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    <title>MMsSenf (&quot;Freiraum ist der Raum zwischen den Stühlen&quot;) : Rubrik:Kulturelles</title>
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    <description>&quot;Freiraum ist der Raum zwischen den Stühlen&quot;</description>
    <dc:publisher>MMarheinecke</dc:publisher>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:date>2012-01-07T16:26:44Z</dc:date>
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    <title>MMsSenf</title>
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  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/55773638/">
    <title>That&apos;s The Bag I&apos;m In</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/55773638/</link>
    <description>Das neueste Video von &quot;Thee Pounders&quot; (nur echt mit zwei &quot;ee&quot;). &quot;Live on boat&quot; auffer Elbe - und statt &quot;Musikdampfer&quot; *) Musikbarkasse (hat sowieso mehr Stil). &lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/TCT69tW13Sw?version=3&amp;hl=de_DE&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/TCT69tW13Sw?version=3&amp;hl=de_DE&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anlass, aus dem ich das &quot;Thee Pounders Video&quot; poste: The Sonics &amp; Thee Pounders live @ Markthalle (heute Abend, ist leider schon ausverkauft).  Support für &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/The_Sonics&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;The Sonics&lt;/a&gt;, die (mutmaßlich) erste Punk-Band, ist ja nicht irgend etwas ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*) &quot;Musikdampfer&quot;: a) Kreuzfahrtschiff - die meisten von denen haben heutzutage so viel Stil wie ein Viehtransporter und so viel Eleganz wie ein Parkhaus.&lt;br /&gt;
b) Ausflugsschiff, vor allem die kitschige, z. B. als &quot;Mississippidampfer&quot; aufgebrezelte, Variante.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-12-06T23:53:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/38786262/">
    <title>Zum Thema &quot;Piraten&quot;</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/38786262/</link>
    <description>Grade noch geschafft: heute ist &lt;a href=&quot;http://www.talklikeapirate.com/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Talk like a pirat day&quot;&lt;/a&gt;. Also los: 
&lt;blockquote&gt;»Für die Piratenpartei Deutschland ist es natürlich ein ganz besonderer Erfolg, in das erste Landesparlament einzuziehen. Es verleiht Glaubwürdigkeit und bietet die Chance zu beweisen, dass Piraten nicht nur Idealisten sind, sondern auch in der Lage tatsächlich etwas zu bewirken und die Politik in Deutschland nachhaltig zu verändern. Wir haben nun den Beweis angetreten, dass wir wählbar sind, dass eine Stimme für die Piraten nicht &quot;verschenkt ist&quot;. Wir scheitern nicht mehr an der Fünf-Prozent-Hürde und haben damit erwiesenermaßen klargemacht zum Entern!«&lt;/blockquote&gt; (von Sebastian Nerz und &lt;a href=&quot;http://web.piratenpartei.de/Pressemitteilung/herzlichen-gl%C3%BCckwunsch-berlin&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gibt es, außer müden Kalauern (wie meinem) Gemeinsamkeiten zwischen Piraten und &quot;Piraten&quot;? Eher nicht! &quot;Pirat&quot; wurde, als Begriff mit negativer Konnotation (&quot;Seeräuber&quot;, &quot;Gesetzloser&quot;) benutzt, um Wirtschaftsdelikten, die bei Licht besehen, von wenigen gewerbsmäßig betriebenen Ausnahmen abgesehen, allenfalls Bagatellstraften sind, das Odium des Schwerkriminellen anzudichten: &quot;Softwarepiraten&quot;. (Analog zur unfreiwillig komischen, aber trotzdem manchmal nervigen Kampagne &quot;Raubkopierer sind Verbrecher&quot;.)&lt;br /&gt;
Wer entschieden Reformen des Urheberrechts angesichts der durch Digitalisierung und das Internet gegenüber der Vor-Digital-Zeit völlig veränderten Produktions- und Vertriebswegen forderte, vielleicht sogar z. B. zu fordern wagte, das Filesharing von Privatkopien zu legalisieren, wurde als Vertreter der &quot;kriminellen Raubkopierer&quot; hingestellt, eben als &quot;Pirat&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was die Vertreter der &quot;alten Medien&quot;, vor allem der Musikindustrie, übersahen: &quot;Piraten&quot; stammt vom griechischen &#960;&#949;&#953;&#961;&#8118;&#957; (peiran), was &quot;nehmen&quot; bedeutet - die Einschränkung auf &quot;illegales Wegnehmen&quot; und schließlich &quot;Seeraub&quot; stammt von Menschen, die keine Griechen waren und diese grundsätzlich für Räuber, Wegelagerer und Betrüger hielten. (Nein, ich rede nicht von der &quot;Zeitung&quot; mit den vier großen Buchstaben, sondern von altrömischen Politikern.)&lt;br /&gt;
Man kann auch nehmen, was einem rechtmäßig zusteht. Zum Beispiel kann man von einem legal erworbenen Dokument (egal, ob Schriftstück, Musikstück oder Video) eine Kopie zur privaten Nutzung machen.&lt;br /&gt;
Jene, die scharfe Kritiker des bestehenden Urheberrechts und vor allem des Verwertungsrechts &quot;Piraten&quot; nannten, vergaßen außerdem, dass &quot;Pirat&quot; eine &lt;a href=&quot;http://martinm.twoday.net/stories/2455471/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;sozialromantische Konnotation&lt;/a&gt; hat. Daher wurde der Begriff sehr schnell von den so Angesprochenen als ironisierende Selbstbezeichnung aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Zeichnung hier heißt &quot;Piratin&quot;:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/11369442&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/20/94/42/11369442.f74242eb.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;356&quot; alt=&quot;Piratin&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einem Lied der &lt;a href=&quot;http://www.singvoegel.com&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;Singvøgel&lt;/a&gt;, zu hören auf dem Album &lt;a href=&quot;http://www.singvoegel.com/index.php/cds-der-singvoegel-bestellen/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Für Zeiten wie diese&quot;&lt;/a&gt;, geschrieben und gesungen von &lt;a href=&quot;http://www.singvoegel.com/index.php/karan/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Karan&lt;/a&gt; - die übrigens tatsächlich &quot;Piratin&quot; ist.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-09-19T19:05:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/38754287/">
    <title>Probleme des Raumschiff-Designs in der Science Fiction</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/38754287/</link>
    <description>Vor gut 30 Jahren erschien in &quot;Perry Rhodan&quot; eine &lt;a href=&quot;http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Risszeichnungen&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Risszeichung&lt;/a&gt;, die grundsätzlich zeigt, welche Problemen Science Fiction-Schaffenden haben, wenn es darum geht, die Technik einer fernen Zukunft zu schildern, zu zeichnen oder zu filmen: die Zeichnung &quot;Abfangjäger der neuen &apos;Redhorse&apos;-Baureihe&quot;,  gezeichnet von Jürgen Rudig, 1981, erstmals veröffentlicht in PR Band 1059 &quot;Fels der Einsamkeit&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf seinem &lt;a href=&quot;http://www.phuturama.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt; &quot;Phuturama&quot;&lt;/a&gt; interviewt Gregor Sedlag (selbst ein begnadeter Risszeichner) Jürgen Rudig: &lt;a href=&quot;http://www.phuturama.de/?p=1304#more-1304&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Alles nur ein Spaß?  30 Jahre Redhorse-Jäger&lt;/a&gt;. (Wo dann auch diese legendäre Zeichnung zu sehen ist.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normalerweise sind Risszeichnungen futuristischer Technik in Perry Rhodan so etwas wie Extras - nett anzusehen, manchmal interessant, aber selten bis nie hauptsächlicher Kaufgrund oder Leseanreiz. Und selten bis nie Anlass für Diskussionen unter den Lesern.&lt;br /&gt;
Die RZ des &quot;Redhorse-Jägers&quot; führte hingegen zu sehr kontroversen Reaktionen der Leser. Viele bemängelten die Freihandzeichung (&quot;Fliegender Schrotthaufen&quot;), andere waren entzückt. Es war das erste Mal, dass die Fans sich dermaßen in Begeisterung oder totaler Ablehnung über eine Risszeichnung ausließen.&lt;br /&gt;
(Wie sah meine Reaktion damals aus? &lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/11290430&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;So!&lt;/a&gt; Ich gehörte also zu jenen, die Jürgen Rudigs Zeichung inspirierend fanden. Wenn auch das Ergebnis bei  mir eher dürftig war.)
&lt;blockquote&gt;Ich war immer der Meinung, Raumschiffe  und die Typen, die sie fliegen  sehen in zweitausend Jahren ganz anders aus als für uns vorstellbar. Raumschiff Orion mit seiner ganz eigenen Ästhetik imponierte mir z. B. viel mehr als der ganze Star Wars-Kram.&lt;/blockquote&gt;
Ich kann da Jürgen Rudig nur zustimmen. Sein &quot;Raumjäger&quot; lässt deutlich werden: so, wie wir uns das heute vorstellen, werden die Raumschiffe der fernen Zukunft (wenn es sie einmal geben sollte) garantiert &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; aussehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Technik, die sozusagen in &quot;Sichtweite&quot; ist, also die nahe Zukunft betrifft, sieht das Design-Problem für SF-Schaffende grundsätzlich anders aus. Hier kann der Aspekt &quot;technische Glaubwürdigkeit&quot; sehr wichtig sein, und zwar nicht nur in der &quot;harten&quot;, naturwissenschaftlich-technisch orientierten SF, sondern auch bei SF, bei der eher soziale oder politische Fragen im Vordergrund stehen. Typische Fragen wären: Sind die hinter dem geschilderten oder gezeichneten Gerät stehenden Prinzipien glaubwürdig? Wäre es sinnvoll, so etwas wirklich zu bauen, bzw. kann dem Leser / Betrachter der Sinn so eines Gerätes plausibel gemacht werden? Ist das Design benutzerfreundlich?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber muss sich jemand, der ein überlichtschnelles Raumschiff entwirft, keine Gedanken machen. Schon deshalb, weil nach dem derzeitigen Stand der Physik so etwas schlicht unmöglich ist. Fast wie in der Fantasy hat der &quot;Raumschiff-Designer&quot; freies Feld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das die allerwenigsten SF-Schaffenden wirklich nutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Star Wars&quot; ist ein klassisches Beispiel, wie unsere der bekannten Technik verhafteteten Sehgewohnheiten das Design bestimmen. Es gibt einfach keinen Grund, weshalb ein altes, etwas vergammeltes Raumschiff auf die gleiche Weise verwittert sein sollte, wie ein vergammelter alter LKW - außer, dass wir an alte, vergammelte LKW gewohnt sind. Also sehen Raumjäger &quot;irgendwie&quot; wie Jagdflugzeuge, Raumschlachtschiffe &quot;irgendwie&quot; wie schwimmende Kriegsschiffe, Antigrav-Gleiter wie fliegende Autos usw. aus. Ich will nicht sagen, dass das Design bei &quot;Star Wars&quot; schlecht oder langweilig wäre - aber es ist ziemlich konventionell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Technik zugleich glaubwürdig &lt;i&gt;und&lt;/i&gt; &quot;ungewohnt&quot; sein kann, zeigte etwas später der erste &quot;Alien&quot;-Film - ohnehin ein Meilenstein der &quot;Gebrauchskunst&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Design von &quot;Orion&quot; ist nicht nur wegen des kreativen Einsatzes von Alltagsgegenständen (Bügeleisen, Wasserhähne usw.) bemerkenswert, sondern, weil es mit einfachen Mitteln eine exotische Anmutung schuf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Star Trek&quot; ist verglichen damit eher bieder - was für das Design aller ST-Serien gilt. Zum Teil ist das allerdings dem überzeugenden Ansatz Gene Roddenberrs geschuldet, technische Geräte von der Funktion her zu sehen, und nicht umgekehrt (wie es oft bei Perry Rhodan der Fall ist), vom (utopischen) technischen Prinzip das Aussehen ableiten zu wollen. Wie Roddenberry es selbst ausdrückte, käme kein Polizist in einem Fernsehkrimi auf die Idee, lang und breit die Funktionsweise seiner Dienstpistole zu schildern. Man kann mit dem Ding jemanden erschießen, und damit fertig! Das ist das Geheimnis, wieso viele der in der originalen Star Trek Serie der 60er Jahre gezeigten Gerätschaften später realisierten Geräten mit der entsprechenden Funktion so ähnlich sehen. (Z. B. Tablet-Computer) - die Funktion für den Benutzer gibt das Design vor, nicht das (mögliche) technische Prinzip&lt;br /&gt;
Trotz einer gewissen Biederkeit gelang &quot;Star Trek&quot; ein Meilenstein im SF-Design: das originale Raumschiff &quot;USS Enterprise, NCC 1701&quot; (kein A, B, C, oder D).&lt;br /&gt;
Gene Roddenberry stellte ganz klare Bedingungen an den Entwurf: er wollte auf keinen Fall irgendwelchen Leitwerksflossen, Düsen oder Lufteinlässe sehen. Kein &quot;Raketenschiff&quot;, keine &quot;fliegende Untertasse&quot;.&lt;br /&gt;
Und so entstand ein Raumschiff, das zugleich exotisch wie &quot;glaubwürdig&quot; anmutet. &lt;br /&gt;
Dem gegenüber war die Pseudo-Stromlinenform der &quot;The Next Generation&quot; Enterprise NCC 1701-D ein deutlicher Rückschritt.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-08-24T09:47:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/34642590/">
    <title>Sloop &quot;John B.&quot; - über einen Evergreen mit nautischem Hintergrund</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/34642590/</link>
    <description>In der Version der Beach Boys wurde &lt;a href=&quot;http://youtu.be/fdov2UIjUpY&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Sloop John B.&quot;&lt;/a&gt; zum Millionenseller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum ersten Mal wunderte ich mich als Sechsklässler, der mühsam englische Songtexte zu verstehen versuchte, über die Diskrepanz zwischen der heiter-beschwingten Melodie und dem gar nicht so heiteren Text. &lt;br /&gt;
Erst später erfuhr ich, dass &quot;Sloop John B.&quot; bzw. &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/The_John_B._Sails&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;The John B. Sails&quot;&lt;/a&gt; ein traditioneller Folksong ist, genauer gesagt ein Shanty, oder noch genauer ein &quot;Forebitter&quot;, also kein Arbeitslied der Seeleute im engeren Sinne, sondern ein Lied, das in der Freizeit gesungen wurde. Wie viele Shanties ist auch &quot;Sloop John B.&quot; ein Spottlied, in dem die einfachen Teerjacken ihren Frust ´raus ließen.&lt;br /&gt;
Anders als bei den meisten anderen Shanties lassen sich Ort und Zeit, in der das Lied entstanden, einigermaßen gut eingrenzen. Der Text deutet auf die Bahamas, die Melodie auf den &quot;westindischen&quot;  Raum - Antillen, Bahamas, Bermudas, Küste des Golfs von Mexiko.&lt;br /&gt;
&quot;John B. Sails&quot; wird als Folksong bezeichnet und erschien in einem Artikel von  Richard Le Gallienne in der Dezemberausgabe 1916 von Harper&apos;s Magazine. Eine um eine Strophe gekürzte Fassung zitierte Gallienne in seinem 1917 erschienen Roman &quot;Pieces of Eight&quot;. Das Lied soll zu dieser Zeit um Nassau, der Hauptstadt der Bahamas, äußerst populär gewesen sein.&lt;br /&gt;
Das Wrack eines kleinen Schiffs namens &quot;John B.&quot; liegt vor Governor&apos;s Harbour auf einem Korallenriff der Insel Eleuthera, einer der Bahamas. &quot;John B.&quot; bezieht sich auf John Bethel, einen der ersten Siedler auf Eleuthera. Gesunken ist die &quot;John B.&quot; wahrscheinlich 1906, also etwa später als in der &quot;Wikipedia&quot; angegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übrigens waren die Beach Boys nicht die ersten, die mit diesem Titel erfolgreich waren. Hier eine Version von Blind Blake Higgs, im damals populären Calypso-Stil (1952) und mit abweichendem Text: &lt;a href=&quot;http://youtu.be/Kk7I_KWkswQ&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;John B. Sails&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
Und schließlich eine Interpretation, die vielleicht einen Eindruck vermittelt, wie der Song in einer Hafenkneipe in Nassau auf den Bahamas zu fortgeschrittener Stunde geklungen haben mag:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://youtu.be/rYnBQqwsriw&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Joseph Spence: Sloop John B.&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ist eine &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Sloop&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Sloop&lt;/a&gt;?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst einmal ein großes Boot, das gerudert oder gesegelt werden kann. Im Deutschen Schaluppe, Schlup oder Slup, auf englisch seit dem 18. Jahrhundert auch shallop genannt.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/11101153&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/19/11/53/11101153.32582f05.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;409&quot; alt=&quot;Schaluppe&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann der von diesem Boot abgeleitete Takelungstyp, mit einem Hochtakelungs-, Gaffel- oder (wie bei der Schaluppe oben) einem Spritsegel als Großsegel und einem einzelnen Stagsegel als Fock, im Deutschen &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Slup&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Slup&lt;/a&gt; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem ein einmastiger Schnellsegler ab der Mitte des 17. Jahrhunderts, der auf Deutsch auch Slup, Schlup oder Schaluppe genannt wird:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/11219280&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/19/92/80/11219280.0f910a31.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;350&quot; alt=&quot;Schaluppe / Sloop (18. Jahrhundert)&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesen Schiffstyp gibt es, in abgewandelter Form, bis heute:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.am-wind-ev.de/10.html&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;Slup &quot;Adelante&quot;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und um die Verwirrung komplett zu machen, konnte im Sprachgebrauch der Royal Navy eine &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Sloop&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Sloop&lt;/a&gt; unter Umständen sogar ein &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Sloop-of-war&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;voll getakelter Dreimaster&lt;/a&gt; sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem Text des Liedes wird aber schnell klar, dass nur eine &quot;Sloop&quot; im Sinne eines kleinen Schiffs mit einem Mast gemeint sein kann. Die historische &quot;John B.&quot; war angeblich ein Schwammtaucher-Boot, was erklären könnte, wieso sich ihr Skipper dicht an die gefährlichen Riffe heranwagte.

