blackconti - 26. Sep, 00:53

Hervorragend analysiert, bzw. psychoanalysiert. Einwandfrei!
Bleibt nur noch die von Dir nicht eindeutig geklärte Frage: Was sind deren andere Ziele? Alles nur dem Schilly zu Liebe, wie ein Kommentator meint, scheint mir dann doch ein Bisschen wenig, oder?

Hellblazer - 26. Sep, 12:57

"dem Schilly zuliebe" meint "ein Kommentator"allerdings garnicht, wenn man liest was er schrob...
blackconti - 26. Sep, 18:26

Das habe ich natürlich unheimlich ernst gemeint, das mit dem Schilly!
MMarheinecke - 26. Sep, 19:14

Verdammt noch mal, ich kann doch keine Gedanken lesen - und die von Ausserirdischen Sicherheitsexperten erst recht nicht!

Mal im Ernst: das blanke geschäftliche Eigeninteresse, das Hellblazer hier anführte, ist natürlich ein wichtiger Faktor.

Auch auf die Experten bin ich nicht ohne Grund gekommen. (Abgesehen vom Offensichtlichen: dass sich Schäuble, wenn er argumentativ in die Defensive gerät, ständig auf anonyme Experten beruft.)

Es ist völlig normal, dass Politiker Berater benötigen - schließlich kann man nicht alles wissen oder können. (Politiker, die so tun, als ob sie alles wüssten und könnten, gibt es auch, aber seitdem Franz-Josef Strauß nicht mehr lebt ist damit keiner mehr auf längere Sicht durchgekommen.) Auch Lobbyisten gehören zu einer parlamentarischen Demokratie dazu. Problematisch wird es, wenn Lobbyisten zugleich als Experten auftreten.
(Es gibt dazu auch eine Kampagne: Keine Lobbyisten in Ministerien!)
Auch wenn so ein Berater/Lobbyist wohl selten zur "grauen Eminenz" aufsteigt oder in eine Position gelangt, in der er an Fäden ziehen könnte, hat er allein durch die interessengeleitete Beratung einiges an Einfluss - auch wenn im Gegensatz zum scheinbar unabhängigen, in Wirklichkeit aber für fremde Interessen arbeitenden "Maulwurf" der "Absender" bekannt ist.
Besonders problematisch kann es werden, wenn dem Berater/Lobbyisten außer der Arbeit im Sinne seines Hauptarbeitgebers vor allem daran gelegen ist, dass er immer gut dasteht, wobei er sich durch ausgeprägte Scheu vor jeder Verantwortung auszeichnet (ein bei Politiker aus der 2. Reihe und bei politischen Beamten leider weit verbreiteter Persönlichkeitstyp, der bei seinesgleichen durchaus mit "Verständnis" rechnen kann). Ist er außerdem ein mehr oder weniger geschickter Intrigant und Seelenmasseur, so ein aalglatter Bursche, der keine klaren Aussagen macht, wenn man ihn fragt, der sich aber gut einschleimen kann, dann kann so ein "Berater" durchaus zum nicht gewählten und damit auch nicht abwählbaren "Machtfaktor" in einer Behörde oder einem Ministerium werden, gegen den nur schwer "anregiert" werden kann. Und solche Leute gibt es allein in den Ministerien viele; ich verweise auf die Liste von
Keine Lobbyisten in Ministerien!) Bei Behörden und Landes- und Bundesagenturen werden es nicht weniger sein, und die EU-Behörden wimmeln geradezu von solchen Schleimbatzen mit Widerhaken.

Gerade im Zusammenhang mit Schäuble ist auch ein anderer Typ "Experte" wichtig, die ich mal "Leitbildgeber" nennen. Menschen - meistens Wissenschaftler - in deren Bücher ein Politiker nachschlägt, wenn er etwas nicht versteht, auf deren Welterklärungsmodelle er vertraut, die er manchmal sogar persönlich um Rat fragt.
Schäuble vertraut z. B. auf das Buch "Selbstbehauptung des Rechtsstaats" von Otto Depenheuer. Schon der Klappentext liest sich wie eine Schäuble-Rede:
Gewalt ist im freiheitlichen Verfassungsstaat beim Staat monopolisiert, rechtlich domestiziert und demokratisch legitimiert. Als fundamentalistischer Terror kehrt sie indes mit ursprünglicher Willkür und atavistischer Brutalität auf die politische Bühne zurück. Wie kann der freiheitliche Rechtsstaat seine Existenzform gegenüber seiner islamisch-fundamentalis-tischen Negation verteidigen? Kann sich die rechtlich gehegte Staatsgewalt gegen die barbarische Gewalt eines global agierenden terroristischen Netzwerkes behaupten, ohne ihr Ethos zu verraten? Kennt die Not des Staates kein Gebot des Rechts? Oder ist er umgekehrt an seine Rechtsordnung und deren Prinzipien ausnahmslos gebunden mit der Folge: Fiat iustitia pereat mundus? Muss der Rechtsstaat auch den Feind als Rechtssubjekt achten? Darf er um seiner Existenz willen in letzter Konsequenz sogar unschuldige Menschen opfern? Diesen existentiellen Fragen der Rechtsstaates geht die Studie vor dem Hintergrund der aktuellen terroristischen Bedrohung durch den islamischen Fundamentalismus nach.
(Siehe auch Innenminister Dr. Seltsam.)

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