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    <title>MMsSenf (&quot;Freiraum ist der Raum zwischen den Stühlen&quot;)</title>
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    <description>&quot;Freiraum ist der Raum zwischen den Stühlen&quot;</description>
    <dc:publisher>MMarheinecke</dc:publisher>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:date>2012-02-06T13:44:52Z</dc:date>
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    <title>MMsSenf</title>
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  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/64967547/">
    <title>Hassmails - was man mit ihnen macht und warum es sie überhaupt gibt</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/64967547/</link>
    <description>Was macht man mit Hassmails?&lt;br /&gt;
Die meisten, die schon mal Hassmail bekommen haben, machen es ganz pragmatisch: sie löschen sie.&lt;br /&gt;
Auch ich habe schon Hassmails bekommen, und sie gelöscht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hassmails sehe ich als eine böse Form der Trollerei an - ärgerlich, aber nichts, was mir wirklich zu schaffen macht. Ein Hassmail-Schreiber will mich ärgern und provozieren. Es wäre schlicht dumm, Trolle dadurch aufzuwerten, dass man sich von ihnen fertig machen lässt. Das ist eine Frage des gesunden Menschenverstandes und eine der Psychohygiene. &lt;br /&gt;
Die meisten interneterfahrenen Menschen werden das, vermute ich, ähnlich sehen. &lt;br /&gt;
Allerdings gibt es Mechanismen, die dazu führen, dass Hassmails, jedenfalls im journalistischen Diskurs, anders gesehen werden.&lt;br /&gt;
Da wird schnell mal aus einer Mücke ein Elefant, wie neulich im Falle der noch amtierenden politischen Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt meiner Ansicht nach drei Faktoren, die dazu führten, dass der gesunde Menschenverstand bei einige Journalisten und anderen Meinungsmultiplikatoren aussetzte:
&lt;ol&gt;  
&lt;li&gt;Sie ist eine bekannte Politikerin und hat ihren (vorläufigen) Rückzug von einem wichtigen Parteiamt angekündigt. Weil gerade politische Journalisten sich daran gewöhnt haben, dass Politiker &quot;Pattex am Hintern haben&quot; und ohne massiven Druck oder massive Probleme kein wichtiges Amt aufgeben, wirkt der von Frau Weisband genannte Grund - Examen fertig machen - nicht plausibel. Ihr Verhalten passt nicht ins Weltbild. (Ich vermute, dass, wäre sie keine Politikerin, sondern Sportlerin, Künstlerin, Unternehmerin   oder Wissenschaftlerin der Grund &quot;ich will erst mal in Ruhe zu Ende studieren&quot; nicht nur akzeptiert, sondern beinahe einhellig gelobt worden wäre: &quot;Da setzt jemand die richtigen Prioritäten im Leben!&quot;)&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;Sie ist Jüdin und die Hassmails sind antisemitisch. Es gibt in Deutschland - aus bekannten historischen Gründen und somit aus gutem Grund - eine starke Unsicherheit gegenüber Juden. Leider führen diese berechtigten Selbstzweifel und die manchmal angebrachte Scham nur selten zur Selbstkritik und noch seltener zu notwendigen kulturellen Veränderungen, z. B. echter Toleranz. Das Übliche sind Betroffenheitsgesten. Wenn also ein Jude antisemitische Hassmails erhält, ist das automatisch ganz furchtbar, viel schlimmer als wenn ein Nichtjude antisemitische Hassmails bekommt.&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;Der &quot;Stille Post&quot;-Effekt - einer schreibt vom anderen ab, und bei jedem Abschreiben wird die Meldung sensationeller.
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

Frau Weisband hatte die Hassmails einfach gelöscht - wie ich es an ihrer Stelle ebenfalls getan hätte. Allerdings: 
&lt;blockquote&gt;&lt;a href=&quot;https://twitter.com/#!/Afelia&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;@Afelia&lt;/a&gt;: Polizei Münster schickt mir Briefe, ich solle Menschen anzeigen. Ich habe keine Lust, Menschen anzuzeigen.&lt;/blockquote&gt;
Ich frage mich ernsthaft, was die Polizei da geritten hat. Beleidigung wird bekanntlich nur dann strafrechtlich verfolgt, wenn die oder der Beleidigte das selbst anzeigt. Außerdem ist es sehr fraglich, ob die Absender der Hassmails überhaupt ermittelt werden können (Stichworte: Wegwerf-Mailadressen, Mail-Anonymisierer).  &lt;br /&gt;
Allenfalls kann ich mir Vorstellen, dass jemand bei der Münsteraner Polizei die aufgeregten Meldungen der Boulevardpresse von einer Hassmail-Flut für bare Münze nahm und es nur gut meinte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders würde ich reagieren, wenn anscheinend ernst gemeinte Drohungen eingingen. Eine konkrete Drohung wäre auf jeden Fall Sache der Polizei - sogar dann, wenn es keine Möglichkeit gibt,  den Droher zu fassen. Schon die bloße Tatsache, dass die Polizei eingeschaltet wurde, schreckt manche Täter davor ab, ihren Drohungen Taten folgen zu lassen. Eventuell ist sogar Personenschutz erforderlich und möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum gibt es Hassmails? Auch dazu hat Frau Weisband etwas Kluges zu sagen:
&lt;blockquote&gt;[...] Aber nicht nur das macht Weisband Sorgen: »Es gibt eine regelrechte Hasswelle, egal ob sie sich gegen Juden, Muslime, Arbeitslose richtet, die Neigung, die eigene Unzufriedenheit auf eine gesellschaftliche Gruppe zu projizieren, ist enorm groß.« [...]&lt;/blockquote&gt; &lt;a href=&quot;http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/12231&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;»Nur acht bis zehn Hassmails« - Marina Weisband zieht sich nicht wegen Antisemitismus zurück (juedische-allgemeine.de)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind in der Regel &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; die harten Nazischläger, die Hassmails schicken - die schicken, wenn überhaupt, eher ernst gemeinte und ernst zu nehmende Drohungen.&lt;br /&gt;
Der typische Hassmailschreiber will diejenigen, in die er seine Unzufriedenheit projiziert, die er für &quot;schuldig&quot; an seiner Misere hält, ärgern, &quot;es ihnen zeigen,&quot; sie &quot;fertigmachen&quot;. Damit ist er in der Tat ein Troll, ein Provokateur, der bösartigen Sorte. Solche Menschen wollen, dass sich ihre Opfer schlechter fühlen. (Es ist anzunehmen, dass Frau Weisband, immerhin &quot;fast fertige&quot; Psychologin, das weiß - im Gegensatz zu vielen Journalisten, Polizisten und auch Politikern.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage nach den Gründen für die Hasswelle, die Ausdruck einer &quot;gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit&quot; sind, untersucht u. A. das &lt;a href=&quot;http://www.uni-bielefeld.de/ikg/gmf/einfuehrung.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld&lt;/a&gt;. Hassmails, Beleidigungen und Einschüchterungsversuche sind nur die Spitze des Eisbergs. Und die Hasswelle fällt auch nicht vom Himmel: &lt;blockquote&gt;[...]Ökonomische Umverteilungen von unten nach oben, Entfernungen aus dem öffentlichen Verkaufsraum, Generalverdächtigungen gegenüber Lebensstilen oder religiösen Überzeugungen ganzer Gruppen sind nur einige Varianten. Zum Teil werden Gruppen gegen andere instrumentalisiert oder als Bedrohungspotential auf die öffentliche Tagesordnung gehoben. Eine andere Variante ist, die Situation schwacher Gruppen gar nicht erst zu thematisieren, sie also aus der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion auszuschließen, zu vergessen; mithin sie nicht anzuerkennen, um nicht über Verbesserungen ihrer Lage nachdenken zu müssen. Klammheimlich kann dazu auch die Schuldumkehr eingesetzt werden, womit die Ursachen für Abwertungen  quasi gesellschaftsentlastend  den Gruppen selbst zugeschrieben werden. [...]&lt;/blockquote&gt;

Was muss &quot;man&quot; tun, um Hassmails auf sich zu ziehen?&lt;br /&gt;
Ich habe im Laufe der Jahre einige Hassmails bekommen, nicht viele, vielleicht ein oder zwei pro Jahr. &lt;br /&gt;
Das erste Mal, dass ich Hassmails erhielt, und zwar in nennenswerten Mengen, war vor gut 10 Jahren. Der Grund war, dass ich eine rechts-esoterische Gruppierung - konkret: die &lt;a href=&quot;http://www.nornirsaett.de/list_ariosophen_1/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Armanen&lt;/a&gt; - in einem Online-Artikel offensichtlich geärgert hatte. Das ist nur scheinbar ein völlig anderer Mechanismus als die diffusen Projektionen, die z. B. hinter antisemitischen oder rassistischen Hassmails stecken. &lt;br /&gt;
Tatsächlich ging es gar nicht um mich persönlich oder gar um konkrete Punkte in meinem Artikel - das ergab sich aus den Formulierungen der Mails. Aus ihnen sprach einfach diffuser Hass auf &quot;linke Zecken&quot;, &quot;Volkstums-Verräter&quot;, &quot;Inquisitoren&quot; und &quot;Antifanten&quot;, kurz, die Gruppen, denen diese Armanen und Armanen-Fans die &quot;Schuld&quot; dafür geben, dass sie, anders als noch in den 1990er-Jahren, kaum noch Einfluss auf die &quot;Heidenszene&quot; haben. Ich hatte mich exponiert - und wurde zum &quot;Blitzableiter&quot; einer diffusen Abneigung. Allerdings hatte ich den Armanen auch etwas getan.&lt;br /&gt;
Interessant ist, dass die Hassmails irgendwann aufhörten, ohne dass ich meine Mailadresse geändert hätte, und auch ohne, dass ich damit aufgehört hätte, rechte Esoteriker und Neuheiden mit braunstichiger Weltanschauung öffentlich zu kritisieren.&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich hatten die Trolle einen anderen als &quot;Blitzableiter&quot; gefunden, der diffusen Hass auf sich zog. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Hassmails treffen aber jene, die nur durch das, was sie sind oder für das, wofür sie gehalten werden, zur Projektionsfläche werden: rassistische, antisemtische, antiislamische, schwulenfeindliche usw. Mails.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den ersten Blick bizarr mutet es an, dass auch ich, als Nichtjude, antisemitische Hassmails erhielt. Nicht oft, genau zwei Mal in rund zehn Jahren, aber klar antisemitisch.&lt;br /&gt;
Sicher würde ich viel mehr antisemitsche Hassmails bekommen, wenn ich Jude und irgendwie &quot;wichtig&quot; wäre.&lt;br /&gt;
Den Grund vermute ich darin, dass Antisemitismus ein zentraler, identitätsstiftender Punkt in der Weltanschauung neofaschistischer und völkischer Gruppen ist. So unterschiedlich die Rechtsextremisten auch sein mögen, auf das Feindbild Jude können sie sich alle verständigen - auch wenn der jeweilige Antisemitismus durchaus unterschiedliche Formen annehmen kann. Antisemitismus gehört zum Kitt, der &quot;neurechte&quot; Salonfaschisten, eher spießige NDPler, gewaltverliebte Nazis-Boneheads, ebenso gewaltverliebte, aber einen anderen Stil und Lebensstil praktizierende  &quot;autonome Rechte&quot;, &quot;ökofaschistische&quot; Artamanen, rechte Esoteriker usw. zusammenhält. Judenhass ist also wichtig für die &quot;rechtsextreme Szene&quot;.&lt;br /&gt;
Ein typisches Merkmal ideologisch denkender (bzw. eher nicht-denkender) Menschen ist die Feindbildvereinheitlichung. Daher steckt für Nazis hinter allen ihren Gegnern &quot;der Jude&quot; - die historischen Nazis sahen bekanntliche Juden als &quot;Drahtzieher&quot; sowohl der Wallstreet wie des (damals sowjetischen) Kremls und wähnten &quot;Finanzkapitalisten&quot; und Bolschewisten insgeheim unter einer Decke.&lt;br /&gt;
Damit ist auch klar, wieso Nichtjuden aus dieser Ecke antisemitische Hassbekundungen abbekommen können: Wer entschieden gegen sie ist, kann doch nur ein Jude oder wenigstens &quot;Jude im Geiste&quot; sein!</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Gedankenfutter</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2012-02-05T22:18:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/64962183/">
    <title>Konformitätsdruck - der Sinn der Überwachung</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/64962183/</link>
