Ein Film über die Zukunft im Jahre 2057 hat u. a. den Vorteil, dass diejenigen, die sich diesen Beitrag heute mit Sinn und Verstand anschauen können, in 2057 vermutlich nicht mehr leben werden. Die Autoren brauchen also nicht zu befürchten, dass man ihnen "beikommt" (sie werden ja selber nicht mehr leben). Das macht einerseits frei im Kopf - erzeugt jedoch andererseits eine gewisse spielerische Unersthaftigkeit, die schön zum anschauen ist, mich jedoch aufgrund des oben beschriebenen Tatbestands eher depressiv zurücklässt.
Der "Aufstand der Alten" ist nicht nur entäuschend, er ist Propaganda
Und zwar eine Form der PR bzw. des Lobbyistmus für die sich ein Erler nicht hergeben würde: lobbycontrol:ZDF-Themenschwerpunkt Demographie als Bühne der Lobbyisten. Das betrifft nicht "nur" das dokumentarische Umfeld, sondern leider auch den Dreiteiler selbst: er impliziert, ganz im Sinne z. B. der INSM, die Regierung habe ihre Hausaufgaben in Sachen “Reformen” nicht gemacht, der Bürger nicht in Sachen privater Vorsorge.
ist ein hartes Wort. Der Film zeigte das, was letztlich geschehen wird - vermutlich nicht in dieser Übertreibung. Die Sozialkassen werden irgendwann nicht mehr in der Lage sein, für Pflegebedürftige (die natürlich vorher ihre Rücklagen aufgebraucht haben) zwischen 2500 und 3800 Euro pro Monat zu bezahlen. Diese Summen stehen - nebenbei gesagt - in gar keinem Verhältnis zur Leistung, die dort erbracht wird. Insofern wurde schon gezeigt, womit die heute 40-50jährigen in 20 Jahren rechnen können. Glücklich ist, wer sich Reserven angespart hat - für die anderen ist mit dem derzeitigen System im wahrsten Sinne des Wortes kein Staat mehr zu machen - wenn denn die Lebenserwartung tatsächlich so weiter steigt (was ich bezweifle, weil die gesundheitliche Versorgung irgendwann eingeschränkt werden wird - Stichwort Zweiklassenmedizin [die wir längst schon haben]).
und auch kein hartes Wort, sondern eine Beschreibung, was er ist. Weil er die Ursachen der Misere, die Du durchaus zutreffend beschreibts, verschleiert bzw. die falschen Ursachen nennt.
Dass es demographische Veränderungen gibt, ist klar. Aber: die Verläßlichkeit der Prognosen ist stark anzuzweifeln. Noch stärker anzweifeln läßt sich, wie sich der stets beschworene Wandel auf die Renten auswirkt. (Da spielen noch andere Aspekte wie etwa die Produktivitätsentwicklung eine Rolle.)
Dass heute die Rentenversicherung in der Misere steckt, hat kaum etwas mit der Lebenserwartung zu tun. Eher mit jahrzehntelanger hoher Arbeitslosigkeit und (im Schnitt) sinkenden Arbeitnehmereinkommen (Billiglohnsektor). Außerdem an permanenten politischen Eingriffen ins Versicherungssystem aus "sachfremden" Überlegungen. (Angefangen bei der Dynamisierung der Renten, die Adenauer seinerzeit gegen den Widerstand praktisch aller Fachleute einführte - war halt wieder mal Wahlkampf.)
Übrigens: wer sich Reserven angespart hat, hat, von wenige priviligierten Versicherungsformen, Pech gehabt, wenn er längere Zeit arbeitslos wird. Ich hatte mal ´ne nicht unflotte Kapitallebensversicherung - tja, bis ...
dass die Misere der Rentenversicherung mit dem so oft genannten demografischen Faktor was zu tun hat: Hätten wir mehr Nachfrager auf dem Arbeitsmarkt, wäre erst einmal nur eines sicher: die Arbeitslosigkeit wäre höher. Mehr Kinder lösen das Problem nicht a priori, so lange nicht sichergestellt ist (so weit das überhaupt sicherstellbar ist), dass auch später Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Diesen Punkt konnte Adenauer nicht voraussehen - bei allen Fehlern, die er 1957(?) gemacht hat. Man ist damals gar nicht auf die Idee gekommen, was die Automation 20-30 Jahre später leistet und die (sogenannte) Globalisierung jetzt.
