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    <title>MMsSenf (&quot;Freiraum ist der Raum zwischen den Stühlen&quot;)</title>
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    <description>&quot;Freiraum ist der Raum zwischen den Stühlen&quot;</description>
    <dc:publisher>MMarheinecke</dc:publisher>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T12:34:46Z</dc:date>
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  <image rdf:about="http://static.twoday.net/MartinM/images/icon.jpg">
    <title>MMsSenf</title>
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  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6047518/">
    <title>Die Tücken der Nulltoleranz</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6047518/</link>
    <description>Es hat sich in der Kriminalitätsprävention praktisch bewährt, es ist nicht unproblematisch, es wird immer wieder falsch verstanden und noch häufiger politisch instrumentalisiert: das Prinzip der &lt;a href=&quot;http://www.nornirsaett.de/verbotene-und-suspekte-heidnische-symbole-exkurs-null-toleranz/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Null Toleranz&quot;&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bizarrsten Blüten treibt das Prinio &quot;Zero Tolerance&quot; seit einiger Zeit im Vereinigten Königreich. Einem Mann, der eine Schrotflinte fand und persönlich zur Polizeiwachen brachten, drohen fünf Jahre Haft &lt;a href=&quot;http://www.thisissurreytoday.co.uk/news/Ex-soldier-faces-jail-handing-gun/article-1509082-detail/article.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Ex-soldier faces jail handing in gun (surrey twoday) &lt;/a&gt;. (Via Uwe Vetters &lt;a href=&quot;http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/11/16/links-455/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Lawblog&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;
Der Grund für das dem üblichen Gerechtigkeitsempfinden Hohn sprechendes Urteil des &quot;Guildford Crown Court&quot; liegt darin, dass der britische Gesetzgeber das Prinzip der &quot;Zero Tolerance&quot; - hier: dass jeder illegale Waffenbesitz bestraft wird, egal, aus welchen Gründen: &quot;The intention of anybody possessing a firearm is irrelevant&quot; - mit der beliebten Idee der &quot;abschreckenden Strafe&quot; kombiniert hat - Mindeststrafe für illegalen Waffenbesitz fünf Jahre. Es ist sehr zu hoffen, dass das Urteil vor höheren Instanzen kein Bestand hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere britische Zero-Toleranz-Regelung ist nicht so leicht unter &quot;schwerer handwerklicher Fehler bei der Gesetzgebung, geboren aus Aktionismus, Populismus und Hysterie&quot; abzuhaken:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.timesonline.co.uk/tol/news/uk/article6824181.ece&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Scouts banned from carrying knives (times online)&lt;/a&gt; (Via &lt;a href=&quot;http://twitter.com/Cynx&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Cynx&lt;/a&gt;.) Ich persönlich finde diese Regelung nicht gut, weil sie die jungen Pfadfinder im Grunde unter einen fast immer unberechtigten Generalverdacht stellt. Anderseits ist das Messertrageverbot aber moralisch legitim und wahrscheinlich aus praktischen Gründen geboten. &lt;br /&gt;
Ein Fahrtenmesser kann ein Werkzeug sein, aber am Gürtel als Teil der Kluft getragen, überwiegt doch m. E. der Waffencharakter. Das Messer-Verbot mag zwar eine übertrieben strenge Regelung sein - aber sie ist, anders im Fall des Waffenfinders, immerhin gerecht - denn es ist nicht einzusehen, mit welchem Recht Pfadfinder Messer im Gürtel tragen dürften, andere junge Menschen jedoch mit so einem Fahrtenmesser sofort als &quot;Messerstecher&quot; verdächtigt werden würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt ja auch sinnvolle Verbote, die durch Ausnahmen für &quot;harmlose Fälle&quot; undurchsetzbar werden würden. Zum Beispiel ist  Alkoholgenuss in den &quot;Metronom&quot;-Zügen ab sofort verboten:
&lt;blockquote&gt;Das Verbot gilt in jedem Metronom zu jeder Tages- und Nachtzeit, an allen Wochentagen, für alle Fahrgäste und für alle Varianten von Alkohol, also auch das Feierabend-Bier oder das Hausfrauen-Sektchen. Die Metronom Eisenbahngesellschaft gestaltet das Verbot so umfassend, um gerecht zu bleiben und Diskussionen vor Ort zu vermeiden.&lt;/blockquote&gt; &lt;a href=&quot;http://www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/1/metronom-startet-alkoholverbot/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Metronom startet Alkoholverbot (taz-nord)&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist ein Beispiel dafür, dass eine &quot;Null-Toleranz&quot;-Regelung auch ganz pragmatische Gründe haben kann - auch wenn das Feierabend-Bier niemanden weh tut und die Regelung damit streng genommen über das Ziel hinaus schießt.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Gedankenfutter</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-17T16:44:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6040706/">
    <title>Bergfest (oder Äquatortaufe)</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6040706/</link>
    <description>Wir schreiben den 15. November 2009 - und ich habe über 30000 Wörter ( 31687 ganz genau, Stand 9:00 Uhr) meines Piratenromans mit dem Arbeitstitel &quot;Brüder der Küste&quot; geschrieben. Die Hälfte des Monats ist verstrichen, und die Hälfte des Schreibpensums von 50 000 Wörtern überschritt ich bereits am Donnerstag, dem 12. . Damit liege ich recht gut im Zeitrahmen - jedenfalls für einen &quot;Feierabendschreiber&quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeit, einige Gedanken darauf zu verwenden, was der kollektive Schreibwahnsinn aka NaNoWriMo so mit mir anstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Beobachtung ist die nicht ganz überraschende, dass andere Interesse und Hobbies darunter leiden. Das ist unter anderem auch an diesem Blog ablesbar - ich komme kaum noch dazu, über etwas anderes zu bloggen als den NaNoWriMo. Dass ich dagegen praktisch gar nicht mehr fernsehe, stört mich übrigens nicht die Spur.&lt;br /&gt;
Zum Glück heißt das nicht, dass mich nichts in der Welt außer diesem Schreibwettbewerb interessiere würde. Das war meine heimliche Befürchtung vor dem November - ich kenne meinen Hang, mich total in irgend etwas zu versenken.&lt;br /&gt;
Die dritte Beobachtung ist die, dass mein Alltag erstaunlich wenig darunter leidet. Tatsächlich gibt das Schreibpensum, oder genauer, die Zeit, die ich fürs Schreiben reserviere, dem Tag zusätzlich zur Arbeit Struktur - und dank dieser Struktur bewältige ich den Alltag vielleicht sogar besser als in Zeiten der Arbeitslosigkeit. Auf die Dauer etwas viel Struktur, zugegeben, aber bis zum 30. halte ich noch durch. &lt;br /&gt;
Die &quot;Chandler-Methode&quot;, nicht nach Tagespensum zu schreiben, sondern einfach Alltags zwei oder drei, am Wochenende sechs oder acht Stunden (hängt jeweils von der Tagesform ab) zu reservieren, hat sich für mich bisher bewährt. Würde ich mir ein Pensum vornehmen, bestünde die Gefahr, dass ich an Tagen, an denen es nur langsam vorangeht, bis spät in die Nacht schreibe. Der &quot;Schreibrausch&quot;, in dem ich Lust habe, bis zum &quot;Headcrash&quot; (Kopf fällt vor Übermüdung auf die Tastatur) zu schreiben, tritt ja eher selten ein. Der &quot;Schreibdurchfall&quot; ist da etwas anderes, weniger Euphorisches, weniger Inspiriertes. Ich habe den Verdacht, dass der &quot;Schreibdurchfall&quot; dadurch zustande kam, dass ich auch &quot;im Inneren&quot; merkte, dass ich den &quot;inneren Zensor&quot; in den &quot;Urlaub&quot; geschickt habe. Dazu ein Haufen dahingekritzelter Notizen - und der &quot;Zustand&quot; war da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ansonsten sind meine Gedanken oft auch dann, wenn ich nicht schreibe irgendwie in der Karibik - was ja angenehm wäre, wenn es nicht die Karibik des Jahres 1672 wäre. Es weckt schon starke, und nicht unbedingt angenehme Gefühle, wenn ich zum Beispiel eine Sklavenauktion schildere.&lt;br /&gt;
(Wobei es vergleichbare Scheusslichkeiten ja noch heute gibt.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Charakter und meine Weltsicht gehen ungefiltert in den Roman ein. Was außer der schon früher von mir bemerkten Akzentverschiebung weg vom Abenteuergarn hin zum historischen &lt;br /&gt;
Roman bewirkt, dass &quot;Brüder der Küste&quot; sich zu einem deprimierenden historischen Roman entwickelt. Der andererseits nicht faktennah genug ist, um als &quot;romanhafte Aufarbeitung eines blutigen Kapitels der Weltgeschichte&quot;, wie es so schön auf den Rückseiten- und Klappentexten heißt, durchgehen zu können.&lt;br /&gt;
Ich muss mich ab und an zur Kurskorrektur zwingen, damit der Roman zumindest ansatzweise der amüsante Abenteuerschmöker wird, als der er eigentlich geplant war. Dass er ein Schundroman, ein Buch, das die Welt nicht braucht, werden wird, war von vornherein eingeplant. NaNoWriMo ist eine sportliche Herausforderung, keine kulturelle. &lt;br /&gt;
Weshalb &quot;nach Fertigstellung löschen&quot; durchaus eine realistische Option ist. Ich sehe den NaNoWriMo als &quot;Trainingseinheit&quot; an, in der ich meine Fähigkeit, diszipliniert und unter Zeitdruck kreativ zu schreiben, verbessere. Der Roman ist für mich wichtig - und mir graust ein wenig vor der Möglichkeit, immer wieder auf den Schrott angesprochen zu werden, den ich da verbrochen hätte. Ein ehrgeiziger Autor, der ein Skript verwirft, ist nun mal angesehener, als einer, der seinen Schund auf Biegen und Brechen veröffentlicht. Oder anders gesagt: ich fürchte, meinen Ruf als Schreiber zu ruinieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Roman selbst:&lt;br /&gt;