&lt;blockquote&gt;
1. We come on the Sloop &lt;br /&gt;
&quot;John B.&quot;,&lt;br /&gt;
my grandfather and me,&lt;br /&gt;
´round Nassau Town we did&lt;br /&gt;
roam,&lt;br /&gt;
drinking all night,&lt;br /&gt;
we got int&apos; a fight,&lt;br /&gt;
I feel so breakup,&lt;br /&gt;
I wanna go home! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Corus:&lt;br /&gt;
So hoist up the &quot;John B.&apos;s&quot;&lt;br /&gt;
sails,&lt;br /&gt;
see how the mainsail sets,&lt;br /&gt;
send for the captain aboard. &lt;br /&gt;
So let me go home,&lt;br /&gt;
let me go home.&lt;br /&gt;
I feel so breakup,&lt;br /&gt;
I wanna go home!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. The first mate, oh he got drunk,&lt;br /&gt;
broke up the captain&apos;s trunk, &lt;i&gt;(alternative: the people&apos;s trunk)&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
constable had to come and&lt;br /&gt;
take him away.&lt;br /&gt;
Sheriff Johnsstone please,&lt;br /&gt;
leave me alone -&lt;br /&gt;
I feel so breakup,&lt;br /&gt;
I wanna go home!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. The poor cook, oh he got fits,&lt;br /&gt;
ate up all oft the grits,&lt;br /&gt;
then he took an threw away&lt;br /&gt;
all of his corn.&lt;br /&gt;
Sheriff Jonsstone please,&lt;br /&gt;
leave me alone -&lt;br /&gt;
this is the worst trip,&lt;br /&gt;
I&apos;ve ever been on.&lt;/blockquote&gt;

Hier meine Übersetzung - ohne Versmaß und Reim:
&lt;blockquote&gt;
Wir kamen mit der Sloop &quot;John B.&quot;,&lt;br /&gt;
mein Großvater und ich. &lt;i&gt;&quot;Grandfather&quot; kann im seemännischen Jargon auch &quot;Decksältester&quot; bedeuten - ein erfahrener Matrose als Vorarbeiter&lt;/i&gt;, &lt;br /&gt;
In der Nähe der Stadt Nassau&lt;br /&gt;
trieben wir uns herum.&lt;br /&gt;
Wir tranken den ganzen Abend&lt;br /&gt;
und gerieten in einen Kampf.&lt;br /&gt;
Ich fühl&apos; mich kaputt,&lt;br /&gt;
ich will nach Hause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Refrain:&lt;br /&gt;
So setzt die Segel der &quot;John B.&quot;,&lt;br /&gt;
seht wie das Großsegel steht,&lt;br /&gt;
Ruf den Käpt&apos;n an Bord &lt;i&gt;(An Deck? Es ist wenig plausibel, dass auf einem Schiff schon die Segel gesetzt wurden, wenn der &quot;Alte&quot; noch an Land war. Aber &quot;Deck&quot; hätte sich nicht gereimt.)&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
So las mich nach Hause gehen, lass mich nach Hause gehen,&lt;br /&gt;
ich will nach Hause.&lt;br /&gt;
Ich fühl&apos; mich kaputt&lt;br /&gt;
Ich will nach Hause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Maat betrank sich,&lt;br /&gt;
und brach den Laderaum / das Schapp des Käpt&apos;ns auf. &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;(Der Kapitän verwaltete einen verschlossenen Laderaum, das sog. Zollschapp, in der unverzollte Sprituosen gelagert wurden, die außerhalb der Hohheitsgewässer an die Mannschaft verkauft wurden. Alternativ wäre auch denkbar, dass er dem Käpt&apos;n den Brustkorb eindrückte. Aber dann hätte die John. B. schwerlich Segel setzen können. People&apos; s trunk ist das Mannschaftsschapp, also ein gemeinsam genutzter, abschließbarer Schrank oder Laderaum.&lt;/i&gt;)&lt;br /&gt;
Die Polizei musste kommen und ihn mitzunehmen.&lt;br /&gt;
Sheriff Johnsstone, bitte lass mich in Ruhe,&lt;br /&gt;
Ich fühle mich so kaputt, lass mich nach Hause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der arme Koch, oh, der drehte durch,&lt;br /&gt;
und aß alle Grütze auf,&lt;br /&gt;
dann nahm er den ganzen Mais und warf ihn weg,&lt;br /&gt;
Sheriff Johnston, bitte lass mich in Ruhe,&lt;br /&gt;
Das ist die schlimmste Reise, auf der ich je war.
&lt;blockquote&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;/blockquote&gt;</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-08-13T22:10:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/34638209/">
    <title>Sieben Gedankensplitter über die Hochkultur</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/34638209/</link>
    <description>Es ist schon eine Weile her, dass Georg Diez auf SPON &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,775812,00.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Sieben Wahrheiten über die Hochkultur&lt;/a&gt; zum Besten gab, unter anderem als Antwort auf einen meines Erachtens sehr lesenswerten Artikel der &quot;Zeit&quot;: &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/2011/28/Hochkultur&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Hoch die Hochkultur!&lt;/a&gt; von Jens Jessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenziell bin ich eher bei Jessen als bei Diez, obwohl ich Diez  manchmal recht geben muss. Jedenfalls auf den ersten Blick.&lt;br /&gt;
Wie es manchmal so geht, wenn ich keine schnelle Antwort geben kann, dauerte es Wochen, bis mir Diez &quot;Sieben Wahrheiten über die Hochkultur wieder in den Sinn kamen. Was allerdings nicht weiter schlimm ist, denn das Thema ist nicht tagesaktuell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1. Es ist in Deutschland leider üblich, von &quot;Kultur&quot; zu sprechen, wenn eigentlich &quot;Kunst&quot; gemeint ist. Das macht es so schwierig, über &quot;Hochkultur&quot; zu reden.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Zur Kultur gehören außer den (&quot;schönen&quot;) Künsten (bildende Künste, Musik, Dichtung usw.) bekanntlich auch Wissensschaft, Technik, Recht, Moral, Religion, Wirtschaft und manches mehr - im weitesten Sinne: alles, was Menschen schaffen. &lt;i&gt;(Die für Deutschland früher so typische Unterscheidung zwischen &quot;Kultur&quot; und &quot;Zivilisation&quot; halte ich für überflüssig. Fast immer sind &quot;Kultur&quot; und &quot;Zivilisation&quot; Synonyme und die Ausnahmen sind fachsprachlich - z. B. wenn in der Archäologie von der &quot;Hallstadt-Kultur&quot; die Rede ist.)&lt;/i&gt;  &lt;br /&gt;
Enger gefasst umfasst &quot;Kultur&quot; außer Kunst vor allem die Bildung.&lt;br /&gt;
Während es ziemlich müßig wäre, über die Kriterien zu debattieren, welche eine &quot;Hochkunst&quot; ausmachen, erscheint mir eine Debatte über &quot;höhere Bildung&quot; ziemlich sinnvoll zu sein.&lt;br /&gt;
Ich verstehe unter &quot;höherer Bildung&quot; nicht einfach die Bildung, die man an einer Hochschule erwirbt - schon, weil die meisten Studiengänge eher auf die Berufsausbildung gerichtet sind. Ich verstehe darunter vielmehr jene Bildung, die über die &quot;Grundbildung&quot; (tatsächlich das, was man in der Grundschule - hoffentlich - lernt) und die &quot;Berufsbildung&quot; (oder besser: Ausbildung) hinaus geht. Jene Bildung, die es einem ermöglicht, über den Horizont der eigenen &quot;Alltagskultur&quot; heraus zu sehen, etwa fachübergreifende Zusammenhänge zu erkennen oder fremde Kulturen zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;2. Diez hat recht, Hochkultur &lt;i&gt;ist&lt;/i&gt; ein Konstrukt. Trotzdem ist es sinnvoll, von Hochkultur zu reden.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Hochkultur ist, so sehe ich es, eine Kultur, die einen hohen Anspruch an sich selbst stellt. In der Kunst kann das der Anspruch des Künstlers sein, ein herausragendes Werk zu schaffen, etwa einen inhaltlich anspruchsvollen Roman, der noch in 100 Jahren gelesen und allgemein geschätzt werden wird. In der Bildung kann es der Anspruch einer Hochschule sein, nicht nur &quot;Durchlauferhitzer für Karrieren&quot; sein zu wollen. &quot;Hochkultur&quot; gibt es auch im Alltag: Man kann sehr gebildet, aber höchst unkultiviert sein. Es ist sogar möglich, die Etikette und sämtliche ungeschriebenen Gesetze des &quot;guten Benehmens&quot; perfekt zu beherrschen - und trotzdem ein unkultivierter Klotz zu sein. Die Mindestvorraussetzung, um einen  Menschen  kultiviert (bzw. zivilisiert) zu nennen, ist, dass dieser Mensch rücksichtsvoll ist und überlegt handelt. Kommt ein waches, aufrichtiges Interesse und Verständnis für das Denken und Handeln der Mitmenschen, eine &quot;höhere Bildung&quot; im oben genannten Sinne und etwas, was ich mit einem leicht altmodischen, aber treffenden Begriff &quot;Herzenbildung&quot; nenne, hinzu, dann könnte man von einem &quot;hochkultivierten&quot; bzw. &quot;hochzivilisierten&quot; Menschen reden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;3. Wenn auch der Begriff &quot;Hochkultur&quot; nicht fragwürdig ist, müssen in der Tat die Kriterien, was zur Hochkultur gehört, und was &quot;schnöde&quot; Alltags-, Gebrauchs- oder Popkultur ist, hinterfragt werden.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Sie müssen, denke ich, sogar immer wieder immer aufs Neue, hinterfragt werden. Mag sein, dass es einige &quot;ewig gültige&quot; Werke und Bildungsinhalte gibt. Aber die &quot;Klassische Musik&quot; von heute war zum ganz überwiegenden Teil, als sie komponiert wurde, &quot;schnöde&quot; &quot;Gebrauchsmusik&quot;. Meiner Ansicht nach gehört ein solides Grundwissen über Evolutionsbiologie zum notwendigen Kanon einer modernen höheren Bildung - was im 19. Jahrhundert nicht der Fall gewesen wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;4. Ältere Werke und Bildungsinhalte werden eher zur Kanon der Hochkultur gezählt als neue. Das liegt nicht allein daran, dass so die &quot;Hüter der Hochkultur&quot; konservativ wären.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Es gibt so etwas wie einen &quot;Test der Zeit&quot;. Besonders deutlich wird das in der Musik: Wenn ein bestimmtes Lied über Jahre hinweg beliebt bleibt, ein &quot;Evergreen&quot; ist, und es vielleicht sogar über kulturelle Grenzen hinweg beliebt bleibt, dann ist es ein &quot;Klassiker&quot;, gehört es zum &quot;kulturellen Erbe den Menschheit&quot;, auch wenn es ursprünglich nur eine beim Rühreibraten dahingesummte Melodie war. Ob ein neues Werk, oder eine neue wissenschaftliche Erkenntnis, oder eine neue Unterrichtsform usw. das Zeug zu einem &quot;Klassiker&quot; hat, das kann alleine die Zeit erweisen.&lt;br /&gt;
Qualität setzt sich nicht automatisch durch, ist aber sehr hilfreich, um dem Vergessen zu entgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;5. Hochkultur ist Kapitalismuskritik&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Da gebe ich Dietz recht. Aber das Hochkultur Kapitalismuskritik ist, ist auch gut so. Es ist, denke ich, bitter notwendig, bei kostspieligen &quot;Events&quot; auch nach dem inhaltlichen Niveau zu fragen. Wo dann in der Tat die überkommenen Einrichtungen der &quot;Hochkultur&quot;, angefangen beim städtischen Theater oder dem örtlichen Kammerchor - aber auch, auf der mehr popkulturellen Ebene, z. B. kleine, aber gut etablierte Live-Musikclubs, die  Vergleichsmaßstäbe liefern.&lt;br /&gt;
Es ist auch notwendig, &quot;Eliteuniversitäten&quot; darauf abzuklopfen, ob sie mehr können, als &quot;hocheffiziente&quot; Fachidioten heranzuziehen - der Kanon der &quot;höheren Bildung&quot; gibt den Vergleichsmaßstab.&lt;br /&gt;
Dietz behautet einfach Unsinn, wenn er meint, mit den Hochkulturbegriff würden wesentliche Teile der Kultur des 20. Jahrhunderts auf den Müll geworfen werden, weil Hollywood und die Beatles ja zum Beispiel keine Subventionen erhalten haben.&lt;br /&gt;
Wenn z. B. moderne Kunst, die sich &quot;am Markt&quot; nicht durchsetzt, subventioniert wird, führt das nicht automatisch dazu, dass diese Kunst in den Kanon der &quot;Hochkultur&quot; aufgenommen wird. Das ist ja gar nicht Sinn der Subvention, sondern eine nicht allein auf &quot;Marktkonformität&quot; gebürstete Kunst möglich zu machen. &lt;br /&gt;
Umgekehrt kann auch Kunst, die sich gut verkauft, hohen kulturellen Wert besitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;6. Hochkultur ist korrupt&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Da hat Diez leider recht, allerdings anders, als er meint. Wenn, um bei Diezens Beispiel zu bleiben, der Münchner Intendanten Dieter Dorn nach seinem Abtreten hoch gelobt wird und über jede Kritik erhaben scheint, so liegt das an dem Ruf, den er sich im Laufe der Jahre, wenn auch wohl nicht mit jeder Inszenierung, erarbeitet hat. Sein Prestige ist mittlerweile so groß, dass Schwächen einfach nicht mehr gesehen werden.&lt;br /&gt;
Der Literaturkanon etwa wird regelmäßig durch den Prestigewert korrumpiert. Thomas Mann z. B. genießt einen hohen so Prestigewert, dass über seine unübersehbaren stilistischen Schwächen kaum geredet wird.  &lt;br /&gt;
Und der schlechte Prestigewert der Naturwissenschaften verhindert, dass sie dergestalt in den &quot;höheren Bildungskanon&quot; aufgenommen werden, wie es meiner Ansicht nach erforderlich wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;7. Es ist wahr, dass es letztlich ist es nur ein winziger Teil der Bevölkerung ist, der von der Kultursubventionierung profitiert.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Es stimmt auch, dass diese &quot;kulturelle Elite&quot; zum beträchtlichen Teil zum eher wohlhabenden Teil der Gesellschaft gehört.&lt;br /&gt;
Aber das ist kein Grund, alle Kultursubventionen zu streichen. (Zur Erinnerung: auch die Bildung gehört zur Kultur!) &lt;br /&gt;
Gäbe es diese Subventionen nicht, wären Plätze in der Oper (das typische, gern genommen Beispiel) für &quot;arme Schlucker&quot; wie mich völlig unfinanzierbar. Nur wenige Museen sind in der Lage, sich allein aus Eintrittsgeldern und Stiftungen (auch eine Form der Subventionierung - wenn auch eine privat finanzierte) zu erhalten. Gäbe es nur noch private Universitäten, womöglich sogar ohne Stipendien für begabte, aber arme, Studenten (auch eine Form der Subvention!), dann wäre &quot;höhere Bildung&quot; Privileg einer kleinen wohlhabenden bis reichen Elite.&lt;br /&gt;
Reden kann man gerne darüber, was und wie gefördert wird. Aber das gefördert werden sollte, steht für mich nicht zur Debatte.&lt;br /&gt;