Natürlich ist eine angesparte Reserve in dem Moment nur noch Makulatur, wenn längere Arbeitslosigkeit eintritt. Insofern ist das Geschwätz der Politik, man soll "Eigenverantwortung" leisten, heuchlerisch. Geradezu ein Musterbeispiels für die virulene Ahnungslosigkeit der politischen "Eliten" war für mich Münterferings Äusserung im Rahmen der "Rente mit 67"-Diskussion: Wer nicht vorsorge, müsse eben im Alter auf der Straße Balalaika spielen oder Lotto spielen.
Propagandistisch war der Film höchstens dahingehend, dass er das aktuelle Rentenversicherungssystem als Fehler quasi von Anfang an darstellte. Selbst man über die Film genannten Ursachen geteilter Meinung ist, so ist die Folgenbeschreibung immerhin so gelungen, dass es (allerdings kurzzeitig) eine Diskussion über die Sache gab. Bis dann die nächste Sau durchs Mediendorf gejagt wurde.
Das man von seiten der Politiker nicht klug geworden ist, zeigt sich ja in der Diskussion um die Nivellierung der Pflegeversicherung.
Erler habe ich schon...
Ein Film über die Zukunft im Jahre 2057 hat u. a. den Vorteil, dass diejenigen, die sich diesen Beitrag heute mit Sinn und Verstand anschauen können, in 2057 vermutlich nicht mehr leben werden. Die Autoren brauchen also nicht zu befürchten, dass man ihnen "beikommt" (sie werden ja selber nicht mehr leben). Das macht einerseits frei im Kopf - erzeugt jedoch andererseits eine gewisse spielerische Unersthaftigkeit, die schön zum anschauen ist, mich jedoch aufgrund des oben beschriebenen Tatbestands eher depressiv zurücklässt.
Der "Aufstand der Alten" ist nicht nur entäuschend, er ist Propaganda
Naja, Propaganda...
Propaganda ist schon richtig
Dass es demographische Veränderungen gibt, ist klar. Aber: die Verläßlichkeit der Prognosen ist stark anzuzweifeln. Noch stärker anzweifeln läßt sich, wie sich der stets beschworene Wandel auf die Renten auswirkt. (Da spielen noch andere Aspekte wie etwa die Produktivitätsentwicklung eine Rolle.)
Dass heute die Rentenversicherung in der Misere steckt, hat kaum etwas mit der Lebenserwartung zu tun. Eher mit jahrzehntelanger hoher Arbeitslosigkeit und (im Schnitt) sinkenden Arbeitnehmereinkommen (Billiglohnsektor). Außerdem an permanenten politischen Eingriffen ins Versicherungssystem aus "sachfremden" Überlegungen. (Angefangen bei der Dynamisierung der Renten, die Adenauer seinerzeit gegen den Widerstand praktisch aller Fachleute einführte - war halt wieder mal Wahlkampf.)
Übrigens: wer sich Reserven angespart hat, hat, von wenige priviligierten Versicherungsformen, Pech gehabt, wenn er längere Zeit arbeitslos wird. Ich hatte mal ´ne nicht unflotte Kapitallebensversicherung - tja, bis ...
Ich glaube auch nicht...
Natürlich ist eine angesparte Reserve in dem Moment nur noch Makulatur, wenn längere Arbeitslosigkeit eintritt. Insofern ist das Geschwätz der Politik, man soll "Eigenverantwortung" leisten, heuchlerisch. Geradezu ein Musterbeispiels für die virulene Ahnungslosigkeit der politischen "Eliten" war für mich Münterferings Äusserung im Rahmen der "Rente mit 67"-Diskussion: Wer nicht vorsorge, müsse eben im Alter auf der Straße Balalaika spielen oder Lotto spielen.
Propagandistisch war der Film höchstens dahingehend, dass er das aktuelle Rentenversicherungssystem als Fehler quasi von Anfang an darstellte. Selbst man über die Film genannten Ursachen geteilter Meinung ist, so ist die Folgenbeschreibung immerhin so gelungen, dass es (allerdings kurzzeitig) eine Diskussion über die Sache gab. Bis dann die nächste Sau durchs Mediendorf gejagt wurde.
Das man von seiten der Politiker nicht klug geworden ist, zeigt sich ja in der Diskussion um die Nivellierung der Pflegeversicherung.