Donnerstag, 2. Februar 2006

Rituale verstärken offenbar Placeboeffekt

Die Stärke des Placeboeffekts hängt offenbar stark von der Art der Behandlung ab.
Forscher der Harvard Medical School, Boston, verglichen die schmerzlindernde Wirkung einer Scheinakupunktur mit der einer wirkstofffreien Tablette. Die Patienten, die mit der Placebo-Akupunktur behandelt worden waren, berichteten nach dem Ende der Studie von einer deutlicheren Besserung als die Probanden aus der Medikamentengruppe.
Diese Ergebnisse deuten daraufhin, dass das Ritual bei der Verabreichung einer Therapie einen zusätzlichen Effekt verursacht, der den eigentlichen Placeboeffekt verstärkt.
In weiteren Studien wollen die Wissenschaftler nun testen, welche Faktoren außerdem noch zur Placebowirkung beitragen und wie ausgeprägt die jeweiligen Effekte bei verschiedenen Krankheiten sind. Davon erhoffen sie sich Erkenntnisse über die neurologischen und biochemischen Grundlagen der Erkrankungen, die wiederum helfen sollen, effektivere Therapien zu entwickeln.

Aus wissenschaft.de: Gold für Schein-Nadeln, Silber für Stärkepillen


Auch die Wirkung "echter" Medikamente und Therapien kann offensichtlich durch geeignete Rituale verstärkt werden - ein Effekt, den sich Schamanen und traditionelle Heiler seit Urzeiten zunutze machen.

Mittwoch, 1. Februar 2006

Überwachungsstaat - privatisiert

"Homeland Security" - unter diesem Stichwort läuft der Abbau der Bürgerrechte im Namen der Sicherheit in den USA. Die technische Umsetzung ist ein Riesengeschäft für die beteiligten Unternehmen.

Klar, dass der IT-Branchenverband Bitkom (zu dem Großunternehmen wie Accenture, Cisco Systems, IBM, Siemens und Vodafone gehören) auch in Deutschland so etwas gerne hätte: er stellte in Berlin sein neues "Premiumprojekt Homeland Security" vor. Und wenn der deutsche Staat sich noch ziert, muß die am Verkauf von Überwachungssystemen interessierte Privatindustrie eben mit einem "Leuchtturmprojekt" zeigen, wo es lang gehen soll - geradewegs in den Überwachungsstaat.
Während der Staat sich um die innere wie äußere Sicherheit kümmert, sollen Bartsch zufolge IT-Firmen die kritischen Infrastrukturen absichern und Informationsverbünde planen, die bei Naturkatastrophen, Großschadenslagen und terroristischen Anschlägen schnell aktiviert werden können. Ein leistungsfähiges ITK-System soll nach den Vorstellungen des Bitkom dabei die Basis eines virtuellen Informations- und Leitsytems bilden, das die Gesellschaft bis in das letzte Nervenende alarmiert. Durch die zunehmende Verschmelzung von innerer und äußerer Sicherheit sei ein Fall eingetreten, in dem die ITK als zentrales Bindeglied agiere und vor allen Dingen für eine "angemessene Mittelallokation" sorge.
heise: IT-Branchenverband will Homeland Security in Deutschland koordinieren

Einen ebenso deftigen wie treffenden Kommentar dazu gibt es bei "boocompany": "Homeland Security" bald in Deutschland?!
Die Bitkom will also tatsächlich wieder - mittels solch unlegitimiert-undemokratischer Grundideen - eine Art 'Neue Gestapo' einführen? Ist dem so?

Bartsch muss einen Sockenschuss haben, wenn er glaubt, damit durchzukommen. Denn eine Privatisierung IT-gestützter Sicherheit innerhalb eines Staatengebildes wäre mit Sicherheit der absolute Super-Gau und die endgültige Aufhebung jeglicher Grundrechte, wie wir sie vormals einmal kannten. Aber wer weiss: Es fehlen eigentlich nur noch privatisierte Internierungslager für kritisch Denkende, wie sie unter Umständen auch grad in Amerika vorgesehen sein könnten. Und Privatknäste werden ja auch bereits in Deutschland flächendeckend "erprobt"...

