Unverlangte Buchbesprechung eines Buches aus dem "Arndt"-Verlag

Ich bekomme des öfteren Büchersendungen. Fast immer, weil ich das Buch bestellt hatte, hin und wieder erhalte ich auch Renzensionsexemplare oder Buchgeschenke. Nun erhielt ich zum ersten Mal eine unverlangte Büchersendung.

Die Masche, unverlangte Warensendungen mit beiliegender Zahlkarte zu versenden, ist aus der Mode gekommen, seitdem sich herumgesprochen hat, dass eine unverlangte Warensendung weder zur Zahlung noch zur Rücksendung verpflichtet - diese Form der "offensiven Kundenwerbung" wurde schlicht zu teuer. Deshalb war ich auch etwas erstaunt, dass ich eine Büchersendung eines Buches aus dem "Arndt-Verlag" nebst "pro forma Rechnung" erhielt.
Die "Lesen & Schenken GmbH" kannte meine Adresse, weil ich vor Jahren zu Recherchezwecken einen Katalog dort angefordert hatte. Ich hatte gehört, dass einige Bücher des "Arun"-Verlags, von denen ich vermute, dass sie "deutschvölkischen" bzw. "braun-esoterischen" Inhalt haben, die bei "Arun" nicht mehr im Programm waren, bei "Lesen & Schenken" angeboten würden. Ich wollte gerne wissen, ob das stimmte - und auch, wo "Lesen & Schenken" politisch in etwa zu verorten sei.

Bei dem Buch, das ich erhielt, handelt es sich um den Bildband "Kampfgruppe Scherer - 105 Tage im Kessel von Cholm" von Richard Muck, erschienen bei "Arndt", Kiel (nicht zu verwechseln mit dem auf Bücher über Papageien spezialisierten "Arndt-Verlag").
Also ein militärhistorisches Buch über ein Ereignis an der "Ostfront", im Jahre 1942. Allerdings kamen mir schon beim ersten Durchblättern Zweifel an der historischen Genauigkeit der Darstellung.

Zum historischen Hintergrund: Nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die UdSSR drang sie innerhalb weniger Monate bis kurz vor Moskau und Leningrad vor. Ende 1941 kam der der "Blitzfeldzug" aus mehreren Gründen zum Stehen - die überrumpelte UdSSR hatte inzwischen ihre Gegenwehr besser organisiert, die deutschen Nachschublinien waren überdehnt, der harte russische Winter machten den leichtsinnigerweise nicht wintermäßig ausgerüsteten deutschen Truppen zu schaffen. Im Januar 1942 begann Stalin eine Gegenoffensive, zum Teil mit frischen Truppen, die bisher in Sibirien gestanden hatten, um eine von ihm befürchtete Invasion der japanischen Armee abzuwehren. Um die Verbindung zwischen den deutschen Heeresgruppen "Nord" und "Mitte" zu sprengen, griffen zwei sowjetische Armeen die rechte Flanke der deutschen 16. Armee an. Ihnen gelang es, die Front der Wehrmacht an mehrere Stellen zu durchbrechen, tief nach Westen vorzudringen und zahlreiche deutsche Verbände einzuschließen. Cholm, gelegen am Zusammenfluss des Lowat und der Kunja, war das letzte deutsche Widerstandsnest. Die 3. sowjetische Stoßarmee schloss Ende Januar Cholm ein, die 105-tägige Belagerung des "Kessels von Cholm" begann.
Die an sich strategisch eher nebensächliche Belagerung wurde wegen des zähen Widerstands der eingeschlossenen Truppen unter Generalmajor Scherer von der deutschen Propaganda groß herausgestellt, vor allem, da es gelang, trotz sowjetischer Gegenwehr eine Luftbrücke zur Versorgung einzurichten. Schließlich schaffte es ein deutsches Panzerkorps den Belagerungsring zu durchbrechen. Die sowjetische Truppen zogen sich zurück, es gelang ihnen erst 1944 Cholm wieder zu befreien. Auf deutscher Seite verloren rund 1.500 Mann ihr Leben, 1.500 weitere wurden z. T. schwer verletzt. Über die Verluste der Roten Armee fand ich keine Angaben, angeblich waren sie gut drei mal so hoch wie die deutschen, von den Opfern unter der Zivilbevölkerung gar nicht zu reden.
Diese dürren Worte geben von der wahren Brutalität der Kämpfe keinen Eindruck, die deutschen Invasoren gingen äußerst rücksichtslos vor, die sowjetischen Verteidiger antworteten entsprechend.
Auch "Kampfgruppe Scherer" gibt nach meinem Eindruck, trotz einige drastischer Worte und Bilder, den wahren Charakter des Kampfes nur sehr unzulänglich wieder.

