Gregor Keuschnig - 28. Apr, 19:01

Wieder ein Girlie, welches der SPIEGEL zur Schriftstellerin hochstilisieren will; erkennbar an dem Adjektiv "erfolgreich". Beim Überfliegen dieses Geschreibes überkam mich Langeweile. Decouvrierend die Antwort, sie lese keine anderen Blogs, weil das zu "inzestuös" sei. Vermutlich liest sie aus diesem Grund auch keine Bücher. Mit ihrem Vokabular bringt es die Autorin bestimmt noch weit. Die Redakteure werden schon dafür sorgen.

MMarheinecke - 28. Apr, 20:55

Ich wundere mich auch über das Wort "Erfolgsautorin"

Für mich ist jemand nicht schon deshalb "Erfolgsautor", weil der oder die nicht irgendwann mal in der Bestsellerliste auftauchte. Schließlich redet niemand bei einem "One-Hit-Wonder" schon von einem "Erfolgsmusiker". Außerdem erregt es mein Misstrauen, wenn jemand betont, eine Schriftstellerin sei "erfolgreich". Genau aus dem selben Grund, aus dem mich ein Arbeitszeugnis stutzig macht, in dem betont wird, dass ich "pünktlich und sorgfältig" wäre - denn damit gibt mein Ex-Arbeitgeber zu verstehen, dass seiner Ansicht nach sonst mit mir nicht viel los wäre. (Ich nehme nicht an, dass das im Falle des "Spiegels" Absicht ist.)

Buschheuers Blog lese ich nicht mehr, weil es mir schlicht zu langweilig war. Tatsächlich hat der Stil "gepflegte Langeweile" in ihrem Blog mich davon abgehalten, ihre Bücher zu kaufen. Da einige ihrer Bücher tatsächlich auf ihrem Blog beruhen, ist das im Falle dieser Bücher nicht mal ein Vorurteil ;-)
Gregor Keuschnig - 28. Apr, 22:01

"Erfolgsautorin" soll ähnlich wie "Professor" oder "Nobelpreisträger" zu einer Art Vornamenersatz werden, der unabänderlich mit der Person gesagt und gedacht wird. Damit muss man früh anfangen, damit es sich in die Gehirne der potentiellen Konsumenten festsetzt. Irgendwann hab ich mal gelesen, daß viele Leute Mehdorns Vornamen als "Bahnchef" assoziiert hatten, so einschlägig wurde das von den Medien genannt.

Die nächste Steigerung auf dieser Marketing-Rangleiter wäre dann "Bestseller-Autorin". Dann sitzt die Dame in den von ihr jetzt noch so abschätzig betrachteten Talkshows. Kommt alles noch.
MMarheinecke - 28. Apr, 22:50

Damit hätte sie - als Ex-Talkshow Moderatorin - nur die Seiten gewechselt. ;-) - Nein, sie war früher selbst häufiger Talkshow-Gast. Tatsächlich hat sie zeitweilig keine Gelegenheit ausgelassen, sich selbst zu präsentieren, was sie ja selbst in einem alten "Spiegel"-Interview (aus dem Jahr 2001) einräumt: "Das zeitgeistige Pointengeschnatter ging mir auf die Nerven!".
Ich vermute ich, dass sich ohne ihre gewisse Prominenz - die sie ja nicht ihren Büchern verdankt - der "Spiegel" nicht um sie kümmern würde. (Und schon das damalige "Spiegel"-Interview zielte darauf ab, sie als Autorin "großzuschreiben". Über die Motive der "Spiegel"-Redakteure dafür kann ich nur spekulieren.)

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