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    <title>MMsSenf (&quot;Freiraum ist der Raum zwischen den Stühlen&quot;)</title>
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    <description>&quot;Freiraum ist der Raum zwischen den Stühlen&quot;</description>
    <dc:publisher>MMarheinecke</dc:publisher>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:date>2010-02-08T17:16:01Z</dc:date>
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    <title>MMsSenf</title>
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  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6175731/">
    <title>Sommerliches - aus der Antarktis</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6175731/</link>
    <description>Für alle, die den Winter satt haben, ein Bild aus einer Gegend, in der gerade Hochsommer ist: der Antarktis.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/detail/item/hub_neumayer_station_iii/?cHash=9701452f1d&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/14/30/96/7273096.822fead8.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;375&quot; alt=&quot;Abenddämmerung - Maike Thomsen&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Die Neumayer Station (III) in der Abenddämmerung. Foto Maike Thomsen - Quelle: Alfred-Wegener Institut&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gezeigte Polarforschungsstation ist die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Neumayer-Station_III&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Neumayer-Station III&lt;/a&gt;, gelegen an der Atka-Bucht in Neuschwabenland (Teil der Antarktis), auf dem etwa 200 Meter dicken Ekström-Schelfeis. Ihre beiden Vorgängerinnen waren unter der Schneeoberfläche liegende &quot;Tunnelstationen&quot;, die aber durch die im Laufe der Jahre wachsende Schneeauflast und die Eisbewegungen deformiert und damit unbewohnbar wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 2009 gebaute neue Neumayer-Station steht über dem Schnee. &lt;br /&gt;
Hydraulische Hebevorrichtungen verhindern, dass sie allmählich im Eis versinkt: Die Schnee- und Eisoberfläche in der Antarktis wächst kontinuierlich, so dass die Forschungsstation jährlich angehoben werden muss. Das Baukonzept und die Technik bewähren sich auf Anhieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast die doppelte Menge Neuschnee im Vergleich zu anderen antarktischen Wintern lagerte sich an der Neumayer-Station III während des Polarwinters 2009 ab. Wegen des ungewöhnlich hohen Schneezutrags musste das Stationsgebäude gleich dreimal nacheinander mit der Hydraulikanlage angehoben werden, sagt Dr. Eberhard Kohlberg, seit Dezember 2009 Logistikkoordinator an der Forschungsstation des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft. Mehr: &lt;a href=&quot;http://www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/pressemitteilungen/detail/item/hub_neumayer_station_iii/?cHash=9701452f1d&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt; Antarktis: Neumayer-Station III erfolgreich angehoben (Pressemittelung des AWI)&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Wissenschaft &amp; Technik</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-02-06T19:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6171783/">
    <title>&quot;What shall we do with a drunken sailor?&quot; - Vom Ursprung eines Klischees</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6171783/</link>
    <description>Vor einige Monaten, da ging ich der Frage nach, woher denn das Klischee des &lt;a href=&quot;http://martinm.twoday.net/stories/6014151/&quot;&gt;Piraten mit der Augenklappe&lt;/a&gt; her käme.&lt;br /&gt;
Woher das Klischee des rumsaufenden und &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=nzcv5TJkJBA&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Rum saufenden alten Seebären&lt;/a&gt; kommt, ist vergleichsweise naheliegend. Es gab, vor allem in der britischen Royal Navy, eine Praxis, die geradezu epidemische Alkholholabhängigkeit unter befahrenen Teerjacken und Salzhäuten hervorgerufen haben musste: Die tägliche Grogration. &quot;Grog&quot; steht dabei für &quot;mit Wasser verdünnter Rum&quot;. &lt;br /&gt;
Bis 1970 (!) wurde in der britischen Marine an jeden Mann über 20, der nicht unter einer Disziplinarstrafe stand, jeden Tag eine Grogration ausgegeben, die 1/8 pint Rum enthielt. &quot;Navy Rum&quot; (es gibt ihn noch heute, aber nicht mehr als Schnapsration) ist 95.5 proof, das heißt, er enthält 47,75 % Alkohol. Ein &quot;Imperial pint&quot; sind  0,570 Liter, die Rumration betrug also rund 0,07 Liter. Ich habe hier einmal ein achtel Pint Rum abgemessen und in ein Whiskyglas gegeben - das ist schon ein kräftiger Schluck:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/7218817&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/14/88/17/7218817.3aef2607.240.jpg&quot; width=&quot;214&quot; height=&quot;240&quot; alt=&quot;Ration&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Ein Whiskyglas fasst, bis zum Rand eingeschenkt, 10 fluid ounces, also 1/2 pint. Da das abgebildete Glas (ein &quot;Tumbler&quot;) eigentlich für amerikanischen Bourbon bestimmt ist, und das US Pint kleiner ist als das britische (&quot;Imperial&quot;) Pint (1 US liquid pint = 0,473 l ), ist das Glas zu mehr als einem Viertel gefüllt.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist diese tägliche Alkoholmenge für einen erwachsenen, kräftigen, gesunden Mann durchaus verkraftbar (ob sie noch gesund ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt). Aber In der Zeit der hölzernen Segelschiffe, in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, war die Rumration doppelt so hoch - bis 1850 wurde in der Royal Navy taglich 1/4 Pint Rum pro Tag ausgegeben.&lt;br /&gt;
Noch höher war sie zu Zeiten Admiral Vernons (genannt &quot;Old Grogham&quot;, daher &quot;Grog&quot;), der 1740 auf den ihm unterstehenden Schiffen die Regel einführte, dass die Rumration nur noch im Verhältnis 1 : 2 mit Wasser verdünnt ausgegeben werden sollte. Zu dieser Zeit gab es noch zwei tägliche Rationsausgaben, vormittags und abends, so dass ein Seemann auf eine tägliche Ration von 1/2 Pint Rum kam. Zwar konnte statt Grog auch ein Pint Wein oder Bier ausgegeben werden, aber die tägliche Alkoholmenge war in etwa gleich. An Feiertagen gab es eine Extraration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im allgemeinen sahen die Kapitäne der Royal Navy den Alkoholkonsum ihrer Untergebenen pragmatisch, solange die Disziplin nicht gefährdet war. Ein bezeichnendes Beispiel: &lt;br /&gt;
Sir Joseph Banks, der als Wissenschaftler an James Cooks erster Weltumseglung teilnahm, notierte am 25. Dezember 1768 in sein &lt;a href=&quot;http://southseas.nla.gov.au/journals/banks/17681225.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Tagebuch&lt;/a&gt;:
&lt;blockquote&gt;Christmas day; all good Christians that is to say all hands get abominably drunk so that at night there was scarce a sober man in the ship, wind thank god very moderate or the lord knows what would have become of us.&lt;/blockquote&gt;
(&lt;i&gt;&quot;Weihnachtstag; alle guten Christen, will sagen, alle Besatzungsmitglieder betranken sich fürchterlich, so dass es am Abend kaum noch einen nüchternen Mann auf dem Schiff gab, Wind Gott sei dank sehr mäßig, was sonst aus uns geworden wäre, weiß nur der Herr.&quot;&lt;/i&gt;)&lt;br /&gt;
Im Kontrast dazu James Cooks &lt;a href=&quot;http://southseas.nla.gov.au/journals/cook/17681226.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Logbucheintragung vom 26. Dezember:&lt;/a&gt; 
&lt;blockquote&gt; (...) yesterday being Christmas day the people were none of the Soberest .&lt;/blockquote&gt;
(&lt;i&gt; ... da gestern Weihnachten war, waren die Leute nicht die Nüchternsten.&lt;/i&gt;)&lt;br /&gt;
Da das Expeditionsschiff HM Bark &quot;Endeavour&quot; auf See von einer sehr kleinen Mannschaft gesegelt werden konnte, dürften Banks Befürchtungen unbegründet und Cooks Gelassenheit angemessen gewesen sein. Es war keineswegs so, dass jeder Seemann ein starker Trinker gewesen wäre. Ein regelmäßiges Problem war, dass die Nicht-Trinker ihre Ration bei trinkfreudigen Kameraden gegen andere Dinge (Tabak, Kleidung, Süßigkeiten usw.) eintauschten, die dann wegen der Extraportion Rum zu voll zum Arbeiten waren. Auch für Todesfälle durch Trunkenheit gibt es Beispiele von Cooks erster Weltumseglung: ein Bootsmannsmaat trank sich mit  eingetauschtem Rum buchstäblich zu Tode, zuvor waren auf Feuerland zwei persönliche Diener Banks schwer alkoholisiert an Unterkühlung gestorben, nachdem sie sie in Banks Abwesenheit den gesamten Rumvorrat des Landetrupps ausgetrunken hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum wurde auf Schiffen Alkohol ausgeschenkt? Einer der Gründe liegt darin, dass sich auf See alkoholhaltige Getränke besser hielten als das in Fässer gelagerte Trinkwasser. Das Wasser schmeckte schon bald abgestanden, und in tropischen Gewässern verwandelte es sich nach einige Wochen auf See in eine faulig-grünliche Algensuppe. Deshalb wurde ein Teil des Trinkwassers in Form von Dünnbier mitgeführt, auch Starkbier und Wein gehörten zum Proviant. Nach der Eroberung von Jamaika im Jahr 1655 stand mit dem aus Zuckerrohr gewonnenem Rum eine ziemlich hochwertige und dabei im Vergleich zu Wiskey oder Brandy preiswerte Spirituose zur Verfügung - weshalb statt Bier oder Wein immer öfter der &quot;platzsparend&quot; stärkere Rum ausgeschenkt wurde. Damit verstärkten sich auch die alkoholbedingten Disziplinprobleme.  &lt;br /&gt;
Auf Handelsschiffen gab es zwar keine täglichen Grogrationen, jedoch gehörten wegen der besseren Haltbarkeit alkoholische  Getränke zum normalen Proviant. Es ist bezeichnend, dass es ernstzunehmende Bemühungen, die Grogration abzuschaffen oder wenigstens zu kürzen, erst ab etwa 1830 gab, als fäulnissichere Trinkwassertanks eingeführt worden waren. In dieser Zeit wurde der Alkoholismus von Seeleuten und ehemaligen Seeleuten auch nicht mehr nur als moralisches, sondern auch als soziales Problem begriffen.&lt;br /&gt;
Ebenfalls aus dieser Zeit stammt der bekannteste &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Shanty&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Shanty&lt;/a&gt; der das Alkohol-Problem an Bord thematisiert: &lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.youtube.com/v/qGyPuey-1Jw&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowFullScreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.youtube.com/v/qGyPuey-1Jw&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; width=&quot;425&quot; height=&quot;344&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
Wie bei echten Volksliedern üblich gibt es unterschiedliche Textfassungen. Die Titelzeile lautet in den meisten Fassungen, die ich fand, &quot;What Shall We Do with a Drunken Sailor?&quot; oder &quot;What Shall We Do with the Drunken Sailor?&quot;, auch &quot;What to do with a Drunken Sailor?&quot; und, wie oben, &quot;What Will We Do with a Drunken Sailor?&quot; kommen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text erschien erstmals 1839 in Olmsteads &quot;Incidents of a Whaling Voyage&quot;, die Melodie lehnt sich an das irische Volkslied &quot;Oró Sé do Bheatha&quot; an und wurde 182425 in &quot;Cole&apos;s Selection of Favourite Cotillion&quot; veröffentlicht.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Geschichte</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-02-04T17:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6165639/">
    <title>... und wieder mal: Die Top 10 der vernachlässigten Nachrichten</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6165639/</link>
    <description>Die Jury der &lt;a href=&quot;http://www.nachrichtenaufklaerung.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Initiative Nachrichtenaufklärung&lt;/a&gt; hat am Samstag, 30.1.2010, die TOP 10 der vernachlässigten Themen 2009 gewählt:
&lt;ol&gt;  