Der 16 in großer Schrift bedruckte Seiten umfassende Einleitungsteil mutet so an, als ob er direkt aus der Frontberichterstattung der deutschen Wehrmacht übernommen worden wäre - einschließlich Wortwahl ("der Bolschewist", "bewaffnete Banditen" statt "Partisanen"), viel Pathos und gnadenloser Parteilichkeit.
Den Hauptteil des Buches, etwa 100 Seiten, nehmen die Fotos des Kriegsberichters Richard Munck ein, der Anfang März auf dem Luftweg nach Cholm kam. Technisch sind die Schwarzweiß-Fotos gut, inhaltlich gibt es keine Überraschung: Bilder von der "Ostfront", wie es sie zu Tausenden gibt, Soldaten in Dreck, Schnee, Trümmern, unrasierte, hohlwangige Gesichter, die gequält in die Kamera grinsen, schlammige Schützengräben, ausgebrannte Panzer. Alles trotz der Bildmotive nicht sonderlich schockierend - und alles irgendwo schon mal gesehen. Was auffällt: der Krieg erscheint auf diesen Fotos erstaunlich "sauber" und ästhetisch, manchmal geradezu romantisch, als ob sich die Herausgeber noch heute an die Vorgaben der Nazi-Zensur halten müssten und nur "schöne", den "Wehrwillen fördernde" Bilder abdruckten.

Der "Hammer" sind aber die Bildunterschriften. Was sich im Einleitungsteil ankündigt, setzt sich hier verschärft fort. Die Formulierungen scheinen "Original Wehrmachtsbericht 1942" zu sein: "Nach den harten Kämpfen des Februars verleiht der Führer Generalmajor das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz" (S. 35)"Der Führer denkt an uns! Dieser Gedanke, das Wissen, der Führer sorgt sich um die Männer von Cholm, gibt allen Verteidigern neue Zuversicht und stärkt ihren Widerstandswillen" (S. 48). Krönender Abschluss: General Scherer beim Händedruck mit Hitler und der Bildunterschrift "Der Dank des Führers" (S. 126). Die reichliche Verwendung "heroisierenden" Vokabulars wirkt manchmal unfreiwillig komisch z. B. heißt es unter einem Foto, das ein Zugpferd zeigt: "Willig geben die Tiere ihre letzte Kraft her in treuer Pflichterfüllung" (S. 54). (Als ob sich die Gäule freiwillig gemeldet hätten - vielleicht waren es sogar erbeutete russische Pferde.)
Wie es für Kriegspropaganda typisch ist, die weder die ganze Wahrheit zeigen noch offen lügen kann (weil zu viele Augenzeugen dabeigewesen sind), steht das wahre Geschehen oft "zwischen den Zeilen". So erfährt man beiläufig, dass die sowjetischen Truppen sich in Gängen bis auf 30 m an die deutschen Schützengräben heranwühlten - und: "Im Morgengrauen stürmten sie mit "Hurrä" gegen die Stellungen". Man kann daraus schließen: die Sowjetsoldaten waren nur unzureichend für einen modernen Stellungskrieg ausgebildet, denn diese Taktik ist gegen einen Gegner mit MGs glatter Selbstmord. Oder wenn unter dem Bild eines notgelandeten, schon 1942 altertümlichen, Doppeldeckers steht: "Sowjetbomber abgeschossen!" (S. 44) - wobei aus dem weiteren Kommentar hervorgeht, dass der "Bomber" von der Truppe "Lahme Ente" oder "Kollektivtrecker" genannt wurde.
Damit bestätigt das Buch die Auffassung, dass die Deutschen von hastig "zusammengekratzten" Truppen der Roten Armee belagert wurden - was angesichts der eher geringen strategischen Bedeutung von Cholm nicht weiter überrascht, über die auch einig markige Stalin-Worte an die belagernden Truppen nicht hinwegtäuschen. Vielleicht verführte der "Sieg von Cholm" das Oberkommando der Wehrmacht dazu, z. B. die Kampfkraft der sowjetischen Streitkräfte bei Stalingrad zu unterschätzen.