Dienstag, 31. Januar 2006

"Geschlossene Gesellschaft"

Es scheint was dran zu sein an dem bösen antideutschen Klischee, die Deutschen würden mehrheitlich eine "Wohlfühl-Diktatur" den Zumutungen einer "offenen Gesellschaft" vorziehen. Oder liegt es eher am "internationalen Trend", dem (angeblichen und auch mit größten Aufwand nicht zu verwirklichenden) "Grundrecht auf Sicherheit" alle (tatsächlichen) Grundrechte nach belieben zu opfern?
Jedenfalls ist es erstaunlich, wie wenig Empörung sich regt, wenn das Machbare "aus Sicherheitsgründen" einfach mal so gemacht wird: "Kontoüberwachung ist ein Hit"
(Via Sven)

Mal die Moschee im Dorf lassen

Offensichtlich hat die dänische Jyllands-Posten etwas ganz, ganz Schreckliches getan, das den geballten Zorn zahlreicher rechtschaffenden Muslime unstillbar herausfordert:
Auch nach einer Entschuldigung der Zeitung am Montagabend und einer Distanzierung des dänischen Regierungschef Anders Fogh Rasmussen hielten die Straßenproteste am Dienstag an. In Tunis verlangten 17 Außenminister der Arabischen Liga von Dänemark die Bestrafung der Verantwortlichen der Zeichnungen. Die dänischen Muslime nahmen dagegen die Entschuldigung an. Ein Sprecher der islamischen Glaubensgemeinschaft in Dänemark sagte: «Wir danken dem dänischen Ministerpräsidenten und der 'Jyllands-Posten' ausdrücklich für das, was sie getan haben.»
Aus: netzeitung: Bombendrohung gegen dänische Zeitung Die Reaktion der dänischen Muslime zeigt übrigens, dass die Empörung, wie in solchen Fällen üblich, mit wachsender Entfernung und abnehmender Kenntnis des Sachverhalts drastisch wächst.
(Und dass fast alle Muslime keine mordlüsternen Fanatiker sind, dürfte sich inzwischen selbst in christlich-konvervativen Kreisen herumgesprochen haben.)

Das "Korpus delicti" sind einige nicht sonderlich gelungene, allerdings auch - nach "europäischen" Maßstäben - nicht sonderlich provokative Karrikaturen. Gefunden habe ich sie u. A. bei "Antibürokratieteam": Die Freiheit von Jyllands-Posten ist auch meine Freiheit(Lesenswert auch die Kommentare, z. T. aus Dänemark.)
Die Hintergründe lassen sich u. A. hier nachlesen: Der dänische Fall Rushdie Entsprechende Jesus-Karrikaturen würden vermutlich nicht einmal evangelikale Christen zu Protestaktionen hinreißen. Die Reaktionen der dänischen Muslime waren entsprechend (überwiegend) zivilisiert: Sie kritisierten die Karrikaturen als geschmacklos und wies darauf hin, dass gemäß der religiösen Grundsätze des Islams jede Darstellung des Propheten Mohammed verboten sei. Jyllands-Posten entschuldigte sich, die Entschuldigung wurde angenommen.

Die Reaktionen in arabischen Ländern - und in der eigentümlicher Parallelwelt europäischer "Islamisten" - verlief bekanntlich anders - und wie zu vermuten ist, seitens der meisten eifrig Protestierenden und Boykottierenden in völliger Unkenntniss des tatsächlichen Sachverhalts. Andere wissen, dass sie aus einer Mücke einen antiislamischen Kampfelefanten machen - zwecks Propaganda. "Jamaat-e-Islami", eine in Pakistan ansässige mächtige islamofaschistische Organisation, machte aus dem dänischen Sturm im Wasserglas einen Hurrikan "dänischer Kreuzritter", ihre Jugendorganisation lobte sogar ein Kopfgeld zur Ermordung der Journalisten aus.

Was mich an der ganzen Sache stört: allzu viele europäische Politiker, Schriftsteller und Journalisten bringen für die verletzten Gefühle der Muslime allzu viel Verständnis auf. Damit unterstützen sie, hoffentlich ungewollt, die Position der kompromißlosen Fanatiker und schaden den liberalen Muslimen, die den Wert der Redefreiheit kennen und schätzen.