Übrigens: Manchmal sind gute Rahmenbedingen viel mehr Wert als bares Geld!</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-08-11T17:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/29743816/">
    <title>&quot;Cyber-&quot;: Versuch einer kleinen Geschichte eines halben Reizwortes</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/29743816/</link>
    <description>Mein Artikel &lt;a href=&quot;http://martinm.twoday.net/stories/29741133/&quot;&gt;Cyber-... äh, Attrappe&quot;&lt;/a&gt; machte mich neugierig: wie kommt es eigentlich, dass der Präfix &quot;Cyber-&quot; eine so starke und mit vielen Ängsten besetzte Reizwirkung hat? Schließlich ist die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Kybernetik&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Kybernetik&lt;/a&gt;, von der sich &quot;Cyber-&quot; ableitet, eine wichtige und vielseitige, aber außer unter Fachleuten wenig beachtete Wissenschaft. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, in jüngerer Zeit Schlagzeilen z. B. über Rückkopplungen, Selbstorganisation oder &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Volition_%28Management%29&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Volition&lt;/a&gt; gelesen zu haben. Die Kybernetik ist  bei vielen &quot;aufregenden&quot; und schlagzeilenträchtigen Themen entscheidend wichtig, wie dem (scheinbar) &quot;anarchischen&quot; Internet, &quot;sozialen Netzwerken&quot; und den Folgen, den Bedingungen, unter denen Empörung zur Revolution wird, den Ursachen und Folgen von Wirtschaftskrisen und immer wieder den Fragen der Ökologie, als Paradebeispiel einer &quot;kybernetischer Wissenschaft&quot;. Kybernetik ist unentbehrlich um die moderne Welt auch nur annähernd zu verstehen, aber trotzdem ein publizistisches Mauerblümchen, was daran liegt, dass sie sehr abstrakt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz anders die mit &quot;Cyber-&quot; beginnenden Reizworte wie Cyberspace, Cyborg, Cyberwar, Cyberkriminalität, Cyberterrorismus usw.. Dabei fällt auf, dass alle diese Begriffe, wenn auch manchmal indirekt, &quot;was mit Computern&quot; zu tun haben. &lt;br /&gt;
Im großen und Ganzen lässt sich sagen: &quot;Cyber-irgendwas&quot; bezieht sich fast immer auf Dinge aus einem &lt;i&gt;Anwendungsbereich&lt;/i&gt; der Kybernetik, der Informatik, und beschränkt sich innerhalb der Informatik auf wenige Gebiete, wie z. B. Robotik, Künstliche Intelligenz, &quot;virtuelle Realität&quot;, Mensch-Maschine-Schnittstellen bis hin zur &quot;Verschmelzung&quot; von Mensch und Computer.&lt;br /&gt;
Oder anders gesagt: auf jene Gebiete, die oft in der Science Fiction thematisiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich versuche eine kleine, unvollständige, Chronologie, wie sich der Begriff &quot;Cyber-&quot; entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1947&lt;/b&gt; &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Wiener&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Norbert Wiener&lt;/a&gt; prägt dem Begriff &quot;Cybernetics&quot;, abgeleitet vom griechischen kybernétes für &quot;Steuermann&quot;, bald schon eingedeutscht als &quot;Kybernetik&quot;. Wiener versteht darunter die die Wissenschaft von der Steuerung und Regelung von Maschinen, lebenden Organismen und sozialen Organisationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;19461953&lt;/b&gt; Die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Macy-Konferenzen&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Macy-Konferenzen zur Kybernetik&lt;/a&gt;, zehn interdisziplinäre Konferenzen mit dem Ziel, die Grundlagen für eine allgemeine Wissenschaft der Funktionsweise des menschlichen Geistes zu schaffen. Sie werden in der Fachöffentlichkeit viel beachtet, der Begriff &quot;Cybernetics&quot; bürgert sich im englischen Sprachraum ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1950&lt;/b&gt; Die bahnbrechenden Arbeiten &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/John_von_Neumann#Arbeiten_zum_Computer&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;John von Neumanns&lt;/a&gt; zur Architektur von Computern werden auch außerhalb der Fachkreise viel beachtet, als Erkenntnisse der neuen Wissenschaft Kybernetik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1956&lt;/b&gt; &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/John_McCarthy&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;John McCarthy&lt;/a&gt; prägt den Begriff &quot;artificial intelligence (&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;&quot;künstliche Intelligenz&quot;&lt;/a&gt;) als &quot;griffige&quot; Beschreibung der Themen der Dartmouth Conference für den Förderantrag bei der Rockefeller-Foundation. Dieses Schlagwort weckt sofort breites öffentliches Interesse und die Erwartung, dass es &quot;sehr bald&quot; denkende Computer und Roboter geben wird. Da die beteiligten Wissenschaftler allesamt &quot;Kybernetiker&quot; sind (sozusagen als gemeinsamer Nenner ihrer Fachgebiete), und die Forschung zur künstlichen Intelligenz eindeutig ein Gebiet der Kybernetik ist, wird der Begriff &quot;Cybernetics&quot; von nur an regelmäßig im Zusammenhang mit &quot;denkenden Maschinen&quot;, &quot;Elektronengehirnen&quot; usw. verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Seit Ende der 50er-Jahre&lt;/b&gt; Journalisten und Science Fiction-Autoren (z. B. der polnische Autor &lt;a href=&quot;http://www.stanislaw-lem.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Stanislaw Lem&lt;/a&gt;), benutzen &quot;Kybernetik&quot; als Synonym für &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Robotik&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Robotik&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1960&lt;/b&gt; Manfred Clynes und Nathan S. Kline prägen den Begriff &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Cyborg&quot;&gt;Cyborg&lt;/a&gt;   (&quot;&lt;b&gt;Cyb&lt;/b&gt;ernetic &lt;b&gt;org&lt;/b&gt;anism&quot;).&lt;br /&gt;
In ihrem  gemeinsamen Aufsatz &lt;a href=&quot;http://www.scribd.com/doc/2962194/Cyborgs-and-Space-Clynes-Kline&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Cyborg and Space&lt;/a&gt; schlagen sie vor, den Menschen mit technischen Mitteln an die Umweltbedingungen des Weltraums anzupassen, als Alternative zur künstlichen erdähnlichen Bedingungen an Bord von Raumschiffen. Mittels biochemischer, physiologischer und elektronischer Modifikationen sollen Menschen als &quot;selbstregulierende Mensch-Maschinen-Systeme&quot; im Weltraum überlebensfähig werden.&lt;br /&gt;
Obwohl das Konzept der Mensch-Maschinen-Hybriden schon lange vorher Thema der Science Fiction war, und bereits an &quot;intelligenten Prothesen&quot; bzw. künstlichen Organen geforscht wurde, setzt sich der griffige Begriff &quot;Cyborg&quot;, wahrscheinlich befeuert durch das rege öffentliche Interesse an der Raumfahrt in den 60er-Jahren, schnell durch. Dabei wird er allerdings begrifflich unscharf (der &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Cyborg#Problematik_des_Begriffs&quot;&gt;Wikipedia-Artikel&lt;/a&gt; gibt einen kleinen Eindruck davon).   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Mitte der 60er-Jahre&lt;/b&gt; Ein Indiz, wie weit &quot;Cyber-irgendwas&quot;-Begriffe schon im englischen Sprachgebrauch verbreitet sind, ist der Titel einer Folge der beliebten Fernsehserie &quot;The Avangers&quot; &lt;a href=&quot;http://www.imdb.com/title/tt0516899/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;The Cybernauts&lt;/a&gt;. Die  &quot;Cxbernauts&quot; sind menschenähnliche Killer-Roboter. (In der deutschen Fassung &quot;Mit Schirm, Charme und Melone&quot; heißt die Folge schlicht &lt;a href=&quot;http://www.cinefacts.de/tv/44508/03/mit_schirm_charme_und_melone_season_4/die_roboter/folgendetail.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Die Roboter&quot;&lt;/a&gt;.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Zweite Hälfte der 60er-Jahre&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Eine Zeit lang wird im deutschen Sprachraum &quot;Kybernetik&quot; oft synonym zu Informatik bzw. Computerwissenschaft gebraucht. Je mehr Computer zum Alltag gehören, desto mehr schwindet dieser Sprachgebrauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1970&lt;/b&gt; Die Control Data Corporation bringt den ersten Großrechner der &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/CDC_Cyber&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;CDC Cyber&lt;/a&gt;-Familie auf den Markt. Die &quot;Cybers&quot; galten lange als die leistungsfähigsten &quot;Supercomputer&quot; der Welt. Die entsprechende Medienaufmerksamkeit trägt dazu bei, das Präfix &quot;Cyber-&quot; populär zu machen und eng mit der Vorstellung von Hochleistungscomputern zu verbinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;um 1980&lt;/b&gt; Es bildet sich ein neues Subgenre der Science Fiction heraus, der &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Cyberpunk&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Cyberpunk&lt;/a&gt;. Der ursprüngliche &quot;Cyberpunk&quot; ist eine dystopische (&quot;negativ-utopische) Richtung der SF und geht im wesentlichen von zwei Fragen aus:&lt;ol&gt;  
&lt;li&gt;Was wäre wenn der Staat (die Staaten) von großen Konzernen kontrolliert würden, die die staatliche Monopol-Macht für ihre Zwecke instrumentalisieren (&quot;Konzernherrschaft&quot;, &quot;staatsmonopolistischer Kapitalismus&quot;)?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Was wäre wenn praktisch die gesamte Kommunikation und alle ökonomischen Transaktionen in einem weltweiten, nicht hierachischen Datennetz ablaufen würden?&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;
Im Laufe der Jahre werden nicht nur typische Themen des Cyberpunks wie Nanotechnologie, Gentechnik und virtuelle Realität, bzw. Konzernmacht, Manipulation der Massen und Subkultur der Hacker Teil der Mainstream-Literatur, sondern auch die reale Welt gleicht mehr und mehr einer typischen Cyberpunk-Dystopie der 80er Jahre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1982:&lt;/b&gt; Der Cyberpunk-Autor William Gibson prägt in seiner Kurzgeschichte &quot;Burning Chrome&quot; den Begriff &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Cyberspace&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Cyberspace&lt;/a&gt;. &quot;Cyberspace&quot; umschreibt eine Verbindung aus weltweitem Computernetz (vergleichbar mit dem Internet) mit virtueller Realität. Anstelle wie heute mit einem Browser auf die Seiten des WorldWideWeb zuzugreifen, greift der User im Cyberspace über eine neuronale Schnittstelle (quasi einen &quot;Computeranschluss an das Gehirn&quot;) auf die &quot;Matrix&quot; zu. Eine &lt;br /&gt;
konsensuelle Halluzination eines computergenerierten grafischen Raums macht es dem Cyberspace-User möglich, sich intuitiv im Datennetz zu orientieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1984&lt;/b&gt; James Cameron dreht mit eher bescheidenem Buget den Film &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Terminator_%28Film%29&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Terminator&lt;/a&gt;. Der sehr erfolgreiche Actionfilm verbindet die SF-Themen Zeitreise, &quot;Machtübernahme&quot; durch intelligente Maschinen und Cyborg.  &lt;br /&gt;
Er thematisiert die Ängste vor unkontrollierbar werdenden Computersystemen und prägt nebenbei deutlich die populäre Vorstellung von einem &quot;Cyborg&quot; (außen Schwarzenegger, innen Metall).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1987&lt;/b&gt; Der Film &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/RoboCop&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Robocop&lt;/a&gt; popularisiert Elemente des Cyberpunks und das Konzept des Cyborgs als von einem menschlichen Gehirn gesteuertem Roboter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1991&lt;/b&gt; Das &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/World_Wide_Web&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;World Wide Web&lt;/a&gt; wird weltweit zur allgemeinen Benutzung freigegeben. Schnell erkennen Fachpublizisten die Ähnlichkeit mit dem Konzept des &quot;Cyberspace&quot;, obwohl von einer &quot;virtuellen Realität&quot; im Zusammenhang mit dem WWW noch keine Rede sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;90er-Jahre&lt;/b&gt; In der Umgangssprache wird Ausdruck Cyberspace oft als Synonym für das Internet oder, spezieller, das WWW verwendet. Wortprägungen wie &quot;Cybernaut&quot; (im Sinne eines &quot;Astronauten im Cyberspace&quot;), &quot;Cybermobbing&quot;, &quot;Cyberverbrechen&quot;,&quot;Cyberkultur&quot;, &quot;Cyber-Attacke&quot; usw. folgen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1991&lt;/b&gt; der US-Sicherheitsexperte Winn Schwartau prägt den Begriff &quot;electronic Pearl Harbor&quot; - eines Überraschungssangriffs z. B. mit DDos oder Viren auf die Kommunikationsnetze der USA und ihrer Verbündeten. In diesem Zusammenhang werden später die Begriffe &quot;cyberwar&quot; und &quot;cyberterrorism&quot; geprägt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1992&lt;/b&gt; Das Pentagon prägt in der Direktive TS-3600.1 den Begriff des &quot;Information Warfare&quot;, des &quot;Informationskrieges&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1993&lt;/b&gt; veröffentlichte der einflussreiche Publizist &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/John_Arquilla&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt; John Arquilla&lt;/a&gt; seinen ersten Artikel (von zahlreichen) über &quot;Cyberwar&quot;. Er arbeitet für RAND, eine Pentagon-nahe Denkfabrik.  Später berät er Donald Rumsfeld (Verteidigungsminister unter Präsident George W. Bush). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1997&lt;/b&gt; Der Begriff &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Cybercop&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Cybercop&lt;/a&gt; für einen im &quot;Cyberspace&quot; (gemeint ist das Internet) agierenden Polizisten wird im U.S. &quot;Report to the President&apos;s Commission on Critical Infrastructure Protection&quot; verwendet. Spätestens damit erreicht der Präfix &quot;Cyber-&quot; die offizielle politische Sphäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;2001&lt;/b&gt; Ein viel diskutierter Artikel auf &quot;telepolis&quot; &lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tp/artikel/7/7103/1.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Selbstkontrolle statt Cyberpolizei und Filter?&lt;/a&gt; bürgert den (ursprünglich kritisch gemeinten) Begriff &quot;Cyberpolizei&quot; ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;ab 2002&lt;/b&gt; Im Zuge des nach den Attentaten des 11. September 2011 ausgerufenen &quot;War on Terror&quot; gewinnt der Begriff &lt;a href=&quot;http://www.golem.de/specials/cyberwar/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Cyberwar&lt;/a&gt;, der über die zwischen Staaten und Unternehmen üblichen und längst auch mit Mitteln des Computerzeitalters geführten Spionage-Spionageabwehr-Kleinkriegs hinaus geht, an Boden. Das Schreckgespenst einer z. B. durch DDos-Angriffe lahmgelegten Infrastruktur wird vor allem von Beratern der Regierung Bush jr. an die Wand gemalt. Die Rede ist von einem drohenden &quot;electronic 9/11&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;2008&lt;/b&gt; Krieg zwischen Russland und Georgien. Angeblich wird er auch mit Mitteln des &quot;Cyberwar&quot; ausgefochten. Dazu die taz: &lt;a href=&quot;http://www.taz.de/1/netz/artikel/1/das-phantom-des-cyberwar/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Das Phantom des Cyberwar&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;2000er Jahre&lt;/b&gt; Die (jugendliche?) Subkultur der &quot;Cyber&quot; (und der &quot;Cybergoths&quot;) mit einer dem &quot;Cyberpunk&quot; entlehnten Ästhetik bildet sich heraus, stark beeinflusst vom Stil der ursprünglich aus Japan stammenden &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Visual_Kei&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Visual Kei&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;(Später bildet sich eine entsprechende und keineswegs auf junge Menschen beschränkte Steampunk-Szene heraus. Ein bekannter Ausspruch: &quot;Cyberpunks sind Goths, die außer schwarz Neonfarben für sich entdeckten, Steampunks Goths, die außer schwarz sepia und braun für sich entdeckten.&quot;)&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;2010&lt;/b&gt; Das &lt;a href=&quot;http://www.airforcetimes.com/news/2010/05/military_cyber_command_052110/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Cyber Command&lt;/a&gt; der US-Streitkräfte wird offiziell in Dienst gestellt. Schon seit einigen Jahren gilt in den USA die Doktrin der &quot;Network Centric Warfare&quot;. Kernbestandteile sind die Informationshoheit sowie die informationelle Vernetzung von Soldaten. Unter diese Doktrin fallen auch traditionelle Konzepte wie die psychologische Kriegsführung sowie die Störung von Radar- und Funksignalen. Zu den Aufgaben des &quot;Cyber Command&quot; sollen auch offensive &quot;Cyberattacken&quot; gehören. Der &quot;Cyberwar&quot; wird zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;2011&lt;/b&gt; Das deutsche &quot;Cyber-Abwehrzentrum&quot; wird eröffnet -  die &lt;a href=&quot;http://martinm.twoday.net/stories/29741133/&quot;&gt;Cyber ... äh, Attrappe&lt;/a&gt;.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-06-19T16:32:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/14874648/">
    <title>&quot;Die Wirklichkeit ist kohlenschwarz und diesig&quot;</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/14874648/</link>
    <description>Mit diesen Worten beschreibt Horst Eckert, besser bekannt als &quot;Janosch&quot; seine Kindheit:&lt;blockquote&gt;Die Wirklichkeit ist kohlenschwarz und diesig, sie riecht nach verfaultem Holz, nach altem Kraut.&lt;/blockquote&gt;
Eine harte Kindheit hatte er im oberschlesischen Kohlerevier, und zu allem Überfluss lehrte der Jesuitenpater, der ihn ab dem siebten Lebensjahr unterrichtet, Ehrfurcht und erzählt viel vom Fegefeuer. Kein Wunder eigentlich, dass der kleine Horst sich einen Farbkasten wünscht, mit dem er die dunkle, dumpfe, matte Welt, die ihn umgibt, will er übermalen. &lt;blockquote&gt;Katholisch geboren zu sein, ist der größte Unfall meines Lebens.&lt;/blockquote&gt; meint er, obwohl seine Eltern nicht besonders religiös waren. Seine Lehrer, seine ganze Umgebung, war es umso mehr.
&lt;blockquote&gt;Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person&lt;/blockquote&gt; sagt er im Rückblick, und ich denke, man kann den Kinderbuchautor nicht wirklich verstehen, wenn man das nicht weiß. &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Janosch-und-die-Welt-wie-sie-sein-koennte-id14237511.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Porträt: Von der Welt, wie sie sein könnte&lt;/a&gt; (Augsburger Allgemeine)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Janosch gehört zu denen, die finden, dass die Wirklichkeit stark überschätzt wird. Früher hätte ich diesen Standpunkt nicht geteilt, inzwischen finde ich ihn sehr vernünftig. Die &quot;Tigerente&quot; findet er heute kitschig und kann sie &lt;a href=&quot;http://www.rp-online.de/kultur/mehr_kultur/Janosch-kann-die-Tigerente-nicht-ausstehen_aid_726289.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;nicht ausstehen&lt;/a&gt;. Er bezeichnet sie sogar als &lt;a href=&quot;http://www.ln-online.de/artikel/2771560&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Scheiß Tigerente&quot;&lt;/a&gt;. Diesen Fluch habe ich gelegentlich auch auf den Lippen, aber ich vermute, dass ich &lt;a  target=&quot;_blank&quot;&gt;etwas anderes&lt;/a&gt; damit meine. Jedenfalls meistens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &quot;Grundstimmung&quot; seines Lebens ist die Auflehnung gegen alles, was in seinen Augen Macht ausübt, Kirche, Staat, Vorgesetzte, Banken, Anwälte, alles. Ich kann das zwar sehr gut, verdammt gut, verstehen, aber um diese anarchistische, rebellische Haltung auch mit 80 (er hatte am 11. März Geburtstag) noch durchzuhalten, sie zu leben, dazu muss sie ganz tief verwurzelt  sein.&lt;br /&gt;
Sehr gut verstehen kann ich, wieso Janosch ein scharfen Kirchenkritiker, vor allem der katholische Kirche, ist. Er sitzt im Beirat der &lt;a href=&quot;http://www.giordano-bruno-stiftung.de/Stiftung/janosch.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Giordano-Bruno-Stiftung&lt;/a&gt;, für die er kirchenkritische Karikaturen zeichnete. Er nennt sich einen frommen Ketzer und lehnt gottes&lt;i&gt;fürchtige&lt;/i&gt; Religiosität entschieden ab. &lt;a href=&quot;http://hpd.de/node/2170&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;2007 bezeichnete Edmund Stoiber&lt;/a&gt;, zu diesem Zeitpunkt noch amtierender bayrischer Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender, Janosch aufgrund der Zeichnung &quot;Die Taufe&quot; sowie seiner GBS-Mitgliedschaft als &quot;falschen Propheten&quot;, der &lt;br /&gt;
keinen Zugang zu unseren Kinderzimmern erlangen&quot; dürfe. &lt;i&gt;In meinen zutiefst heidnischen Augen ist das ein Kompliment. Obwohl ich kein Atheist und nur mit Einschränkung Naturalist bin, und mich nicht als Feind des Christentums verstehe (es ist einfach nicht meine Baustelle), sympathisiere ich mit der &lt;/i&gt;&lt;a href=&quot;de.wikipedia.org/wiki/Giordano_Bruno_Stiftung&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;GBS&lt;/a&gt;.&lt;i&gt;Es tut auch der &quot;Kirche im Dorf&quot;, den engagierten Christen an der Basis, meiner Ansicht nicht gut, wenn &quot;die Kirche&quot; eng mit dem Staat und wichtigen Medien verfilzt Macht ist. Aber genug abgeschweift ...&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Es gibt  noch drei andere Kinderbuchautoren, die ich, auch als Erwachsener, ähnlich schätze wie Janosch: Astrid Lindgren, Tomi Ungerer und Max Kruse. (Wobei ich Janosch und Ungerer erst kennen und schätzen lernte, als ich kein Kind mehr war. Janosch&apos; &quot;Die Geschichte von Valek dem Pferd&quot; erschien schon 1960, es liegt also nicht an meinem Jahrgang.) Es ist kein Zufall, dass Janosch mit ihnen eng befreundet ist bzw. war. &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;(Der vierte &quot;Kinderbuchautor&quot;, den ich nennen könnte, ist eigentlich ein &quot;Erwachsenenautor&quot;, der sich des Genres Kinder- und Jugendbuch bediente, und seine Weltanschauung - besser: Welt-Anschauung - war zwar ähnlich tief und menschenfreundlich, aber anders: Michael Ende. Ein geistig sehr &quot;erwachsener&quot;, d. h reifer Mensch - man muss innerlich reif sein, um in Worten, die auch ein Kind versteht, tiefsinnige Gedanken zu vermitteln. Was er dann wieder mit den vier anderen Autoren gemein hat.)&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Dass auch Janosch ein &quot;tiefer&quot; Denker ist, das wurde mir erst richtig klar, als ich dem Töchterchen eines Freundes (sie war damals gerade vier) aus &quot;Oh, wie schön ist Panama&quot; immer und immer wieder vorlesen musste. Nur ist das bei Kindern dieses Alters nicht ungewöhnlich, aber irgendwie &quot;hatte&quot; die Geschichte etwas, eine Erkenntnis, die so wichtig ist, dass sie nicht oft genug ausgesprochen werden kann: die Erkenntnis, dass so etwas wie das Glück niemals woanders als in sich selbst gefunden werden kann. &lt;br /&gt;
(Für die, die die Geschichte nicht kennen sollten: Tiger und Bär finden eine Kiste mit der Aufschrift &quot;Panama&quot;. Sie stellen sich Panama als Paradies vor und machen sich auf den Weg. Am Ende der Reise kommen sie, ohne es zu merken, genau dort an, wo sie aufgebrochen sind. Von außen betrachtet hat sich nichts verändert, und doch sind die zwei nun glücklich  weil sie glauben, in Panama zu sein.) Den, wie er sagt, wichtigsten Satz seines Lebens brachte man ihm in seiner Zeit als Schmied und Schlosser bei: &quot;Es gibt nichts, was nicht geht!&quot; Vielleicht hätte er nie Hammer und Zange erfolgreich gegen Zeichenfeder und Schreibmaschine getauscht, wenn er diesen Satz nicht sehr verinnerlicht hätte. &lt;i&gt;(Noch ein kleiner Einschub: als Schriftsteller reich zu werden, ist in etwa so wahrscheinlich wie ein Lottohauptgewinn. Die meisten Menschen haben keine realistische Vorstellung davon, in welcher finanziellen Situation sich die meisten Schreiber befinden (wie auch die meisten Musiker, die meisten Maler und Graphiker, die meisten Bildhauer, kurz: die meisten Künstler, &quot;Kulturschaffenden&quot;). Ihnen sei dieser Artikel der taz dringend empfohlen:&lt;/i&gt; &lt;a href=&quot;http://www.taz.de/1/leben/buch/artikel/1/hungernde-poeten/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Bestsellerautor mit 845 Euro netto - Hungernde Poeten&quot;&lt;/a&gt;. &lt;i&gt;Auch Janosch wurde, bei allem Erfolg, nicht wirklich reich. Warum Künstler trotzdem weitermachen? Weil ihnen an ihrer Kunst liegt. Finanziell gesehen in einer von der Verwertungslogik bestimmten Welt eine äußerst ungünstige Verhandlungsposition.&lt;/i&gt;)&lt;br /&gt;
Vor einiger Zeit schrieb ich über das Thema: &quot;Kitsch&quot;. Janosch Bilderbücher sind nicht kitschig. Wieso sie es nicht sind, erkannte Jan Chaberny, der Autor des Artikels der &quot;Augsburger Allgemeinen&quot; sehr gut:
&lt;blockquote&gt;Dass sie das nicht ist, liegt daran, dass Janosch seine Geschichten mit Sarkasmus und mit Humor erzählt. Dass er keine heile Welt schafft, dass er anarchische Wünsche wie Versuchsballons aufsteigen lässt. Seine Helden wollen wahlweise Obst klauen, Schwarzfahren oder gleich zum Mond fliegen.&lt;/blockquote&gt;
Janosch&apos; Geschichten erzählen häufig von einer Umkehrung, von einer Verkehrung der Machtverhältnisse. Dass scheint mir typisch für gute Kinderbuchautoren zu sein. Nicht nur Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf stellt die Verhältnisse auf den Kopf, das schafft sogar der niedliche blonde Knirps namens Emil (bzw. Michel) - auch wenn das weniger offensichtlich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einige Janosch-Fans, die halten seine Werk für unpolitisch und finden das angenehm. Zwar bin auch ich der Ansicht, dass Kinder mit Propaganda und Agitation in Ruhe gelassen sollten, aber ein völlig politikfreies Kinderzimmer ist ein fragwürdiges Ideal. In dem Sinne, dass er keine Propagandaschriften schreibt, nicht Partei für eine politische Partei ergreift und nicht agitiert (außer gegen gottes&lt;i&gt;fürchtige&lt;/i&gt; Religion und die katholische Kirche) mag das Urteil &quot;unpolitisch&quot; zutreffen. Spätestens seit der Sache mit Edmund Stoiber ist seine Werk Politikum, und außerdem ist jedes Buch, jedes Bild, in dem er sich für Freundschaft, Treue und Freiheit und gegen jede Form von Macht und Gewalt einsetzt, politisch. Damit sind die meisten seiner Werke politische Werke. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinderbuchautoren wie Janosch, Kruse, Lindgren, Ungerer, Ende und einige mehr, die es auch verdient hätten, die ich aber nicht oder zu wenig kenne, sind enorm wichtig, weil sie ideale vermitteln - die nicht immer die Ideale der erziehenden Erwachsenen und niemals die Ideale der Untertanenmacher sind. Sie werden von &quot;weißen&quot; und &quot;schwarzen&quot; Kindern (natürlich sich allen Menschen, und damit alles Kinder, braun, nur in unterschiedlicher Helligkeit und Farbsättigung) geliebt, egal. ob sie in Deutschland, Schweden, der Türkei oder Kroatien leben (Lindgren ist auch über den europäischen Raum hinaus berühmt, den anderen Autoren wäre es zu wünschen.)</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-03-13T19:34:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/14644408/">
