Freitag, 26. Mai 2006

Überraschende Provokation

Ich bin überrascht - provokative und dabei intelligente Werbung erwartete ich nicht gerade bei einer Fernseh-Programmzeitschrift, und die ausgerechnet noch aus dem Hause Axel Springer.

Die Hörzu hat eine Anzeigenkampagne gestartet, die garantiert für Verwirrung sorgt ...
Hörzu-Werbung
(Auch die anderen 7 Motive sind sehenswert provokativ!)
Die Kampagne spielt, was bei deutscher Werbung selten genug vorkommt, bewußt mit dem "Empörungs-Reflex" (auf Seiten kulturell Konservativer) und dem "Protest-Reflex" (auf Seiten jener, die sich einer gewissen PC verpflichtet fühlen - wobei: beim näheren Hinsehen sind die Anzeigen völlig political correct - nur eben nicht auf die weichgespült/euphemistische Tour.)

(via: Ethno:log und Schockwellenreiter)
Vielleicht wil die Hözu so ihr hartnäckiges "Spießer-Image" los werden. Warum nicht?

Worauf man nicht hineinfallen sollte

Wieder was aus meiner beliebten Reihe "was jeder weiß, stimmt garantiert nicht". In der aktuellen Ausgabe der bild der wissenschaft (6/2006) gibt es einen aufschlußreichen Artikel darüber, wie Lügner sich wirklich verraten. Nicht etwa dadurch, dass sie Blicken ausweichen oder die Hand vor den Mund halten.
Deutet darauf hin, dass jemand lügt
1. erweiterte Pupillen
2. Abschweifungen
3. unsichere Formulierungen und wackelige Stimme
4. Nervosität
5. angespannte Stimme
6. erhobenes Kinn
7. hohe Stimme
8. negative Aussagen und Klagen
(Anmerkung: aus dem Artikel ergibt sich, dass die Punkte 2. "Abschweifungen" und 8. "negative Aussagen und Klagen" die wohl besten Indizien für Lügen sein dürften.)

Sagt nichts darüber aus, ob jemand lügt oder nicht
1. "Ahs" und ähnliche Pausenfüller
2. Zögern vor einer Antwort
3. Vermeiden von Blickkontakt
4. schnelles Sprechen
5. Berühren von Gesicht und Haar
6. gehobene oder gesenkte Augenbrauen
7. schneller Lidschlag
8. geschlossene Augen

Deutet darauf hin, dass jemand die Wahrheit sagt
1. koorperatives Verhalten
2. Einräumen von Gedächtnislücken
3. hoher Anteil an Gesprächszeit
4. unmittelbare Darstellung
5. detailreiche Beschreibung
6. spontane Selbstberichtigung
7. logische Aussagen
8. plausibler Bericht
Interessant ist, dass die meisten Menschen Lügen am besten erkennen, wenn sie eine Aussage lediglich lesen. Die Trefferquote sinkt, wenn sie zusätzlich auf einem Video sehen, wie die Verdächtigen beim Reden agieren. Mimik und Handbewegungen trügen nach Ansicht des Psychologen Albert Vrij allerdings nicht, sie werden meist nur falsch interpretiert.
Ich vermute außerdem, dass protokollierte Lügen schneller auffliegen, weil in der Schriftform Widersprüche, Lücken und Abschweifungen leicht ins Auge fallen - und die üblichen schauspielerischen Tricks, die gute Verkäufer und viele schlechte Politiker benutzen, nichts fruchten.
(Das macht die Redensart: "Er lügt wie gedruckt" nicht ungültig. Weshalb, kann man z. B. hier nachlesen: BILDblog. )

Donnerstag, 25. Mai 2006

Libertäres - zum Vergleichen

Dr. Dean hat einige der typischen Dogmen der ach so undogmatischen Wirtschaftslibertäre und marktradikaler Libertaristen und Liberaler herausgearbeitet: Libertäre Dogmen

Wobei die tatsächliche ideologische Ausrichtung vieler (deutscher) "Libertäre" keineswegs libertär, sprich: anarchistisch sind, auch nicht in der auch bei US-libertarians nicht seltenen seltsamen Sondervariante "anarchokapitalistisch". Eher ist es ein naiver Glauben an den Mark und ein ebenso naiver Sozialdarwinismus - einschließlich eines gespannten Verhältnisses zu Bürger- und Menschenrechten.

