Hellblazer, von was für einem "Kontrollapparat" redest du?
Das Problem, das Martin hier schildert, ist doch simpel: Person X weigert sich mindestens dreimal, zu ihrem eigenen Lebensunterhalt beizutragen. Dafür zu sorgen, dass sie die Gelegenheit dazu bekommt, ist die Aufgabe der "Arbeitsagentur".
Ich will hier gar nichts normativ festlegen. Mich interessiert nur, was die Teilnehmer einer Diskussion eigentlich wollen. Wenn es unzumutbar sein soll, dass Arbeitslose durch Gelegenheitsjobs zu ihrem Lebensunterhalt beitragen, dann führen wir eine ganz andere Diskussion. Eine, die weniger auf die Notlage Betroffener abstellt als auf gesellschaftliche Ansprüche.
Gelegenheitsjobs für 1 oder gar 0 EUR/h? Sollen zum Lebensunterhalt beitragen? Das einzige, was das macht, ist dafür zu sorgen, dass es weniger reguläre (und damit normal bezahlte) Arbeitsplätze gibt. Was übrigens dann der "Binnenkonjunktur" freilich auch einen Dreck hilft.
Und: wenn ein Anspruch gestrichen werden soll (also eine Sanktion, eine Strafe ausgesprochen wird! Ich zweifle da alleine schon die grundsätzliche Rechtmäßigkeit an), dann muss das belegt und begründet sein. Das geht in einer Bürokratie eines (noch) demokratischen Rechtsstaates nicht "mal eben so". Und geprüft muss dann ja jeder werden, wenn es da einen Kriterienkatalog gibt. Also mehr zu tun für die Verwaltungsleute der AA. Und Bürokratie lebt nunmal davon, dass mehr Aufwand auch immer mehr Kosten bedeutet. Die, wie gesagt, imo mit Sicherheit nicht von der Streichung derer, die das "verdienen", aufgefangen werden, denn dazu gibt es zu wenig. Geschweige denn, dass das sowieso schon teurere Verwaltungssystem davon tatsächlich weniger als jetzt kostet.
Und, wie gesagt: ALG ist kein Almosen, sondern ein Anspruch. Wir reden hier nicht über eine Charityaktion sondern über etwas, das bis heute (inzwischen völllig zu Unrecht) "Versicherung" heißt, in die einbezahlt wurde, um im Bedarfsfalle eben abgesichert zu sein.
Warst du schonmal arbeitslos, seit es Hartz IV gibt? Ich zum Glück nicht, und ich bete, es nie zu werden - aber ich kenne eine Menge Leute, die es sind. Und die sind keine Ausnahmen, die in der "Schmarotzer"-Diskussion zur Regel erklärt werden, sondern tatsächlich die Regel. Und die sieht, mit Verlaub, inzwischen dermaßen Scheiße aus, dass man sich wirklich nicht mehr fragt, ob, sondern nur noch wann der Reichsarbeitsdienst und Arbeitslager wieder eingeführt werden.
Zur Frage nach der Ursache für die hohe Zahl an Arbeitslosen sollte man nicht in der BILD-Zeitung suchen, sondern z.B. mal hier gucken. Das sollte hinreichend Erklärung sein, da braucht es keine Abzocker-Mythen. Und weil es die nicht braucht werde ich da auch nicht ernsthaft tiefergehend über so eine Scheiße diskutieren.
Ja, Hellblazer, jede Arbeit, die ein Arbeitsloser verrichtet, trägt zu dessen Lebensunterhalt bei. Das ALG II fällt ja nicht vom Himmel.
Egal, was du gerne später verteilen möchtest, es muss erst einmal erwirtschaftet werden. Ohne Arbeit ist es weniger als mit.
Du hältst offensichtlich ALG II für eine Art Mindestanspruch, der jedem ohne Gegenleistung zusteht. Siehste, das ist doch schon mal ne Erkenntnis, auf deren Basis man eine ganz andere Diskussion führen kann und muss.
Du wirfst mir aber generell zu viel in einen Topf. Ob ich arbeitslos (und ohne Vermögen!) war oder bin, spielt keine Rolle, aber eins weiß ich: Wenn ich je Geld von der Allgemeinheit kassieren sollte, würde ich gerne etwas dafür tun wollen.
Dein Verweis auf die BILD fällt übrigens, wie jede andere Vorstellung von Andersdenkenden, auf dich selbst zurück.
