Mittwoch, 25. Januar 2006

Im Wald nichts Neues

Die Meldung (hier von Umweltschutz-News) klingt vertraut:
Waldzustandsbericht 2005 vorgestellt: dem deutschen Wald geht es nicht gut

Eine seit gut 20 Jahren bekannte Tatsache wird dabei leider übersehen: Der Waldzustandsbericht sagt über den Zustand des Waldes herzlich wenig aus. Er ersteht, indem die sogenannte Kronenverlichtung der Bäume in vorgefasste Kategorien eingeteilt wird. Ein Problem dabei ist, dass Bäume aus natürlichen Gründen bis zu 70 Prozent weniger Blätter oder Nadeln in der Krone aufweisen können, ohne das der Baum wirklich krank ist. Die Belaubung bzw. Benadelung kann hauptsächlich witterungsbedingt von Jahr zu Jahr stark schwanken.
Dass der Wald kränkelt, stimmt, dass er sozusagen im Sterben liegt, stimmt nicht.

Weil sich diese Meldungen und die politischen Forderungen (mit geringfügigen Nuancen) mit jedem Waldzustandsbericht wiederholen, mag es erlaubt sein, einen langen und informativen "Zeit"-Artikel aus dem Jahr 2004 zum Thema zu verlinken:
Chronik einer Panik
Er stammt von Günter Keil, einem Forstwissenschaftler, der von von 1990 bis zu seiner Pensionierung 2002 im Bundesforschungsministerium die Waldschadens- und Waldökosystemforschung betreute.
Zum bis heute gebräuchlichen Verfahren der Waldschadenserfassung schrieb er:
Die erste bundesweite Erhebung von 1984 zeigte jedoch unerwartete Wirkung. Ihr böse aussehender Befund wirkte in der Öffentlichkeit wie ein Paukenschlag. Zu spät bemerkte die Regierung, dass dieses Verfahren nicht nur ungenau war. Viel schlimmer: Es lieferte systematisch viel zu hohe Zahlen über angebliche Schäden. Die Kritik der Wissenschaftler erwies sich als nur zu berechtigt. Aber der Versuch, nun – wie geplant – ein besseres Verfahren einzuführen, stieß auf vehemente Proteste der Umweltverbände und Medien, die darin den Versuch der Politik witterten, »den sterbenden Wald gesundzulügen«. Die Regierung kapitulierte, erhob die provisorische Blatt-Nadel-Verlust-Methode zum Regelverfahren – und entließ unliebsame kritische Forstwissenschaftler aus dem BML-Expertenkreis. Seither liefert das Ministerium Jahr für Jahr einen Bericht ab, der das stets traurige Ergebnis aller Blatt- und Nadel-Verlust-Zahlen zusammenfasste.

Dienstag, 24. Januar 2006

Vom Tierschutz und Tierrechten

Als Mann zähle ich zwar nicht zur Kernzielgruppe der ->EMMA, aber als ich folgenden Artikel in "telepolis" entdeckte ->EMMAs fleischloser Harem (schon ein paar Tage alt), da fiel mir nur ein:
"Na ja, liebe Alice Schwarzer, der Schwerpunkt Tierrechte und Frauen, das war wohl nix!" Schon gar keine gute Idee war es, sich ausgerechnet die Positionen der fanatischen Tierrechtsorganisation PETA zueigen zu machen.

Um mögliche Missverständnisse zu vermeiden: Engagement für mehr Tierschutz ist bitter notwendig. Nach wie vor bestehen (grade in der deutschen Landwirtschaft) Tierhaltungsmethoden, die jeder Moral und jedem Mitgefühl Hohn sprechen. Engagement für die Erhaltung wildlebender Tiere und ihrer Lebensräume ist auch kein sentimentales Hobby, sondern Kernbestandteil des Umweltschutzes.
PETA geht es nach eigenen Angaben nicht um Tierschutz, sondern um Tierrechte. Womit nicht etwa das "Recht" auf nicht-quälerische Haltung gemeint ist. ("Recht" in Anführung, da Tiere keine Rechtssubjekte sind. Auch wenn meine Katze gerne auf "ihre Rechte" pocht.) PETA-Sprecher verkünden eine fragwürdige Ideologie, die Menschen und Tieren gleiche Rechte zubilligt. "Es gibt keinen Grund zu glauben, dass ein menschliches Wesen besondere Rechte hat," erklärte PETA-Gründerin und Vorsitzende Ingrid Newkirk. Von ihr stammt die Aussage: "Die Menschheit ist wie ein Krebsgeschwür gewachsen. Wir sind der größte Pesthauch auf diesem Planeten." Meiner Ansicht nach zeugt das mehr von Menschenhass als von Tierliebe!