&lt;li&gt;Notstand im Krankenhaus: Pflegebedürftige allein gelassen&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;Psychiatrie: Bundesregierung biegt UN-Konvention zurecht&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;Kriegsberichterstattung lenkt von zivilen Friedensstrategien ab&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;Rechtswidrige Anwendung von Polizeigewalt&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;Lücken der Finanzaufsicht bei Kirchen&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;Mangelhafte Deklarierung von Jodzusatz in Lebensmitteln&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;Patente auf menschliche Gene und Gensequenzen&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;Schulen für Gehörlose unterrichten keine Gebärdensprache&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;Mangelnde Kontrolle deutscher Rüstungsexporte&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;Sondermüll beim Bauen und Sanieren&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

Die &lt;a href=&quot;http://www.derblindefleck.de/wp-content/uploads/2010/01/Pressemitteilung_INA2010.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Pressmitteilung der INA 2010&lt;/a&gt; (als PDF) - Details zu den &quot;Top 10&quot; gibt es auch bei &lt;a href=&quot;http://blog.kooptech.de/2010/01/die-top-10-der-vernachlaessigten-nachrichten-2009/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;KoopTech - Die Top 10 der vernachlässigten Nachrichten 2009&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Nachtrag:&lt;/i&gt; die &lt;a href=&quot;http://www.nachrichtenaufklaerung.de/index.php?id=190&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Juryberichte neuen &quot;Top 10&quot;&lt;/a&gt; sind online.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten der von den Medien vernachlässigten Nachrichten betreffen wieder einmal die &quot;üblichen&quot; Zensur- und Schönfärb-Felder - die &quot;rechtswidrige Anwendung von Polizeigewalt&quot; und die &quot;mangelnde Kontrolle deutscher Rüstungsexporte&quot; sind leider sogar echte &quot;Evergreens&quot;. Ich habe das dumme Gefühl - wohlgemerkt ohne eine Verschwörungstheorie entwickeln zu wollen - dass die Propaganda und die damit einhergehende Selbstzensur und andere Manipulationsvorgänge koordiniert gesteuert werden. Diesen Verdacht haben auch die &quot;NachDenkSeiten&quot;: &lt;a href=&quot;http://www.nachdenkseiten.de/?p=4488&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Gibt es die zentrale Planungseinheit der neoliberalen Propaganda und Lobbyarbeit?&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich mich auf Rundfunk, Fernsehen und die üblichen Tageszeitungen verlassen würde, würde ich von den &quot;Top 10 der vernachlässigten Nachrichten&quot; allenfalls zwei oder drei überhaupt kennen. Zum Glück gibt es ja das Internet, und darin auch die gern von interessierten Seite (Verleger, Politiker, arrivierte Journalisten) als &quot;irrelevant&quot; gescholtenen Blogs. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der Nachrichten hat mich dann doch überrascht.
&lt;blockquote&gt;&lt;b&gt;8. Schulen für Gehörlose unterrichten keine Gebärdensprache&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den meisten deutschen Gehörlosenschulen wird den Schülern keine Gebärdensprache beigebracht. In Deutschland leben rund 80.000 Gehörlose. Wissenschaftler streiten seit Jahrzehnten darüber, ob sie die Gebärdensprache erlernen sollten. Häufigstes Gegenargument: Dadurch würden die Betroffenen aus der Gesellschaft ausgegrenzt. Stattdessen sollten die Schüler die Lautsprache lernen. Kritiker wenden ein, dass nur 30 Prozent der gesprochenen Sprache von den Lippen abgelesen werden kann. In den Medien wird das Thema bestenfalls als fachpädagogische Debatte behandelt.&lt;/blockquote&gt;
Ich hätte es einfach nicht für möglich gehalten - bzw. ich war überzeugt, dass dieser Missstand ein Übel von gestern wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings habe ich ein klein wenig Kritik am Text der Meldung &lt;br /&gt;
&quot;Sondermüll beim Bauen und Sanieren&quot;. Als Beispiel für einen für  Mensch und Umwelt problematischen Baustoff wird ausgerechnet Styropor, also aufgeschäumtes &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Polystyrol&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Polystyrol&lt;/a&gt; genannt. Nun ist Polystyrol physiologisch unbedenklich und sogar für Lebensmittelverpackungen uneingeschränkt zugelassen. Völlig problemfrei ist die Entsorgung von Styropor zwar nicht - es entstehen bei der Verbrennung Ruß und gesundheitschädliche Gase, vor allem monomeres Styrol - aber insgesamt ist dieser Dämmstoff eher unproblematisch. Ein wirklich problematischer Baustoff kann z. B. Steinwolle sein - denn Fasern können durch Einatmen in den Körper gelangen und zu Gesundheitsschäden führen. Andere Problemfälle sind imprägniertes Holz (abhängig vom Imprägniermittel), Teppiche und Wandverkleidungen, aus denen Lösungsmittel ausgasen und natürlich die unzähligen &quot;Altlasten&quot; wie PCB-haltige Lacke und Dichtmassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Nachtrag, 03. Februar: Da es offensichtlich Missverständnisse um den Charakter dieser &quot;Top 10&quot; gibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der &lt;/i&gt;&lt;a href=&quot;http://www.derblindefleck.de/index.php/uber-die-ina/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Initiative Nachrichtenaufklärung&lt;/a&gt; ist es nach eigenen Angaben, wichtige Nachrichten und Themen (hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum), die in den Medien nicht genügend berücksichtigt wurden, stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Die Kriterien für die Nominierung sind, dass sie: 
&lt;ul&gt;  
&lt;li&gt;der Bevölkerung in Deutschland (und Europa) bekannt sein sollten, zu denen sie aber nur eingeschränkten oder gar keinen Zugang hat&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;für einen Großteil der Bevölkerung relevant sind&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;eindeutig konzipiert sind und auf zuverlässigen, überprüfbaren Quellen basieren&lt;/li&gt;  
&lt;li&gt;trotz ihrer Bedeutung noch nicht von den Medien (Tageszeitungen, Zeitschriften, Nachrichtenbriefe, Rundfunk, Fernsehen, Internet u.a.) aufgegriffen, bzw. recherchiert und veröffentlicht wurden&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;die in deutscher oder in einer anderen europäischen Sprache verfasst sind.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Medien, Lobby &amp; PR</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-01-31T16:01:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6161142/">
    <title>Das Zeitalter des Segels</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6161142/</link>
    <description>In der zivilen Schifffahrt ist es gar nicht so einfach, zu bestimmen, wann das &quot;Zeitalter des Segels&quot; begann. Sicher ist, dass sobald die Segeltechnik hinreichend weit fortgeschritten ist, auf Handelsschiffen die Ruderer verschwinden. Ein Segelschiff braucht erheblich weniger Besatzung als ein gerudertes Schiff, und außerdem nehmen die Ruderbänke kostbaren Laderaum weg. Im Mittelmeerraum gab es spätestens um 500 vor unserer Zeitrechung reine Segelschiffe. Weder das Handelsreich der Phönikier, noch das klassische Griechenland und erst recht nicht das römische Reich hätte ohne leistungsfähige Segler existieren können, denn diese Kulturen waren von Getreideeinfuhren abhängig, die nur auf geräumigen Schiffen transportiert werden konnten. Im Norden Europas begann das Zeitalter des reinen Segelschiffs spätestens zur Zeit der Völkerwanderung. Im  flämischen Brügge wurde 1899 das Wrack eines 15 Meter langen und 3,5 Meter breiten Schiffs mit flachen Boden, geklinkerten Seiten und einem wahrscheinlich rahgetakeltem Mast entdeckt, das auf das 6. bis 7. Jahrhundert datiert werden konnte. Auch das Frachtschiff der Wikingerzeit, die Knorr, der Schiffstyp, mit dem der Nordatlantik überquert wurde, war ein reines Segelschiff. &lt;br /&gt;
Das &quot;goldene Zeitalter&quot; der schnellen Tiefwasser-Frachtsegler begann sogar, als es schon längst Dampfschiffe gab. Der erste echte Klipper, die &quot;Rainbow&quot;, lief 1845 vom Stapel, als es den regelmäßigen Transatlantikdienst mit Dampfschiffen der Cunard-Linie schon fünf Jahre gab. Noch 1914 fuhren nicht weniger als 2191 Frachtsegler mit insgesamt 426746 BRT unter deutscher Flagge, es gab tatsächlich noch mehr Segelschiffe als Dampfschiffe. Der 1. Weltkrieg gilt gemeinhin als das Ende der Epoche der großen Tiefwassersegler, aber erst Mitte des 20. Jahrhunderts verschwanden die letzten frachtfahrenden Großsegler von den Meeren. in der Küstenschifffahrt behaupteten sich die oft mit Hilfsmotoren versehenen Schoner, Galeassen, Ewer, Tjalken usw. bis nach lange dem 2. Weltkrieg. Noch heute wird der Verkehr zwischen den unzähligen Inseln Indonesiens zum großen Teil von Frachtseglern bewältigt. Im Zuge der absehbaren Ölverknappung und aus Umweltschutzgründen gewinnen raffinierte Hilfsbesegelungen, wie z. B. die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/SkySails&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Sky Sails&lt;/a&gt; an Bedeutung. Es wird wahrscheinlich in Zukunft auch wieder &quot;echte&quot; große Tiefwassersegler geben. Angesichts großer Passagiergiersegler wie dem 2000 gebauten Fünfmastvollschiff &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Royal_Clipper&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Royal Clipper&lt;/a&gt; ist die Behauptung, die Zeit der Segelschiffe sei vorbei, ohnehin fragwürdig.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/4808803&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/11/88/03/4808803.202f7db4.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;375&quot; alt=&quot;Einlaufparade09-48&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Im Falle der Kriegsschiffe ist das Segelzeitalter genauer umrissen. Solange die bevorzugten Taktiken des Seekriegs das Rammen und der Nahkampf der Entermannschaften waren, war eine Galeere gegenüber einem Segelschiff im Vorteil. Das änderte sich allmählich mit dem Aufkommen der Kanonen: eine große Kriegsgalleone konnte mit ihrer geschützstarrenden Breitseite eine angreifende Galeere aus sicherer Entfernung zu Treibholz zusammenschießen, während die Galeere allenfalls ein paar Kanonen am Bug tragen konnte. Die letzte große Galeerenschlacht, die &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Seeschlacht_von_Lepanto&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Seeschlacht von Lepanto&lt;/a&gt; im Jahre 1571 gilt daher im marinetraditionsseeligen Großbritannien als Beginn des &quot;Age of Sail&quot;. &lt;br /&gt;
Das Ende des Zeitalters des Seekrieges unter Segeln markierte der amerikanischen Bürgerkrieg, namentlich die Seeschlacht von  Hampton Roads im Jahre 1862, in der das dampfgetriebene Panzerschiff CSS &quot;Virginia&quot;  die Nordstaaten-Segelschiffe USS &quot;Cumberland&quot; und USS &quot;Congress&quot; mühelos versenkte - aber es mit dem kleineren, aber technisch raffiniertem Panzerschiff USS &quot;Monitor&quot; nicht aufnehmen konnte - das erste Panzerschiffsduell endete unentschieden.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Geschichte</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-01-29T17:44:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6155854/">
    <title>Der Eislauf</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6155854/</link>
    <description>Endlich mal wieder ein Winter, in dem ich meine Schlittschuhe nicht nur auf der Kunsteisbahn benutzen kann, sondern auch auf den Teichen und Seen hier in der Umgebung. (Einschließlich Muskelkater, Hinfallen, Durchfrieren - und hinterher (!) einem steifen Grog - so gehört sich das ja auch.) In dem, das erste Mal seit Jahren, die &lt;a href=&quot;http://alsterwetter.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Außenalster&lt;/a&gt; so weit zufriert, dass man auf ihr laufen kann - wahrscheinlich wird es dieses Jahr, das erste Mal sein 1997, wieder ein Volksfest auf der zugefrorenen Alster geben!

&lt;blockquote&gt;
&lt;b&gt;Der Eislauf&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
Begraben ist in ewiger Nacht&lt;br /&gt;
Der Erfinder großer Name zu oft!&lt;br /&gt;
Was ihr Geist grübelnd entdeckt, nutzen wir;&lt;br /&gt;
Aber belohnt Ehre sie auch?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer nannte dir den kühneren Mann,&lt;br /&gt;
Der zuerst am Maste Segel erhob?&lt;br /&gt;
Ach, verging selber der Ruhm dessen nicht,&lt;br /&gt;
Welcher dem Fuß Flügel erfand?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und sollte der unsterblich nicht sein,&lt;br /&gt;
Der Gesundheit uns und Freuden erfand,&lt;br /&gt;
Die das Roß, mutig im Lauf, niemals gab,&lt;br /&gt;
Welche der Reihn selber nicht hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
O Jüngling, der den Wasserkothurn&lt;br /&gt;
Zu beseelen weiß und flüchtig tanzt,&lt;br /&gt;
Laß der Stadt ihren Kamin! Komm mit mir,&lt;br /&gt;
Wo des Kristalls Eb&apos;ne dir winkt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Licht hat er in Düfte gehüllt.&lt;br /&gt;
Wie erhellt des Winters werdender Tag&lt;br /&gt;
Sanft den See! Glänzender Reif, Sternen gleich,&lt;br /&gt;
Streute die Nacht über ihn aus!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie schweigt um uns das weiße Gefild!&lt;br /&gt;
Wie ertönt vom jungen Froste die Bahn!&lt;br /&gt;
Fern verrät deines Kothurns Schall dich mir,&lt;br /&gt;
Wenn du dem Blick, Flüchtling, enteilst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben doch zum Schmause genug&lt;br /&gt;
Von des Halmes Frucht? und Freuden des Weins?&lt;br /&gt;
Winterluft reizt die Begier nach dem Mahl;&lt;br /&gt;
Flügel am Fuß reizen sie mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Linken wende du dich, ich will&lt;br /&gt;
Zu der Rechten hin halbkreisend mich drehn;&lt;br /&gt;
Nimm den Schwung, wie du ihn mich nehmen siehst;&lt;br /&gt;
Also! Nun fleuch schnell mir vorbei!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gehen wir den schlängelnden Gang&lt;br /&gt;
An dem langen Ufer schwebend hinab.&lt;br /&gt;
Künstle nicht! Stellung, wie die, lieb&apos; ich nicht,&lt;br /&gt;
Zeichnet dir auch Preisler nicht nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was horchst du nach der Insel hinauf?&lt;br /&gt;
Unerfahrne Läufer tönen dort her!&lt;br /&gt;
Huf und Last gingen noch nicht über&apos;s Eis,&lt;br /&gt;
Netze noch nicht unter ihm fort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sonst späht dein Ohr ja alles; vernimm,&lt;br /&gt;
Wie der Todeston wehklagt auf der Flut!&lt;br /&gt;
O wie tönt&apos;s anders! Wie hallt&apos;s, wenn der Frost&lt;br /&gt;
Meilen hinab spaltet den See;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zurück! laß nicht die schimmernde Bahn&lt;br /&gt;
Dich verführen, weg vom Ufer zu gehen!&lt;br /&gt;
Denn wo dort Tiefen sie deckt, strömt&apos;s vielleicht,&lt;br /&gt;
Sprudeln vielleicht Quellen empor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den ungestörten Wogen entströmt,&lt;br /&gt;
Dem geheimen Quell entrieselt der Tod!&lt;br /&gt;
Glittst du auch leicht, wie dies Laub, ach, dorthin,&lt;br /&gt;
Sänkest du doch, Jüngling, und stürbst!&lt;/blockquote&gt;
&lt;b&gt;Friedrich Gottlieb Klopstock&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist übrigens sehr wahrscheinlich, dass &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Gottlieb_Klopstock&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Klopstock&lt;/a&gt; ( 1724 - 1803) auch auf der zugefrorenen Alster eislaufen war.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-01-25T21:12:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6121245/">
    <title>Gedanken zu Protestformen</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6121245/</link>
    <description>Einige Überlegungen aus durchaus &lt;a href=&quot;http://www.svenscholz.de/index.php/nazis-und-die-meinungsfreiheit/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;aktuellem Anlass&lt;/a&gt;, aber auf eher grundsätzlicher, ethischer Ebene.&lt;br /&gt;
Weniger interessant erscheint mir dabei die ethisch-moralische Frage der &quot;Legalität&quot;. Es trifft zwar zu, dass in Dresden und anderswo das Demonstrationsrecht mit Blick auf die &quot;kackbraunen Kameraden&quot; eingeschränkt wurde - z. B. sind bestimmte symbolträchtige Orte jetzt als Kundgebungsort nicht mehr zulässig, und es ist völlig richtig, dass es keine gute Idee ist, Fans einer stramm obrigkeitshörigen Gesellschaftsordnung mit den obrigkeitsstaatlichen Mitteln bekämpfen zu wollen. Im Fall &quot;Dresden&quot; ist die konkrete Situation aber so, dass es im Interesse der Demokratie (die die Neonazis bekämpfen) und der Gewaltabwehr (denn die &quot;Kackbraunen&quot; &quot;argumentieren&quot; lieber mit dem Kantholz als mit Kant) geboten ist, die Demonstrationsfreiheit für eine Gruppierung, von der klar ist, dass ihnen an der Demonstrationfreiheit für andere nichts liegt, einzuschränken. Das geschieht bekanntlich auch anders motivierten Demonstranten, meistens aus entschieden schlechteren Gründen.&lt;br /&gt;
Der sächsische Justizminister Jürgen Martens (FDP) sagte in der Landtagsdebatte: &lt;blockquote&gt;Die Rechtsextremisten wollen nicht trauern, sie wollen nicht gedenken, sie wollen provozieren, hetzen und Geschichtsfälschung unter die Leute bringen.&lt;/blockquote&gt; Und damit hat er völlig recht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann gibt es die bizarre Situation, dass ein &lt;a href=&quot;http://www.dresden-nazifrei.com/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Bündnis&lt;/a&gt;, das zu einer Sitzblockade gegen die Nazi-Demo aufruft, kriminalisiert wird - wobei auch das Mittel der Zensur eingesetzt wird. (Vollends bizarr ist dann die Reaktion bestimmten &quot;Piraten&quot;, die sich, streng legalistisch, an die Vorgabe halten, dass Antifa-Demos sich aufs Lichterkettenwerfen zu beschränken hätten.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessanter ist da die Frage nach dem gewaltlosen Protest. Kleine Erinnerung: in den großen Friedensdemos der 1980er Jahre galten selbst unter &quot;Hardcore-Pazifisten&quot; Sitzblockaden als gewaltfreies Mittel. Die einzigen, die damals von &quot;Nötigung des Staates&quot; redeten, gingen dabei von einem ausgesprochen autoritären Staatsverständnis aus: &quot;Wir bestimmen, und keiner muckt gegen unsere Entscheidungen auf&quot;. Noch drastischer war die Situation in der DDR - nach DDR-Rechtsverständnis waren Demonstranten, die sich ohne Gegenwehr wegtragen ließen, Verbrecher. &quot;Keine Gewalt&quot; hieß eben nicht &quot;wir halten uns an alle Vorgaben der Behörden&quot; - in der DDR-Situation wäre das auch offenkundig absurd gewesen.&lt;br /&gt;
Irgendwie habe ich den Verdacht, dass im Raum Dresden in vielen Köpfen noch das stramm obrigkeitstaatliche Gesellschaftsverständnis der DDR steckt. &lt;i&gt;Zusammen mit mit der Nazi-Ideologie, die vor allem im &quot;Westen&quot; den Kalten Krieg überwinterte, ist dieser vor allem im &quot;Osten&quot; ziemlich intakt gebliebene &quot;deutsche Autoritarismus&quot; ja auch für die heutigen Neonazis typisch - in den frühen 1990er-Jahren, als die rechtsextremen Strukturen in der ehemaligen DDR entstanden, waren die &quot;geistigen Brandstifter&quot; fast alle &quot;Westimporte&quot;, während die Schlägertypen und vor allem auch die &quot;Beifallspender&quot; und &quot;Weggucker&quot; &quot;Einheimische&quot; waren. Aber genug der Abschweifung.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Radikaler Pazifismus erhebt völlige Gewaltlosigkeit zur obersten moralischen Maxime. Auch wenn es unangenehm ist: radikaler Pazifismus (der damals in der Friedensbewegung bei aller Friedfertigkeit nur die Position einer Minderheit war) ist eine moralische Position, die sich praktisch nicht lange einhalten lässt. &lt;br /&gt;
Unter normalen Umständen kann die Feder wirklich mächtiger sein als das Schwert. Allerdings wüsste ich nicht, wie man sich mit einer Feder (beziehungsweise mit Worten) gegen eine Horde gewaltgeiler Neonazis wehren könnte. &lt;br /&gt;
Es ist leider nun einmal so, dass man zur Verteidigung von Menschenrechten in bestimmten Situationen möglicherweise Gewalt anwenden muss. Wobei eine Sitzblockade gegen Neonazis nicht einmal Gewalt wäre. Selbst Mahatma Gandhi hatte keine Probleme damit, dieses Mittel des passiven Widerstandes einzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was jene, die von &quot;unbedingter Gewaltlosigkeit&quot; und &quot;auf keinen Fall Verbotenes tun&quot; reden, ignorieren, ist, dass einem Freiheiten eben nicht geschenkt werden!</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Politisches</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-01-23T22:13:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6143032/">
    <title>&quot;Crushice&quot; auf der Elbe</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6143032/</link>
    <description>Während es anderswo schon wieder taute, biss der Winter in Hamburg am Wochenende vom 16. und 17. Januar 2010 mit reichlich Schnee und andauerndem Frost noch einmal zu. Ich machte auf der Fahrt von St. Pauli-Landungsbrücken nach Finkenwerder einige Bilder von der dank Eisbrechereinsatz schiffbaren Elbe. &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/album/170409&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/14/73/27/7117327.8cd38a9b.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;375&quot; alt=&quot;Eisfahrt01&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Ipernity-Album: &lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/album/170409&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Eisfahrt&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &quot;Crushice&quot; bekommt so eine Bedeutung fern jedes Cocktails  - eher animiert diese Sorte Eis zu Glühwein, Glühmet oder Grog: &lt;br /&gt;
&lt;object width=&quot;480&quot; height=&quot;352&quot;&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.ipernity.com/mp/7117635.cb33d5d0.flv.swf&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name=&quot;allowfullscreen&quot; value=&quot;true&quot;&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.ipernity.com/mp/7117635.cb33d5d0.flv.swf&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; wmode=&quot;transparent&quot; width=&quot;480&quot; height=&quot;352&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Persönliches</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-01-18T17:57:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6132600/">
    <title>&quot;Queen of real life Steampunk&quot; - S.S. GREAT EASTERN</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6132600/</link>
    <description>&quot;Steampunk&quot; ist - unter vielem anderem - eine Untergattung der Alternativweltliteratur. Ein zentrales Thema dabei ist dampfgetriebene &quot;High-Tech&quot;, die es niemals gab, aber vielleicht hätte geben können: Dampfcomputer, Dampfautos, Dampfflugzeuge, Dampfunterseeboote &lt;i&gt;(wobei Jules Vernes &quot;Nautilus&quot; ja einen Elektroantrieb hatte, was manche moderne Verne- Epigonen übersehen)&lt;/i&gt; ja sogar Dampfraumschiffe und Dampfroboter. &lt;br /&gt;
Selbstverständlich gehört auch Dampftechnik auf einem Niveau, das jenes der im 19. Jahrhundert realisierte Technik überstieg, zum Steampunk - etwa Dampfschnellzüge, die über 200 km in der Stunden schaffen, oder ebenso gigantische wie bizarre Dampfschiffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/SS_Great_Eastern&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;S. S. Great Eastern&lt;/a&gt; könnte aus einem Steampunk-Roman stammen - und tatsächlich ist sie, direkt und indirekt, eine Inspirationsquelle dieses Genres.&lt;br /&gt;
Das größte Dampfschiff der Welt sollte ursprünglich &quot;Leviathan&quot; heißen, ein nicht unpassender Name für ein Schiff, das die Dimensionen des damals üblichen sprengte.&lt;br /&gt;
Die eiserne &quot;Great Eastern&quot; lief 1857 vom Stapel. Sie war über 210 Metern lang und hatte eine Wasserverdrängung von 27400 Tonnen. Antrieb waren, neben der Mitte des 19. Jahrhunderts obligatorischen Hilfsbeseglung (sechs Masten!), zwei (jedenfalls von den Ausmaßen her) gewaltigen Dampfmaschinen, über deren je 4200 PS Leistung aber schon die Ingenieure der großen Schnelldampfern 50 Jahre später nur noch müde lächeln konnten. &lt;br /&gt;
Das zentrale Problem der &quot;Great Eastern&quot; war, dass zwar ihre Konzeption ihrer Zeit voraus war, dass es aber viele Dinge, die für ihren wirtschaftlichen Betrieb erforderlich gewesen wäre, einfach noch nicht gab. An und für sich hätte es schon um 1860 Bedarf für ein Schiff für 4000 Passagiere und 6000 Tonnen Ladung geben können - wenn es denn technisch zuverlässig gewesen wäre und es ausreichend dimensionierte Hafenanlagen gegeben hätte. Da diese Rahmenbedingungen fehlten, war das kühne Projekt &quot;Great Eastern&quot; eine Fehlinvestition.&lt;br /&gt;
Das Schiff wurde später als Kabelleger eingesetzt - sozusagen eine Einsatznische für sehr große, aber sonst kaum zu gebrauchende  Schiffe. Auch das Fehlen passender Häfeneinrichtungen störte bei einem Kabelleger wenig.&lt;br /&gt;
Der heute bekannteste Passagier der &quot;Great Eastern&quot; war übrigens Jules Verne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziemlich &quot;steampunkig&quot;: 
&lt;blockquote&gt;Die &lt;i&gt;Great Eastern&lt;/i&gt;, von Isambard Kingdom Brunel und John Scott Russell konstruiert, lief 1857 vom Stapel und war mit 18.915 Bruttoregistertonnen für 50 Jahre das mächtigste Schiff ihrer Zeit.&lt;br /&gt;
211 Meter Eisen, angetrieben von Schaufelrädern, Schraube und Segeln.&lt;br /&gt;
Die Geschichte der Great Eastern ist eine Geschichte von Schicksal und Niedergang.&lt;br /&gt;
Grund genug sie virtuell neu auferstehen zu lassen und über den Weg dorthin zu berichten.&lt;/blockquote&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.great-eastern.codeworkers.de/index.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;S.S. Great Eastern 3D&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Geschichte</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-01-18T15:21:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6095077/">
    <title>Gott spiegelt das Ich</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6095077/</link>
    <description>Es ist in der letzten Jahren Mode geworden, abstrakte metaphysische Phänomene wie Religiosität mit den Methoden der Neurobiologie zu untersuchen - vorzugsweise mit bildgebenden Verfahren wie &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Magnetresonanztomographie&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;MRT&lt;/a&gt; oder &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Positronen-Emissions-Tomographie&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;PET&lt;/a&gt;. &lt;i&gt;Schon aus dieser Formulierung ist ablesbar, dass ich diesem Ansatz gegenüber deutlich skeptisch bin und ihn für doch arg reduktionistisch halte.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Trotz meiner Skepsis gegenüber derartigen Untersuchungen erscheint mir eine dieser Untersuchungen &lt;i&gt;cum grano salis&lt;/i&gt; bemerkenswert. &lt;a href=&quot;http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1015719&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Gläubige projizieren eigene Gedankenwelt auf Gott (wissenschaft-online.de)&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
Gläubige Menschen übertragen unbewusst ihre eigenen moralischen und ethischen Vorstellungen in den Wertecodex, den sie als von ihrem Gott gegeben betrachten. Diese spätestens seit &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Feuerbach&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Feuerbach&lt;/a&gt; im Raum stehende These wurde durch eine Studie von Nicholas Epley (University of Chicago) und seinen Kollegen erhärtet. &lt;br /&gt;
Die Wissenschaftler befragten ihre überwiegend christlichen Probanden zu Themen wie der Todesstrafe, Abtreibung oder gleichgeschlechtlichen Ehen. Anschließend mussten die Teilnehmer die vermutete Haltung ihres Gottes einschätzen und mit der bekannter Persönlichkeiten (wie George W. Bush, dessen Ansichten allgemein bekannt sein dürften - oder Bill Gates, bei dem man bei solchen Fragen auf Vermutungen angewiesen ist) oder des &quot;Durchschnittsamerikaners&quot; vergleichen. Die Probanden nahmen ihre eigene Meinung als gottesnah wahr. Ähnlich schnitt die Einstufung der Meinung von Personen ab, die ein hohes öffentliches Ansehen genießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Gehirnscans (MRT) zeigten die Forscher, dass bei der Einschätzung der Meinung von im Mittel negativer bewerteten Durschnittsamerikanern andere Hirnareale aktiv werden, als bei der Bewertung der eigenen oder der göttlichen Meinung. Betroffen sind dabei vor allem der mittlere präfrontale Kortex, der Precuneus und die Schläfenlappen, wo unter anderem die Meinung Anderer bewertet wird. Die Aktivitätsmuster wichen besonders deutlich ab, wenn die Bewerteten von den Probanden als &quot;ungläubig&quot; eingestuft wurden.&lt;br /&gt;
Nach Ansicht der Forscher spielt das Selbst bei der Entstehung des Glaubens eine größere Rolle als bisher angenommen. &lt;i&gt;Ergänzung: als bisher von vielen Neurowissenschaftlern angenommen wurde.&lt;/i&gt; Gott wird, das folgern die Wissenschaftler aus ihre Untersuchung, also nicht wie eine andere Person &quot;verarbeitet&quot;, sondern ist eine Projektion der eigenen Einstellungen.  Die Intuition von &quot;Gottes Willen&quot; scheint das Echo der eigenen Ansichten zu sein. &lt;br /&gt;
Der Glaube an die &quot;göttliche Meinung&quot; könne als Verstärker dienen, um die eigene Gedankenwelt zu bestätigen und zu rechtfertigen. Anders ausgedrückt: Gläubige verstärken ihre persönlichen Meinungen mit dem ultimativen Autoritätsargument (Gott) in ihrem Ärmel - und tun dies offensichtlich unbewusst.&lt;br /&gt;
Wichtig erscheint mir die Feststellung, dass Epley betont, dass die Studie ausschließlich mit überwiegend christlichen Amerikanern durchgeführt wurde, und sie deshalb nicht automatisch auf alle &quot;Weltreligionen&quot; übertragbar sei. &lt;i&gt;Wobei es interessant ist, was das Chicagoer Team unter &quot;Weltreligionen&quot; versteht. Mich würde z. B. eine Vergleichsuntersuchung mit überzeugten Atheisten mehr interessieren, als etwa mit gläubigen Moslems.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&quot;Menschen benutzen egoistische Informationen, um auf Gottes Wille zu schließen, weil sie annehmen, dass die Meinungen religiöser Wesen wahr sind, und weil jeder Mensch denkt, dass seine Meinung richtig ist&quot;, heißt es in der Studie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich teile nicht die Ansicht, dass jeder Mensch denkt, dass seine Meinung richtig sei - jedenfalls nicht immer. Nach meiner subjektiven und durch keine Studien gedeckten Ansicht hegen die meisten Menschen zumindest gelegentlich Selbstzweifel. (Von Ideologen einschließlich religiöser Fundamentalisten, die Selbstzweifel verdrängen, weil sie Zweifel für Verrat halten, und Narzisten, denen die Fähigkeit zur Selbstkritik irgendwie abhanden gekommen ist, vielleicht einmal abgesehen.) Ich vermute, dass Atheisten stärkere und häufiger Selbstzweifel hegen, als stark religiöse Menschen - dass also neben allgemeiner Skepsis auch die Skepsis gegenüber dem eigenen Denken und Fühlen zu Atheismus oder wenigstens Agnostik führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für mich selbst kann ich sagen, dass ich kein Atheist bin (auch wenn das vielleicht das Vernünftigste wäre - nur ein metaphysisches Konstrukt, und das ist die &quot;Vernunft&quot;), sondern mich irgendwo zwischen Pantheismus, Panpsychismus und Polytheismus bewege. (In praktische Dingen eher Polytheismus.) Dabei erscheint es mir wichtig, dass ich durchaus einer  anderen Ansicht sein kann, als der eine oder andere Gott. Odin hat ja niemals behauptet, und auch niemand, der ihn kennt, würde von ihm behaupten, er sei jederzeit gerecht. Die Vorstellung, dass jemand zu Loki beten würde&quot;dein Wille geschehe&quot;, erscheint mir so absurd, dass ich schon beim Gedanken daran vor Lachen kaum halten kann. Meinungsverschiedenheiten unter Göttern sind in jedem mir bekannten Pantheon an der Tagesordnung.&lt;br /&gt;
Ich vermute daher - oder stelle die religionshistorische These auf - dass die Entwicklung des Monotheismus eng mit der Unterdrückung von Zweifeln und der Kanalisierung von Selbstzweifeln zu tun hat. Lese ich z. B. Augustinus &quot;Confessiones&quot;- dieser spätantike Philosoph gilt immerhin als &quot;Kirchenlehrer&quot;  - dann fällt mir auf, wie Augustinus mit Selbstzweifel (er hatte übrigens ziemlich viele) umgeht - was dazu führte, dass er sich geradezu verzweifelt an Gott klammerte, und, nachdem er aus dieser Umklammerung Gewissheit geschöpft hat, als typischer Ideologe nicht nur Zweifel, sondern auch und vor allem Zweifler bekämpfte. Der gute Mann muss ein unerträglicher Streithammel und Rechthaber gewesen sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bleibt noch die Feststellung: jede Glaubensgewissheit ist rein subjektiv und allein für den Gläubigen relevant. Relevant ist allein, wie sich ein Mensch gegenüber seiner Umwelt und seinen Mitmenschen verhält. Es muss also niemand darüber besorgt sein, dass ich es mit dem altnordischen Pantheon (unter vielem anderen) habe, Neoschamanismus praktiziere oder ein pragmatisch-praktisches Verhältnis zu dem pflege, was mangels eines besseren Wortes &quot;Magie&quot; genannt wird. Anderseits hat niemand allein deshalb einen Symphathievorschuss, weil er oder sie ähnliche &quot;religiöse&quot; Auffassungen hat wie ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Abschluss die Hauptaussagen (ich würde eher sagen: Thesen) die der &lt;a href=&quot;http://feuerbringer.com/2009/12/15/warum-menschen-glauben/#more-2595&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Feuerbringer&lt;/a&gt; aus dem Schwerpunktartikeln der Januarausgabe der &quot;Bild der Wissenschaft&quot; destilliert:  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Religiosität ist wahrscheinlich ein Nebenprodukt, keine Adaption. Es gibt also kein Gottes-Gen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Religiosität hat nichts zu tun mit der höheren Kinderzahl von Anhängern bestimmter Religionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Es gibt kein Gott-Modul im Kopf, vielmehr ist Religiosität ein mögliches Resultat ganz normaler Hirnfunktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Religion hat mit Vernunft nichts zu tun, eher im Gegenteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
5. Wahnsinn und starke Religiosität haben viel gemeinsam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
6. Die Religiosität einer Gesellschaft hängt stark mit hoher Einkommensungerechtigkeit zusammen. Wahrscheinlich verstärkt Religiosität die Ungerechtigkeit und diese verstärkt wiederum die Religiosität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
7. Auf individueller Ebene führt eine höhere persönliche Unsicherheit und Autoritätsgläubigkeit zu mehr Glauben.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Religion, Magie, Mythen</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-01-17T08:27:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6138766/">
    <title>Katharina Rutschky (&quot;Schwarze Pädagogik&quot;) ist tot</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6138766/</link>
    <description>Es entbehrt nicht einer gewissen bitteren Ironie (oder einer Synchronizität), dass am Donnerstag, einen Tag, nachdem ich meinen Artikel über &quot;schwarze und braune Pädagogik&quot; schrieb, Katharina Rutschky, die Frau, den den Begriff  &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_P%C3%A4dagogik&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Schwarze Pädagogik&quot;&lt;/a&gt; prägte, nach langer Krankheit starb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Guter &lt;a href=&quot;http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0115/feuilleton/0008/index.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Nachruf auf Katharina Rutschky auf BerlinOnline&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Ergänzung:&lt;/i&gt; &lt;a href=&quot;http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/die-urbane-intellektuelle/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Nachrufe in der digi-taz&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katharina Rutschky schrieb zwei im besten Sinne aufklärerische Bücher, die vielleicht nicht mein Leben, aber sehr wohl die Art und Weise, wie ich mein Leben sehe, änderten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das erste ist natürlich &lt;a href=&quot;http://www.buch.de/buch/01792/955_schwarze_paedagogik.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Schwarze Pädagogik&lt;/a&gt;. Weil mir klar wurde, dass der &quot;autoritäre Erziehungsstil&quot; und Kinderdressur nicht etwa auf irgend einer dummen Tradition beruhte, sondern &lt;i&gt;gemacht&lt;/i&gt; war - und zwar nicht &quot;nur&quot; von machtgeilen Menschenfeinden, sondern leider auch von es durchaus gut meinenden, &quot;aufgeklärten&quot; Männern(!). Ja, es war für mich auch eine Erkenntniss, dass Patriarchat und schwarze Pädagogik zusammen gehörten. Ungeachtet der Tatsache, dass es viele, zu viele weibliche Fans und Propagandistinnen der Erziehung mit Gewalt und Einschüchterung gibt, ist &quot;schwarze Pädagogik&quot; eindeutig frauenfeindlich. Zwei weitere Erkenntnisse, die ich aus diesem Buch zog: Die Katastrophen der jüngeren deutschen Geschichte hätte es ohne das in Deutschland besonders wirksame &quot;Untertanenmachen&quot; nicht geben können. Ohne die &quot;Pioniere&quot; der &quot;schwarzen Pädagogik&quot; wäre das &quot;Untertanenmachen&quot; nicht so leicht möglich gewesen. (Übrigens nicht nur in Deutschland: eine weitere &quot;Hochburg&quot; der &quot;schwarzen Pädagogik&quot; war das Großbritannien des 19. Jahrhunderts. Es fällt mir nicht schwer, diese üble Tradition in der aktuellen britischen Politik wirken zu sehen.)&lt;br /&gt;
Die zweite war die (nicht leichte) Erkenntnis, dass hinter dem &quot;Handausrutschen&quot; meiner Mutter, dem &quot;Kasernenhof-Erziehungstil&quot; meines Großvaters, den unsäglichen kinderfeindlichen &quot;Ratschlägen&quot; und &quot;Praktiker&quot; vieler professioneller Erzieher und Lehrer kein übler Zufall steckte, und auch keine persönliche Bosheit - sondern System. Nicht &quot;böse Einzelfälle&quot;, sondern Strukturen. Womit die Einsicht verbunden war, wie sehr mein Denken und Fühlen &quot;schwarzpädagoisch&quot; gefärbt ist - obwohl ich (abgesehen von meinem Großvater und einem sadistischen Lehrer) ja nicht absichtlich im Sinne der schwarzen Pädagogik erzogen wurde. Woraus folgt: es reicht nicht aus, die &quot;schwarze Pädogogik&quot; abzulehnen (wie es ja meine Mutter tat). Notwendig ist aktives Gegensteuern. Ohne bessere Erziehungsalternativen und ohne eine offene, demokratische Gesellschaft als Umgebung kann die &quot;schwarze Pädogogik&quot; nicht überwunden werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite Buch ist &lt;a href=&quot;http://www.abebooks.de/9783922930051/Erregte-Aufklarung-Kindesmissbrauch-Fakten-Fiktionen-3922930050/plp&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Erregte Aufklärung  Kindesmissbrauch: Fakten und Fiktionen&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor ich auf dieses Buch stieß, gehörte ich zu jenen, denen zum Thema &quot;Kindesmissbrauch&quot; nichts Besseres als panische Angst angesichts &quot;erschreckender Zahlen&quot; und die Forderung nach unnachsichtiger Strafverfolgung einfiel. Nicht zuletzt dank dieser Streitschrift über den &quot;Missbrauch mit dem Missbrauch&quot; finde ich zwar sexuellen Kindesmissbrauch nach wie vor widerlich, entsetzlich und skandalös - aber hinterfrage seitdem den öffentlichen Umgang mit Inzest, Kindesmisshandlung, sexueller Ausbeutung von Kindern. Ohne diesen Denkanstoß würde ich, allgemein gesprochen, vielleicht &quot;medialen Beißreflexe&quot; und den Ruf nach immer härteren Strafen und die Mechanismen der Panikmache einfach achselzuckend hinnehmen - wahrscheinlich mit dem Spruch &quot;Ist zwar übel, aber der Zweck heiligt die Mittel&quot;. Ich verdanke es unter anderem Rutschky, dass mir klar ist, dass es die Mittel sind, die den Zweck verraten (neben Alice Miller, Michel Foucault und einigen echten Freunden).&lt;br /&gt;
Seltsamerweise war es dieses Buch, das Rutschky den Vorwurf des &quot;Antifeminismus&quot; eintrug. Seltsamerweise, denn sie kritisierte ja nicht &quot;den Feminismus&quot;, sondern z. B. Feministinnen mit arg ideologisch verkürzter Wahrnehmung, die glatt mit ausgewiesenen Frauenfeinden (ultra-konservativen Christen, oft fundamentalistischer Bauart, fast immer mit Familienbild von vorgestern) Zweckbündnisse eingehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute Reise, Katharina - und danke!</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Gedankenfutter</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-01-15T11:39:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6136217/">
    <title>Tradierte schwarze (und braune) Pädagogik</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6136217/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_P%C3%A4dagogik&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Schwarze Pädagogik&lt;/a&gt; - also Gewalt und Einschüchterung als Erziehungsmethoden, Abrichten des Kindes auf gesellschaftlich definierte Funktionen als Erziehungsziel - gilt als mehr oder weniger als Relikt aus einer finsteren Vergangenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings ist diese Vergangenheit, selbst wenn hier und heute die &quot;Schwarze Pädägogik&quot; überwunden sein sollte (was sie tatsächlich nicht ist), weiterhin präsent, einfach dadurch, dass sehr viele Menschen in ihrer Kindheit &quot;schwarzer&quot; oder wenigstens &quot;grauer&quot; Pädagogik ausgesetzt waren - und, auch wenn sie es nicht bewusst wollen, auch ihre Kinder wieder mit Gewalt und Einschüchterung erziehen. Eltern, die als Kind geschlagen wurden, schlagen ihre Kinder. Das kann ich für mich selbst mit Sicherheit sagen: meine Mutter wurde als Kind sehr &quot;autoritär&quot; und sehr brutal erzogen - buchstäblich mit dem Lederriemen. Sie fand das schlimm, und versuchte, ihre Kinder anders zu erziehen. Aber obwohl sie es eigentlich nicht wollte, erzog sie mich und meiner Bruder mit einer Brutalität, die auch damals, als es noch hieß, ein &quot;Klapps&quot; hätte noch niemandem geschadet, schon das &quot;übliche Maß&quot; weit überschritten - einfach, weil sie es nicht anders kannte, und in Stresssituationen (und Kindererziehung ist Stress!) hilflos auf die gewaltsamen und einschüchternden Methoden zurückgriff, die sie verinnerlicht hatte. Natürlich hat sie uns, anders als ihr Vater es ihr antat, nicht systematisch gequält, aber ihr &quot;rutschte&quot; auffällig oft &quot;die Hand aus&quot; . (Nebenbei habe ich auch den Kasernenhof-Schleifer-Erziehungsstil meines Großvaters kennenlernen &quot;dürfen&quot; - so viel er sich auch darum bemühte, ein &quot;lieber Opi&quot; zu sein. Allerdings war ich auch ein Junge, was in seiner Macho-Weltsicht enorm wichtig war: Jungen mussten zwar &quot;hart&quot; und diszipliniert sein, aber durften sich ruhig mal dreckig machen und man durfte sie auch mal verwöhnen, solange sie brav waren. Prügeleien unter Jungs wurden von &quot;Opi&quot;, der sonst der Inbegriff der Intoleranz war, bei mir und meinem Bruder nicht nur geduldet, sondern wir wurden ausdrücklich dazu ermutigt - einschließlich unfairer Mittel. &lt;i&gt;(&quot;... und dann nimmst du dir einen großen Knüppel ...&quot; -  solche &quot;Ratschläge&quot; bekam wir regelmäßig, wenn kein anderer, vor allem nicht mein Vater, der seinen Schwiegervater schon mal einen &quot;autoritären Sack&quot; und &quot;alten Nazi&quot; nannte, zuhörte. Hätten ich oder mein Bruder als &quot;Halbstarke&quot; (so nannte er gewaltgeneigte Teenager) zur Baseballkeule gegriffen und &quot;Kanaker&quot; &quot;geklatscht&quot;, Opi hätte wahrscheinlich &quot;viel Verständnis&quot; für unsere Untaten gehabt.)&lt;/i&gt; Mädchen hatten hingegen zu kuschen und keine Ansprüche zu stellen - und dürften sich auch nicht wehren, selbst wenn sie sich wirklich  verteidigten. Er behandelte noch seine Enkel und Enkelinnen sehr unterschiedlich. Wie schlimm das bei seinen Kindern gewesen sein muss, wage ich mir kaum vorzustellen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gab und gibt aber auch eine andere Schiene, auf der &quot;Schwarze Pädagogik&quot; tradiert wurde - und zwar über Bücher zur Kindererziehung. Oft in bester Absicht, und oft durch Experten, denen man es nicht zutrauen würde. Der Kinderarzt &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Benjamin_Spock&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Dr. Benjamin Spock&lt;/a&gt; war Humanist und Pazifist, liberal und tolerant, und strebte als einer der ersten danach, Erkenntnisse der Psychoanalyse in die Kindererziehung einfließen zu lassen. Dennoch finden sich zumindest in den älteren Auflagen seines auch in Deutschland weit verbreiteten Bestsellers &quot;The Common Sense Book of Baby and Child Care &quot; (deutsch schlicht &quot;Säuglings- und Kinderpflege&quot;) Ratschläge, die mich an eine Art Raubtierdressur erinnern. Dr. Spock vertrat z. B. die konventionelle Ansicht, dass Kinder auf keinen Fall in das Bett ihrer Eltern gehören. Schon ab drei Monaten müsse man die Kinder zum einsamen Schlafen in einen eigenen Raum erziehen - was nicht auf Gegenliebe der Kinder stößt. Um die konsequente Schlafplatztrennung auch bei schon lauffähigen Kindern zu erreichen, schlug der gute Doktor allen Ernstes vor, in hartnäckigen Fällen unter munteren Sprüchen ein Netz über das Kinderbett zu spannen, um den kleine Insassen am Entweichen zu hindern. In neueren Auflagen ist das nicht mehr zu finden, aber Ratschläge wie die Kinderzimmertür zuzubinden und vor allem, das Kind konsequent, kommentarlos und sofort jedesmal zurrückzubringen, wenn es im elterlichen Schlafzimmer ankäme, findet man auch in aktuelleren Ausgaben - und nicht nur bei Dr. Spock. &lt;br /&gt;
Dabei war Dr. Bejamin Spock alles andere als ein Vertreter der &quot;Schwarzen Pädagogik&quot; - er ermutigte Eltern, bei der Kindererziehung ihrem gesunden Menschenverstand zu vertrauen: Schreiende Kinder haben Hunger, weinende sollten hochgenommen und geherzt werden - was 1946, als die erste Auflage des Buches erschien, noch längst keine Selbstverständlichkeit war. Ich weiß z. B., dass eine Erziehungsberaterin meiner Mutter riet, meinen (damals) kleinen Bruder, wenn er schrie (er schrie oft und laut) ruhig schreien zu lassen, bis er aufgäbe, und gegebenfalls einfach das Kinderbett in die Küche zu schieben und die Tür zuzumachen. Schreien kräftige außerdem die Lungen. Was solche Ratschläge bei einer verunsicherten Mutter, die aus ihrer tiefen Verunsicherung heraus sowieso dazu neigte, zu brutalen Erziehungsmethoden zu greifen, bewirkten, bezeichnet sogar meine Mutter heute als Kindesmisshandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da mir die Probleme, die von Erziehungsratgebern - auch gut gemeinten - ausgehen können, also sehr bewusst sind, versetzte mich dieser Artikel, den ich auf &quot;haGalil&quot; fand, in blankes Entsetzen: &lt;a href=&quot;http://buecher.hagalil.com/2010/01/chamberlain/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr Kind&lt;/a&gt;. Es ist die Rezension des Buches &lt;a href=&quot;http://astore.amazon.de/buchundjudenhaga/detail/3930096587&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind: Über zwei NS-Erziehungsbücher&lt;/a&gt; von der  Sozialpädagogin und Supervisorin Sigried Chamberlain. &lt;br /&gt;
Sie untersucht in diesem Buch die Säuglingspflegebücher &quot;Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind&quot; - welches nach dem 2. Weltkrieg unter dem leicht geänderten Titel &quot;Die Mutter und ihr erstes Kind&quot; bis 1987 (!) wieder erschien - und &quot;Unsere kleinen Kinder&quot; von Dr. med. &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_Haarer&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Johanna Haarer&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.univie.ac.at/biografiA/daten/text/bio/haarer.htm&quot; target=&quot;__blank&quot;&gt;Johanna Haarer&lt;/a&gt; wurde in Nazi-Deutschland auf dem Gebiet der Säuglingspflege und Kleinkindererziehung zur maßgebenden Autorität. Ein guter Ruf, der nach 1945 beinahe ungebrochen nachwirkte.&lt;br /&gt;
Haarer vermittelte den jungen Müttern in ihren Erziehungsbüchern, Kinder seien u.a. gierig, faul, gefräßig, zerstörerisch, unsauber, sie wollen die Erwachsenen tyrannisieren, ihre Aufmerksamkeit erzwingen  - anders gesagt: wer Kinder gegenüber nachgibt, hätte schon verloren, und der Wille der Kinder müsse gebrochen werden. &quot;Schwarze Pädagogik&quot; pur - allerdings sprachlich geschickt verpackt, scheinbar ganz um das Wohl der Mutter und das Gedeihen des Kindes besorgt. Dr. Spocks &quot;Käfig&quot;-Methoden wirken gegen solche Ratschläge tatsächlich human (es geht hier um 6. Monate alte Babys): &lt;blockquote&gt;&quot;Vermeiden wir auch in diesem Alter das lästige und mühsame Herumtragen und Herumschleppen des Kindes. Es ist in dieser Altersstufe () ebenso wie in den früheren aus verschiedenen Gründen unzweckmäßig. Das Kind gewöhnt sich an die ständige Nähe und Fürsorge eines Erwachsenen und gibt bald keine Ruhe mehr, wenn es nicht Gesellschaft hat und beachtet wird. Es sitzt zuviel auf dem Arm der Mutter und kriecht und krabbelt zu wenig.&quot;(5. 32).&lt;/blockquote&gt; &lt;i&gt;Eine ähnliche Auffassung mag hinter dem Rat der &quot;Erziehungsfachfrau&quot; gestanden haben, die meiner Mutter riet: &quot;Einfach schreien lassen, bis er aufgibt&quot;.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Alle relevanten Gebiete von Haarers Anweisungsbuch, von der Ernährung und Pflege des Babys über den körperlich und sprachlich getragenen Kontakt bis hin zur Sauberkeitserziehung, durchzöge das Bestreben, alles unnachgiebig zu bekämpfen, was nach Trotz und Eigenwillen aussehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Dr. Haarer Erziehung geht über die leider damals weit verbreitete &quot;schwarze Pädagogik&quot; hinaus: &lt;blockquote&gt;Es gab kein Spielen und &quot;Bummeln&quot; beim Baden, Wickeln, Füttern, kein &quot;Trödeln&quot; an der Brust. Das Kind wurde in einem ständigen Spannungszustand gehalten. Es fehlten ihm Muße und Experimentiermöglichkeiten. Das sich-beschäftigen mit dem Baby oder Kleinkind wurde als &quot;Tändeln&quot; abgewertet. Ein zwangloses sich-beschäftigen mit dem Baby ist jedoch für den Aufbau einer gesunden Beziehung notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regeln, die Haarer für das Stillen und Füttern aufstellte, sind bestens dazu geeignet, die bereits durch die 24-stündige Trennung von Mutter und Baby vor der ersten Mahlzeit bestehenden Probleme zu vermehren: Es wurden strenge Zeiten für das Stillen bzw. die Flaschenfütterung vorgegeben. Eine Brustmahlzeit dürfe nicht länger als 20 Minuten dauern, eine Flaschenmahlzeit 10 Minuten. Ab einem halben Jahr wird jede Fütterung sofort abgebrochen, wenn das Kind Schwierigkeiten irgendeiner Art macht. Hunger sei der beste Koch.&lt;/blockquote&gt; Nach Haarer sei das Kind bei &quot;Maulen&quot; mit einem &quot;augenblicklichen Klaps&quot; zu bestrafen. Sie spricht von Befehl und Gehorsam. &lt;br /&gt;
Alles in allem: Ein Programm zum Heranzüchten eines autoritären, pedantischen, unsicheren und sich selbst verleugnenden Charakters. Mehr noch: schon in den 1920-er Jahren war bekannt, dass solche strengen Pflegeregeln einer harmonischen Mutter-Kind-Beziehung abträglich waren. &lt;br /&gt;
Für eine Ideologie wie die des NS, in dem &quot;Schwächlinge&quot; keine Daseinsberechtigung hatten, der einzelne &quot;nichts&quot; und das Volk &quot;alles&quot; sei, unbedingter Gehorsam bis in den Tod als &quot;Ehre&quot; und selbstständiges Denken als &quot;Zersetzend&quot; galten, war so ein Programm tatsächlich maßgeschneidert. Haarers Pädagogik ist sowohl &quot;schwarze&quot; wie &quot;braune&quot; Pädagogik. Chamberlain arbeitet in ihrem Buch heraus, wie sehr trotz mancher Überschneidungen die nationalsozialistische Erziehung von sonstiger autoritärer Erziehung verschieden war. Damit von jener gesprochen werden kann, muss &lt;blockquote&gt;(...) noch ein Aspekt hinzukommen: Es ist der, dass eine nationalsozialistische Erziehung immer auch eine Erziehung durch Bindungslosigkeit zu Bindungsunfähigkeit ist. Dieses halte ich für entscheidend, und es ist bisher weitgehend unbeachtet geblieben (S. 11).&lt;/blockquote&gt;
Die erste positive Gemeinschaftserfahrung, die erste Erfahrung von Anerkennung, machte ein streng nach Haarer erzogenes Kind nicht in der Familie, wahrscheinlich auch nicht (wenn vorhanden) im nach &lt;a href=&quot;http://www.kindergartenpaedagogik.de/1268.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;ihren&lt;/a&gt; oder ähnlichen Grundsätzen geführten Kindergarten, sondern bei der Hitlerjugend. Die dann - programmgemäß - für viele damalige Kinder zur Ersatzfamilie, der sie jederzeit loyal waren, wurde. Aber persönliche Bindungen, echte Freundschaften oder gar Einfühlungsvermögen in Andere und Verständnis für Fremde waren ausdrücklich unerwünscht. Die Liebe hat allein dem &quot;Führerwillen&quot; und der &quot;Volksgemeinschaft&quot; zu gelten. &lt;br /&gt;
Es ist auch kein Zufall, dass Dr. Haarers Bücher Bestseller wurden. Der Initiator der genannten Bücher war der deutschvölkische, später  nationalsozialistische, Verleger Julius F. Lehmann, ein Propagandist eines sozialdarwinistischen Weltbildes, der &quot;geeignete&quot; Autoren in seinem Sinne förderte und sie für seine politischen Ziele einspannte. In der Tat lieferten er und Frau Dr. Haarer die frühpädägogische praktische Anleitung zu Adolf Hitlers Vorstellungen von Kinderzurichtung. Ein Beitrag zur &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Education_for_Death&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Erziehung zum Tod&quot;&lt;/a&gt; - zur erotisch besetzten Lust am Töten und zum buchstäblichen Lebensziel, für das &quot;Vaterland&quot; ehrenhaft getötet zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Schäden diese braune Pädagogik bei den damaligen Kindern und bei deren Kindern anrichteten - und indirekt noch immer anrichten - dürfte kaum zu ermessen sein.&lt;br /&gt;
Wieso die schwarz-braunen Kinderdressuranleitungen Haarers auch nach 1945 wieder aufgelegt wurden, ist leicht zu erraten. Einerseits liegt das an der oberflächlichen Auseinandersetzung mit der Naziideologie in der jungen Bundesrepublik - wo nicht gerade offen vom Führer geschwärmt und gegen Juden gehetzt wurde, das wurde gerne verharmlost. Ein anderer Grund liegt darin, dass &quot;schwarze Pädagogik&quot; noch weitgehend anerkannt war - und damit auch Haarers NS-Pädägogik als bloßer &quot;konservativer Erziehungsstil&quot; durchging. Ein dritter Grund mag gewesen sein, dass sogar manche der Ratschläge des als liberal und fortschrittlich bekannten Dr. Spock (und seine zahlreichen Nachahmer und Nachfolger) denen der Nazipädogogin und wahrscheinlichen Kinderhasserin Dr. med. Johanna Haarer oberflächlich gesehen ziemlich ähnelten. So, wie das pädagogische Prinzip &quot;Grenzen setzen&quot; dem &quot;schwarzpädagogischen&quot; Prinzip &quot;Kinder mit ´nem Willen kriegen was hinter die Brillen&quot; oberflächlich gesehen ähnelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schlimmste an der viel geschmähten &quot;antiautoritären Erziehung&quot; der nicht nur von Konservativen gern gebashten &quot;&apos;68er&quot; war, bei allen Fehler, die sie zweifellos hatte, der, dass sie so wenig Anhänger fand - und allzu schnell als &quot;gescheitert&quot; zugungsten von Auslese, Disziplin und einer &quot;Schluss mit Lustig&quot; - Leistungsideologie schon im Kindergartenalter verbannt wurde. Während Haarers Bücher weiterhin, bis 1987 aufgelegt, Gift in die Seelen kleiner Kinder träufelten.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Gedankenfutter</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-01-13T17:02:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6132495/">
    <title>Winter, heut hab ich dich tanzen geseh&apos;n</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6132495/</link>
    <description>&lt;blockquote&gt;ans Fensterglas locken mich tanzende Flocken,&lt;br /&gt;
wirbeln so schwungvoll und tanzen so schön,&lt;br /&gt;
Deine Flocken als würden sie niemals vergeh&apos;n. &lt;/blockquote&gt;

Aus einem halb vergessenen Lied von Knut Kiesewetter, an das heute ständig denken musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen von Ostholstein und Teilen Mecklenburg-Vorpommerns (beides nicht allzu weit von mir entfernt) konnte in der letzten Tagen von wirklich harten Winterbedingungen, gar nicht zu reden von einer &quot;Schneekatastrophe&quot;, wahrlich nicht die Rede sein. Dennoch scheint (jedenfalls außerhalb der Wintersportgebiete) Schnee das ultimative Horror-Wetter zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich vermute das ist so, weil &quot;schlechtes Wetter&quot; eine unversell verwendbare Ausrede für die fehlende Fehlertoleranz überoptimierter und über-rationalisierter Verkehrs- und Energieversorgungssysteme ist.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Kulturelles</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-01-11T21:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6129486/">
    <title>Winterliche Mediengedanken</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6129486/</link>
    <description>Es ist mittlerweile eine Binsenwahrheit: im handelsüblichen Journalismus, und zwar längst nicht mehr nur im Boulevardbereich, werden Skandale bagatellisiert und Bagatellen skandalisiert. &lt;br /&gt;
Aktuelles Beispiel: die &quot;DSDS-Schummelei&quot; schafft es in die Schlagzeilen, die ARD bringt eine Sondersendung darüber, dass  tatsächlich im Januar Winter ist, hingegen wüsste ich z. B. über &lt;a href=&quot;http://npd-blog.info/2010/01/08/polizei-todesopfer466921/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;die Todesopfer rechter Gewalt&lt;/a&gt; in Deutschland oder die &lt;a href=&quot;http://che2001.blogger.de/stories/1557137/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Abschiebepraxis&lt;/a&gt; ohne &quot;das Internet&quot; wahrscheinlich herzlich wenig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun mag man sich darüber aufregen, dass der Katastrophenschutz  Panik schürt, anstatt ruhig und ohne Aufsehen dafür zu sorgen, dass aus etwas mehr Schnee als gewohnt eben keine Katastrophe wird, aber wenn er keine Panik schüren würde, würden die Öffentlichkeit vielleicht gar nicht mitbekommen, dass es den Katastrophenschutz gibt und dass Katastrophenschutz wichtig ist. Zwar stimmt es, dass &quot;Klappern&quot; (sprich: Public Relations) zum &quot;Handwerk&quot; gehört, aber mittlerweile haben sich Strukturen etabliert, in denen das &quot;Klappern&quot; alles und das &quot;Handwerk&quot; praktisch nichts ist. Denn wenn man von einem Amt, einem Institut oder einer Organisation trotz guter Arbeit nichts hört, dann käme womöglich jemand auf die Idee, dass diese gute Arbeit überflüssig sei  - eben, weil sie geräuschlos abläuft. Und in Zeiten extremer Sparzwänge wird jemandem, der als überflüssig wahrgenommmen wird, ungeachtet der tatsächlichen Nützlichkeit, ganz schnell das Geld gestrichen. Also: lautes Klappern ist wirtschaftlich vernünftiger, als gut zu arbeiten. Im den von mir gewählten Beispielen &quot;rechtextreme Gewalt&quot; und &quot;Abschiebungen&quot; kommt noch hinzu, dass es einflussreiche Politiker, Unternehmer, Funktionäre, Berater, Lobbyisten und Öchsperten gibt, die auch ein dezentes Klappern über besagte Missstände für schlimmer halten, als die Missstände selbst. Alles in Ordnung, solange man den Dreck noch diskret unter den Teppich kehren kann. Dass es Nazischläger und menschenrechtsverletzende Behörden gibt, ist offensichtlich so lange in Ordnung, solange es niemand merkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Winterwetterlage ist auch ein schönes Beispiel für ein weit verbreitetes Phänomen: das der gefühlten Gefahr, wo gar bei Licht betrachtet keine Gefahr ist. Köln gehörte am Freitag zu den wenigen Regionen Deutschlands, die auf der Unwetterwarnkarte im grünen Bereich lagen - kein Schneesturm weit und breit. Aber wo war die mediale Panik über die &quot;Schneehölle&quot; besonders groß? Richtig, in &lt;a href=&quot;http://www.express.de/news/vermischtes/blizzard--das-kommt-auf-uns-zu/-/2192/1152158/-/index.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Köln&lt;/a&gt;!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses erstaunliche Phänomen kennt man auch z. B. aus dem Umweltschutz. Bei Umfragen, wie sie die Umweltsituation in ihrem unmittelbaren Umfeld einschätzen, dann finden die meisten Deutschen sie im großen und ganzen in Ordnung. Hingegen zeigen Umfragen nach der deutschen Umweltsituation, dass die meisten Befragten überzeugt sind, dass es ziemlich finster aussieht und immer schlimmer wird. Ich kenne zwar keine Umfragen, in denen nach der Umweltsituation z. B. in Ostgrönland gefragt wird, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sie ziemlich finster bewertet würde - und zwar gerade weil kaum einer der Befragten wüsste, wie die Verhältnisse in Ostgrönland tatsächlich sind.&lt;br /&gt;
Das selbe Phänomen gibt es auch bei der Kriminalität: in der unmittelbaren Umgebung ist die Welt in Ordnung, aber im Großen und Ganzen wird es (egal, was die Kriminalstatistik über sinkende Fallzahlen ausweist) &quot;immer schlimmer&quot;, die Verbrechen &quot;immer brutaler&quot; und die Polizei, trotz gestiegener Aufklärungsquoten &quot;immer hilfsloser&quot;.&lt;br /&gt;
Diese bemerkenswerte Diskrepanz ist auf die Wirkung der Medien zurückzuführen. Während der persönliche Bereich durch Augenschein beurteilt wird, kommt das große Bild vom medialen Hören und Sagen. Wobei sich lautstarkes Klappern gegenüber einer sachliches Berichterstattung mühelos durchsetzt, weshalb die politische Arbeit mancher Politiker fast nur noch aus Klappern besteht. Wenn mit Public Relation nicht mehr Politik &quot;verkauft&quot;, sondern die Politik durch PR bzw. Propaganda ersetzt wird.&lt;br /&gt;
Richtig unheimlich wird die Diskrepanz zwischen aus fehlender und tendenziöser massenmedialer Information gebildeter Weltsicht und persönlicher Erfahrung dann, wenn z. B. &lt;a href=&quot;http://chatatkins.blogger.de/stories/1558678/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;diejenigen, die am wenigsten von den geplanten Steuersenkungen profitieren werden, am meisten dafür sind&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So, nach so viel realem Medienhorror und virtuellem Horrorwinter zum echten Winter:&lt;br /&gt;
Hier ein Blick auf die (momentan, am 9. Januar 2010, zufrierende) &lt;a href=&quot;http://alsterwetter.de/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Alster&lt;/a&gt; und hier das absolut ultimative &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=zImjZyHTjJ8&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Winterlied&lt;/a&gt; und dort Blicke auf die &lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/anne_seltmann/7042680&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;schönen&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/karan/7014325&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Seiten&lt;/a&gt; des &lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/6891315&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Winters&lt;/a&gt;.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Medien, Lobby &amp; PR</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-01-09T20:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6126096/">
    <title>Wann ist ein Boot ein Schiff?</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6126096/</link>
    <description>Im Sprachgebrauch des 17. und 18. Jahrhunderts wurden oft nur jene seetüchtigen Wasserfahrzeuge mit mindestens drei Masten, die an allen Masten Rahsegel trugen, &quot;Schiffe&quot; genannt, im Sinne des ab dem 19. Jahrhundert üblichen Begriffes &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Vollschiff&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;br /&gt;
&quot;Vollschiff&quot;&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert war es darüber hinaus zum Beispiel in der  britischen Marine üblich, nur solche rahgetakelte Dreimaster &quot;Ship&quot; zu nennen, die mindestens 20 Kanonen trugen und von einem vollwertigen Captain (Kapitän zur See) kommandiert wurden  leichter bewaffnete Schiffe nannte man &lt;a href=&quot;http://www.bolitho-und-co.de/hintergrund/schiffe/nichtklassifiziert.htm#sloops&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;sloop&quot;&lt;/a&gt;, nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls &quot;sloop&quot; genannten großen Boot (&quot;Schaluppe&quot;) oder der einmastigen Takelung &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Sloop&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;sloop&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch heute ist es in der Kriegsmarine üblich, Kampfschiffe, die nicht von einem Kapitän zur See befehligt werden, &quot;Boote&quot; zu nennen, trotz zum Teil beachtlicher Größe: U-Boote, Torpedoboote, Flugkörperboote usw. . &lt;br /&gt;
In verschiedenen Lexika, einschließlich der &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Boot#Definition&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Wikipedia&lt;/a&gt;, gibt es zahlreiche, nicht übereinstimmende Definitionen von &quot;Boot&quot; oder &quot;Schiff&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.ipernity.com/doc/mmssenf/4808833&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://u1.ipernity.com/11/88/33/4808833.e70b9618.500.jpg&quot; width=&quot;500&quot; height=&quot;375&quot; alt=&quot;Einlaufparade09-22&quot; border=&quot;0&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;i&gt;Zwei Boote, zwei Schiffe oder ein Boot und ein Schiff?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also suche ich meine (möglichst plausible, möglich fundierte) Kriterien dafür, wann ich von einem &quot;Boot&quot; und wann von einem &quot;Schiff&quot; spreche.&lt;br /&gt;
Ein offensichtliches Kriterium ist die Größe. Etwa ab 15 Meter Rumpflänge (oder 50 Fuß, für die Tradionalisten) kann man meiner Ansicht nach von einem &quot;Schiff&quot; sprechen.&lt;br /&gt;
Ich halte auch die Definition für sinnvoll, dass ein Schiff ein durchgehendes (Ober-) Deck hat. Das heißt: eine offene &lt;a href=&quot;http://www.museumsweg.de/immanuel.htm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Tjalk&lt;/a&gt; ist ein Boot, eine Tjalk mit Kajüte und offener &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Plicht&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Plicht&lt;/a&gt; ebenso (es sei denn, sie ist über 15 Meter lang), eine Tjalk mit durchgehendem Deck ist ein Schiff (auch wenn sie vielleicht nur 12 Meter lang ist).&lt;br /&gt;
Das dritte Kriterium ist, dass ein Schiff einen eigenen Antrieb (Motor oder Segel) hat. Ein Ponton, ein Schleppkahn oder eine Schute ist niemals ein Schiff.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Geschichte</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2010 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2010-01-07T18:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://martinm.twoday.net/stories/6113092/">
    <title>Zum guten Schluß: Brachten Elefanten die Grönländer in Bedrängnis?</title>
    <link>http://martinm.twoday.net/stories/6113092/</link>
    <description>&lt;i&gt;Nein, ich habe weder zu viel Grog gesüffelt, noch handelt es sich um eine besonders verschrobene Verschwörungstheorie.&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Mediavalnews fand ich diesen netten Artikel: &lt;a href=&quot;http://medievalnews.blogspot.com/2009/12/did-elephants-doom-norse-in-greenland.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Did Elephants doom the Norse in Greenland?&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Artikel setzt sich mit der Hypothese auseinander, dass die normannische Siedlungen im mittelalterlichen Grönland durch den Zusammenbruch des Handels mit Walross-Stoßzähnen wirtschaftlich ruiniert geworden wären. Elfenbein aus Elefanten-Stoßzähnen wäre in späten Mittelalter für die Kunsthandwerker Europas einfacher zu bekommen und damit preiswerter als das im Hochmittelalter vorwiegend verwendete Walross-Elfenbein gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihren Artikel &quot;Desirable teeth: the medieval trade in Arctic and African ivory&quot; kritisiert Kirsten Seaver diese Idee, und stellt ihre eigene Hypothese für das rätselhaften Verschwinden der skandinavischen Siedlungen Grönlands während des 15. Jahrhunderts vor.</description>
    <dc:creator>MMarheinecke</dc:creator>
    <dc:subject>Geschichte</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 MMarheinecke</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-31T15:35:00Z</dc:date>
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   <title>find</title>
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