    <title>Kreativitätskiller: Angst vor Kitsch</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/14644408/</link>
    <description>Es gibt viele Dinge, die die Schaffenskraft hemmen, und die Angst, etwas falsch zu machen, kann sie sogar völlig töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst einmal gibt es einen &quot;Gegenspieler&quot; der künstlerischen Kreativität - es gibt noch eine andere, und zwar Kreativität im Sinne von Problemlösungskompetenz - der &quot;innere Kritiker&quot;. Gegenspieler, nicht etwa Feind!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angst vor Kitsch ist nicht ganz dasselbe wie das typische Tätigkeitsfeld des inneren Kritikers, der Perfektionismus, das Streben nach hohem künstlerischen Niveau. Ein Künstler, der zu früh zufrieden ist, unterfordert sich, nur wer nie ganz zufrieden ist, kann meiner Ansicht mehr als Mittelmaß schaffen.&lt;br /&gt;
Ist man allerdings sehr perfektionistisch veranlagt, und stellt   immer höhere Ansprüche an sich selbst, kann auch das Streben, möglichst vollkommen zu sein, die Schaffenskraft ruinieren. &quot;Perfekt&quot; ist eine höchst subjektive Wertung, und Perfektion, Vollendung, Vollkommenheit nicht mehr ist ein Ideal, dem man sich allenfalls annähern kann, das aber letzten Endes unerreichbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Angst davor, Kitsch zu schaffen, wirken &quot;innere Zensor&quot; und von außen an den Künstler herangetragenen Ansprüche zusammen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie ich &lt;a href=&quot;http://martinm.twoday.net/stories/4883701/&quot;&gt;früher schon einmal schrieb&lt;/a&gt; ist &quot;Kitsch&quot; einer der schwammigsten Begriffe der deutschen Sprache, und der Kitschvorwurf ein geradezu klassisches Totschlagargument gegen Kunst, die man aus irgendeinem Grunde für minderwertig hält. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich halte es mit einer älteren Definition, und halte Kitsch für falsch:&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;falsch im Ort (etwa: Erzeugnisse der Musikindustrie werden als Volksmusik ausgegeben)&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;falsch in der Zeit (etwa: besungen wird eine heile Welt, die es nicht gibt und nie gab)&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;falsch im Material (etwa: Verwendung von Klischees statt echter Gefühle - oder wörtlich genommen: Plastik oder bemalte Pappe, die so tun, als wären sie Holz.)&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;
Adornos Definition, der Kitsch sei etwas &quot;dümmlich Tröstendes&quot;, beziehe ich in meinen Kitschbegriff ein, obwohl Adorno vieles als &quot;kitschig&quot; ablehnte, was ich niemals so nennen würde.  &lt;br /&gt;
&quot;Kitsch&quot; ist für mich weitgehend gleichbedeutend mit Verlogenheit,  Unaufrichtigkeit gegenüber dem Leser / Hörer / Betrachter. &lt;br /&gt;
Kitschig ist daher auch das Immergleiche, das Vorhersehbare, nach &quot;Schema F&quot;-gestrickte. Auch behagliche Langeweile ist für mich Kitsch (da kommt Adorno durch), das Streben, nur ja niemanden zu verstören, seine Quelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://martinm.twoday.net/stories/14634872/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Neulich&lt;/a&gt; lobte ich einen Roman, der angeblich der &quot;kitschigste Seeroman aller Zeiten&quot; sein soll: &quot;Seefahrt ist Not&quot; von Gorch Fock. Abgesehen davon, dass die Auswahl an verlogenen, dümmlichen und formelhaften Seeromanen so groß ist, dass sich schwerlich einer als &quot;der kitschigste aller Zeiten&quot; herausstellen ließe, ist die Frage, ob &quot;Seefahrt ist Not&quot; wirklich besonders kitschig ist. &lt;br /&gt;
Ich stelle die Frage so: Was ist an diesem Roman verlogen? Aus heutiger Sicht sicherlich Gorch Focks Nationalismus. Wer heute so schreiben würde, dem würde ich ohne zu zögern vorwerfen, er wäre unaufrichtig - im besten Fall Wunschdenken, im schlechtesten Fall lügenhafte Propaganda. Ich bin mir nicht sicher, ob das schon für Gorch Fock in der Zeit galt, als er &quot;Seefahrt ist Not&quot; schrieb. Nicht bestreiten will ich, dass der Mann später übelste Kriegspropaganda verzapft hat - aus Überzeugung, aber dennoch verlogen. Eine Lüge, an die man selbst glaubt, ist trotzdem nicht die Wahrheit. &quot;Seefahrt ist Not&quot; ist hingegen in der Alltagsschilderung realistisch, die Handlung grundsätzlich  glaubwürdig. Solche Leute wie Klaus Mewe gab es ja wirklich, allenfalls ist sein Charakter überzeichnet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wahrscheinlich ist der Kitschvorwurf an &quot;Seefahrt ist Not&quot; ein Geschmacksurteil, das mit einem moralischen Urteil gekoppelt ist, und sozusagen absolut gesetzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil dieses Urteil &quot;das ist Kitsch&quot; aber mit einer moralischen Abwertung verbunden ist, mindestens mit der, unaufrichtig zu sein, ist es auch so gefürchtet. Jedenfalls dann, wenn es von einer Autorität - egal, ob es ein angesehener Literaturkritiker, ein angesehener Schriftsteller oder auch nur ein schlichter Literaturwissenschaftler -  ausgesprochen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Felix Krull&quot; schrieb in seinem satirischen &quot;Ratgeber&quot; &quot;Literatur für Hochstapler&quot;: &lt;blockquote&gt;Wenn nach dem Freudschen Mißverständnis das Böse immer auch das Wahre ist, dann darf es eben in der Literatur nichts Gutes geben, und auch nichts &lt;i&gt;Schönes&lt;/i&gt;. Literatur tut immer so, als müsste sie all das Schlechte für diese Welt für sich reklamieren. So darf es nie ein &lt;i&gt;happy end&lt;/i&gt; geben. Kein stilles Glück; keine &lt;i&gt;normalen&lt;/i&gt; Menschen, die glücklich verheiratet sind und eigentlich ganz zufrieden sind, und vielleicht sogar einen einen Beruf ausüben, der ihnen auch noch Spaß macht.&lt;/blockquote&gt;  Auf die Frage, ob nicht eventuell doch die erfreuliche Nähe zu einem wirklich zauberhaften Menschen &lt;i&gt;auch&lt;/i&gt; mal Thema eines literarischen Werkes sein könnte, antwortet er:&lt;blockquote&gt;Nein, und nochmals nein! Allein schon die Frage verrät den literarisch minderwertigen Geschmack. So etwas ist &lt;i&gt;Kitsch&lt;/i&gt;. Und Kitsch ist der Todfeind der Literatur. All das Elendsgetue dient ja hauptsächlich der Kitsch-Prophylaxe. Natürlich erliegt die Literatur damit einem &lt;i&gt;Kitsch der Negativität&lt;/i&gt;, um auch einmal mit einem pathetischen Genitiv zu glänzen, aber das verraten wie keinem.&lt;/blockquote&gt;

Auch wenn das bezogen auf den Kulturbetrieb als Ganzes arg übertrieben ist, ist es leichter ernst genommen zu werden, wenn man auch ein ernstes Thema wählt und es es auch ernsthaft behandelt. &lt;br /&gt;
Das klassische Beispiel dafür ist meiner Ansicht nach Brigitte Schwaigers Erstlingsroman &quot;Wie kommt das Salz ins Meer?&quot;, ein Buch, das seinerzeit nicht nur glänzende Kritiken erhielt, sondern auch Bestseller war. &lt;br /&gt;
&quot;Kitschig&quot; ist der Roman meiner Ansicht nach nicht, Schwaiger war in ihrem autobiographisch geprägten Werk ehrlich und beschrieb nicht als Masche eine Welt voller Enttäuschung und Monotonie, und verstörend und insofern mutig ist der Roman auch. Trotzdem: hätte Schwaiger ihre schlechten Erfahrungen in einem ironischen, schwarzhumorigen Ton verarbeitet, was, da sie heuchlerische Moralvorstellungen und die Enge kleinbürgerlicher Lebensentwürfe   bloßlegt, sogar meiner Ansicht nach passen würde, wäre das Buch wohl weitaus weniger beachtet worden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Krull&quot; spricht etwas an, das er das &quot;Freudsche Missverständnis&quot; nennt (natürlich auch, um eine bewährte Hochstapler-Taktik zu demonstrieren: ein berühmten Name verleiht selbst banalen Erkenntnissen Beachtung). Die Wahrheit ist oft unangenehm. Der Umkehrschluss ist, dass das was unangenehm ist, wohl auch wahr sein müsse. Eine Weltsicht, die der den von &lt;a href=&quot;http://www.svenscholz.de/index.php/held-sein/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Sven Scholz&lt;/a&gt; benannten Zynikern ähnelt, die hinter der entschiedenen Replik, die Judith Holofernes von &quot;Wir sind Helden&quot; auf Jung von Matts Anfrage, ob sie nicht Werbung für die BILD machen wollen, nichts als einen PR-Trick zur Selbstvermarktung vermuten können.&lt;br /&gt;
Wer allen &quot;edlen Motiven&quot; misstraut, oder jede gute Nachricht mir tiefer Skepsis aufnimmt, immunisiert sich gegen den Vorwurf, naiv zu sein. Übertragen auf die Literatur: mit viel Melancholie, Enttäuschungen, bitterbösen Abrechnungen, Misstrauen, Hass und Verbitterung lässt sich offenbar &quot;Tiefe&quot; und ein gewisses Niveau simulieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gilt übrigens auch für Lieder - ich denke da an Weltschmerzsimulationen der Band &quot;Unheilig&quot; wie &quot;Geboren um zu leben&quot; oder die großen Erfolge, die Xavier Naidoo mit ebenso moralinsaueren wie verquasten Texten zu melancholischen Melodien hat. Naidoo und &quot;der Graf&quot; haben wenig gemeinsam - außer, dass ihre Texte beim zweiten Hinhören eher banal und nicht sonderlich  poetisch sind. Ich halte viele ihrer Lieder für Musterbeispiele eines &quot;Kitsches der Negativität&quot;, der anscheinend ob seiner Negativität nicht als Kitsch wahrgenommen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem &lt;a href=&quot;http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/profil/449631/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Porträt des Galionsfigurenschnitzers Claus Hartmann&lt;/a&gt; im Deutschlandfunk sagte Hartmann zum Vorwurf, maritime Bildhauerei sei Kitsch:
&lt;blockquote&gt;&quot;Wir müssen uns gegen nichts wehren. (..) ich glaube, wenn man das als Künstler anfängt, solche Dinge in seine Kreativität mit einzunehmen, dann haben wir schon verloren.&quot;&lt;/blockquote&gt;

Damit hat er wahrscheinlich recht. Wer ständig Kitschprophylaxe betreibt, ist erst recht unaufrichtig, also (nach meiner Definition) kitschig. Und wer sich ständig Sorgen darüber macht, wie sein Werk bei den Mitmenschen, vor allem jenen mit Autorität, ankommt, der tötet auf die Dauer die Lust am Schaffen, am Ende die Kreativität. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Wofür ich niemanden außer mir selbst verantwortlich machen kann. An meinen Ängsten und Vorurteilen kann allein ich etwas ändern.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-02-26T19:19:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/14634872/">
    <title>Gorch Fock - ein halbvergessener Schriftsteller</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/14634872/</link>
    <description>In den letzten Wochen ist das Segelschulschiff der deutschen Marine, die Bark &quot;Gorch Fock&quot;, ins Gerede gekommen. Darüber will ich nichts schreiben, denn ich hätte nichts dazu zu sagen, was andere nicht schon &lt;a href=&quot;http://www.spiegelfechter.com/wordpress/4891/gorch-fock-in-schwerer-see#more-4891&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;besser gesagt&lt;/a&gt; hätten. Zum oft angezweifelten Sinn der seemännischen Ausbildung auf Segelschiffen: die halte ich  für sinnvoll, ich halte sie sogar für angehende Handelsschiffsoffiziere für sinnvoll, während ich am Sinn der deutschen Marine durchaus meine Zweifel habe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich wäre der Namenspatron der Bark, dessen Bild immerhin gut 30 Jahre lang den 10 DM-Schein verzierte, ohne dieses berühmte Schiff heute ein weiterer vergessener Dichter. &lt;br /&gt;
Johann Wilhelm Kinau, wie Gorch Fock mit mit bürgerlichem Namen hieß, wird heute nur noch wenig gelesen. Was meiner Ansicht nach nichts über die literarischen Qualitäten seines quantitativ eher schmalen Werkes sagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geboren wurde Johann Kinau am 22. August 1880 im zur Hamburg gehörenden Teil der ElbInsel Finkenwerder, damals Finkenwärder geschrieben. Sein Vater Heinrich war Seefischer. Johann fuhr mit 14 Jahren mit, war dabei ständig seekrank und erschien seinem Vater für zu schwach für die harte Arbeit an Bord. Auch eine Lehre als Krämer, wie die Einzelhändler damals genannt wurden, musste er abbrechen. Er wurde er Buchhalter und nebenbei Schriftsteller. Immerhin arbeitete er ab 1906 bei der größten deutschen Reederei, der Hamburg-Amerika-Linie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannt, zumindest in Norddeutschland, wurde er mit seinen plattdeutschen Gedichten und Liedertexten. Er versuchte, zusammen mit seinem Freund Richard Ohnsorg, dem Gründer des gleichnamigen Theaters, die plattdeutsche Sprache wenigsten in Hamburg und umto &quot;salonfähig&quot; und literaturfähig zu machen. Wirklich gelungen ist ihnen das nicht. &quot;Erneuerer der niederdeutschen Literatur&quot;, wie ihn sein Bruder Rudolf Kinau, ebenfalls ein bekannter plattdeutscher Schriftsteller, nannte, war er nicht und konnte er gar nicht sein. Dazu war sein Werk zu schmal vom Umfang und zu eng vom Genre. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind  die dichterischen Qualitäten, Focks Umgang mit der Sprache und sein Talent, Stimmungen zu transportieren, die sein bekanntestes Werk, &lt;a href=&quot;http://www.zeno.org/Literatur/M/Fock,%20Gorch/Roman/Seefahrt%20ist%20not!&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Seefahrt ist Not!&lt;/a&gt;, ein Roman mit hochdeutschem Text und plattdeutschen Dialogen, noch heute lesenswert machen. Es schildert das harte und gefährliche Leben der Finkenwerder Hochseefischer zugleich realistisch und romantisch, und unübersehbar heroisierend: Klaus Mewe, der junge Fischer, gerät zum &quot;späten Wikinger&quot;.&lt;br /&gt;