PETA machte negative Schlagzeilen mit Vergleichen zwischen den in Nazi-KZs ermordeten Juden und den in "Hühner-KZs" herangezogenen und in Schlachthäusern ermordeten Grillhähnchen. ->Zentralrat der Juden erwirkt einstweilige Verfügung gegen Peta-Kampagne

PETA will nicht nur alle Schlachthöfe, Pelztierfarmen und Tierforschungslabors schließen, Fischerei, Imkerei und Jagd verbieten, sondern auch Zoos oder Tierfilme (für die nach ihrer Ansicht Tiere ausgenutzt werden) abschaffen.
Photobucket - Video and Image Hosting

Übrigens:
Vor zwölf Jahren (1994) kam EMMA schon einmal mit dem Schwerpunktthema „Tierrechte“ heraus. Damals erhielt Alice Schwarzer dafür den „Hammer des Monats“ der Zeitschrift NATUR. Ich schrieb die Begründung, die ich hier wiedergebe.
Doch das beste war: Kurze Zeit nach Schwarzers flammenden Plädoyer für Tierrechte trat sie in Alfred Bioleks Kochshow auf und präsentierte ihr Lieblingsgericht: Hühnchen in Zitronensoße.
(Michael Mirsch, gefunden bei der "Achse des Guten": ->Guten Appetit: Emma, Peta, Alice - Teil 2 (ein Rückblick)

Nachtrag: in Teil 1 -> Guten Appetit: Emma, Peta, Alice von Tobias Kaufmann fand ich das:
Nebenbei stürzen sich die Furien von Alice Schwarzer auf die Bibel, die Schuld an allem Unglück ist. Leider ist bei EMMA keine auf die Idee gekommen, diesen saudämlichen Text (Entschuldigung, liebe Schweine) mit dem NPD-Freunde-Slogan "Odin statt Jesus" zu bebildern, aber das kommt sicher beim nächsten Mal.
Wohl kaum, denn Odin ist bekanntlich ein Mann und die germanischen Götter haben wenig Probleme mit Fleischgenuß.
(Während die bekennenden Tierfreunde und Menschenhasser Adolf Hitler und Heinrich Himmler bekanntlich Vegetarier waren.)
Die "An allem sind die pösen, pösen Christen schuld"-Haltung (unausgesprochen, aber mitgedacht: "... und Juden") schafft aber wohl tatsächlich eine fatale "Schnittmenge" zwischen "völkischen" braunen Matschbirnen und einer bestimmten Sorte Feministinnen.
(Nachtrag: der Link zum Bild funktionierte nicht mehr, habe ich repariert)

Montag, 23. Januar 2006

Mehr als Fett & Filz: vor 20 Jahren starb Joseph Beuys

"Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kraft der menschlichen Kreativität. Die einzig revolutionäre Kraft ist die Kunst."
Er ist heute meistens nur als "spinnerter Künstler", der ständig einen speckigen Hut trug, erinnerlich, als Provokateur, der unappetitliche und unverständliche Installationen, vorzugsweise aus Filz und Fett, schuf. Häufigster Kommentar, nicht nur von sog. Spießern: "Was soll denn das mit Kunst zu tun haben?"

