Aber, die "moral panic" zeigt ihre Wirkung. Die Leute sind gewillt ihre Freiheiten aufzugeben, solange damit auch die Promille der "Gefährder" (laut Bild sind das ja inzwischen 88 in Deutschland) getroffen werden.
Ich raff' das wirklich nicht. Wie kommt es, dass Menschen allen Ernstes da sitzen können und so jemanden wie Schäuble als Innenminister tolerieren und all diese Gesetze, die Karlsruhe zurückpfeiffen muss und zu denken: "Wir sind ja in Deutschland, das wird schon nicht missbraucht." Ist das reine Naivität oder eben doch blanke Panik, dass das eigene Kind mal im Netz von einem Pädosexuellen angechattet wird?
Wobei ich statt "Naivität" - "ungebrochenes Vertrauen in unseren Staat" setzen würde. Nicht als Euphemismus für "Staatsgläubigkeit" bzw. "Autoritätsgläubigkeit", sondern in dem Sinne, dass der Staat noch (!) "moralischen Kredit" besitzt.
Ein Blick nach Schweden, wo es nicht nur die Websites-Sperren, die von Frau von der Leyen so toll findet, gibt, sondern auch dieses Jahr ein Gesetz verabschiedet wurde, nach dem alle von Schweden ins Ausland führenden Datenkabel mit Filtern versehen werden, die auf vorher definierte Begriffe, Zahlenkombinationen oder andere Codes reagieren. Schwedens Parlament stimmt umfassendem Lausch-Gesetz zu.
Die schwedische Kinderporno-Filter-Liste ist übrigens ein schlechter Witz - die meisten darin vermerkten Seiten werden in den USA oder in Deutschland gehostet, gäbe es darauf "harte" KiPo, wären sie wahrscheinlich längst vom Netz. Das "schwedische Echelon" ist leider kein Witz. Das scheinbar Bizarre ist, dass so etwas in einem Land stattfindet, in dem es auch z. B. "Pirate Bay" gibt - ein Einrichtung, die in Deutschland schwerlich geduldet würde.
Worauf ich hinaus will: in Schweden ist ein sehr großes Grundvertrauen des Bürgers in "seinen" Staat und bis zu einem gewissen Grade der Behörden in "seine" Bürger zu spüren.
In Deutschland - immerhin mit Diktatur-Erfahrung - ist dieses Vertrauen weniger ausgeprägt, aber es ist da. Im Zweifel trauen die meisten Deutschen "Vater Staat" nichts wirklich Böses zu.
Interessant finde ich übrigens, dass die Angst davor, dass das eigene Kind von einem Pädosexuellen angechattet wird, bei den medialen Äußerungen über "Kinderporno im Internet" nur wenig Raum einnimmt - obwohl diese Möglichkeit den realen Ängsten von Eltern am ehesten entsprechen dürfte. Vermutlich liegt das daran, dass technische Maßnahmen bzw. Netzzensur in diesem Bereich einfach nicht greifen. Wir (und nicht nur wir Deutschen) haben tatsächlich so etwas wie eine "Zensur- und Überwachungslobby".
Ich raff' das wirklich nicht. Wie kommt es, dass Menschen allen Ernstes da sitzen können und so jemanden wie Schäuble als Innenminister tolerieren und all diese Gesetze, die Karlsruhe zurückpfeiffen muss und zu denken: "Wir sind ja in Deutschland, das wird schon nicht missbraucht." Ist das reine Naivität oder eben doch blanke Panik, dass das eigene Kind mal im Netz von einem Pädosexuellen angechattet wird?
Wohl beides ...
Ein Blick nach Schweden, wo es nicht nur die Websites-Sperren, die von Frau von der Leyen so toll findet, gibt, sondern auch dieses Jahr ein Gesetz verabschiedet wurde, nach dem alle von Schweden ins Ausland führenden Datenkabel mit Filtern versehen werden, die auf vorher definierte Begriffe, Zahlenkombinationen oder andere Codes reagieren. Schwedens Parlament stimmt umfassendem Lausch-Gesetz zu.
Die schwedische Kinderporno-Filter-Liste ist übrigens ein schlechter Witz - die meisten darin vermerkten Seiten werden in den USA oder in Deutschland gehostet, gäbe es darauf "harte" KiPo, wären sie wahrscheinlich längst vom Netz. Das "schwedische Echelon" ist leider kein Witz. Das scheinbar Bizarre ist, dass so etwas in einem Land stattfindet, in dem es auch z. B. "Pirate Bay" gibt - ein Einrichtung, die in Deutschland schwerlich geduldet würde.
Worauf ich hinaus will: in Schweden ist ein sehr großes Grundvertrauen des Bürgers in "seinen" Staat und bis zu einem gewissen Grade der Behörden in "seine" Bürger zu spüren.
In Deutschland - immerhin mit Diktatur-Erfahrung - ist dieses Vertrauen weniger ausgeprägt, aber es ist da. Im Zweifel trauen die meisten Deutschen "Vater Staat" nichts wirklich Böses zu.
Interessant finde ich übrigens, dass die Angst davor, dass das eigene Kind von einem Pädosexuellen angechattet wird, bei den medialen Äußerungen über "Kinderporno im Internet" nur wenig Raum einnimmt - obwohl diese Möglichkeit den realen Ängsten von Eltern am ehesten entsprechen dürfte. Vermutlich liegt das daran, dass technische Maßnahmen bzw. Netzzensur in diesem Bereich einfach nicht greifen. Wir (und nicht nur wir Deutschen) haben tatsächlich so etwas wie eine "Zensur- und Überwachungslobby".