    <description>Es spricht viel  dafür dass &lt;a href=&quot;http://www.abendblatt.de/hamburg/article2167466/10-000-Videokameras-ueberwachen-die-Stadt.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Überwachungskameras ineffizient sind&lt;/a&gt;, jedenfalls um Straftaten zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nach der Max-Planck-Studie deutlich: &lt;a href=&quot;http://netzpolitik.org/2012/ccc-veroffentlicht-max-planck-studie-vorratsdatenspeicherung-hilft-noch-nicht-einmal-beim-enkel-trick/&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;Vorratsdatenspeicherung hilft noch nicht einmal beim Enkel-Trick&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es stimmt zwar, dass Fakten fanatische Befürworter fragwürdiger Angelegenheiten noch nie davon abgehalten, noch fanatischer von den großartigen Vorteilen zu fabulieren (Kommentar auf &quot;netzpolitik&quot;), aber das erklärt nicht, woher dieser Fanatismus stammt, was die tieferen Motive dafür sind, Überwachung toll zu finden. Jedenfalls dann, wenn man von einer Handvoll betriebsblinder &quot;Sicherheitsexperten&quot; und ahnungslosen und sich deshalb auf diese &quot;Experten&quot; verlassende Politiker absieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Motiv vermute ich in einer Mischung aus Populismus und Aktionismus: solche Maßnahmen simulieren Handlungsfähigkeit, &quot;wir tun was&quot;. &quot;Hart durchgreifen&quot; kommt gerade bei deutschen Wählern gut an - was auf eine tief verwurzelte autoritären Tradition und hetzerische und angstverstärkende Medien (genannt sei, als besonders markantes Beispiel, die BILD) zurückzuführen ist. Im Prinzip gibt es dieses Denken auch anderswo, allerdings ist die deutsche (und nebenbei auch österreichische) Kombination aus angstgetriebenen bzw. hysterischem Weltbild (das es z. B. auch in den USA gibt) und Staats- bzw. Gemeinschaftsgläubigkeit (die es in den USA eben kaum gibt - dafür in Skandinavien, wo aber Ängste und identitätsstiftenden Feindbilder weniger ausgeprägt sind), besonders gefährlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt auch Eigeninteressen - zum Beispiel die von Verwertungsrechteinhabern (in den seltensten Fällen auch die Urheber) gegenüber &quot;Raubkopierern&quot;. Wobei dann gerne &quot;über Bande&quot;, indirekt, &quot;argumentiert&quot; wird - Überwachungsmaßnahmen gegen &quot;Kinderschänder&quot; sind mehrheitsfähig, solche gegen illegale Downloads eher nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das ist noch nicht der eigentliche, der &quot;tiefere Sinn&quot; der Überwachung. &lt;br /&gt;
Aus einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Videoüberwachung wird deutlich, wie die Rechtsauffassung der deutschen Justizkultur strukturiert ist (nämlich nach wie vor autoritär), wobei im Blogbeitrag zu diesem Urteil in Udo Vetters &quot;law blog&quot;  (&lt;a href=&quot;http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/01/26/reeperbahn-polizeikameras-drfen-auch-in-fenster-zoomen/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Polizeikameras sind auf der Reeperbahn erlaubt&lt;/a&gt;) auch das (meiner Ansicht nach) entscheidende Motiv für Überwachung angesprochen wird: &lt;blockquote&gt;(...) Kritiker verweisen dagegen darauf, dass es bis heute keine Belege für einen Rückgang der Kriminalität durch Videoübewachung gibt. Stattdessen werde jeder Passant beobachtet, was Konformitätsdruck erzeuge. Nur nicht auffallen, diese Devise werde zum stillschweigenden Begleiter aller Passanten. (...)&lt;/blockquote&gt;

Unabhängig davon, ob den Überwachungs-Fans absichtlich auf &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Panopticon&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Panopticon&lt;/a&gt;-Prinzip zurückgreifen oder eher intuitiv auf den &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Panoptismus&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Panoptismus&lt;/a&gt; kommen: große, durch die Erwartung, beobachtet zu werden, verursachte &quot;freiwillige&quot; Konformität ist ökonomisch - weil sie  kostenintensiven Fremdzwang (Strafmaßnahmen) durch kostengünstigen Selbstzwang ersetzt. Nicht zufällig schlug Bentham sein Panopticon ursprünglich für Beaufsichtigen von Fabrikarbeitern vor - es geht dabei weniger darum, kriminelles Verhalten zu verhindern, sondern erwünschte Verhaltensweisen zu erzwingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Panoptismus mit technischen Mitteln ist besonders wirtschaftlich.&lt;br /&gt;
Ein Spitzel- und Denunziantensystem, wie es z. B. das &quot;Ministerium für Staatssicherheit&quot; in der DDR betrieb, schafft ein Klima des allgemeinen Misstrauens und damit Unzufriedenheit. Außerdem gibt es dabei noch das Problem, dass Spitzel selbst unzuverlässig sind, und Denunzianten meistens egoistische Motive fürs Verpetzen haben, ihren Informationen also grundsätzlich misstraut werden muss. Am Ende steht eine Überwachungsbürokratie, die sich selbst im Wege steht.&lt;br /&gt;
Die Behauptungen &quot;Überwachungstechnik spart Personalkosten&quot; und &quot;Überwachungstechnik liefert objektive Erkenntnisse&quot; passen jedenfalls perfekt zu der in den letzten Jahrzehnten bei politischen und ökonomischen Entscheidern tonangebenden, wirtschafts- und zahlengläubigen, Ideologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konformitätsdruck ist außerdem, für die Normsetzer, bequem. Das Verhalten der Menschen wird berechenbar. Außerdem eignet es sich vorzüglich, auch repressive moralische Normen, die von einer Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt werden, durchzusetzen: in einer konformistischen Gesellschaft sitzen &quot;Moralapostel&quot; am längeren Hebel.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Überwachungsgesellschaft</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2012-01-28T09:26:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/64960684/">
    <title>&quot;Wie einzigartig ist der Mensch?&quot; - Vortrag über die Evolution des Geistes</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/64960684/</link>
    <description>Der Hirnforscher Prof. Dr. Dr. &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Roth_%28Biologe%29&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Gerhard Roth&lt;/a&gt; referierte in einem Vortrag in der URANIA Berlin zur Frage: &quot;Wie einzigartig ist der Mensch? Die Evolution des Geistes, der Intelligenz und des Bewusstseins&quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roths Forschungsschwerpunkte sind kognitive und emotionale Neurobiologie bei Wirbeltieren, theoretische Neurobiologie und Neurophilosophie. Seiner philosophischen und erkenntnistheoretischen  Ansichten sind dabei durchaus umstritten. Trotzdem - oder gerade deshalb - lohnt es sich, anzuhören, was er über das Geist-Gehirn-Problem, die Evolution des Geistes und die Entstehung von Intelligenz und Bewusstsein zu sagen hat. Man sollte sich dabei weder allzu sehr vom Glanz des &quot;berühmten Hirnforschers&quot; blenden noch von der sehr einleuchtenden Darstellung zu sehr mitreißen lassen - wer kritisch zuhört und das selbst Denken nicht vergisst, hat mehr davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vortrag auf &lt;i&gt;You Tube&lt;/i&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtu.be/CKxEA5ObbFI&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt; 1. Wie einzigartig ist der Mensch?&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtu.be/frVe0aOoIQk&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt; 2. Lernverhalten und Werkzeuggebrauch&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtu.be/GG5KLFLmO4w&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt; 3. Selbsterkennen, Wissen und Nichtwissen&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtu.be/QrOp2F_ZJpc&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt; 4. Die Sprache&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtu.be/G5Bt-eQRcZc&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;5. Das Gehirn (1)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtu.be/JPdha_5cTrE&quot;  target=&quot;_blank&quot;&gt;6. Das Gehirn (2)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtu.be/v3qpqT1Gwok&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;7. Die Intelligenz des Menschen&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtu.be/3-n4TsalpkA&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;8. Die Intelligenz der Vögel&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtu.be/6JMd8sNdHqk&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;9. Nahtod-Erlebnisse, Telepathie und außerkörperliche Erfahrungen&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtu.be/ugzndjI9n_0&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;10. Das Resümee&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=oBTfY9NiKo4&amp;feature=relmfu&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;11.&quot; Gott im Gehirn&quot;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=qkuuUU41hjM&amp;feature&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;12: &quot;Religiöse Prägung in der Kindheit&quot;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Philosophisch vertritt Roth einen &quot;nichtreduktionistischen &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Physikalismus&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Physikalismus&lt;/a&gt;&quot; (im Gegensatz zum heute eher berüchtigten &quot;reduktionistischen Physikalismus&quot;, der alle Phänomene der Welt auf physikalische Ursachen zurückführt), und einen  &quot;neurobiologischen Konstruktivismus&quot;, eine Form des &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Radikaler_Konstruktivismus&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;radikalen Konstruktivismus&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritisch anzumerken ist, dass Roth, obwohl er als Neurophilosoph differenziertes Denken beherrschen sollte, manchmal undifferenzierte und  verallgemeinernde Behauptungen, die aber eben &quot;griffig&quot; sind, aufstellt. Ein - nach meinem Eindruck für Hirnforscher nicht untypischer - Hang zum determinstischen Biologismus, bis hin zur Verneinung eines freien Willens - kommt hinzu.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deutlicher als in diesem Vortrag wird diese Schwäche Roths in einem Interview, das er für den GEO-Kompakt-Band &lt;a href=&quot;http://www.geo.de/GEO/heftreihen/geokompakt/69640.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Intelligenz, Begabung, Kreativität&lt;/a&gt; (9 / 2011) gab, in der er unter anderem die &lt;a href=&quot;http://www.tagesspiegel.de/wissen/geschlechterstereotypen-auch-maedchen-koennen-mathe/6024392.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;empirisch nicht haltbare&lt;/a&gt; Ansicht vertritt, dass Mädchen im Schnitt weniger mathematisches Talent als Jungen hätten. Es zog eine ebenso wütende wie meiner Ansicht nach berechtigte &lt;a href=&quot;http://www.scilogs.de/wblogs/blog/mathematik-im-alltag/allgemein/2012-01-08/m-dchen-haben-weniger-talent&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Replik&lt;/a&gt; des Mathematikers Günter M. Ziegler auf &quot;SciLogs&quot; nach sich. Dass ausgerechnet ein Konstuktivist  schulische Leistungen von Jungen und Mädchen auf (vermeindliche) biologische Unterschiede im Gehirnaufbau zurückführt, hat mich ziemlich erstaunt. Zumindest hätte er die Möglichkeit, dass das ein soziales, und nicht etwa ein neurobiologisches Konstrukt sein könnte, erkennen müssen, auch in einem Presseinterview.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurück zum Vortrag: zwei der von Roth angeführten Phänomene, nämlich außerkörperliche Erfahrungen und &quot;religiöse Erscheinungen&quot; &lt;br /&gt;
kenne ich aus eigener, mehrfacher, Erfahrung.&lt;br /&gt;
Ich folge ich Roth darin, dass er außerkörperliche Erfahrungen für ein völlig natürliches Phänomen hält (wozu seine außerkörperliche Erfahrung nach einem schweren Unfall sicherlich beitrug). Dankbar bin ich ihm dafür, dass er klarstellt, dass außerkörperliche Erfahrungen und Nahtoderfahrungen nicht zwangsläufig zusammengehören. (Hätte ich das bei meiner ersten, unfreiwilligen, außerkörperlichen Erfahrung gewusst, wäre mir ein erheblicher Schrecken erspart geblieben - ich dachte nämlich während dieser Erfahrung, ich läge im Sterben, und zerbrach mir anschließend vergeblich darüber den Kopf, in welcher akuten  Lebensgefahr ich wohl gewesen wäre.)&lt;br /&gt;
