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Donnerstag, 19. Februar 2009

Raubbau an geschützten Wäldern politisch legitimiert

Was macht man, wenn in einer Region schon gut die Hälfte der Holzausfuhren aus illegalem Holzschlag stammen? In Russland ist die Frage leider leicht zu beantworten: Die Rodungen werden politisch "legitimiert".

Die Forstverwaltung der Provinz Primorje (in Ostsibirien) hat 200 Waldparzellen innerhalb der geschützten russischen Amurregion für die Abholzung freigegeben. Völlig überraschend wurden Abholzungskonzessionen für die Waldstücke meistbietend versteigert. Die Parzellen liegen in einer Region, die unverzichtbarer Stabilisator des Weltklimas und Lebensraum für zahlreiche bedrohte Tierarten wie den Sibirischen Tiger und den Amurleopard ist.
WWF Deutschland: Umweltskandal in Russland
Die Bedingungen die Mitarbeiter des WWF sind gefährlich: Regelmäßig werden Anschläge auf sie verübt, Hütten abgebrannt oder Radmuttern gelöst. "Wir haben es vor Ort mit einer regelrechten Holzmafia zu tun“, meint WWF Amurexperte Frank Mörschel.

Diese erschreckende Nachricht zeigt wieder einmal, dass bestimmte Gebiete sozusagen "blinde Flecken" in der öffentlichen Wahrnehmung bzw. in der Berichterstattung unserer Medien sind.
Der "ferne Osten" Russlands ist medial gar praktisch nicht vorhanden.

Sie zeigt aber auch in aller Brutalität, wie korrupte Strukturen funktionieren: Aus politischen Erwägungen werden Kriminelle für ihr verantwortungsloses tun sozusagen belohnt.
In etwas "zivilisiertere" Form finden sich strukturelle Korruption aber auch bei uns - z. B. hier: Milliardärin Schaeffler von der Solidarität ihrer Angestellten zu Tränen gerührt.
(Wobei ich für die Schaeffer-Angestellten, die von Arbeitsplatzverlust bedroht sind, noch Verständnis habe, dass sie das Privat-Vermögen der Schaeffer schützen wollen, in der (m. E. trügerischen) Hoffnung ihr eigenes Einkommen damit zu sichern - nicht aber für Politiker ohne Rückrat.)

Mücken im Weltraum - oder Mücken zu Elefanten?

Es wäre eine Sensation - wenn es denn stimmen würde.

Angeblich hat eine Mücke an der Außenhaut der ISS, also im Vakuum, 1 1/2 Jahre lebendig überstanden. Insektenforscher sind angesichts dieser Nachricht den auch mehr als skeptisch:
SpOn: Mücke soll anderthalb Jahre im freien Weltraum überlebt haben.

Die Mücke war kein "blinder Passagier" an der Außenhaut, wie z. B. die idiotisch formulierte Schlagzeile auf fr-onlinesuggeriert: Mücke überlebt an der Außenhaut, sondern Teil des Experimentes Biorisk-MSN, das die Auswirkungen der kosmischen Strahlung bei Langzeitflügen auf lebende Organismen untersucht, und dessen (geschlossene) Plastikbehälter tatsächlich außen an der Station angebracht sind.
Aber selbst im geschlossenen Behälter könnte eine "kältestarre" Mücke keine eineinhalb Jahre überleben - nicht auf der Erde und erst recht nicht im Weltraum.
Zu den bisher untersuchten Proben gehören z. B. Bakterien und Pilze, der logische nächste Schritt wäre der Test von Pflanzensamen und Eiern von Kleinkrebsen - oder auch Insekteneiern.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Mückeneier, sofern sie nicht dem Vakuum ausgesetzt waren, die kosmische Strahlung und die Temperaturwechsel ohne weiteres überstehen.

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