Ich erlebe, wie schwierig es ist, etwas &quot;nicht&quot; zu denken. (&quot;Nicht an das rosa Krokodil denken&quot;.) Das heißt: mein Hauptcharakter, ein Schiffsarzt, sollte kein heroischer und kundiger Heiler im Stile Noah Gordons werden - und was wird er?  So etwa wie &quot;Der Medicus&quot; oder &quot;Der Schamane&quot; zur See! Das ergibt sich aus einer gewissen Eigendymnamik des sich verselbständigen Klischees, gegen die anzusteuern Einiges an Energie erfordert. Damit aus Jan kein &quot;Medicus&quot; wird, müsste ich sozusagen &quot;gegen den Strich&quot; schreiben. Das ist offenbar schwieriger und auch zeitaufwendiger, als ich dachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine zweite Eigendynamik. Ich kürze nicht (wäre beim NaNoWriMo ja auch kontraproduktiv). Die Folge: unzählige Abschweifungen, Detailschilderungen, Nebenhandlungen. Von den geplanten 14 Kapiteln sind jetzt, zur &quot;Halbzeit&quot;, gerade einmal vier fertig - aber jedes davon ist gut doppelt so lang wie geplant. Theoretisch müsste ich jetzt acht Kapitel fertig haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hingegen sind die &quot;Jugendschutz&quot;-Probleme, die ich am Anfang hatte, keine Probleme mehr, seitdem ich meinen ernsthaft erwogenen Plan, den Roman zu veröffentlichen geknickt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also ist Jan am Anfang &quot;Hurenarzt&quot; in Port Royal und behandelt, so gut es mit den Mitteln seiner Zeit geht, Geschlechtskrankheiten, und beschert seinen Patienten dabei wohl oder übel Quecksilbervergiftungen. Außerdem nimmt er reihenweise Abtreibungen vor. Davon lebt er nicht schlecht, aber irgendwie hat er die Schnauze von diesem Berufsfeld voll.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Protagonist ist ein - nach einem &quot;Berufsunfall&quot; - einbeiniger Pirat, der vorher als Stückmeister für die Kanonen der &quot;Aphrodite&quot;, jetzt aber als Schiffskoch nur noch für die &quot;Gulaschkanone&quot; (die es übrigens 1672 noch nicht gab, bitte also als Metapher verstehen) zuständig war - ja, Long John Silver lässt schön grüßen. Der bisherige Wundarzt der &quot;Aphrodite&quot; ist ein elender Stümper - also ein typischer Vertreter sein Zunft - so jemand, der sozusagen Blutverlust mit Aderlass behandelt (Vorsicht: Metapher!) und Wunden absichtlich zum Eitern bringt, weil Wunden nun einmal eitern müssen. (Und so was kam in der frühneuzeitlichen Heilkunde wirklich vor!) Der jetzige Schiffskoch sieht sich nach einem guten Arzt um, der sich um den schmerzenden Stumpf seines mehr abgehackten als amputierten Beines kümmern soll. So kommt eines zum Anderen und Jan, genannt der &quot;Doktor aus Friesland&quot; (obwohl er keinen Doktortitel  hat und strenggenommen kein Friese ist), wird Buccanier und &quot;Bruder der Küste&quot;.&lt;br /&gt;
Soweit das Grundgerüst des 1. Kapitels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bisher geschriebene &quot;Rest&quot; behandelt den Abschied von Jans Geliebter und seinen einheimischen Freunden (die nötige Portion Schmalz), die Versuch der Aphrodite-Crew, zusätzliche Leute anzuwerben: Methode 1 funktioniert nicht und zieht Kneipenschlägerei (muss sein, ist schließlich ein Piratenroman) und Ärger mit der Obrigkeit nach sich, Methode 2 funktioniert, würde aber, im Falle des Auffliegens, noch massiveren Ärger mit der Obrigkeit bedeuten, durchaus in Form eines Kriegsschiffes mit 40 Kanonen (darunter 18 24-Pfünder), das die &quot;Aphrodite&quot; (16 Kanonen, alles 6-Pfünder) mit einer gut liegenden Breitseite durchaus in den Treibholzzustand überführen könnte.&lt;br /&gt;
Dann kommt bisher noch ein klassischer Piratenangriff auf ein Handelsschiff vor - das für die Piraten (die nicht etwa die Jungs von der &quot;Aphrodite&quot; sind, sondern andere Freibeuter) etwas anders ausgeht, als erwartet. (Hätte ich noch eine Spur dicker aufgetragen, wäre das Ergebnis, zumindest für Asterix-Leser, durchaus zu erwarten gewesen.)&lt;br /&gt;
Das geplante Seegefecht habe ich erst mal abgesagt. Weil ich mich in die Mentalität eines Freibeuters hineinversetzte: &quot;Wozu kämpfen, wenn man wirksam drohen kann?&quot; Die Mär vom &quot;grausamen, schrecklichen Piraten&quot; geht ja tatsächlich teilweise auf die &quot;psychologische Kriegsführung&quot; von raffinierten Freibeutern wie &quot;Blackbeard&quot; zurück, der eher harmlos war, aber sehr beeindruckend aufzutreten verstand.&lt;br /&gt;
Im Moment arbeite ich an einem Hurrican und an einem Abstecher nach Tortuga. Und Jan hat einen Zahn gezogen, auch wenn das an sich eher der Job des Baders und Barbiers wäre. (Aber der Patient traut Jan in dieser Hinsicht mehr zu - stimmt auch, Jan nimmt eine Flachzange, direkt aus dem Werkzeugkasten, der Bader hätte einen Haken benutzt - wie er u. A.noch in einer Karrikatur von Wilhelm Busch aus dem 19. Jahrhundert abgebildet ist.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht wird der Schund also wenigstens unterhaltsamer Schund.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>NaNoWriMo</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-15T09:12:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6036124/">
    <title>Schreibdurchfall - NaNoWriMo, Woche 2</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6036124/</link>
    <description>Ich erwähnte, dass ich manchmal in einem buchstäblichen Schaffensrausch, in einer Art &quot;Schreibtrance&quot; schreibe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Montag dem 9. erlebte ich eine Form der &quot;Schreibtrance&quot;, die ich nur als &quot;Schreibdurchfall bezeichnen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Wochenende war ich für zwei Tage auf (Geburtstags-) Besuch, und da schreibt man ja nicht einfach vor sich hin.&lt;br /&gt;
Ich hatte aber Zeit zum Schreiben, denn die Anreise per Bahn dauerte fünf, zurück sogar rund sechs Stunden. Da ich kein kleines, handliches Netbook mein Eigen nenne, kritzelte ich eifrig in meinen Schreibblock.&lt;br /&gt;
Wieder zuhause tippte ich das Gekritzel dann ab. Dabei kam ich ins Spinnen, freie Assoziieren, irgendwelche Sätze, die mir gerade einfielen Niederschreiben. Sogar Einfälle, die Kapitel betreffen, die noch gar nicht &quot;dran&quot; waren, schrieb ich nieder. Also jeder Scheiß, der mir gerade in den Sinn kam - deshalb auch Durchfall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Resultat: nach rund vier Stunden fieberhaften Tippens hatte mein Romanskript 21400 Wörter - die gerade Zahl ergab sich, weil ich mir sagte: den Hunderter noch voll, dann Schluss.&lt;br /&gt;
Darunter ist allerdings verdammt viel Wortmüll. Satzfetzten und Fragmente, oft in atemberaubend regelwidrigen Grammatik und voller Tipp- und Rechtschreibfehler.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normalerweise ginge es jetzt ans große Saubermachen, aber in der Ausnahmesituation NaNoWriMo, wo es nur auf Quantität ankommt, kostet Nacharbeiten kostbare Zeit. Anderseits habe ich auch meinen Stolz als Schreiberling - und ging heute noch mal ´drüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirklich streichen brauchte ich nichts, denn der Schreibmüll lässt sich gut zu vollständigen Sätzen aufarbeiten. Allerdings habe ich auf diese Weise ein halbes fünftes Kapitel, dass jetzt frei im Raum hängt, und einige logische Übergänge müssen noch eingefügt werden,&lt;br /&gt;
Anderseits ergab sich aus einige Dialogfetzen ein weiterer, mit der Haupthandlung verwobener paralleler Handlungsstrang, der den Roman, denke ich, lebendiger und spannender macht. Es geht um das Problem, dass die Schiffe zu schwach bemannt sind, und man sich so als Kaperfahrer nicht einfach an einen seriösen Heuerbaas (Arbeitsvermittler für Seeleute) wenden kann. Nun gut, es gibt in Port Royal auch weniger seriöse Heuerbaase - woraus sich interessante Verwicklungen und eine Kneipenschlägerei (und  eventuell auch ein Degenduell - mal sehen) ergeben.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6465617&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/13/56/17/6465617.7a5fa08c.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;375&quot; alt=&quot;Jolly Roger 01&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Nein, keine Piratenkneipe, sondern der legendäre &quot;Jolly Roger&quot; auf St. Pauli, Fankneipe des gleichnamigen F.C. St. Pauli.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles in allem ist das Ideenniederkritzeln mit anschließendem   &quot;Schreibdurchfall&quot; zwar keine sonderlich effiziente Methode des kreativem Schreibens. Es ist aber auch nicht weiter kontraproduktiv - wenn man es nicht &lt;b&gt;zu&lt;/b&gt; oft macht.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>NaNoWriMo</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-10T16:54:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6034110/">
    <title>9. November - leider auch Anlass zur Wut</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6034110/</link>
    <description>Den Vorabend zum 9. November - bekanntlich nur Jahrestags der Maueröffnung, sondern auch der von der NSDAP organisierten deutschlandlandweiten Pogrome gegen Synagogen und jüdische Geschäfte - &quot;feierten&quot; die kackbraunen Hohlbratzen auf ihre Weise:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://npd-blog.info/2009/11/08/angriff-auf-die-neue-synagoge-in-dresden-am-vorabend-des-9-november-2009/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Angriff auf die Neue Synagoge in Dresden am Vorabend des 9. November 2009 (npd-blog)&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar stammt das Wort &quot;Reichskristallnacht&quot; nicht aus dem offiziellen Nazisprech (nach offizieller Sprachregelung war das ein &quot;spontaner Ausbruch des Volkszorns&quot;), ist aber dennoch verharmlosend, denn es erweckt dem Eindruck, als seien damals lediglich Schaufensterscheiben zu Bruch gegangen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich werden selbst in der seriösen Literatur falsche und zu niedrige Opferzahlen der Novemberpogrome genannt. In einem Ausmaß zu niedrig, dass Prof. Dr. Meier Schwarz von einer &lt;a href=&quot;http://www.schoah.org/schoah/kristallnacht.htm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Kristallnacht-Lüge&lt;/a&gt; spricht. &lt;blockquote&gt;In mühevoller Kleinarbeit fand unsere Arbeitsgruppe bei der Akteneinsicht in den ehemaligen Konzentrationslagern und durch die Knüpfung persönlicher Kontakte zu Hinterbliebenen der Opfer heraus, dass in der Pogromnacht ungefähr 400 Menschen ermordet wurden. Während der Tage nach dem Pogrom kamen weitere 400 Menschen ums Leben.&lt;/blockquote&gt;
Meier Schwarz vermutet, dass die Anzahl der Opfer des Pogroms bei 1.300 bis 1.500 liegt.&lt;br /&gt;
Das heißt: die Pogromnacht war tatsächlich und mörderisch-tätig der Auftakt zur Judenvernichtung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und noch ein Jubiläum, eines, das erfreulich hätte sein können. Vor 70 Jahren entkamen Hitler und weitere Mitglieder der NS-Führungsspitze, darunter Propagandaminister Goebbels, der Reichsführer der SS, Himmler und der stellvertretende Parteichef der NSDAP, Hess, nur um Haaresbreite einem  Attentat. Das Attentat vom 8. November 1939 steht im Schatten des 9. November 1938 und wird überstrahlt vom 9. November 1989.&lt;br /&gt;
Über &lt;a href=&quot;http://martinm.twoday.net/stories/4432847/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Georg Elser - ein einsamer Held&lt;/a&gt; schrob ich vor zwei Jahren in diesem Blog. &lt;br /&gt;
Auf den &quot;NachDenkSeiten&quot; schreibt Albrecht Müller &lt;a href=&quot;http://www.nachdenkseiten.de/?p=4318&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;br /&gt;