Zum Beleg ein Vergleich zwischen Konservativen (im amerikanischen Sinne, in diesem Fall wohl die Bush-treuen Republikaner, tendenziell also "Neocons") und Libertären.
The Difference Between Conservatism and Libertarianism

What's the difference between conservatism and libertarianism? Jacob Hornberger, president of the libertarian Future of Freedom Foundation, recently gave his own take on that question in this provocative and controversial piece, entitled "Conservatism vs. Libertarianism":

The Conservative:
I'm a conservative. I believe in individual liberty, free markets, private property, and limited government, except for:

1. Social Security;
2. Medicare;
3. Medicaid;
4. Welfare;
5. Drug laws;
6. Public schooling;
7. Federal grants;
8. Economic regulations;
9. Minimum-wage laws and price controls;
10. Federal Reserve System;
11. Paper money;
12. Income taxation and the IRS;
13. Trade restrictions;
14. Immigration controls;
15. Foreign aid;
16. Foreign wars of aggression;
17. Foreign occupations;
18. An overseas military empire;
19. A standing army and a military industrial complex;
20. Infringements on civil liberties;
21. Military detentions and denial of due process and jury trials for citizens and non-citizens accused of crimes;
22. Torture and sex abuse of prisoners;
23. Secret kidnappings and "renditions" to brutal foreign regimes for purposes of torture;
24. Secret torture centers around the world;
25. Secret courts and secret judicial proceedings;
26. Warrantless wiretapping of citizens and non-citizens;
27. Violations of the Constitution and Bill of Rights for purposes of "national security";
28. Out-of-control federal spending to pay for all this.

The Libertarian:
I'm a libertarian. I believe in individual liberty, free markets, private property, and limited government. Period. No exceptions.

(Source: "Conservatism vs. Libertarianism" by Jacob G. Hornberger
http://www.fff.org/comment/com0604c.asp )
(Jacob G. Hornberg ist ein radikal anarchokapitalistischer Libertarian, der aber auch radikaler Bürgerrechtler ist.)

Mittwoch, 24. Mai 2006

Cäsium-137, Jod-131, Strontium-90, Lüge-86 - Teil 3

Teil 1: Vor dem Unfall
Teil 2: Die sowjetische (Des-)Informationspolitik

Teil 3: Das deutsche Informationschaos
In keinem Land außerhalb der ehemaligen UdSSR wurder der Unfall in Tschernobyl so intensiv und emotional diskutiert wie in Deutschland. Um die deutsche Reaktion auf "Tschernobyl" zu verstehen, muß man sich vor Augen halten, dass Deutschland 1986 ein zerissenes Land war. Das betrifft einerseits die staatliche Teilung, andererseits die in der damaligen BRD extrem polarisierte Atomdebatte.

"Mauern" In der DDR - "alles normal"
Zunächst gab es nur eine kleine Meldung auf Seite fünf im "Neues Deutschland", drei Tage nach dem Unfall, über eine"Havarie im Kernkraftwerk Tschernobyl", bei der ein Reaktor beschädigt worden sei. Über die radioaktive Wolke, die über Europa zog, erfuhr der DDR-Bürger aus den offiziellen Medien auch in den folgenden Tagen nichts.
Dank West-Fernsehen und West-Radio wußte die Bevölkerung allerdings Bescheid, mehr noch, die Panik, die in der Bundesrepublik ausgebrochen war, erreichte auch die DDR. Die "Politik des Schweigens" nach sowjetischen Vorbild ließ sich in der DDR nicht durchhalten - die Berichte mußten ausführlicher werden. Sie dienten aber einem einzigen Zweck: Den Menschen zu versichern, wie sicher sie seien. Nach der bewährten "Bikini-Taktik" der DDR-Agitation: Vieles bereitwillig zeigen, aber Entscheidendes schamvoll verhüllen. So ließ die Regieung zwar als eine der ersten in Europa eine Zahlentabelle mit den Radioaktivitätswerten der Luft veröffentlichen - mit der Interpretation, dass "eine Stabilisierung auf einem niedrigen Niveau" eingetreten sei. Dass die Strahlung einen Tag vor dieser Messung Spitzenwerte erreicht hatte und am Folgetag wieder anstieg, sollte aber niemand erfahren. Auch nicht, dass Regenfälle in Sachsen-Anhalt den Boden kontaminiert hatten und dort einige Milchproben eine Radioaktivität aufwiesen, die bis zu 700 Prozent über dem Grenzwert für Säuglinge lag.
Plötzlich gab es überall in der DDR sonst knappes Obst und Gemüse überreichlich und in anscheinend guter Qualität zu kaufen. Produkte aus Osteuropa, die nicht mehr in Westen exportiert werden konnten. Aber viele DDR-Bürger wussten Bescheid, die Warnhinweise aus dem Westen waren allgemein bekannt.
Das Thema Risiken der Kernergie hat die DDR-Öffentlichkeit brennend interessiert, aber jede Diskussionen wurde unterdrückt. Risiken gab es offiziell keine. Wer öffentlich Bedenken äußerte, wurde systematisch bespitzelt und verfolgt.
Es ist durchaus möglich, dass der Eindruck, von der Regierung in zynischer, menschenverachtender Weise belogen zu werden, die DDR nachhaltig destabilisierte und wesendlich zum Untergang des Regimes drei Jahre später beitrugen. Über die "Wende" und die "Einheit" hinaus hielt sich ein Klima des Mißtrauens.

Zwischen Beschwichtigung und Panikmache
In den 80er Jahre gab es in der damaligen BRD eine der größten und am besten organisierten Anti-Atomenergiebewegungen weltweit. Es gab hier aber auch einige der verbissensten Pro-Atom-Politiker. Unter den westlichen Staaten verfolgte nur Frankreich ein ähnlich umfangreiches "Atomprogramm" wie Westdeutschland. Der deutsche Ehrgeiz zielte darauf, eine möglichst große Autarkie der Energieversorgung zu erreichen. Ein "geschlossener Brennstoffkreislauf", für den "Schnelle Brüter" wie der 1986 kurz vor der Fertigstellung stehende Reaktor von Kalkar und eine Wiederaufarbeitungsanlage nötig waren, sollte die Anhängigkeit von Uraneinfuhren verringern. Ebenfalls kurz vor der Inbetriebnahme stand der Hochtemperaturreaktor in Hamm-Uentrop, Prototyp eines Kernkraftwerkes, dass auch Prozesswärme für die chemischen Industrie (z. B. für die Herstellung synthetischer Kraftstoffe) liefern sollte - und das außerdem das in Deutschland recht häufig vorkommende Thorium als Brennstoff nutzbar gemacht hätte.
Die Bundesregierung und die meisten Landesregierungen hielten, trotz des Aufstiegs der atomkraftfeindlichen "Grünen" und einer zunehmend atomkritischen Haltung an der Basis der großen Parteien, eisern am Konzept der "sauberen Atomenergie" fest. Der zum Teil erbitterten Widerstand der Atomenergiegener wurde mit manchmal geradezu polizeistaatlichen Methoden unterdrückt. Besonders Bayern, dass damals vom "Atomfan" Franz-Josef Strauß regiert wurde, tat sich mit brutalen Polizeiaktionen unrühmlich hervor. Aber auch in Schleswig Holstein gab es geradezu paramilitärischen staatliche Gewalt gegen Demonstranten beim fast fertigen KKW Brokdorf.
Kein Wunder, dass nach dem Unfall von Tschernobyl eine Gefahr für die Bürger von "regierungsamtlicher" Seite vehement verneint wurde!
Auf der anderen Seite war das Meinungsklima in den nicht-konservativen Medien, einschließlich "Stern", "Spiegel" und der Fernsehmagazine "Monitor" und vor allem "Report Mainz", extrem atomskeptisch - allerdings oft mit einen sensationsheischenden "apokalyptischen" Unterton. (Es war auch die Zeit der "Waldsterbens"-Panik.)

Kein Wunder, dass die Informationslage nach dem Unfall von fundamental widersprüchliche Bewertungen geprägt war. Die Bundesregierung ging nicht von einer ernsthaften Gefährdung der Bevölkerung aus. Gleichzeitig kamen Umweltverbände, Bürgerinitiativen, die "Grünen", aber auch SPD-geführte Landesregierungen zu anderen Einschätzungen - und forderten mit dem Slogan "Tschernobyl ist überall" die sofortige Stillegungen aller Atomanlagen. Als am 2. Mai, nach radioaktiv belasteten Regenfällen, die Meßwerte im Boden vor allem in Süddeutschland nach oben schnellten, empfahl die von der Strahlenschutzkommision beratene Bundesregierung ein Bündel von Vorsichtsmaßnahmen. Eltern von Kleinkindern sollten von Frischmilch auf Trocken- und H-Milch umsteigen, Landwirte ihr Vieh nicht mehr auf die Weide treiben. Freilandgemüse wurde untergepflügt. Es wurden Einfuhrbeschränkungen für Lebensmittel aus der UdSSR und anderen osteuropäischen Ländern verhängt. Einige Bundesländer und Gemeinden gingen weiter und schränkten z. B. das Spielen von Kindern im Freien ein. Die Strahlenschutzkommision der Bundesregierung sah hingegen keine Veranlassung dafür, die Lebensgewohnheiten zu ändern, ein Kinderspielverbot im Freien hielt sie z. B. für überflüssig.
Im Nachhinein absurd mutet der Streit um Grenzwerte an. Ein Grenzwert ist normalerweise das Ergebnis eines mitunter ziemlich faulen Kompromisses zwischen Wissenschaft und Politik. Im Umfeld des Tschernobyl-Unfalls wurde Grenzwerte oft freihändig ohne strahlenbiologische Grundlage festgelegt, so wie sie politisch opportun erschienen. Es wurden allerdings, entgegen anderslautender Gerüchten, zumindest in der BRD keine geltenden Grenzwerte angehoben, damit auch bei erhöhter Radioaktivität alles im "grünen Bereich" bliebt. Typisch waren die aus politischem Aktionismus geborenen Grenzwertverschärfungen - man "tat etwas", auch wenn es faktisch wenig bis garnichts nützte.

