermanns Stärke war es immer, da Tacheles zu reden bzw. singen, wo andere angepaßt oder vorsichtig “diplomatisch” waren. Einer der größten Fehler der DDR war es Biermann klamm und heimlich per Ausbürgerung loswerden zu wollen. (Anläßlich einer Konzertourneee in die BRD vorgestern vor 30 Jahren - am 13. November 1976.) Diese Aktion zerstörte gründlich die Hoffnungen der Dissidenten in der DDR auf eine gesellschaftliche Liberalisierung und Ansätze von Meinungsfreiheit.

Auch heute noch spricht Biermann unbequemen Klartext. Zum Beispiel in seiner Gastvorlesung in Jerusalem und Haifa - die ZEIT hat den Text in gekürzter Fassung veröffentlicht: Deutschland verrät Israel.

Ich wünsche dem alten Politbarden alles Gute zum Geburtstag!

Dienstag, 14. November 2006

"Anti-Grav" bald technisch machbar?

Wohl eher nicht, obwohl österreichische Physiker einen exotischen relativistischen Effekt entdeckten, der zumindest die aus Science Fiction-Raumschiffen bekannte "künstliche Schwerkraft" etwas mehr aus dem Bereich "Fiction" hin zur "Science" verschiebt. wissenschaft.de: Die Anziehungskraft von rotierenden Supraleitern.

Im gut bewährten Modell der psysikalischen Kräfte klaffte bisher eine ärgerlich Lücke: die Schwerkraft (Gravitation) passte nicht so recht hinein. Schon zu Einsteins Zeiten - und aufbauend auf seiner
Allgemeinen Relativitätstheorie (wikipedia: Relativitätstheorie) sagten einige Physiker den Gravitomagnetismus (analog zum Elektromagnetismus) voraus, in dem die Schwerkraft von massenlosen Teilchen, den Gravitonen, übertragen wird, ähnlich wie Photonen die elektromagnetische Strahlung übertragen.
Martin Tajmar und seinen Kollegen von der ARC Seibersdorf research GmbH in Österreich entdeckten im Experiment einen Effekt, in dem sich die Gravitonen bemerkbar machen – und zwar dadurch, dass sie in rotierenden Supraleitern eine Masse besitzen, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Der Allgemeinen Relativtätstheorie zufolge verdreht ein massiver Körper, der sich dreht, zum Beispiel ein Planet oder ein Stern, aber auch jedes andere massive Objekt, die Raumzeit. Das klingt unheimlicher, als es ist, denn wenn sich ein geladener Körper in einem Magnetfeld dreht und damit einen elektrischen Strom erzeugt, passiert etwas ähnliches - daher auch der Name Gravitomagnetismus, obwohl die Kraft ansonsten nichts mit Magnetismus zu tun hat.

Eine elegante Theorie, mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass der Gravitomagnetismus bisher nicht beobachtet wurde, weil es so schwer zu beobachten ist. Der Einfluss des Gravitomagnetismus ist so klein, dass sich die Rotationsachsen von drei perfekt runden, kreiselnden Kugeln auf dem Nasa-Satelliten Gravity Probe B innerhalb eines Jahres lediglich um 42 Milli-Bogensekunden verschieben - eine Milli-Bogensekunde ist ein Tausendstel einer Bogensekunde, 60 Bogensekunden sind eine Bogenminute, 60 Bogenminuten ein Winkelgrad. Die Daten des Satelliten, der von 2003 bis 2005 zwei Jahre lang um die Erde kreiste, werden gerade ausgewertet.

Zu ihrer eigenen Überraschung konnte das Forscherteam um Tajmar den Effekt nun aber auf der Erde nachweisen, und zwar bei rotierenden Supraleitern. (wikipedia: Supraleiter) Noch größer ist die Überraschung, dass Gravitonen anscheinend - entgegen der Theorie - nicht wie Photonen masselos sind.

Die Kraft, die ein sich drehender, supraleitender Niob-Ring auf Beschleunigungsmesser ausübte, war nämlich um 17 Größenordnungen – also um den Faktor 10 hoch 17 – stärker als von der Relativitätstheorie vorhergesagt. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass Gravitonen in Supraleitern nicht mehr masselos sind, sondern die unvorstellbar winzige Masse von 10 hoch -54 Kilogramm besitzen. Zum Vergleich: Ein Elektron wiegt 10 hoch -30 Kilogramm.
Bislang konnten die Forscher alle ihre theoretischen Überlegungen experimentell überprüfen, heißt es im "New Scientist". Insgesamt führten sie 250 Versuche mit unterschiedlichen Supraleitern sowie zusätzlichen und präziseren Sensoren durch, um mögliche Fehlerquellen auszuschließen.