Zum Gedenken an Johann Georg Elser, einen der wenigen mutigen Helden. Bisher ohne Gedenken.&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Nachtrag:&lt;/i&gt; Im MDR-Fernsehen war bei dem Hakenkreuzschmierereien an der Dresdner Neuer Synagoge eine  Gleichsetzung von Hakenkreuz und Davidstern zu sehen. Das spricht, neben teilweise englischen Sprüchen: &lt;i&gt; Fuck the Juden, Monkey! ; Scheiß Juden;  Killers of Children&lt;/i&gt; dafür, dass das Mal vielleicht keine kackbraunen, sondern &quot;antizionistische&quot; oder vielleicht &quot;islamistische&quot; Hohlbratzen am Werk waren. Egal, wer es war: antisemitische Hohlbratzen bleiben antisemitische Hohlbratzen, egal mit welchem Hintergrund.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Politisches</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-09T17:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6029323/">
    <title>NaNoWriMo - am Abend des 5. Tages</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6029323/</link>
    <description>Einige Beobachtungen nach fünf Tagen Wahnsinn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht, nach furiosen Start, nun langsamer voran. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich am Feierabend nicht schaffe, in den &quot;rauschhaften&quot; Schreibfluss, bei dem ich alles um mich vergesse und sozusagen meine Geschichte &lt;i&gt;lebe&lt;/i&gt;, zu gelangen. Dazu habe ich eben am Tag zu viel anderes zu tun. Dennoch ist die Schreibgeschwindigkeit nicht langsam: Immerhin bin ich bei 16467 Wörtern (nach OpenOffice-Zählung). Mein Schreibtempo ist etwa das selbe wie beim Bloggen oder bei journalistischen Texten, jeweils ohne Recherche und Nachbearbeitung, was normalerweise mindestens eben so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie das Schreiben selbst. Ich schaffe etwa 1000 Wörter die Stunde. Das Problem, außer der fehlender &quot;Schreibtrance&quot;, ist es, genügend Stunde freizuschaufeln. &lt;br /&gt;
Nun werde ich am Wochenende mindestens zwei Tage &quot;weg von der Tastatur&quot; sein. Dennoch bin ich optimistisch, was das Ziel 50000 Worte am 30. November, angeht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann stelle ich fest, dass, vielleicht weil ich vorher so viel recherchierte, sich mein Roman stark in Richtung eines historischen Romans entwickelt. Erkennbar ist das am Faktenreichtum, an dem Bemühen um historische Glaubwürdigkeit, auch im Detail, und auch daran, dass es bisher viel Dialog und viel Ambiente gibt, aber wenig &quot;Action&quot;. Was ist das für ein Piratenroman, in dem nach über 15000 Wörtern noch kein Seegefecht, kein Säbelduell und noch nicht mal eine Kneipenschlägerei vorkommt? Keine Sorge, es ist wenigstens schon mal eine romantisch-leidenschaftliche Liebesaffäre drin - ich muss ja meinem Anspruch, keine Angst vor Klischees zu haben, gerecht werden. ;-) Außerdem ist demnächst ein Sturm geplant, und die Seegefechte, Säbelduelle und Kneipenschlägereien sind bereits geplottet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere, im Generalkurs nicht vorgesehene Wendung, sind, nennen wir es mal, sexualethische Fragen. Das späte 17. Jahrhundert war ja in dieser Hinsicht recht bemerkenswert. Man schrieb damals in diesen Dinge recht deutlich und deftig - ein bekanntes deutsches Beispiel ist Grimmelshausens &quot;Der abentheurliche Simplicissimus&quot;. Der Kontrast zwischen Exquemerlin, Defoe oder Captain Johnson und den alles, was auch nur entfernt sexuell gefärbt sein könnte, sorgsam umschiffenden Abenteuerschriftstellern des 19. und 20. Jahrhunderts ist deutlich.&lt;br /&gt;
Und irgendwo färbt das ab. Zumal Port Royal ja eine extrem große Prostituiertendichte gehabt hat.&lt;br /&gt;
Eine andere Frage, die bereits den Kurs beeinflusst, ist die Frage der Homosexualität in der reinen Männergesellschaft auf See. Nach den Regeln der Bukaniere durften ja keine Frauen an Bord genommen werden. Eine besondere Bedeutung hatte unter den Kaperfahrern der Karibik der Begriff &quot;Matelote&quot;. Das hieß eigentlich nicht mehr als &quot;Bordkamerad&quot;, die gebräuchlichen Worte &quot;Matrose&quot; und &quot;Maat&quot; kommen daher. Bei der Brüdern der Küste hatte das Wort eine besondere Bedeutung: Buccaniers von Tortuga waren für ihre lebenslange Partnerschaften zwischen Männer bekannt. Meistens war das wohl nicht viel mehr als eine enge Freundschaft, aber andere Matelots teilten nicht nur Besitz und Essen, sondern auch ihre Koje und noch viel mehr miteinander. Auch wenn die &quot;matelotage&quot; unter den von Jamaika aus fahrenden Buccaniers nicht ganz so weit verbreitet war, entstand das Klischee, dass Matelots zwangsläufig stockschwul seien  in &quot;Sodomie lebten&quot;, wie das damalige Moralapostel nannten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Zeitkolorit trägt auch bei, dass 1672 einerseits schon der Geist der Frühaufklärung zu wehen begann - anderseits etwa die Zeit der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung noch längst nicht vorbei war. &lt;br /&gt;
Eine Zeit voller (scheinbarer) Widersprüche. Isaac Newton, Physiker, Mathematiker und zugleich ernsthafter Alchimist, ist ein ziemlich bezeichnender Mensch dieser Epoche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Schreiben selbst: Es hat sich, das kann ich nach diesen paar Tagen schon sagen, bewährt, nach der Methode Raymond Chandler vorzugehen. Er setzte sich, statt eines Pensums, eine Zeit, in der er nicht unbedingt schrieb, aber die er sorgfältig von allen Tätigkeiten außer Schreiben fern hielt.&lt;br /&gt;
In meinem Fall heißt das: Einfach zwei Stunden reservieren, in denen nichts andere tue, als schreiben. Es funktioniert - und so schreibe ich lockerer und entspannter, als wenn ich mir ein 2000-Wörter-pro-Tag-Pensum setzten würde - was 2 Stunden konzentriertem Schreiben in meinem gewohnten Tempo entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es klappt bisher ganz gut. Und die Ideen gehen mir nach wie vor nicht aus.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>NaNoWriMo</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-05T22:01:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6023019/">
    <title>NaNoWriMo 2009  Tag 1, Kapitel 1</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6023019/</link>
    <description>Der Wahnsinn, einen Roman in 30 Tagen zu schreiben, hat begonnen. Ich begann gestern pünktlich um 0 Uhr und schrieb den ersten Satz von &quot;Brüder der Küste&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin über mich selbst erstaunt, denn ich bin überrascht, wie flott ich schreiben kann und wie viel Spaß das Schreiben mit (teilweise) ausgeschraubtem &quot;Filter&quot; macht. &lt;br /&gt;
Das erste von geplanten 14 Kapiteln ist fertig und deutlich länger geworden, als geplant: es hat satte 7287 Wörter nach Open-Office-Zählung.&lt;br /&gt;
Klischees, die historisch möglich sind, lasse ich drin. Ich schreibe schließlich keine &quot;große Literatur&quot;, sondern einen Piraten-Schmöker. (Indem ich mir das vor Augen führe, überliste ich meinen inneren Zensor.) Grammatik, Rächshraibunk und stilistische Details können bis zur Nachbearbeitung warten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das so weiter geht, habe ich keine Sorge, dass ich die 50000 verfehlen könnte. Aber ich fürchte der Roman wird am 30. November noch nicht fertig sein. Vielleicht wird er am Ende über 88000 Worte lang werden ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee, für jedes Kapitel einen Generalkurs abzustecken, aber den genauen Kurs des Schreibens nicht vorher festzulegen, hat sich bisher bewährt. Mal sehen, ob das so bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch etwas: ich dachte, ein &quot;Piratenroman&quot; wäre etwas für die Zielgruppe der jungen Leser. Klassischer &quot;Jugendabenteuerroman&quot; im Sinne etwa der &quot;Schatzinsel&quot;.&lt;br /&gt;
Aber schon nach dem ersten Kapitel merkte ich dann, dass schon die historisch korrekte Darstellung des Lebens in Port Royal (Jamaica) im Jahre 1672 Probleme mit der &quot;Jugendfreiheit&quot; des Romans bringt. Erst recht gilt das für die Schilderung des Lebens an Bord. Es ist kein Zufall, dass vor einigen Jahre eine Seeabenteuer-Romanreihe in Gefahr geriet, als &quot;jugendgefährdende Schriftreihe&quot; indiziert zu werden. Ganz so &quot;hart&quot; wird der Realismus in &quot;Brüder der Küste&quot; nicht sein - aber Jugendbuch im Sinne der &quot;Schatzinsel&quot; ist es wohl nicht. (Abgesehen davon, dass eine detailgetreue Verfilmung der &quot;Schatzinsel&quot; wohl kaum Aussichten auf eine FSK-Freigabe &quot;ab 12&quot; hätte - es wäre wohl &quot;ab 16&quot;, wenn man alles zeigt, was Stevenson schildert.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem explizit sozialkritischen Roman muss die &quot;Gewaltfrage&quot;, denke ich, anders gesehen werden als bei einem reinen Abenteuerschmöker. Da hat der &quot;Realismus&quot; eindeutig Vorrang vor &quot;Jugendschutzerwägungen&quot; - ein sozialkritischer Roman, der bei der Zielgruppe 12 - 18 ankommen soll, muss einfach Gewalt thematisieren und schildern, um glaubwürdig zu sein. Alles andere wäre schönfärberisch, und würde, vermute ich, zurecht durchfallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Wenn ich mir die einschlägigen Gesetze und Vorschriften so ansehen, dann müsste ein &quot;jugendschutzrechtlich unbedenkliches&quot; Jugendbuch sozusagen klosterschulentauglich sein, so scharf sind einige Regelungen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider muss ich die Woche über arbeiten (jetzt habe ich Mittagspause). Ich hätte im Moment Lust zu schreiben bis ich vor Müdigkeit mit dem Kopf auf die Tastatur falle. Vor Einfällen kann ich mich im Moment kaum retten. Auch wenn die meisten von ihnen normalerweise nicht meiner Selbstzensur standgehalten hätten.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>NaNoWriMo</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-02T12:06:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6019826/">
    <title>Einen Tag vor dem Start</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6019826/</link>
    <description>So, ich bin seeklar! Recherchen, Plot, Hautpersonen, Schiffe - steht!&lt;br /&gt;
Morgen noch der &quot;Kick Off&quot; - da treffen wir wahnsinnigen Marathonschreibern aus Hamburg uns noch mal und machen uns Mut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein NaNoWriMo-Profil findet Ihr hier: &lt;a href=&quot;http://www.nanowrimo.org/de/user/517382&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;About the author: hrafnsgaldr&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich habe den Plot in 14 Kapitel unterteilt. In Analogie zu den 14 Songs des &lt;a href=&quot;http://fawm.org/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;FAWM&lt;/a&gt;, den anderen Wahnsinns-Wettbewerb, in dem es darum geht, im Februar in 28 Tagen 14 Songs zu schreiben. Da ich ja zwei Tage &quot;off Keyboard&quot; sein werde, kommt das mit den 28 Tagen auch hin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit liegen auch die Etappenziele (&quot;Milestones&quot;) fest. Etwas nervös bin ich schon. &lt;br /&gt;