Ein Beispiel: Frischmilch enthält von Natur aus je Liter durchschnittlich 100 Becquerel radioaktive strahlende Isotope. Vor dem Unfall von Tschernobyl betrug der international gängige Grenzwert für Milch 3700 Bq/l Gesamtaktivität. Nach dem Unfall wurde der Grenzwert in der BRD auf 500 Bq/l herabgesetzt. Der damals in Hessen regierenden rot-grünen Koalition reichte das nicht aus, sie setzten einen Grenzwert von 20 Bq/l fest - ein Fünftel der ohnehin in jedem Liter Milch vorhandenen natürlichen Radioaktivität. Infolge dessen mußte die gesamte hessische Milchproduktion vernichtet werden.

Für den einzelnen Bürger gab es erhebliche Probleme beim Versuch, sich eine eigene Meinung zu bilden. Wichtige Informationen waren nicht verfügbar, und die Informationen, die es gab, waren mit Unsicherheiten behaftet und zum Teil widersprüchlich. Andere Informationen waren für den Laien unverständlich.

Die Medien verstärkten das Informationschaos noch. Die meisten Redaktionen waren schlicht überfordert. Sie beschränkten sich, mangels wissenschaftlicher Kompetenz im wesendlichen darauf, "vorgefertigte" Einschätzungen von Ursachen, Ausmaß und Risiken des Super-GAUs wiederzugeben. Viele Medien verzichteten sogar ganz auf eine eigene kritische Beurteilung und übernahmen ungefiltert selbst dubiose Aussagen auch selbsternannter "Experten". Extreme Auswüchse gab es in der Boulevardpresse; manchmal fanden sich in einer Ausgabe der "Bild-Zeitung" gleichzeitig Panikmache neben betont beruhigenden Meldungen. In den seriösen Medien sah es nicht viel besser aus.

Teil 4:Die Folgen

Robert Allen Zimmerman wird 65

besser bekannt ist er selbstverständlich unter seinem Künstlernamen Bob Dylan. In gewisser Hinsicht ist er der genaue Gegenpol zur kürzlich 60 gewordenen Cher - jedenfalls was das pressevermittelte Image angeht: Währen sie - wahrscheinlich zu Unrecht - auf die Pop-Plastikpuppe reduziert wurde, ist Dylan ein bisweilen mythisch überhöhter Musiker - was seiner komplizierten und keinesweg von Schattenseiten und Abgründen freien Persönlichkeit auch nicht gerecht wird. Schon in der 1960er Jahren wurde er zum "Sprachrohr einer Generation" hochstilliert, das er nie war und selbst nie sein wollte. Vollig realistisch schätzt er seinen relativ geringen Einfluß ein: Wer gerne seine Songs hören würde, würde sowieso seine Ansichten teilen.
Ich finde Wörter wie »Ikone« oder »Legende« sind nur andere Ausdrücke für Typen von vorgestern, von denen heute keiner mehr wirklich etwas wissen will.
Interview in DER SPIEGEL 42/1997

1997 wurde er offiziell für den Literatur-Nobelpreis nominiert - angesichts der Qualität seiner Dichtung zurecht.

Dienstag, 23. Mai 2006

"No go areas"

Ein paar Gedanken zur der Diskussion um gewaltätigen Rassismus in Deutschland, die dankenswerterweise durch ein paar klare Worte des ehemaligen Regierunssprechers Uwe-Karsten Heye in die richtige Bahn gelenkt wurde. Wo Heye recht hat, hat er recht. Zusatzlich befeuert durch die wahrscheinlich "gut gemeinte" Website nogoarea.de, in der praktisch der gesamte "Osten" als "No go Area" für "erkennbar Nichtdeutsche" dargestellt wird. Wobei der Schockeffekt durchaus beabsichtigt ist:nogoarea-info. Dennoch halte ich "gut gemeint" und "gut gemacht" auch in diesem Fall für zwei verschiedene Dinge.

In den USA versteht man unter "no go area" Bereiche, in denen die staatlichen Institutionen nicht mehr in der Lage sind, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten und somit vor der zunehmenden Gewalt und der Verwahrlosung in gesamten Stadtvierteln resignieren. So etwas gibt es (ansatzweise) leider auch in Deutschland - eben jene Stadtteile, die man besser nachts meidet, da man sonst gefahr läuft, überfallen und niedergeschlagen zu werden - auch als "erkennbarer" Deutscher. (In einigen "Ghettos" sogar: gerade als Deutscher. Diese Tatsache muß bekanntlich gerne zum Aufrechnen und Verharmlosen rassistischer Gewaltaten herhalten. Wobei: ein "weißer" Deutscher mit eingeschlagem Schädel und ein Schwarzer (Ausländer, Moslem, Jude usw.) mit eingeschlagenem Schädel sind immer noch zwei Menschen mit eingeschlagenen Schädeln.) Wobei es in solchen "verwahrlosten" Stadtteilen besonders gefährdete Gruppen gibt - so viel ich weiß, wurde der Begriff "no-go-area" zuerst von Frauengruppen gepägt, die vor bestimmten "gefährlichen Ecken" warnen, in denen allein gehende Frauen oft Vergewaltigern zum Opfer fallen.