Nicht teilen mag ich seine Darstellung, dass die &quot;typischen&quot; &quot;Jenseitserfahrungen&quot; bei Nahtoderlebnissen immer durch Hirntraumata verursacht werden. (Mit einer ähnlichen Erklärung, der, dass &quot;Nahtoderlebnisse&quot; auf hohe  CO&lt;sub&gt;2&lt;/sub&gt;-Konzentration im Blut zurückzuführen seien, setzte ich mich &lt;a href=&quot;http://www.nornirsaett.de/nahtoderlebniss-nichts-als-ein-hoher-co2-spiegel/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; auseinander.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinsichtlich der Darstellung, wie z. B. &quot;Marienerscheinungen&quot; zustande kämen (im Abschnitt &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=oBTfY9NiKo4&amp;feature=relmfu&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Gott im Gehirn&quot;&lt;/a&gt;), mag ich ihm, da ich nicht nur einmal eine vergleichbare Erscheinung hatte, auch nicht folgen. Ihm zufolge werden solche Ereignisse durch tiefe epileptische Anfälle im rechten Temporallappen erzeugt. Das ist erst einmal sehr überzeugend, da solche Anfälle in der Tat mit akustischen Halluzinationen (&quot;Stimmenhören&quot;), dem Eindruck, einen hellen Fleck zu sehen und einem sprirituellen Hochgefühl, dem Gefühl des Geborgenseins, einher gehen können. Es überrascht auch nicht, dass sich durch elektrische Tiefenstimulation des rechten Temporalllappens solche Halluzinationen auslösen lassen.&lt;br /&gt;
Hingegen ist Roths Darstellung, dass sämtliche Propheten, einschließlich Jesus und Mohammed,  Epileptiker gewesen seien, reine Spekulation. (Hinweise auf einen möglichen epileptischen Anfalll gibt es tatsächlich bei Paulus, über Jesus und Mohammed wissen wir einfach zu wenig, um so eine historische Diagnose stellen zu können.) Bei meinen eigenen Erscheinungen kann ich einen epileptischen Anfall kann ich mit ziemlicher Sicherheit ausschließen. (Nicht ausschließen will ich die Möglichkeit von Pseudo-Halluzinationen - Pseudo-Halluzination deshalb, weil echte Halluzinationen mit einer &quot;Wahngewissheit&quot; einher gehen, während ich mir bei meinen Visionen, von der allerersten vielleicht abgesehen. durchaus über deren Visionscharakter im Klaren war.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist so, dass Roth eine mögliche Erklärung, wie das rätselhafte Geschehen zustande gekommen sein &lt;i&gt;könnte&lt;/i&gt;, also eine Hypothese, die im einzelnen Fall sehr plausibel ist, auf die ganze Klasse von Ereignissen (außerkörperliche Erfahrungen, prophetische bzw. spirituelle Visionen) ausweitet, und dabei die Hypothese als erwiesene Tatsache darstellt (&quot;so ist es&quot;). Ich mag mich seinem schroffen Urteil, dass Neurotheologie Unsinn sei, auch nicht anschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roths Vortrag einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Neurobiologie gibt und einen ungewöhnlichen Blick auf  existenzielle Fragen wirft,  ist er trotz solcher solcher Schwächen sehr hörenswert!</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Gedankenfutter</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2012-01-26T21:02:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/64038303/">
    <title>Das Traum(a)-Schiff - Gedanken anläßlich eines unnötigen Schiffsunfalls</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/64038303/</link>
    <description>Mittlerweile hat es sich herausgestellt, dass das Untergang der MS &lt;i&gt;Costa Concordia&lt;/i&gt; weder auf Naturgewalten, noch auf eine Verkettung ungünstiger Zufälle, noch auf technisches Versagen zurückzuführen war. Die Unfallursache war sträflicher Leichtsinn, vor allem, aber nicht nur, des Kapitäns. Der Unfall war leicht vermeidbar.&lt;br /&gt;
Aber nicht nur in diesem Sinne ist der Schiffsunfall unnötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe einige Zeit hin- und her überlegt, ob ich überhaupt etwas über diese unnötige Katastrophe schreiben soll, ob mein &quot;Senf&quot; dazu nicht selbst unnötig ist.&lt;br /&gt;
Es ist nämlich bezeichnend, wie groß die mediale Aufmerksamkeit für absaufende Kreuzfahrtschiffs-Passagiere ist, wie &quot;uninteressant&quot; hingegen die vielen Flüchtlinge sind, die ebenfalls im Mittelmeer ertrinken. &lt;br /&gt;
Das heißt nun nicht, dass mir ertrinkende oder an Unterkühlung sterbende Kreuzfahrpassagiere nach dem Motto &quot;Selber Schuld, ihr seid ja freiwillig mitgefahren und habe dafür sogar Geld bezahlt&quot; egal wären.Und die oft unterbezahlten, weil aus &quot;Billiglohnländern&quot; stammenden, Besatzungsmitglieder sind mir erst recht nicht gleichgültig. Nur stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unnötige Schiffskatastrophe wirft aber auch ein Schlaglicht auf die meiner Ansicht nach defekte Strukturen der Seetouristik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt natürlich keine nötigen Schiffsunfälle. Eine &quot;unnötiger Schiffsunfall&quot; ist  auch nicht das Gleiche wie ein vermeidbarer Unfall. Der Untergang des Fährschiffes MS &lt;i&gt;Estonia&lt;/i&gt; war vermeidbar, aber ein Fährschiff ist ein reguläres Verkehrsmittel, auf das nicht wenige Menschen angewiesen sind. Ich habe jahrelang Fährschiffe benutzt, wie ich z. B. die U-Bahn benutze. Fährschiffe sind öffentliche Verkehrsmittel, und Unfälle von Fährschiffen daher Verkehrsunfälle.&lt;br /&gt;
Unfälle von Kreuzfahrtschiffen sind für die Passagiere Freizeitunfälle und meiner Ansicht nach wie Sportunfälle zu bewerten, und zwar nicht wie Sportunfälle beim morgendlichen Joggen oder im Fitnessstudio, sondern die bei einem aufwendigen Funsport. Es gibt keine ökonomische Notwendigkeit, eine Kreuzfahrt zu machen, sie ist reiner Selbstzweck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher sind z. B. auch die Umweltbelastungen durch Kreuzfahrtschiffe anders, strenger, zu bewerten, als die durch z. B. durch Fährschiffe, was wieder nicht heißt, dass Rußbelastung oder Umweltgefahren durch bei Havarien auslaufendes Schweröl bei Fährschiffen akzeptabel wären.&lt;br /&gt;
Dass der Unterlauf der Ems für neugebaute Kreuzfahrtschiffe kanalisiert wurde, ist meiner Ansicht nach eine Subventionierung der Meyer-Werft zulasten der Umwelt, und zwar eine, die, ebenfalls meiner Ansicht nach, arg nach Korruption riecht.&lt;br /&gt;
Ein &quot;sanfter Seetourismus&quot; ist möglich, z. B., mit Segelschiffen. Es gibt zwar erstaunlich viele Passagiersegler, aber: ein wesentlich weiter ausgebauter Segel-Seetorismus erfordert andere Strukturen als der Kreuzfahrt-Massentourismus, wie er sich in den letzten 30 Jahren entwickelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verräterisch für die verzerrte Darstellung der Kreuzfahrtindustrie durch die Medien ist das Wort &quot;Luxusliner&quot;, das in Kommentaren zum Untergang der &lt;i&gt;Costa Concordia&lt;/i&gt; immer wieder auftaucht.&lt;br /&gt;
Ein Luxusliner ist - allenfalls - ein Schiff wie die MS &lt;i&gt;Queen Mary II&lt;/i&gt;! &lt;br /&gt;
Die großen Kreuzfahrtschiffe sind weder &quot;Luxus&quot; noch &quot;Liner&quot;. &quot;Liner&quot; ist ein im Linienverkehr fahrendes Schiff, das z. B. die Linie Southampton-New York oder Venedig-Piräus bedient. Ab und an verkehrt die &lt;i&gt;Q.M. 2&lt;/i&gt; auch auf der Nordatlantik-Linie, insofern ist &quot;Liner&quot; nicht ganz falsch. Aber die meisten Kreuzfahrtschiffe sind derart auf Kreuzfahrten optimiert, dass sie gar nicht im Liniendienst eingesetzt werden könnten. &lt;br /&gt;
Wichtiger ist allerdings der fehlende &quot;Luxus&quot; der meisten Kreuzfahrtschiffe. Der enorme Aufschwung des Kreuzfahrtbranche ist auch dem durch die riesigen &quot;schwimmenden Hotelhochhäuser&quot; ermöglichten Preisverfall im mittleren und unteren Segment der Kreuzfahrten geschuldet. Zwar wuchs auch das gehobene und das Luxus-Segment, aber der weltgrößte Kreuzfahrt-Konzern &quot;Carnival Cruises&quot;, zum dem auch die Reederei &quot;Costa&quot; gehört, für die die &lt;i&gt;Costa Concordia&lt;/i&gt; fuhr,  bedient den Massenmarkt. Das ist nichts Verkehrtes. Verkehrt ist allerdings das Image, ich möchte fast sagen, die Ideologie, mit der die schwimmenden Hochhäuser vermarktet werden.&lt;br /&gt;
Zugegeben, diese Schiffe bieten einigen Komfort. Aber den bieten die berüchtigten &quot;Bettenburgen&quot; in den Badeorten zum Teil ja auch, ohne dass sie dadurch im allgemeinen Bewusstsein oder in der Darstellung in den Medien zu &quot;Luxushotels&quot; aufgewertet würden. &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/2340214&quot;&gt;&lt;img title=&quot;MS Eurodam&quot; alt=&quot;MS Eurodam&quot; src=&quot;http://u1.ipernity.com/6/02/14/2340214.ce4a9e7f.500.jpg&quot; height=&quot;375&quot; width=&quot;500&quot; /&gt;&lt;/a&gt; &lt;i&gt;Foto: MartinM, 2008, CC Namensnennung + Keine kommerzielle Nutzung + Weitergabe unter gleichen Bedingungen.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
Das gigantische Kreuzfahrtschiff M/S &lt;i&gt;Eurodam&lt;/i&gt;, im Vordergrund Baugruben der Hamburger Hafencity. Normalerweise werden die großen Kreuzfahrtschiffe in einem Kontext abgebildet, in dem die schöne Umgebung die auf maximale Kapazität optimierte Schiffsarchitektur optisch aufwertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch vor 30 Jahren waren Kreuzfahrten ein Nischenprodukt der Reisebranche. &lt;br /&gt;
Die enorme Expansion dieses Segmentes ist nicht allein dem gesteigerten Angebot und den gesunkenen Preisen geschuldet.&lt;br /&gt;
Sie ist auch auf ein künstlich geschaffenes Image und ein künstlich angeheiztes Bedürfnis nach dieser Urlaubsform durch die Werbung und &quot;Product Placement&quot;  zurückzuführen.&lt;br /&gt;
Dazu gehört neben &quot;Events&quot; wie den &quot;Hamburg Cruise Days&quot; und einer auffällig unkritischen und distanzlosen Berichterstattung über Kreuzfahrtschiffe auch in den öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland vor allem die ZDF-Serie &quot;Das Traumschiff&quot;, in der jede Folge im Grunde eine Dauer(schleich)werbesendung für Kreuzfahrten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich missgönne niemandem seinen Urlaub auf See, so wie ich niemandem missgönne, einen Vergnügungspark zu besuchen oder einen Pauschalbadeurlaub zu buchen. Als schlimm und geradezu skandalös empfinde ich es, dass das künstlich aufgebaute Heile-Welt-Image der Kreuzfahrten den Blick auf Umwelt-, Ausbeutungs- und Sicherheitsprobleme in einem Ausmaß verschleiert, das in anderen Zweigen der Tourismusindustrie nicht denkbar wäre.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Gedankenfutter</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2012-01-19T05:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/64030672/">
    <title>&quot;Rote Linie&quot; für Pflanzenheilkundler</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/64030672/</link>
    <description>Unter den naturheilkundliches Verfahren genießt die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Phytotherapie&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Pflanzenheilkunde (Phytotherapie)&lt;/a&gt; einen besonders guten Ruf. Wobei die Gründe dieses guten Rufes bei Fachleuten und bei heilungssuchenden Laien durchaus unterschiedlich sein können. Die Legende, dass &quot;rein pflanzliche&quot; Wirkstoffe automatisch verträglicher seien, als &quot;Chemie&quot; ist offensichtlich genau so wenig auszurotten, wie der konstruierte Gegensatz zwischen Naturheilkunde und &quot;Schulmedizin&quot; - tatsächlich ist die Pflanzenheilkunde, wie übrigens die meisten naturheilkundlichen Verfahren, Teil der wissenschaftlichen Medizin, also &quot;Schulmedizin&quot;. Sehr viele in der etablierten Medizin verwendeten Arzneimittel sind pflanzlichen Ursprungs. &lt;br /&gt;
