Festivalsterben. Merkt das eigentlich wer?

Fragte Karan auf Twitter.

Abgesehen davon, dass es sicherlich ein "gefühltes" Festivalsterben (bezogen auf Musikfestivals) gibt, etwa in dem Sinne, dass "früher immer mehr los" war, offenbart schon eine kurze Internetsuche nach bekannten Festivals, dass es mehrere von ihnen schlicht nicht mehr gibt, während andere mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Eine dieser Schwierigkeiten ist die "Kostenfalle": man glaubt dem Publikum einen gewissen "professionellen Standard" schuldig zu sein. Dieser "professionelle Standard" kostet aber Geld, was sich auf die Eintrittspreise niederschlägt oder bzw. und die Abhängigkeit von Sponsoren (sprich: Werbung) erhöht. Beides führt in unschöner Regelmäßigkeit zu sinkenden Zuschauerzahlen.

Eine andere Schwierigkeit ist, dass kommunale Räumlichkeiten, wie Bürgerhäuser, Sporthallen usw. nicht mehr zur Verfügung stehen oder die selben Mieten nehmen, die kommerzielle Veranstalter zu zahlen bereit sind.

Eine ganz erhebliche Schwierigkeit trägt den Namen "Sicherheit". Ohne regulären "professionellen" Ordnungsdienst geht oft nichts mehr - auch wenn ein paar freiwillige Ordner locker reichen würden. Der Grund sind Auflagen der Kommunen und der Versicherungen. Die Angst, dass "etwas passieren könnte", steigert sich mittlerweile zur ausgewachsenen Phobie. Nicht immer ganz grundlos: zwar gibt es auch nicht mehr "Krawalle" als früher, aber mittlerweile weiß man in jedem Rathaus, dass a) "die Medien" gierig auf den kleinsten "Krawall" lauern und b) ein "Krawall", der in die Zeitung, ins Radio oder ins Fernsehn kommt, Gift für das Image der Stadt und tödliches Gift für die Karriere eines verantwortlichen Kommunalpolitikers ist.

Immerhin bin ich ganz froh, dass wenigstens das Wutzrock-Festival "umsonst & draußen" bei mir "um die Ecke" dieses Jahr wieder stattfinden wird ...

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