Dennoch ist die Gemeinde der theoretischen Physiker skeptisch: "Sollte das Graviton eine Masse besitzen, müsste das Standardmodell der Teilchenphysik neu geschrieben werden", sagt etwa James Overduin von der Stanford University. Auch für die Kosmologie hätte diese Entdeckung weitreichende Konsequenzen - vom Alter des Universums bis zur Lebensdauer des Sonnensystems.

Ein anderer Grund zur Skepsis liegt darin, dass schon andere Forscher Anti-Gravitationseffekte in der Umgebung rotierender Supraleiter beobachtet haben wollen - und sind damit mangels Wiederholbarkeit der Experimente, oder weil "Dreckeffekte" z. B. durch Luftströmungen nicht sicher ausgeschlossen werden konnten, zu oft auf die Nase gefallen.
Robert L. Forward, Astrophysiker und Science Fiction Autor, hatte übrigens schon 1961 eine Antigrav-Maschine auf Grundlage des Gravomagnetismus zum Patent angemeldet. Nur konnte sie damals niemand bauen. Vielleicht wird sich das bald ändern, denn wenn das österreichische Teams Recht behält, könnte einige in der Science Fiction beschriebene Technologien Wirklichkeit werden.

Allerdings dürfte ein realer Antigrav auf Grundlage des Gravitomagnetismus, also ein Kraftfeld, das die Schwerkraft aufhebt, weniger eindrucksvoll sein, als viele seiner Gegenstücke in der SF. Selbst naturwissenschaftlich-technisch orientierte Science-Fiction-Autoren neigen dazu, einfach einen benötigten psysikalischen Effekt aus dem Handgelenk zu schütteln, wenn es die Handlung erfordert. Einige aus der SF bekannte Antigravs widersprechen zum Beispiel dem Energieerhaltungssatz und würden ein Pepetum Mobile ermöglichen. Z. B. so: mittels eines Antigrav-Generators wird ein großes Gewicht "negativ schwer" gemacht und schwebt wie ein Ballon in die Höhe. Dort angekommen, wird der Antigrav abgestellt und das Gewicht fällt zu Boden. Dabei verrichtet er Arbeit. Wenn der Antigrav zum Schweben nicht mehr Energie aufnimmt, als beim Fallen freigesetzt wird, wäre er ein Perpetuum Mobile erster Art. wikipedia: Perpetuum Mobile. Also dürfte ein Antigrav-Gleiter in energetischer Hinsicht keine Vorteile gegenüber z. B. Hubschraubern bieten. Gravitation ist eine sehr schwache Kraft, weshalb die Anwendungsmöglichkeiten eines realen Traktorstrahls im Vergleich zu eine simplen Seilwinde gering sein dürften - der Traktorstrahl wird wahrscheinlich Nischenanwendungen vorbehalten bleiben, bei denen man nicht auf die bewährte Drahtseil Low Tech zurückgreifen kann. Aus dem selben Grund ist die Leistungsfähigkeit eines "Gravitationsantriebs" gegenüber einer Rakete sehr begrenzt.
Dennoch würde die Gravitationskontrolle die Raumfahrt revolutionieren. Zum Beispiel durch die Erzeugung künstlicher Schwerkraft oder durch die auf die Besatzung wirkende Beschleunigungskräfte entgegen wirkende Andruck-Kompensatoren. Selbst bei unbemannten Raumschiffen wäre das nutzlich, wenn sie stoßempfindliche Instrumente, z. B. Teleskope, an Bord haben.
Auch Landemannöver würden mit Antigravunterstützung einfacher werden.

Nachtrag: Darstellung der Arbeit Dr. Martin Tajmars in populärwissenschaftlicher Form. Tajmars zeigt sich darin als Enthusiast, was die Möglichkeiten der Gravitationskontrolle angeht, aber skeptisch hinsichtlich angeblich erfolgreicher Antigrav-Experimente: Schwerelos auf der Erde
Website des ARC: Austrian Research Center.
Beischreibung des Experiments auf der ESA Website (auf englisch, Stand vom März 2006):Towards a new test of general relativity?
Beschreibung des Experiments von Dr. Tajmar (pdf):Experimental Detection of the Gravitomagnetic London Moment

Montag, 13. November 2006

Exkurs: Wer hat Angst vor den Illuminaten?