Das Buch dürfte wegen seiner Faktenarmut und parteiischen Haltung für den an Zeit- und Militärgeschichte interessierten Leser eine glatte Enttäuschung sein. (Ich wäre jedenfalls enttäuscht gewesen, wenn ich das Buch gekauft hätte.) Auch Freunde "spannender Fronterlebnisse" im Sinne der "Landser"-Hefte kommen schwerlich auf ihre Kosten - das Buch ist dafür schlicht zu öde.
Kurz und knapp - ich kann mir nur eine Zielgruppe für dieses Buch vorstellen: NS-Nostalgiker.

Die Titel anderer "Bildbände für Zeitgeschichte" passen zu dem den durch "Kampfgruppe Scherer" gewonnenen Eindruck - genauer gesagt, gehört es offenbar zu den meines Erachtens "harmloseren" Titeln des Kieler "Arndt"-Verlages. Einige Beispiele: "SS-Kavallerie im Osten", "Reichsparteitag 1938 Großdeutschland", "Frontsoldat Hitler - der Freiwillige des Ersten Weltkrieges", "Hitlers Berghof".
Außer NS-verherrlichenden Bildbänden gibt der Arndt-Verlag etliche meiner Ansicht nach revisionistische Schriften heraus, z. B. die Göring-Biographie des Militärhistorikers und Holocaustleugners David Irving.

Zur "Lesen & Schenken Verlagsauslieferung und Versandgesellschaft mbH" gehören die Verlage ARNDT, Orion-Heimreiter, Bonus und Pour le Merite. Die Verlagsgruppe veröffentlicht nach eigenen Angaben jährlich ca. 50 Bücher, Kalender, Poster, CDs und DVDs.
Der inhaltliche Schwerpunkt aller Verlage liegt, wieder nach eigenen Angeben, bei Veröffentlichungen im Bereich der Zeitgeschichte und der Politik. Außer Büchern über die Zeit des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges nehmen auch "ostpolitische Schriften" sowie Bücher über Flucht und Vertreibung 1945 aus Ostpreußen, Pommern, Schlesien und dem Sudetenland breiten Raum ein. Politische Bücher befassen sich mit Themen wie Kulturverfall, Überfremdung und Entnationalisierung.

Dennoch gibt es erkennbare Unterschiede im Programm und Auftritt der Verlage. Ich vermute, dass das verkaufstaktische Gründe hat. Der "Arndt-Verlag" ist nach meinem Eindruck der Verlag für NS-Nostalgiker. Hingegen fehlten beim "Orion-Heimreiter-Verlag" solche deutlich rechtsextremen Titel, statt dessen findet man hier durchaus Titel angesehener Sachbuchautoren, wie dem Verhaltensforscher Irenäus Eibel-Eibesfeld, dessen "Der vorprogrammierte Mensch" vor über 20 Jahren hier erschien. Auch Romane z. T. sehr bekannter Autoren findet man hier. Allerdings gibt es auch bei "Orion-Heimreiter" Bücher zum Thema Vertreibung. Erwähnenswert ist das "Hausbuch Deutsche Weihnacht", das sich bei genauerer Betrachtung als eine Reprint-Sammlung von Texten und Illustrationen aus den Jahren 1933 - 1945, die fast ausnahmslos mit der nationalsozialistischen "Weihnachtsideologie" in Verbindung stehen, entpuppt. Dennoch macht das Programm von "Orion-Heimreiter" Alles in Allem den Eindruck eines national-konservativen, aber nicht rechtsextremen Verlages. Ich vermute, dass viele "Orion-Heimreiter"-Kunden von vielen Titeln des "Arndt-Verlages" abgeschreckt wären.
Zwischen den beiden Extremen steht meines Erachtens der "Pour le Merite"-Verlag, der auf Militärisches und Militär-Geschichte spezialisiert ist. Einer breitere Öffentlichkeit bekannt wurde der "Pour le Merite"-Verlag, als er als Reaktion auf die Ausstellung "Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht" den Titel "Verbrechen an der Wehrmacht. Kriegsgreuel der Roten Armee 1941/42" von Prof. Franz W. Seidler veröffentlichte.

Einen regelrechten Skandal verursachte der "Arndt-Verlag", als er 1996 ein Buch mit dem Titel "Dokumente polnischer Grausamkeiten" herausbrachte, für das in verschiedenen Vertriebenenzeitungen, so z.B. in "Der Schlesier", geworben wurde.
Der Untertitel des Buchs, eines Nachdrucks eines 1940 erschienenen Titels, lautete "Im Auftrage des Auswärtigen Amtes aufgrund urkundlichen Beweismaterials herausgegeben". Auftraggeber war das Auswärtige Amt des Großdeutschen Reiches, das mit diesem Werk die brutale Politik Deutschlands gegenüber Polen zu rechtfertigen versuchte. Nach der Meinung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland konnte durch den Untertitel der Eindruck entstehen, es würde sich bei dem Herausgeber der Dokumentensammlung um das derzeitige Auswärtige Amt unter dem damaligen Bundesminister Klaus Kinkel handeln. Einen vom Auswärtigen Amt angestrengten Prozess gegen den Arndt-Verlag auf Unterlassung der Nennung des Untertitels gewann das Amt. Einen weiteren, in dem es die Urheberrechte für den Text des Buches beanspruchte, womit es die weitere Verbreitung dieses antipolnischen Buches hätte verhindern können, verlor es.

Bericht über ein "Lesertreffen" der "Lesen & Schenken GmbH", einer Veranstaltung, deren Vortragsredner zwischen Rechtskonservatismus und Rechtsextremismus standen: Zusammenkunft "unter Gleichgesinnten".
MMarheinecke - 25. Nov, 12:59

"Antwort" auf einen gelöschten Kommentar

An dieser Stelle stand ein Kommentar, in dem ich als "Kommunist", "vaterlandsloser Geselle", "Stalin-Verherrlicher", "weißer Jude" usw. bezeichnet wurde.

Auch wenn Beschimpfungen von Menschen, denen die Argumente ausgegangen sind, eher als Kompliment zu verstehen sind: Der Kommentar war so offener Nazi-Jargon, dass ich ihn nicht stehen lassen wollte.

Auf einen Punkt werde ich eingehen, weil er beweisen wollte, ich "Drückeberger" hätte vom "Kriegshandwerk" sowieso keinen blassen Schimmer.

Ich schrieb:
So erfährt man beiläufig, dass die sowjetischen Truppen sich in Gängen bis auf 30 m an die deutschen Schützengräben heranwühlten - und: "Im Morgengrauen stürmten sie mit "Hurrä" gegen die Stellungen". Man kann daraus schließen: die Sowjetsoldaten waren nur unzureichend für einen modernen Stellungskrieg ausgebildet, denn diese Taktik ist gegen einen Gegner mit MGs glatter Selbstmord.
Der Kommentator schrieb: "Da sieht man's - die Bolschewiken haben die eigenen Leute rücksichtlos verheizt" und, im offensichtlichen Widerspruch: "Schon mal was von Überraschungseffekt gehört, Du Pimpf?!?"

Stalin war in der Tat nicht dafür bekannt, viel Rücksicht auf Menschenverluste zu nehmen. Anderseits waren die Truppen, die Cholm belagerten, offensichtlich schnell rekrutiert und mangelhaft ausgebildet. Das könnte - ich wiederhole könnte die höheren Offiziere der Roten Armee dazu verführt haben, diese schlecht ausgebildeten und ausgerüsteten "Bauerntruppen" als "Kanonenfutter" in den beinahe sicheren Tod zu schicken. Dass die UdSSR und mit ihr die Völker Osteuropas das Opfer eines beispiellosen Vernichtungskriegs waren, macht die Sowjettruppen und ihre Führer nicht zu Helden ohne Fehl und Tadel - und die Verbrechen des Stalinismus nicht ungeschehen.