Es geht ja um Quantität - 50.000 Wörter in 30 Tagen - nicht darum, einen möglichst &quot;guten&quot; Roman zu schreiben - obwohl es einige NaNoWriMo-Wahnsinnige es schaffen, veröffentlichungsreife Bücher zu schreiben - natürlich mit Nachbearbeitung. Mehr noch: einige dieses Romane wurden auch schon veröffentlicht. Vor Kurzem wurde der erste deutsche NaNo-Roman bei einem &quot;richtigen&quot; Verlag veröffentlicht: der &lt;a href=&quot;http://www.nanowrimo.org/de/node/3326255&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Krimi &quot;Millionenallee&quot;&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich merke schon jetzt, wie der bei mir normalerweise sehr scharf gestellte &quot;Qualitätsfilter&quot; beim Projekt &quot;Brüder der Küste&quot; durchlässiger wird, oder anders gesagt, die verinnerlichten Deutschlehrer, Chefredakteure, Kritiker und Lektoren die Klappe halten. Auch die Schere im Kopf klappert nicht; der innere Zensor, die Instanz, die mir sagt, dass &quot;man&quot; &quot;so etwas&quot; nicht schreibt. &lt;br /&gt;
Wobei ich noch ein paar &quot;Filter&quot; mehr &quot;ausschrauben&quot; muss, als die genannten - welche, gehört nicht in die Öffentlichkeit.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ja so, dass &quot;Qualitätsfilter&quot; nicht unbedingt zu gutem Stil oder auch nur gutem Deutsch führen, wovon sich jeder Leser meines Blogs und des Rechtschreib- und Grammatikmülls, den ich manchmal produziere, überzeugen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Ideen, manche davon schon zu Exposés oder sogar ausgearbeiteten Handlungen gereift, habe ich abgewürgt und weggeworfen, weil irgendetwas in mir sagte &quot;das wird ja eh nichts&quot;. Es stimmt, dass das Gefühl in vielen Fällen nicht trog und die Idee wirklich nicht taugte. So ganz falsch zeigt mein innerer Kompass nicht an. Was ich versuche: einmal einfach an einem nicht unbedingt überzeugenden, literarisch eher fragwürdigen, aber viel Spaß versprechenden Thema dranzubleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den immensen Zeitdruck entsteht eine Konzentration, die Erlaubnis gibt, die Filter und Zensoren, die &quot;Wenns&quot; und &quot;Aber&quot;, außer acht zu lassen. Ein Experiment mit offenem Ausgang zu wagen. Wegschmeißen oder löschen kann ich den Kram hinterher immer noch. Ja, auch das gehört zur Übung: vorn vornherein für den Papierkorb, und nicht für das Verlagslektorat, zu schreiben. Ich werde mein Urteil, ob der fertige Roman gut oder schlecht ist, nicht anderen, und vor allem keinen Freunden (Freunde sind schlechte Kritiker), überlassen. Es wäre eine angenehme Dreingabe, wenn &quot;Brüder der Küste&quot; auch nur halbwegs lesenswert gerät. Nie daran denken, wie viel Aufwand ich schon investiert habe. Nach vorne blicken!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Egal, schon zu viel über mich gesenft. Morgen wird&apos;s ernst. Und in einem Monat werde ich es wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Per aspera ad astra!</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>NaNoWriMo</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-30T21:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6014151/">
    <title>Die Piraten, die alten Seeleute und Augenklappen</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6014151/</link>
    <description>&lt;i&gt;Noch knapp 28 Stunden - dann schreibe ich den ersten Satz meines NaNoWriMo-Projektes, aus dem hoffentlich der Roman &quot;Brüder der Küste&quot; wird.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge meiner Recherchen stolperte ich immer wieder über  &quot;klassische&quot; Piratenklischees. Einige sind freie Erfindungen mehr oder weniger phantasiebegabter Schreiber (&quot;Arrrrr!&quot;), andere, wie der Hang zur aufwendigen Kleidung und zum Tragen von auffälligem Schmuck, sind von Chronisten des &quot;goldenen&quot; oder eigentlich &quot;blutigen&quot; Zeitalters der Piraterie um 1700 überliefert. Dann gibt es seltene, aber interessante Einzelfälle, die von Seemannsgarn spinnenden Seeleuten und später von Abenteuerschriftstellern so oft aufgegriffen würden, dass man sie später irrtümlich für typisch hielt. Nur sehr wenige Seeräuber vergruben ihre Schätze - aber seit der &quot;Schatzinsel&quot; gehört die Schatzkarte mit dem großen &quot;X&quot; und die mit Gold- und Silbermünzen gefüllte Truhe zum Piratenbild einfach dazu. Interessant dabei ist, dass Stevenson ja schreib, was Piraten überlicherweise mit ihrem Beuteanteil machten: sehr schnell ausgeben. Andere Piraten, auch das erwähnt Stevenson, trugen die erbeuteten Piaster zur Bank oder legten das Geld anderweitig an. (Long John Silver hat einige gut gepolsterte Konten und eine gut gehende Hafenkneipe.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Augenklappe, Holzbein und Hakenhand, der Papagei und die Vorliebe für Rum sind hingegen Seemannsklischees aus der Zeit der Segelschiffe bzw. zum Klischee gewordenen Vorstellungen, wie eine &quot;typische&quot; alte Salzhaut, ein altgedienter Seebär, aussehen könnte. Später überlebten diese Klischees in der Abenteuerliteratur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wichtigste &quot;Piratenmerkmal&quot; ist die &lt;b&gt;Augenklappe&lt;/b&gt;. Tatsächlich waren relativ viele Seeleute auf einem Auge blind.&lt;br /&gt;
Bei vielen von ihnen war das die Folge einer Kriegsverletzung.&lt;br /&gt;
Wenn eine Kanonenkugel auf ein hölzernes Schiff traf, führte der Einschlag zu einem dichten Hagel an kleinen und größeren Holzsplittern. Die verheerende Splitterwirkung von Kanonentreffern auf hölzernen Schiffen wird in den meisten Piraten- und Seekriegs-Filmen viel zu harmlos dargestellt. Der einzige Film, in dem wirklich überzeugend gezeigt wird, wie sich solide hölzerne Bordwände, Masten und Spieren sich unter Kanonentreffern regelrecht in Wolken aus scharfkantigen Holzsplittern auflösen, und der auch einen Eindruck davon gibt, welche Wunden diese Splitter verursachen, ist &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Master_and_Commander:_The_Far_Side_of_the_World&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Master and Commander&lt;/a&gt;. Schon ein winziger Splitter kann ein getroffenes Auge zerstören. Das prominenteste Opfer eines Splitters war Admiral Lord Horatio Nelson, der im Gefecht vor Korsika 1793 am rechten Auge verwundet wurde, und durch eine Entzündung die Sehkraft auf diesem Auge verlor. (Allerdings trug Nelson auf dem blinden Auge keine Augenklappe).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So relativ häufig Augenverwundungen auch waren: Das Klischee des Seemanns mit Augenklappe stammt wahrscheinlich aus einer älteren Zeit und hat nichts mit Gefechten auf See zu tun. &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6375773&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/13/57/73/6375773.0d9699db.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;410&quot; alt=&quot;jakobsstab&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;i&gt;Anwendungen des Jakobsstabs in Astronomie und Landvermessung, Stich aus dem 16. Jahrhundert.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den vor 1600 gebräuchlichen Navigationsinstrumenten, vor allem dem &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Jakobsstab&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Jakobsstab&lt;/a&gt;, maß man den Stand der Sonne über dem Horizont, indem man direkt in das gleißende Licht schaute, wobei allenfalls mit Ruß eingedunkelte Augengläser nur begrenzten Schutz boten. Einige Jahre derartige Beobachtungen konnte das Augenlicht ruinieren - aber die Beobachtungen mussten gemacht werden. Unter zwanzig alten Kapitänen soll es nicht einen gegeben haben, der nicht auf einem Auge blind war, da er, um seinen Weg zu finden, jeden Tag in die Sonne starren musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber schon In der &quot;großen Zeit&quot; der Freibeuter in der Karibik im 17. Jahrhundert war diese Berufskrankheit der Navigatoren vermeidbar. Der englische Navigator und Entdeckungsreisende John Davis erfand 1595 den &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Backstaff&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Backstaff&lt;/a&gt;, auch Back-Quadrant oder nach seinem Erfinder Davis-Quadrant genannt. Bei diesem Instrument steht der Navigator mit dem Rücken zur Sonne und riskiert nicht mehr sein Augenlicht. Der Winkel zwischen Sonne und Horizont wird indirekt, mittels eines Schattenwerfers (G) bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6375772&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/13/57/72/6375772.ca8be15c.jpg&quot; width=&quot;450&quot; height=&quot;395&quot; alt=&quot;backstaff&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Davis-Quadrant, Darstellung aus der Zeit um 1600.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem war der Davis-Quadrant noch erheblich genauer als der Jakobsstab, weshalb er, zumindest auf Seeschiffen, schon bald den Jakobsstab ablöste.&lt;br /&gt;
Ab 1740 löste der noch exaktere von Newton und Hadley erfundene Spiegel-Oktant den Davis-Quadranten ab. Der Oktant wurde im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert zum noch heute gebräuchlichen Sextanten weiterentwickelt. Ein Vorteil des Sextanten: Wird er während der Messung nicht völlig ruhig gehalten, so schwankt das Bild des Horizont und das des Gestirns gemeinsam im Gesichtsfeld hin und her, so dass eine zweifelsfreie Überlagerung beider Ziele und damit eine korrekte Messung mit etwas Geschick trotzdem möglich ist. Der Sextant liefert daher auch in der freien Hand auf einem schwankenden Schiffsdeck gehalten genaue Ergebnisse. (Wer wissen will, wie man mit sich mit einem Sextanten auf See zurechtfindet: &lt;a href=&quot;http://www.astronomie.de/astronav/index.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Volkers Crashkurs-Astronavigation&lt;/a&gt;.)&lt;br /&gt;
Der Nachteil , dass der Navigator beim Gebrauch eines Sextanten wieder direkt in die Sonne sehen muss, wird durch einklappbare Filtergläser (auch &quot;Schattengläser&quot; genannt) ausgeglichen. Ab dem 18. Jahrhundert konnten ausreichend dunkle und dabei verzerrungsfreie Filtergläser hergestellt werden, mit denen eine gefahrlose Sonnenbeobachtung möglich wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenig ist meines Erachtens von einer Hypothese zu halten, die es immerhin in die deutsche &quot;Wikipedia&quot; schaffte (&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Augenklappe&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Augenklappe&lt;/a&gt;). Piraten sollen Augenklappen genutzt haben, um die Dunkelanpassung eines Auges für die Nacht zu trainieren. Indem sie ein Auge auch tagsüber im Dunkeln hielten, hätten sie geglaubt, bei Dunkelheit besser sehen zu können.&lt;br /&gt;
Tatsächlich kann durch das Tragen dunkler Brillen in beleuchteten Innenräumen die Dunkelanpassung, wenn man ins Dunkle tritt und die Brille abnimmt, beschleunigt werden - oder umgekehrt erleichtern Sonnenbrillen die schnelle Anpassung an dunkle Innenräume.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>NaNoWriMo</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-30T19:10:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6014158/">