Die ständige Überforderung von Austellern und Publikum gehörte zweifellos zum Programm des politisch engagierten Künstlers, der tatsächlich einen (mir sympatischen) Hang zur Eulenspiegelei hatte. Aber Beuys war alles andere als ein "Scharlatan": auch als traditioneller Bildhauer und Zeichner konnte er bestehen, "Meisterschüler" bei Ewald Mataré wird man nicht durch Schaumschlägerei, und Beuyst war nicht von ungefähr 10 Jahre lang Professor für Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie.
Als "normaler", "seriöser" Künstler wäre er allerdings einer von Tausenden gewesen. Joseph Beuys hatte viel zu sagen, zu Menschenrechten, zur gesellschaftlichen Mißständen, zur Abrüstung und immer wieder zu Ökologie und Naturschutz.
Dank seiner provokativen Konzeptkunst hörte man ihm auch zu. (Jedoch um den Preis, dass man ihn nicht immer ernst nahm.)

-> wikipedia:Joseph Beuys

Auf dem Höhepunkt der "Nachrüstungsdebatte" und der Friedensbewegung in der BRD um 1982 trat er auch als Politsänger mit dem Song "Sonne statt Reagan" auf. Er schaffte es sogar ins öffentlich-rechtliche Radioprogramm.

Wenig bekannt ist, dass der Naturfreund, Naturmystiker und Umweltschützer Beuys in den 50er Jahren als Assistent des bekannten Tierfilmers Heinz Sielmann an in ihrer ökologischen Botschaft und "unlehrhaften" Machart bahnbrechenden Naturdokumentarfilmen beteiligt war.

Ganz im Sinne der ökologischen Botschaft, ganz im Sinne des von ihm verkündeten Mottos "Jeder ist ein Künstler" und ganz ohne Fett, Filz und Provokation kam Joseph Beuys letzte große Aktion aus:
Unter dem Motto: "7000 Eichen - Stadt-verwaldung statt Stadt-verwaltung", türmte er auf der Dokumenta in Kassel 7000 Basaltblöcke auf, mit dem Ziel, den Berg aus riesigen Steinen nach und nach dadurch abzutragen, dass jeder, der 500 DM spendete, einen Basaltblock entfernen und dafür an anderer Stelle ein Eichenbäumchen einpflanzen dürfe, dem der jeweilige Steinblock zugesellt wird. Die Aktion überlebte ihn.

Samstag, 21. Januar 2006

Wie Afrika schön exotisch wird ...

Schon mal gewundert, wieso die üblichen Fernseh- und Illustriertenberichte über Afrika so sehr einander ähneln, was angesichts eines ganzen Kontinents mit zahlreichen höchst unterschiedliche Kulturen, Klimazonen, Staaten usw. doch verwundern müßte? Warum man beim Lesen des neuesten "Afrika-Romans" meistens das Gefühl hat, das Buch bereits zu kennen?
Wieso "Afrika-Filme" in mindesten 4 von 5 Fällen sentimental-kitschig und oberflächlich geraten?

Die Autoren all dieser Medienprodukte halten sich wahrscheinlich streng an folgenden Leitfaden:
Schreiben Sie so über Afrika!
Stöhnen ist gut: Eine Anleitung von Binyavanga Wainaina

Verwenden Sie im Titel die Worte "Afrika", "Finsternis" oder "Safari", im Untertitel können außerdem Begriffe wie "Sansibar", "Nil", "Groß", "Himmel", "Schatten", "Trommel" oder "Sonne" auftauchen. Immer hilfreich sind Wörter wie "Guerillas", "zeitlos", "ursprünglich" oder "Stamm".

Zeigen Sie niemals das Bild eines modernen Afrikaners auf dem Buchumschlag, es sei denn, er hätte den Nobelpreis gewonnen. Verwenden Sie stattdessen: eine Kalaschnikow, hervortretende Rippen, nackte Brüste. Falls Sie tatsächlich einen Afrikaner abbilden müssen, nehmen Sie einen Massai, Zulu oder Dogon.