Naturheilkunde und &quot;Alternativmedizin&quot; sind übrigens, um einen weiteren populären Irrtum auszuräumen, nicht dasselbe. (Die Homöopathie z. B. ist kein Naturheilverfahren.)   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Pflanzenheilkunde gilt, wie für alle Heilverfahren, das Prinzip, dass Nutzen und möglicher Schaden für den Patienten in angemessenem Verhältnis stehen müssen.&lt;br /&gt;
Wenn &quot;Kräuterheiler&quot; ihre Grenzen und die Grenzen ihrer Heilverfahren nicht kennen oder nicht wahrhaben wollen, gefährden sie ihre Patienten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Pflanzenheilkundler, der seine Grenzen, die &quot;Rote Linie&quot;, ab der er Menschen, die seinem Rat vertrauen, gefährdet, bis hin zur Lebensgefahr, deutlich überschreitet, ist der Ethnobotaniker und Kulturantropologe Dr. Wolf-Dieter Storl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Storl halte ich auf seinem Fachgebiet, der Ethnobotanik, für einen ausgezeichneten Fachmann. Ich hege auch große Sympathien für die Lebensphilosophie des &quot;Schamanen aus dem Allgäu&quot;. &lt;br /&gt;
Leider dilletiert Storl auch auf dem Gebiet der Pflanzenheilkunde  herum, anders mag ich es nicht nennen. &lt;br /&gt;
Auf diesem Gebiet ist er kein Fachmann -  Storl ist kein Arzt, er ist meines Wissens noch nicht einmal Heilpraktiker. &lt;br /&gt;
Das ist zwar kein Grund, weshalb er nicht über Heilpflanzen Bescheid wissen sollte - tatsächlich weiß er enorm viel darüber - aber das gleicht fehlende medizinische Kenntnisse natürlich nicht aus.&lt;br /&gt;
Storl neigt dazu, auf billige und undifferenzierte Weise gegen die &quot;Schulmedizin&quot; zu polemisieren. Das ist nach meiner Erfahrung  ziemlich typisch für selbsternannte &quot;Wunderheiler&quot;, während seriöse Naturheilkundler, selbst solche, die etablierte medizinische Verfahren scharf kritisieren, deutlich differenzierter argumentieren.&lt;br /&gt;
Selbst mir als medizinischen Laien fällt unangenehm auf, wie Storl über phytotherapeutische Themen schreibt: unpräzise und immer wieder fehlerhaft, dafür aber besserwisserisch und &quot;guruhaft&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders auf dem Kieker habe ich Storl, seitdem er seine merkwürdigen Behauptungen über Borreliose verbreitet. &lt;a href=&quot;http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Karden-Therapie_der_Borreliose&quot; target=&quot;blank&quot;&gt;Karden-Therapie der Borreliose (auf EsoWatch)&lt;/a&gt; (Auch wenn ich Vieles, was auf  EsoWatch steht, für eher dogmatisch antiesoterisch als skeptisch halte - im Falle &lt;a href=&quot;http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Wolf-Dieter_Storl&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Wolf-Dieter Storl&lt;/a&gt; hat EsoWatch meines Erachtens voll und ganz recht!)  &lt;br /&gt;
Für Borreliosekranke sind Storls Ratschläge bestenfalls nutzlos und schlimmstenfalls lebensgefährlich. Er wird gerade von naturheilkundlich orientierten Ärzten scharf kritisiert. &lt;a href=&quot;http://www.news4press.com/1/MeldungDetail.asp?Mitteilungs_ID=271208&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Dieses Buch kann Ihre Gesundheit gefährden: &quot;Borreliose natürlich heilen&quot; von Wolf-Dieter Storl, AT-Verlag 2007&quot;&lt;/a&gt; - Kritik von Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Heilpflanzenkunde, Seminar für Integrative Phytotherapie, Winterthur.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Medizin</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2012-01-12T09:34:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/29748091/">
    <title>Vorsicht Kanalarbeiter!</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/29748091/</link>
    <description>Es ist ein uraltes Phänomen, und es ist seit einigen Jahren Mode in der Esoterikszene: das Canneln oder Channeling. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher, vor der &quot;New Age-&quot;Welle, nannte man diese Form der Kontaktaufnahme zu andersweltlichen Wesenheiten  &quot;Durchsage&quot;.  Dabei ist das Medium in Trance, aber es ist &quot;es selbst&quot;, es wird nicht wie bei einer Invokation von der Wesenheit &quot;besessen&quot; oder, wie im Voodoo, &quot;geritten&quot;, und es reist, anders als z. B. ein Schamane, auch nicht in eine &quot;nichtalltägliche Wirklichkeit&quot;. Es dient also als Übermittler oder &quot;Kanal&quot; für eine Wesenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medien verweisen oft auf ein einschneidendes Erlebnis in ihrem Leben, seit dem sie nach eigenen Angaben zu andersweltlichen Intelligenzen Kontakt haben  beispielsweise zu Engeln, zu Geistwesen, zu Göttern, zu den Seelen Verstorbener, aber auch zu außerirdischen Raumfahrern. (Stichworte: Kryon und Ashtar Sheran.)&lt;br /&gt;
Bemerkenswert ist, dass nicht nur Menschen, die bereits vorher durch Medialität aufgefallen sind, zum &quot;Kanal&quot; werden. Es scheint auch sonst keine besonderen persönlichen Merkmale zu geben, die einen für diese Funktion qualifizieren. Oft werden die Medien völlig überrascht oder überwältigt. &lt;br /&gt;
Auch mir selbst ging es so. Ja, ich bin auch so etwas wie ein &quot;Channel-Medium&quot;, wenn man so will. An anderer Stelle in diesem Blog kann man darüber bei Interesse einiges Lesen, z. B. &lt;a href=&quot;http://martinm.twoday.net/stories/6292987/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://martinm.twoday.net/stories/6292982/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; oder &lt;a href=&quot;http://martinm.twoday.net/stories/6292991/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;. Nein, ich stehe nicht für irgendwelche spirituellen Dienstleistungen zur Verfügung, schon gar nicht für Fremde und erst recht nicht gegen Geld! Ja, ich bin schon gefragt worden. Nein, ich habe keine schizoide Persönlichkeitsstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/12005898&quot;&gt;&lt;img title=&quot;Munkelmann mit Kaputze und Trinkhorn&quot; alt=&quot;Munkelmann mit Kaputze und Trinkhorn&quot; src=&quot;http://u1.ipernity.com/21/58/98/12005898.5009accd.500.jpg&quot; height=&quot;500&quot; width=&quot;364&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Frater M:M im inspirierten Kontakt mit der Entität Methorn (nicht zu verwechseln mit Metatron)&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Channeling ist leider auch Geschäftemacherei. Kein Massengeschäft für Telefon-Hotlines und Online-Portale wie Tarot-Legungen, Pendeln, Horoskope usw.  Eher verdienen &quot;Kanalarbeiter&quot; Geld in Einzelsitzung und durch Bücherschreiben.&lt;br /&gt;
Es ist, etwas Charisma und Menschenkenntnis und ein elastisches Gewissen vorausgesetzt, ziemlich einfach, sich als Channel-Medium auszugeben, man muss, anders als ein Plastikschamane, nicht einmal trommeln können.  &lt;br /&gt;
Ein &quot;echtes&quot; Medium könnte man theoretisch daran erkennen, ob die Inhalte der Botschaften die alltäglichen Möglichkeiten des Übermittlers übertreffen. Das ist z. B. dann der Fall, wenn ein Medium mit normalerweiser mäßiger Ausdrucksfähigkeit in Trance stundenlang komplizierte Sachverhalte in druckreifer Sprache ausführt. Noch überzeugender wirken Menschen, die in einer Sprache &quot;channeln&quot;, die sie eigentlich nicht beherrschen. Aber auch so etwas kann inszeniert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei ehrlichen Medien kann es für Ratsuchende gefährlich werden. Das Problem liegt darin, dass Channeling-Klienten stärker als etwa Astrologie-Klienten dazu neigen, die Durchsagen als unumstößliche Wahrheiten zu werten. Das liegt meiner Ansicht nach nicht an größerer Leichtgläubigkeit, sondern an der geringer Distanz, sowohl zwischen dem Klienten und dem Medium, als auch zwischen dem Medium und seiner andersweltlichen Quelle. Es  stehen keinen astrologischen Berechnungen, keine Tarot-Karten und noch nicht einmal eine Kristallkugel dazwischen.&lt;br /&gt;
Selbst die vergleichsweise distanzierten Astrologie-Klienten neigen dazu, von Horoskopen abhängig zu werden. Ein abhängig gewordener Ratsuchender traut sich keine eigenen Entscheidungen mehr zu und muss immer wieder das Orakel, die Karten, die Sterne, das I-Ging usw. befragen. Beim Channeln und beim Spiritismus, der psychologisch gesehen ähnlich wirkt, ist dieses Risiko besonders groß.&lt;br /&gt;
Kommerziell orientierte Medien nutzen dieses Abhängigkeitsverhältnis eiskalt aus. Manche &quot;Kanalarbeiter&quot; fördern diese Abhängigkeit absichtlich, indem sie bei regelmäßiger Teilnahme einen spirituellen Aufstieg versprechen. Ein &quot;Geschäftsprinzip&quot;, das die kommerzielle Channel-Szene sich offensichtlich bei &quot;Psycho-Sekten&quot; wie Scientology abgeguckt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Gefahr, auch bei ehrlichen Medien und für ehrliche Medien, besteht darin, abzuheben, den Kontakt mit der Alltäglichen Wirklichkeit zu verlieren und sich in wahnhafte Vorstellungen hineinzusteigern.&lt;br /&gt;
Der Psychologe und Esoterik-Gegner &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Colin_Goldner&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Colin Goldner&lt;/a&gt; geht so weit, schon den bloßen Glauben an die Existenz von Geistwesen, auch innerhalb der etablierten Kirchen, für riskant zu halten. Er hält es für jederzeit möglich, dass Geister- oder Engelgläubige in psychotische Wahnvorstellungen abgleiten. Wobei Goldner die Medien selbst, soweit sie nicht ohnehin Betrüger sind, für von wahnhaften Vorstellungen beherrscht hält. Grundsätzlich begrüße ich Goldners skeptische Haltung, und auch seinen betont materialistischen Ansatz kann ich gut nachvollziehen. Allerdings halte ich ihn auch für einen selbstgerechten und verbohrten Fanatiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit &quot;gechannelten&quot; Büchern kann man ohne Weiteres ganze Bibliotheken füllen. Der Begriff &quot;Channeling&quot; ist relativ neu, Autoren, die nach eigenen Angaben Kontakt mit &quot;jenseitigen&quot; Wesenheiten hatten, deren Botschaften sie aufschrieben, nicht.&lt;br /&gt;
Bekannte historische Buchschreib-Medien sind z. B. Jakob Lorber, der &quot;Schreibknecht Gottes&quot;, Helena Petrovna Blavatsky, die Mitgründerin der &quot;Theosophischen Gesellschaft&quot;, Emanuel Swedenborg und, hinsichtlich der Produktivität auch unter den notorisch produktiven medialen Autoren herausragend, auch Rudolf Steiner. Großzügiger definiert sind auch alle offenbarten religiösen Texte &quot;gechannelt&quot;, z. B. der Koran und das meiste in der Bibel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Bestsellerautoren unter den &quot;Kanalarbeitern&quot; verdienen mit Hilfe ihres &quot;gutes Geistes&quot; Millionen.&lt;br /&gt;
Dem Erfolg des heute fast vergessenen &quot;Autorenteams&quot; aus &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Jane_Roberts&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Jane Roberts&lt;/a&gt; und einer sich Seth nennenden Wesenheit in den 1970er Jahren folgten unzählige Nachahmer. Allerdings hielt Jane Roberts selbst es immer für möglich, dass Seth eine Personifizierung eines überbewussten Teils ihrer normalen Persönlichkeit sein könnte, also ihrem Unterbewusstsein entstammen könnte. Diese selbstkritische Haltung ist unter den &quot;Channelern&quot; nach meinem Eindruck eine seltene und löbliche Ausnahme. Davon abgesehen ragt die anspruchsvolle Metaphysik im &quot;Seth-Material&quot; auch inhaltlich aus der Masse der &quot;gechannelten&quot; Botschaften heraus. Egal, ob aufgestiegene Meister aus Atlantis, Nostradamus, Albert Einstein, Metatron, Jesus, Außerirdische vom fünften Planeten des Aldebaran  oder nur die verstorbene Großmutter gechannelt werden, oder ob ein Medium Einblick in die Akasha-Chronik oder das Buch mit den sieben Siegeln zu haben behauptet - kanalisierte Botschaften laufen nach meinem Eindruck fast immer auf dasselbe hinaus: Wir gehen schweren Zeiten entgegen, und wie müssen uns dringend ändern, wenn wir uns weiterentwickeln oder, bei den nicht seltenen Weltuntergangspropheten unter den gechannelten Wesenheiten, überleben wollen. Die Texte der Wesenheiten unterscheiden sich bei den konkrete Aussagen, im Weltbild und, bei den Apokalyptikern unter der Kanalarbeitern, in der Art der finalen Katastrophe. Gemeinsam ist den meisten eine tiefe Belanglosigkeit, verbunden mit ausgeprägtem Wortreichtum. Das Ganze garniert mit dem in der esoterischen Literatur üblichen Licht- und Liebe-Zuckerguss.&lt;br /&gt;