In Ergänzung zu meinem dreiteiligen Artikel über den Illuminismus versuche ich, zwei Fragen zu beantworten.
Warum sind die "lluminaten" die Weltverschwörer schlechthin?
Ein Grund ist, dass der Name "Illuminaten" - "Erleuchtete" - in so vielen so verschiedenen Zusammenhängen auftaucht. Der "Illuminismus" des 18. Jahrhunderts z. B. wurde von Verschwörungstheoretikern des frühen 19. Jahrhunderts leichtfertig mit dem Illuminatenorden gleichgesetzt. Es gibt bei mehreren Freimaurerlogen "Illuminatengrade" - die auch nichts mit "den Illuminaten" zu tun haben. Viele sehr verschieden esoterische und religiöse Gruppen nennen oder nannten sich selbst Illuminaten - z. B. die Alumbrados (span. Erleuchteten), eine christliche Sekte die vom 15. bis 17. Jahrhundert bestand und der Inquisition zum Opfer fiel, die Illuminés d'Avignon, eine freimaurerähnliche Organisation, welche im 18. Jahrhundert in Frankreich bestand, selbstverständlich auch der politisch-radikalaufklärerische Illuminatenorden des Adam Weishaupt, der von ihm sehr verschiedene esoterische lluminatenorden des Theodor Reuss, später im OTO aufgegangen, die Illuminaten von Thanateros, eine chaosmagische Gruppe der Gegenwart und viele mehr - von jenen Gruppen und Einzelpersonen, die von Außenstehenden als "Illuminaten" bezeichnet werden, gar nicht zu reden. Wer glaubt, dass sich unter der Bezeichnung "Illuminat" immer dieselbe Ideologie verbergen würde, macht den selben Denkfehler wie jemand, der die Heilsarmee unter "irreguläre Streitkräfte" einordnen oder die Berliner Zionskirche mit der zionistischen Bewegung in Verbindung bringen würde (letzteres Beispiel ist nicht allzu weit von der Realität der Verschwörungstheoretiker entfernt).
Es ist so, wie mit den angeblichen Illuminaten-Kennzeichen Pyramide (bzw. Dreieck), Pentagramm bzw. Fünfstern oder der Zahl "23" - nur wenn man annimmt, dass es tatsächlich "getarnte" Kennzeichen einer Geheimorganisation sind, und zwar immer, und auch immer dieselbe Organisation dahintersteckt, "funktioniert" die Verschwörungsangst.
Der Begriff „Illuminaten“ ist unmöglich an eine Gruppe zu binden, sowenig, wie sich Pentagramme bzw. fünfzackige Sterne an eine bestimmte Gruppe (Satanisten, Hexen, Christen, Kommunisten, Weihnachtsenthusiasten, US-Airforce usw.) binden ließe.
Der zweite Grund: Illuminat ist ein gutes Tarnwort für Bezeichnungen, bei dessen Gebrauch im Zusammenhang mit Verschwörungsvorwürfen man damit rechnen muss, wegen Verleumdung oder Volksverhetzung angeklagt zu werden. Gegen die "Illuminaten", oder die "Ostküste" kann man z. B. als Neonazi ungestraft hetzen, trotzdem weiß jeder Adressat, dass damit (angebliche) jüdische Drahtzieher "hinter den Kulissen" gemeint sind.
Wobei die Angst vor der Illuminaten-Verschwörung nicht nur unter Rechtsextremisten weit verbreitet ist. Wobei die bösen Illuminaten in den Augen hysterischer fundamentalistische Christen gern Satanisten, in denen rötgefärbter Verschwörungs-Fans dagegen eine Verschwörung von Großkapitalisten und in der von UFO-Sektieren Kollaborateure der außerirdischen Invasoren sind. Bei nicht wenige Verschwörungstheoretikern, z. B. Holey alias van Helsing sind die Illuminaten sogar zugleich Juden, Satanisten, Großkapitalisten und Marionetten der Außerirdischen (außerdem noch Freimauerer, Sozialisten, Materialisten, Esoteriker usw. usw. - eben "SIE"). Das führt nahtlos zur zweiten Frage:

Wer glaubt an die Illuminaten?
Es ist nun leider nicht so, dass nur ausgemachte politische Außenseiter, eben "Spinner", solchen Theorien anhängen würden. Dass nicht nur ausgemachte Rechtsextremisten oder abgedrehte Sektierern an die Weltverschwörung der Illuminaten glauben, erwähnte ich ja schon. Solange die Verschwörungstheoretiker keine poltischen Einfluß haben, mag das "harmlose Spinnerei" sei. Leider ist das nicht so.

