Ich beschrieb die uns ins Haus stehende Gesellschaftsform als "neofeudalistisch". Das ist missverständlich, denn ein Feudalsystem beruht auf der Vergabe ("Lehen") von Landbesitz. Tatsächlich werden in der "neuen" Gesellschaftsordnung eher (immaterielle) Privilegien verliehen, statt Land z. B. Verwertungsrechte. Die Analogie zum Feudalsystem ist aber insofern richtig, da in beiden Fällen die sozialen Aufstiegsmöglichkeiten von der "Gande" der Herrschaftselite abhängt, dass ein informelles Geben-und-Nehmen-Verhältnis gegenüber "regulären" vertraglichen Regelungen vorherrscht und dass die Wirtschaftspolitik "merkantilistisch" auf eine mit den Interessen der Elite identischen "Staatsraison" ausgerichtet ist.
Was mir gerade auffiel.