Zum Überraschungseffekt: Tatsächlich scheint es den "Russen" gelungen zu sein, sich in der Deckung der tiefen Schneeverwehungen nahe an die deutschen Stellungen buchstäblich heranzuwühlen. Die letzten 30 Meter waren mit Hindernissen wie Drahtverhau und "spanischen Reitern" blockiert - weshalb dann die Angreifer ihre gute Tarnung / Deckung aufgeben mussten. Mit "Laufschritt" war da nichts zu wollen - und die sich - offensichtlich unter Kampfgebrüll - mühsam voranarbeitenden Sowjetsoldaten waren leichte Beute für das MGs. (Was auch aus dem Buch indirekt hervorgeht.)

Papa (Gast) - 28. Dez, 18:36

Richtigstellung

Deine Buchbesprechung war total überflüssig. Dieses Buch ist nur ein Nachdruck von damals. Ich weis das originale hoch gehandelt werden. Warscheinlich will man damit schnell ein paar Euro verdienen. Ein Nachdruck ist natürlich billiger für Sammler.

Ich weis jetzt nicht ob der Arndt-Verlag zu Beginn des Buches darauf hinweist, daß es ein Nachdruck ist.
Aber aus deiner Besprechung geht nicht hervor, daß du weist, das es ein Nachdruck ist. Die für dich unverständlichen Kommentare lassen sich aber jetzt erklären, oder ?

Gruß
Papa

MMarheinecke - 28. Dez, 19:03

Ob die Buchbesprechung "überflüssig" ist, überlasse doch bitte mir

Mir ist schon klar geworden, dass das Buch bis auf das Vorwort auf alten Wehrmachtsberichten beruht. Die Kommentare sind für mich nicht "unverständlich", ich verstehe nur nicht, wie man sie sich heute noch zueigen machen kann. Und genau das tut meiner Ansicht nach der Arndt-Verlag.

Arndt weist eben nicht ausdrücklich darauf hin, dass der Text etwa ein unveränderter Nachdruck von 1942 sei. Im Vorwort vermisse ich nicht nur einen entsprechenden Hinweis, sondern auch jegliche gebotene Distanz des Historikers zu einem erkennbar tendenziösen Dokument.
Statt dessen heißt es im Vorwort:
Nahm auch der Zweite Weltkrieg für das Deutsche Reich schließlich ein unglückliches Ende, so bleibt die beherzte Verteidigung Cholms zu Beginn des Jahres 1942 als leuchtendes Beispiel deutschen Soldatentums über die Zeiten hinweg bestehen.
Mit anderen Worten: Der Verleger macht sich Sichtweise und Geist der Wehrmachtspropaganda aus dem 2. Weltkrieg völlig zueigen!
Auch die von mir heftig kritisierte Einleitung erweckt nicht den Eindruck, dass sie schon 1942 verfasst wurde, es sei denn, ihr Autor hätte hellseherische Fähigkeiten gehabt. Nicht ausschließen will ich, dass die Einleitung gegen Ende des 2. Weltkriegs verfasst wurde, als "Durchhaltepropaganda". Aber gerade das macht ihren unkommentierten Nachdruck äußerst problematisch.

Mir ist auch bekannt, dass originale Wehrmachtsberichte in Buchform unter Militaria-Sammlern begeht sind. Allerdings spricht die "moderne" Aufmachung des Buchumschlags und auch der Rückseitentext gegen einen Nachdruck für Sammler und Liebhaber. Selbst in so einem Nachdruck müsste darauf hingewiesen werden (und wird in seriösen Nachdrucken auch darauf hingewiesen!), dass die Darstellung im Buch propagandistisch verzerrt ist und nicht den Ansichten des Verlegers entsprechen.

Ich bleibe dabei: die einzige Zielgruppe für dieses Buch, die ich sehe, sind unverbesserliche NS-Nostalgiker.
Hein (Gast) - 28. Dez, 22:00

Kampfgruppe Scherer

Das "Original" des Buches ist ca. 1943 in Nürnberg (wenn ich mich recht erinnere) erschienen, meine Mutter hat noch ein Exemplar, da ihr Bruder damals dabei war. Natürlich ein zeitgenössisches Propagandawerk, in dem fast keine Zahlen stehen, z.B. auch nicht zu den eigenen Verlusten, sondern vor allem Bilder sind.

Der Nachdruck hätte meiner Meinung nach deutlich gemacht werden müssen, vor allem wegen den Bildunterschriften.

Gruß

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