Die "national befreiten Zonen" sind dagegen eine ganz andere Sorte "no go area". Bereiche, in denen "Recht und Ordnung" nach Maßgabe einer nicht legitimierten Gruppe (konkret: Nazis) "aufrechterhalten" wird. Also das, was man in den USA "Gangland" nennt - eine kriminelle Gang "beherrscht" ein Gebiet, wobei die Kriminellen in diesem Fall z. B. keine Drogenhändler oder Schutzgeld-Erpresser, sondern politisch Kriminelle sind. Äußerlich ist alles ruhig und ordentlich - solange "man" sich nach den "Spielregeln" der herrschenden Gang richtet. Das fällt vielen Bewohner besagter Zonen leider deshalb leicht, weil die "Spielregeln" der Nazis sich weitgehend mit den Vorstellungen weiter Bevölkerungsteile von "Recht und Ordnung" decken. Die berüchtigtigen rechtsextremistischen Leitbilder in der Mitte der Gesellschaft.

"No go areas", in denen die "staatliche Ordnung" zusammengebrochen ist, lassen sich nicht mit jenen gleichsetzen, in denen (Polit-)Kriminelle die "Ordnung" übernommen haben - oft unter Wegsehen oder sogar Billigung der offiziellen Staatsorgane.

Was speziell die "braunen Zonen" im "Osten" betrifft - da grassiert ein flächendeckender Denkfehler: Die Schuld (auch schon ein fragwürdiger Begriff!) für die eigene, schwierige Situation auf andere zu schieben. Bevorzugt Menschen, denen "man" auch "habhaft" werden kann. Arbeitslosigkeit ist keine Entschuldigung für Rassismus. Nicht mal eine Erklärung.
Und die gern von konservativen Politikern bemühte "DDR-Vergangenheit" (immerhin über 16 Jahre her) taugt auch nicht so recht als Erklärung für die traurige Tatsache, die Volker Pispers so beschrieb: "Schau mal rüber in Osten: realer Ausländeranteil ist unter zwei Prozent, gefühlter Ausländeranteil liegt bei fünfzig". Eher schon das, was nach ´89 geschah. Unter reger Beteilung konservativer Politiker.

Ach ja, und auch das noch: die Hardcore-Nazis vom "Schutzbund Deutschland" (die mit der Kampagne: "Du bist nicht Deutschland - Du bist BRD") versuchen, die Diskussion um "no go areas" in ihrem Sinne umzudrehen. Nach der Methode der Gleichsetzung von weichen Birnen und Kieselsteinen. (Für Leute mit starken Magennerven: Bitte selbst eintippen oder copy-paste anwenden, die verlinke ich noch nicht mal mit "nofollow" Attribut - und ich habe immerhin die Hamas verlinkt!)
www.schutzbund-deutschland.de/index.php?section=propagandal&rid=aufkleber

Montag, 22. Mai 2006

"beautopia"

Eine interessante Entdeckung: Die Seite mit dem alten Cher- Song "Half Blood", die ich "zufällig" per Google im Internet fand, ist, wie ich erst heute bemerkt habe, Teil des sehr ansehens- und lesenwerten Internet-Projekts "beautopia" der amerikanischen Soziologin Laura L. Sulivan.

Eine spannende Präsentation zwischen Kapitalismuskritik, Marxismus, Esoterik, Feminismus, Werbeklischees und der ewigen Suche nach Schönheit. Man sollte sich viel Zeit nehmen. Es lohnt sich!
Abstract - Beautopia: Making Over Method

Beautopia hypertext links

Sonntag, 21. Mai 2006

Auch mal Bestseller-Autor sein?

Nette Fundsache für Möchtegern-Schriftsteller (gefunden bei Antibürokratieteam).
Einfach klicken - und schon gibt es einen neuen Dan Brown-Thriller (oder wenigstens den Rückseitentext):
Create your own Dan Brown-Novel
Beim sehr schematischen Schreibstil Browns dürfte auch die Software zur Erstellung kompletter Dan-Brown Romane keine wirklichen Programmier-Probleme aufwerfen. computer

Na, ja, ganz soooo schlimm ist Brown auch wieder nicht. Ein "Butter and Bread"-Autor eben. Ich kann aber gut verstehen, warum Umberto Eco Brown nicht ausstehen kann, denn Brown hat nicht nur kräftig bei Ecos "Das Foucaultsche Pendel" Ideen geplündert, sondern mit seinem Robert Langdon eine ziemlich alberne Karrikatur eines Semiotikers abgeliefert.
Umberto Eco kritisiert Dan Brown

Und noch eine Nachricht, die nicht wirklich wichtig, aber irgendwie Klasse ist: Dalai Lama ehrt Tim und Struppi sowie Erzbischof Tutu (Tatsächlich gilt die Ehrung der Hergé-Stiftung.)

