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mow - 11. Jun, 19:17

Ich glaube, dass das mit den identischen Nachrichtenquellen (Reuters, DPA etc.) früher schon war. Nur hatte man das nicht gemerkt, denn man hatte maximal zwei Tageszeitungen und abends die Tagesschau.

Nur durch das Internet kann man plötzlich zig Zeitungen lesen und so vergleichen.

MMarheinecke - 12. Jun, 11:45

Das ist nur ein kleiner Teilaspekt des Problems

Es wäre völlig in Ordnung, dass Zeitungen, Nachrichtensendungen usw. überwiegend aus Agenturmaterial bestehen, wenn diese ggf. kritisch überprüft würden - statt dessen dominiert, schon aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, der "copy paste"-Journalismus. Selbst Pressemeldungen, die sich kaum von Werbematerial unterscheiden, oft landen "ungefiltert" und unkommentiert im "redaktionellen Teil".
Das zweite Element der "freiwilligen Gleichschaltung" ist das "Agenda setting" sog. "Leitmedien", zu denen de facto auch und gerade die "Bild" und das Krawall-Fernsehn gehört. Sie geben die "Tagesordnung" der öffentlich diskutierten Themen vor, sie haben auch die Macht, ein (vielleich marginales) Thema nach oben zu drücken, und ein anderes, vielleich eminent Wichtiges, aus dem öffentlichen Bewußtsein "verschwinden" zu lassen.
Wer die "Leitmedien" beeinflußt, kann die "öffentliche Meinung" nach seine Pfeife tanzen lassen. Oder, wie Gasmann und Ex-Autokanzler Schröder so schön sagte: "Zum Regieren brauche ich nur die Glotze und die Bild-Zeitung".
Es gibt erschrecken viele wichtige Themen, die in den Medien völlig untergehen: Wichtig, aber unbeachtet
Eng damit zusammen hängt der Einfluß der Lobbyisten und Spinndoktoren - dazu verweise ich auf "Lobby Control", "spindoctor" und "boocompany" in meiner Blogroll.
Ja, und dann wäre da noch staatliche Einfluß auf die Medien, vulgo "Zensur" genannt. Da liegt auch bei uns so Einiges im Argen, z. B. der fehlende Quellenschutz und die Neigung, kritische Journalisten seiten der Politik zu kriminalisieren. Wenn dann noch einige "komische" Gerichtsenscheidungen dazu kommen, dann ist es kein Wunder, dass Journalisten, die gerne etwas länger in ihrem Job arbeiten wollen, im Zweifel etwas weniger kritsch hinsehen.
Geheimdienstspitzeleien im "schönsten" Stasi-Stil tragen auch nicht unbedingt zur Pressefreiheit bei, weniger durch die Überwachung selbst, als durch das gestörten Vertrauensverhältnis zwischen den Journalisten.

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