Da frage ich mich doch, wozu man für solche Banalitäten den Kontakt zu Wesenheiten aus der nichtalltäglichen Wirklichkeit braucht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag unfair sein, und ich räume ein, dass meine Stichprobe an gelesenen kanalisierten Schriften für valide Aussagen zu klein ist, aber mir liegen bei neun von zehn &quot;gechannelten&quot; Botschaften Stoßseufzer wie &quot;schade um das Papier&quot;,&quot;dafür mussten Bäume sterben&quot; oder, wenn die &quot;Botschaften von oben&quot; in elektronischer Form vorliegen, &quot;spiritueller Spam&quot; auf der Zunge, und meistens noch die quälende Frage: &quot;Verdammt, warum ich verschwende meine Zeit, um diesen Blödsinn zu lesen?&quot; &lt;br /&gt;
(Um einige Namen von Kanalarbeitern zu nenne, die ich besonders nervig finde: Judith Z. Knight, Thomas Nagel und natürlich Lee Carroll und Barbara Bessen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei möchte ich mediale Durchsagen nicht in Bausch und Bogen ablehnen, und nicht nur deshalb, weil ich mir damit sozusagen ins eigene Fleisch schneiden würde. (Was mir nebenbei auch egal wäre.)&lt;br /&gt;
Der Übergang zwischen Inspiration und medialem Kontakt ist fließend. &lt;br /&gt;
Künstler, darunter natürlich auch Schriftsteller, sind meistens sehr spirituell, selbst wenn sie überzeugte Atheisten sind. Ich gehe so weit, zu behaupten, dass Kunst, die diesem Namen verdient, eine spirituelle Tätigkeit ist: In dem Moment, in dem so etwas wenig Fassbares wie Inspiration oder Intuition ins Spiel kommt, ist der schöpferische Prozess spirituell, inspiriert.&lt;br /&gt;
Dabei ist es für das Werk völlig egal, ob die Künstler sich nur von einer Muse geküsst fühlen oder einen &quot;Geistesblitz&quot; haben, oder den Eindruck, mit einer realen, mit eigener Persönlichkeit versehenen Wesenheit im Kontakt zu stehen. Auch Wissenschaftler oder Erfinder können inspiriert sein.  &lt;br /&gt;
Egal, ob Götter, Daimonen, Engel, aufgestiegene Meister, das kollektive Unbewusste oder das persönliche Unterbewusstsein die Quelle der Inspiration ist, kommt es auf das inspirierte Werk selbst an. Nicht jeder, der Inspiriert ist, schafft großartige Kunstwerke, geniale Erfindungen, oder tiefsinnige Einsichten, und nicht jeder Künstler, Denker oder Erfinder ist inspiriert.&lt;br /&gt;
Ich bin sogar der Ansicht, dass es ohne Inspiration keine wirkliche Kreativität gibt, und das ungeachtet der alten Faustregel, dass kreatives Schaffen zu 99 % Transpiration und nur zu 1 % Inspiration ist. Es geht meiner Ansicht nicht ganz ohne Inspiration von  &quot;außerhalb&quot; der Alltagspersönlichkeit, jedenfalls dann nicht, wenn das Endergebnis in irgend einer Weise originell sein soll.&lt;br /&gt;
Es fällt mir jedoch immer wieder auf, dass sehr religiöse bzw. fromme Menschen, vor allem Fundamentalisten, oft auffallend phantasielos und unkreativ sind. Das gilt übrigens auch für dogmatische Esoteriker. Es gilt auch für Möchtegerns, Wichtigtuer und die meisten Scharlatane. Die Einfallslosigkeit der meisten angeblich gechannelten Botschaften spricht meiner Ansicht nach für sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer channelt oder sich sonstwie als Medium betätigt, sollte niemals die Selbstkritik und die Fähigkeit, Kritik zu akzeptieren, über Bord geben. Zu viel Skepsis tötet die Inspiration, aber ein völliger Mangel an Skepsis macht sie regelmäßig wertlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich sind sehr viele, wenn nicht die meisten angeblich gechannelten Botschaften schlicht Täuschung.&lt;br /&gt;
Wenn sie keine Täuschung sind, können sie Selbsttäuschung sein. Das müssen keine wahnhaften Vorstellungen sein - manchmal reichen Wunschdenken oder starke Erwartungshaltungen aus.&lt;br /&gt;
Wenn Täuschung und Selbsttäuschung ausgeschlossen werden kann, sollten Medien und ihre Klienten es wie seinerzeit Jane Roberts machen und immer an die Möglichkeit denken, dass die &quot;anderweltlichen&quot; Botschaften aus dem Unterbewusstsein stammen könnten. Das macht sie keineswegs wertlos, wenn die Botschaften selbst inhaltlich wertvoll sind.&lt;br /&gt;
Was Medien und ihre Kunden regelmäßig übersehen, ist, dass selbst wenn die kanalisierten Botschaften von &quot;drüben&quot; oder &quot;oben&quot; stammen sollten, nicht gesagt ist, dass der jeweilige &quot;aufgestiegene Meister&quot;, Engel, verstorbene Urahn oder verstorbene große Mensch der Weltgeschichte auch derjenige ist, für den er sich ausgibt: &quot;Jaaaa, selbstverständlich bin ich Napoleon (unterdrücktes astrales Kichern).&quot;&lt;br /&gt;
Am ehesten räumen noch religiös denkende Medien diese Möglichkeit ein - nur meistens leider nicht bei sich selbst. Die  Warnung, dass eine konkurrierende und womöglich abweichende Offenbarung vom Teufel komme, gehört zum Standardrepertoire religiöser Propheten.&lt;br /&gt;
Es ist auch seltsam, wie viele Medien und Medien-Klienten vor allem aus dem spiritistischen Umfeld daran glauben, dass ein dummer oder bösartiger Mensch nur dadurch zum Quell der Weisheit oder der Güte und Liebe würde, indem er stirbt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am einfachsten - wenn auch oft frustrierend (siehe oben!) - ist es, sich mit dem übermittelten Material selbst auseinanderzusetzen. Ist das Niveau hoch, lohnt es eine nähere Beschäftigung, selbst bei so notorisch wenig selbstkritischen Medien wie Rudolf Steiner oder zwielichtigen Gestalten wie dem genialen Hochstapler Aleister Crowley.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Religion, Magie, Mythen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2012-01-06T19:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/64023133/">
    <title>Das möchte ich auf keinen Fall versäumen ...</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/64023133/</link>
    <description>*aufsteh*&lt;br /&gt;
*Horn mit Met heb*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;&quot;The Professor!&quot;&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*ansetz*&lt;br /&gt;
*trink*&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.tolkiensociety.eu/toast/2012/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Tolkiensociety - 2012 birthday toast&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Persönliches</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2012-01-03T12:16:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/64022945/">
    <title>Den Kommentar zum unpräsidentalen Verhalten C. Wulffs</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/64022945/</link>
    <description>... überlassse ich einem, der es wissen muss. Und es vor fast sechs Jahren im &quot;Spiegel&quot; aussprach, so dass es unser immer peinlicher werdender Bundespräsi es auch hätte wissen können:
&lt;blockquote&gt;Döpfner: Größer als die Schlagzeilen der &quot;Bild&quot;-Zeitung ist gelegentlich nur die Heuchelei mancher Prominenter, wenn sie sich als Opfer stilisieren. Erst wollen sie von der Plattform profitieren, und hinterher, wenn&apos;s mal unangenehm wird, kritisieren sie, dass &quot;Bild&quot; immer noch da ist. Wer Privates schützen will, kann das in der Regel auch. Oder haben Sie etwa über Schily, Künast, Trittin oder Köhler irgendwelche Homestorys gelesen? Aber wer mit dem Privatleben Wahlkampf macht, der muss auch damit leben, dass die Boulevardpresse da ist, wenn der Haussegen schief hängt. Für die &quot;Bild&quot;-Zeitung gilt das Prinzip: Wer mit ihr im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten. Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen.&lt;/blockquote&gt;

&lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-47282197.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Wir Deutschen sind unberechenbar&lt;/a&gt; Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner debattiert mit Literaturnobelpreisträger Günter Grass über die Medienmacht des Verlags, das Amerika-Bild der Deutschen sowie Verdienste und Fehler der 68er (DER SPIEGEL, 25/2006 vom 19.06.2006)</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Medien, Lobby &amp; PR</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2012-01-03T07:32:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/59215734/">
    <title>Aus tiefster Raunachtsruhe - Jahresabschluss</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/59215734/</link>
    <description>Wenn ich vor 25 Jahren, zu Silvester 1987, einen Blick in das Jahr 2011 hätte werfen können, dann hätte ich, als Science Fiction und Fantasy-Fan, die heutige Welt wahrscheinlich als &quot;Cyberpunk&quot; beschrieben, und mein heutiges Leben der &quot;Urban Fantasy&quot; zugeordnet.&lt;br /&gt;
Dass wir in einer Welt leben, die jedes Jahr mehr Elemente des &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Cyberpunk&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Cyberpunks&lt;/a&gt; aufweist, ist kaum zu übersehen. Dass die Welt sich in eine ähnliche Richtung bewegt, wie sie z. B. William Gibson in den 80er Jahren beschrieben hat, liegt nicht daran, dass Gibson die Zukunft richtig &quot;hochgerechnet&quot; hätte - gerade da, wo er es wirklich tat, liegt er ziemlich daneben. Die Technik in &quot;Neuromancer&quot; wirkt heute streckenweise fast altmodisch, jedenfalls im einem für die Handlung so zentralen Element wie der mobilen Kommunikation. Ich denke an ausgedruckte &quot;Newsfaxe&quot; und die z. B. in &quot;Count Zero&quot; erwähnten Telefonzellen. Ähnliche lässt sich über die politischen Machtverhältnisse sagen. Das ist allerdings nicht entscheidend.&lt;br /&gt;
Die Spekulationen des Gibsonschen &quot;Cyberpunk&quot; beruhen auf zwei Grundvoraussetzungen:&lt;br /&gt;
1. Was wäre wenn der Staat (die Staaten) von großen Konzernen kontrolliert würden, die die staatliche Monopol-Macht für ihre Zwecke instrumentalisieren?&lt;br /&gt;
2. Was wäre wenn praktisch die gesamte Kommunikation und alle ökonomischen Transaktionen in einem weltweiten, nicht hierachischen Datennetz ablaufen würden?&lt;br /&gt;
Weil diese Annahmen mittlerweile zutreffen, treffen auch andere Elemente der Cyberpunk-Romane von Gibson und seinen Mitstreitern zu. Das andere Element, dass zur Glaubwürdigkeit beträgt, trifft im Grunde für jede Art der Literatur zu: gerade in einem (noch) phantastischen Umfeld sind plausible Geschichte mit glaubwürdigen Protagonisten wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht ganz so einsichtig ist es, dass mein heutiges Leben aus der Sicht des Jahres 1987 &quot;Urban Fantasy&quot; sein könnte. Schließlich gibt es in meinem Umfeld z. B. keine Vampire, keine Elfen, keine Orks usw.. &lt;br /&gt;
Als ich in den letzten Tagen darin ging, ein Szenario für eine Reihe Urban-Fantasy-Geschichten zu entwickeln, da bemerkte ich aber, dass einige Dinge, die für mich in den letzten Jahren selbstverständlich geworden sind, nach &quot;normalen&quot; Maßstäben nicht nur ziemlich exotisch, sondern buchstäblich unglaublich sind. (Das fängt schon damit an, dass es manchen Menschen gar nicht so leicht zu vermitteln ist, dass ich es mir mit meiner Selbstbeschreibung &quot;Heide&quot; vollkommen ernst ist.) &lt;br /&gt;
Damals, vor 25 Jahren, war ich zwar ziemlich &quot;nerdig&quot;, aber ich hatte trotzdem recht konventionelle Vorstellungen davon, was &quot;Wirklichkeit&quot; ist - und was &quot;Spinnerei&quot;.&lt;br /&gt;
Dass z. B. Stadtschamanen, die direkt aus dem &quot;Shadowrun&quot;-Universum stammen könnten, zu meinem engen Freundeskreis gehören könnten, hätte ich mir damals jedenfalls nicht vorstellen können. Auch hätte ich es mir nicht vorstellen können, dass ich nur eine, sondern mehrere, nicht-alltägliche Wirklichkeiten &quot;bereisen&quot; könnte - nicht als Drogenrausch oder Traum wohlgemerkt, und bestimmt nicht als Realitätsflucht. (Übrigens bin ich tatsächlich mal - aus Versehen - im Shadowrun-Universum gewesen. Wahnsinn? Wenn ich dort &quot;hängen geblieben&quot; wäre, sicherlich. Amüsant war für mich dieser Kurzausflug, den ich als völlig real erlebte, jedenfalls nicht.)&lt;br /&gt;
Phillip K. Dick schrieb, die Wirklichkeit sei das, was nicht verschwindet, wenn wir aufhören, daran zu glauben. So gesehen ist vieles, was uns gemeinhin als &quot;phantastisch&quot; erscheint, Wirklichkeit - und vieles, was uns ganz real erscheint, unwirklich. Was würde mit dem Geld passieren, wenn niemand mehr an seine Kaufkraft glaubt? Keine hypothetische Frage, denn es ist schon einige Male passiert, dass Menschen massenhaft das Vertrauen in ihre Währung verloren haben. &lt;br /&gt;
Viele Dinge, die wir gemeinhin für völlig real halten, sind tatsächlich Konstrukte, die nirgendwo eine Realität haben, außer in unseren Vorstellungen. &quot;Nationalstaat&quot; oder &quot;Börse&quot; zum Beispiel.  &lt;br /&gt;
Gerade das wurde im Jahr 2011 mehrmals unübersehbar deutlich. Außerdem war 2011 ein Jahr, in dem laufend Dinge passierten, die &quot;eigentlich&quot;, nach dem, &quot;was jeder weiß&quot;, niemals hätte geschehen können. Dinge, mit denen &quot;niemand&quot; rechnete. Das haben die Guttenberg-Affäre, der &quot;arabische Frühling&quot;, die Katastrophe von Fukushima, die Occupy-Bewegung und vieles mehr gemeinsam. &lt;br /&gt;
Sie zeigen, wie eng der Realitätstunnel, die Prägungen, Konzepte, geistigen Haltungen und Realitätskonstruktionen, die uns vor allem durch die Massenmedien vorgegeben werden, ist. Welche Scheuklappen sogar Menschen, die es besser wissen müssten, tragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bilanz meines Jahres: Gemischt. Allerdings, rein vom Gefühl her waren für mich persönlich die letzten Monate des abgelaufenen Jahres eine der erfolgreichsten und glückhaftesten Zeiten, an die ich mich erinnern kann. Ich meine damit nicht &quot;Erfolge&quot; in Sinne von &quot;beruflichem Weiterkommen&quot; oder &quot;Glück&quot; im Sinne eines Lottogewinns oder so etwas. (Mein größtes Glück ist sowieso, dass ich echte Freunde habe.)&lt;br /&gt;
Nein, ich habe das Gefühl, dass mir besonders viel gelungen sei, dass Dinge geklappt haben, bei denen ich mich längst daran gewöhnt habe, dass es große Schwierigkeiten gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mal sehen, ob das so weiter geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was das kommende Jahr angeht, hoffe ich das Beste und erwarte ich das Schlimmste. Aber das ist ja immer so. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gruß aus den Raunächten. Die für mich noch nicht zuende sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wünsche Euch allen ein glückliches neues Jahr!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Martin</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Persönliches</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-12-31T13:11:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/59211332/">
    <title>Aus tiefster Raunachtsruhe (oder Weihnachtsruhe, je nachdem)</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/59211332/</link>
    <description>Es gibt unangenehme Themen, denen man für einige Tage aus dem Weg gehen kann und gehen sollte.&lt;br /&gt;
Leider gehört das Thema &quot;Alltagsantisemitismus&quot; nicht dazu. Der hält sich an keine Feststagssruhe. &lt;br /&gt;
Und er kommt auch nicht nur aus dem Mund der &quot;üblichen Verdächtigen&quot;, der &quot;Rechtsextremisten&quot;, &quot;Völkischen&quot;, NS-Nostalgiker usw. . Sondern manchmal aus dem an und für sich netter, toleranter, rechtsradikaler Umtriebe unverdächtiger Mitmenschen.&lt;br /&gt;
Mit dem Alltagsantisemitismus ist es so wie mit seinen Verwandten, dem Alltagsrassismus und dem Alltagssexismus. Der Alltagsantisemit ist sich in der Regel gar nicht einmal darüber klar, wie antisemitisch seine Äußerungen sind. (Gilt sinngemäß auch für Alltagsantisemitinnnen).&lt;br /&gt;
Aus Rücksicht auf die Privatsphäre der es gar nicht böse meinenden Alltagsantisemiten verzichte ich darauf, den konkreten Vorfall zu beschreiben. Dafür bringt Marina Weisband (ja, die Frau, die von unserer Qualitätspresse so gern die &quot;hübsche Piratin&quot; genannt wird, unter weiträumiger Umgehung aller politisch relevanter Themen)   ein &quot;schönes&quot;, selbsterfahrenes, Beispiel &lt;a href=&quot;http://twitpic.com/7wtqcj&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;wie Alltagsantisemitismus funktioniert&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie kann es sein, dass Menschen, die nach eigener Einschätzung sogar Juden schätzen, Alltagsantisemiten sind? 
&lt;blockquote&gt;Das Schrecklichste nach dem Antisemitismus ist der Philosemitismus&lt;/blockquote&gt; schrieb der jüdische Publizist Egon Schwarz. Selbstverständlich bringen Philosemiten keine Juden um und legen ihnen noch nicht einmal Steine in den Weg. Es ist mit dem Philosemitismus so wie mit dem Positivrasssismus - es ist z. B. für einen Schwarzen nicht unmittelbar gefährlich, aufgrund seiner Hautfarbe für einen temparamentvollen Tänzer mit &quot;Rhythmus im Blut&quot;, guten Leichtathleten oder einen total coolen und relaxten Typen gehalten zu werden. Es kann aber reichlich nerven, so etikettiert und verschubladisiert zu werden. Und allzu oft schlägt ein enttäuschtes Positivklischee ins Negative um - manchmal schon wenn der besagte Schwarze ein miserabler 100-Meter-Läufer sein sollte.&lt;br /&gt;
Philosemitismus ist aber nach meiner Einschätzung doch etwas mehr als eine Sonderform des nervigen Positivrassismus. Speziell deutschen Philosemiten sind oft von Schuldabwehr oder schlechtem Gewissen gegenüber &quot;den Juden&quot; motiviert. Der Schuldabwehrphilosemitismus ist meiner Ansicht nach eng mit dem Schuldabwehrantisemitismus, dem &lt;a href=&quot;http://www.bpb.de/themen/6SQ26W,0,Sekund%E4rer_Antisemitismus.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;sekundären Antisemitismus&lt;/a&gt;, verwandt. Und mit überhohen Ansprüchen an &quot;die Juden&quot; verbunden, an ihre Moral, Intelligenz, Toleranz. Ein Philosemit sieht in Juden &quot;etwas Besonderes&quot; - Juden sind für ihn irgendwie keine normalen Menschen.
&lt;blockquote&gt;Wenn jemand mir Eigenschaften zuschreibt, oder mich mag / nicht mag, einzig WEIL ich jüdisch bin, das ist Antisemitismus&lt;/blockquote&gt;twittert &lt;a href=&quot;http://twitter.com/afelia&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Marina Weisband (Afelia)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum das Thema für mich so wichtig ist. obwohl ich kein Jude bin? Weil es immer die Sache der Nichtjuden ist, Antisemitismus zu bekämpfen, nicht die der Juden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wünsche allen Juden ein fröhliches Rest-Chanukka!</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Gedankenfutter</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-12-24T13:17:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/59203839/">
    <title>&quot;Bruder Gianluca Casseri&quot; - oder: was macht einen Menschen zum Killer-Nazi?</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/59203839/</link>
    <description>Es ist eine jene Tatsachen, die mich in Selbstzweifel stürzen - und die mich zugleich befürchten lassen, dass ich in das Profil eines &quot;potenziellen faschistischen Gewalttäters&quot; passe.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.publikative.org/2011/12/14/gianluca-casseri-der-italienische-breivik/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Gianluca Casseri  der italienische Breivik (publikative.de)&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
Gianluca Casseri war jener ultrafaschistische Rassist, der am 13. Dezember 2011 in Florenz zwei senegalesische Immigranten abknallte, drei weitere Schwarze anschoss und sie wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens an Leib und Seele verkrüppelte, und sich dann feige durch Suizid der irdischen Gerechtigkeit entzog.&lt;br /&gt;
Einer jener Menschen, die nur hassen kann. Die mich an meiner Menschlichkeit zweifeln ließe, wenn ich sie nicht hassen und verabscheuen würde.&lt;br /&gt;
Aber - ich sehe in den Spiegel - und mein Spiegelbild zeigt mir einen Menschen, der dem faschistische Killer, der aufgrund einer irren Weltanschauung zum irren Mörder wurde, unangenehm ähnlich sieht:
&lt;blockquote&gt;Beschrieben wird der 50-jährige Buchhalter aus der Provinz Pistoia als introvertierter Einzelgänger, fasziniert von keltischen Riten, Neopaganismus, Tolkiens Fantasy und arischen Herrenrassen, der in seinen Schriften auch gern Fantasy-Einschläge mit faschistischem Gedankengut verwickelte. Im Umfeld des Casa Pound wurde der Mann mit dem rundlichen Gesicht eher als einsamer Wolf gesehen als als Mitglied neofaschistischer Schlägertrupps. Ein intellektueller Ideologe der Herrenrasse, Kenner der neofaschistischen Bewegungen und Analytiker von deren Gründungsmythen. Als großer Comic-Liebhaber referierte er im Casa Pound wiederholt über seine Lieblingscharaktere Tex und Tin Tin.&lt;/blockquote&gt; 
Sehr viel davon trifft auch auf mich zu. Was mich von Cassiri unterscheidet, dass ist das, was in unseren Köpfen ist. Etwas, was sich der Überprüfung durch Außenstehende entzieht.&lt;br /&gt;
In einer (möglichen) Gefährderdatei wären (oder sind schon?) naturgemäß nur die beobachtbaren Fakten über mich gespeichert. Dass ich politisch völlig anders eingestellt bin, als der sich selbst irre gemacht habenden Killer-Fascho, das dürfte, angesichts der diskursbestimmenden &lt;a href=&quot;http://www.publikative.org/2009/06/16/extremismustheorie/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Extremismustheorie&lt;/a&gt;, mit der fixen Idee einer &quot;guten Mitte&quot; und &quot;bösen Rändern&quot; der Gesellschaft, in der &quot;Extremismus von rechts und links&quot; gleichgesetzt und gleich gewichtet werden, irrelevant sein.&lt;br /&gt;
Ja, so wird man argwöhnisch, pessimistisch und am Ende paranoid.&lt;br /&gt;
Wo es doch so einfach wäre: unauffällig im &quot;Mainstream&quot; mitschwimmen, als lauer Christ oder halbherziger Atheist, mit anständigen, erwachsenen, Interessen - z. B. Fernsehn - apolitisch, bis auf alle vier Jahre brav Kreuzchen bei SPD, CDU, FDP oder allenfalls GRÜN machen, der Comics für &quot;Kinderkram&quot;, Fantasy für &quot;&quot;Fluchtliteratur&quot; und Heiden und Hexen für &quot;abgedrehte Spinner&quot; hält. Ja, und wer es mit &quot;den Germanen&quot; hat, kann doch nur Nazi sein. &lt;br /&gt;
Wenn ich ernsthaft vor hätte, Verbrechen zu begehen, dann würde ich mir Mühe geben, nach außen genau so unauffällig - angepasst bis spießig - zu wirken.&lt;br /&gt;
Aber die Parallelen zwischen mir und Casseri gehen weiter:
&lt;blockquote&gt;
Autobiografisch beschreibt sich der Mann, der gern in der dritten Person von sich spricht, so:
&lt;blockquote&gt;Er wird 1961 in Ciriegio (PT) geboren, während der Mensch in den Weltraum fliegt und der Himmel sich in der größten Sonnenfinsternis des XX. Jahrhunderts verdunkelt. Im Alter von 12 Jahren, überwältigt von der Begegnung mit H.P. Lovecraft, entfernt er sich endgültig aus dem ihn umgebenden geordneten Kosmos. Seine vielfältigen Interessen im Bereich Fantasy, alle rigoros nicht aktuell, reichen von Flash Gordon bis zum Sci-Fi-Kino der 50er Jahre, von den Autoren der Weird Tales bis zu Val Newtons Filmen und darüber hinaus. Im Jahr 2001, zu Zeiten des endgültigen Durchbruchs des Internets, hat er die geniale Idee, eine Printzeitschrift herauszubringen, La Soglia, wo er seine multimedialen Manien auslebt. Um sich von den ernsten Dingen des Lebens abzulenken scheint es, als wäre er Buchhalter.&lt;/blockquote&gt;
&lt;/blockquote&gt;
Ich bräuchte nur wenige Vokabeln auszuwechseln, und es wäre eine biographische Skizze über MartinM. Immerhin: ich schreibe nur selten in der dritten Person über mich selbst, und ich schätze auch aktuelle SF und Fantasy. 

&lt;blockquote&gt;Es ist eine reichlich peinliche Verwandtschaft. Ich will trotzdem die Augen nicht davor schließen, denn nochmals: besser, aufrichtiger, heiterer und produktiver als der Haß ist das Sich-wieder-Erkennen.&lt;/blockquote&gt;
So leitete Thomas Mann seinen berühmten Aufsatz &lt;a href=&quot;http://www.cicero.de/berliner-republik/bruder-hitler/36576&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Bruder Hitler&lt;/a&gt; ein. In Hitler erkenne ich mich nicht wieder, was nicht mein Verdienst ist, sondern allein dem Umstand geschuldet ist, dass ich zu einer anderen Zeit geboren wurde, und unter anderen Verhältnissen aufwuchs. Thomas Mann drückte mit seiner Gleichsetzung aus, dass es sich beim Politiker Adolf Hitler im Kern um einen Künstler handelt, einen gescheiterten und verkommenen Künstler. Eine Beschreibung, die auf mich (obwohl sicher kein Politiker) sicher eher zutrifft, als auf den Erfolgsschriftsteller und Literaturnobelpreisträger Mann. Aber Hitler, das war das frühe 20. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
In einigen der heutigen Faschisten, da erkenne ich mich durchaus stärker wieder. Zum Beispiel auch in dem Hamburger Berufs-Neonazi Christian Worch, einen Mann, der recht lesbare (und interessanterweise nicht rassistische) Fantasy-Geschichten geschrieben hat, jemanden, mit dem ich mich gut verstehen könnte  - wenn er nicht unzufällig Nazi und unzufällig ein schlauer Machtstratege und Strippenzieher wäre. Wie ich ist Worch ein wenig erfolgreicher &quot;Schreiberling&quot;. Wie es auch Casseri war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstmitleid oder gar Selbstviktimisierung sind jedenfalls nicht angebracht. Eher scharfe Selbstkritik. &lt;br /&gt;
Ich darf jedenfalls niemanden übel nehmen, dass er oder sie mich nach flüchtiger Betrachtung für einen &quot;Fascho&quot; hält.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Versuch einer Antwort auf meine Frage: &quot;Was macht einen Menschen zum Killer-Nazi?&quot;&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich sind es &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; das Milieu, die bevorzugte Literatur, der persönliche Geschmack, oder die spirituelle, religiöse oder philosophische Grundeinstellung. Und schon gar nicht das intellektuelle Niveau. Auch wenn der &quot;typischen Nazi&quot; eher eine Hohlbratze ist, schützen weder Bildung noch Intelligenz vor Menschenfeindlichkeit.&lt;br /&gt;
Ich vermute - und der &quot;Fall Casseri&quot; spricht dafür - dass es nur wenige Faktoren sind, die jemanden nach &quot;rechts außen&quot; abbiegen lassen.   &lt;br /&gt;
Einer dieser Faktoren ist ein Weltbild, das klar zwischen &quot;schwarz&quot; und &quot;weiß&quot;, &quot;gut&quot; und &quot;böse&quot;, &quot;wir und die&quot; unterscheidet. Also ein sehr weit verbreitetes, sozusagen &quot;normales&quot;, Weltbild. Das ist jedenfalls der entscheidende Unterschied zwischen meiner und Casseris Ansicht: &lt;blockquote&gt;Obacht, Romualdi und Casseri meinen das durchaus ernst, eine neue europäische Spiritualität, basierend auf den (germanischen) Wurzeln Europas soll die Volksgesundung herbeiführen. Durch Abwehr der von außen eindringenden feindlichen Kräfte selbstverständlich.&lt;/blockquote&gt;
Auch ich meine es durchaus ernst mit meiner &quot;neuen europäischen Spriritualität&quot;, unter anderem auf germanischen Wurzeln basierend. Aber: ich bin mir klar darüber, dass ich, und auch das Europa bzw. &quot;der Westen&quot; auch weitere Wurzeln haben. Mit Reinheitsdiskursen habe ich nichts am Hut. Ich weiß, was &quot;der Westen&quot; Arabien, Persien, Indien und sogar China verdankt. Ich weiß, was ich, was meine persönliche Spiritualität, dem westafrikanischen und karibischen Vodun, der sibirischen, koreanischen und amerikanischen Schamanen, aber auch den jüdischen Kabbalisten verdankt. &lt;br /&gt;
&quot;Der Westen&quot;, das ist für mich ganz wesentlich Humanismus, Aufklärung, die französische und die amerikanische Revolution, Emanzipation, kritische Wissenschaft. Das sind &quot;Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit&quot; (letztere bitte um &quot;Schwesterlichkeit&quot; ergänzen).  &lt;br /&gt;
Wenn diese Zivilisation, die ich schätze, bedroht wird, dann nicht von außen, sondern von innen. Von der (vermeintlich) &quot;guten&quot; Mitte her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Worte Manns treffen auch auf mich und mein Verhältnis zu &quot;intellektuellen&quot; Faschisten zu:
&lt;blockquote&gt;Ein Künstler, ein Bruder. Aber die Solidarität, das Wiedererkennen sind Ausdruck einer Selbstverachtung der Kunst, welche denn doch zuletzt nicht ganz beim Wort genommen werden möchte.&lt;/blockquote&gt;</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Persönliches</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-12-14T16:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/55774913/">
    <title>Hypermoral</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/55774913/</link>
    <description>Hin und wieder benutze ich den Ausdruck &quot;Hypermoral&quot;, für eine Haltung, ein &quot;Ethos&quot;, das ich für sehr problematisch halte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jemand, der hypermoralisch ist, ist nicht etwa, wie man vielleicht von Wortsinn her meinen könnten, jemand, der oder die besonders viel Wert auf moralisch einwandfreies Verhalten legt. Es gibt hypermoralische  &quot;Moralapostel&quot;, aber nicht jeder eifernder Moralprediger ist hypermoralisch.&lt;br /&gt;
Die meisten hypermoralischen Menschen haben ein manichäistisches, &quot;schwarz/weiß&quot;, &quot;ja/nein&quot;, &quot;gut/böse&quot; Weltbild. Aber auch davon gibt es Ausnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hypermoral ist eine übersteigerte Form &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Gesinnungsethik&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;gesinnungsethischer&lt;/a&gt; Grundsätze, bei denen der Realitätsbezug und die praktische Anwendbarkeit nebensächlich ist.  Für einen Hypermoralisten sind menschlichen Handlungen im wesentlichen durch gute oder böse Absichten bzw. &quot;das Gute&quot; und &quot;das Böse&quot; an den Absichten motiviert. Eine pragmatisch-moralische Auffassung, wie sie Goethes Mephisto in die Worte &quot;Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft&quot; fasst, ist für Hypermoralisten nicht akzeptabel - aus einer böse Absicht kann für sie nichts Gutes erwachsen!&lt;br /&gt;
Ein entsetzliches Beispiel für Hypermoral sind jene Abtreibungsgegner, die so weit gehen, das ungeborene Leben auch auf Kosten des Lebens der Schwangeren zu schützen. &lt;br /&gt;
In der Politik ist &quot;Moralhypertrophie&quot; eine Einstellung, die alle Probleme in Staat und Gesellschaft als moralische Probleme auffasst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geprägt wurde der Begriff der &quot;Hypermoral&quot; 1968 im Essay &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Moral_und_Hypermoral&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Moral und Hypermoral&lt;/a&gt; des konservativen bis reaktionären Philosophen Arnold Gehlen. Diese Schrift ist durchaus danach, die philosophisch-anthropologischen Überlegungen Gehlens treten gegenüber der polemischen Zeitkritik deutlich ins Hintertreffen. Mit seinem Rundumschlag gegen so ziemlich alles, was ihm politisch und gesellschaftlich in der Bundesrepublik der 1960er-Jahre nicht gefiel (und ihm gefiel vieles nicht), ist Gehlen sozusagen der Prototyp aller &quot;68er-Basher&quot;.&lt;br /&gt;
Obwohl ich völlig anderen Ansicht bin, halte ich die von Gehlen geprägten Begriffe &quot;Humanitarismus&quot; und &quot;Hypermoral&quot; für brauchbar.&lt;br /&gt;
Unter &quot;Humanitarismus&quot; versteht Gehlen die &quot;zur ethischen Pflicht gemachte unterschiedslose Menschenliebe&quot;, eine Erweiterung des Familienethos auf die ganze Menschheit. &quot;Fremde&quot; Menschen, die nicht Familienangehörige, Freunde, Kollegen usw. sind, sollten genau so geliebt werden wie Menschen aus diesen &quot;Nahgruppen&quot;. Also anstatt des alttestamentarischen &quot;Liebe deinen Nächsten wie dich selbst&quot; die Forderung: &quot;Liebe deinen Fernsten wie deinen Nächsten&quot;. (Wobei Selbstliebe gerade nicht als &quot;Tugend&quot; gesehen wird, sondern als Laster - was die bei Hypermoralikern nicht seltene Haltung &quot;Verachte deinen Nächsten wie dich selbst&quot; folgerichtig  nach sich zieht.) &lt;br /&gt;
Im Sinne des Humanismus muss die Menschenwürde eines Straftäters auch dann gewährt bleiben, wenn seine Tat aufs Tiefste missbilligt wird. Das wäre für Gehlen - aber nicht für mich! - schon hypermoralisch.&lt;br /&gt;
Humanitarismus sei ein Mittel ideologisch zweckmäßiger Fremdtäuschung zum Vorteil bestimmter (Herrschafts-)Gruppen mit gleichzeitiger öffentlicher Geltungssteigerung der Intellektuellen. Humanitarismus im Sinne Gehlens ist eine Form des übersteigerten Humanismus, die kein überzeugter Humanist ernsthaft vertreten würde.&lt;br /&gt;
Trotzdem ist der Begriff kein &quot;Strohmann&quot;, denn entsprechende moralische Forderungen gibt es ja wirklich. Wenn auch eher selten seitens der von Gehlen gescholtenen Intellektuellen, als eher aus dem Lager religiöser oder ideologischer Fanatiker.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Gedankenfutter</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-12-08T11:16:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/55773638/">
    <title>That&apos;s The Bag I&apos;m In</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/55773638/</link>
    <description>Das neueste Video von &quot;Thee Pounders&quot; (nur echt mit zwei &quot;ee&quot;). &quot;Live on boat&quot; auffer Elbe - und statt &quot;Musikdampfer&quot; *) Musikbarkasse (hat sowieso mehr Stil). &lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/TCT69tW13Sw?version=3&amp;hl=de_DE&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/TCT69tW13Sw?version=3&amp;hl=de_DE&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; width=&quot;560&quot; height=&quot;315&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anlass, aus dem ich das &quot;Thee Pounders Video&quot; poste: The Sonics &amp; Thee Pounders live @ Markthalle (heute Abend, ist leider schon ausverkauft).  Support für &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/The_Sonics&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;The Sonics&lt;/a&gt;, die (mutmaßlich) erste Punk-Band, ist ja nicht irgend etwas ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*) &quot;Musikdampfer&quot;: a) Kreuzfahrtschiff - die meisten von denen haben heutzutage so viel Stil wie ein Viehtransporter und so viel Eleganz wie ein Parkhaus.&lt;br /&gt;
b) Ausflugsschiff, vor allem die kitschige, z. B. als &quot;Mississippidampfer&quot; aufgebrezelte, Variante.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-12-06T23:53:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/55771724/">
    <title>Was ist Arbeit?</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/55771724/</link>