Der nach wie vor einflußreiche US-amerikanische Fernseh-Evangelist, Gründer der fundamentalistischen Christian Coalition,
und immer noch aktive Politiker Pat Robertson ist beispielsweise Anhänger der von Weltverschwörungstheorien, in denn die Illuminaten eine wichtig Rolle spielen. 1991 verfasste er ein Verschwörungstheoretisches Buch mit dem Titel "The New World Order" (Die Neue Weltordnung). Hierin vertritt er u. a. die These, dass die europäische, angeblich demokratiefeindliche Hochfinanz mit Hilfe der Weltbank und einer geplanten Weltwährung vorhabe, sich den Reichtum des US-amerikanischen Volkes anzueignen. Außerdem würden die USA bedroht von einer antichristlichen und obendrein sozialistischen Koalition aus Illuminaten, Freimaurern und New Age-Anhängern. Diese strebe eine Weltregierung, eine Weltarmee, eine Weltwirtschaft unter einer britischen Finanzoligarchie und einen Weltdiktator, dem ein Rat von zwölf Getreuen zur Seite steht, an. (Quelle: Wikipedia Pat Robertson siehe auch der ausführlichere Artikel in der englischprachigen Wikipedia: Pat Robertson)

1988 bewarb sich Robertson in der republikanischen Partei um die Kandidatur für das Amt des US-amerikanischen Präsidenten, wobei er in den Vorwahlen George H. W. Bush (senior) unterlag.

Tatsächlich ist der Alptraum eines illuminaten-gläubigen Präsidenten ausgerechnet bei einem potenziellen Gegner der USA wahr - Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad vertritt eine Weltsicht, die der Robertson (und nebenbei auch der Holeys) verblüffend ähnlich ist.

Die GANZ GROSSE jüdisch-freimaurerisch-bolschewistisch-kapitalistische Weltverschwörungstheorie (also die "klassische Illuminaten-Theorie") vertritt Hamas mit einem Eifer, der selbst "Jan van Helsing" lasch aussehen läßt - hier ein Zitat aus der offiziellen englischen Fassung der gültigen Hamas-Charta:
The Powers which Support the Enemy:
For a long time, the enemies have been planning, skillfully and with precision, for the achievement of what they have attained. They took into consideration the causes affecting the current of events. They strived to amass great and substantive material wealth which they devoted to the realisation of their dream. With their money, they took control of the world media, news agencies, the press, publishing houses, broadcasting stations, and others. With their money they stirred revolutions in various parts of the world with the purpose of achieving their interests and reaping the fruit therein. They were behind the French Revolution, the Communist revolution and most of the revolutions we heard and hear about, here and there. With their money they formed secret societies, such as Freemasons, Rotary Clubs, the Lions and others in different parts of the world for the purpose of sabotaging societies and achieving Zionist interests. With their money they were able to control imperialistic countries and instigate them to colonize many countries in order to enable them to exploit their resources and spread corruption there.

As regards local and world wars, it has come to pass and no one objects, they were behind World War I, when they were able to destroy the Islamic Caliphate, making financial gains and controlling resources. They obtained the Balfour Declaration, formed the League of Nations through which they could rule the world. They were behind World War II, through which they made huge financial gains by trading in armaments, and paved the way for the establishment of their state. It was they who instigated the replacement of the League of Nations with the United Nations and the Security Council to enable them to rule the world through them. There is no war going on anywhere, without having their finger in it.
Da kann ich nur sagen: Ewige Blumenkraft!

Ort der Varusschlacht wieder umstritten

Nach einer Meldung der dpa ist um den historischen Ort der legendären Varusschlacht zwischen Römern und Germanen ein neuer Streit entbrannt.
Es gebe immer mehr Hinweise, dass die legendäre Schlacht im Jahr 9 nach Christus nicht im niedersächsischen Kalkriese bei Osnabrück, sondern in Nordrhein-Westfalen geschlagen wurde, berichtete das Bielefelder "Westfalen-Blatt".
Es gebe Erkenntnisse, dass die Schlacht im Lipperland getobt habe, sagte Peter Kehne, Historiker der Universität Hannover, der Zeitung. Die Archäologen der Grabungsstätte bei Osnabrück müssten aufhören, die Tatsachen zu verdrehen.
Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" verwies auf neue Bodenfunde, die Zweifel daran nährten, ob der römische Feldherr Varus mit seinem rund 20 000 römischen Legionären in Kalkriese den Tod fand. Möglicherweise sei Kalkriese nicht der Schauplatz der Schlacht gegen den Cheruskerfürsten Arminus gewesen, sondern in Wahrheit ein "Militärlager der Römer", das mit der Schlacht des tiberischen Feldherrn Vaecina 15n. Chr. in Verbindung stehe, wurde der Münsteraner Urgeschichtler Peter Glüsing zitiert. An diesem Mittwoch wollen in Detmold Fachwissenschaftler über die neuen Bodenfunde und Schlussfolgerungen über den Ort der Varusschlacht diskutieren.