Samstag, 20. Mai 2006

Bitterkeit

Ich möchte es vermeiden, zu viele zu private Details in dieses Blog zu stellen, deshalb schildere ich die Lage, in der ich mich befinde, nicht. Ich verrate aber sicher nicht zuviel, wenn ich sie als "präkär" bzw. ungesichert beschreibe.
Ich verrate auch nicht zuviel, wenn ich durchblicken lasse, dass ich mich in dieser präkären Lage nicht wohl fühle und dass ich durch Faktoren, die ich kurzfristig nicht ändern kann, nicht in der Lage bin, einfach die "Ärmel aufzukrempeln und loszulegen", um mich aus dieser unangehmen Lage herauszuarbeiten. Ich verrate auch nicht zuviel, wenn ich bei allen Versuchen, meine Situation zu verbessern, in erste Linie auf meine eigenen Initiative setze. Und auf die Hilfe von Freunden und Bekannten. Mein Vertrauen in staatliche Institutionen in leider schwer erschüttert.

Hermann Ritter hat eine Situation, bei der Bundesagentur für Arbeit, erlebt und beschrieben, die viele sicher in ähnlicher Form auch erlebt haben: Irrsinn hat Methode. Wobei: den einzelnen Mitarbeiter bei der BA oder bei den ARGEs mache ich für diesen Irrsinn nicht verantwortlich. Der ist oft genug selbst ein armes, überfordertes Schwein. Der Irrsinn steckt tief in der Struktur.

Ja, und dann gibt es dann Zeitungskommentare, die sich aufällig mit der von der derzeitigen Bundesregierung bevorzugten Linie ("Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" Münte) gegenüber Sozialsschmarotzer Arbeitslosen, Rentnern und Studenten decken, aber dankenswerterweise Klartext schreibt.
Die mir unmißverständlich klar machen, was ich bin und wie ich mich gefälligst zu verhalten habe: “Warum soll ich für Sie zahlen?”
Bitte lesen - und als Betroffener die Kotztüte nicht vergessen! Kotz!
(via: Lawblog:Merkeln Sie Nix?)
Im besagten Kommentar steht:
Wie immer sind die Finanziers des Ganzen - gewöhnliche, rechts- und gesetzestreue Steuer- und Beitragszahler - die Dummen. Damit sie das nicht ewig bleiben, sollten sie sich ein Herz fassen und es genauso machen wie die Gegenseite, die Anonymität also durchbrechen und ihre Klagen nicht länger ans System richten, sondern an Personen. Jeder von ihnen könnte und sollte jeden Arbeitslosen, jeden Rentner und jeden Studenten danach fragen, mit welchem Recht er davon ausgeht, daß er ihm den Lebensunterhalt, die Rente oder das Studium bezahlt. Das könnte etwas Licht ins Dunkel bringen.
Mit welchen Recht bezahlt "der Steuerzahler" meinen Lebensunterhalt? Ich könnte natürlich darauf antworten: Weil ich in der Zeit, in der ich noch Arbeit hatte, mittels meiner Steuern und Beiträge auch - und übrigens gerne - den Lebensunterhalt anderer mitbezahlt habe, die nicht arbeiten konnten. Nur wenn man derIllusionen anhängt, dass a) eigentlich genügend bezahlte Arbeit da ist, dass jeder, der ernsthaft Arbeit sucht, auch welche findet und b) das eigentlich jeder jeden Job erledigen kann (von hochspezialisierten Tätigkeiten auf der einen Seite und Schwerbehinderten auf der anderen Seite mal abgesehen), macht die vorwurfsvolle Frage Sinn. An Rentner gestellt, macht sie übrigens sowieso nicht viel Sinn, denn die haben ja mal gearbeitet, und Steuern und Beiträge gezahlt, und an Studenten erst recht nicht, denn die werden, wen sie (hoffentlich) Arbeit finden, einmal Steuern und Beiträge zahlen.

Was in mir Bitterkeit hervorruft, ist der immer mitschwingende Vorwurf, der Sozialstaat ginge finanziell kaputt, weil es den "Unpoduktiven" (die, von wenigen Ausnahmen mal abgesehen, gerne produktiv wären) es sich auf Kosten der Allgemeinheit gut gehen ließen. Dankenswerterweise schreibt Konrad Adam Klartext bzw. er holt die ganz große Keule raus.
Die Nebenfolgen dieses sozialen Klimawandels zeigen sich auf der Empfängerseite in einer zunehmenden Neigung zu Tätlichkeiten. Nach der alten Sponti-Parole, die dazu einlädt, kaputtzumachen, was einen kaputtmacht, gehen Leute, die Hartz IV für eine normale Einkommensquelle halten, auf jene los, die Ernst machen mit dem Versuch, Förderung mit Forderungen zu verbinden. Ihr Unmut richtet sich gegen Beamte, die nicht länger auf fremde Kosten großzügig sein dürfen, gegen Umzugsbeauftragte, die Hartz-IV-Empfängern zu angemessenem Wohnraum verhelfen, und gegen Unternehmer, die ihre Geschäfte mit den Reichen machen.
Ich kann dem nur persönlich antworten: Ich halte "Hartz IV" (richtig wäre "Arbeitslosengeld 2") nicht für eine normale Einkommensquelle. Zumal es ja so knapp bemessen ist, dass ich selbst in einem schlecht bezahlten Job locker mehr verdienen würde. Um "Förderung" muß ich mich, nach meinen bisherigen Erfahrungen, selbst bemühen, es sein denn, es geht um irgendwelche merkwürdigen, nicht immer sinnvolle Kurse (wie Bewerbe ich mich nach der neuesten Mode usw). Gegen Beamte hege ich keinen persönlichen Groll - siehe oben, auch oft arme Schweine. Was das "Fordern" bzw. den Druck auf Arbeitslose angeht: Nichts dagegen. Unter der Vorrausetzung allerdings, dass das Umfeld so gut ist, dass dieser Druck zu mehr führt, als zu Frust bei Leuten, die mangels Angebot dennoch keine Arbeit finden können. du, du, du
Für Gewalt gegen Umzugsunternehmer (es gibt sogar Brandanschläge und ähnliches) habe ich nur eine Bezeichnng: blinde, aktionistische Gewaltakte, für die ich kein Mikrogramm Verständnis aufbringe.

