ja, das ist mir auch immer wieder aufgefallen, dass Katastrophen und Kriege schnell in Vergessenheit geraten. Dann sitzt man da und denkt sich: War da nicht irgendetwas in Somalia? Und haben die Menschen in Äthiopien eigentlich jetzt etwas zu essen, oder sind die alle schon tot? Man weiss es nicht, weil die Medien sehr selektiv berichten. Selbst die etablierten Nachrichten werden immer boulevariger. Da wird ein Riesenslot für die vollkommen irrelevante Tour de France freigehalten, wo doch Deutschland gerade Krieg in acht oder mehr Ländern führt.
Nur wenn dann einer der Soldaten seinem Job nachkommt, nämlich in einem ehrlichen Kugelhagel zu sterben, dann erinnert man sich plötzlich. Und bemerkt mit Erschrecken, dass Kriegspielen auch weh tun kann. Und zwar nicht nur den Bösen ...
Genauso ist das mit unseren Ängsten. Die kommen und gehen. Viele Dinge vor denen wir Angst hatten, kennen wir heute gar nicht mehr. Da habe ich vor ein paar Tagen einen Link bei mir unter "Angstmeister" gesetzt. Der kabarettistische Beitrag ist gruselig, aber echt sehenswert.
Nur in Afghanistan kann man sagen, dass die Bundeswehr tatsächlich im Moment Krieg führt. "Beobachtermissionen" wie im Kongo, UN-Missionen wie im Kosovo und in Bosnien und selbst die "Anti-Piraten"-Aktionen vor der somalischen Küste können durchaus blutig verlaufen, sind allerdings meiner Ansicht nach keine "richtigen", d. h. mit hoher Kampfintensität geführte, Kriege. Vor allem geht es in all diesen Fällen nicht darum, einen Gegner zu besiegen. Auch nicht bei den somalischen Piraten - die können nur besiegt werden, wenn man ihre Stützpunkte angreift. Was aus politischen Gründen (noch) nicht gemacht wird.
Der einzige andere "richtige Krieg", an dem die Bundeswehr beteiligt war - der meiner Ansicht nach völkerrechtlich noch weit bedenklicher war - ist der NATO-Krieg gegen Serbien. Wobei ich die Ziele der NATO sogar für richtig hielt, genau so, wie ich mich in Afghanistan ausdrücklich nicht auf Seiten der Taliban oder der "Warlords" sehe.
Ich billige (mit AbstrichenI) den Zweck, nicht aber nicht die Mittel. Es stimmt nicht, dass der Zweck die Mittel heiligt.
Und ich bin kein Pazifist. Schon lange nicht mehr.
Aufmerksamkeit
ja, das ist mir auch immer wieder aufgefallen, dass Katastrophen und Kriege schnell in Vergessenheit geraten. Dann sitzt man da und denkt sich: War da nicht irgendetwas in Somalia? Und haben die Menschen in Äthiopien eigentlich jetzt etwas zu essen, oder sind die alle schon tot? Man weiss es nicht, weil die Medien sehr selektiv berichten. Selbst die etablierten Nachrichten werden immer boulevariger. Da wird ein Riesenslot für die vollkommen irrelevante Tour de France freigehalten, wo doch Deutschland gerade Krieg in acht oder mehr Ländern führt.
Nur wenn dann einer der Soldaten seinem Job nachkommt, nämlich in einem ehrlichen Kugelhagel zu sterben, dann erinnert man sich plötzlich. Und bemerkt mit Erschrecken, dass Kriegspielen auch weh tun kann. Und zwar nicht nur den Bösen ...
Genauso ist das mit unseren Ängsten. Die kommen und gehen. Viele Dinge vor denen wir Angst hatten, kennen wir heute gar nicht mehr. Da habe ich vor ein paar Tagen einen Link bei mir unter "Angstmeister" gesetzt. Der kabarettistische Beitrag ist gruselig, aber echt sehenswert.
Cheerio
Raphael
Acht oder mehr Länder ist übertrieben
Der einzige andere "richtige Krieg", an dem die Bundeswehr beteiligt war - der meiner Ansicht nach völkerrechtlich noch weit bedenklicher war - ist der NATO-Krieg gegen Serbien. Wobei ich die Ziele der NATO sogar für richtig hielt, genau so, wie ich mich in Afghanistan ausdrücklich nicht auf Seiten der Taliban oder der "Warlords" sehe.
Ich billige (mit AbstrichenI) den Zweck, nicht aber nicht die Mittel. Es stimmt nicht, dass der Zweck die Mittel heiligt.
Und ich bin kein Pazifist. Schon lange nicht mehr.