das mit dem taschenmesser finde ich maßlos übertrieben. klar gibt es jugendliche, die ihre messer als waffen tragen, aber ich hatte als kind und jugendlicher auch ein schnitz/fahrten/taschenmesser, und wäre nie auf die idee gekommen, es als waffe zu verwenden. ich bin der meinung, KEIN jugendlicher solte als messerstecher verdächtigt werden. nulltoleranz solte aber gelten, sobald irgendwer irgendwen mit dem messer bedroht o.ä.
sonst kann man - IMHO - auch gleich holzschwerter verbieten.
... genau das (nämlich das Verbot von Spielzeugwaffen) ist ja schon längst in der Pipeline - auch bei uns. Die Ursache für den britischen Zero-Tolerance-Amoklauf ist Angst - vor Terroristen, vor Einwanderern (letzteres aus Gründen der PC - "man" hat gefälligst kein Rassist zu sein - verschleiert), vor kriminellen Jugendlichen, vor dem allgemeinen Verfall der Sitten, vor dem gesellschaftlichen Abstieg, vor Kinderschändern. Diese Angst werden natürlich gezielt geschürt, aus politischen und auch ökonomischen Gründen, wobei ich Grund zu der Annahme habe, dass die Angstmacher am meisten unter Ängsten leiden - ihre schlimmste Angst dürfte die Angst vor dem Volk sein. Neben Populismus und Aktionismus stecken manchmal ja auch kühle machtstrategische Überlegungen hinter Nulltoleranz-Gesetzen und -Vorschriften. Die Nulltoleranz für Waffenbesitz ist, in Verbindung mit drastischen Strafen, ist ja auch ein großartiges Mittel, bei Bedarf unliebsame Mitbürger für einige Jahren für Bagatellen hinter Gittern verschwinden zu lassen. (Oder für geschickte Manipulationen - da braucht nur mal bei einer Hausdurchsuchung eine scharfe Patrone "gefunden" zu werden, das würde reichen.) Analog funktioniert das bei Rauschgiftbesitz - oder bei den berüchtigten "Terroranleitungen".
Für mich ist aber außer dem Konflikt um Freiheit und Sicherheit noch der Grundsatz Gleichheit im Spiel, und das macht die Sache für mich ethisch ungemütlich, bis hin zur "double bind"-Situation - in der ich, egal, wie ich mich entscheide, falsch entscheide.
Es wäre natürlich schön, wenn kein Jugendlicher als (potenzieller) Messerstecher verdächtigt würde, aber wie die Dinge nun einmal liegen, gibt es tatsächlich jugendliche Messerstecher. (Das Problem der verzerrten Wahrnehmung des Risikos klamme ich mal aus.) Wenn ich aber bestimmte Jugendliche mit Messern als Messerstecher verdächtigte, dann muss ich gemäß Gleichbehandlungsgrundsatz, alle Jugendliche mit Messern als Messerstecher verdächtigen, sonst handele ich diskriminierend. Deshalb habe ich auch das Beispiel mit dem absoluten Alkoholverbot in "Metronom"-Zügen angeführt - eine sinnvolle Vorschrift, die nur dann ohne positive oder negative Diskriminierung durchgeführt werden kann, wenn es keine Ausnahmen für Fälle gibt, in denen die Vorschrift offensichtlich unangemessen ist. Ein klassisches Dilemma.
sonst kann man - IMHO - auch gleich holzschwerter verbieten.
Ich gebe dir Recht, aber ...
Für mich ist aber außer dem Konflikt um Freiheit und Sicherheit noch der Grundsatz Gleichheit im Spiel, und das macht die Sache für mich ethisch ungemütlich, bis hin zur "double bind"-Situation - in der ich, egal, wie ich mich entscheide, falsch entscheide.
Es wäre natürlich schön, wenn kein Jugendlicher als (potenzieller) Messerstecher verdächtigt würde, aber wie die Dinge nun einmal liegen, gibt es tatsächlich jugendliche Messerstecher. (Das Problem der verzerrten Wahrnehmung des Risikos klamme ich mal aus.) Wenn ich aber bestimmte Jugendliche mit Messern als Messerstecher verdächtigte, dann muss ich gemäß Gleichbehandlungsgrundsatz, alle Jugendliche mit Messern als Messerstecher verdächtigen, sonst handele ich diskriminierend. Deshalb habe ich auch das Beispiel mit dem absoluten Alkoholverbot in "Metronom"-Zügen angeführt - eine sinnvolle Vorschrift, die nur dann ohne positive oder negative Diskriminierung durchgeführt werden kann, wenn es keine Ausnahmen für Fälle gibt, in denen die Vorschrift offensichtlich unangemessen ist. Ein klassisches Dilemma.