Nachtrag: Zum Vergleich einige besonders "schöne" Karrikaturen aus dem arabischen Raum - die meisten übrigens aus Blättern, die direkt von den jeweiligen Regierungen kontrolliert werden: Cartoons from the Arab World
via: Die Achse des Guten

Nachtrag (mit Bitte um Entschuldigung):

Alle Jyllandsposten-Karrikaturen sind auf dieser Website zu finden:
http://www.gegenstimme.net/2006/01/26/defending-freedom-of-opinion-speech-and-press/

Noch ein Nachtrag: Henryk M. Broders sehr lesenswerter Kommentar auf SpOn:
Einen bedrohen, eine Million einschüchtern

Nachtrag vom 1. Februar:
Unterdessen hat der Deutsche Journalistenverband (DJV) den Nachdruck der Mohammed-Karikaturen auch in deutschen Zeitungen kritisiert.

Entscheidend sei die Ziffer 10 des Pressecodex, sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner. Danach seien „Veröffentlichungen in Wort und Bild, die das sittliche oder religiöse Empfinden einer Personengruppe nach Form und Inhalt wesentlich verletzen können, mit der Verantwortung der Presse nicht zu vereinbaren“.
Erfüllen die eher banalen Karrikaturen in Jyllands-Posten diesen Tatbestand? Nach europäischen Maßstäben wohl nicht!
Meines Erachtens erfüllt der DJV den Tatbestand des Schwanzeinkneifens.

Der Presserat scheint noch halbwegs zu wissen, worum es beim "Recht auf freie Meinungsäußerng" geht - allerdings "weich" formuliert:
Der Presserat dagegen reagierte zurückhaltend. Wenn Beschwerden über die Abdrucke eingingen, werde man prüfen, ob sie gegen den Pressecodex verstoßen, so Arno Weyand vom Presserat. Da die Zeitungen aber nicht Urheber der Karikatur seien, könne man ihnen möglicherweise nichts vorwerfen. Eine Rüge des Presserats zu diesem Zeitpunkt sei auf jeden Fall ausgeschlossen.
(Beide Zitate aus der Süddeutschen Zeitung „Die anderen haben gewonnen“)

Interessanter Kommentar im Ethno:log: Kontroverse um Mohammed-Karikaturen

Montag, 30. Januar 2006

Project Censored - Unterdrückte Nachrichten 2006

"Project Censored" veröffentlicht seit ca. 30 Jahren eine Liste ausgewählter Nachrichten, die von den Mainstream-Medien in den USA trotz ihrer Relevanz unterdrückt oder ignoriert werden.
Die meisten Themen werden einzig von kleinen und eher alternativen Medienprojekten oder in der Bloggerszene aufgegriffen.

Das deutsche Gegenstück, die "Initiative Nachrichtenaufklärung" wird seine Liste am 14.Februar im Rahmen einer Pressekonferenz an der Universität Bonn der Öffentlichkeit vorstellen.

Von mehr als 1000 unterdrückten Nachrichten wurden schliesslich 25 exemplarisch ausgewählt und in einer Liste zusammengefasst. Dem Team von Project Censored gehören knapp 200 Wissenschaftler, Studenten und andere Experten an.

Die Top 25-Liste

Die Ergebnisse als Buch

Die Top-Nachricht ist Bush Administration Moves to Eliminate Open Government, ein Thema, das in ähnlicher Form auch für uns relevant sein dürfte:
Während die Regierung die Bevölkerung mehr und mehr überwacht, weigert sie sich, Berichte und Informationen zu veröffentlichen - selbst wenn Kongressmitarbeiter nachfragen. Entsprechende Gesetzesänderungen schränken die Informationspflicht der Regierung ein.

Via indymedia

Sonntag, 29. Januar 2006

... ach, darum geht es also

Zwecks Schadensbegrenzung in der "Klowand / Du bist Deutschland"-Affäre (Ursprung siehe hier, wie es weiter ging, läßt sich auch bei Jens nachlesen) gab Holger Jung, Partner des "kollerkommunizierenden" Jean-Remy von Matt, der "taz" ein Interview zur "Du bist Deutschland" Kampagne.
"Da ist etwas losgetreten"