Soweit die in mehreren Zeitungen abgedruckte dpa-Meldung - z. B. in der Mainpost.

Hierzu einige Anmerkungen: der Streit um der Ort der Varusschlacht ist in Westfalen und im südlichen Niedersachsen ein lokalhistorisches bzw. lokalpatriotisches Dauerthema, das manchmal zu verbalen Feldschlachten eskaliert. Es ist durchaus kein Zufall, dass die Überreste einer römischen Legion bei Kalkriese ausgerechnet von einem britischen Amateurarchäologen gefunden wurde: die professionelle deutsche Archäologie hielt sich nämlich aus durchaus verständlichen Gründen bis dahin bei der Suche nach dem Ort der Varusschlacht zurück. Wie mir ein Archäologe vor einigen Jahren erzählte, gäbe es in Deutschland zwei Forschungsgegenstände, mit denen man sich nur den Ruf und die Nerven ruinieren könne und unweigerlich aufs bitterste angefeindet würde, egal, was man herausbekäme, und "beide lägen ausgerechnet im Raum Ostwestfalen": den Ort der Varusschlacht und die Externsteine. Beide seien so sehr ideologisch aufgeladen, dass sachlich-fachliche Überlegungen zwangsläufig ins Hintertreffen geraten würden, selbst unter Fachleuten.
Der gereizte Tonfall ("Tatsachen verdrehen") im neusten Kapitel eines alten Streits spricht dafür, dass er leider Recht hatte.

Allergien und Bewegung

Seit Jahren werden immer öfter Allergien, vor allem bei Kindern, diagnostiziert. Obwohl ein Teil dieses Anstiegs sicherlich auf verbesserte Diagnostik zurückgeht, und "Allergie" durchaus eine typische Verlegenheitsdiagnose bei Beschwerden unklarer Ursache ist, gibt es heute tatsächlich mehr Allergiker als z. B. vor 40 Jahren. Unter Heuschnupfen, der Allergie auf Blütenpollen, leiden zum Beispiel rund zwanzig Prozent der deutschen Bevölkerung, wobei die Tendenz steigend ist.

Häufig wird vermutet, dass steigende Umweltbelastung, im Sinne einer "schleichende Vergiftung", für den Anstieg der Allergien verantwortlich ist. Allerdings war die Schadstoffbelastung vor 40 Jahren durchaus nicht geringer. In Einzelfällen mag diese Hypothese zutreffen, erklären kann sie die Ausbreitung der Allergien nicht.
Ernstzunehmen als Mit-Ursache (in einem ganzen Ursachenkomplex, bei dem auch psychische Faktoren eine wichtige Rolle spielen) ist die Hygiene-Hypothese, für die vor allem bei kindlichen Allergien sehr viel spricht: aller Erfahrung nach entwickeln Kinder, die öfter mal herzhaft im Dreck spielen dürfen, die im Kindergarten öfter banalen Infektionen ausgesetzt sind oder die in der vermeindlich allergenreichen Umgebung eines Bauernhofs aufwachsen, bessere Abwehrkräfte gegen Infektionen und weniger Allergien als Kinder, deren Umgebung ständig gesäubert und desinfiziert wird. Nach diese Hypothese ist das reifende Immunsystem der Kinder in einer weitgehend keimfreien Umgebung unterfordert und "spielt verrückt".

Einen weiteren Grund für den Anstieg kindlicher Allergien fanden Forscher um Yvonne Kohlhammer vom Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) in Neuherberg, als sie Daten von insgesamt 1.703 Kindern aus einem Zeitraum von zwölf Jahren analysierten. Körperliche Aktivität kann Kinder offensichtlich vor Heuschnupfen bewahren - und nach anderen Untersuchungen bewegen sich heutige Klein- und Schulkinder im Durchschnitt weniger als frühere Generationen. Das Risiko, eine Pollenallergie zu entwickeln, ist für Kinder, die sich wenig bewegen, bis zu fünfzig Prozent höher als für aktive Kinder. Die biologischen Mechanismen dieses Zusammenhangs seien jedoch noch unklar.

Hierzu mehr: wissenschaft.de: Herumtollen gegen Heuschnupfen

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