In einem hat Konrad Adam, so wenig Realitätssinn er sonst zu haben scheint, vollkommen recht: So, wie er ist, kann der "Sozialstaat" nicht länger funktionieren.

Es kann aber nicht darum gehen, den Sozialstaat abzuschaffen. (Was Konrad Adam offensichtlich will - wahrscheinlich ist er privat gut abgesichert, sonst würde er nicht so schreiben.)
Es geht darum, ihn anders zu organisieren. Aber dass scheint irgendwie nicht mit deutschen Tradionen (die Idee von "wohltätigen Vater Staat" hüben, das "Modell Ausgrenzung" - "Schmarotzer raus" drüben) nicht zusammenzugehen. Und weil Spindocktoren, Lobbyisten und die famosen Experten (auch die vom Schlage eines Peter Hartz) viel zu viel geglaubt wird. Deshalb gibt es so viele "Verschlimmbesserungen" im Sozialbereich.
Typisches Beispiel: Hartz IV. Die Langzeitarbeitslosen haben eigentlich zu wenig Geld. (Gut, manche Politiker sind der Ansicht, dass er noch zu hoch ist, weil es ja Jobs gibt, in denen man auch nicht mehr verdient als ein Alg. 2-Empfänger. Übrigens halte ich das "ergänzende Alg. 2" für Geringverdiener für eine Fehlkonstruktion - oder eine Subventionierung von Teilzeitjobs zu lasten der Vollzeitstellen.)
Das Tolle ist aber: Nach der Hartz IV Reform ist das System teurer als vorher - bei schlechteren Leistungen.

Ich hoffe sehr, dass Konrad Adams Zynismus nur ein Stilmittel ist. Ansonsten kann ich meine Gefühle ihm gegenüber nicht mehr unter Kontrolle halten Barbar

Nachtrag: Unbedingt die hochinteressante Diskussion auf dem lawblog lesen! Ich empfehle auch die themenbezogenen Blogbeiträge von Distel und momo.

Stromlinie

Heute (20.Mai 2006) wird Cherilyn LaPiere Sarkisaian Bono Allman, besser bekannt als Cher, 60 Jahre alt. Oder, wie nicht nur Klatschkolumnisten kalauern, werden Teile von ihr 60. Cher, die Zeitlose. Was nicht ganz gerecht ist, auch wenn sie selbstironisch einräumt, "the poster girl of plastic surgery" zu sein. Die meisten der vielen haarsträubenden Schönheitsoperationen, die man ihr nachsagt, fanden nicht im OP, sondern in den Redaktionsräumen der Boulevardpresse statt. Urban Legends Reference Page: Claim: Cher had her lowest pair of ribs surgically removed to achieve an ultra-small waist.
Status: False.
Cher attempted to combat the story with common sense: "If that [rumor] were true," she said, "how could I do those health club commercials, in which I wear next to nothing? I'd be scarred all over. And could I wear the kind of clothes I do if I'd had all those many operations? Wouldn't there be visible scars everywhere?
Tatsächlich dürfte es zahlreiche Prominente geben, die ebenso so oft oder noch öfter unter dem Messer des Schönheitschirurgen lagen als Cher, ohne deshalb Daueropfer der Lästerkolumnisten zu werden. Selbst wenn die Ergebnisse unübersehbar und nicht immer gelungen sind: Awful Plastic Surgery.
Was den Klatsch antreibt, ist offensichtlich: Chers - jedenfalls für amerikanische Verhältnisse - extrem "gewagte" Kostüme. Agressive Erotik ruft immer zwiespältige Reaktionen, bis hin zur Doppelmoral, hervor: Gut für die Verkaufzahlen, schlecht für "Image".
Weil aber diese agressive Erotik, unter Showbiz-Bedingungen, nur mit einen attraktiven Aussehen funktioniert, und das knallharte körperliche Trainung, dem sich die Sängerin und Schauspielerin seit jeher unterwirft, auch keine ewige Jugend garantiert, war der Gang zum Schönheitschirurgen eine offensichtliche Option. Jedenfalls in einer vom "Jugendwahn" geprägten Umwelt.