Der "Mindestansspruch" wäre meines Erachtens keine so schlechte Idee - etwa in der Form einer "negative Einkommensteuer" - wer sehr wenig Einkommen hat, also sein Existenzminimum (ausdrücklich nicht mehr!) nicht aus den "7 Einkommensarten" bestreiten kann, bekommt Geld vom Finanzamt, statt Einkommenssteuern zu zahlen. (Übrigens eine klassische "neoliberale" Idee.) Ohne viele Fragen, ohne Rechtfertigungsdruck, mit wenig Bürokratie. Und im Aufspüren von Mißbrauchsfällen (das wäre dann Steuerhinterziehung) traue ich dem Finanzamt auch weitaus mehr zu, als irgendwelchen ALG-Mitarbeitern, die im Grunde fachfremd sind.
Man könnte mal nachrechnen, was so ein Grundsicherungssystem im Vergleich zur jetzigen Murks kosten würde - wobei man m. E. ruhig ein paar "Drückeberger", die mit dem sehr bescheidenen Existenzminimum zufrieden sind, einkalkulieren sollte. (Aber das würde wohl gegen die "Gund-Ideologie" verstoßen: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen".)
Liest du überhaupt was andere schreiben, Rayson? Ja, Ich halte "offensichtlich" das ALG, ob 1 oder 2, für einen Anspruch, aber nicht für einen "Mindesten", und auch nicht "ohne Gegenleistung", denn die habe ich bereits genannt: wenn ich vorher nie in die AL-Versicherung eingezahlt habe, habe ich keinen Anspruch af ALG, habe ich eingezahlt, habe ich Anspruch.
Und jeder, der das anzweifelt ist schon auf den Spin der letzten drei Jahre reingefallen, hier alles umzudrehen und umzudeuten, was in dem Zusammenhang mal gültig und selbstverständliches Verständnis war! Wie gesagt: ALG war nie und ist kein Almosen sondern ein "Versicherungs"-Anspruch, der aus Beitragszahlungen erwachsen ist.
Geflissentliches Überlesen dieser Punkte, weil sie nicht zur Billigpolemik passen und immer wieder Zusammenhänge und entweder-oders konstruieren und anderen in den Munde legen, die keiner genannt hat, nutzt da wenig und sorgt nur dafür, dass ich dich leider nicht mehr besonders Ernst nehmen kann, denn wer solche Tricks nötig hat dem geht es nicht um Inhalte oder Argumente.
OK, dass das auch heute noch "Versicherung" genannt wird ist, verglichen mit den inzwischen nicht mehr vorhandenen Leistungen, freilich ein Etikettenschwindel, für den jede "echte" Versicherung sofort Verbraucherschutz und Staatsanwalt am Hals hätte, aber das ist ja wieder ein völlig anderes Thema.
Im Übrigen gebe ich marcc völlig Recht: diese ganze "Missbrauchs"-Kampagne ist ein PR-Manöver, um vom völligen Versagen dieser wie der letzten (wie der vorletzten) Regierung bezüglich des Handels im Interesse des Volkes und Gemeinwohles im Zustand völligen Realitätsverlustes (mit den derzeit eklatant sichtbaren Folgen) abzulenken.
Und darüber, was da auf wen zurückfällt, wenn ich mir das hier so durchlese, muss ich mir glaube ich keinen Kopf machen... ;-)
Das Problem, das Martin hier schildert, ist doch simpel: Person X weigert sich mindestens dreimal, zu ihrem eigenen Lebensunterhalt beizutragen. Dafür zu sorgen, dass sie die Gelegenheit dazu bekommt, ist die Aufgabe der "Arbeitsagentur".
Ich will hier gar nichts normativ festlegen. Mich interessiert nur, was die Teilnehmer einer Diskussion eigentlich wollen. Wenn es unzumutbar sein soll, dass Arbeitslose durch Gelegenheitsjobs zu ihrem Lebensunterhalt beitragen, dann führen wir eine ganz andere Diskussion. Eine, die weniger auf die Notlage Betroffener abstellt als auf gesellschaftliche Ansprüche.
Und: wenn ein Anspruch gestrichen werden soll (also eine Sanktion, eine Strafe ausgesprochen wird! Ich zweifle da alleine schon die grundsätzliche Rechtmäßigkeit an), dann muss das belegt und begründet sein. Das geht in einer Bürokratie eines (noch) demokratischen Rechtsstaates nicht "mal eben so". Und geprüft muss dann ja jeder werden, wenn es da einen Kriterienkatalog gibt. Also mehr zu tun für die Verwaltungsleute der AA. Und Bürokratie lebt nunmal davon, dass mehr Aufwand auch immer mehr Kosten bedeutet. Die, wie gesagt, imo mit Sicherheit nicht von der Streichung derer, die das "verdienen", aufgefangen werden, denn dazu gibt es zu wenig. Geschweige denn, dass das sowieso schon teurere Verwaltungssystem davon tatsächlich weniger als jetzt kostet.
