Vorab: Ich habe die Fernsehsendung nicht gesehen, da mir das Personal von vornherein ungeeignet schien.
Meine Erfahrung in den letzten Jahren geht dahin, dass uns Begriffe wie "sekundärer Antisemitismus" nicht einen Schritt weiter bringen. Antisemitismus dient sehr häufig (nicht immer!) als Mechanismus, den Diskurs zu beenden und den Diskussionspartner zu desavouieren. Das ist sehr praktisch und entbindet von der Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit dem Diskussionspartner (seien die "Argumente" auch noch so abstrus). Genau, wie es sehr einfach ist, die Hamas als Gesprächspartner a priori abzulehnen (mit ähnlichen Mustern war man in den 70er Jahren in Bezug auf die PLO "unterwegs").
Dass unsere Einzige "historische Pflicht" in dieser Sache sein soll, zum Gaza-Konflikt vorsichtig zu sein oder die Klappe zu halten kann und sollte übrigens für alle anderen Thematiken auch gelten (sie ist bspw. in schrecklichem Maße während der Jugoslawienkriege versäumt worden). Warum dies ausgerechnet in diesem Bereich zur historischen Pflicht erklärt wird, leuchtet mir nicht ein, wenn auf der anderen Seite unser "Bildungsnotstand" und die Writschaftskrise ausgiebig mit B-Promis, die rein gar keine Ahnung haben, sondern nur eine "Meinung" in ähnlichen Talkshows diskutiert wird.
Israel hat sich mit diesem Krieg in mehrfacher Hinsicht einen Bärendienst erwiesen. Spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg müsste man wissen, dass diese Art von Luftkrieg die Bevölkerung nur noch stärker hinter Despoten zusammenhält. Wobei sich die Bevölkerung in diesem Fall die Despoten selber, in demokratischen Wahlen, gewählt hat. Da einem jedoch dieses Regime (aus vielleicht nachvollziehbaren Gründen) nicht passt, hat man es wie einen Aussätzigen behandelt (und die Bevölkerung gleich mit dazu), statt mit kluger Diplomatie indirekt einen Dialog zu versuchen (kann natürlich sein, dass wir nicht wissen, ob das gescheitert ist).
Jegliche Kritik an dieser Art von Politik mit Scheinrubrizierungen abzuwürgen, ist letztlich Wasser auf die Mühlen derjenigen, die u. a. auch bei twoday EINDEUTIG antisemitische und rassistische Blogs betreiben (ohne dass man von Seiten twoday einschreitet).
Die "Antisemitismus-Hellseherei" (Peter Sloterdijk in anderem Zusammenhang), die in jeder israel-kritischen Äusserung einen rassistischen Hintergrund impliziert, ist nicht nur unproduktiv, sondern auch un-intellektuell.
Meine Erfahrung in den letzten Jahren geht dahin, dass uns Begriffe wie "sekundärer Antisemitismus" nicht einen Schritt weiter bringen. Antisemitismus dient sehr häufig (nicht immer!) als Mechanismus, den Diskurs zu beenden und den Diskussionspartner zu desavouieren. Das ist sehr praktisch und entbindet von der Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit dem Diskussionspartner (seien die "Argumente" auch noch so abstrus). Genau, wie es sehr einfach ist, die Hamas als Gesprächspartner a priori abzulehnen (mit ähnlichen Mustern war man in den 70er Jahren in Bezug auf die PLO "unterwegs").
Dass unsere Einzige "historische Pflicht" in dieser Sache sein soll, zum Gaza-Konflikt vorsichtig zu sein oder die Klappe zu halten kann und sollte übrigens für alle anderen Thematiken auch gelten (sie ist bspw. in schrecklichem Maße während der Jugoslawienkriege versäumt worden). Warum dies ausgerechnet in diesem Bereich zur historischen Pflicht erklärt wird, leuchtet mir nicht ein, wenn auf der anderen Seite unser "Bildungsnotstand" und die Writschaftskrise ausgiebig mit B-Promis, die rein gar keine Ahnung haben, sondern nur eine "Meinung" in ähnlichen Talkshows diskutiert wird.
Israel hat sich mit diesem Krieg in mehrfacher Hinsicht einen Bärendienst erwiesen. Spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg müsste man wissen, dass diese Art von Luftkrieg die Bevölkerung nur noch stärker hinter Despoten zusammenhält. Wobei sich die Bevölkerung in diesem Fall die Despoten selber, in demokratischen Wahlen, gewählt hat. Da einem jedoch dieses Regime (aus vielleicht nachvollziehbaren Gründen) nicht passt, hat man es wie einen Aussätzigen behandelt (und die Bevölkerung gleich mit dazu), statt mit kluger Diplomatie indirekt einen Dialog zu versuchen (kann natürlich sein, dass wir nicht wissen, ob das gescheitert ist).
Jegliche Kritik an dieser Art von Politik mit Scheinrubrizierungen abzuwürgen, ist letztlich Wasser auf die Mühlen derjenigen, die u. a. auch bei twoday EINDEUTIG antisemitische und rassistische Blogs betreiben (ohne dass man von Seiten twoday einschreitet).
Die "Antisemitismus-Hellseherei" (Peter Sloterdijk in anderem Zusammenhang), die in jeder israel-kritischen Äusserung einen rassistischen Hintergrund impliziert, ist nicht nur unproduktiv, sondern auch un-intellektuell.