    <title>China - die dreckige Lokomotive der Weltwirtschaft.</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6014158/</link>
    <description>In der immer noch anhaltenden Wirtschaftskrise blicken manche  Experten und noch mehr &quot;Öchsperten&quot; (&lt;a href=&quot;http://chatatkins.blogger.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Chat Atkins&lt;/a&gt;) hoffnungsvoll auf China. Das &quot;Land der Mitte&quot;, dessen Wachstumsrate immer noch, gemessen am &quot;Westen&quot;, &lt;a href=&quot;http://www.aktuellasia.maerkte-weltweit.de/index.php/article?id=614312&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;mehr als solide ist&lt;/a&gt;,  erscheint als kraftvolle Weltwirtschaftslokomotive. Dumm nur, dass diese Lokomotive offensichtlich eine ausgesprochen dreckige Feuerung hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind schockierende Bilder, in denen Lu Guang das Ausmaß der Umweltverschmutzung in China dokumentiert:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.chinahush.com/2009/10/21/amazing-pictures-pollution-in-china/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Amazing Pictures, Pollution in China&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese schrecklich-faszinierenden Bilder sollten zwei gerne verdrängte Tatsachen ins Bewusstsein rücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ob seiner angeblichen Effizenz auch von &quot;westlichen&quot; Wirtschaftsexperten bewunderte und manchmal als Vorbild gepriesene chinesische System, das ich kurz mit &quot;Kapitalismus ohne Demokratie&quot; umreißen möchte, erkauft seine hohen Wachstumsraten auf Kosten einer ausgebeuteten Bevölkerung und einer ausgeplünderten und verschmutzten Natur. Ob das Wort &quot;Effizenz&quot; die Mischung aus entfesselter Bürokratie, Korruption und staatlicher Unterdrückung in China  richtig beschreibt, dürfte ohnehin zweifelhaft sein. Kein Zweifel besteht aber daran, dass Großunternehmen mit den &quot;richtigen Beziehungen&quot; in der dem Namen nach immer noch sozialistischen Volksrepublik China enorme Profite erzielen können.&lt;br /&gt;
Zwar bildete sich in den Städten mit dem Wirtschaftsboom so etwas wie ein Mittelstand, doch die Landbevölkerung verarmte. Soziale Spannungen nehmen zu. Wanderarbeiter müssen sich zu unmenschlichen Bedingungen verdingen. Die &quot;Lösung&quot; besteht in  Überwachen und Strafen, verbunden mit Zensur und Propaganda. Und auch das scheinen manche deutsche &quot;Öchsperten&quot; für &quot;vorbildlich&quot; zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite gern verdrängte Tatsache ist die, dass etwa ein Fünftel der Emissionen Chinas - sowohl der CO&lt;sub&gt;2&lt;/sub&gt;-Emmisionen, wie der &quot;allgemeinen&quot; Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung - sozusagen im Auftrag anderen Weltregionen geschieht, sprich für den Export chinesischer Produkte aufgewendet werden. (In Bezug auf CO&lt;sub&gt;2&lt;/sub&gt; dargestellt in einer Veröffentlichung der Universität Manchester (pdf) &lt;a href=&quot;http://www.sci.manchester.ac.uk/medialibrary/copenhagenpaper.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Consumers, business and climate chance&lt;/a&gt;.)&lt;br /&gt;
Anders gesagt: wenn z. B. deutsche Unternehmen ihre Produktion nach China verlagern, dann verlagern sie damit auch die mit der Produktion verbundene Emmisionen. Schlimmer noch: was an der Produktion in China so finanziell verlockend ist, sind außer den billigen Arbeitskräften auch die verglichen mit europäischen Standards geringe Umweltschutzaufwendungen.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Umwelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-28T19:13:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6011123/">
    <title>Zeugenpflicht, sich quälen zu lassen, demnächst Gesetz?</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6011123/</link>
    <description>Es wird zwar gern von Krimi-Autoren und von besonders diensteifrigen Kripo-Beamten vergessen und ist eher wenig bekannt: Bisher galt in Deutschland das Prinzip, dass kein Zeuge  verpflichtet ist, bei einem Polizeibeamten eine Aussage zu machen. Nur eine Ladung als Zeuge durch die Staatsanwaltschaft oder den Ermittlungsrichter ist verpflichtend.  &lt;br /&gt;
Udo Vetter grub im Law Blog ein tief im Koalitionsvertrag vergrabenes, tiefgreifendes Reformvorhaben aus:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/10/25/von-der-polizeiwache-in-die-ordnungshaft/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Von der Polizeiwache in die Ordnungshaft&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziemlich weit hinten, zwischen Änderungen im Wiederaufnahmerecht und der Reform des Transsexuellenrechts, steht folgender Satz:
&lt;blockquote&gt;Wir werden eine gesetzliche Verpflichtung schaffen, wonach Zeugen im Ermittlungsverfahren nicht nur vor dem Richter und dem Staatsanwalt, sondern auch vor der Polizei erscheinen und  unbeschadet gesetzlicher Zeugenrechte  zur Sache aussagen müssen.&lt;/blockquote&gt;
Damit wäre wieder ein Stück aus üblen historischen Erfahrungen geborenes Stück Rechtsstaat abgebaut. Ein schwacher Trost: sollte die Koalition tatsächlich planen, dass eine Ordnungshaft von der Polizei angeordnet werden könne, wäre eine Änderung des Grundgesetzes erforderlich - und dafür fehlt die nötige 2/3-Mehrheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vetter schreibt, dass Polizeibeamte gegenüber Zeugen praktisch keinerlei Rechte haben, sei weitgehend unbekannt. Insbesondere auch unter Polizeibeamten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hätte ich über meine Rechte besser Bescheid gewusst, und wäre ich etwas selbstbewusster gewesen, wäre mit vor gut 12 Jahren eine sehr unangenehme Nacht erspart geblieben. Ich - und mit mir etwa zehn weiteren Zeugen - hatten einen S-Bahn-Suizid mitbekommen. Keine schöne Sache, um es vorsichtig auszudrücken. Obwohl ich &quot;im entscheidenden Moment&quot; nicht hinsah, vermute ich, dass es kein angenehmer Tod war, denn nach Lage der Dinge wurde der Mann von den Rädern eines noch langsam fahrenden anfahrenden S-Bahn-Triebwagens in drei Teile zerquetscht.&lt;br /&gt;
Die Polizei ging davon aus, dass der Mann, der vor der anfahrenden S-Bahn gelandet und zerquetscht worden war, eventuell gestoßen worden sein könnte - das Video der Überwachungskamera hätte das nahegelegt. Also Mordverdacht. Dringende Ermittlung. Angeblich keine Zeit, auf Zeugenvorladungen von der Staatsanwaltschaft zu warten. Tatsächlich wurden wir Zeugen vor der Vernehmung getrennt, damit wir uns nicht etwa absprechen würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Polizisten reagierten übrigens ausgesprochen sauer auf meine - wahrheitsgemäße - Aussage, ich hätte, als ich den Mann springen sah und ich nichts tun konnte, einfach weggesehen. Denn die KriPo-Beamten machte mir klar, dass sie von mir klare Angaben erwarteten: &quot;Verstehen Sie nicht, es geht hier wahrscheinlich um die Aufklärung eines selten brutalen Mordes. Sie wissen, dass Sie sich mit einer absichtlichen Falschaussage strafbar machen?&quot;&lt;br /&gt;
Ich bin nun mal kein Held, der geistesgegenwärtig die entscheidenden Beobachtungen macht. Aber auch leider zu sehr gut abgerichteter deutscher Untertan, um mutig und selbstbewusst zu sagen: &quot;Sie kriegen meine Personalien, das dürfen Sie, ansonsten warte ich auf die Vorladung vom Staatsanwalt  - und will endlich nach Hause, auf den Schrecken einen Cognac trinken und dann drüber schlafen.&quot; Vielleicht noch: &quot;Der Stress hier ist Gift für meine Nerven.&quot;&lt;br /&gt;
Das unprofessionelle Verhalten der Polizisten ist dadurch erklärbar, dass die Beamten selbst hochgradig erregt waren und unter einem erheblichen Aufklärungsdruck standen. Menschlich vielleicht verständlich. Aber ebenso wichtig ist, dass ohnehin traumatisierte Zeugen nicht gequält werden dürfen.&lt;br /&gt;
Nach Lage der Dinge habe ich wenigstens nachträglich Beschwerde wegen der rechtswidrigen und demütigenden Behandlung eingelegt. &lt;br /&gt;
Eines ist klar: sollte ich noch einmal Zeuge eines Suizides, eines Verbrechens oder eines schweren Unfalls werden, mache ich unter solchen schikanösen Umständen keine Aussage. Selbst dann nicht, wenn ich - so wie es leider aussieht - künftig dazu verpflichtet wäre.&lt;br /&gt;
Deshalb sehe ich der im Koalitionsvertrag vorgesehene gesetzliche Regelung mit einen sehr üblen Geschmack im Mund entgegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Nachtrag:&lt;/i&gt; Ich nehme an, dass die Polizei damals den Verdacht hatte, dass unter den Zeugen Komplizen eines möglichen Täters sein könnten. Zu wenig für einen dringenden Tatverdacht, aber genug für eine gehörige Portion Misstrauen, die wir Zeugen dann auch heftig zu spüren bekamen. Das es tatsächlich Suizid und kein Tötungsdelikt war, wurde mir später auf Anfrage bestätigt. Außerdem hätte ein Mord in der Zeitung gestanden - über Bahnsuzide - DB-Code: &quot;Personenunfall&quot; - wird nicht berichtet.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Überwachungsgesellschaft</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-26T16:55:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6009329/">
    <title>NaNoWriMo - in einer Woche wird&apos;s ernst</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6009329/</link>
    <description>Noch eine Woche bis zum 1. November.&lt;br /&gt;
Dann werde ich den ersten Satz meines NaNoWriMo-Projektes (aus dem hoffentlich ein Roman wird) mit dem Arbeitstitel &quot;Brüder der Küste&quot; niederschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einem wichtigen Teil der Vorbereitung, nämlich den der Recherche der Fakten und Hintergründe, bin ich, soweit ich es überblicken kann, fertig. Übrigens blieben die Recherchen nicht ohne Auswirkungen auf den Plot. Ein Beispiel: ursprünglich hatte ich angenommen, dass das größere der beiden Kaperschiffe, eine Pinas niederländischer Bauart, ca. 280 Tonnen, ca. 30 m Rumpflänge,  ruhig mit 9-Pfünder-Kanonen, d. h. mit Kanonen, die eine eiserne Vollkugel von 9 Pfund engl. (4,1 kg) verschießen können, bewaffnet sein könne.&lt;br /&gt;
