Raphael (Gast) - 11. Aug, 11:50

Aufmerksamkeit

Hei,

ja, das ist mir auch immer wieder aufgefallen, dass Katastrophen und Kriege schnell in Vergessenheit geraten. Dann sitzt man da und denkt sich: War da nicht irgendetwas in Somalia? Und haben die Menschen in Äthiopien eigentlich jetzt etwas zu essen, oder sind die alle schon tot? Man weiss es nicht, weil die Medien sehr selektiv berichten. Selbst die etablierten Nachrichten werden immer boulevariger. Da wird ein Riesenslot für die vollkommen irrelevante Tour de France freigehalten, wo doch Deutschland gerade Krieg in acht oder mehr Ländern führt.
Nur wenn dann einer der Soldaten seinem Job nachkommt, nämlich in einem ehrlichen Kugelhagel zu sterben, dann erinnert man sich plötzlich. Und bemerkt mit Erschrecken, dass Kriegspielen auch weh tun kann. Und zwar nicht nur den Bösen ...

Genauso ist das mit unseren Ängsten. Die kommen und gehen. Viele Dinge vor denen wir Angst hatten, kennen wir heute gar nicht mehr. Da habe ich vor ein paar Tagen einen Link bei mir unter "Angstmeister" gesetzt. Der kabarettistische Beitrag ist gruselig, aber echt sehenswert.

Cheerio
Raphael

MMarheinecke - 11. Aug, 13:51

Acht oder mehr Länder ist übertrieben

Nur in Afghanistan kann man sagen, dass die Bundeswehr tatsächlich im Moment Krieg führt. "Beobachtermissionen" wie im Kongo, UN-Missionen wie im Kosovo und in Bosnien und selbst die "Anti-Piraten"-Aktionen vor der somalischen Küste können durchaus blutig verlaufen, sind allerdings meiner Ansicht nach keine "richtigen", d. h. mit hoher Kampfintensität geführte, Kriege. Vor allem geht es in all diesen Fällen nicht darum, einen Gegner zu besiegen. Auch nicht bei den somalischen Piraten - die können nur besiegt werden, wenn man ihre Stützpunkte angreift. Was aus politischen Gründen (noch) nicht gemacht wird.

Der einzige andere "richtige Krieg", an dem die Bundeswehr beteiligt war - der meiner Ansicht nach völkerrechtlich noch weit bedenklicher war - ist der NATO-Krieg gegen Serbien. Wobei ich die Ziele der NATO sogar für richtig hielt, genau so, wie ich mich in Afghanistan ausdrücklich nicht auf Seiten der Taliban oder der "Warlords" sehe.
Ich billige (mit AbstrichenI) den Zweck, nicht aber nicht die Mittel. Es stimmt nicht, dass der Zweck die Mittel heiligt.
Und ich bin kein Pazifist. Schon lange nicht mehr.

Name

Url

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:


JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neues Bild

 

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

"Sie begriffen die Katastrophe...
Es gibt in Norddeutschland zahlreiche Gedenksteine,...
MMarheinecke - 16. Feb, 13:30
Antwort auf Zeitgeistkritik
Das kann man so sehen,allerdings ist es nicht fair...
kilian (Gast) - 11. Feb, 01:53
Die Frage nach den Ursachen
20% der Deutschen sollen nach einer neuen Studie latent...
MMarheinecke - 7. Feb, 08:42
Die Sache ist komplex...
"Es sind in der Regel nicht die harten Nazischläger,...
Rayson (Gast) - 6. Feb, 20:10
Hassmails - was man mit...
Was macht man mit Hassmails? Die meisten, die schon...
MMarheinecke - 6. Feb, 14:37

Suche

 

Status

Online seit 2270 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 16. Feb, 22:48

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


Creative Commons License

xml version of this page

twoday.net AGB


doof-aber-gut
Gedankenfutter
Geschichte
Geschichte der Technik
Hartz IV
Kulturelles
Medien, Lobby & PR
Medizin
Persönliches
Politisches
Religion, Magie, Mythen
Überwachungsgesellschaft
Umwelt
Wirtschaft
Wissenschaft & Technik
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren