Meine dreieinhalb Jahre auf einem Mädchengymnasium waren die besten in meiner Schulzeit. Sowohl von meinem - empfundenen - Leistungsniveau als auch von der Unterrichtsqualität UND der sozialen Qualität her - das war die einzige Schule in meiner Schulzeit, wo ich mal nicht wie ein Paria behandelt wurde.
Daß die Schulbuchklischees (übrigens auch Sexualität im Bio-Unterricht... finsteres Kapitel) völlig unterste Schublade sind: signed.
Mein Bild von "Mädchen-" bzw. "Jungen"-Schulen ist stark durch die Erzählungen von Menschen aus der Generation meiner Eltern bestimmt - und damals festigten diese Schulen offenbar sehr stark die überkommenen Geschlechterrollen. Ich habe auch in meiner Schulzeit - die schon lange her ist - die wenigen noch "geschlechtsgetrennten" Fächer in der Grundschule (Werken und Sport) als Ärgernis empfunden, bzw. war froh, dass es so was auf weiterführenden Schulen nicht mehr gab.
Wäre ich auf eine reine Jungenschule gekommen, hätte sich meine Außenseiterrolle wahrscheinlich deutlich verstärkt.
Ich habe mit vor einiger Zeit einige "moderne" Bio-Schulbücher angesehen, und war, hinsichtlich der Behandlung der Sexualität, entsetzt: ich habe den Eindruck, dass in dieser Hinsicht die Lehrbücher der 70er Jahren schon "moderner" waren - wenn auch natürlich nicht wirklich befriedigend. (Den Unterschied zwischen "Gender" und "Sex" habe ich jedenfalls nicht in der Schule gelernt - aber immerhin, dass Homosexualität "normal" ist.)
Ich sehe zwar keinen "Roll Back" zum asexuellen "Homo Schmeilensis" (im "Schmeil", dem am weitesten verbreiten westdeutschen Biologie-Lehrbuch der 60er und frühen 70er Jahre wurde die menschliche Sexualität regelrecht ausgeklammert), aber einen starken Hang zum Ausklammern vermeintlich "heikler" Themen.
mikro-zwischenruf
Daß die Schulbuchklischees (übrigens auch Sexualität im Bio-Unterricht... finsteres Kapitel) völlig unterste Schublade sind: signed.
Das ist ein Aspekt, an den ich nicht dachte
Wäre ich auf eine reine Jungenschule gekommen, hätte sich meine Außenseiterrolle wahrscheinlich deutlich verstärkt.
Ich habe mit vor einiger Zeit einige "moderne" Bio-Schulbücher angesehen, und war, hinsichtlich der Behandlung der Sexualität, entsetzt: ich habe den Eindruck, dass in dieser Hinsicht die Lehrbücher der 70er Jahren schon "moderner" waren - wenn auch natürlich nicht wirklich befriedigend. (Den Unterschied zwischen "Gender" und "Sex" habe ich jedenfalls nicht in der Schule gelernt - aber immerhin, dass Homosexualität "normal" ist.)
Ich sehe zwar keinen "Roll Back" zum asexuellen "Homo Schmeilensis" (im "Schmeil", dem am weitesten verbreiten westdeutschen Biologie-Lehrbuch der 60er und frühen 70er Jahre wurde die menschliche Sexualität regelrecht ausgeklammert), aber einen starken Hang zum Ausklammern vermeintlich "heikler" Themen.