Die Recherchen ergaben, dass so ein Schiff historisch glaubwürdig allenfalls 6-Pfünder getragen haben könnte. Das hat erhebliche Auswirkungen darauf, wie die Taktik der Seegefechte beschrieben werden muss. Überhaupt: Ich habe die beiden &quot;Hauptschiffe&quot; meines Projektes, die &quot;Schwalbe&quot; und die &quot;Aphrodite&quot; so gründlich durchdacht wie den Hauptcharakter, auch wenn ich garantiert nicht alle Details verwenden werde. Von der ausgearbeiteten Biographie des sich &quot;Jan Ackermann&quot; (ein falscher Name, soviel sei verraten) nennenden Protagonisten, wird bestimmt auch nur ein Teil ins fertige Werk einfließen. Ebenso wenig wie von seinem &quot;Psychogramm&quot;. Aber so weiß ich genau, wie er in einer bestimmten Situation reagiert. Genau so ist das bei den Schiffen - ich weiß z. B., dass sich der über 1,80 m lange Smut den Kopf am Decksbalken stoßen wird, wenn er beim Verlassen seiner Kombüse nicht aufpasst, oder wie gut die &quot;Schwalbe&quot; einen Hurrican abreiten kann, oder dass die &quot;Aphrodite&quot; ein gutes, seetüchtiges Schiff ist, aber dazu neigt, ein bisschen leegierig zu sein, oder, dass die &quot;Aphrodite&quot; nicht den Hauch einer Chance hätte, einem niederländischen 52-Kanonen Konvojschiff zu entkommen (der Konvojer hat nämlich weitreichende 24-Pfünder und ist schneller), hingegen die noch schwächer bewaffnete und langsamere &quot;Schwalbe&quot; unter Umständen schon (weil sie höher an den Wind gehen kann und dank ihres geringen Tiefgangs über Untiefen hinwegsegeln kann, die für den Konvojer unpassierbar sind). Ich könnte die Schiffe jederzeit malen - und werde das auch bestimmt tun. (Wahrscheinlich im Dezember.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Notizen über die sozialen, politische und geographischen Verhältnisse in der Karibik des Jahres 1672 und über den &quot;Holländischen Krieg&quot; (ein brutaler Raubkrieg des Frankreichs Louis XIV. gegen die Niederlande) liegen bereit, und ich weiß auch, wo ich weitere Fakten nachschlagen kann, wenn ich sie brauche. (Und noch ein Klischee fällt - von wegen &quot;Zeitalter der Kabinettskriege&quot;, bei denen &quot;nur&quot; Söldner starben!) In der Karibik herrschte im 17. Jahrhundert praktisch ständig Krieg, mit wechselnden Koalitionen. &lt;br /&gt;
Sklaverei war übrigens selbstverständlich.&lt;br /&gt;
Natürlich habe ich mich über die Bukaniere / Flibustiere / Freibeuter der damaligen Zeit gründlich schlau gemacht. Alexandre Olivier Exquemelins &quot;The Buccaneers of America&quot; aus dem Jahr 1684 ist dafür meine Hauptquelle. Übrigens ist mein Hauptprotagonist (nicht &quot;Held&quot;, dazu ist er nicht &quot;edel&quot; genug - manchmal ist &quot;Jan Ackermann&quot; ein ganz schönes Ekel und ausgesprochen rücksichtslos) wie Exquemelin (oder wie Rafael Sabatinis fiktiver, aber nahe an den Tatsachen angelehnter &quot;Captain Blood&quot;) Wundarzt. Die damaligen Methoden der Wundbehandlung sind - nun ja, interessant. &quot;Knochensäger-Jan&quot; ist zwar ein erfahrener Praktiker, der locker den meisten studierten Ärzten seiner Zeit fachlich überlegen ist - aber er ist kein &quot;Medicus&quot; mit seine Epoche überragenden medizinischen Kenntnissen. Ich gestehe ihm aber zu, dass er weiß, welche Lebensmittel gegen Skorbut helfen - das wussten damals überraschend viele. (Sauerkraut war z. B. die &quot;Geheimwaffe&quot; der Niederländer, die auch deshalb mit viel kleineren Mannschaften auskamen, als etwa die Engländer.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handlung ist im Groben ausgearbeitet, im Groben deshalb, weil zu detaillierte Plots den Fluss der Phantasie eher hemmen (spreche da aus Erfahrung). Ich weiß, worauf es hinausläuft, aber die dazwischen liegenden Schritte kenne ich noch nicht.&lt;br /&gt;
Jemand, der es wissen musste, nämlich der Kriminalschriftsteller Raymond Chandler, meinte, dass die Fähigkeit, improvisierte Szenen plausibel wirken zu lassen, die Grundlage des raschen Schreibens sei. (Und Chandler hatte nach eigenen, glaubwürdigen, Angaben, manchmal 5000 Worte auf einen Sitz geschrieben.) Außerdem war er fest davon überzeugt, dass einem Schreiber in dem Augenblick, in dem er anfängt über Technik zu reden, totsicher die Einfälle ausgegangen wären, und meinte, dass diejenigen, die am meisten vom Schreiben verstünden, diejenigen seien, die nicht schreiben könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings hätte Chandler Jack London, der riet, nicht auf die Inspiration zur warten, sondern mit der Keule hinterher zu jagen, wahrscheinlich nicht zugestimmt. Er schrieb:&lt;blockquote&gt;Ich bekomme dauernd Aufsätze zu Gesicht, in denen Schriftsteller sich darüber auslassen, dass sie grundsätzlich nie auf Inspiration warten; sie setzen sich einfach jeden Morgen um acht an ihren kleinen Schreibtisch, obs regnet oder ob die Sonne scheint, ob sie einen Kater haben oder einen gebrochenen Arm oder was weiß ich sonst, und knallen ihr bisschen Pensum hin. Wie leer ihr Kopf auch sein mag und wie öde alles, was ihnen durch die Gedanken trudelt, mit solchen Quatsch wie Inspiration haben sie nichts im Sinn. Ich entbiete ihnen meine Bewunderung und gehe ihren Büchern sorgfältig aus dem Weg.&lt;/blockquote&gt; Auch wenn es beim NaNoWriMo auf Quantität, nicht Qualität, ankommt - ganz ohne Einfälle geht es nun mal nicht. Auch Jack London, ein extrem einfallsreicher, aber auch sehr sachkundiger Autor, schrieb nicht ohne Inspiration. Und auch Chandler wartete nicht einfach ab, bis eine Muse sich bequemte, ihn zu küssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich gehöre zu den Menschen, die in einen kreativen &quot;Flow&quot; geraten können, einen Schaffensrausch. Wenn mir das im November ein paar mal gelingt, schaffe ich die 50000 Wörter locker. Ohne &quot;Flow&quot;, aber mit &quot;täglichem Pensum&quot;, ist es eher fraglich.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>NaNoWriMo</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-24T20:44:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/5994930/">
    <title>Die 7 Todsünden der Religion in der Science Fiction</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/5994930/</link>
    <description>Ich bleibe beim Thema &quot;Klischee&quot;, denn obwohl der Artikel auf dem Webportal IO9, um den es mir geht, mit &lt;a href=&quot;http://io9.com/5185748/the-7-deadly-sins-of-religion-in-science-fiction&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;The 7 Deadly Sins Of Religion In Science Fiction&lt;/a&gt; überschrieben ist, geht es darin nicht um &quot;Sünden&quot; (geschweige den Todsünden), sondern um Klischees der Science Fiction, wenn es um religiöse oder spirituelle Themen geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religiöse Themen sind in einem Literaturgenre, das von der Fragestellung &quot;Was wäre, wenn?&quot; ausgeht, sozusagen von Anfang an präsent - schon Mary Shelleys &quot;Frankenstein&quot;, der als erster Science Fiction-Roman gelten kann, ist ein philosophischer Roman, der auch religiöse Fragen stellt. In der SF-Massenliteratur und vor allem in SF-Filmen und (frühen) Fernsehserien herrschte allerdings lange Zeit eine deutliche Scheu vor religiösen Themen - wenn Religion überhaupt dargestellt wurde, dann meistens auf &quot;christlich-konventionelle&quot; Art und Weise. Das änderte sich seitdem der mit dem Buddhismus sympathisierende Humanist und Agnostiker Gene Roddenberry in den 1960er Jahren dafür sorgte, dass in seiner Fernsehserie &quot;Star Trek&quot; religiöse und spirituelle Themen auch auf &quot;nicht-konventionelle&quot; Art behandelt wurden.&lt;br /&gt;
Eine Serie, die sehr stark von religiösen und quasi-religiösen Aspekten profitiert, ist die neue &quot;Battlestar Galactica&quot;-Serie. &lt;br /&gt;
Allerdings haben sich auch etliche SF-Religionsklischees eingeschliffen - die sich teilweise direkt auf Roddenberrys &quot;originale&quot; &quot;Star Trek&quot;-Serie zurückführen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charlie Jane Anders schreibt dem entsprechend auch davon, dass, wie andere Themen der Science Fiction - zum Beispiel der &quot;Erste Kontakt&quot;, Zeitreisen oder Raumschlachten - science-fictionale Religion gut gemacht oder albern und sonderbar sein kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier also die sieben Fehler, die Science Fiction nach Ansicht Anders manchmal macht, wenn es um Religion geht (Übersetzung von mir M.M.) - und meinen &quot;Senf&quot; dazu.
&lt;blockquote&gt;
1. &lt;b&gt;Der&lt;/b&gt; &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Cargo-Kult&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;b&gt;Cargo-Kult.&lt;/b&gt;&lt;/a&gt; Ja, ich weiß, die Götter müssen verrückt sein. Aber ich habe Geschichten über primitive Völker, die Hochtechnologie entdecken und anfangen, sie zu verehren, satt. Oder die Nachkommen von High-Tech-Leuten, die primitiv wurden, und anfingen, die Technik ihrer Vorfahren zu verehren. So wie die Ewoks, die C-3PO verehren, oder die Wüstenleute, die in Doctor Whos &quot;Planet Of Fire&quot; den Raumanzug verehren. Normalerweise mit einem Unterton von: &quot;Seht ihr? Das beweist, dass Religion Dummheit ist!&quot; Auch furchtbar: Roboter, die ihre Erbauer anbeten oder Außerirdische, die Menschen anbeten. Oder Außerirdische, die Ferengi anbeten.&lt;/blockquote&gt;
Cargo-Kulte und verwandte Erscheinungen sind ein reales gesellschaftliches Phänomen, sogar in modernen &quot;Informationsgesellschaften&quot;. Daher sind sie ein dankbares und wichtiges Thema in der SF, wobei es, wie bei Zeitreisen oder Raumschlachten, sehr darauf ankommt, &lt;i&gt;wie&lt;/i&gt; sie umgesetzt werden. Zwei Beispiele, die ich für sehr gelungen halte, sind der von Vormenschen angebetete schwarze Monolith in &quot;2001 - Odyssee im Weltraum&quot; und, als Satire auf längst sinnentleerte Traditionen, der erwähnte &quot;heilige Raumanzug&quot; in Dr Who. Wobei das &quot;Cargo-Kult&quot;-Thema meistens gar nicht die Religiösität als solche, sondern eine unkritische, blind gläubige, Form der Religion als &quot;dumm&quot; bzw. naiv darstellt. Oder, wie in der &quot;Star Trek: Voyager&quot;-Folge, in der die beiden Ferengi eine für sie höchst profitable Religion stiften, &quot;wirtschaftorientierte&quot; &quot;Kirchen&quot; wie Scientology oder die Munies aufs Korn nimmt.

&lt;blockquote&gt;&lt;b&gt;2. Der billige Jesus.&lt;/b&gt; Es ist nicht verkehrt, wenn es eine messianische Figur in deiner Science Fiction gibt - ich will hier ja nicht den Spaß an Allem verderben - aber greife nicht einfach das Jesus-Bild aus der Luft und erwarte, dass es Sinn macht. Ja, ich meine dich, gekreuzigter Neo. Und ich blicke auf dich, Jesus H. Baltar. (Und obwohl ich das Ende von Doctor Whos &quot;Last Of The Time Lords&quot; mag, sehe ich auch dich an, treibender kreuzförmiger Doktor.) Die unentbehrliche TVTropes Website hat eine &lt;a href=&quot;http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/ptitlebqmxtrir9bav?from=Main.WhatDoYouMeanItsNotSymbolic&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;großartige Liste&lt;/a&gt; von Szenen mit &quot;wahllos ohne Grund eingestreuter religiöser Symbolik&quot;.&lt;/blockquote&gt;
Da stimme ich Anders zu. SF mit religiöser, meist christlicher Symbolik &quot;aufzupeppen&quot; um spirituelle Tiefe zu suggerieren, ist meistens billige Masche. Wobei es bei Dr. Who wieder satirisch gemeint sein dürfte, was dann nicht so &quot;billig&quot; wäre (vermute ich, ich kenne die Folge nicht).