Wirklich interessant! Im Interview gibt er offen zu, was kritischen Beobachtern ohnehin klar war: "Du bist Deutschland" ist keine "Mutmach-" sondern eine "Kommt gefälligst selber klar"-Kampagne. Alles wird gut, wenn nur jeder die Ärmel hochkrempelt und die Schuld gefälligst bei sich selber sucht.
Der muss im Zweifel sogar platter sein. Es kam doch darauf an, sich bei diesen komplexen Problemnetz, das wir in Deutschland haben, nicht in dieser Komplexität zu verlieren. Worauf wir uns konzentriert haben, ist eine Eigenart, die hierzulande derzeit ganz offensichtlich ist: Bei allen Problemen dieser Welt die Verantwortung von sich wegzuschieben und zu sagen: "Ich bin nicht schuld, das sind ja die anderen." Das findet die Intelligenzija dann zu eindimensional für ein Problem, das sicherlich hochkomplex verstrickt ist. Aber das kann eine Kampagne nicht lösen, sie muss sich auf ein Schlüsselproblem konzentrieren, das bei jedem Einzelnen liegt.
Wobei mir unangenehm auffällt, wie dieser Kommunikationsexperte zwei so verschiedene Dinge Verantwortung und Schuld vermengt. Und das findet sicher nicht nur die "Intelligenzija" für zu "eindimensional", sondern z. B. jeder, der mit einer "Ich-AG" etwas gewagt hat und dabei auf die Schnauze gefallen ist, als Frechheit!

Ähnlichkeiten mit entsprechenden Aussagen der "neo" "liberalen" Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sind bestimmt rein zufälligImage hosting by Photobucket.
Siehe Lobby Control Archiv: "Reform"initiativen

Samstag, 28. Januar 2006

Vor 20 Jahren: Space Shuttle CHALLENGER explodiert

Heute vor 20 Jahren, am 28. Januar 1986, explodierte 73 Sekunden nach dem Start die CHALLENGER, OV-099, (Mission STS-51-l). Sieben Astronauten - Richard Scobee, Michael Smith, Judith Resnik, Ellison Onizuka, Ronald McNair, Gregory Jarvis und Christa McAuliffe - kamen ums Leben.

Die Unfallursache waren poröse Dichtungen am rechten Feststoffbooster. Die NASA war offensichtlich von ihrem Grundsatz "safety first" abgewichen, denn man hatte eine Reihe von Sicherheitsvorschriften missachtet. Eigentlich hätte die CHALLENGER an diesem Januartag gar nicht starten dürfen, denn am Morgen hatte Frost in Cape Canaveral geherrscht. Aufgrund der Kälte versprödeten die Dichtungen. Durch die plötzlich durch die Triebwerkszündung einsetzende Erwärmung wurde eine der Dichtungen undicht. Durch das Leck schlugen Flammen auf den Haupttank über, der mit flüssigem Sauerstoff und Wasserstoff gefüllt war. Der Tank fing Feuer und explodierte, Trümmer des Space Shuttles verteilten sich weit über die Bucht. NASA-Taucher sammeln noch monatelang Teile der CHALLENGER aus dem Wasser. Erst im März 1986 konnte auch das Cockpit mit den sterblichen Überresten der Insassen geborgen werden.

Weitere Informationen über die CHALLENGER -> Challenger (OV-099)- Neun erfolgreiche Flüge und ein Totalverlust.

Der CHALLENGER-Unfall war weder die erste noch die größte Katastrophe in der Geschichte der Raumfahrt -> wikipedia: Katastrophen der Raumfahrt.
Dennoch zog sie eine öffentliche Diskussion nach sich, die ungleich tiefgreifender und erbitterter war, als beispielsweise nach dem Absturz des Space Shuttles COLUMBIA am 1. Februar 2003, als ebenfalls sieben Astronauten umkamen. ->Trauer um die Columbia Zwar gab es auch 2003 eine Grundsatzdiskussion zur Raumfahrtpolitik, aber im Gegensatz zu 1986 zog jedoch kaum jemand den Sinn bemannter Raumflüge ernsthaft in Zweifel, geschweige denn den Sinn der Raumfahrt an sich.