In Ihrem Text sollten Sie Afrika als ein einziges Land behandeln. Es sollte heiß und staubig sein mit wogenden Weiden, riesigen Tierherden und großen, dürren Menschen, die Hunger leiden. Oder heiß und schwül mit sehr kleinen Menschen, die Affen essen. Verzetteln Sie sich nicht in detaillierten Beschreibungen. Afrika ist groß: 54 Länder und 900 Millionen Menschen, die viel zu sehr damit beschäftig sind, zu hungern, zu sterben, zu kämpfen und auszuwandern, als dass sie Zeit hätten, Ihr Buch zu lesen. Der Kontinent ist randvoll mit Wüsten, Regenwald, Savanne und vielem anderem, aber Ihrem Leser ist das egal, deshalb beschränken Sie sich am besten auf romantische, raunende und eher unspezifische Darstellungen.
Weiterlesen: Schreiben Sie so über Afrika!
Diese gern auch von "seriösen" Autoren und Journalisten befolgten Tipps gelten sinngemäß selbstverständlich auch für alle anderen "exotischen" Gebiete außerhalb der Metropolen, vom Amazonasbecken über Tibet und die Mongolei bis nach Grönland. (Manchmal fängt "Afrika" schon in Mecklenburg-Vorpommern an ... )

Via:Ethno_blog, dieses via rollinger

Zum Thema "exotische Klischees und wie sie in unsere Köpfe kommen" auch: Fräulein Smillas mangelndes Gespür für Fiktion

Freitag, 20. Januar 2006

Klimakatastrophe - zum Aussuchen

Die Klimaerwärmung schlägt wieder voll zu! Aus der Arktis werden Wärmerekorde gemeldet:
Auf Spitzbergen haben Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (Awi) die höchsten Januar-Temperaturen seit 15 Jahren gemessen.
->Netzzeitung:Wärmerekord in der Arktis

Anderseits herrscht in Osteuropa Rekord-Frost:
Bis zum Abend soll es mancherorts sogar bis zu 37 Grad kalt werden.
...Die Extremkälte soll noch bis Ende Januar andauern. Im Umland der nördlichen Millionenstadt St. Petersburg ordneten die Behörden bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad in den meisten Schulen kältefrei an. Selbst im relativ milden Süden Russlands sanken die Temperaturen am Ufer der Wolga auf minus 30 Grad.
->
Handelsblatt: Moskau friert bei -37 Grad


Übrigens ist der Januar bei uns bisher völlig im normalen Bereich.

Nachtrag:
Dieser Beitrag ist eine Ergänzung zu:
Von der Abschaffung des schönen Wetters

Faszinierend auch immer wieder die Kommentare, die praktisch jedes Wettereignis - egal, ob es besonders warm oder kalt, trocken oder nass ist - mit der Klimaerwärmung in Verbindung bringen. Denn kurzfristige und regionale "Ausreißer", wobei kurzfristig durchaus "mehrere Jahre" bedeuten kann, gab und gibt es immer wieder.
Nur langjährige Vergleiche von Klimadaten aus aller Welt erlauben Aussagen darüber, ob es tatsächlich wärmer wird.

Hierzu ->Metoswiss: Extreme Warmwinter
Normal ist nur der stete Wechsel
Zunächst ist festzuhalten, dass der vermeintlich "normale" Zustand nicht existiert. Normal bedeutet das Mittel der sich folgenden Episoden mit kälteren und wärmeren, schneereicheren und schneeärmeren Winter. Das Klima pendelt also um den sogenannten "Normalzustand", welcher jedoch eine rein statistische Konstruktion, aber keinesfalls eine Konstante der Natur ist. Wir erleben das Norm-Klima in Form der einzelnen Abweichungen. Und gerade das Winterklima wird von der Natur seit jeher mit besonderer Virtuosität variiert.
Wie das Wetter gerade an verschiedenen Orten in aller Welt aussieht, kann man dank Internet jederzeit nachsehen, z. B. hier
->: Wetteronline Da finden sich, bei hinreichend langer Suche, bestimmt allerlei "alarmierende" Wetterereignisse.