&lt;blockquote&gt;&lt;b&gt;3. Der dämliche Weltraum-Gott.&lt;/b&gt; Wenn wir in der Science Fiction wirklich einem Gott oder Göttern begegnen, ist es fast immer ein Reinfall. (Es gibt Ausnahmen - Star Trek: Deep Space Nine schafft es, dass unsere Helden die zeitlosen Propheten im Wurmloch treffen, ohne dass sie ihre Mystik verlieren.) Normalerweise ist aber ein Gott oder ein gottähnlicher Außerirdischer ein alberner alter Kerl mit komischem Bart. Oder es ist Jodie Fosters herablassender Vater.&lt;/blockquote&gt;  
Auch da hat Anders recht. (Das Team der &quot;Stargate&quot;-Serien kann froh sein, dass es praktisch keine Asatru-Fundamentalisten gibt ... )

&lt;blockquote&gt;&lt;b&gt;4. Der Allzweck-Flicken für faule Autoren.&lt;/b&gt; Und hier bin ich gar nicht mit dem BSG-Finale einverstanden: die Starbuck-Sache. Die Battlestar-Autoren geben durchaus zu, dass sie Starbuck wegen des Schock-Effekt umbrachten, und dass sie sich im letzten Moment dafür entschieden hätten, sie im Finale der dritten Staffel zurückzubringen, da sie dachten, dass das &quot;cool&quot; wäre. Sie machten sich keine Gedanken darüber, wie sie ihre Auferstehung erklären könnten, bis sie anfingen, an der vierten Staffel zu schreiben. Und schließlich ... vermasselten sie es. Und es sieht so aus, als ob Religion die Tapete wäre, mit der sie das zukleisterten. (Bevor Starbuck das Schiff zur neuen Erde besteigt, hören wir, wie sie sich wieder einmal fragt, was sie ist. Und die Antwort scheint zu sein: Ein Engel des Lichts.) BSG ist damit keineswegs ein Einzelfall - es gibt bereits starke Hinweise darauf, dass &quot;Lost&quot; auf die &quot;spirituelle Karte&quot; setzen wird, um aus einigen der logischen Verwicklungen, in die die Geschichte sich verfangen hat, wieder heraus zu kommen.&lt;/blockquote&gt;
Anders hat recht. Zu viel Autoren schreiben nach dem Prinzip: Gibt es ein Loch in der Handlungslogik, muss eben ein Wunder aushelfen. 

&lt;blockquote&gt;&lt;b&gt;5. Grob vereinfachende Auseinandersetzungen zwischen Religion und Wissenschaft.&lt;/b&gt; Wie jeder, der einige Zeit in der wirklichen Welt verbracht hat, weiß, kommen Religion und Wissenschaft einigermaßen gut miteinander aus, es sei denn, du bist ein Amish oder Richard Dawkins. Aber in einigen besonders albernen Science Fiction ist jeder Tag Galileo-gegen-die-Kirche-Tag. Manchmal geschieht das in Gestalt des einen Kerls, der es wagt, zu merken, dass die Welt hohl ist oder dass Gott in Wirklichkeit ein verrückter Computer ist. Das absolut plumpste Beispiel dafür gibt es in Doctor Whos &quot;Meglos&quot;, wo die unglaublich platte unterirdische Kultur auf Tigella in zwei Gruppen geteilt ist, die unglaublich schlecht frisierten Savants, die an die Wissenschaft glauben, und die unglaublich hässliche Kopfbedeckungen tragenden Deion, die an Religion glauben. Immer wenn die &quot;üppige aggressive Vegetation&quot; des Planeten über sie kommt, treffen sie sich und streiten sich ob die Wissenschaft oder die Religion alle Antworten kennen würde.&lt;/blockquote&gt;
Leider gibt es Gebiete, auf denen von einem vernünftigen Miteinander zwischen Wissenschaft und Religion keine Rede sein kann, zum Beispiel die Evolutionsbiologie. Wobei sich beileibe nicht nur extreme religiöse Fundamentalisten und fanatisch atheistische  Wissenschaftler gegenüber stehen - und ich Dawkins, einen sehr besonnenen und nachdenklichen Menschen, nicht als &quot;Fanatiker&quot; bezeichnen würde. Dabei sollte auch berücksichtigt werden, dass die Evolution heute weitaus besser belegt ist, als es das Kopernikanische Weltbild zu Galileos Zeiten war. Kreationisten und  &quot;ID&quot;-Anhänger dürfen sich nicht wundern, wenn man sich über sie in ähnlicher Weise lustig macht, wie über Menschen, die tatsächlich Glauben, die Sonne würde um die Erde kreisen. (Bei den &quot;junge- Erde-Kreationisten&quot;, die glauben, die Erde sei nur etwa 6000 Jahre alt, liegt sogar der Vergleich mit Anhängern der flachen Erdscheibe näher.)&lt;br /&gt;
Dass die Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und Religion in der SF oft reichlich albern und einfallslos daher kommt, stimmt zwar, aber auch im wirklichen Leben verlaufen die Auseinandersetzungen zwischen Bibelwortwörtlichnehmern und dem Rest der Menschheit (egal, ob nur Wissenschaftler oder nicht, Atheist oder sogar tief religiös) in ermüdender Einförmigkeit.

&lt;blockquote&gt;&lt;b&gt;6. Grob vereinfachende Wissenschaftsbeschimpfung im Namen der Religion.&lt;/b&gt; Es gibt nur eine Sache, die noch mehr auf die Nerven geht wie eine Strohmann-Debatte zwischen Wissenschaft und Religion, und das ist eine anti-wissenschaftliche Botschaft mit der Religion als Sprachrohr. Und dabei stört mich das schon erwähnte BSG-Finale wirklich. Wenn wir sehen, wie die Kolonisten die moderne Technik und Medizin auf dem Fuße eines anscheinend göttlichen Eingriffs aufgeben, der sie zu einem neuen Eden brachte, ist es nicht schwer, dass als eine eigenartige anti-wissenschaftliche Voreingenommenheit zu erkennen. Ja, in der New York-Szene am Schluss sagen EngelBaltar und EngelSix, dass nur unsere Eitelkeit und Gier in Verbindung mit Technik falsch sei, aber vorher wurden wir 45 Minuten lang mit einen seltsamen Zurück-zur-Natur-Thema berieselt.&lt;/blockquote&gt;
In diesem Punkt bin ich wieder einer Meinung mit Anders. 

&lt;blockquote&gt;&lt;b&gt;7. New-Age-Mässigkeit.&lt;/b&gt; Wirklich, ich kann Weltraumgötter, oder Leute, die Technik anbeten, oder Wissenschafts/Religions-Streitigkeiten tolerieren ... aber ich kann mit Enya nichts anfangen. Oder mit Kristallen. Oder mit indianischen Visionssuchen. Oder mit &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Deepak_Chopra&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Deepak Chopra&lt;/a&gt;. Oder irgend einer bastardisierten indisch/afrikanischen &quot;Spiritualität&quot;, die von jedem wirklichen kulturellen Kontext oder echten religiösen Bedeutung gereinigt wurde. Ja, ich meine dich, Usutu aus Heroes. Wenn ich meine Aura reinigen muss, esse ich etwas Haferkleie.&lt;/blockquote&gt;
Anders gebe ich zum Teil recht. Zum Teil, denn nicht alles, was irgendwann einmal irgendjemand unter &quot;New Age&quot; verschubladisiert hat - oder was in oft tatsächlich verflachter, kontext-entleerter und kommerzialisierter Form auf Esoterik-Messen angeboten wird - verdient es, in Bausch und Bogen als Science Fiction-Thema abgelehnt zu werden. Ob man zum Beispiel Enya mag oder nicht, ist allein eine Frage des musikalischen Geschmacks, ebenso, ob sich Musik dieses Stils für SF eignet. (Sie eignet sich meiner Ansicht nach hervorragend, aber das ist eine Frage meines Geschmacks.) Bei Kristallen kommt es darauf an, was man mit den Dingern macht - die Dilithium-Kristalle im Warp-Antrieb der &quot;Enterprise&quot; wird Anders wohl kaum meinen. Ayuverda hat an und für sich nichts mit dem teils esoterischen, teils pseudowissenschaftlichen &quot;Überbau&quot; zu tun, den Deepak Chopra auf eine tradionelle Heilkunde obenauf packt. Gerade Themen wie Visionssuche oder schamanisches Reisen können ganz ausgezeichnet in Science Fiction und Fantasy thematisiert, aber auch auf völlig alberne, ahnungslose und kitschige Weise verhacktstückt werden.&lt;br /&gt;
Das Problem bei esoterischen Versatzstücken in der Science Fiction liegt meiner Ansicht nach einerseits darin, dass mit esoterischen &quot;Erklärungen&quot; gern Plotlöcher gestopft werden (eine Variante der 4. &quot;Sünde&quot;), anderseits darin, dass SF-Autoren nicht immer sachkundig sind, bzw. ihr Wissen aus recht trüben Quellen schöpfen. (Der Einfluss der blavatskyschen Theosophie auf die Science Fiction wäre zum Beispiel eine gründliche Untersuchung wert.)</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Religion, Magie, Mythen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-23T21:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6002690/">
    <title>Bedenkliche Klischees in Schulbüchern</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6002690/</link>
    <description>&lt;i&gt;Am Sonntag schrieb ich noch vom &quot;Mut zum Klischee&quot; im Abenteuerroman - dieses Mal schreibe ich über Geschlechtsrollenklischees, die die Welt nicht braucht - schon gar nicht in Schulbüchern!&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Jungs sind anders - Mädchen auch. Gerade in der Vorpubertät unterscheiden sich die Neigungen und Vorlieben männlicher und weiblicher Schüler, jedenfalls aus Sicht der Lehrer und Eltern, deutlich. Dennoch dürfte wenig Zweifel daran bestehen, dass getrennten Jungen- und Mädchenschulen, wie sie noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weit verbreitet waren, veraltet sind. Die Koedukation hat sich bewährt. &lt;br /&gt;
Das Klischee, dass Mädchen sich nicht für Technik und Naturwissenschaften interessieren würden und &quot;von Natur aus&quot; schlechter in Mathe wären als Jungs, die dafür &quot;natürliche&quot; Schwächen in den sprachlichen und musischen Fächern hätten, wird wohl kein Pädagoge mehr ernsthaft vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sei denn, er oder sie arbeitet bei &quot;PONS&quot;. &lt;br /&gt;
Der Verlag brachte folgende &quot;Neuheiten&quot; heraus: Diktate für Mädchen, Diktate für Jungs und sogar Mathe-Textaufgaben für Mädchen und Mathe-Textaufgaben für Jungs. &lt;br /&gt;
&quot;Wir wollen nicht altbekannte Klischees zementieren, sondern die Kinder da abholen, wo sie stehen&quot;, sagt Sebastian Weber, Verlagsleiter PONS Selbstlernen in der &lt;a href=&quot;http://www.pons.de/home/presse/pressemitteilungen/8136/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Pressemeldung&lt;/a&gt; zu dem, äh, geschlechtsspezifischen Lehrmaterial.&lt;br /&gt;
Tja, dumm nur, dass PONS die Jungs und Mädchen da abholen will, wo altbekannte Klischees sie hinstellen: &quot;Wilde Jungs, die erst aktiv an ein Lernthema herangeführt werden, lösen anschließend bereitwilliger die nächsten Aufgaben konzentriert am Tisch. Gleiches gilt für Mädchen, deren Aufmerksamkeit vor allem über ihre Lieblingsthemen wie Pferde, Prinzessinnen und Mädchenfreundschaften gefesselt wird.&quot;&lt;br /&gt;
Das hat meines Erachtens herzlich wenig mit dem unterschiedlichen Entwicklungsstand von Jungs und Mädchen zu tun, oder mit tatsächlichen Vorlieben.&lt;br /&gt;
Mehr dazu auf Ludmila Carones Blog: &lt;a href=&quot;http://www.scienceblogs.de/planeten/2009/10/hinterm-mond-gleich-links-an-pons-das-ist-ein-scherz-oder.php&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Hinterm Mond gleich links an Pons: Welches Jahr haben wir noch mal?&lt;/a&gt;
&lt;blockquote&gt; &quot;Okaaaaay, also die Mädchen sollen Nägel lackieren und Schmuck basteln? So, so. Auf das die Mädchen schon früh auf kleine konsumgeile Modepüppchen getrimmt werden, bei denen vor allem das Äußerliche zählt.&lt;/blockquote&gt; Da hat sie recht. Und Jungs haben gefälligst &quot;wild&quot; und &quot;aktiv&quot; zu sein, sonst sind sie &lt;br /&gt;
keine richtigen Jungs ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Noch eine nette Fundsache aus den Kommentaren:&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://kath.net/detail.php?id=24193&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Gender Mainstreaming &apos;ungeheuer gefährlich&apos;&lt;/a&gt; (auf &lt;a href=&quot;http://kath.net/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;kath.net&lt;/a&gt;).
&lt;blockquote&gt;(...) Die Kritiker sehen dadurch Gottes Schöpfungsordnung bedroht. Vom Gender Mainstreaming gehe eine ungeheure Gefährlichkeit aus, sagte der Präsident des Kongressveranstalters, der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, der Missionswissenschaftler Prof. Peter Beyerhaus (Gomaringen bei Tübingen), am 10. Oktober. Es handele sich um den systematischen Versuch, die schöpfungsgemäßen Unterschiede der Geschlechter zu beseitigen. Besonders problematisch sei, dass schon Kinder mit dieser Ideologie indoktriniert würden.(...)&lt;/blockquote&gt;

&lt;i&gt;Nachtrag:&lt;/i&gt; Aus der praktischen Sicht des Mathe-Unterrichts:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://wirrlicht.twoday.net/stories/6003601/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;pons! que tu eusses pensé? (Wirrlicht)&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-20T17:57:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/5998101/">
    <title>Mut zum Klischee</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/5998101/</link>
    <description>&quot;You can&apos;t wait for inspiration. You have to go after it with a club.&quot;&lt;br /&gt;
- Jack London&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich nehme an einem wahnsinnigen Wettbewerb teil, der zum Ziel hat, innerhalb eines Monats einen kompletten Roman zu schreiben: dem National Novel Writing Month, kurz &lt;a href=&quot;http://www.nanowrimo.org/de/node/402576&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;NaNoWriMo&lt;/a&gt;. Allerdings bin ich wahrlich nicht der einzige Wahnsinnige, denn während des NaNoWriMo vom 1. bis 30. November versuchen tausende von Menschen einen ersten Entwurf (!) eines Romans zu schreiben. Dabei zählt nicht die Qualität des Werks, sondern allein die Quantität. Jeder, der 50000 Worte zusammenbringt, was durchschnittlich etwa 1700 Worten am Tag entspricht, zählt als Gewinner. Ein Preisgeld gibt es übrigens nicht. Die Sprache ist übrigens beliebig, und der Wettbewerb, entgegen dem Titel, längst International. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim NaNoWriMo bin ich zum ersten Mal dabei. Nach einigem Zögern: Zwar sind 50.000 Wörter nicht so schrecklich viel, und an manchen Tagen schreibe ich auch ohne Wettbewerb mehr als 1700 Worte. Es ist auch nicht das erste Mal, dass ich einen Roman schreibe. Ich habe sogar, im bescheidenen Rahmen, etwas veröffentlicht. (Aber &lt;b&gt;&lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt;&lt;/b&gt; in &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Druckkostenzuschussverlag&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Druckkostenzuschussverlagen&lt;/a&gt;, also der &quot;Vanity Press&quot;! Ich kann auch jeden angehenden Schreiber nur davor warnen, weil diese Verlage oftmals über kein Lektorat verfügen, also einfach &lt;i&gt;alles&lt;/i&gt; drucken, wofür der Autor zahlt, und die dort verlegten Bücher daher oft von zweifelhafter Qualität sind. Die meisten in Zuschussverlagen erschienenen Bücher werden zu Recht von vornherein nicht ernst genommen. Ein Vorteil gegenüber dem Selbstverlag besteht also nicht, schon gar nicht finanziell: Für die geforderten Beträge kann man locker auch ein &quot;Book on Demand&quot; publizieren. Außerdem bin ich der Ansicht, dass ein Verlag am Buch verdienen soll, und nicht am Autor!) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Problem liegt darin, dass ich dann im November zu praktisch gar nichts anderem mehr käme, da ich ja auch andere Dinge vorhabe, z. B. arbeiten (im Job, nicht am Roman). Außerdem ist es ist schon verdammt lang her, seitdem ich meinen letzten romanlangen Text &quot;verbrochen&quot; habe. Aber nach &lt;a href=&quot;http://www.troubadoura.de/index.php&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Karans&lt;/a&gt; hervorragenden Erfahrungen mit dem genau so verrückten &lt;a href=&quot;http://fawm.org/&quot;&gt;FAWM&lt;/a&gt; (February Album Writing Month), bei dem sie so geniale Lieder wie &quot;Muschelkalk&quot; oder &quot;Piratin&quot; schrieb, und einigen Ermutigungen von guten Freunden ließ ich mich &lt;strike&gt;breitschlagen&lt;/strike&gt; überzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich gehöre nämlich zu den Typen, die zahllose angefangene Skripte in der Schublade bzw. auf der Festplatte liegen haben. Nein, ich halte mich an die Regeln des NaNoWriMo und werde davon &lt;i&gt;nichts&lt;/i&gt; verwenden!&lt;br /&gt;
Und um ganz sicher zu gehen, schreibe ich keine Science Fiction, keine Fantasy und auch keinen Krimi - in diesen Genres habe ich mich schon versucht. Der Versuchung, irgendwann zu einem &quot;Fertigteil&quot; zu greifen, will ich so gleich einen Riegel vorschieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine ursprüngliche Idee, einen Gesellschaftsroman über die bizarre Welt einer Studenten-WG der turbulenten 80er Jahre zu schreiben, habe ich im Moment der Anmeldung fallen gelassen. Die maritime Begrüßung im deutschsprachigen Unterforum hat es mir angetan. Also schreibe ich einen Seeabenteueroman. Ich habe ein bisschen Ahnung von der christlichen und der unchristlichen Seefahrt, und der Hafen zwecks Inspiration ist ja auch nicht weit weg. &lt;br /&gt;
Es kam noch &quot;schlimmer&quot; - da gerade in den Nachrichten von &lt;a href=&quot;http://www.piratenpartei.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;den Piraten&quot;&lt;/a&gt; und von &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/politik/deutschland/2009-10/saarland-jamaika-spd-gruene&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Jamaica&quot;&lt;/a&gt; die Rede war, dachte ich mir &quot;Ist ja das abgenudelste Klischee der Abenteuerliteratur: Piraten in der Karibik.&quot;&lt;br /&gt;
Nun ist es aber so, dass ich in den Romanen, die ich tatsächlich fertig bekommen habe, mit Klischees spiele - während die, die es nie über das Exposé-Stadium schafften, vor allem durch meinen Eifer, abgenutzte Klischees zu vermeiden, nie voran kamen. Vielleicht ist es keine schlechte Idee, Klischee Klischee sein zu lassen - und dafür zum Beispiel durch interessante Charaktere zu glänzen zu versuchen. Hej, den berühmtesten und vielleicht besten Seeräuberroman überhaupt, &quot;Treasure Island&quot; (&quot;Die Schatzinsel&quot;) schrieb Robert Louis Stevenson auch in knapp einem Monat!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe immer mit dem Problem zu kämpfen, dass ich meine Romane nie fertig bekomme - an meinem &quot;Erstling&quot;, der auch nur ca. 100.000 Worte hatte, bastelte ich über zwei Jahre. Daher ist der NaNoWriMon eine echte Herausforderung für mich. Zumal ich den Roman ja am Feierabend schreiben muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Teilnehmername &quot;hrafnsgaldr&quot; ist übrigens altisländisch und bedeutet &quot;Rabenzauber&quot;. Was nicht bedeutet, dass ich etwa beabsichtige, isländische Sagaliteratur zu schreiben. Oder einen Wikingerroman (den gibt&apos;s vielleicht beim NaNoWriMo 2010).</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>NaNoWriMo</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-18T10:39:00Z</dc:date>
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    <title>&quot;Favoritensiege&quot; beim Big Brother Award</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/5996359/</link>
    <description>Heute wurden in Bielefeld zum 10. Mal der &lt;a href=&quot;http://www.bigbrotherawards.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Big Brother Award&lt;/a&gt; verliehen, ein Preis, den niemand haben will, der aber wirklich wichtig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine der Preisverleihungen war für &lt;a href=&quot;http://www.netzpolitik.org/2009/big-brother-awards-2009/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Datenkraken-Kenner&lt;/a&gt; sonderlich überraschend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Preis in der Kategorie &quot;Wirtschaft&quot; erstaunt allenfalls, dass er dieses Mal kollektiv an die besonders eifrigen Lösungsanbieter im Schnüffelbereich &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Packet_Inspection&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Deep Packet Inspection&lt;/a&gt;, darunter bekannte Großunternehmen wie Cisco, ging - die damit eine umfassende Internet-Überwachung auch bei wachsenden Datenmengen ermöglichen. Das ist Erfindergeist, nur so kommt man den Raubmordkopierern und Kritikoffenäußer-Terroristen bei!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein haushoher Favorit siegte in der Kategorie &quot;Sport&quot;: Das  Organisationskommittee der Leichathletik-WM in Berlin folgte dem durch-leuchtenden Vorbild der FIFA bei der Fußball-WM 2006 mit einer umfassenden Vorab-Überprüfung von Journalisten. Sind ja alles Terroristen, diese neugierigen Pressefritzen, vor allem die, die sich um Dinge kümmern, die sie nichts angehen, z. B. um Doping.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich Politik siegte Familienministerin &quot;Zensursula&quot; von der Leyen mit ihrem Zugangserschwernisgesetz souverän gegen ein wieder sehr starkes Teilnehmerfeld - zahlreiche deutsche Politiker konnten sich mühelos als &quot;Big Brother&quot; qualifizieren, da holt Deutschland kräftig zur Überwachungs- und Zensur-Weltspitze auf, ja der bayrische Altmeister Uhl träumt sogar davon, es dem Überwachungs-Weltmeister China gleichzutun! Auch das Eingeständnis des mehrfachen Preisträgers Dr. Wolfgang Schäuble, dass da Wahltaktik im Spiel war, konnte der Übermutti der Nation den verdienten Sieg nicht nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kategorie Arbeitswelt hätten viele den Sieg verdient, etwa die Deutsche Bahn oder der Textildiscounter Kik. Aber der Landmaschinenhersteller Claas punktete durch kreativen Einsatz von High-Tech: Ein satellitengestüztes Trackingsystem für Mähdrescher macht einen &quot;guten Fahrer noch besser&quot;, indem den frechen Arbeitskraftunterschlagungen durch suboptimales Arbeitstempo ein technischer Riegel vorgeschoben wird!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dr. Wolfgang Schäuble erhält einen Preis für sein Lebenswerk: keiner hat in den letzten Jahren so viel dazu beigetragen, endlich den präventiv-autoritären Sicherheitsstaat aufzubauen, in dem das einzig wirklich relevante Bürgerrecht, nämlich das auf Sicherheit vor Kriminalität, konsequent geschützt wird. Ich gratuliere!</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Überwachungsgesellschaft</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-16T17:04:00Z</dc:date>
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