Und, wie gesagt: ALG ist kein Almosen, sondern ein Anspruch. Wir reden hier nicht über eine Charityaktion sondern über etwas, das bis heute (inzwischen völllig zu Unrecht) "Versicherung" heißt, in die einbezahlt wurde, um im Bedarfsfalle eben abgesichert zu sein.
Warst du schonmal arbeitslos, seit es Hartz IV gibt? Ich zum Glück nicht, und ich bete, es nie zu werden - aber ich kenne eine Menge Leute, die es sind. Und die sind keine Ausnahmen, die in der "Schmarotzer"-Diskussion zur Regel erklärt werden, sondern tatsächlich die Regel. Und die sieht, mit Verlaub, inzwischen dermaßen Scheiße aus, dass man sich wirklich nicht mehr fragt, ob, sondern nur noch wann der Reichsarbeitsdienst und Arbeitslager wieder eingeführt werden.
Zur Frage nach der Ursache für die hohe Zahl an Arbeitslosen sollte man nicht in der BILD-Zeitung suchen, sondern z.B. mal hier gucken. Das sollte hinreichend Erklärung sein, da braucht es keine Abzocker-Mythen. Und weil es die nicht braucht werde ich da auch nicht ernsthaft tiefergehend über so eine Scheiße diskutieren.
Egal, was du gerne später verteilen möchtest, es muss erst einmal erwirtschaftet werden. Ohne Arbeit ist es weniger als mit.
Du hältst offensichtlich ALG II für eine Art Mindestanspruch, der jedem ohne Gegenleistung zusteht. Siehste, das ist doch schon mal ne Erkenntnis, auf deren Basis man eine ganz andere Diskussion führen kann und muss.
Du wirfst mir aber generell zu viel in einen Topf. Ob ich arbeitslos (und ohne Vermögen!) war oder bin, spielt keine Rolle, aber eins weiß ich: Wenn ich je Geld von der Allgemeinheit kassieren sollte, würde ich gerne etwas dafür tun wollen.
Dein Verweis auf die BILD fällt übrigens, wie jede andere Vorstellung von Andersdenkenden, auf dich selbst zurück.
Mindestanspruch
Man könnte mal nachrechnen, was so ein Grundsicherungssystem im Vergleich zur jetzigen Murks kosten würde - wobei man m. E. ruhig ein paar "Drückeberger", die mit dem sehr bescheidenen Existenzminimum zufrieden sind, einkalkulieren sollte. (Aber das würde wohl gegen die "Gund-Ideologie" verstoßen: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen".)
Und jeder, der das anzweifelt ist schon auf den Spin der letzten drei Jahre reingefallen, hier alles umzudrehen und umzudeuten, was in dem Zusammenhang mal gültig und selbstverständliches Verständnis war! Wie gesagt: ALG war nie und ist kein Almosen sondern ein "Versicherungs"-Anspruch, der aus Beitragszahlungen erwachsen ist.
Geflissentliches Überlesen dieser Punkte, weil sie nicht zur Billigpolemik passen und immer wieder Zusammenhänge und entweder-oders konstruieren und anderen in den Munde legen, die keiner genannt hat, nutzt da wenig und sorgt nur dafür, dass ich dich leider nicht mehr besonders Ernst nehmen kann, denn wer solche Tricks nötig hat dem geht es nicht um Inhalte oder Argumente.
OK, dass das auch heute noch "Versicherung" genannt wird ist, verglichen mit den inzwischen nicht mehr vorhandenen Leistungen, freilich ein Etikettenschwindel, für den jede "echte" Versicherung sofort Verbraucherschutz und Staatsanwalt am Hals hätte, aber das ist ja wieder ein völlig anderes Thema.
Im Übrigen gebe ich marcc völlig Recht: diese ganze "Missbrauchs"-Kampagne ist ein PR-Manöver, um vom völligen Versagen dieser wie der letzten (wie der vorletzten) Regierung bezüglich des Handels im Interesse des Volkes und Gemeinwohles im Zustand völligen Realitätsverlustes (mit den derzeit eklatant sichtbaren Folgen) abzulenken.
Und darüber, was da auf wen zurückfällt, wenn ich mir das hier so durchlese, muss ich mir glaube ich keinen Kopf machen... ;-)