Wieso gab es nach dem CHALLENGER-Unglück derartige heftigen, zum Teil hysterische, Debatten?
Einer der Gründe war sicherlich, dass der Space Shuttle in der ersten Hälfte der 1980er Jahre schlechthin DAS „High Tech“-Symbol war. An die Raumtransporter knüpften sich viele, aus heutiger Sicht naive, Hoffnungen auf eine „Industrialisierung des Weltraums“. Auch in der Bundesrepublik Deutschland knüpften sich mancherlei Hoffnungen an das Space-Shuttle-Programm, und das in der BRD gebaute Raumlabor Spacelab. Nicht zuletzt schlug die damalige Bundesregierung politisches Kapital aus den Raumfahrerfolgen, zu denen die erste von Deutschland aus geleiteten Space-Shuttle / Spacelab Mission 1985 gehörte. (Allerdings erreichte die offizielle Raumfahrtbegeisterung in der BRD niemals auch nur annähernd das Niveau der Siggi Jähn Hysterie in der DDR nach dem ersten Raumflug eines deutschen Kosmonauten.)
Der CHALLENGER-Absturz war ein Absturz auf trügerischen technischen Erwartungen und wirkte deshalb wie ein lähmender Schock.

Es gab aber auch speziell in (West-)Deutschland noch weitere Gründe, weshalb auf „CHALLENGER“ erbitterte Grundsatzdiskussionen folgten.
Die Friedensbewegung war 1986 noch eine Massenbewegung, zu den Ostermärschen 1986 kamen buchstäblich hunderttausende Demonstranten. Die lange öffentliche Auseinandersetzung über den NATO-„Nachrüstungs“-Beschluss war noch nicht abgeschlossen, die Stationierung einer neuen Generation atomwaffenfähiger Mittelstreckenraketen und ebenfalls atomwaffenfähiger Marschflugkörper auf deutschen Boden war voll im Gange. Zugleich lief das von US-Präsidenten Ronald Reagan angeregte , milliardenschwere (und wenig später „gefloppte“) Programm einer weltraum-gestützten Raketenabwehr (SDI) an.
In der Folge dachte nicht wenige „Friedensbewegte“ beim Stichwort „Raumfahrt“ ausschließlich an „militärische Raumfahrt“, wobei sie in erster Linie nicht an Spionage- und Kommunikationssatelliten, sondern an Strahlenwaffen und im Orbit stationierte Atombomben dachten. Ich erinnere mich lebhaft an eine Diskussion, die ich am Rande einer der zahlreichen Friedens-Demos dieser Zeit an einem Info-Stand führte. Sie begann damit, dass die den Stand betreuende Frau sich ausgesprochen erfreut über das CHALLENGER-Unglück zeigte, weil damit die Weltraum-Kriegspläne der Amis wenigstens etwas verzögert würden. Meinen Einwand, er gäbe doch auch eine zivile Raumfahrt, wischte sie als „hoffnungslos naiv“ vom Tisch: das sein alles Augenwischerei und Propaganda, so etwas wie nichtkriegerische Raumfahrt gäbe es nicht, selbst die von mir vorsichtig erwähnten Wettersatelliten dienten fast ausschließlich der Kriegvorbereitung, dafür hätte sie Beweise.

Etwa zeitgleich gab es in der Umweltschutz-Bewegung und vor allem innerhalb der Partei der GRÜNEN eine Debatte um „Risikotechnologie“: ab einem bestimmten Grad an Kompexität und Kompliziertheit sei jede Technologie praktisch unbeherrschbar. CHALLENGER bot sich als „Paradebeispiel“ geradezu an.

Nur drei Monate später „überstrahlte“ allerdings der Reaktorunfall von Tschernobyl buchstäblich die Explosion der Raumfähre.

Freitag, 27. Januar 2006

Patentantrag auf Smileys

Kaum zu glauben, anscheinend aber wahr, und gut in die derzeitige "Lizenzkultur" passend: Image hosting by Photobucket

Cingular, der größte Mobil-Telefon Betreiber der USA, beantragt die Patentierung der allseits beliebten Smileys
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Der Telefonbetreiber beansprucht für sich 35 smileys und darüber hinaus das Wort "emoticon". Image hosting by Photobucket

Meldung bei theregister ->Cingular applies to patent smileys :@ via boocompany->Cingular beantragt Patentierung der Smileys (emoticons)

Da es Smileys schon mindestens seit 1961 gebräuchlich sind, ist der Patentantrag an sich absurd, denn es können normalerweise nur Dinge patentiert bzw. mit Gebrauchsmusterschutz versehen werden, die sich noch nicht im allgemeinen Gebrauch befinden.
Man könnte ebensogut z. B. das Buch patentieren. Image hosting by Photobucket

Aber wer weiß, welche Gesetzlücke die Anwälte von Cingular im ohnehin für europäische Begriffe bizarren US-Patentrecht gefunden haben.
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