    <description>Abgesehen von eindeutig definierten &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeit_%28Physik%29&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;physikalischen Arbeit&lt;/a&gt; ist der Begriff &quot;Arbeit&quot; schwer fassbar. Abstrakte Definitionen, wie die, dass Arbeit das bewusste schöpferische Handeln des Menschen sei, kollidieren mit jedenfalls heftig mit Alltagserfahrungen, die sich in Sprichwörtern wie &quot;Erst die Arbeit, dann das Vergnügen&quot; niederschlagen. (Darauf, dass in diesem Spruch auch ein Stück &quot;protestantische Arbeitsethik&quot; steckt, in dem Arbeit nur dann wirklich &quot;Arbeit&quot; ist, wenn sie auf Selbstüberwindung, Disziplin und Askese beruht, sei nur am Rande verwiesen.) Jedenfalls erscheint auch mir eine Abgrenzung von &quot;Arbeit&quot; zum &quot;reinem Zeitvertreib&quot;, &quot;Spiel&quot; und &quot;Erholung&quot; einerseits, und kriminellen Aktivitäten andererseits sinnvoll zu sein.  Auch wenn es eher fließende Übergänge als scharfe Grenzen zwischen diesen Aktivitäten gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist &quot;Arbeit&quot; gleichbedeutend mit &quot;bezahlter Erwerbstätigkeit&quot;. Begriffe wie &quot;Arbeitslosigkeit&quot;, &quot;Arbeitssuche&quot;, &quot;Arbeitsfähigkeit&quot; oder &quot;Arbeitsmarkt&quot; sind nur in diesem Sprachgebrauch sinnvoll. Dass dabei z. B. die unbezahlte Hausarbeit und die Arbeit im Ehrenamt außen vor stünden, ist so oft thematisiert worden, dass ich es nicht weiter ausführen brauche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls neigt auch die politische Linke dazu, &quot;Arbeit&quot; auf die &quot;Produktionsarbeit&quot; (unter Einschluss allerdings auch unentgeltlicher &quot;produktiver Tätigkeiten&quot;) zu beschränken - und sie zugleich, fast wie in der protestantischen Arbeitsethik, weltanschaulich zu überhöhen: Selbstverwirklichung sei nur in der Arbeit möglich, und ein moralisches Leben ist ein arbeitsames Leben. Die Tugend Fleiß (die strenggenommen eine Sekundärtugend ist, also eine abgeleitete Tugend, die nie davon getrennt gesehen werden kann, zu welchem Zweck und aus welchem Grund jemand fleißig ist) wird in dieser Sicht zum moralischen K.O.-Kriterium: wer &quot;faul&quot; ist, ist automatisch ein moralisch schlechter Mensch. &lt;br /&gt;
Bei konservativen Sozialdemokraten der &quot;alten Schule&quot; gipfelt das schon mal in Aussprüchen wie dem falsch zitierten biblischen Ausspruch: &quot;Wer nicht arbeitet, der soll nicht essen&quot;. Über die Aussage: &quot;Die Arbeit ist die Quelle alles Reichtums und aller Kultur&quot; im Programm der deutschen Arbeiterpartei (der Vorgängerin der SPD), die der Arbeit eine &quot;übernatürliche Schöpferkraft&quot; zuschreibt,  mokierte sich schon Karl Marx - was nicht daran ändert, dass solche Ansichten auch bei Marxisten weit verbreitet sind.&lt;br /&gt;
In dieser Vorstellungswelt ist ein bedingungsloses Grundeinkommen (auch wenn es in allen mir bekannten Entwürfen nur das Existenzminimum abdeckt) ein Anreiz zur Faulheit und daher moralisch verwerflich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit der Entscheidung der &lt;a href=&quot;http://web.piratenpartei.de/Pressemitteilung/piraten-sprechen-sich-f%C3%BCr-bedingungsloses-grundeinkommen-und-mindestlohn-aus&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Piratenpartei Bundesparteitag in Offenbach für ein bedingungsloses Grundeinkommen&quot;&lt;/a&gt; rückt eine andere, zwar nicht neue, aber sinnvolle Auffassung von Arbeit ins Licht einer breiten Öffentlichkeit:
&lt;blockquote&gt;&quot;Wir können uns erstens eine Vollbeschäftigung nicht mehr leisten, und zweitens brauchen wir sie auch nicht mehr&quot;, sagte Weisband zur Begründung eines Grundeinkommens für alle. &quot;Wir bezeichnen alles als Arbeit, was für die Gesellschaft nützlich ist.&quot; Dazu gehöre auch die Pflege von Familienangehörigen und die Gestaltung von Kunst. &lt;/blockquote&gt; &lt;a href=&quot;http://www.stern.de/politik/deutschland/bundesparteitag-in-offenbach-piraten-schielen-auf-bundestagswahl-2013-1758682.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Piraten schielen auf Bundestagswahl 2013 (Stern.de)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Während die Pflege von Familienangehörigen und auch ehrenamtliche Tätigkeiten wahrscheinlich von einer breiten Mehrheit der Deutschen als &quot;gesellschaftliche nützliche Arbeit&quot; angesehen würde, wage ich sehr zu bezweifeln, dass auch das Werk eines Amateurkünstlers gemeinhin als &quot;gesellschaftlich nützliche Arbeit&quot; angesehen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant wird die Kopplung des Begriffs &quot;Arbeit&quot; an eine, auch großzügig definiert, gesellschaftliche Nützlichkeit, wenn man sie auch einige durchaus gesellschaftliche angesehenen Erwerbstätigkeiten anwendet. &lt;br /&gt;
Meiner Ansicht, dass ein berufsmäßiger Spekulant auf der selben Stufe wie ein Berufsspieler stünde, würde wohl noch auf breite Zustimmung stoßen (wobei ich übrigens Spielen um Geld ebenso wie Spekulation für ethisch unproblematisch halte, solange dabei niemand geschädigt wird - aber Arbeit ist es in beiden Fällen nicht, auch wenn einiges Geschick und einige Mühe dazu gehört, gut zu Spielen oder zu Spekulieren).  &lt;br /&gt;
Die bisher schlechtestes und anstrengenste Erwerbstätigkeit, der ich je nachgegangen bin, nämlich der als &quot;outbound&quot;-telefonierender Call-Center-Agent, sprich, als jemand, der unter einem Vorwand ungefragt Menschen anruft, um ihnen etwas aufzuschwatzen, ist demnach keine Arbeit. Das würden zahllose sich sehr anstrengende Call-Center-Agenten sicher anders sehen, und ich würde mich hüten, dieses Beispiel für &quot;Nicht-Arbeit&quot; zu nennen, wenn ich niemals in einem Call-Center gegen eine erbärmlich schlechte Bezahlung Leute am Telefon übers Ohr gehauen hätte. Meiner Ansicht nach fällt diese Tätigkeit in den Bereich legalisierte Kriminalität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich neige jedenfalls dazu, den alten CDU-Slogan &quot;Sozial ist, was Arbeit schafft&quot; umzudrehen: &quot;Arbeit ist das, was sozial ist&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist es Arbeit, wenn ich einen Roman schreibe? In dem Moment, in dem ich ihn veröffentliche: Ja! Und zwar unabhängig davon, ob ich damit Geld verdienen (Erwerbstätigkeit) oder nicht. &lt;br /&gt;
Von der Frage, inwieweit der Roman gesellschaftlich nützlich ist, sehe ich bewusst ab - es reicht aus, dass die Leser davon einen Nutzen haben, wenn sie ihn lesen.&lt;br /&gt;
Schreibe ich den Roman nur für mein Privatvergnügen bzw. für die viel genannte Schublade, dann ist die Anstrengung des Schreibens keine Arbeit, sondern nur Zeitvertreib.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Wirtschaft</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2011-12-04T21:50:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/STORIES/55768864/">
    <title>NaNoWriMo - eine Nachlese</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/STORIES/55768864/</link>
    <description>Zum (vorerst) letzten Mal über den November-Wahn. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/11851542&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/20/15/42/11851542.0361446d.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;389&quot; alt=&quot;NaNoWriMo-Winner&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als bei meinem ersten NaNoWriMo vor zwei Jahren ist der &lt;br /&gt;
Roman mit dem Arbeitstitel &quot;Herr der Meer - Geheimauftrag MARIA STUART&quot; vom geplanten Umfang und der Handlung her, fertig geworden. Umschreiben werde ich ihn nicht müssen, aber natürlich überarbeiten. &lt;br /&gt;
Wie beim ersten Mal ist es ein &quot;marinehistorischer Roman&quot;. Zumindest im Großen und Ganzen. Nicht in jeder Hinsicht realistisch, aber plausibel, und vor historisch stimmigen Hintergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch anders als bei meinem ersten NaNoWriMo-Romanversuch  habe ich eine realistische Perspektive, dass der Roman auch veröffentlicht wird. Zwar wohl nicht im kommerziellen Rahmen, aber auch nicht im Selbstverlag (geschweige denn &quot;Vanity-Press&quot; / &quot;Zuschussverlag&quot;). Etwas, was die Art und Weise, wie ich schrieb, deutlich beeinflusste.&lt;br /&gt;
Aus Erfahrung mit dem &quot;versandeten&quot; NaNoWriMo-Manuskript vor zwei Jahren hatte ich dieses Mal ein ausgearbeitetes Konzept, mit Exposé, Datenblättern, Kapitelgliederung usw.. und vor allem: einen Schluss, auf den das ganze zusteuert. Mein Problem bei &quot;Brüder der Küste&quot; damals war ja, dass ich mich völlig verzettelt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was konnte ich von meinem ersten Versuch verwenden? Im wesentlichen die Recherchen. Immerhin ist es ein historischer Roman, da sollten auch Details stimmen oder wenigstens historisch plausibel sein - was übrigens auch für die Aspekte der &quot;Science Fiction in der Vergangenheit&quot;, dem &quot;Quasi-Steampunk&quot;, &quot;Clockworkpunk&quot;, &quot;Sailpunk&quot; oder wie auch immer, gilt. Es macht mir einfach Spaß, mir auszumalen, was es damals gegeben haben könnte, was machbar gewesen wäre. Einfach, wie im jüngsten &quot;Die Drei Musketiere&quot;-Film, irgendwelche Luftschiffe in die Handlung einzubauen, wäre mir zu wenig gewesen. &quot;Piraten-Fantasy&quot; á la &quot;Fluch der Karibik&quot; ist amüsant, aber nicht das, was ich beabsichtige. &lt;br /&gt;
Trotzdem hat &lt;a href=&quot;http://www.andreaseschbach.de/schreiben/fragen/recherche/recherche.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Andreas Eschbah&lt;/a&gt; natürlich recht, wenn er meint: &lt;blockquote&gt;Gute Recherche ist ein Qualitätskriterium für einen Journalisten, aber nicht für einen Schriftsteller. Bei einem Roman die Recherche zu loben ist ungefähr so, als lobe man die Rechtschreibung. Beim Schreiben eines Romans ist Recherche einfach eine mehr oder weniger lästige Notwendigkeit&lt;/blockquote&gt;  
Eschbach hat auch damit recht, dass es wichtiger ist, die Details am RANDE zu recherchieren, als dass das zentrale Thema Realitätsbezug hätte. Das zentrale Thema bei mir ist die Suche nach einem verschollenen &quot;Superpiraten&quot; samt &quot;Superschiff&quot; - das ist sozusagen Vorgabe. Hätte es diesen &quot;Herrn der Meere&quot; wirklich gegeben, wäre die Geschichte des späten 17. Jahrhunderts wohl völlig anders verlaufen. Auch bei der Suche selbst ließe ich meine Phantasie wild vor sich hin toben - es ist kein Sachbuch, und auch  keine &quot;kontrafaktische Geschichtsschreibung&quot;, es ist ein Abenteuerschmöker vor historischem Hintergrund. Eschbachs Beispiel: wenn in Irland ein Mord passiert, wie heißt die Polizeieinheit, die sich damit befasst? Welche Dienstgrade gibt es da?  In meinem Fall: wenn ein Segelschiff in einen Hurrikan gerät, was wird die Besatzung tun? Da sollten auch die Fachbegriffe stimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie Eschbach bringt mir die Recherche wirklich Spaß - von &quot;lästiger Notwendigkeit&quot; kann keine Rede sein. Es gibt noch eine Gemeinsamkeit. Er antwortete auf die Frage, woher er all die Informationen in seinem mit Wissen gespickten Roman &quot;Das Jesus-Video&quot; her hätte:
&lt;blockquote&gt;Württembergische Landesbibliothek. Stadtbibliothek Stuttgart. Internet. Punkt. &#8232;&lt;/blockquote&gt;  
Außer, dass ich natürlich die entsprechenden Hamburger Bibliotheken aufsuchte, ist es bei mir genau so.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Persönliches</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 MMarheinecke</dc:rights>
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