Ich gebe zu: ich mag so was. Abenteuerbücher - und &quot;Seefahrt ist not!&quot; ist eines - leben von solchen kernigen Charakteren, von zupackenden Optimisten. Man mag es absurd finden, für sinnlosen Heroismus halten, wenn Klaus, dessen Vater von einer Fahrt nicht mehr zurückgekommen war, so besessen von der See ist, dass er immer wieder hinaus muss, bis er selbst in der Nordsee untergeht. Es ist klar, dass Klaus Mewe, genannt &quot;Klaus Störtebeker&quot;, das Leben in vollen Zügen genießt und trotzdem (oder gerade deshalb?) immer wieder sein Leben riskiert.  &lt;br /&gt;
Kinau war ein großer, aber kein ganz großer Abenteuerschriftsteller. Jack London und Herman Melville, die amerikanischen Meister des Seeromans, kannten auch traumatisierte oder an sich selbst zweifelnden Helden, deren Heldentum auch gerade im Sieg gegen sich selbst liegt. Kinau ist längst nicht so tief. Aber sein Klaus Mewes ist auch kein papierener Strahlemann, wie die Helden Karl Mays.  &lt;br /&gt;
Leider finden sich auch antibritische und nationalistische Töne in diesem Buch: Kinau war auch in dieser Hinsicht ein Kind seiner Zeit: Damals, 1912, entsprachen seine vaterländischen Untertöne dem Zeitgeist einer Zeit der maritimen Aufrüstung und des Hurra-Patriotismus.&lt;br /&gt;
Die Hamburger Schulbehörde verteilte 5000 Exemplare an die männlichen Schüler der Hansestadt. Wäre er kein patriotischer Heimatschriftsteller gewesen, wäre das trotz der literarischen Qualitäten Focks wohl nicht geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/4678069&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/11/80/69/4678069.91e298d1.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;375&quot; alt=&quot;Finkenwerder-69&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Gedenkstein für Gorch Fock (eigentlich Johann Wilhelm Kinau) in seinem Heimatort Finkenwerder. Foto: MartinM - CC-Lizenz &lt;a href=&quot;http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;by-nc-sa&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinau gehört zu den vielen, zu vielen, Künstlern, die im 1. Weltkrieg buchstäblich ihrer patriotischen Begeisterung zum Opfer fielen und viel zu jung starben. Als der Krieg 1914 ausbrach, meldete er sich freiwillig - er war immerhin 34, nur bedingt tauglich und Familienvater, er hätte nicht müssen. Für die Marine galt er als nicht tauglich, er kam zum Heer, wurde in Serbien und in Verdun eingesetzt, machte sogar Karriere: 1916 wurde er Offiziersanwärter. Im  März 1916 erfüllte sich für den Mann, den die Sehnsucht nach der See nie losgelassen hatte, seinen Traum: Er wurde zur Marine versetzt, wurde Matrose auf dem Kleinen Kreuzer S.M.S. &quot;Wiesbaden&quot;. Wenige Monate später, am 31. Mai 1916, wird die &quot;Wiesbaden&quot; in der &lt;a href=&quot;http://martinm.twoday.net/stories/2097213/&quot;&gt;Seeschlacht am Skagerrak&lt;/a&gt; schon zu Beginn der Schlacht durch einen Volltreffer in den Maschinenraum manövrierunfähig geschossen und sank nach einem Torpedotreffer ins Heck. Johann Kinau ertrank, seine Leiche wurde in Schweden angetrieben. In den Taschen seiner Uniform fand sich seine Kladde mit den Aufzeichnungen, die er bis zum letzten Tag führte. Er wurde zusammen mit anderen deutschen und britischen Opfern der Seeschlacht auf dem Ehrenfriedhof für Marinesoldaten am Südhang des Jorefjords bestattet, auf der Insel Steensholm, wo seine Leiche antrieb, gibt es einen Gedenkstein mit seinem Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem &quot;Heldentod&quot; des patriotischen Dichters setzte die  Glorifizierung &quot;Gorch Focks&quot; ein. Sein Werk und auch sein ziemlich kurzes, unheroisches Leben wurde von Nationalisten glorifiziert, so sehr, dass das literarische Werk fast völlig gegen den künstlichen nationalen Glorienschein verblasste. Kinau war Nationalist, seine &quot;plattdeutschen Kriegsgedichte&quot; von 1915 sprechen eine deutliche Sprache, aber zum &quot;völkischen Dichter&quot; wurde er erst posthum hochgejubelt. &lt;br /&gt;
Daher überrascht es wenig, dass die Reichsmarine 1933 ihr neu erbautes Segelschulschiff &quot;Gorch Fock&quot; nannte. (Die erste &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Gorch_Fock_%281933%29&quot; &gt;Gorch Fock&lt;/a&gt; liegt heute als Museumsschiff im Stadthafen von Stralsund.) &lt;br /&gt;
Die Nationalsozialisten vereinnahmten den Schriftsteller dann komplett. Es war nicht sehr schwer, Gorch Fock in die Naziideologie einzupassen, man musste nur Suchen und das eine oder andere weglassen. Es gibt eine einzige judenfeindliche Passage in seinen 20 erhaltenen Tagebüchern, aber in der Gorch-Fock-Darstellung der Nazizeit nahm sie einen prominenten Platz ein. Bei der propagandistischen Instrumentalisierung sollen Kinaus Brüder keine ruhmreiche Rolle gespielt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gorch Focks &quot;Seefahrt ist Not!&quot; bleibt auch nach dem Ende der Nazizeit zumindest in der Bundesrepublik Deutschland &quot;Volksbuch&quot; und Schullektüre. Die Namenswahl für die zweite &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Gorch_Fock_%281958%29&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Gorch Fock&lt;/a&gt; 1958 war - im Gegensatz zum Schiff selbst - nicht umstritten.&lt;br /&gt;
Das änderte sich erst Mitte der 1960er Jahre. 1965 erschien in der &quot;Frankfurter Rundschau&quot; ein Beitrag von Egbert Hoehl, der eine längst fällige Debatte über die fatale erzieherisch Wirkung von &quot;Blut und Boden&quot;-Literatur in westdeutschen Schulen anstieß. Hoehl meinte damit nicht die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Blut-und-Boden-Literatur&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Blut-und-Boden-Literatur&lt;/a&gt;, kurz BluBo, der Nazizeit, sondern benutzte diesen Begriff als Polemik gegen Autoren mit nationalistischer Tendenz, wie Gorch Fock, Hermann Löns, Walter Flex und Heinrich Lersch. &lt;br /&gt;
Tatsächlich wurden Kinaus Werke aus den Lehrplänen getilgt. Was ich - obwohl ich einige Werke Kinaus und Löns schätze - für eine richtige Entscheidung halte. Ein Bruch mit völkischen Traditionen war überfällig, und er war in der Praxis wohl nur dadurch zu erreichen, in dem diese Texte aus dem Unterricht verschwanden.&lt;br /&gt;
(Hermann Löns-Gedichte habe ich trotzdem noch in den 1970er Jahren in der Schule gelernt - ob sie noch im offiziellen Lehrbuch standen, weiß ich nicht, dass unsere Lehrerin einen völkisch-nationalistischen &quot;heimlichen Lehrplan&quot; hatte, glaube ich nicht. Sie fand die Gedichte wohl einfach schön.)</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-02-15T17:09:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/11562864/">
    <title>Kinderfilmnostalgie: Ronja Räubertochter</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/11562864/</link>
    <description>Als Kind liebte ich die Bücher Astrid Lindgrens. Selbstverständlich liebte auch die Filme und Fernsehserien, die nach ihren Bücher entstanden. &lt;br /&gt;
Die meiner Ansicht nach schönste Lindgren-Verfilmung erstand leider erst zu einer Zeit, in der ich nicht mehr Kind war. Zum Glück gehört sie zu jenen Kinderfilmen, die auch Erwachsenen etwas zu sagen haben. Was nicht auf alle Lindgren-Verfilmungen zutrifft, die Fernsehserie &quot;Kinder aus Bullerbü&quot; beschreibt mir, als Erwachsener, eine zu  &quot;heile&quot; Welt, andere Lindgren-Filme sind mit zu albern.  Für Kinder im passenden Alter sind sie aber genau richtig!  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ronja Rövardotter&quot; (&quot;Ronja Räubertochter&quot;, Schweden / Norwegen  1984, nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Astrid Lindgren)  gehört zu den Kinderfilmen, die für Kinder jeden Alters gemacht sind. Regisseur führte Tage Daniellsson, das Drehbuch schrieb Astrid Lindgren selbst.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ronja ist die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis und seiner Frau Lovis. Der Film beginnt in der Nacht, in der Ronjas geboren wird - &lt;i&gt;(Lovis singt, während sie in den Wehen liegt:- &quot;Damit es ein fröhliches Kind wird.&quot; Es sind solche Details, für die ich diesen Film liebe!&lt;/i&gt;) Ein Blitzschlag spaltet die Burg mitten im Wald, in der Mattis Bande lebt, in zwei Teile. &lt;br /&gt;
Ronja wächst inmitten Bande grober aber gutmütiger Räuber auf. Im Hauptteil des Filmes ist sie etwa 10 Jahre alt und ein extrem selbstbewusstes und selbständiges Mädchen, ein echter Wildfang. Sie ist aber auch schlau und erkennt Probleme und hinterfragt Dinge, die für die Erwachsenen &quot;selbstverständlich&quot; sind. (Mit der damals elfjährigen Hanna Zetterberg ist Rolle perfekt besetzt. Ihr Aussehen entspricht genau Astrid Lindgrens Beschreibung, und die junge Schauspielerin wirkt von ihrem ganzen Auftreten selbstsicher und überzeugend.)&lt;br /&gt;
Eines Tages zieht die verfeindete Räuberbande von Borka Borkason in die zweite Hälfte der Burg ein, die nun &quot;Borkafeste&quot; genannt wird. Mit Borka auch seine Frau Undis und ihr Sohn Birk.&lt;br /&gt;
Ronja und Birk werden rasch beste Freunde, sehr zum Ärger ihrer verfeindeten Eltern, die sich gegen diese tiefe Freundschaft der Kinder stellen. Als der Streit zwischen den beiden Banden  eskaliert, ziehen Ronja und Birk gemeinsam in eine Höhle im Wald. Mattis Sehnsucht nach seiner Tochter bewegt ihn schließlich dazu, mit Borka den Streit beizulegen lösen.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/9722741&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/17/27/41/9722741.3098ba65.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;336&quot; alt=&quot;ronja&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ronja Räubertochter&quot; ist meines Wissens der einzige &quot;echte&quot; Fantasy-Film nach einem Roman Lindgrens. Obwohl fast alle  Geschichten der schwedischen Schriftstellerin phantastische Elemente enthalten, und oft ausgesprochene Kunstmärchen sind, sind es eher ihre &quot;realistischen&quot; Geschichten, die den Weg auf Leinwand und Bildschirm fanden. Wobei die Rumpelwichte und Wilddruden in &quot;Ronja Räubertochter&quot; ja nicht unrealistisch sind - sie sehen genau so aus und verhalten sich so, wie sich echte Wilddruden und Rumpelwichte nun einmal aussehen und sich verhalten. Lindgren knüft eng an die skandinavische Volkssagen an, ohne sie einfach zu kopieren. In dieser Hinsicht erinnert sie mich an Tolkien.&lt;br /&gt;
Sehr schön setzt Lindgren die Themen &quot;Feindschaft&quot; und &quot;Freundschaft&quot; um - und zwar ohne &quot;pädagogischen Zeigefinger&quot; und ohne den Versuch, den jungen Zuschauern eine bestimmte Weltanschauung aufzudrängen. Als Autorin war sie deshalb in Schweden lange Zeit umstritten - ihre Geschichten würden Kinder zu Ungehorsam, Disziplinlosigkeit und krassem Individualismus verführen. Wenn Astrid Lindgren eine Botschaft mit ihrer Geschichte hat, dann die, wie wichtig Freundschaft ist, dass echte Freundschaft sich in Notzeiten erweist, und dass es im wohlverstandenen eigenen Nutzen jedes Menschen ist, im Notfall auch über &quot;alte Feindschaften&quot; hinweg zusammenzustehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wichtige &quot;Rolle&quot; spielt die herrliche, aber &quot;wilde&quot; Landschaft,  die endlosen Wälder, die Moore und Heiden, die klaren Seen und reißenden Bäche, die strengen, schneereichen Winter und die heißen Sommer. Diese Wildnis hebt &quot;Ronja Räubertochter&quot; von den meist in Südschweden oder im städtischen Umfeld Stockholms spielenden anderen Lindgren-Filmen ab. Zum Abenteuer gehört, dass die Helden durchaus auch in Lebensgefahr geraten. Ronja und Birk sind sogar in Lage, für geraume Zeit ganz ohne Erwachsene auszukommen und in der Natur zu leben. Sie machen Fehler, aber lernen auch aus diesen Fehlern. Das Gefühl, ein echtes Abenteuer mitzuerleben, ist genau das, was Generationen von Kindern auch an Indianergeschichten fasziniert. Als Zehnjähriger wäre ich sicher gern so selbstsicher und unerschrocken wie Ronja gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz und gut: ich liebe diesen Film und bedauere alle Kinder, die ihn nicht kennen. Allerdings ist der Film nichts für Kinder im Vorschulalter und auch Kinder im Grundschulalter sollten ihn nicht alleine ansehen. Es gibt doch einige gruselige Szenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Vorstellung des Buches &quot;Ronja Räubertochter&quot; äußerte sich Astrid Lindgren 1981 vor Journalisten:
&lt;blockquote&gt;Ihr fragt immer soviel danach, was ich meine und was dahintersteckt. Wisst ihr, ich werde euch mal etwas sagen. Ich denke überhaupt nicht so viel. Ich denke gar nicht. Ich schreibe einfach. (...) Das Einzige, worauf ich zu hoffen wage ist, dass meine Bücher den Kindern vielleicht ein wenig zu einer menschenfreundlichen, lebensbejahenden und demokratischen Einstellung verhelfen.&lt;/blockquote&gt;</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-01-30T19:46:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/11577883/">
    <title>NeuRoMantik von den Singvøgeln: &quot;Für Zeiten wie diese&quot;</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/11577883/</link>
    <description>Wie immer, wenn ich etwas von den Singvøgeln besprechen und bekritteln will, stand ich vor der Frage: Wie nennen ich bloß die Musikrichtung dieses Trios? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei &quot;heidnischen&quot; Bands - es ist kein Geheimnis: die Singvøgel sind eine solche - denken Kenner der zeitgenössischen Rockmusik an &quot;Neofolk&quot;. Die Singvøgel gehören, trotz mancher hörbarer folkloristischer Einflüsse und obwohl ihre Songs im Zweifel eher neu sind, gewiss nicht in diese Kategorie. &lt;br /&gt;
Sie machen - auf ihre Art - eine sehr romantische Musik. (Was nicht im musikhistorischen Sinne zu verstehen ist. Aber Neofolk hat ja auch nicht viel mit Folklore zu tun.)&lt;br /&gt;
Also vielleicht Neoromantik? &lt;br /&gt;
Da fiel mir ein Buchtitel ein, der Titel eines Science-Fiction-Romans aus dem Jahr 1985, dessen Autor ein Wort prägte, von dem die meisten Menschen, die es verwenden, nicht einmal wissen, dass es aus der Science Fiction stammt. &lt;br /&gt;
Der Autor heißt William Gibson, das Wort ist &quot;Cyberspace&quot;, der Roman heißt &quot;Neuromancer&quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar ist der Begriff &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Neuromantik&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Neuromantik&lt;/a&gt; schon vergeben, das ist aber nicht weiter schlimm ist, denn von Kleinigkeiten wie der zeitlichen Einordnung her passt es ganz gut. &lt;i&gt;(Selbstverständlich ohne den politischen Rechtsdrall mancher Neuromantiker.)&lt;/i&gt; Nicht für alle Lieder der Singvøgel, aber für viele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also beschloss ich: künftig nenne ich die Musikrichtung der Singvøgel Neuromantik. Neu romantisch und neuro mantisch. Um das deutlich zu machen, schreibe ich es NeuRoMantik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, &quot;Für Zeiten wie diese&quot; ist kein &quot;Cyberpunk&quot; - wenig &quot;Cyber&quot; und &quot;Punk&quot; eher auch nicht. Es ist das bisher märchenhafteste Album der &quot;Singvøgel&quot; - jedenfalls, wenn der Maßstab die Themen der Lieder sind: Während im vorangegangenen Album &quot;Drei&quot; sehr viel von den Göttern gesungen wurde, geht es bei auf &quot;Zeiten wie diese&quot; verstärkt um Menschen, und es geht, gleich mehrmals, um  Märchen. Aber nicht darum, sich in einer Traumwelt zu verlieren: Einige Songs sind Realität vom Bissigstem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.singvoegel.com/index.php/singvoegel-in-mp3/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/17/62/41/9696241.002a389f.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;500&quot; alt=&quot;Für Zeiten wie diese&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;Für Zeiten wie diese&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Titelbild:&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu den sehr schönen Arbeiten auf den Covern von  &quot;Lieder Sind&quot; und &quot;Drei&quot; ist es doch für meinen Geschmack etwas zu konventionell, zu &quot;üblich&quot;, geworden. Außerdem wirkt das Bild in starker Verkleinerung unübersichtlich: Es ist gewissermaßen nicht &quot;thumbnail-tauglich&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Songs:&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1. Dilemma&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ein flotter kleiner Chanson, gesungen von Karan. Nichts Tiefsinniges, aber witzig und unverklemmt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;2. Die Existenz der Hölle&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Fast ein Kommentar zum &quot;Unwort des Jahres 2010, &quot;alternativlos&quot;: &quot;Lass doch dem Schicksal seine Arbeit, das weiß mehr als einen Weg.&quot; &lt;br /&gt;
Der Song ist im besten Sinne typisch für den Sänger, Komponisten und Texter in Tateinheit, Duke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;3. Muschelkalk&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Elne ziemlich lange, ziemlich pathetische und ziemlich gute Ballade. Der Text lässt sich als &quot;Kunstmärchen&quot; mit leichten Parallelen zu Hans Christian Andersens &quot;Kleiner Meerjungfrau&quot; beschreiben - aber mit ganz anderen zeitlichen Dimensionen. Da trifft es sich gut, dass das fast professionell anmutende Video größtenteils in Dänemark entstand:&lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;480&quot; height=&quot;385&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/l8ZnF36bVfQ?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/l8ZnF36bVfQ?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;color1=0x234900&amp;color2=0x4e9e00&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;480&quot; height=&quot;385&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
(Ich muss allerdings einräumen, dass mir &quot;Muschelkalk&quot; ein Tick zu kitschig ist.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;4. Schwanenritter&lt;/b&gt;  &lt;br /&gt;
Auch diese Ballade von Duke lässt sich als Kunstmärchen deuten - oder als eine Parabel. Was allerdings bei dieser musikalischen Andersweltreise keine zwingende Interpretation ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;5. Heute mal anders&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Wer nach den ersten vier Titeln vielleicht vermutet, die Singvøgel hätten ihre sozialkritische Ader verloren, wird von diesen keineswegs platt agitieren Song Karans eines besseren belehrt. Karan beweist als Texterin ihr Gespür für treffende und originelle sprachliche Bilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;6. Alles wird lebendig&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ein kurzes, knackiges Stück Rock&apos;n&apos;Roll (für Puristen: im weitesten Sinne) von Duke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;7. Für Zeiten wie diese&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ein weiteres ballardeskes Stück, aber mit alles anderem als märchenhaftem Text. Bei mir rief es ein eindringliches &quot;Kopfkino&quot; hervor, eine regelrechte &quot;innere Bildreportage&quot; - gäbe es ein Video, würden darin viele demonstrierende, konstruktiv wütende Menschen vorkommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;8. Es war einmal ...&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Wie unschwer am Titel zu erkennen ist, geht es um Märchen. Ich fasse den Text als Appell an die Kraft der Phantasie und die Wahrhaftigkeit richtig verstandener Mythen auf - aber das ist meine Interpretation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;9. Nach Haus&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Duke und Karan im Duett. Ein leicht melancholisches Lied, das gut tut. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;10. C. U. V. &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Duke behauptet in diesem rockigen, schnellen Song, er sei &quot;Chronisch untervøgelt&quot;. Ob das wirklich so ist, wage ich zwar zu bezeifeln, aber ich kenne keinen Song, der das Klischee des &quot;sexsüchtigen&quot; Rocksängers so gekonnt veräppelt. (Wobei: Vielleicht ist es doch wahr?)  &quot;Sexsüchtig&quot; ist, im Sprachgebrauch selbsternannter &quot;Qualitätsmedien&quot; übrigens jemand, der öfter und heftiger Sex hat, als der jeweils schreibende Journalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;11. Stasi 2.0&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ein nicht ganz neues Lied, ein Protestsong, der leider immer noch aktuell ist - oder aktueller den je! Der &quot;CC&quot;-lizensierte Song lief schon auf so einigen Demos gegen Vorratsdatenspeicherung, Zensur, Überwachungsstaat und staatliche und staatsnahe Lügen - und an so manchem Infostand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;12. Aus und ein&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ein deutlicher musikalischer und inhaltlicher Kontrast zum vorigen Song. Karans Lied ist ist fast eine geführte Meditation, entspannend und erdend, aber keine Atemübung zur Entspannung, wie der Titel vielleicht vermuten ließe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;13. Piratin&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
In diesem musikalisch reizvolle Chanson ist Karan eine Frau, die gerne den (mutmaßlich netten) Mann im kleinen Café als kühne Piratin verführen / entführen würde. (&quot;Piratin&quot; ist nicht politisch zu verstehen, obwohl es zur Sängerin passen würde.) Will man dieses Song unbedingt verschubladisieren, so wäre &quot;Steampunk&quot; nicht unpassend. Was übrigens nichts mit Punkrock, aber sehr viel mit der Atmosphäre des Victorianischen Zeitalters zu tun hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;14. Wo die Götter tanzen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Da kommt Duke nach eigenen Angaben her. Jedenfalls verrät der muntere Song viel über Duke und Dukes Art.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;15. Irgendwo&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Karan erzählt, was sie spürte, als des Nachts aufwachte. Es lassen sich Dinge erzählen, die sich nicht beschreiben lassen, und Karan kann das, wie ich finde, wunderbar. Ein Gänsehautsong ohne Gruseleffekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;16. Held des Augenblicks&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Ein Song wie der Abspannsong eines Kinofilms - was &quot;Held des Augenblicks&quot; ja tatsächlich werden soll und hoffentlich werden wird. Als Titelsong enthält er die Elemente eines Soundtracks - für romantische Szenen, für Action-Szenen, für nachdenkliche und für lustige Momente, und ist echte Filmmusik, auch wenn es den dazugehörigen Kriminalfilm noch nicht gibt.&lt;br /&gt;
Außerdem ist er, finde ich, ein wundervoller Mutmach- und Kopf-hoch-Song.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo zu bekommen? &lt;br /&gt;
Am besten direkt  beim Hersteller bestellen: &lt;a href=&quot;http://www.singvoegel.com/index.php/cds-der-singvoegel-bestellen/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;CDs der Singvøgel bestellen&lt;/a&gt;. Das hochwertig ausgestattete Album im Digipak mit 24-seitigem Booklet kostet 16,- Euro.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann die Singvøgel-Songs auch als MP3 einzeln oder als Album  downloaden.Pro Track kostet euch das bei dooload 0,99 Cent, das komplette Album gibts dort für nur 9,99 EUR. Wenn ihr möchtet, dass der größte Teil dessen, was ihr bezahlt, auch wirklich bei den Singvøgeln ankommt, dann kauft bitte bei dooload. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Album bei dooload: &lt;a href=&quot;http://www.dooload.de/main/html/shop/index.php?_action=viewVoeDetails&amp;_detailId=3434&amp;_category=0&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Für Zeiten wie diese&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich gibt es sie aber auch über iTunes, Amazon.com, Musicload, u.v.m..</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-01-25T21:39:00Z</dc:date>
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    <title>The Professor!</title>
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    <description>Puh, gerade noch rechtzeitig!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*aufsteh*&lt;br /&gt;
*Horn mit Met heb*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;The Professor!&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*ansetz*&lt;br /&gt;
*trink*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.tolkiensociety.eu/toast/2011/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Tolkiensociety - 2011 birthday toast&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
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  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/11514423/">
    <title>Kinderfilmnostalgieecke: &quot;Krieg der Knöpfe&quot;</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/11514423/</link>
    <description>Weihnachtszeit ist Kinderfilmzeit. Wobei diese Filme ja nicht nur von Kindern gesehen werden: Alte Kinderfilme üben bekanntlich einen starken nostalgischen Reiz auf Erwachsene aus.&lt;br /&gt;
Allerdings fällt auf, wie viele alte und neue Kinderfilme eine &quot;Brechstangen-Pädagogik&quot; enthalten, bzw. indoktrinieren. (Frei nach Michael Endes Bastian in der &quot;Unendlichen Geschichte&quot;: Filme, in denen man zu etwas gekriegt werden soll.) Ein meiner Ansicht nach übles Beispiel ist die kürzlich auf KI.KA gesendete Zeichentrickserie &quot;Chi Rho  das Geheimnis&quot;. Man muss gar nicht so weit gehen, wie der humanistische Pressedienst (&lt;a href=&quot;http://hpd.de/node/10768&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Kinderverblödung auf KI.KA&lt;/a&gt;), um bei der flott gemachten christlichen Missionierungsserie mittelschweres Unbehagen zu verspüren. &lt;br /&gt;