Donnerstag, 19. Januar 2006

Bärige Taktik der Bärenmütter

Bärenmütter haben ein ernstes Problem: Männliche Braunbären töten oft die Kinder von Bärinnen, die sich mit Rivalen gepaart haben. Zweck dieses offensichtlich instinktiven Infantizides: Durch den Verlust der Jungen werden Bärinnen früher paarungsbereit, der männliche Bär hat somit bessere Chancen, seine Gene zu verbreiten. Weswegen Bärinnen mit Jungen extrem agressiv sind.
(Das ist übrigens auch der Grund, weshalb man, sollte man auf einer Wanderung einem "süßen kleinen Teddy" begegnen, schleunigst und demonstrativ "unbärsich" lautstark das Weite suchen sollte. Denn die Bärenmutter ist nicht weit weg, über 200 kg schwer (das meiste davon Muskeln) und meint es tötlich ernst. Praktisch alle ernsthaften Unfälle mit Bären ergeben sich aus dieser Situation!)

Wie der österreichische Forscher Andreas Zedrosser bei einer Studie in Skandinavien herausfand, haben Bärenmütter eine wirksame Strategie, um ihren Nachwuchs zu retten: Häufig wechselnden Geschlechtsverkehr.
Der Biologe entdeckte, dass sich Bärinnen in Populationen mit besonders häufigen Infantiziden mit möglichst vielen Bären paarten. Hat die Bärin dann Junge, glauben später alle, sie seien der Vater und lassen die Bärchen in Ruhe.
Interessantes Detail: die Studie legt nahe, dass Bärinnen ihren Eisprung kontrollieren können - damit kann sie sich trotz ihrer zahlreichen Sex-Partner denjenigen Bärenmann aussuchen, der ihrer Ansicht nach die besten Erbanlagen hat, etwa das schönste Fell oder den kräftigsten Körperbau.

Quelle: bild der wissenschaft, Heft 2, 2006

bild der wissenschaft

Willkommen auf meiner Klowand!

Wem das rätselhaft vorkommt - siehe folgende Weblogs Klowände:

Jean-Remy von Matt ist beleidigt
Jean Remy von Matt zum Gesinnungstest
Das wäre Deutschland
Dies ist eine Klowand
Du bist eine Klowand
Jean-Remy von Matt kollerkommuniziert
... und viele, viele mehr!

MM

Dienstag, 17. Januar 2006

"DIE"

Aus offensichtlich gegebenem Anlass:

Simon Wiesenthal, der letztes Jahr verstorbene Gründer und Leiter des "Dokumentationsarchivs des Bundes jüdischer Verfolgter des Naziregimes", besser bekannt als "der Nazijäger", sagte einmal sinngemäß: "Ich vermeide es, von den Deutschen zu reden, weil ich nie wieder hören will: die Juden."

Verallgemeinern ist immer ungerecht gegen dem Einzelnen und dem Einzelfall, aber oft nicht zu vermeinden und meistens harmlos. Wenn Vorurteile hinzu kommen und diese Vorurteile nicht mehr hinterfragt werden, hört die Harmlosigkeit auf. Wenn auch noch Feindbilder hinzukommen, ist es brandgefährlich, von "den" Deutschen, Franzosen, Amerikanern, Russen, Irakern, Iraner, Chinesen, Juden, Moslems, Christen, Buddhisten, Heiden, Atheisten, Kommunisten, Sozialisten, Liberalen, Neo-Liberalen, Anarchisten, Konservativen, Neo-Konservativen, Nationalisten zu reden. Da wird die geistige Schublade schneller, als es einem lieb und bewußt wird, zum geistigem Kerker.
Selbst der Ausspruch "die Nazis" ist problematisch - auch wenn ich ihn oft verwende. Nicht, weil es irgend einen Nazi gäbe, dessen Einstellung mir auch nur entfernt sympathisch wäre. Sondern weil jeder Nazi ein anderer Nazi ist.

Ich bin weder gegen Vorurteile noch gegen vorschnelle Urteile gefeit. Auch nicht gegenüber Feministinnen.

Zu Simon Wiesenthal:
Gerechtigkeit, nicht Rache auf hagalil.com

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