Einen Tag vor dem Start

So, ich bin seeklar! Recherchen, Plot, Hauptpersonen, Schiffe - steht!
Morgen noch der "Kick Off" - da treffen wir wahnsinnigen Marathonschreibern aus Hamburg uns noch mal und machen uns Mut.

Mein NaNoWriMo-Profil findet Ihr hier: About the author: hrafnsgaldr.

ich habe den Plot in 14 Kapitel unterteilt. In Analogie zu den 14 Songs des FAWM, den anderen Wahnsinns-Wettbewerb, in dem es darum geht, im Februar in 28 Tagen 14 Songs zu schreiben. Da ich ja zwei Tage "off Keyboard" sein werde, kommt das mit den 28 Tagen auch hin.

Damit liegen auch die Etappenziele ("Milestones") fest. Etwas nervös bin ich schon.
Es geht ja um Quantität - 50.000 Wörter in 30 Tagen - nicht darum, einen möglichst "guten" Roman zu schreiben - obwohl es einige NaNoWriMo-Wahnsinnige es schaffen, veröffentlichungsreife Bücher zu schreiben - natürlich mit Nachbearbeitung. Mehr noch: einige dieses Romane wurden auch schon veröffentlicht. Vor Kurzem wurde der erste deutsche NaNo-Roman bei einem "richtigen" Verlag veröffentlicht: der Krimi "Millionenallee".

Ich merke schon jetzt, wie der bei mir normalerweise sehr scharf gestellte "Qualitätsfilter" beim Projekt "Brüder der Küste" durchlässiger wird, oder anders gesagt, die verinnerlichten Deutschlehrer, Chefredakteure, Kritiker und Lektoren die Klappe halten. Auch die Schere im Kopf klappert nicht; der innere Zensor, die Instanz, die mir sagt, dass "man" "so etwas" nicht schreibt.
Wobei ich noch ein paar "Filter" mehr "ausschrauben" muss, als die genannten - welche, gehört nicht in die Öffentlichkeit.

Es ist ja so, dass "Qualitätsfilter" nicht unbedingt zu gutem Stil oder auch nur gutem Deutsch führen, wovon sich jeder Leser meines Blogs und des Rechtschreib- und Grammatikmülls, den ich manchmal produziere, überzeugen kann.

Manche Ideen, manche davon schon zu Exposés oder sogar ausgearbeiteten Handlungen gereift, habe ich abgewürgt und weggeworfen, weil irgendetwas in mir sagte "das wird ja eh nichts". Es stimmt, dass das Gefühl in vielen Fällen nicht trog und die Idee wirklich nicht taugte. So ganz falsch zeigt mein innerer Kompass nicht an. Was ich versuche: einmal einfach an einem nicht unbedingt überzeugenden, literarisch eher fragwürdigen, aber viel Spaß versprechenden Thema dranzubleiben.

Durch den immensen Zeitdruck entsteht eine Konzentration, die Erlaubnis gibt, die Filter und Zensoren, die "Wenns" und "Aber", außer acht zu lassen. Ein Experiment mit offenem Ausgang zu wagen. Wegschmeißen oder löschen kann ich den Kram hinterher immer noch. Ja, auch das gehört zur Übung: vorn vornherein für den Papierkorb, und nicht für das Verlagslektorat, zu schreiben. Ich werde mein Urteil, ob der fertige Roman gut oder schlecht ist, nicht anderen, und vor allem keinen Freunden (Freunde sind schlechte Kritiker), überlassen. Es wäre eine angenehme Dreingabe, wenn "Brüder der Küste" auch nur halbwegs lesenswert gerät. Nie daran denken, wie viel Aufwand ich schon investiert habe. Nach vorne blicken!

Egal, schon zu viel über mich gesenft. Morgen wird's ernst. Und in einem Monat werde ich es wissen.

Per aspera ad astra!

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