Es fällt aber, wenn man sich alte und neue Fotos aus ihrer 40 jährigen Karriere ansieht (z. B. hier) noch etwa auf: die Tochter eines Armeniers und einer Cheerokee wirkte am Anfang ihrer Karriere erheblich "nichtweißer" als später.
Nicht zufällig fiel ihrer ersten Schönheits-Op ihre markante Nase zum Opfer.
In den 70er Jahren, als sie sich noch rebellisch-hippiemäßig gab, thematisierte sie sogar ihre Abkunft. "Half Breed" aus dem Jahr 1973 ist ein eindrucksvolles Dokument jener Zeit, mit einem Text, der deutlichst auf ihre Herkunft anspielt:
My father married a pure Cherokee
My mother's people were ashamed of me
The indians said I was white by law
The White Man always called me "Indian Squaw"
cher - "half breed"
Der Titel war sehr erfolgreich, es gab sogar ein deutschsprachiges Cover, "Halbblut" von Joy Fleming.
(Nebenbei: als ich neulich "Half Breed" auf einem Oldie-Sender hörte, war ich überrascht, welch gute und interessante Musik "Plastik-Cher" mal gemacht hatte.)

Mit den Image-Wechsel von "rebellisch" zu "glamourös" änderte sich das das Schönheitsideal, dem sie nacheiferte, ins Barbiepuppenhafte, Stromlinienförmige.

Um einen etwas gewagten Bogen zum Thema Multikulti und PC zu schlagen: In den 70er spielte Cher, ob beabsichtig oder nicht, die Rolle einer "kulturellen Bereicherung" in Sinne der (damals noch nicht so genannte) Multikulturalität. Oder die der Exotin, die sich zu ihrer Exotik bekannte. "Politisch korrekt" waren die für Pop-Songs relativ kritischen Texte ohnedies. Etwas gefällige Empörung, die niemandem weh tut. Jedenfalls so lange, bis sich Ende der 70er Frauenrechtsgruppen wegen ihres (angeblichen) "Sex Sklaven"-Image einen Sturm der Empörung entfesselten - der bezeichnenderweise gerade von keineswegs feministische gesonnenen "Moralaposteln" unterstützt wurde.

Die Exoten-Rebellen-Nummer hatte sich als Sackgasse entpuppt. Kommerzieller Dauererfolg ist mit Außenseiter-Image wohl nicht zu machen. Also paßte sie sich an. Auch dem gängigen Schönheitsideal. Auch mittels Chirurgie.

Sie ist kein Einzelfall. Das spektakulärste und tragischte Beispiel im Show-Biz dürfte Michael Jackson sein, der versuchte, immer gefällig "hübscher" und immer "weißer" zu werden.

Nachtrag: Ich habe mich mal aus Neugier - und um mich abzulenken - auf diversen "Cher"-Websites umgegoogled. Einiges ist dabei ganz interessant.
Offenbar liegt der Hauptgrund, weshalb ausgerechnet über ihre Schönheis-OPs so viel gelästert wird, darin, dass Cher bei diesem Thema, bei dem anscheinend jeder heuchelt, eben nicht heuchelt. Sie gab ja auch in den 80er zu, dass sie mitunter mit (männlichen) Groupies in die Kiste steigt. Das darf "man" als Popstar - wenn man Mann ist und es bei eindeutigen Anspielungen beläßt. Die Folge: bösartiger Klatsch, "wenn die das schon zugibt, ist ihr alles zuzutrauen". Bisher war mir Cher eher unsympatisch, aber ich bin geneigt, mein Urteil über die Frau zu revidieren.
Eine weitere Sache, die ich ihr, weil sie mich sonst nicht wirklich interessiert, nicht zugetraut hätte: Ein nicht-kommerzielles Album namens not.com.mercial , das ausschließlich über das Internet vertrieben wird und das, glaubt man dieser Rezi, not.com.mercial von ihr selbst im Laufe von über 20 Jahren geschriebene, Songs enthält, die ich einer "lebenden Barbie-Puppe" wirklich nicht zugetraut hätte:
Hier wird zwar auch zum Teil über die Liebe gesungen, aber nicht im typischen Popgewand, zudem werden auch heikle Themen behandelt und kritisiert, beispielsweise der Vietnamkrieg, der Selbstmord von Curt Cobain (Nirvana), Patriotismus und die katholische Religion.

Kein Wunder also, dass die CD in Amerika sogar ein "Parental advisory"-Sticker bekam, eine Warnung, die sich sonst hauptsächlich auf den Werken von Künstlern wie 50 Cent, Marilyn Manson oder Slipknot finden lässt.
Nehme ich "alte 70er Hits" wie "Gypsies, Tramps And Thieves" und "Half Blood" hinzu, dann habe ich den Verdacht, dass ich eine respektable und eigenwillige Künstlerin auf die "Kunstfigur" Cher reduziert habe.

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