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Ludwig (Gast) - 3. Dez, 12:19

Verschwörungstheorien und tatsächliche Verschwörungen

In dem Beitrag redest du von einer Verschwörungstheorie. Das Wort wird inflationär verwandt - immer mit der Vorstellung, die Idee einer Verschwörung sei doch absurd. Ich habe das Buch von Bernstein und Woodrow über Watergate gelesen; sicher gab es da zunächst auch Leute, die der Washington Post erzählten, das sei doch eine Verschwörungstheorie. Zum Schluss kam klar heraus: Es war eine Verschwörung! Ebenso endete ja auch die Iran-Contra-Affäre, Irangate. Das heißt jetzt weder: Alle Verschwörungsbehauptungen sind richtig, noch sind sie alle falsch. Das Einordnen einer Verschwörungsbehauptung als Verschwörungstheorie ist in der Regel schlichtes Schubladendenken, beliebt bei Leuten, die das eigene Denken, da zu anstrengend, gerne vermeiden.

Nein, diese Bemerkungen richten sich keinesfalls gegen dich! Dein Artikel hat mir gut gefallen. Ich finde den Film total faszinierend, er macht auf manches Interessante aufmerksam, er ist an mancher Stelle völlig unglaubwürdig, speziell im Bereich der Zinsen, da wüsste ich gerne, wie man sich eine Welt ohne Zinsen vorstellt - allerdings gerade da bin ich fast vom Stuhl gefallen, als ich nachher durch Recherche feststellte: In der Tat, in den USA ist die Notenbank Fed eine weitgehend private Einrichtung. Dass man das so organisieren kann - und was das wohl für Konsequenzen haben kann - fand ich doch ziemlich verblüffend. Auch den ganzen Zusammenhang zwischen Christentum und anderen Religionen sowie Astronomie - wenn da auch nur die Hälfte stimmt, habe ich viel gelernt! Und dass da in New York noch ein dritter Turm zusammengefallen ist - und im Untersuchungsbericht nicht erwähnt wird - und die Geschichte mit den fehlenden Flugzeugteilen am Pentagon und dass im Bericht die Frage der Attentats-Finanzierung ungeklärt bleibt - ich weiß nicht genau, was ich aus dem Film erfahren habe, aber jedenfalls hat mich der Film angeregt, nochmal nachzulesen.

Die Geschichte mit dem frei erfundenen Zwischenfall (Tonkin) zu Beginn des Vietnam-Krieges, Pearl Harbor, Watergate, Iran-Contra-Drogenschmuggel, die angeblichen Massenvernichtungswaffen des Irak, Garrymandering (s. Google/Wikipedia), die CIA-Aktivitäten inklusive unbestrittener Ermordungen und Umstürzen - die Regierungen der USA, die CIA, die sonstigen Behörden und wohl auch viele US-Bürger haben offensichtlich ein anderes Verständnis davon, was im Rahmen der Politik und zur Erlangung von Geld erlaubt ist, als die meisten Bürger Europas. Ich denke, dieser andere Hintergrund von Moral führt dazu, dass Ferkeleien wie evtl. 9/11 den USA zugetraut werden. Und eines der Verdienste des Films ist es, auf die fröhliche Manipulation der Welt durch die Regierungen und Verwaltungen (und manchmal auch Unternehmen) der USA nochmal hinzuweisen.

Nein, ein nüchterner Dokumentarfilm ist es sicherlich nicht.

Max (Gast) - 12. Jan, 00:26

Zinsen

Du kannst dir eine Welt ohne Zinsen gar nicht vorstellen? Zinsen sind der Grund dafür, dass Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden. Wer viel hat, bekommt über die Zinsen immer mehr. Je mehr er hat, desto höher die Zinsen. Wer nichts hat, bekommt keine Zinsen. Und wer Schulden hat, zahlt über die Zinsen noch zusätzlich drauf. Die Welt wäre ohne Zinsen sicherlich eine andere. Aber vorstellen kann man sich das doch mal. Oder bist du dermaßen abgestumpft? So abgestumpft wie die vielen, die an Gott oder Jesus oder wen auch immer glauben, weil man es ihnen von Kindheit an so beigebracht hat bzw. es ein altes Buch gibt, in dem es so drin steht. Die önnen sich eine Welt ohne Gott auch nicht vorstellen. Und wieder andere können sich eine Welt, in der uns unsere Regierungen Tag für Tag verarschen nicht vorstellen. Oder sie wollen es sich einfach nicht vorstellen - das immerhin kann ich durchaus verstehen.
MMarheinecke - 12. Jan, 02:46

Max, ich kann das mühelos

Ich habe mich z. B. ziemlich ausführlich mit der "Freiwirtschaftslehre" beschäftigt. Oder Feudalsysteme - die funktionieren auch ohne Zinsen.
Ja, ich weiß, Du meinst Ludwig. Trotzdem: ich kann mir eine funktionierende Weltwirtschaft ohne Kapitalverkehr und einen funktionierenden Kapitalverkehr ohne Zinsen auch nicht vorstellen - in dem Sinne, dass ich der Ansicht bin, dass eine zinsfreie Weltwirtschaft eher schlecht als recht funktionieren würde. (Auf lokal begrenzter Ebene geht es sicher auch ohne Zinsen. Silvo Gesell war schließlich kein Phantast. Der berühmte Volkswirtschaftler John Maynard Keynes übernahm weite Teile der Analysen Gesells. Aber selbst Keynes nannte zinsloses Freigeld "undurchführbar" - jedenfalls für eine Industriegesellschaft mit weltweitem Handel.)
Die Frage ist, ob eine "zinslose" Welt einer, in der Geld gegen Zinsen verliehen werden kann, wirklich vorzuziehen wäre.

Außerdem schätze ich es nicht, wenn in meinem Blog Kommentatoren (wie Du) andere Kommentatoren beschimpfen.

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