Weitaus mehr Kinderfilme sind einfach nur &lt;i&gt;schlecht&lt;/i&gt;. Es ist erschreckend, welcher &quot;Niveau-Limbo&quot; bei der &quot;Kinderbespaßung&quot; offensichtlich durch geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Kinderfilme, die ich damals mochte, schätze ich auch heute noch? In einem Satz: Kluge, gut gemachte Kinderfilme ohne pädagogische Brechstange. Und da gibt es zum Glück einige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Film, der mich als Kind besonders beeindruckte, und den ich auch als Erwachsener genießen kann, ist &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_der_Kn%C3%B6pfe_%281962%29&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;der Krieg der Knöpfe&lt;/a&gt; von 1962. &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_der_Kn%C3%B6pfe_%281962%29&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/17/27/42/9722742.e0cad961.240.jpg&quot; width=&quot;182&quot; height=&quot;240&quot; alt=&quot;krieg der knöpfe&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Die Jungen der Nachbardörfer Longeverne und Velrans sind seit ewigen Zeit verfeindet -warum weiß niemand mehr, aber das ist ja auch egal. Nachdem die Jungs aus Longueverne auf die Jungs aus Velrans sauer sind, weil diese ihnen beim Wohltätigkeitsmarken-Verkauf ihre ganzen Kunden weggeschnappt haben, bricht der uralte Konflikt wieder auf - die Jungs aus Longueverne unter ihrem Anführer Lebrac verlangen Rache. Der &quot;Krieg der Knöpfe&quot; heißt so, weil Gefangenen die Knöpfe abgeschnitten und die Schuhbänder durchtrennt werden. Dies ist nicht nur peinlich, sondern bedeutet auch Prügel zu Hause. Nach einer Niederlage droht die Mutter von Lebrac, ihn nackt zur Schule zu schicken, wenn dies noch einmal vorkommt. Das bringt den Jungen auf die &quot;geniale&quot; Idee: damit ihnen im Falle einer Niederlage nicht wieder die Kleidung kaputt gemacht werden kann, zieht die Bande nackt in den Kampf. Zwar tragen sie den Sieg bei dieser Schlacht davon, doch können sie sich nicht richtig über den Sieg freuen, weil es zu kalt ist und Brennnesseln gibt ... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Krieg der Knöpfe&quot; hat etwas, was fast allen &quot;Lausbuben&quot; / Kinderstreich / &quot;Banden&quot;-Filmen fehlt: inhaltlichen Tiefgang. Auch ungewöhnlich für einen Kinderfilm dieser Zeit: er stellt sich ganz auf die Seite der Kinder. Was mir an diesem Film auch heute noch gefällt ist, dass sein ernsthaftes Thema - Lebrac wird von seinem Vater systematisch misshandelt, und in ihrem &quot;Krieg der Knöpfe&quot; leben die Jungs die Konflikte und Vorurteile der Erwachsenen aus - dennoch amüsant und leicht inszeniert wird. Das versöhnliche Ende - Lebrac schließt im Internat, in das er von seinem Vater &quot;abgeschoben&quot; wird, Freundschaft mit dem gegnerischen Jungen-Anführer, und sie beschließen, nicht so zu werden wie ihre Väter - ergibt sich logisch aus der Handlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings zweifel ich daran, dass der &quot;Krieg der Knöpfe&quot; heutige Kinder ähnlich beeindrucken kann, wie mich damals. Für mich waren die 1960er und leider auch Kinder, die von ihren Eltern geprügelt wurden, und das mit dem besten Gewissen der Eltern, keine ferne Vergangenheit. Der Film ist in gewisser Hinsicht veraltet. &lt;br /&gt;
Für heutige Kinder dürften daher neuere Filme dieser Thematik, wie z. B. der Film &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Die_geheime_Festung&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Die geheime Festung&lt;/a&gt; geeigneter sein. In diesem kanadischen Film wird noch deutlicher als im &quot;Krieg der Knöpfe&quot;, dass die Kindern die Konflikte der Erwachsenen ausleben. &lt;br /&gt;
Das in die irische Provinz in den 70er Jahren verlegte &quot;Krieg der Knöpfe&quot;-Remake von 1994 kommt meines Erachtens nicht an den Charme des Originales heran.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-12-26T08:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/11431966/">
    <title>Gute Adventsnachricht für alle Kitas, Kindergärten, Jugendgruppen usw.</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/11431966/</link>
    <description>Die &lt;a href=&quot;http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Musikpiraten (&quot;Musik klar machen zum Ändern!&quot;)&lt;/a&gt; haben Creative Commons-lizenzierte Notenblätter für Advents- und Weihnachtslieder veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/nachrichten/creative_commons-lizenzierte_notenblaetter_fuer_advents-_und_weihnachtslieder_update-588&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/17/29/88/9552988.0a35b315.jpg&quot; width=&quot;250&quot; height=&quot;320&quot; alt=&quot;&quot;Singen im Advent&quot;&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Liederbuch &quot;Singen im Advent&quot;. Coverfoto: Lotus Head. Lizenz: &lt;/i&gt;&lt;a href=&quot;http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;CC-BY-SA&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anlass ist bekannt: &lt;a href=&quot;http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/luenen/Kitas-sollen-fuer-Kopien-bezahlen;art928,1077122&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;GEMA: Kitas sollen für Kopien bezahlen&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://www.jurablogs.com/de/notenkopien-kindergaerten&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Notenkopien in Kindergärten&lt;/a&gt;, oder, wie gewohnt etwas deftiger, bei denen mit den großen Buchstaben: &lt;a href=&quot;http://www.bild.de/BILD/regional/ruhrgebiet/aktuell/2010/11/10/gema-abzocke/kindergaerten-sollen-liedkopien-zahlen.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;GEMA-Abzocke! Kindergärten sollen für Liedkopien zahlen&lt;br /&gt;
&lt;/a&gt; 
&lt;blockquote&gt;Vor gut 14 Tagen wurde an dieser Stelle das Projekt &quot;Creative Commons-lizenzierte Notenblätter für Advents- und Weihnachtslieder&quot; gestartet. Ziel war es, ein gutes Dutzend gemeinfrei Lieder für die Advents- und Weihnachtszeit neu zu setzen, damit sie kostenfrei und legal von jedem kopiert werden dürfen - ohne dass jede Kopie über die GEMA bezahlt werden muss. Dieses Ziel wurde mit 26 Notensätzen mehr als erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alleine neun Helfer haben Noten explizit für das Projekt gesetzt - und sich dafür teilweise sogar erst in LilyPond  eingearbeitet. Fast alle verzichteten sogar auf die ausgelobte Aufwandsentschädigung von 10&#8364;. Neben für Kinder geeigneten Klassikern wurde auch kirchliches Liedgut und sogar ein österreichisches und zwei englische Stücke neu gesetzt.&lt;/blockquote&gt;

Es sind sogar 30 Notensätze geworden. Die Liste kann sich sehen lassen - damit lässt sich so manche Advents- und Weihnachtsfeier stimmungsvoll und abgabenfrei gestalten:   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Adeste fidelis - Herbei o ihr Gläubigen   &lt;br /&gt;
2. Alle Jahre wieder   &lt;br /&gt;
3. Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen   &lt;br /&gt;
4. Der Heiland ist geboren   &lt;br /&gt;
5. Es ist ein Ros entsprungen   &lt;br /&gt;
6. Es ist ein Ros entsprungen (einstimmig)   &lt;br /&gt;
7. Es kommt ein Schiff geladen   &lt;br /&gt;
8. Es wird schon glei dumpa   &lt;br /&gt;
9. Fröhliche Weihnacht überall  &lt;br /&gt;
10. Ihr Kinderlein kommet  &lt;br /&gt;
11. Jingle Bells  &lt;br /&gt;
12. Joseph, lieber Joseph mein  &lt;br /&gt;
13. Kling, Glöckchen, klingelingeling  &lt;br /&gt;
14. Lasst uns froh und munter sein  &lt;br /&gt;
15. Leise rieselt der Schnee  &lt;br /&gt;
16. Macht hoch die Tür  &lt;br /&gt;
17. Morgen kommt der Weihnachtsmann  &lt;br /&gt;
18. Oh du fröhliche  &lt;br /&gt;
19. Oh Tannenbaum  &lt;br /&gt;
20. Schneeflöckchen  &lt;br /&gt;
21. Stille Nacht, heilige Nacht  &lt;br /&gt;
22. Still, still, still  &lt;br /&gt;
23. Süßer die Glocken nie klingen  &lt;br /&gt;
24. Tochter Zion, freue dich  &lt;br /&gt;
25. Vom Himmel hoch, da komm ich her  &lt;br /&gt;
26. We Wish You A Merry Christmas    &lt;br /&gt;
27. Morgen, Kinder, wirds was geben  &lt;br /&gt;
28. Kommet, ihr Hirten  &lt;br /&gt;
29. Ich lag und schlief, da träumte mir  &lt;br /&gt;
30. Der Christbaum ist der schönste Baum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Download in vier verschiedenen Formaten (PDF, Open office-Textdokument, LilyPond-Daten, als PNG gerenderten Notenblätter) hier: &lt;a href=&quot;http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/nachrichten/creative_commons-lizenzierte_notenblaetter_fuer_advents-_und_weihnachtslieder_update-588&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Creative Commons-lizenzierte Notenblätter für Advents- und Weihnachtslieder&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6891317&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/13/13/17/6891317.ab5539c4.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;375&quot; alt=&quot;Bergedorf&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;(Foto: MartinM - CC-Lizenz &lt;/i&gt;&lt;a href=&quot;http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;by-nc-sa&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine lobenswertes Projekt, aus dem einige der Weihnachtslieder stammen, ist &lt;a href=&quot;http://www.kinder-wollen-singen.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Kinder wollen singen&lt;/a&gt; Dort werden  Noten für Kinderlieder in einem bearbeitbaren Format unter einer freien Lizenz gesammelt.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-12-02T04:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/8471590/">
    <title>Eine bitter notwendige, hoffentlich bitter schmeckende, Bekanntmachung</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/8471590/</link>
    <description>Leider - und typischerweise - völlig verspätet.&lt;br /&gt;
Warum? Weil ich, als Mann und als Weißer - in unserer Gesellschaft, egal, was ich sage, möchte, meine, privilegiert bin.&lt;br /&gt;
Der einzige Grund, weshalb ich das Posting bei &lt;a href=&quot;http://che2001.blogger.de/stories/1734122/#1734176&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Che&lt;/a&gt; bisher &quot;übersah&quot;, liegt darin, das es mich &quot;nicht interessierte&quot;. Denn - es hilft nichts wenn ich mir etwas vormache - meine Interessen sind die Interessen eines Privilegierten. Gerechtigkeit heißt: keine Privilegien.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt nicht auf &quot;Schuld&quot; an - ich habe mir persönlich nichts zur Schulden kommen lassen. Es kommt darauf an, etwas zum Besseren zu verändern.&lt;br /&gt;
Auch wenn es mir dadurch schlechter gehen mag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Anlass des 25. November 20010 , des Internationalen Tages gegen Gewalt an der Frau*

&lt;blockquote&gt;
*Pressemitteilung *&lt;br /&gt;
des&lt;br /&gt;
*&#350;EHRAZAT- Transkultureller Frauen- und Kunstverein*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehr geehrtes Publikum, sehr geehrte Presseangehörige, liebe Frauen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben die Rolle des Opfers satt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben beschlossen die Hauptrolle zu spielen, um menschenrechtswidrigen Taten gegenüber Frauen ein Ende zu machen.&lt;br /&gt;
Zuhause eingesperrt zu werden, unter Kontrolle gehalten zu werden,&lt;br /&gt;
umgebracht zu werden, sobald wir in eigener Bestimmung leben möchten wird betitelt mit Tradition, mit Ehre, mit Kultur, mit Islam. Und wie möchtet ihr dann die Morde an den Frauen anderer&lt;br /&gt;
Religionszugehörigkeiten und Kulturen erklären?&lt;br /&gt;
Lassen wir diese Hexenjägerei! Wie sollen denn die Vergewaltigungen, 8000 im Jahr, von denen viele noch nicht einmal geahndet werden, wie sollen die als  Familiendrama titulierten 150 Morde im Jahr erläutert werden.&lt;br /&gt;
Sind nicht auch diese Morde wie diese, welche in islamischen Kreisen als  Ehrenmord benannt sind, solche, welche der männlichen Herrschaftsvorstellung entspringen, in der eine tote Frau einer freien Frau vorzuziehen ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frauenfeindliche Politik wird in diesem Land betrieben! Muslimische Migrantinnen werden zur Zielscheibe auf diese Weise. Was unseren&lt;br /&gt;
deutschen Schwestern angetan wird, wird verschwiegen! Sind es  nicht Teile der Gewalt gegen Frauen, dass Frauen noch immer mit geringerem Lohn arbeiten müssen, Arbeitslosigkeit und Armut auf ihre Schultern gelastet wird, Migrantinnen mit rassistischer Politik ausgegrenzt werden? Islam, ja auch der Islam ist wie jede andere monotheistische, institutionalisierte Religion frauenfeindlich; weder mehr noch weniger; wer sieht das nicht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachrohre der Nutznießer der Ausbeutung, Politiker, Journalisten, angebliche Aufgeklärte und die mit Mikrofonen umherirrenden anderen:&lt;br /&gt;
Wenn ihr so überzeugt seid von der Unterdrückung der Frauen, dann lasst das Weinen um sie; öffnet stattdessen die Grenzen Europas!&lt;br /&gt;
Öffnet Frauen die Türen, welche vor Krieg, Hunger, sexueller Verfolgung fliehen.&lt;br /&gt;
Erteilt Frauen, welche sich auf Grund von Gewalt scheiden lassen&lt;br /&gt;
mussten, bedingungslos ein Bleiberecht und die Erlaubnis zu arbeiten.&lt;br /&gt;
Stellt die Gelder der Staatskassen an Stelle von Kriegsausgabenlieber&lt;br /&gt;
der Bildung von Frauen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
Schafft Gesetze, welche Frauen den Weg zu Lehrstuhl, Labor, Leitungsposition und Öffentlichkeit ebnen. Schafft sie, damit ihr&lt;br /&gt;
glaubwürdig werdet.&lt;br /&gt;
Krokodiltränen erkennen wir, ihr braucht sie nicht zu vergießen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch einige Worte haben wir an die, welche profitieren von der männlichen Herrschaftsstruktur: &lt;br /&gt;
Wir geben Euch nicht das Recht, uns in schön, unattraktiv, muslimisch, christlich, Hausfrau, Straßenfrau, homosexuell, heterosexuell zu kategorisieren und zu spalten, unsere Körper und Arbeitskraft auszunutzen und uns zu definieren.&lt;br /&gt;
Wir lassen uns, mit unserer Vielfalt, nicht zum Werkzeug für eure&lt;br /&gt;
Integrationsdebatten, rassistische, ausgrenzende und Kapitalparteiische Politik machen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Vielfalt ist unser Reichtum!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden weiterhin arabisch singen und spanisch tanzen. Mit unseren Kindern kurdisch sprechen und türkische Gedichte schreiben, uns in Saris kleiden und gegen die Alpen jodeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden Bilder malen, obendrein Bilder welche zeigen wie hässlich ihr und wie schön wir sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dagegen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen jede erhobene Hand gegen Frauen stehen wir zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir werden die Frauenmorde stoppen. Wir sind nämlich in überhand und überall. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#350;EHRAZAT- Transkultureller Frauen- und Kunstverein*&lt;/blockquote&gt;</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-11-26T22:15:00Z</dc:date>
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